All language subtitles for Mord mit Aussicht - S02E13 - Der Schandbaum.deu

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English Download
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag der ARD Degeto

Sophie Haas

Dietmar Schäffer

Bärbel Schmied

Ein bisschen. So.

Aber ist auch ein bisschen... Hier ist ein bisschen... viel.

Nein, schön ist das.

Gefällt Ihnen das? - Ja...

Ich weiß irgendwie nicht so richtig.

Ich mach das zum 1. Mal. Was trägt man denn bei einer Hochzeit?

Ach so, ja, nein. Dann muss ich Ihnen von dem abraten.

Warum? - Weißtöne überlässt man auf Hochzeiten lieber der Braut.

Ich bin die Braut. - Ach so. Entschuldigung, ich...

Und, ähm... Ja, kann ich es tragen? - Was zieht denn der Bräutigam an?

Einen Anzug. - Ja, sicher, aber welche Farbe denn?

So Anzugfarben.

Ich muss nur an dem Türsteher vom Standesamt vorbei. Mehr nicht.

Ob der Bräutigam und ich zusammenpassen,

wissen wir nicht, interessiert uns aber auch nicht.

Rot steht mir gut.

Ich probiere mal was Rotes.

* Musik *

Ich glaube, das ist mir aber ein bisschen sehr viel... Gefladdel.

Machen wir lieber schlicht? - Ja. Wir machen lieber schlicht.

Schlicht im Schacht machen wir.

* Sirene *

Hilfe, Polizei, halten Sie diese Frau fest!

Das war ein Überfall!

Kann hier keiner die Polizei rufen?

Hat einer die Frau gesehen, die aus meinem Laden gerannt ist?

Rote Haare, lila Kleid.

Hübsch ist des.

Das ist ein richtig schönes Grün.

Das ist ein richtig schönes Blau.

Bär, hab dich doch nicht so. Ihr seht toll aus in den Uniformen.

Man erkennt uns nicht wieder, Bärbel.

Ich finds okay.

Guckt den Streifen an der Seite an, das ist richtig schnittig.

Und es macht einen guten Hintern.

Unseriös ist das.

Was ist mit den alten, können wir die mit nach Hause nehmen?

Nee, die werden vernichtet.

Vernichtet? - Ja.

Wieso denn vernichtet? - Damit die nicht in Umlauf kommen.

Soll nicht jeder aufm Trödel ne echte Uniform kaufen können.

Meine will ich behalten.

Frag die Haas, vielleicht kann die was machen. (Heike prustet)

* Musik *

Na gut.

Er kommt nicht.

Was machen wir?

Bär, ich brauche deine Hilfe.

Kornfeld, Golden Twinkle oder Flachs?

Für Strähnchen, für die Hochzeit.

Du lässt extra für die Hochzeit der Haas Strähnchen machen?

Wenn sie es nicht tut, ist wenigstens einer feierlich.

Was zieht sie eigentlich an?

Das kauft sie gerade. - Wie bitte?

Wer kauft erst 3 Tage vor der Hochzeit ein Kleid?

Das sagt ja was aus.

Ich hatte mein Kleid, da kannte ich dich noch gar nicht.

Das sagt auch was aus. - Hm? - Hm?

Och, guck mal da.

Ist schon wieder ein Juwelier... überfallen worden. Wahnsinn.

Das Dunkle. - Mhm.

* Radio * Andreas Zielonka von der Polizei Koblenz am Telefon.

Er ist Leiter der Soko Marilyn.

Handelt es sich sicher um die gleiche Täterin

wie in den anderen 3 Fällen? - Dafür spricht alles.

Die Täterin geht nicht raffiniert vor und nimmt hohe Risiken in Kauf.

Sollten sie die nicht langsam erwischen?

Die Taten sind in der Ausführung nicht raffiniert,

aber die Täterin ist es, sie ist sehr wandlungsfähig.

Ihr Verkleidungen waren immer sehr unterschiedlich und perfekt.

Wir arbeiten an einem optimierten Fahndungsbild.

Danke, Herr Zielonka.

Das war Andreas Zielonka von der Soko Marilyn.

Wenn eins klar ist, dann die nächste Musik.

Was kann das anderes sein

als Marilyn Monroe mit "Diamonds are a girls...

...best friend. - Friends.

Die hat ne Tüte dabei.

Die hat sich ein Kleid gekauft. - Nee, ne?

Leute, mir ist vielleicht was Irres passiert. Ich war in...

