All language subtitles for Mord mit Aussicht - S02E03 - Und ewig singt das Blaukehlchen.deu

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Original subtitles

Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag der Degeto

Sophie Haas

Dietmar Schäffer

Bärbel Schmied

* Musik *

Schon gleich halb 6.

Sonst kommt er immer früher. - Vielleicht ist Stau.

Dürfte ich erfahren, um wen es sich handelt?

Dann kann ich nen roten Teppich ausrollen.

Heute kommt doch Prof. Franzen.

Frau Haas. Das ist der berühmte Ornithologe.

Der weiß echt alles über Vögel.

Ah, da ist er.

Einmal im Jahr kommt er mit Studenten,

um sich das Blaukehlchen anzugucken. - Rotkehlchen. - Nee, Blaukehlchen.

Kennt kaum jemand, die Art ist extrem selten.

So ne extrem seltene Art nistet hier? - Genau.

Hinten im Hengascher Moor, im Naturschutzgebiet,

sucht es seinen Nistplatz.

Ich hab mir extra noch mal den Buchfink angehört.

Er spielt mit Bärbel immer Vogelstimmenraten.

Tag zusammen. - Tag Herr Professor.

Wie gehts meiner Vogelpolizistin? - Sehr gut, danke.

Herr Professor. - Herr Schäffer, guten Tag.

Ja, das ist unser neuer Chef, Frau Haas. - Ah.

Prof. Thilo Franzen. Sehr erfreut.

Sophie Haas, auch sehr erfreut.

Hm, ja...

Was haben wir denn diesmal...

(imitiert Vogelzwitschern)

Noch mal? - Ja, bitte.

Ist aber auch schwer. - Dietmar.

Äh, Zaunkönig. - Sperber, oder?

Sperber ist korrekt. - Mann, Spielverderber.

Das ist mein Stichwort.

So, dann schönen Abend noch. - Bis morgen.

Herr Professor... - Herr Professor.

Hier ist Ihr Passierschein fürs Naturschutzgebiet.

Tschüs Frau Haas. - Tschüs.

Der ist wirklich schwer. Das ist mehr ein Kecker.

Waidmanns Heil.

Die ist aus der Stadt.

Katja. - Dietmar.

Ich dachte, du bist in Berlin.

Die Barbie wird doch 40.

Das ist ja n Ding.

Ganz schön lange her, ne? - Ja, kann man wohl sagen.

Gut siehst du aus in deiner Uniform. - Ja?

Na ja. - Hast halt nen kleinen Bauch bekommen.

Dietmar? Kommst du bitte? Die Rouladen sind fertig.

Hallo Heike. - Hallo.

Ja, ich komm gleich.

Ja, ich muss dann... - ...essen.

Essen, genau.

Dietmar. - Ja. - Wird kalt.

Okay. - Ja, dann...

Grüß die Barbie.

Was will die hier? Ist die wieder zurück?

Quatsch. Die ist nur zum Geburtstag von der Barbie hier.

* Musik *

Morgen.

Ah, Morgen, Sophie.

Papa, wie gehts dir? Vorsicht.

Das braucht alles seine Zeit, weißt du. - Ja, natürlich.

Gott sei Dank haben wir Danuta. - Gott segne sie.

Und Polen gleich mit.

Na, gibts keinen Kaffee? - Kaffee ist Gift, schwarzes Gift.

Aber ja nicht für mich. - Besonders für dein junges Herz.

* Handyklingeln *

Bärbel?

Nein! Wo?

Tod beim Joggen, oder wie? - Hm.

Die kenn ich aber doch irgendwoher.

Herr Dr. Bechermann, was meinen Sie?

Herzinfarkt?

Vielleicht ist sie ja spontan bewusstlos geworden,

gestolpert, aufn Kopf gefallen.

Blutgerinnsel im Gehirn, Schlaganfall.

Wo soll die denn hier draufgefallen sein?

Ähm, na ja, auf jeden Fall ist sie tot,

vermutlich schon seit gestern Abend. - Danke.

Prof. Franzen hat mich vorhin angerufen.

Eine Studentin aus seiner Gruppe wird seit gestern Abend vermisst.

Seine Beschreibung passt ziemlich genau. - Genau.

