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Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
Sophie Haas
Dietmar Schäffer
Bärbel Schmied
* Musik *
Ja, hallo? Haas.
Ja genau, ich hatte Sie angerufen wegen der Wohnung.
Genau. Wo liegt die denn genau?
Ja, ich kenn mich aus.
Mitten in der Stadt. Kein Garten? Überhaupt kein Problem.
Ich sag immer: Grün gehört nicht auf den Boden, Grün gehört an die Ampel.
Oh nee.
Glaubst du, die Haas denkt manchmal an uns in Köln?
Ich kann ja jeden Stress ab. Aber meinen Kaffee brauch ich jetzt.
Ich glaub, wir vermissen die mehr als die uns.
Also ich werd sie jedenfalls vermissen.
Du gar nicht? - Jetzt hör mal auf.
Die ist doch nicht tot.
Die ist in Köln. - Schon, aber...
Glaubst du, wir sehen uns dann noch oft?
Glaubst du, die Haas macht hier mal Urlaub?
Ja, warum denn nicht?
Kann ich mir vorstellen.
Wandern, schön aufm Moor, zelten...
Na ja...
Hallihallo. - Morgen.
Was ist denn hier los?
Was ist denn euch über die Leber gelaufen?
Ich hab grad gesagt, dass die Haas uns fehlen wird.
Bitte? Seit wann das denn?
Bär...? - Sie hat angefangen.
Bärbel, freust du dich denn nicht?
Für die Frau Haas?
Sie wollte doch immer weg von Hengasch. Jetzt geht sie endlich.
Ist doch schön, also ich freu mich... für die Frau Haas.
Schaut mal, was ich ihr gebacken habe.
Adieu?
Ja.
"Auf Wiedersehen" hat nicht gepasst? - Zu lang.
Und "Tschüs"? - Und tschüs.
Tschüs. - Tschüs.
* Musik *
Papa, du wolltest dich doch melden wegen der Umzugshelfer.
Hast du schon was erreicht?
Ruf mich doch bitte mal zurück.
Frau Schäffer, Sie gehen schon?
Ich hab Ihnen nur Ihren Abschiedskuchen gebracht.
Sie könnens gar nicht erwarten, oder?
Ich dachte, es macht Ihnen ne Freude.
Sie haben wohl nichts dagegen, wenn ich Ihren Mann vorkosten lasse.
Das wird schon passiert sein.
Achten Sie bitte drauf, dass er nicht mehr als 2 Stücke isst, ja?
Natürlich, können Sie sich drauf verlassen. Schönen Tag. - Adieu.
Hast du keine Jacke an?
Willst du dir den Tod holen? - Hier draußen ist es herrlich warm.
Komm her und überzeug dich selber.
Und bring meinen Espresso mit.
Adieu! Ich bin doch nicht tot.
Ganz im Gegenteil, ich bin in Köln.
Sag ich auch die ganze Zeit.
Mh. Ist ja nicht so, als ob wir uns nie wieder sehen würden, ne?
Schäffer?
Bärbel?
Na ja.
Glauben Sie, Sie kommen noch oft nach Hengasch? - Ja.
Klar. Und wenn nicht, dann kommen Sie einfach zu mir nach Köln.
Schäffer? - Hm?
Sie essen heute mindestens 3 Stück Kuchen. Noch bin ich hier der Chef.
Danke.
* Telefonklingeln *
Polizei Hengasch, Bärbel Schmied.
Ja. Tag.
Ja?
Das ist die Tochter.
Kleinen Moment mal bitte.
Frau Haas?
Jemand vom Krankenhaus. Aus Köln.
Es geht um Ihren Vater.
Haben Sie schon mal in so nem Bett gelegen?
Hier springt mir eine Bandscheibe nach der anderen raus.
Das ist Absicht, ne?
Sie schanzen einer orthopädischen Klinik gegen Provision Patienten zu.
Papa.
Wie gehts dir?
Die Gerüchte über mein Ableben erweisen sich als stark übertrieben.
Mark Twain.
