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Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
Sophie Haas
Dietmar Schäffer
Bärbel Schmied
* Musik*
Mensch, Muschi, wo bleibst du denn?
Jetzt komm ich zu spät.
Oh nee, was ist das denn alles?
Ich hatte Lust einzukaufen.
Wir haben gesagt, den Dienstwagen nur in Ausnahmefällen. - Ja, ja.
Jetzt, wo du nicht mehr bei Dr. Haas putzen gehst,
müssen wir aufs Geld aufpassen.
Eh ich bei dem putzen gehe,
lass ich mir lieber ne Wurzel- behandlung machen ohne Betäubung.
Die soll mal kommen und was von mir wollen.
Frau Schäffer, Sie müssen mir unbedingt helfen.
Mein Vater hatte n Herzinfarkt, ich bin ja so verzweifelt.
Muschi!
Oh Gott, was war das denn? - Terroristen.
Terroristen? - Ja. - Oh mein Gott.
Terror in Hengasch.
Do widzenia.
Danuta.
Do widzenia.
Danuta.
Do...
* Musik *
Hallo?
Do widzenia. - Was ist los?
Doc wizienje.
Danuta Kos... Kos...liki.
Ich bin Danuta.
Oh, Sie?
Äh, Sie sind Krankenschwester und Haushaltshilfe?
Sind die für mich? - Äh, ja. - Wie nett, danke.
* Handyklingeln * Och Gott, Entschuldigung.
Das ist der Andreas, da geh ich nicht ran.
Wollen wir los? - Odjazd.
Los gehts.
Ja, wir kümmern uns drum. * Telefonklingeln *
Tschüs. * Telefonklingeln *
Mann, Mann.
Polizei Hengasch, Bärbel Schmied.
Was? Bei Ihnen auch?
Mann, Mann.
Äh, ja, wir kümmern uns drum.
Tschüs.
Ich habs schon immer gesagt, aber auf mich hört keiner.
Und jetzt ist es so weit. - Was ist denn heute los?
Terror, Bärbel. - Hier in Hengasch?
Ich habs schon immer gesagt. Aber auf mich hört ja keiner.
Sagen Sie nichts, Chef, Terroristen.
Weißt du, was das heißt, Dietmar? - Terroristen? Hallo?
Hier. - Was ist das? - Meine ganze Familie.
Wildschwein-Familie.
Mit Frischlingen.
Alle in die Luft geflogen.
Und bei uns die Katze vorm Eingang. - Echt?
Heike hat schon bei Ellen angerufen und bei der auch.
Hier fliegt überall alles in die Luft.
Das kann doch ein Dummer-Jungs-Streich gewesen sein.
Nee, nee, nee, Bärbel.
Die hatten halt noch Knaller von Silvester übrig.
Das waren Islamisten.
Mohammedaner, hat Heike auch gesagt. - Also...
Die Türken... von der Dönerbude.
(beide) Mann, Mann, Mann.
Ja, ich glaub, Sie werden sich hier schnell zurechtfinden.
Äh, das ist ja, wir haben z.B. auch Gefrierbeutel...
Ach, die brauch ich nicht.
Ich glaube, frische Sachen sind besser für Ihren Vater.
Find ich auch. - Moment, Moment.
Wenn es nach meiner Tochter ginge, würden wir von Tiefkühlpizza leben.
Gestern hab ich Salat gemacht.
Aus holländischen Gurken. - Ah, da weht der Hase.
Also ich koche gern und gesund. - Toll.
Ja, dann lass ich euch beide jetzt allein. - Ja.
Ich schlage vor, wir messen erst mal Ihren Blutdruck.
Na dann, bis heute Abend. - Tschüs.
Gut, dann wollen wir.
Tag Frau Ziegler. Tag.
(sie schreit)
(alle reden durcheinander)
Schäffer, was ist denn hier los?
Terroristen, Frau Haas, Terroristen.
Die Türken von der Dönerbude, die da am...
- ...Ortseingang.
Die haben hier alles zur Explosion gebracht.
(Mann) Meine Katze auch. - Was?
Chef, ohne Witz. Heike und mich hats vorhin beinah erwischt.
Ja, mich auch. Schlimm ist das.
Mein Blumenkübel, der ist kaputt. - Meine Wildschein-Familie ist hin.
Gartenzwerge bei den Stieblings
und bei den Dietrichs ne große Keramikschale.
Haben sie in die Luft gesprengt.
Und bei den Krügers, die ganzen Gänse... (alle) ...explodiert!
Jetzt noch mal von vorne:
Was ist hier wem, wo, wie... explodiert?
Denk dran, Abendessen, 19 Uhr mit den Försters in Bad Neuenahr.
Ich hab heute 4 Nasen und ein Kinn, das kann dauern.