Ach, Tach Frau Schäffer. - Haben Sie was gekauft?

Vielleicht für die Hochzeit?

Lassen Sie mich wenigstens die Farbe sehen,

damit ich die Blumen abstimmen kann.

* Musik *

Danke.

Und, was ist Ihnen denn passiert? - Was Dienstliches.

Was streng geheim Dienstliches,

wird Ihr Mann Ihnen heute Abend erzählen.

Tschüs Frau Schäffer.

Tschüs Bär. - Tschüs.

Tschüs Bärbel. - Tschüs Heike. - Frau Haas.

Ich war in Koblenz in dieser Boutique und da hab ich...

Hat Ihre Frau gerade Blumen gesagt? Was für Blumen?

Für den Blumenbogen.

Ach, den macht Heike? - Mhm.

Was ist das, ein Blumen...?

Ist das so ein... wo man hinterher dann durch... - Ja.

Wo man das Hochzeitsfoto drin macht.

Ist total schön. - Mhm.

Ah.

Das ist furchtbar nett gemeint von Ihrer Frau, Schäffer,

aber das wird nicht so eine Hochzeit mit diesem ganzen Brimborium.

Nein, das ist mir zu spießig.

Uns, meine ich.

Uns.

Da hat Ihr Mann, der Dr. Kauth, Heike gestern drum gebeten.

Hat er?

Ja.

Ach so. - So.

Was ist Ihnen denn nun genau passiert?

Ja...

Also...

* Musik *

Die Marilyn? - Ja.

Ist doch wahnsinnig ärgerlich, die läuft mir fast direkt in die Arme,

und ich bin nackt.

Guten Tag.

Guten Tag.

Hallo Pit. Was machst du hier?

Hallo Bärbel.

(räuspert sich)

Heute war ja Maikomitee-Sitzung. - Aha.

Und...

Der Volker Josten ist nicht gekommen.

Wie? Der Josten ist nicht zur Sitzung gekommen?

Nee.

Nicht erschienen.

Geht auch nicht ans Telefon.

Und jetzt wollen Sie den...

...anzeigen?

Der ist noch niemals nicht zur Maikomitee-Sitzung gekommen.

Der ist tot.

(lacht) Entschuldigung.

Aber wie kommen Sie denn darauf?

Weil der nicht zur Sitzung kommt, muss er nicht gleich tot sein.

Eben, Schäffer, danke. - Der ist wahrscheinlich nur schwer verletzt.

Habt ihr schon alle Krankenhäuser abtelefoniert? - Klar.

Und? - Nichts.

Das ist schlecht. - Ja, ganz schlecht.

Der Volker Josten ist Bauunternehmer,

Zwiebelfelder Prominenz.

Der finanziert jedes Jahr den berühmten Zwiebelfelder Maitanz.

Den berühmten? - Ja.

Es war die letzten Sitzung vor dem Tanz.

Wir sitzen da...

Es ist um 12...

Kein Josten.

Klar, wir waren erst ganz locker. "Der verspätet sich."

Und dann...

12:10 Uhr.

Kein Josten.

Da wussten Sie, der Mann muss tot sein.

Oder verletzt.

Irgendwas sollten wir machen, Frau Haas.

Ich kann keinen Mann suchen lassen,

nur weil er nicht zur Maikomitee-Sitzung gekommen ist.

Okay, okay. Wir fahren dahin.

Schäffer, Sie rühren sich wie immer nicht vom Fleck.

Sehr gut. Dann sieht mich wenigstens niemand in dem Aufzug.

Komm, Pit.

* Türklingeln *

* Türklingeln *

* Türklingeln *

Mann.

Tja, das wars.

Mehr kann ich nicht machen. Habe ich doch die ganze Zeit gesagt.

Aber sein Auto steht da, der muss zu Hause sein.

Dann ist er vielleicht zu Fuß unterwegs.

Nee, der Josten ist mehr der Autofahrertyp.

Ich gehe jetzt hintenrum gucken.

Können Sie die Tür nicht aufschießen?

Das ist nicht Ihr Ernst, oder?

In der Eifel gelten dieselben Gesetze wie auf der Erde.

Frau Haas... - Sagen Sie nicht, dass der tot ist.

Ja, klar. Der war ja auch nicht auf der Maikomitee-Sitzung.

Sag ich ja.

Jetzt weiß ich auch, was Sie mit Autofahrertyp meinen.