Übertrieben würde ich nicht sagen, Sie hatten einen Herzinfarkt.
Und wie schlimm war es?
Überhaupt nicht. Lass dir doch nichts einreden, Sophie.
Ärzte wollen... (unverständlich)
Es hätte schlimmer sein können.
Wir haben ihm einen Stent gesetzt.
Um den Bypass ist er noch mal rumgekommen, einstweilen.
Wie meinen Sie das?
Für Ihren Vater beginnt jetzt ein neues Leben.
Er wird sich umgewöhnen müssen, nicht mehr alles machen können.
Ich kann mir vorstellen, dass ihm das nicht leichtfällt.
Wann kann er nach Hause? - In ein paar Tagen.
Dann muss er mit der Reha anfangen. - Braucht er Pflege?
Was er zuerst braucht, sind Anziehsachen.
Haben Sie seinen Wohnungsschlüssel? - Ja.
Aha.
Ja, das ist ja erfreulich.
Gut, bis später dann.
Er ist wohl außer Lebensgefahr, und er kann auch reden und so.
Gott sei Dank. - Ja.
Aber die Haas klang ziemlich durch den Wind.
Mann, Mann, hoffentlich passiert heute nicht noch was.
Ich bin so müde heute Morgen, ganz komisch.
* Telefonklingeln *
Polizei Hengasch, Bärbel Schm...
Sie müssen sofort kommen.
Bitte beruhigen Sie sich doch erst mal.
Er ist tot.
Wie ist ihr Name? - Engelbracht.
Frau Engelbracht.
Und sind Sie denn ganz sicher, dass er tot ist?
Ja, ganz sicher.
Aha.
Ja, wir kommen sofort.
Nee, ne? - Doch.
Mann!
* Musik *
Ha!
Wer, wie, was, wo?
Stopp! Polizei.
Nein, nein. Kein Einbrecher, will nur Umzug machen.
Ha, ha. Umzug! Mein Vater zieht gar nicht um.
Doch.
Steht da drin.
Das gibts ja nicht.
Ja, seine Unterschrift.
Aber da liegt ein Irrtum vor.
Da steht, dass er nach Hengasch umzieht.
Also, tut mir leid.
Stopp, Kommando zurück, gibt keinen Umzug.
Aber das nicht möglich. Lkw schon unterwegs.
Das nur Rest, wir machen mit kleine Auto.
Kann ich noch mal kommen,
und diesmal sind Sie wirklich Einbrecher?
Äh...
Jetzt komm.
Und?
Wo ist Frau Haas?
Die musste nach Köln, Notfall in der Familie.
Das geht Sie nichts an.
Wenn die Frau Haas nicht da ist, bin ich der Chef. - Was?
Ich leite die Ermittlungen.
Und Sie sind uns auskunftsverbunden, verpflichtet.
Also was war hier l... Äh, was ist passiert?
Okay. Also der Mann ist...
...tot.
Und er hat eine schwere Kopfwunde.
Ich vermute einen Zusammenhang zwischen dem Tod, der Kopfverletzung
und diesem blutverschmierten Gegenstand.
Ich kümmere mich mal um die Zeugin.
Sehr gut. - Danke.
Tag.
Bärbel Schmied. - Engelbracht.
Wir haben telefoniert.
Ich glaube, der Mann ist mit dieser Statue erschlagen worden.
Haben Sie sonst noch was?
Ja, der Täter war ziemlich groß.
Der Schlag kam direkt von oben.
Mit Schmackes.
Sie suchen einen großen, kräftigen Mann.
Sehr gut.
Chef.
Alles in Ordnung? - Ich bin so müde heute, komisch.
Wollen Sie was zum Wachwerden? - Gerne, ja.
Kannten Sie den Toten?
Ja.
Ist aber auch n Scheiß. Danke.
Dietmar? - Hm?
Kommst du mal bitte?
Wie ist der Name des Toten?
Paul Egon Sieben.
Schäffer. Mein Beileid. - Engelbracht.
Chef.