Das Zunähen kannst du doch deinen Assistenzärzten überlassen.
Ja, ja. Sag dem Gärtner, er soll die Hecke beischneiden.
Sieht ja grauenhaft aus.
Also dann.
Frau Schäffer, ich bitte Sie.
Jemand sprengt diese hässlichen Keramikviecher in die Luft?
Das kann Hengasch nur aufwerten.
So was darf man nicht unterstützen. Auch nicht mit nem Grinsen.
Wir gehen jetzt alle schön nach Hause und beruhigen uns wieder.
Aber sind wir denn da noch sicher?
Frau Haas, Sie sind verantwortlich für die Sicherheit in Hengasch.
Ja, aber Sie sind ja nicht aus Keramik, oder?
Gut, wir werden uns um jedes explodierte Tier kümmern.
Auch um Ihre ganze Wildschwein-Familie.
Herr Zielonka, die Leute von der Dönerbude,
die werden schön in Ruhe gelassen, ist das klar?
Und jetzt?
Na ja, das ist irgendein Dummer-Jungs-Streich.
Gut, Sachbeschädigung ist das trotzdem.
Und wir gehen dem Ganzen irgendwie nach.
Schäffer, was ist denn mit Ihnen?
Das war vorhin wirklich knapp.
Ich hatte richtig Angst.
Dann gehen Sie mal rein und nehmen ordentlich n Schluck Kaffee.
Mit Sahne.
Jetzt guck dir den doch mal an, Hans.
Tut so, als ob er kein Wässerchen trüben könnte. - Typisch.
Hallo. - Hallo?
Sagt der einfach Hallo?
Selber hallo. - Hä?
Jetzt tun Sie doch nicht so scheinheilig.
Wir wissen Bescheid. - Bitte?
Es reicht jetzt.
Wenn das euer 11. September werden soll, habt ihr euch geschnitten.
Also, was jetzt?
Ich will dir gleich sagen, was jetzt. * Knall *
Was soll das denn?
(schreien) Ich werd wahnsinnig. - Sind wir nirgendwo mehr sicher?
Seid ihr verrückt, oder was?
Bei denen also auch. (sie schreit auf)
Danke.
Ist lecker.
Sie haben ja noch nicht mal probiert. 11. September, ne?
Hans, mach doch mal was.
Wir halten alle unsere Augen offen.
Not schweißt zusammen, sag ich immer.
Pass auf, die Gewürze, das bist du doch nicht gewöhnt.
Handschuhe.
Genau da war meine Weinbergschnecke, und jetzt ist alles hin.
Oh, la, la.
Explosionen...
...im Tierreich.
Chef, das kann auch ins Auge gehen.
Das stimmt natürlich, Schäffer.
Mann, Mann, Mann.
Bärbel? - Ja? - Durchsuchung.
Eule. Noch ne Eule.
Scherbe.
Kaputtes Efeu.
Zündschnur.
Wie bei nem Knaller.
Entschuldigung, aber das sieht sehr nach Dumme-Jungs-Streich aus.
Moment mal. Hier, genau wie bei uns.
Hab ich bei uns zwischen den Rabatten gefunden.
Damit wurde die Sprengladung in unserer Katze gezündet.
Oh Mann, oh Mann.
Okay, packen Sie es ein.
Aber wir machen morgen weiter.
Ich glaub, das war wirklich genug Aufregung heute.
Für uns alle. - Uff, ja.
Bei mir gehts ja auch noch weiter.
Danuta ist bestimmt schon über alle Berge.
Tschüs. - Tschüs Frau Haas. - Bis morgen.
* Musik *
Oh Gott, was soll das denn?
* Knall * (sie schreit) (er schreit)
(er schreit)
Guten Abend Frau Haas. - Hallo Sophie.
Du trinkst Wein? Darf er das?
Aus biologischem Anbau und so ein kleines Glas.
Das ist sehr gut für die Herzkranzgefäße.
In Polen sagen wir: (spricht Polnisch)
Der Teufel ist nicht so schwarz, wie man ihn malt. - Genau. - Aha.
Und wie war euer Tag?
Ich bin heilfroh, dass ich ihn überstanden habe.
Sie ist unerbittlich. - Hören Sie nicht auf ihn.
Stell dir vor, sie ist Pianistin. Ist das nicht toll?
Ich habe mal vor vielen Jahren Klavier studiert.
Nur ein paar Semester.
Dann habe ich zu Krankenpflege gewechselt. So ist das Leben.
(spricht Polnisch)
Besser Spatz in Hand als Taube auf Dach.
Dachu heißt Dach. - Tatsächlich. - Dach, ja.
* Handyklingeln * Entschuldigung.
Ist Andreas. - Haas. - Ah.