Der ist sogar tot noch rot im Gesicht.

Alkohol, Zigaretten, rotes Fleisch.

Ist das die offizielle Todesursache? - Kann man so sagen, ja.

Ich erkenne doch einen Herzinfarkt, wenn ich ihn sehe. - Ja klar.

Und was ist damit?

Das hat er wohl nicht mehr gebraucht, wie es aussieht.

Sie meinen, der wollte sich umbringen

und hat vorher einen Infarkt bekommen?

Ist gar nicht so ungewöhnlich.

Leute, die sich umbringen wollen, sind sowieso schon unter Stress.

Kurz vorher ist man extrem aufgeregt, und dann...

...batsch, Infarkt.

Mhm, mhm.

Natürlich blöd, wenn man den Infarkt dann überlebt.

Dann hat man die Probleme noch,

wegen denen man sich umbringen wollte,

und zusätzlich nen Infarkt gehabt. - Mhm.

Dann gehe ich drinnen mal nach einem Abschiedsbrief gucken.

Mhm. - Mhm.

Schäffer, nehmen Sie das Ding ab,

sonst hol ich noch meine Mundharmonika raus.

Was ist mit Geflügel? - Alles, was fliegt, geht.

Keine Frau und keine Kinder. - Ne Freundin vielleicht?

Ah!

Schäffer, alles klar bei Ihnen? - Hab ich mit Absicht gemacht.

Okay, mal ganz anders gefragt: Wenn wir einen Abschiedsbrief finden,

was glauben Sie, an wen der adressiert ist?

Hm?

Ans Maikomitee. - Im Ernst?

Was sagen Sie denn dazu?

Dass er tot ist.

Dass er sich umbringen wollte.

Oder zu irgendwas.

Okay, Sie können gehen.

Nicht heute. - Wie bitte?

Ich frag mich, warum er sich heute umgebracht hat.

Weil... Den Tanz hätte er ja noch mitnehmen können.

Da hat er sich immer drauf gefreut, das ganze Jahr.

Moment, aber dass er sich umbringen wollte,

darüber wundern Sie sich nicht?

Na ja.

Er war einsam.

Das mit dem Gesaufe war auch nicht mehr gesund.

Mhm.

Der war nicht gut drauf.

Insgesamt.

Außer am 1. Mai. - Da gings.

Oh, Jungs.

Und? - Oben war kein Abschiedsbrief.

Unten habe ich auch keinen gefunden.

Oh, was haben wir denn da?

Das ist aber ein feines Tröpfchen. Und nicht sehr viel getrun...

Oh. Und die Zigarette, die hat er vergessen.

Das kann doch mal passieren.

Deswegen haben wir auf der Wache auch 2 Brandflecken

auf der Fensterbank.

Aber ich schwörs Ihnen, wenn ich wüsste,

ich rauche meine letzte Zigarette, die würde ich nicht vergessen.

Und was schreibe ich jetzt in den Bericht?

Suizid oder natürlicher Tod?

Wir warten auf den Obduktionsbericht.

Immerhin könnte hier immer noch ein Verbrechen vorliegen.

Oh nee, ne. - Was denn?

Loch.

Die alten Uniformen waren da nicht so empfindlich.

Was hat Schäffer denn immer mit seiner Uniform?

Er sagt, die ist ein Klassiker. Er will sie gern behalten.

Können Sie da was machen? - Nee, kann ich nicht.

Was will er damit? Braucht er die für Rollenspiele mit seiner Muschi?

(lacht)

Was muss ich denn über diese Maisache wissen?

Was ist denn z.B. ein Maikomitee? - Die, die das Maifest organisieren.

Also nicht nur das Fest, das ganze Fest.

Alles.

Was gibts denn alles?

Das Maibaumstellen, die Mainacht...

Den Maitrank, das Maifischen...

Den Maiumzug, die Ernennung der Maipolizei...

Die Bestimmung der Maikönigin...

Hören Sie auf, mir wird schwindlig.

Was ist denn mit dem los?

Das macht man doch erst in der Nacht zum 1. Mai. - Mhm. Und heimlich.

Aber schön bunt, ne? - Ja, das Ganze gibts aber auch in Nichtbunt.

Da ist der Schmuck schwarz, und das heißt Schandbaum.

Gibts bei uns in Köln nicht.

Und was ist die Maipolizei?

Die passt auf, dass alle Regeln der Versteigerung eingehalten werden.

Was für eine Versteigerung? - Der Jungfrauen.