Ich leite die Ermittlungen.
Ich hab dir n paar Sachen mitgebracht.
Waren gar nicht so leicht zu finden.
Bücher hätte ich dir auch gerne mitgebracht.
Die waren allerdings schon verpackt, in Umzugskisten.
Papa! Nach Hengasch.
Ins Forsthaus.
Wirklich? - Das sollte ne Überraschung werden.
Ja, also die ist gelungen.
Ich wollte dir die Kölner Wohnung überlassen.
Du darfst ruhig zugeben, dass du dich gefreut hättest.
Herrgott ja, die Wohnung ist toll.
Aber ich hätte mich auch gefreut, wenn ich was davon gewusst hätte.
Okay, egal. Jetzt müssen wir es halt irgendwie wieder rückgängig machen.
Nichts machen wir rückgängig, das Haus ist bezahlt. - Bezahlt?
(laut) Du hast das Haus gekauft? * Piepton *
Oh Gott, entschuldige. Ich hab nur gefragt.
Du hast das Haus also gekauft.
Freu dich. Das erbst du eher, als du denkst.
Sag doch so was nicht.
Was machen wir jetzt?
Ich zieh nach Hengasch und du in meine Wohnung.
Papa, du hattest einen Herzinfarkt.
Ich lass dich doch jetzt nicht alleine
in dieses zugige Forsthaus ziehen.
Mitten im Wald! Ich muss mich jetzt um dich kümmern.
* Piepton *
Die Statue hat immer hier am Brunnen gestanden.
Paul Egon hat sie sehr gemocht.
Der größte Künstler der Welt ist heute von uns gegangen.
Haben Sie etwa noch nie von Paul Egon Sieben gehört?
Nee, aber das heißt gar nichts, ich bin da nicht so bewandert.
Der war der größte Künstler der Welt.
Zumindest der Eifel.
In den 70er-Jahren.
Der hat in Koblenz ausgestellt, in Mainz.
Na gut.
Sie wollen mich sicherlich was fragen. Fragen Sie.
Ja. Richtig.
Was ist passiert?
Ich hab grad sauber gemacht, seit Tagen.
Frühjahrsputz.
Heut war oben dran.
Paul Egon hat draußen gemalt.
Und gegen 9 wollte ich ihm seinen Morgenkaffee bringen und...
Da hab ich ihn gefunden.
Tot.
Er war der größte Künstler der Welt.
Äh... Haben Sie irgendwas gehört?
Was denn?
Na ja, Stimmen, Schritte?
Nein.
Ich hör nicht mehr so gut.
Das ist schlecht. - Ganz schlecht.
Das tut mir leid.
(beide) Mhm.
Aber ich weiß, wer der Mörder ist.
Das ist gut. - Sehr gut.
Hallo. Ja, Haas am Apparat.
Wir hatten heute Morgen telefoniert wegen dem Besichtigungstermin
wegen der Wohnung mitten in Köln.
Ja, den muss ich leider absagen.
Ja. Mir tuts auch wirklich leid.
Das können Sie mir glauben. Trotzdem danke.
Tschüs.
(schreit) Scheiße!
Andreas.
Mensch, Sophie.
Guten Abend. - N Abend.
N trockenen Rotwein hätte ich gerne. Was haben Sie denn da?
Rot keinen.
Aha.
Lieblichen weißen?
Äh... Och...
Puh, das ist aber...
Okay.
Aber kalt ist er nicht.
Bitte schön.
Vielen Dank, dass du Zeit hast.
Ich wollte wenigstens noch
einen halbwegs zurechnungsfähigen Menschen sprechen.
Wieso zurechnungsfähig?
Der Herzinfarkt.
Das war nicht die einzige Überraschung,
die mein Vater heute für mich hatte.
Der hat das Forsthaus gekauft.
Der zieht nach Hengasch!
Du machst n Witz. - Nein.
Während wir hier sitzen, räumt Heike Schäffer
mit polnischen Möbelpackern da die Bude voll.
Ich trau mich nicht dahin.