Daher kenn ich sie. Die hat gestern Abend vor der Wache gestanden.

Oh, die wird das Blaukehlchen nicht mehr singen hören.

Wer hat sie gefunden? - Unser Förster, Kleinschmidt. - Ah.

Sie haben das Mädchen gefunden? - Ja, heute Morgen, gegen 8.

Eigentlich hat Hasso sie entdeckt. (Hasso knurrt)

(bellt)

Hasso, ist gut.

Aber sonst haben sie nichts bemerkt, niemanden weglaufen sehen?

Gar nichts.

Oh Gott. Das ist Steffi Berg. - Professor.

Wurde sie...

...ermordet?

Das... wissen wir noch nicht genau. Ist aber gut möglich.

Kann das nicht begreifen. Gestern war sie noch so fröhlich.

Sie war... ein Sonnenschein.

Ich würde gern mit Ihren Studenten sprechen.

Kommen Sie.

Tschüs. - Tschüs.

Was ist mit Ihnen? Sind Sie verletzt?

Ah, wetterfühlig. Meniskusoperation vor Kurzem. - Oh.

Das hatte mein Onkel auch. Paar Wochen später war der tot.

Das ist Polizeihauptkommissarin Frau Hass. - Haas.

Und ihre Assistentin Frau Schmied. - Guten Tag. - Tag.

Ich heiße Kurt Dehlke und bin auf heimische Singvögel spezialisiert.

Aha.

Ich heiße Dagmar Baumann. Ich bin keine Studentin, mach das als Hobby.

Der Professor war so nett und hat mich mitfahren lassen. - Ah ja.

Thomas, Thomas Kaunen. - Danke.

Äh...

Ja? - Ist Steffi umgebracht worden?

Das wissen wir noch nicht. Aber...

...hätte es einen Grund gegeben?

Oder hat sie von jemandem gesprochen, der sie bedroht hat?

Hat jemand von Ihnen Steffi Berg gesehen, bevor sie losging?

Ja, ich. 20 Uhr, gestern Abend.

Was haben Sie da gemacht?

Die Exkursion heute vorbereitet. - Um 20 Uhr?

Und den Nachmittag noch.

Sie hatte sich so darauf gefreut.

Ich würde gern einen Blick in das Zimmer der Toten werfen.

(beide) Zimmer 13. - Das passt ja.

Nichts.

Auch nichts.

(sie summt)

Hahaha.

Was haben wir denn da?

"Ich liebe die Sonne, den Mond und die Sterne.

Aber am meisten liebe ich dich. Kurt."

Zauberhaft.

Morgen. - Morgen Chef.

Die haben in der Waschanlage echt geschlampt.

Unterm Sitz sind noch jede Menge Krümel.

Ich hab in Bonn angerufen. Die sind echt nett in der Pathologie.

Der Vater der Toten hat die Leiche schon identifiziert.

Ja, und? - Ja, sie wurde umgebracht.

100%ig kann man noch nicht sagen, wie.

Aber Todesursache ist wohl ein stumpfer Gegenstand, den man ihr

gegen den Kopf gehauen hat. - Schäffer! - Tschuldigung.

Aber sehr gut. - Wir sind auch fündig geworden.

Anscheinend hatte die Tote einen etwas aufdringlichen Verehrer.

Hallo Dietmar.

Hallo.

Hi. - Hallo.

Hallo.

Tag.

Ja, das ist die Katja.

Ich dachte, so was gibts nur in der Stadt,

dass einem plötzlich der Ex übern Weg läuft.

Katja war Dietmars große Jugendliebe.

Mein Bruder war mit den beiden in einer Klasse.

Dietmar hat ihr ziemlich lange hinterhergetrauert.

Gibts den Hochsitz eigentlich noch? - Ja, klar gibts den noch.

Schönes bleibt, ne?

* Staubsaugergeräusch *

Ich muss dann auch wieder. - Ja.

Ja.

Brot. - Genau.

Tschüs. - Tschüs.

Wir haben eine Tote, von der wir wissen, dass sie umgebracht wurde.

Dann haben wir einen Studenten, der in sie verliebt war

und ihr diesen Stoffhalbmond geschenkt hat samt Liebesgedicht.

Den Steffi Berg im Mülleimer entsorgt hat.