Oh ja. Ich verstehe.
Ja, ich komme sofort.
Wo? - Ist nicht Andreas. - Nein.
Ja... Gehts irgendwie?
Ja.
Kann ich Sie was fragen?
Was war das für eine Figur, die da explodiert ist?
Ein Häschen.
Mit einer Karotte, glaub ich.
Das war aber nicht von Ihnen, oder? - Natürlich nicht.
Frau Haas, keine weiteren Spuren, nur das hier.
Das muss sofort in die KTU.
Was ist mit Schäffer? - Besetzt. - Aha.
Können Sie sich vorstellen,
wer Ihnen dieses Häschen in den Vorgarten gestellt hat? - Nein.
Also gut. Manchmal machen Gregors Patienten uns Geschenke.
Wir haben den halben Keller voll damit.
Aber nicht solche Keramiktiere.
Bärbel, wir brauchen die Patientenliste von Dr. Zörner.
Ich hab gehört, dass das in letzter Zeit öfter vorgekommen ist.
Zerstörungen in den Vorgärten.
Hätten Sie die Leute nicht warnen müssen,
dass ein Wahnsinniger Sachen in die Luft jagt?
Na ja, bisher wurde ja niemand verletzt.
Und es sah einfach nach Dumme-Jungs-Streich aus.
Bei Ihnen wurde die Figur ja extra dazugestellt.
Das war sonst anders, und bisher war auch kein Sprengstoff im Spiel.
Also, kein richtiger.
Soll ich Sie ins Krankenhaus fahren? - Nein.
Danke, ich bestell mir das Taxi.
* Musik *
(sie schnarcht)
Morgen.
Also die Türken warens mit Sicherheit nicht.
(sie schnarcht)
(lauter) Also die Türken warens mit Sicherheit nicht.
Natürlich warens die Türken nicht.
Nee, hab ich auch nicht... Haben Sie hier geschlafen?
Nein, ich hab die ganze Nacht gearbeitet.
Im Gegensatz zu Ihnen war ich nämlich gestern Abend
noch an einem Tatort.
Wieso haben Sie denn nicht...? - Hab ich.
Ach, Sie ham? - Ja.
Ja, die Heike hat den ganzen Abend telefoniert.
Weil die Türken es eben nicht gewesen sind.
Handy? - Hab ich n neuen Anbieter, das geht irgendwie gar nicht.
Ach, Schäffer.
Was war eigentlich?
Dr. Gregor Zörner, der aus... - Aus Dümpelbach der? - Mhm.
Wollen Sie n Kaffee? - Ja. Der so ähm...
...Schönheitschirurg. - Mhm.
Was ist mit dem?
Gestern Abend
ist eins von den Keramikviechern in seiner Hand explodiert.
Oh Gott, ist er tot? - Nee.
Ham Sie auch was zu essen dabei eigentlich? - Ja, klar.
Tot ist er noch nicht, aber demnächst wahrscheinlich...
...einarmig.
Oh Gott.
Die Bärbel wollte heute als Erstes mal zu denen hin.
Also doch kein Dummer-Jungs-Streich?
Nein, gezielter Anschlag.
Ich hab heute Nacht ne Liste gemacht, von allen, die im Landkreis
in den letzten 5 Jahren mit Sprengstoff zu tun hatten.
Also von denen, die auffällig geworden sind.
Da kenn ich auch einen. Den Uwe aus Lammersfeld.
Den hab ich mal beim Dynamit-Fischen in der Ahr erwischt. - Super.
Sie überprüfen die Liste
und von mir aus auch den Uwe aus Lammersfeld.
Was, alle? - Nee, nur die, die mit Y anfangen.
Ja, alle.
Jetzt, oder was? - Nee, in 2 Wochen.
Die Scherben hab ich in die KTU geschickt.
Mal gucken, was die noch finden.
Schäffer, wo kauft man eigentlich diese Keramikdinger hier?
Bei der Jacqueline.
Jedenfalls führt die so Frösche und Katzen.
Die Heike liebt den Laden.
Wie heißt der Laden? Jacquelines Scheußlichkeiten?
Nee, Jacquelines Schatztruhe. - Ah. Und wo ist der?
Gleich rechts von der Runkelbach. Da, ähm...
Wo das Kopfsteinpflaster anfängt? - Aufhört. - Ah. Ja.
Wenn ich zurück bin, präsentieren Sie mir die ersten Ergebnisse.
Mann, Mann, Mann. Hier ist vielleicht wieder... Ja.
Gerne.
Na ja.
Ihnen fällt wirklich niemand ein,
der Ihnen Böses gewollt haben könnte? - Nein.
Sie haben auch keine Ahnung, warum man Ihnen ausgerechnet
einen mit Sprengstoff präparierten Hasen in den Vorgarten gestellt hat?