Wahrscheinlich liegt Schäffer schon auf meinem Sofa.
Also der kommt nach dem Krankenhaus hierher,
und du fängst am Montag deine neue Stelle in Köln an?
Blöd gelaufen, oder? - Mehr als blöd.
Ich lass mich beurlauben.
Aber das wolltest du doch immer,
Großstadt und Leichen, Vermisste, Glücksspiel, Drogendelikte... - Ja.
Aber stell dir mal vor, ich bin in Köln, er ist allein in Hengasch,
ihm passiert was...
Die Schuldgefühle kann ich mir gar nicht wegshoppen.
D.h. du bleibst in Hengasch?
Du bleibst wirklich in Hengasch.
Ja.
Lydia, machste mir mal n Bier? - N Abend Herr Zielonka.
Hallo Papa.
Und freuste dich schon auf deine Stelle, am Montag?
Bärbel und Dietmar freuen sich schon kolossal. - Ganz sicher.
Gehts Ihrem Vater besser? - Ist grad noch mal gut gegangen.
Stell dir vor, Papa, Sophie bleibt in Hengasch. - Was?
Aber das ist doch meine Stelle. Ich meine, die von Andreas. - Bitte!
Ich will die Thronfolge nicht durcheinanderbringen.
Ich bleib in Hengasch, um meinem kranken Vater zu helfen. - Ach so.
Da können Sie ja in meinem Haus wohnen bleiben.
Auf keinen Fall.
Ich zieh nämlich zu meinem Vater ins Forsthaus.
Haben Sie mal an die Heizkosten gedacht, Frau Haas?
Bitte? - Papa! - Wieso?
Andreas! - Lydia! - 13,80.
* Musik *
Frau Schäffer? - Ah, Frau Haas.
Frau Schäffer, das sieht ja wunderbar aus hier.
Ich hab mit einem Chaos gerechnet.
Das nennen Sie kein Chaos? Ich bin nicht zufrieden.
Schauen Sie sich bloß nicht um.
Entschuldigung, hallo.
Das ist der Janusz und der Richter.
Das sind 2 sehr nette Polen. - Ich weiß.
Mir leidtut mit Ihre Vater, hoffentlich geht ihn bald besser.
Danke.
Also Heike, morgen 10 Uhr? - Mhm.
Habt ihr die Liste für den Baumarkt?
Super.
Tschüs. - Tschüs.
Janusz.
Das hab ich mir gedacht. - Was?
Dass Sie jetzt besser nicht in Ihre Wohnung fahren.
Sie sind nämlich fertig. - Ja, aber...
Hier, beziehen Sie sich das Sofa.
Ja, aber... - Sie können da noch nicht hoch.
Ja. Warum eigentlich?
Weil da noch die rausgerissenen Teppiche liegen
und ihr Bett nicht aufgebaut ist.
Aber das Bad ist schon fertig? - Blitzblank.
Frau Schäffer? - Ja?
Vielen Dank, dass Sie das gemacht haben...
...für meinen Vater.
Für Ihren Vater tu ich das doch gern. Gute Nacht.
Sophie?
Sophie!
Papa, lass mich. Ich hab heut erst zur Zweiten.
Oh Gott. Papa, was machst du denn hier?
Herr Dr. Haas, Ihre Tochter ist ein Herzinfarktrisiko. - Bitte?
Was machst du hier? - Entlassen.
Wie bitte? Du hattest gestern n Herzinfarkt.
Nen winzigen.
Ich kann das gar nicht glauben.
Die meisten sterben im Krankenhaus.
Also wollte ich raus, in mein neues Heim.
Oh Gott, entschuldige.
Bitte setz dich doch. - Danke.
Ach was, nein, leg dich hin. - Die Schuhe.
Unverantwortlich ist das. Hast dus warm?
Ich bring dir was. Was soll ich dir holen?
* Scheppern * Könnt ihr das mal leiser machen?
Mein Vater hatte n Herzinfarkt!
Das hat inzwischen jeder mitbekommen.