Stofftiere kommen bei Frauen meistens nicht so gut an.

Aha.

Ja, Blumen. Blumen sind besser.

* Türklopfen * Entschuldigung.

Ich habe Steffi nicht umgebracht.

Ich kann das auch beweisen.

Hier. Seine Rechnung hab ich gegen halb 11 ausgedruckt.

Der Junge saß stundenlang dahinten und hat gelesen.

Ich glaub, es waren Gedichte.

Gedichte, ja?

Ja.

Waren Sie sehr in Steffi Berg verliebt?

Ja.

Aber... Steffi nicht in Sie?

Steffi war wie ein leuchtender Stern.

Jemand wie ich durfte sie nur aus der Ferne bewundern.

So eine unerwiderte Liebe kann ganz schön bitter sein, was?

Was können Sie uns noch über Ihren leuchtenden Stern erzählen?

Nymphe des Lächelns mit gesenktem Blick.

In welchen glanzverklärten Tagesstunden

sei deiner Lieblichkeit der Kranz gewunden?

Wenn süße, wirre Reden dich verzücken... - Oh, wie romantisch.

Ja, ein... sehr, sehr schönes Gedicht.

Aber mal ehrlich, wenn Sie wussten, dass Sie keine Chancen hatten,

warum haben Sie es trotzdem versucht?

Die Sehnsucht stirbt auf der Schwelle zur Erfüllung. - Oh.

Und hat jemand diese Schwelle übertreten bei Steffi Berg?

Ja.

Thomas Kaunen.

Das Herz?

Das hab ich drumgemacht, als du schon weg warst.

Ja.

Nee, bin allein hier.

Der Chef und die Bärbel sind unterwegs.

Hierher?

Jetzt gleich? Ja, ähm...

Freu ich mich natürlich.

Okay, bis gleich.

Oh, la, la, Schäffer. Wirds Zeit für n Stündchen?

Das find ich nicht lustig, Chef. - Ja, ja, ich weiß.

Sie sind natürlich treu wie Gold.

Der Stoffmond-Verehrer ist übrigens harmlos. - Aber sehr romantisch.

Aber irgendwas stimmt nicht mit dieser Vogelsippe.

Steffi Berg war mal mit einem von den Typen zusammen.

Vielleicht sollte ich die Strecke ablaufen, die sie gejoggt ist.

Vielleicht gibts da ne Spur.

Aber das ist gefährlich. - Nur, wenn man allein geht. - Oh.

Ich hab nen Zahnarzttermin.

Bis morgen.

Und passen Sie schön auf. - Mach ich.

Danke.

Und Sie, Schäffer?

Ja, ich, ähm...

Ich wollt noch ein paar Sachen vom Tisch kriegen.

Gut, geh ich halt allein.

Viel Spaß. - Danke.

Ist irgendwas? - Wollten Sie nicht joggen jetzt?

Ist schon aufregend, die Jugendliebe nach so langer Zeit wiederzusehen?

Ich... hab damit kein Problem.

Ich war vor nem Jahr mal bei nem Abi-Treffen.

Da stand auch plötzlich einer vor mir.

Sven Möhring. In den war ich wahnsinnig verknallt.

Da war ich 15 oder 16.

Och, und wie der aussah, Schäffer...

Der junge Mick Jagger ist ein Scheißdreck dagegen.

Aber heute natürlich, klar: Plauze, Pläät, Carport.

Ja, man wird nicht jünger.

Hallo Bär, Tag Frau Haas.

Was machst du denn hier? - Ich wollt dich abholen.

Ich hab im Möbelzentrum in Prüm eine süße rote Couch gesehen,

die wollt ich dir zeigen.

Da freut sich jemand wie ein Schnitzel. - Bestimmt, Frau Haas.

Hallo.

Was will die denn hier?

Sie waren das mit dem Stalker, ne?

Vielen Dank, dass Sie noch mal kommen konnten.

Dahinten, nehmen Sie Platz, ich nehm das Protokoll auf.

Frau Schäffer, wollten Sie nicht mit Ihrem Mann ins Möbelhaus?

Schäffer, Sie haben frei. - Och, danke. - Gerne.

Kommst du? - Ja.

* Musik *

Hier. Ich habe Ihnen eine Fitnessdrink gewichst.