Wie gesagt, das war sicher einer von Gregors Patienten,
der sich bedanken wollte. - Mit Sprengstoff?
Nein, das muss später passiert sein.
Also, dass jemand die Figur... präpariert hat.
Sie haben doch selbst gesagt,
dass das in letzter Zeit öfter vorgekommen ist. - Ja.
Ich hab höllische Schmerzen.
Wann kommt dieser verdammte Dr. Holst?
Wir erwarten ihn jede Sekunde.
Aber ich kann Ihnen nicht mehr Schmerzmittel geben.
Natürlich können Sie, Sie Idiot. Wofür zahl ich Sie eigentlich?
Ich glaube nicht... - Wenn Sie mir nicht auf der Stelle...
Sie können das gern mit Herrn Dr. Holst besprechen.
Ich halte das für unverantwortlich. - Stümper.
* Musik *
Machs gut, Edeltraut. - Tschüs.
Hallo. - Sind Sie Frau Schildknecht?
Ich bin die Jacqueline.
Hat Ihnen draußen was gefallen? - Äh... Ich bin keine Kundin.
Noch nicht.
Polizei Hengasch, Sophie Haas. - Oh, ich dachte...
Nee, ich bräuchte nur n paar Auskünfte von Ihnen. - Ja?
Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, ist es vermehrt
zu Sachbeschädigung gekommen, im Vorgartenbereich. - Ja.
Natürlich, furchtbar.
Letzte Nacht wäre um ein Haar jemand ums Leben gekommen
bei so ner Explosion. - Was? Wer?
Ein Arzt. - Ein Arzt?
Ja, aus der Umgebung. - Um Gottes willen.
Wissen Sie vielleicht, wer bei Ihnen so ein Häschen gekauft hat?
Äh... Die kaufen ne Menge Leute.
Die laufen wie Bolle. - Echt?
Wieso denn?
Weil möglicherweise genau so eins gestern Nacht detoniert ist.
Aha.
Moment! Die Patientenaufstellung bräuchte ich noch, bitte.
Ja klar. Kommen Sie mit. Schwester Gabi kann Sie Ihnen ausdrucken.
Ist kein einfacher Patient, oder?
Ärzte sind alle so, wenn sie selbst krank sind.
Ah ja?
Und sein Arm, wird der wieder heil?
Nein, ich fürchte, eher nicht.
Aber er geht sowieso bald in Ruhestand.
Gott sei Dank.
Äh, na ja, der hat n ziemlich ruppigen Ton am Leib.
Ja, nur zu uns Kollegen. Zu den Patienten ist er reizend.
Und seine Ehe, läuft die gut?
Äh... Also, ich... glaube schon.
Aber am besten, Sie fragen seine Frau, oder?
Natürlich.
Brauchen Sie mich noch?
Äh, ja, die Patientenaufstellung. - Ach so, natürlich.
Hab ich ganz vergessen.
Kommen Sie einfach mit. - Gerne.
* Musik *
Auf Ihrer Liste war niemand, dem ich das zutrauen würde.
Ihre profunde Menschenkenntnis in allen Ehren, Schäffer.
Aber das reicht mir nicht.
Außerdem hatten die alle ein Alibi.
Alle oder nur die, die mit Y anfangen? - Hallo.
Ich konnte natürlich noch nicht alle überprüfen.
Natürlich nicht. - Aber...
Für mich klang das alles sehr glaubwürdig.
Und bei einigen wurde es direkt von Dritten bestätigt.
Der Dr. Zörner scheint beruflich keine Feinde zu haben.
Ich hab mit einem wirklich sehr netten Arzt gesprochen.
Und mit n paar Schwestern.
Also, die Patienten vergöttern ihn geradezu.
Gut, zum Kollegium ist er eher ruppig, aber...
Das ist bei Chefs ja häufiger mal so.
Der Zörner, dem wurde das Ding direkt in den Garten gestellt.
Alle anderen Tiere haben den Leuten gehört, die da wohnen.
D.h. doch: Zörner ist kein Zufallsopfer.
Hier ist der Bericht von der KTU.
Die Keramiktierchen weisen alle Spuren von Plastiksprengstoff auf,
der mit einer handelsüblichen Lunte gezündet wurde.
Lediglich der echte Sprengsatz, der von Zörner,
das war TNT, das mit einem Bewegungszünder aktiviert wurde.
Was? - Ich hab auch nicht richtig zugehört, sags noch mal, bitte.
Die Keramiktierchen weisen alle Spuren von Plastiksprengstoff auf,
der mit einer handelsüblichen Lunte gezündet wurde.
Lediglich der echte Sprengsatz war TNT,
das mit einem Bewegungszünder aktiviert wurde.