Außer den Ärzten, wie es scheint. Ich kann das nicht glauben.
Würdest du mir einen Gefallen tun? - Natürlich, Papa, jeden.
Prima, dann geh jetzt bitte zur Arbeit.
Das ist eine gute Idee.
Dietmar ist in einem Mordfall. Vielleicht können Sie ihm helfen.
Willst du mich loswerden?
Ich verspreche dir hoch und heilig, dass ich brav im Bett liegen bleibe.
Frau Schäffer wird sicher eins ihrer holden Augen auf mich haben.
Etwas höher.
Etwas hab ich gesagt, nicht 10 cm.
Stopp, stopp.
Also...
Bleiben Sie jetzt echt hier in Hengasch?
Erst mal ja.
Aber...
Wovon...
Wo...
Arbeiten Sie dann gar nicht?
Na ja, ich nehm erst mal Sonderurlaub, n paar Wochen.
Und dann...
Keine Ahnung.
Können Sie nicht vielleicht einfach wieder hier arbeiten?
Bärbel.
Und der Andreas Zielonka?
Na, der auch.
Vielleicht kann man ja noch ne Kommissarinnen-Stelle beantragen?
Dann gibts in Hengasch bald mehr Polizisten als Einwohner.
Wollen Sie, dass wir uns hier zu viert auf der Pelle hocken?
Frau Engelbracht, noch mal für mich.
Sie haben einen Mann gesehen, von dem Sie glauben,
er könne der Mörder von Herrn Sieben sein, ja?
Mehrmals.
Ein hochgewachsener Mann, schwarz angezogen, 2 Narben im Gesicht.
Oben kahl.
Und wo haben Sie den gesehen?
Der stand immer an der Straße und hat das Haus beobachtet.
Das war ganz unheimlich.
Hat ihn noch jemand gesehen? - Nein.
Immer wenn ich Herrn Sieben geholt habe, war der Mann verschwunden.
Und wieso glauben Sie, er könne der Mörder sein?
Glauben Sie, dass das Zufall sein kann?
Wie aus dem Nichts taucht diese dunkle Gestalt auf.
Dann wird Herr Sieben ermordet.
Ich bin sicher, dass das der Mann war.
Sie müssen nur nach ihm fahnden.
Nach diesem Mann.
Ach Quatsch, nein. Das ist doch ganz falsch.
Weg da.
Ich weiß nicht, was ihr für Material habt.
* Musik *
Das ist der Mörder von Paul Egon Sieben,
dem größten Künstler, der je gelebt hat.
Herr Dr. Haas, soll ich Ihnen n Apfel...? (schreit)
Oh Gott, was machen Sie denn? - Ich räum meine Platten ein.
Jetzt hätt ich beinah n Herzinfarkt gekriegt.
Wieso sind Sie angezogen wie n Gesunder?
Ich hol Ihnen gleich Ihren Bademantel.
Woran soll man sonst erkennen, dass Sie krank sind?
Oder sind Sie am Ende gar nicht so krank?
Was meinen Sie damit?
Ich lass mir ungern helfen, das ist alles.
Ich räume gerade der Keller aus.
Was soll ich machen mit Stahlschrank?
Was ist drin? - Ist abgeschlossen.
Soll ich wegtun?
Sieht aus, wie die Engelbracht sich n Mörder vorstellt.
Ich weiß gar nicht, was die hat. Sieht doch aus wie meins.
Ich hab den schon mal gesehen. - Ich auch, 1.000-mal im Kino.
Nee, im Ernst.
Ich kenn den.
Bei Ihrem Stuhl stimmt was mit der Federung nicht.
Mein Vater geht nicht ans Telefon.
Können Sie mal Ihre Frau anrufen?
Viel zu schwacher Anlehndruck.
Ich hab dieses Gesicht erst neulich gesehen.
Bis es Ihnen wieder einfällt, konzentrieren wir uns ein bisschen.
Wie siehts aus mit Anruflisten, Kontobewegungen?
Kommt heute rein.