Wie bitte? - Na ja, wie soll man sonst das Maikönigspaar finden?

Das Mädchen, für das am meisten Geld geboten wird, ist die Maikönigin.

Der Käufer ist der Maikönig.

Der darf den Abend mit ihr verbringen.

Das ist ja das Ding mit dem Josten.

Der war x-mal in Folge der Maikönig, hat irre viel Geld geboten.

Deswegen haben die Zwiebelfelder auch so ein Riesen-Maifest. - Echt?

Warum wissen Sie so viel über den Josten

und sein Zwiebelfelder Maifest?

Meine Freundin Tine war mal Maikönigin.

Echt? - Mhm.

Die Zwiebelfelder feiern 3 Tage lang durch.

Da trifft sich immer auch ganz Hengasch. - Ah ja.

Außer mir, wie es scheint.

Na ja, kommen Sie halt auch morgen.

Wissen Sie, ich heirate übermorgen,

das ist mir genug steinzeitliches Brauchtum für eine Woche.

Und, freuen Sie sich schon?

Wir fangen mal an mit der Befragung.

Hallo.

Bärbel. - Tine. Hallo.

Das ist meine Freundin Tine, ihre Schwester Annika.

Ich bin die Frau Haas. Ich bin die Chefin.

Tach. - Guten Tag.

Entschuldigung.

Hat es euch der Pit schon erzählt?

Nein? - Der Volker Josten hatte ein Herzinfarkt.

Ist unter bisher ungeklärten Umständen verstorben.

Ernsthaft? - Mhm.

Der arme Pit, hat der den gefunden? - Nein. Ich.

Mach dir keine Sorgen, Pit gehts gut.

Was ist denn mit Ihnen?

Wir würden gern das Maikomitee sprechen.

Frau Haas, ich muss aufs Klo. - Jetzt?

Da.

Danke schön.

Das ist eine Katastrophe.

Das bedeutet das Ende für das Zwiebelfelder Maifest.

Unter diesen Umständen lassen Sie es

wirklich am besten ausfallen dieses Jahr.

Wird ja auch jeder verstehen.

Dieses Jahr? Nee, ich meine nächstes.

Wenn der Josten nicht mitsteigert, ist die Maikasse leer.

Dann haben wir ab nächstes Jahr einen 1. Mai wie in Hengasch.

Wie, Sie wollen jetzt trotzdem feiern?

Ja, wir haben doch schon alles vorbereitet,

die ganzen Sachen gemietet.

Ich weiß gar nicht, ob wir die noch stornieren können.

Das hätte der Josten auch nicht gewollt.

Das wird quasi eine Gedenkfeier.

Gut, kann sich einer von Ihnen vorstellen,

warum er sich umbringen wollte?

Jemand, der so viele enge Freunde hat...

...warum sollte der sich umbringen wollen?

Hm?

Gut, okay, wer hat ihn denn zuletzt gesehen?

Wir alle.

Wie?

Gestern.

Wo?

Auf der Maikomitee-Sitzung.

Die ging so bis gegen 7.

Aha. Und?

War er irgendwie anders als sonst?

Hat ihn was belastet?

Hat er sich über irgendwas beklagt?

Hat er so was gesagt wie:

Hey, Jungs, heute Abend bring ich mich noch um?

Irgend so was in der Richtung?

Hallo!

Was glauben Sie, warum wollte Volker Josten sich umbringen?

Antworten Sie schnell.

Der hatte so ne saisonal- affektive Störung, glaube ich.

Sie kommen mit.

Mit Ihnen kann ich was anfangen.

Wunderbar.

Bitte.

Besonders traurig scheint hier keiner zu sein, oder?

Der war auch nicht gerade sympathisch.

Wieso denn nicht, er war doch der große Maikönig.

Hat immer alles bezahlt,

jedes Jahr die schönsten Jungfrauen für teuer Geld ersteigert.

Ja. - Stimmt.

Absolut unsympathisch, na klar.

Wie kamen Sie auf Winterdepressionen?

Der ist im Winter regelmäßig

komplett von der Bildfläche verschwunden.

Deshalb war ihm auch das Maikomitee so wichtig.

Weil er ungefähr um diese Zeit langsam rauskam aus seinem Tief,

zurück ins Leben.

Ins Leben als Unsympath. - Genau.

Können wir vielleicht meine Freundin erlösen?

Die fragt sich die ganze Zeit, warum Sie mich verhören. - Ach so.