Wir haben es mit 2 Attentätern zu tun.
2 verschiedene Sorten Sprengstoff.
2 Sorten Zünder.
Einmal fliegt n bisschen Keramik in die Luft.
Und einmal wird jemand schwer verletzt.
Einmal Dumme-Jungs-Streich und einmal n richtiger Attentäter.
Ja. Aber wie kommen die dummen Jungs an Plastiksprengstoff ran?
So.
Im Internet.
Plastiksprengstoff zum Selbermachen. - Nee, ne? - Mhm.
Die Zutaten können in jeder Drogerie erworben werden?
Das gibts doch gar nicht.
Nagellackentferner und Blondiercreme.
Und jetzt?
Nagellackentferner und Blondiercreme...
Sollen wir im Umkreis
nach auffällig gewordenen Jugendlichen Ausschau halten?
Hm?
Nee. Bärbel, was wir jetzt brauchen, ist ne Bankauskunft.
Aha.
Nagellackentferner und Blondiercreme,
ich würde mich in Acht nehmen zu Hause.
Nur weil die Jacqueline wasserstoffblond ist
und lackierte Fingernägel hat,
muss sie doch noch lange keinen Sprengstoff selber basteln.
Ich mein, da wär echt was los in der Welt.
Aber das Attentat auf den Dr. Zörner hat die doch bestimmt nicht verübt.
Wenn die das mit den Vorgärten war, scheidet sie ja eh aus.
Aber was hätte sie denn davon?
Die profitiert doch am meisten von dem Vorgarten-Gemetzel.
Gucken Sie doch mal, wie der Laden brummt.
Und dann die Bankauskunft.
Noch so n Monat wie die letzten 12 und die hätte dichtmachen müssen.
Was passiert denn jetzt?
Keine Ahnung.
Bärbel? - Hm? - Anschnallen.
Verfolgungsjagd.
* Musik *
Was macht die denn in der Klinik?
Vielleicht will sie zum Dr. Zörner.
Haben Sie ihr gesagt, dass ein Attentat auf ihn verübt wurde?
Extra nicht.
Guten Tag.
Oh. - Was? - In dem Zimmer liegt der Zörner.
Was? - Ja.
Und das ist der nette Arzt, von dem ich Ihnen erzählt hab.
Aha.
Hallo. - Hallo.
Hallo?
Sophie Haas, Polizei Hengasch. - Hallo, ich bin Dr. Gerlach.
Sind Sie der behandelnde Arzt von Dr. Zörner.
Ja, ich bin der Stationsarzt.
Wie gehts ihm denn? - Schlecht.
Aber er schluckt dermaßen viel Schmerzmittel,
dass er es nicht merkt.
Ist bestimmt besser so.
Und bekommt er viel Besuch?
Außer seiner Frau war niemand da. - Ah, nur seine Frau?
Wenn Sie mich jetzt entschuldigen, ich müsste zu Herrn Dr. Zörner.
Ja, natürlich.
Können Sie nicht anklopfen, Gerlach? - Hallo.
Ähm, das tut mir leid, Entschuldigung.
Nee, ne?
Die haben Händchen gehalten.
Ja.
Die haben uns gesehen. - Ja.
So, einmal warm und lieblich. Bitte schön.
N Abend Lydia.
Na? - Na?
Handy kaputt?
Wie bitte? - Ist dein Handy kaputt?
Was? - Ich hab dir draufgesprochen.
Und gesimst, vorgestern, gestern und heute...
Und von dir kommt kein Sterbenswörtchen.
Hab ich gesehen. Ich hab auch mein Band abgehört.
Ist einfach so, dass ich viel zu tun hatte.
Ah ja, klar, logisch. Du musst ja den Gartenzwerg-Attentäter fassen.
Während ich mich ja nur mit Leichen, Vermissten und Glücksspiel
und Drogendelikten und so rumschlagen muss.
Was ist denn mit dir los? - Nix.
Was willst du eigentlich von mir? - Du meldest dich nicht.
Ich melde mich nicht? - Ja.
(laut) Ich melde mich nicht? Sag mal...
Du schickst mich zu deinem Vater, weil du zu feige bist,
selber mit ihm über Koblenz zu reden.
Und, fragst du mal nach, wies war? Nö. Aber ich melde mich nicht.
Dann schneist du hier rein und machst dich lustig,
weil ich Hengasch mal ernst nehme.
Sophie. - Was?
(schreit) Jetzt komm mal runter. - Ich glaub, es hackt.
Hey. - 13,80. - Zahl ich morgen.
Ja...
* langsamer werdender Herzton *
* durchgehender Ton *
Kammerflimmern. Defibrillator, machen Sie schon!
Frau Haas, warten Sie. Er ist nicht mehr im Zimmer.