Heike geht auch nicht ran. - Wirklich?
Hoffentlich ist da nix passiert.
Ich verschaff mir mal n Bild vom Tatort.
(beide) Und wir? - Sie machen weiter.
(alle 3) Ist auch wichtig.
Oder Sie kommen mit. - Tschüs.
Tschüs.
Ich bleib hier.
Frau Haas, was machen Sie denn hier?
Ich dachte, Sie sind bei Ihrem Vater.
Ich arbeite hier. Und Sie?
Ich bring n paar Sachen vorbei.
Damit Andreas sich zu Hause fühlt hier.
Damit Andreas sich hier zu Hause fühlt?
Den Vornamen kann er ja überkleben.
Wenn er will.
Bitte.
Und Vorsicht mit Ihrem Stuhl, der hat n ganz schwachen Anlehndruck.
Ich mein natürlich mit Andreas' Stuhl.
Interessiert mich nicht.
Bärbel, wir fahren bei mir zu Hause vorbei. - Gut.
Ist ja höllisch aufregend.
Ist doch nur ein Schrank. - Ein Stahlschrank.
Als wir damals den Keller von meinem Vater ausgeräumt haben,
haben wir jede Menge Schätze gefunden.
Boah.
Janusz, Sie haben doch ne große Bohrmaschine, holen Sie die. - Okay.
Was glauben Sie, was da drin ist?
Ein Schatz, ganz sicher. - Vielleicht so altes Geld?
So alte Münzen? Bestimmt was wert, oder?
Was ist los, wo ist die Maschine? - Da.
Was ist hier los?
Papa, du bist doch krank.
Wirklich, Frau Schäffer.
Ja, ich weiß gar nicht...
Wo bin ich denn? Ist ja gar nicht mein Schlafzimmer.
Äh... Es tut mir...
Du gehst sofort ins Bett.
Und Sie auch.
Also nach oben, mein ich.
Sie auch.
Wo hat der Mann gestanden, den Sie für den Mörder halten?
Da, an der Einfahrt, am 1. Gebüsch.
Auf die Entfernung haben Sie sogar seine Narben im Gesicht erkannt?
Ich habe ein gutes Auge.
Ich hab auch ziemlich gute Augen.
Und ich glaub, ich würde da nichts erkennen.
Der Mann war sehr groß und...
Frau Engelbracht?
Darf ich mir das Atelier anschauen? - Selbstverständlich.
Haben Sie noch Fragen?
Ich muss noch so viele Todesanzeigen schreiben.
Paul Egon Sieben hatte Freunde auf der ganzen Welt.
Er war einer der berühmtesten Künstler.
Eine Frage hab ich noch. Waren Sie ein Paar?
Ich war sein Modell, seine Muse...
...seine Venus.
Also waren Sie ein Paar?
Vom 07.07.72 bis zum 04.01.78.
Und dann?
Er war ein Künstler, er bestand auf seiner Freiheit.
Aber Sie sind trotzdem all die Jahre bei ihm geblieben.
Als Hausangestellte. - Er brauchte mich.
Jemand musste sich um die banalen Dinge kümmern.
Ohne mich wäre Paul Egon Sieben nie der Künstler geworden,
als der er jetzt in die Geschichte eingehen wird.
Bestimmt.
Frau Haas, kommen Sie mal bitte.
Ach! - Ich hab ihn entdeckt.
Was können Sie uns zu dem Bild sagen?
Das hab ich noch nie gesehen.
Paul Egon hat mir seine Bilder nie gezeigt, bevor er sie vollendet hat.
Frau Haas. - FFF.
Keine Ahnung, ich weiß nicht, was das...
Ach, das ist ja...
Mensch.
Haben Sie vielleicht...
Ich hab nur den Schuhbeutel. - Doch, ich hab noch.
Das gibts doch gar nicht.
Das ist ja... Das heißt ja...
Was heißtn das jetzt?
Es gibt den Mann wirklich.
Und Sieben kannte ihn auch.
Na ja, Sieben hat ihn gemalt.