Ja, klar.

Hallo. Kommen Sie ruhig her.

Sie können ihn wiederhaben.

Sagen Sie mal, die Bärbel, also die Frau Schmied,

hat mir erzählt, Sie waren auch mal Maikönigin.

Ja. - Und der Josten hat Sie ersteigert?

Ist das nicht komisch, wenn man gekauft wird?

Ist halt Tradition.

Darf ich Sie fragen, wie das war mit ihm als Maikönigin?

Ich meine, was haben Sie mit ihm gemacht?

Getanzt. - Nur getanzt?

Ja, und später hat er mich nach Hause gebracht.

Und das wars?

Mehr wollte der nicht für sein Geld?

Hannes, das sind unglaubliche Schätze, die du da hast.

Die sind fast so alt wie du.

Kann ich die alle haben? - Du heiratest meine Tochter.

Der Wein kann nicht erlesen genug sein,

mit dem du sie in der Hochzeitsnacht abfüllst.

So was ist in Hengasch nicht Usus, die haben ganz andere Dinger.

Was für Dinger?

Dass ihr euer Bettlaken am Morgen danach ausm Fenster hängt.

Damit ganz Hengasch sieht,

dass du als virgo intacta in die Ehe getreten bist.

Hört auf damit.

Ich bin wirklich gespannt wie ein Flitzebogen.

Ich will sonst meine 20 Hühner wiederhaben.

Sagst du Hühner? - Mhm.

Sagst du nicht mal Rinder oder wenigstens Schweine?

20 Hühner, das ist die Tradition, die muss man ernst nehmen.

Ich hab genug Tradition für heute.

Wollt ihr nicht lieber endlich mein Hochzeitskleid sehen?

(alle) Nein!

Das darf er nicht sehen vorher. - Das bringt Unglück.

Ihr seid alle verrückt geworden mit euren Traditionen.

Na gut, dann nicht.

Wahrscheinlich habt ihr das mit dem Bettlaken auch schon ernst gemeint.

Ich habe außerdem erfahren,

dass Heike Schäffer an einem Blumenbogen bastelt.

Da wäre ich ganz gern nach meiner Meinung gefragt worden.

War dir das nicht recht? Damit habe ich nicht gerechnet.

Ich dachte, Blumen, was kann da schon schiefgehen?

Was kann da schiefgehen?

Ich werde den Rest meines Lebens an Heike Schäffer denken,

wenn ich unser Hochzeitsfoto angucke.

Außerdem, das finde ich wahnsinnig spießig.

Sophie, das kannst du nicht ablehnen.

Ein Blumenbogen. Des Landes schönster Hochzeitsbrauch.

Das ist deine Hochzeit,

so ein Blumenbogen kann wohl nicht dein Problem sein.

Nein, ist ja kein Problem.

Hunger habe ich.

Das kommt mit auf die Mängelliste.

Immer wenn sie unterzuckert, kommt es zu Fehlfunktionen.

Du musst doch zugeben, dass das merkwürdig ist.

Was ist an einem Herzinfarkt merkwürdig?

Ein Herzinfarkt in Verbindung mit einem Galgen, das ist merkwürdig.

Oh nee, jetzt bitte nicht dieses "Vielleicht war es doch Mord".

Hast ja recht, wahrscheinlich alles nur Wunschdenken.

Warum wünschst du dir das eigentlich so? - Weiß nicht.

Hengasch eben.

Einer der ganz wenigen Orte dieser Welt,

in dem sich bei steigender Mordrate die Lebensqualität erhöht.

Wirst du irgendwann damit aufhören?

Oh, ich muss doch Witze über Hengasch machen dürfen.

Sonst kann ich mich gleich aufhängen wie der Josten.

Das war ein Herzinfarkt.

Was ist denn mit dir? Bist du sauer auf mich?

Wegen dem Blumenbogen?

Dann tuts mir leid.

Wirklich, es tut mir leid.

Von mir aus springen wir durch den Blumenbogen, hm?

Yippie, Blumenbogen.

Der Blumenbogen ist nicht die Ursache.

Der Blumenbogen ist ein Symptom für deine Engstirnigkeit.

Wie bitte? - Du bist borniert.

Ich bin borniert?

Ja. - Ach so, und was ist dann Heike Schäffer?

Oder Hans Zielonka? - Ihr seid alle borniert.

Ihr habt so einen schmalen Horizont.