Gemixt? - Ja. Mit Rote Bete und Meerrettich.

Danke. Damit werde ich bestimmt 1/2 h länger laufen können.

Mindestens.

Sagen Sie, meinem Vater gehts immer noch sehr schlecht, oder?

(lacht) Keine Angst, der ist zäher, als Sie glauben.

Ich hoffe.

* Klopfen *

Guten Tag? - Guten Tag.

Was machen Sie denn hier?

Ähm, ich wollte fragen, ob Sie heute Abend Lust auf ein Glas Wein haben.

Was?

Mir ist noch was zu Steffi eingefallen.

Wirklich.

* Musik *

Herr Kaunen?

Hallo. - Hallo.

Was dagegen, wenn wir ein Stück zusammen laufen? - Kein Thema.

Ist irgendwas? - Im Gegenteil, cooler Laufstil,

gute Körperkoordination. - Vielen Dank für die Blumen.

Die Steffi, was hatte die für nen Laufstil? - Auch cool.

Sie sind bestimmt oft zusammen gelaufen.

Sie waren ein Paar? - 2 Jahre, ja.

Warum haben Sie sich getrennt? - Lief nicht mehr so.

Wann war denn das? - Vor 6 Monaten.

Und danach? - Waren wir sofort gute Freunde.

Echt? Das hat bei mir noch nie geklappt. - Tja, bei uns schon.

Sind Sie gestern auch hier langgelaufen? - Nein.

Was haben Sie gestern Abend gemacht? - Fernsehen geguckt.

Wo? - Im Ersten.

Im Hotel, nen Tierfilm.

(singt) ♪ Close your eyes, gimme your hand, darling.

Do you feel my heart beating? Do you understand?

Do you feel the same? ♪ - Hier, Bär, dein Ohnmachtshappen.

* Musik * ♪ Am I only dreaming?

Is this burning an eternal flame? ♪

Was soll das denn? Das alte Zeug hörst du doch sonst nicht.

Weißt du schon, wo du das Sofa hinstellen willst?

Ich weiß, ins kleine Zimmer, aber... an welche Wand?

Bär?

Mh. - Bitte versprich mir eins.

Was denn?

Triff dich nicht mehr mit der Katja.

♪ Is this burning an eternal flame? ♪

* Handyklingeln *

♪ Say my name, sun shines through the rain.

The whole life so lonely, now come and ease the pain. ♪

* Handyklingeln *

Ja, Schäffer?

Ja, der ist da.

Ja, Schäffer. - Schäffer? - Chef, was gibts?

Ich hab den Ex der Toten beim Joggen getroffen.

Und? - Ziemlich entspannt.

Für meinen Begriff n bisschen zu entspannt.

Der hat gesagt, dass er den ganzen Abend auf seinem Zimmer war

und nen Tierfilm geguckt hat, im Ersten.

Sie hängen doch auch immer mit Ihrer Frau vor der Glotze ab

und gucken so Zeug.

Können Sie mir was sagen dazu? - Den haben wir auch gesehen.

Das ging um die Tierwelt auf den Galapagosinseln.

Na ja, gut, immerhin. Trotzdem kein richtiges Alibi.

Schäffer, Ihre Ex fand ich erstaunlich sympathisch.

Hätte ich Ihnen nicht zugetraut, muss ich ehrlich sagen.

Was die mir noch alles erzählt hat... - Ja, gut, mach ich.

(lacht) Tschüs.

Das... (hustet) ...war die Frau Haas.

Das weiß ich doch. - Wieso?

Ich hab doch zuerst mit ihr telefoniert.

Ist das eine herrliche Luft. Ich könnte Bäume ausreißen.

Gut, ich suche Ihnen einen Baum aus. Wie wäre es mit diesem...

(flüstert) Da ist jemand.

Was macht denn der da? - Der buddelt.

Jetzt geht er weg. - Der hinkt ja.

Prost. - Zum Wohl.

Ist irgendwas?

Sie haben so etwas von einem zarten Eisvogelweibchen.

* Musik *

Was wollten Sie mir denn noch über Steffi Berg erzählen?

Wie Sie aussehen...

...interessieren Sie sich für Vögel.

"Es bebet das Gesträuche,

gestreift hat es im Fluge ein Vögelein.