Wir haben ihn in unserem Trauerraum aufgebahrt.
Was ist denn passiert?
Ich hab nur die Nachricht bekommen, dass Dr. Zörner tot ist.
Es sieht so aus, als hätte er ne Überdosis Schmerzmittel eingenommen.
Wie kann das denn passieren?
Wir wissen es nicht genau, aber wir gehen davon aus,
dass er eigenmächtig Morphine eingenommen hat.
Sie glauben nicht, dass er an den Folgen der Explosion gestorben ist.
Nein, höchstens mittelbar.
Wieso sind Sie so sicher, dass er selbst was eingenommen hat?
Frau Haas, wir sind nicht nur Ärzte, sondern in 1. Linie auch Menschen.
Und wenn man so extreme Schmerzen hat, dann...
Die Schmerzmittellösung, die sich im Tropf befunden hat,
war korrekt dosiert.
Aber in seiner Schublade
haben wir eine Packung Morphin-Tabletten gefunden.
Wo soll er die hergehabt haben?
Von zu Hause mitgebracht, nehme ich an.
In der Station fehlt nichts.
Wo ist die Packung jetzt? - In meinem Zimmer.
Entschuldigung, ich muss kurz telefonieren.
Sophie Haas. Ja, ich weiß, wie spät es ist.
Ich brauch die Spusi.
Ja, so siehts nun mal aus.
Privatklinik Dümpelbach.
Danke.
Tja, das kann dauern jetzt.
* Musik *
Hat er denn noch weiteren Besuch gehabt?
Wenn, habe ich es nicht mitbekommen.
Sie haben doch mit ihm zusammengearbeitet,
dann erzählen Sie mir was über ihn.
Er war ein sehr guter Chirurg.
Im Umgang nicht immer einfach, aber eine Kapazität auf seinem Gebiet.
V.a. Nasen.
Es muss ihn sehr hart getroffen haben,
nicht mehr operieren zu können.
Keine Feinde? Keine Widersacher? - Nein, nicht, dass ich wüsste.
Darf ich Sie auch etwas fragen?
Ich weiß, es ist völlig unpassend, aber...
Hätten Sie Lust, mit mir heute Abend essen zu gehen? - Ja.
Äh, nein.
Nein, Entschuldigung, aber das ist doch völlig unpassend. - Ja.
Wir haben nicht aufgepasst.
Wir waren da und wir haben nicht aufgepasst.
Ach, Frau Haas,
es ist nicht Ihre Schuld.
Vielleicht wollte er sogar sterben.
Ja, weil er nicht mehr operieren konnte.
Ich weiß noch, unser Doktor aus Wieselbach,
der hat Beruhigungstabletten geschluckt wie andere Hustenbonbons.
Ärzte kommen eben leichter an so Zeug ran.
Und unterschätzen die Wirkung.
Ich häng mich noch mal an die Jacqueline dran.
Was hat die da gestern zu suchen gehabt?
Tschüs.
Frau Haas? - Danuta, was machen Sie denn hier?
(laut) Ich komme grade von Frau Runkelbach. - Pst.
Setzen Sie sich rein.
Oh nein, was macht der denn jetzt hier?
Danuta, ich brauch Ihre Hilfe.
Sie müssen da reingehen und belauschen, was die beiden sprechen.
Wie Spion bei KGB? - Bitte?
Ja. Genau.
* Musik *
Und? - Sie haben sofort aufgehört zu sprechen, als ich reinkam.
Oh Scheiße. - Ich glaube, sie hatten Streit.
Was? - Aber Sie haben sich verabredet.
Heute Abend, 19 Uhr im... - Im?
Oh, bitte, Danuta.
Ich habe nicht so gut verstanden.
Buschkind. - Ich kenn 3 Orte weiter nen Laden, der heißt "Tarzan".
Äh, nein. - Nein.
Buschkind-Höschen, ich glaube.
Das kenn ich nicht.
Aber egal. Wozu gibt es Frau Schäffer?
Ah, schön.
* Handyklingeln * Wer ist das denn wieder?
Wo hab ichs denn?
Ja, Schäffer?
Ach nee, Frau Haas.
Jetzt auf einmal.
Wenn Sie glauben, dass Sie auf mich verzichten können,
nach allem, was ich für Sie und Ihren Vater...
Natürlich bin ich keine Krankenschwester.
Ja. Ja... Sie wissen doch genau, wovon ich rede.
Buschkindhöschen?
Nein, Buschwindröschen.
Das ist der Waldparkplatz im Pappeltal.
Trotzdem, wenn Ihr Vater glaubt, dass...
* Tuten * Hallo?
Buschwindröschen. Hm, hm, hm.