Ich drücke den Borniertheits- durchschnitt von Hengasch

dramatisch nach unten.

Im Vergleich zu denen bin ich ja wohl so.

Genau: im Vergleich.

Hauptsache, du hast mit diesen Dörflern nichts gemein.

Das ist dein größter Albtraum, deswegen bist du borniert.

Du gibst Hengasch nicht die Chance, dir zu gefallen.

Das ist nicht so, das ist so, Sophie.

Wie, was ist jetzt?

Kein Spruch?

Hannes, kommst du mal eben, ich...

Ich glaube, ich hab Sophie gerade kaputt gemacht.

Platt? - Ja, ich bin in eine Scherbe gefahren.

Soll ich Sie mitnehmen? - Danke, nicht nötig.

Ich habe meinen Freund angerufen, der holt mich ab.

Entschuldigung, Sie haben einen tollen Ring.

Der ist schön, ne? - Ja, Wahnsinn.

Ist der von Ihrem Freund, der gleich kommt?

Nein, das ist nur Modeschmuck. - Echt?

Der sieht unglaublich echt aus.

Kann ich wirklich nichts für Sie tun? - Ich komme klar.

Danke. - Okay.

Ach, Dietmar.

Ich finde die einfach schöner.

Ich weiß, der Klassiker.

Ja.

Findest du nicht?

Morgen. - Morgen. - Morgen.

Oder wissen Sie, was?

Schönen Mo... Also, schönen guten Morgen.

Ich finds wirklich schön hier.

So.

Was haben wir denn?

Was haben wir Neues in puncto...? - Herzinfarkt.

Der Bechermann hatte wirklich recht.

Mist.

Pathologie hat gerade angerufen.

Josten hatte einen richtig schweren Herzinfarkt.

Ganz sicher? - Klassisch.

Klassisch... Ja, dann...

Okay, was solls.

Also schreibe ich jetzt "natürlich"?

Natürlich.

Aber wissen Sie, was?

Ich finds trotzdem schön hier.

Muss doch nicht immer jemand ermordet werden.

Ach so, den Strick müssen wir nicht mehr zur KTU schicken, oder?

Nee, nee.

Den können wir jetzt hier vernichten.

Sieht gruselig aus.

Toll, ne?

Wie im Kino.

Irgendwie so "old school".

Na ja, egal.

Schäffer...

Weg damit.

Aber ist schon komisch.

Gibt sich einer so viel Mühe

und ist dann zu blöd, das andere Ende richtig festzumachen.

Das stimmt.

Was für eine Ironie. (hustet)

Entschuldigung.

Tut mir leid.

Mach ich draußen. Sie sollen sich ja wohlfühlen hier.

Komisch.

* Musik *

Schäffer, Schäffer, Schäffer...

Sie haben vollkommen recht.

Gucken Sie mal, Frau Haas, die neuen Fahndungsfotos von dieser Marilyn.

Was Sie eben gesagt haben, wegen dem... - ...Strick.

Die habe ich doch schon mal gesehen. - Klar, gestern doch.

Nein, also ja, aber da habe ich das Gesicht nicht gesehen.

Aber die habe ich schon mal gesehen.

Vielleicht ist das ne Schauspielerin.

Ich find, die sieht ein bisschen aus wie die eine.

Was wedeln Sie da? - Das ist von Heike für ihre...

Was? - Also, für Ihre...

Ah.

Geben Sie mal her.

So, das ist doch hier...

Die ist...

Das gibts nicht.

Der habe ich auf der Landstraße geholfen.

Die war, ich meine, die kam mir auch komisch vor.

Irgendwie nervös. Und wir haben gesprochen über...

...ihren Ring.

Wie? - Oh nein, das gibts nicht.

Mir läuft 2-mal hintereinander die Juwelendiebin in die Arme.

Einmal bin ich nackt, und beim 2. Mal

mache ich ihr schöne Komplimente über ihre Beute.

Und fahre weiter.

Oh.

Na ja, Frau Haas, das konnten Sie doch nicht wissen.

Sie können doch nichts dafür.

Ja...

Es hätte mir auch passieren können. - Eben.

Müssen wir das nicht vielleicht der Polizei melden?

Der richtigen.

Die richtige Polizei gibt es nicht mehr, die war nämlich grün.

Der zuständigen, meine ich.

* Musik *

Ja.

Das ist der Ring.

Also, das...

In der Soko Marilyn sagen wir, die hat einen Schutzengel,

aber ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet du das bist.