In gleicher Art erbebet die Seele mir.

Erschüttert von Liebe, Lust und Leide

gedenkt sie dein."

Das lag unter der Haustür. - Das ist ja furchtbar.

Weißt du, was das heißen soll?

D.h. dass ich ins Beuteschema von Ornithologie-Studenten passe.

(lacht) Ist ja toll.

Ein jugendlicher Vogelkundler als Liebhaber.

Warum hast du den nicht gleich mit nach Hause gebracht?

Ich wollt nicht vorher noch in sein Poesiealbum schreiben.

Danuta und ich haben übrigens eigenartige Dinge beobachtet.

Das tue ich jeden Tag. Ich sitze mit Dietmar Schäffer auf der Wache.

Wir haben gesehen, wie ein Mann was vergraben hat im Wäldchen.

Aber als wir näherkamen, ist er eilends davongehinkt.

Wie nach ner Meniskusoperation? - Ja, könnte sein.

Hat der ne Fliege getragen?

Glaube, ja.

Sie lassen mich das machen. - Okay. - Sie bleiben ruhig.

Herr Professor.

Grüß Sie.

Dürfen wir kurz? - Guten Tag. Ja gern.

Gibts irgendwelche Neuigkeiten. - Ja. - Leider.

Steffi Bergs Tod war kein Unfall. Sie wurde erschlagen.

Oh Gott.

Ist sie etwa auch...? - Nein, nein. Keine Sorge.

Aber, ähm...

Wir haben gedacht, vielleicht ist Ihnen noch was aufgefallen.

Wissen Sie, vielleicht kommt der Mörder aus Ihrer Gruppe.

Unmöglich, nein.

Andererseits, Frau Baumann ist gestern Abend abgereist,

für meinen Geschmack ein bisschen plötzlich.

Danke für den Hinweis, aber das haben wir bereits überprüft.

Aber vielleicht... * Handyklingeln * Frau Schmied. - Tschuldigung.

Polizei Hengasch, Bärbel Schmied.

Bitte?

Sie haben was beobachtet?

Ein verdächtiger Mann hat gestern Abend was verbuddelt? - Was?

Klar, wir kümmern uns drum. Danke.

Das ist ja interessant. Aber da kümmern wir uns später drum.

Wir gehen erst der Spur im Ort nach.

Entschuldigen Sie. Wo waren wir stehen geblieben?

Äh, ist Ihnen noch was aufgefallen? - Aufgefallen? Ähm, nichts.

Ich müsste dann auch mal... weg.

Ja, na klar.

Wir wollten auch nur kurz... Ne, Frau Schmied? - Ja.

Danke. - Tschüs.

Ober? Zahlen!

Schäffer? - Hier.

Schnell.

Und? Wie war ich? - Sensationell natürlich.

In spätestens 10 min buddelt der hier irgendwo was aus.

Es war gestern bestimmt gar nicht der Professor.

Natürlich nicht.

Hinkende Männer mit Fliege gibts hier ja an jeder Ecke. - Pst!

* Vogelgezwitscher * Hört ihr das?

Nein, ich hör nichts. - Da singt das Blaukehlchen.

Nee, das ist ein Buchfink, Dietmar. - Quatsch, Buchfink geht so.

Schäffer! Wenn Sie nicht sofort aufhören,

gibts zur Strafe 5 Monate keine Verkehrskontrolle.

Achtung, er kommt.

Chef, ist jetzt Zugriff?

Er hat doch noch gar nichts ausgegraben.

Zugriff!

Na, na, na, was machen wir denn hier?

Sondermüll im Naturschutzgebiet vergraben?

Das find ich auch nicht gut, Herr Professor. - Ähm...

Da besteht, glaub ich, Erklärungsbedarf.

So, wir befinden uns hier im Büro

des berühmten Professor Thilo Franzen.

In seinem Vogelkostüm.

Wussten Sie, dass ich in meinem letzten Urlaub

auf einer Papageienfarm war?

Da sind die Tiere mir doch schon sehr ans Herz gewachsen.

Ist ein bisschen warm, ein wenig.

Wirklich ein sehr schöner Kuss.

Langsam verstehe ich, warum Sie die Kamera vergraben wollten.

Sie verstehen überhaupt nichts.