Was hat denn die Jacqueline mit diesem Dr. Gerlach zu tun?
Schäffer, das genau versuche ich doch gerade rauszufinden.
Also: Die Jacqueline und der Zörner,
die haben doch eindeutig Händchen gehalten gestern. - Ja.
Nehmen wir an, die sind ein Paar. Und seine Frau hat davon gewusst.
Dann geht die zu der Jacqueline, kauft so n Häschen,
um der das Attentat in die Schuhe zu schieben.
Oder noch besser: Um die Trittbrettfahrerin zu geben,
damit alle denken, es war dieser "Tierbomber".
Und weil ihr Mann das Ganze wider Erwarten überlebt,
gibt sie ihm im Krankenhaus den Rest.
Mhm, aber das hätte sie doch auch einfacher haben können.
Warum hat sie ihn nicht einfach so vergiftet?
Und wie kommt die an TNT?
Und wo kommt der Dr. Gerlach ins Spiel?
Oder es war doch die Jacqueline selbst.
Ja, weil der Zörner sich nicht hat scheiden lassen.
2 Fliegen mit einer Klappe.
Ihr Geschäft boomt wieder,
und der Geliebte kriegt endlich die Quittung. - Nicht schlecht.
Und warum baut die dann ne andere Bombe als sonst?
Und wie kommt die an TNT?
Und an Morphium?
Und die Jacqueline und der Zörner
waren doch ganz harmonisch gestern, oder nicht?
Ja, gut, dann weiß ichs auch nicht.
Nee, es geht um den Gerlach.
Mit dem ist doch irgendwas.
Den nehm ich mir noch mal vor.
Dienstlich.
Rein dienstlich.
Ich will wissen,
was der zu der Verabredung mit der Jacqueline zu sagen hat.
Schäffer? - Hm?
Sie finden mal raus, was der sonst noch macht.
Und ich? - Sie bleiben hier.
Und Sie helfen dem Schäffer. - Ja, ist auch wichtig.
Nee, find ich nicht.
Kann ich Ihnen helfen?
Gern, wenn Sie mir vielleicht aufschließen?
Ich hab Beweismaterial liegen lassen im Büro von Dr. Gerlach.
Weiß Dr. Gerlach das? - Ja klar.
Ich wollte ihn nicht wegen so ner Kleinigkeit behelligen.
Na gut. - Danke.
Danke schön.
* Musik *
Beweismittel? Sie haben Beweismittel vergessen?
Was denn für Beweismittel? - Erwischt. - Was?
Ich wollt einfach hier auf Sie warten.
Auf mich? - Mhm.
Ach ja? - Mhm.
Ich hab mir das mit dem Essen heute noch mal überlegt. - Ach so.
Bei mir? Um 19 Uhr?
20 Uhr wäre besser. - N bisschen früher.
Ich hab Dienst bis 19:30 Uhr. - Wie schade.
Bis später. - Bis später.
Bärbel, der hat wirklich geglaubt, dass ich mit ihm flirte.
Dann hat der mir dämlich ins Gesicht gelogen.
Echt, die Typen, wenn die n bisschen gut aussehen,
dann denken die gleich, man glaubt ihnen alles.
So, wir gehen zu der Jacqueline und treten der vors Schienbein.
Mal gucken, was dann passiert.
Schäffer, Sie schnappen sich das Richtmikrofon
und fahren damit zum Buschwindröschen.
Ich muss unbedingt wissen, was die da zu verhandeln haben.
Was ist denn?
Das Richtmikrofon hat sich die Heike ausgeliehen.
Wie bitte? Was macht die denn damit?
Die wollte bei den Stiebelings, unsere Nachbarn...
Oh Gott, ich wills gar nicht wissen.
Die Hanne und der Dieter, weißt du? - Dietmar.
Ich fahr zu Hause vorbei.
Hat die jetzt auch lange genug belauscht.
Ich wüsste nicht, was es die Polizei angeht, was ich vorhabe.
Du triffst dich mit dem Dr. Gerlach. Warum? - Das geht dich nichts an.
Sie brauchen überhaupt nicht bockig werden.
Wir wissen, dass Sie diejenige sind, die den Tinnef in die Luft jagt,
um ihren Laden zum Laufen zu bringen.
Weißt du, wie gefährlich Plastiksprengstoff ist?
Ich hab 2 Jahre Chemielaborantin gelernt, ich weiß genau, was ich tu.
Aha, geht doch. - Nee, ich meine...
Sie brauchen sich nicht mehr rausreden.
Hinsetzen, was ist mit Ihnen und diesem Zörner?
Hinsetzen, hab ich gesagt.
Gregor und ich haben uns geliebt. - Hat seine Frau davon gewusst?
Nein. Isabell hatte keine Ahnung.