Entschuldige.

Ja, ist lustig.

Ich bin Kommissarin, und deshalb ist es lustig.

Komm, das musst du jetzt aushalten.

Dass es ausgerechnet dir passiert, ist eine Super-Anekdote.

Wieso ausgerechnet mir? - Weil du immer misstrauisch bist.

Für dich steht hinter jedem Baum in Hengasch ein Verbrecher.

Wenn die Sache eins beweist,

dann, dass ich nicht misstrauisch genug bin.

Jochen gegenüber bist du jedenfalls nicht misstrauisch. - Wie bitte?

Ja, Jochen. Dass ihr zusammen seid, okay, alles gut und schön.

Aber heiraten, warum?

Ach so, daher weht der Wind.

Wer dich ein bisschen kennt, für den ist es... überraschend.

Und was geht dich das an?

Okay, machs gut.

Tschüs.

Buh!

* Musik *

Jochen.

Was machst du denn hier?

Willst auch mal reiten?

Was ist los?

Was ist das?

Das ist der Selbstmörder mit dem Herzinfarkt.

Was soll ich damit? - Mal reingucken.

Ich möchte mich bei dem zu Hause noch mal umsehen.

Und ich möchte, dass du mitkommst. - Wieso?

Du hast gesagt, ich bin arrogant und lass mich nicht auf Hegasch ein.

Es könnte sein, dass da ein kleines Körnchen Wahrheit dran ist.

Wie bitte? - Also ein klitzekleines Körnchen.

Ich finde, du bist genauso arrogant und du merkst das nicht einmal.

Vorsicht, da ist Strom drauf.

Ich habe das Gefühl, dass mit dieser Josten-Sache was nicht stimmt.

Statt dass du dich darauf einlässt,

bügelst du mich ab und sagst, ich bin paranoid.

Weißte was? Das finde ich so.

Okay. Aber wir müssen mit 2 Autos fahren.

Ich habe Bereitschaft.

Ich bin Josten. Ich sitze in meinem perfekten Fernsehsessel.

Ich rauche, ich trinke, die Glotze ist an.

Und ganz plötzlich gehe ich raus, um mich umzubringen.

Wieso ganz plötzlich? - Deswegen.

Hier, die Zigarette.

Die hat er sich angezündet und liegen lassen.

Warum raucht er die nicht zu Ende, bevor er sich umbringt?

Warum hat er es plötzlich so eilig?

Das ist bei Selbstmördern nicht ungewöhnlich.

Die handeln häufig im Affekt. - Ganz richtig.

Jetzt kommt das ins Spiel.

Tata. - Hoppla.

Das ist mal... - Ist amtlich, ne?

Jetzt guck dir den Knoten an. Der ist geradezu lächerlich perfekt.

Sieht aus wie bei den Karl-May-Festspielen.

Hättest du das so hingekriegt?

Jo. - Nein, nicht im Affekt.

Im Affekt hättest du deinen Gürtel genommen

oder wärst vor einen Baum gefahren.

Du hättest dich nicht hingesetzt und gebastelt.

Und weiter?

So, guck mal, warte.

Halt mal höher.

So ist das ungefähr, oder?

Nee, so. - Na, hab ich doch.

Also.

Ich bin Josten, kann es kaum erwarten,

mich mit meinem Bilderbuchstrick aufzuhängen.

Ich schnappe mir einen Stuhl, such mir einen Ast.

Dann binde ich meinen tollen Strick so halbherzig fest,

dass das passiert.

Ist doch widersprüchlich, oder?

Ich glaube...

...dass jemand Josten zwingen wollte, sich umzubringen.

Womöglich mit vorgehaltener Waffe.

Während der Täter den Strick anlegt,

kriegt Josten vor Angst einen Herzinfarkt und fällt tot um.

Ist doch gut, oder?

Okay, komm her.

Dann bin ich jetzt dran.

Also, ich bin Josten.

Ich habe Depressionen.

Das wissen wir nicht genau. - Moment, warte mal.

Ich habe Suizidgedanken.

Einige horten Schlaftabletten,

andere gehen auf die Brücke und schauen runter.

Was mache ich? Ich knüpfe mir den perfekten Galgenstrick.

Damit ich immer weiß, wo der Notausgang ist.

Ich bin noch nicht fertig.

Ich sitze hier, ich trinke, ich rauche

und ich habe Selbstmordgedanken.