Nein? Dann erklären Sie es mir doch.

Die Kamera gehörte Steffi.

Sie war vor ein paar Tagen bei mir im Büro, wegen einer Hausarbeit.

Irgendwie hat sie dann dieses Vogelkostüm

neben meinem Schrank entdeckt.

Wie kam es denn dahin? - Das hab ich letzten Karneval getragen.

Wollts auch grad entsorgen.

Jedenfalls, sie fands lustig. Und... es war früher Abend.

Ich hatte noch ein bisschen Sekt im Schrank.

Plötzlich wurde es dann...

...richtig lustig?

Bitte denken Sie nichts Falsches. Mehr ist wirklich nicht passiert.

Ich bin verheiratet. Ich tu so was nicht.

Warum wollten Sie die Kamera dann vergraben?

Wollte Steffi Sie erpressen mit dem Film? - Um Gottes willen, nein.

Trotzdem dachte ich...

...wenn sie es doch tut.

Schließlich ist das Material ja doch etwas unseriös.

Jedenfalls bin ich vorgestern Abend zu ihr ins Zimmer,

hab die Kamera rausgeholt und gestern Abend vergraben.

Genau wie das Handy. Da hatte sie auch ein paar Bilder mit gemacht.

Warum haben Sie die Fotos und den Film nicht einfach gelöscht?

Das wollte ich ja.

Ich wusste aber nicht, wie es geht.

Sie sind in jedem Falle unser Hauptverdächtiger, Prof. Frenzen.

Franzen. - Was? - Franzen. - Trotzdem.

Ich muss Sie bitten, Hengasch bis auf Weiteres nicht zu verlassen.

Gerne.

120 zu 80. Ich bin sehr zufrieden.

Na ja, ist aber komisch.

Ich fühl mich überhaupt nicht fit. - Och, Papa.

Sophie.

Passiv rauchen ist der Tod für mich.

Wäre sehr nett, wenn du in Zukunft nur noch draußen rauchst.

Kein Kaffee, keine Zigaretten?

Soll das hier ne Kurklinik werden?

(seufzt)

Na, James Bond?

Morgen Katja.

Du wolltest mich sprechen?

Ja.

Kurz.

Es ist besser, wenn wir uns... - Heike hat gemeckert?

Nee, wie kommst den darauf? - Lass mal.

Ja, ist eifersüchtig. - Schon gut.

Soll schön werden heute.

Perfektes Hochsitzwetter.

* Musik *

Guten Morgen.

Ich wollte fragen, ob wir noch mal ein Glas Wein zusammen trinken.

Ist nicht Ihr Ernst?

Ich hab mich in Sie verliebt. - Was?

Soll ich Sie nach Dienstschluss abholen? - Natürlich nicht.

Aber mein Gedicht hat Ihnen doch so gut gefallen.

Das hab ich doch nur so gesagt.

Ich wollte freundlich sein. - Weil ich Ihnen nicht egal bin.

Pass mal auf.

Ich bin kein Eisvogelweibchen oder... - Ich weiß.

Sie sind viel schöner. Und Sie sind ganz anders als Steffi.

Hör mal zu. Ich bin gar nicht... deine Kragenweite.

Ich fand schon immer Frauen toll, die älter sind als ich.

Ich wohn noch bei meinem Vater.

Ich wohn auch noch bei meinen Eltern.

Sag mal ehrlich:

Hast du jemals in deinem Leben eine Freundin gehabt?

Nur in Gedanken. - Siehst du.

Wenn du dich weiter in Frauen wie mich und Steffi verliebst,

wird das auch so bleiben.

Dann verpasst du das wirkliche Leben.

Sprich doch an der Uni einfach mal ein ganz normales Mädchen an.

Keine Prinzessin, der du dann Gedichte schreibst.

An dem Abend, als Steffi ermordet wurde,

kam ich doch so um 11 nach Hause.

Da hat der Professor an der Tür geklopft und Steffis Namen gerufen.

Echt? - Ist mir heute Morgen wieder eingefallen.

Danke. - Bitte.

Der Professor war es nicht. Der ist viel zu gutmütig.

Ich glaub, die Haas sieht das anders. - Morgen.

Der Professor wars wahrscheinlich nicht. - Haben wir nie geglaubt.