Gregor hat sich nicht selbst umgebracht.
Der wär auch nicht so dumm gewesen,
versehentlich zu viele Schmerzmittel zu schlucken.
Sie glauben, jemand hat ihm die Tabletten verabreicht?
Dr. Gerlach, oder was?
Gregor hat rausgefunden,
dass Gerlach ne Lernschwester geschwängert hat. - Was?
Die Jüngste von den Seidels. - Nee, ne? - Doch.
Und dann hat er das Kind noch illegal abgetrieben. - Bitte?
Gregor wollte nicht, dass das Krankenhaus n großen Schaden nimmt.
Und wollte die Sache eigentlich diskret regeln.
Er hat Gerlach vorgeschlagen, zu kündigen und wegzuziehen.
Außer mir hat er niemandem davon erzählt.
Warum hat Zörner uns nicht gleich nach dem Attentat davon erzählt?
Warum? Weil er Gerlach für ne Memme hielt.
Weil er sich nicht vorstellen konnte,
dass er ihm gefährlich werden könnte.
Warum wollen Sie sich mit dem Gerlach treffen?
Ich will Gerechtigkeit. Sie werden das dem doch nie beweisen können.
Sie wollen sich gar nicht mit dem treffen.
Sie wollen nur, dass er zu diesem Buschwindröschen kommt,
und dann steht wieder eins von Ihren Tierchen parat.
Nee, kein Tierchen. - Wie, kein Tierchen?
Das ist n richtiges Paket.
Das hats echt in sich.
Oh nee, oh Jacqueline. Echt.
Oh Mann.
* Musik *
* Musik *
(schreit) Nicht anfassen!
(schreit) Dietmar, fass das Ding nicht an!
Dietmar.
Was war das denn jetzt?
Haben Sie mich grade geduzt?
Auf keinen Fall.
Wie gut, dass die Jacqueline
nicht 2 Jahre lang Elektrotechnik gelernt hat.
Sie haben gesagt: Dietmar, fass das Ding nicht an.
Nein, hab ich nicht. - Jawohl.
Doch. - Hab ich nicht. - Ja, sicher.
Sagen Sie mir mal lieber, wie spät es ist.
20 nach 7. - Eben.
Du hast mir das Leben gerettet, Frau Haas.
Wie kann ich Ihnen danken? - Mal sehen.
Sie haben keine Ahnung,
warum Frau Schildknecht einen Anschlag auf Sie verüben wollte?
Ich nehme an, dass sie psychisch gestört ist.
Sie hat was gegen die Ärzteschaft unserer Klinik.
Sie wollte auch Dr. Zörner umbringen. - Wollte Sie?
Sie haben doch gesagt, dass sie die Bombenlegerin ist.
Ähm, wussten Sie eigentlich, dass die Jacqueline und der Dr. Zörner,
dass die seit fast 2 Jahren liiert waren?
Echt?
Ausgerechnet Zörner.
Der hat immer so getan, als hätte er die Moral erfunden.
Sie kannten die Jacqueline gar nicht?
Die hat sie heute zum 1. Mal kontaktiert?
Mag sein, dass ich schon mal bei ihr im Laden war.
Oder sie im Krankenhaus gesehen hab.
Vielleicht sollten wir ihm von Jacquelines Behauptung erzählen.
Da er ja keine Ahnung hat, warum sie ihn umbringen wollte.
Chef, Chef, ich weiß was. - Gleich, Schäffer.
Wegen Ihrer illegalen Abtreibung.
Dr. Zörner hat es Jacqueline erzählt. - Quatsch.
Ist aber wichtig. - Nee.
Keine Ahnung, was Sie von mir wollen.
Sein Schwager arbeitet als Sprengmeister in Liebernich.
Der konnte ihm bestimmt TNT besorgen. - Nee, ne?
Dr. Gerlach, haben Sie uns was zu sagen?
Ja. Ich würde jetzt gerne meinen Anwalt sprechen.
Ich hab die Nummer nicht.
Danke.
Und dann hat er gestanden? - Noch nicht.
Bisher konnten wir ihm auch nur
das Sprengstoffattentat auf Zörner nachweisen.
Den Mord leider noch nicht.
Aber ich glaub, der ist n Weichei.
Der wird schon noch gestehen.
"Hängarschs" Vorgärten sind wieder sicher.
Dass Sie Ihrem Vater so schreckliche Geschichten erzählen müssen,
das ist nicht gut für sein Herz.
Das habe ich gesehen.
So, ich muss mich um Ihren Vater kümmern, Sie machen die Küche.
Hannes, kommen Sie bitte. Blutdruck messen.
Äh, ah, ähm.
Wie war das noch mal?
Nagellackentferner und Blondiercreme.
Und dann, ab dafür.
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