Was passiert dann? - Dann holst du dir den Strick und gehst raus.

Nee, nee. Ich fühle mich plötzlich unwohl, eng in der Brust, Atemnot.

Zigarette, nee, kein Interesse mehr. Stattdessen Angst.

Durch meine Krankheit bin ich nicht in der Lage, die Symptome zu deuten,

beginnender Herzinfarkt.

Mein stoffwechselgestörtes Hirn sagt mir:

Das muss aufhören, sofort. Ich halte das nicht mehr aus.

Wo ist mein Strick?

Mich in die Höhe zu recken und oben den Knoten zu befestigen,

kostet mich übermenschliche Kraft.

Das schaffe ich noch einmal und dann verliere ich das Bewusstsein.

Was sagste?

So schlecht war das jetzt auch nicht.

* Musik *

Mein Mann.

Weißt du eigentlich, dass an dir ein Polizist verloren gegangen ist?

* Handyklingeln *

Och. - Bereitschaft ist scheiße.

Kauth.

Walter.

Ja.

Du machst einfach jetzt gar nichts, ich bin in etwa 10 min da.

Ja, ciao.

Habe ich schon mit gerechnet. Ein Fohlen, was nicht rauswill.

Wir sehen uns ja heute Abend.

Nee, tun wir nicht. Wir heiraten ja morgen.

Ich komme.

Ich glaube, ich auch.

* Musik *

* Musik *

* Musik *

Wissen Sie, was das ist?

Das sind schwarze Bänder für den Schandbaum.

Das macht man, wenn man jemanden nicht mag.

Ist so ne Tradition.

Und... das hier...

Gehört das auch zu der Tradition?

Nein.

Wieso? Ist das der Strick, mit dem sich Josten erhängen wollte?

Dieser Strick hing auf jeden Fall an Jostens Baum.

Jetzt habe ich gedacht,

vielleicht hat ihn nicht der Josten selbst in seinen Baum gehängt,

sondern jemand anders.

Da hat ihm einfach jemand einen Schandbaum gemacht.

Als Warnung oder als Drohung.

Halten Sie das für möglich?

Jemand, der es ernst meint, könnte darauf kommen, klar.

Mhm.

Diese Versteigerung von den Mädchen, wie läuft das eigentlich genau ab?

Ähm...

Alle Mädchen stellen sich hier drüben auf.

Alle?

Oder nach welchen Kriterien werden die ausgesucht?

Alle unverheirateten über 16.

Ah, dann ist Ihre Schwester Annika auch schon dabei? - Ja.

Dieses Jahr zum 1. Mal. - Schön.

So ein hübsches Mädchen, die wird bestimmt Maikönigin.

Das weiß man nicht. - Nee.

Das weiß man nicht.

Aber ein Typ wie Josten hätte doch bestimmt viel Geld lockergemacht

für so ein hübsches Mädchen.

Dann hätte Annika den Abend mit ihm verbracht.

Mist.

Ups.

Was ist denn passiert damals?

Ich glaube, Josten ist von seinem Maikomitee nach Hause gekommen,

hat den Schandbaum entdeckt, mit Strick.

Und dann hat er sich so aufgeregt, dass er gestorben ist.

An einem Herzinfarkt? - An einem Herzinfarkt.

Von dem niemand wissen kann, was ihn ausgelöst hat.

Doch.

Zigaretten, Alkohol, rotes Fleisch.

Tja.

Ja, ja.

Gut, dann...

Ich muss dann auch mal wieder.

Was glauben Sie, wer wird denn für Ihre Schwester bieten? Der Pit?

Ich glaube, ja.

Dann viel Spaß.

Ich wünsche Ihnen trotzdem ein schönes Maifest.

Danke.

Ihnen eine schöne Hochzeit. - Werde ich haben.

Den lasse ich Ihnen da.

* Musik *

Morgen. - Morgen.

Einen wunderschönen guten Tag allerseits.

Mein Name ist Nicole Schwarz. Ich bin Ihre Standesbeamtin.

Guten Tag. - Tag.

Guten Tag.

Ich heiße selbstverständlich auch Ihre Freunde und Familie

herzlich willkommen.

An diesem schönen Frühlingstag kann ich Sie wirklich nur beglückwün...

Das ist sie.

Das ist die Marilyn!

Sophie, du kommst sofort hierher!

Dietmar!

Bärbel! Was ist denn los?

* Musik *

Bär!

* Musik *

Copyright ARD Degeto 2019

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.