Warum sind Sie plötzlich so sicher?

Angeblich soll er an dem Abend, an dem Steffi ermordet wurde,

noch mal an ihre Tür geklopft haben, um 11 Uhr abends.

Ha, funktioniert. - Da war die längst tot.

Sehr gut, Schäffer.

Die letzten Tage vor ihrem Tod

hat sie noch ziemlich viele SMSen von Thomas Kaunen bekommen.

Von dem Ex-Vogelfreund? - Von wegen Ex.

Der wollte anscheinend unbedingt wieder mit ihr zusammen sein.

Hört mal.

"Hey Süße. Ich bin der Mann, den du brauchst.

Gibs zu, du hast nen anderen.

Ich dreh langsam durch." - Oho.

An dem Tag, an dem sie ermordet wurde, nachmittags,

hat er geschrieben: "Ich warne dich. Wenn du mit wem anders vögelst...

Du weißt, wozu ich fähig bin."

Ich würde sagen, wir haben nen neuen Hauptverdächtigen.

Der hat wirklich ein Motiv. Und kein richtiges Alibi.

Und er hat uns angelogen, von wegen gute Freunde.

Aber wir können ihm nichts beweisen.

Damit kriegen wir ihn.

Was? - Mit seinem Alibi, dem Tierfilm.

Ja? - Ich hab den Tierfilm ja auch gesehen.

Ja, ich red mit ihm über den Film.

Wenn sich rausstellen sollte, dass er ihn nicht gesehen hat...

Und dann wissen wir, dass er gelogen hat.

Die sind hier drüben im Museum.

Ah, wie gehts deiner Mutter? - Besser. - Sehr gut.

Dort bitte. - Danke. - Danke.

Morgen. - Morgen Bärbel.

Morgen.

Werde ich jetzt verhaftet? - Nein.

Sogar die Frau Haas hält Sie für unschuldig.

Wir würden gern den Thomas noch mal sprechen, Thomas Kaunen.

Der ist durch die Tür. - Danke.

Morgen.

Morgen.

Was liegt an? - Ich hab nur ne kurze Frage, geht ganz schnell.

Hat Ihre Ex-Freundin in letzter Zeit einen Verehrer erwähnt,

jemanden, den sie gut fand? - Nee.

D.h. sie war solo? - Ja.

Warum fragen Sie das?

Reine Formsache. Das hat mit Ihnen gar nichts zu tun.

Wir wissen ja, dass Sie in Ihrem Zimmer waren

und den Tierfilm im Ersten geguckt haben. - Eben.

Find ich prima, mit der Vogelkunde. - Ornithologie.

Genau. Deswegen haben Sie den Film wahrscheinlich gesehen,

wegen der Darwinfinken auf den Galapagosinseln. - Ach so, ja klar.

Die gibts nur da. War echt gut gemacht.

Fand ich auch, interessant.

Der hat den Film gar nicht gesehen.

Ich hab ihm was über Darwinfinken erzählt, dabei gings nur um Leguane.

Nicht schlecht, Schäffer. Immerhin.

Was machen wir jetzt?

Ich weiß es nicht.

Wie gesagt, das allein reicht ja noch nicht. Musst dir was überlegen.

* Vogelgezwitscher *

Bärbel.

Hast du das gesehen? - Ja.

Schäffer? Was ist denn los?

Ist irgendwas passiert?

Schäffer, was ist denn los?

Ey! Hallo?

Schäffer!

* Musik *

* Hupen *

Die sind ja wirklich blau. - Herzlichen Glückwunsch, Bärbel.

Dein 1. Blaukehlchen. - Danke.

Nicht anfassen. - Stimmt.

Dietmar, was wird das hier?

Brutsicherung.

Dauert das noch lang?

Das weiß man nie.

Laut Aussage von Dagmar Baumann

ist Steffi Berg um 20 Uhr losgejoggt.

Also muss Thomas Kaunen ihr gefolgt sein.

Oder er ist ein bisschen später dazugekommen.

Vielleicht hat ihn jemand gesehen, ein Zeuge. - Nee.

So kommen wir jetzt nicht mehr weiter.

Dieser Thomas war sich ganz sicher, dass ihn niemand gesehen hat,

sonst hätte der mir nicht so ins Gesicht gelogen.

"Du weißt, wozu ich fähig bin."

Klingt wie von nem Psychopathen. - Ja.

Wenn wir vielleicht... es schaffen könnten,

ihn so zu provozieren, dass er richtig ausrastet...

Ich muss nachdenken.

Das kann ich nicht mit leerem Magen.

Kommen Sie mit? - Gern.

Mahlzeit. - Mahlzeit.

Mahlzeit.

* Blasmusik *

Ist schön, oder?

Total.

Mandelkekse.

Sind selbst gebacken. Von Heike.

Warum bist du denn doch noch gekommen?

Ich wollte mal sehen, ob man unsere Initialen wirklich noch lesen kann.

Sag mal, Heike und du... - Mhm.

Seid ihr noch glücklich?

Du stellst ja Fragen. - Seid ihr?

Ja. - Ja? - Mhm.

Und du?

Na ja.

Berlin.

Obwohl, Hengasch...

Lässt einen nicht los, oder? - Nee, lässt einen nicht los.

Ich hätte gar nicht kommen dürfen.

Machs gut. - Du auch.

Hallo Heike. - Hallo Bettina.

Na?

Na?

Gehts gut?

Ja.

Echt?

Aber... du weißt schon, wo Dietmar gerade ist?

Bei uns zu Hause gibts nur noch gesund.

Kein Fleisch mehr, kein Kaffee, nicht mal Zigaretten.

Oh je. - Mhm.

Ganz schön ungewöhnlich, was Sie vorhaben, Frau Haas.

Ja. Stimmt.

Wenn da der Dietmar mal mitmacht.

* Musik *

Machs gut.

* Musik *

Nee, Chef, das mach ich nicht.

Ich hab Sie vor Ihrer Frau gerettet.

Das ist nicht gerecht.

Und ich kann sie jederzeit anrufen.

Das ist doch gerecht.

(schluchzt) Der kann was erleben, das sag ich dir. - Männer.

Mit der Katja. Dabei hat er es mir doch versprochen.

Meine Mutter hat von Anfang an gesagt, die Schäffers taugen nichts.

Auf die hätte ich mal hören sollen. - Mütter haben oft das beste Gefühl.

* Musik *

So, komm.

...des berühmten Professor Thilo Franzen.

In seinem Vogelkostüm. * Tür wird geöffnet *

Wussten Sie, dass ich in meinem letzten Urlaub

auf einer Papageienfarm war?

Ist ein bisschen warm, ein wenig.

Wirklich ein sehr schöner Kuss.

Das geht auch noch besser.

Och, hallo. Tschuldigung. Ich hab Sie gar nicht reinkommen hören.

Schön, dass Sie da sind.

Hier haben wir das Protokoll.

Wir brauchen nur da die kleine Unterschrift.

Was machen die beiden da? - Ach.

Der Professor hatte ein sexuelles Verhältnis mit ihr.

Na ja, aber bitte verraten Sie nicht dem Professor,

dass wir davon wissen.

Wir ermitteln grad gegen ihn.

Einfach hier rechts unten die Unterschrift, und das wars.

Danke schön.

Das wars schon. Vielen Dank.

Auf Wiedersehen.

Danke sehr.

Ist das jetzt nicht gefährlich? Ich mach mir echt Sorgen.

Wir sind ja gleich da.

Du perverse Drecksau hast mir Steffi weggenommen.

Wenn du nicht an ihr rumgefummelt hättest, wär alles nie passiert!

Du bist schuld, dass ich sie umgebracht hab!

Bist du jetzt zufrieden?

Schäffer!

Dietmar...

Chef.

Ein Albtraum. - Ja. Katastrophe.

Tut mir auch leid für Sie.

Aber falls es Sie tröstet,

die Kollegen haben das Blaukehlchen entdeckt. - Nein!

Ja. - Ja.

Wir haben sogar ein Foto vom Nistplatz gemacht.

Nein, fantastisch! - Ja.

Wunderbar. Das ist ganz wichtig für die Habitat-Modellierung

gerade dieses Vogels.

Muschi. Hat schon angefangen.

Krokodile. Die magst du doch so. Kommst du?

Zum Zähneputzen gehst du bitte ins kleine Bad. Vielen Dank.

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