Malen kann man doch alles. Also, wenn man malen und basteln kann.
Na ja, aber die Engelbracht hat das Bild doch noch nie gesehen
und trotzdem das gleiche Gesicht gemalt.
Vielleicht gings ihr wie Ihnen.
Sie hats flüchtig gesehen,
ihr Unterbewusstsein spielt ihr n Streich.
Und bumms hat sie ihn uns hingemalt.
Ich finde es unwahrscheinlich, dass dieser Mann wirklich existiert.
Na ja, die Engelbracht lebt schon n bisschen in ihrer eigenen Welt.
Schäffer, haben Sie irgendeine Spur da? - Ja.
Der Sieben war n richtiger Wohltäter.
Der hat jeden Monat eine beträchtliche Summe
an eine Behinderteneinrichtung gespendet.
Stiftung Lebensmut, in Fußhölle.
Ja, aber...
Aber was? - Bei einer Sache hake ich noch.
Nämlich?
Den Verwendungszweck verstehe ich nicht.
FFF.
(beide) FFF? - Ja.
Versteh ich nicht.
Die meisten unserer Patienten leben in ihrer ganz eigenen Welt.
Sie haben hier in der Stiftung die Möglichkeit,
sich in das Alltagsleben einzugliedern.
Da, schauen Sie.
Darf ich vorstellen, Franz-Ferdinand Fegelein.
(beide) FFF?
Aber was hat der mit Paul Egon Sieben zu tun?
Franz ist sein Sohn. - Was? - Nee, ne?
Das hören wir zum 1. Mal.
Weil er seine Vaterschaft nie offiziell anerkannt hat.
Soweit es mir bekannt ist, bin ich die Einzige, die davon weiß.
Und seine Mutter?
Laut Unterlagen ist sie kurz nach seiner Geburt gestorben.
Franz war n paar Jahre im Kinderheim. - Und Sieben?
Der hat sich mir anvertraut, weil er Kontakt zu seinem Sohn wollte.
Also hat er sich um ihn gekümmert. - Nicht wirklich.
Sieben hat Franz ein paarmal getroffen,
dann aber das Interesse verloren.
Nur die Überweisung, die kam jeden Monat pünktlich.
Verwendungszweck: FFF.
Och Gott, ja immerhin.
Haben Sie schon eine Spur, wer der Mörder ist?
Ehrlich gesagt, ist Franz-Ferdinand unsere Spur.
Wie bitte?
Er wurde vor dem Mord an Sieben
mehrmals auf dessen Grundstück gesehen.
Wo soll das gewesen sein?
Ganz in der Nähe, bei Hengasch.
Eine Zeugin hat sogar seine Narben ganz genau beschrieben.
Diese Zeugin muss sich irren. Franz-Ferdinand ist Autist.
Er hätte zu viel Angst,
sich von seiner gewohnten Umgebung zu entfernen.
Aber er kann das Gelände verlassen?
Natürlich, aber er würde es niemals tun. Von selbst nicht.
Frau Haas, der Mord ist doch
am Montagmorgen zwischen 8 und 10 Uhr passiert. - Ja.
Können Sie das ausschließen,
dass er in dieser Zeit das Gelände verlassen hat?
N Abend Schäffer. - N Abend.
N Abend Dietmar.
Haben Sie die Engelbracht schon angerufen?
Ja, die ist ziemlich ausgeflippt, wusste nichts von dem Sohn. - Echt?
Was passiert jetzt mit dem?
Wird schwer sein, ihm den Mord nachzuweisen,
aber in die Geschlossene kommt er.
Tja. Letzter Fall gelöst, was?
Und ab Montag wird schon der Andreas hier sitzen.
Tja...
* Musik *
Tschüs.
Schönen Abend noch.
Kommen Sie nicht mit?
Ich räum noch meine Sachen zusammen.
Dann rauch ich noch eine.
Hier drin, so, wie Sie es nicht mögen, Schäffer.
Chef.
Danke für alles.
Machen Sie nicht zu lange.
Weil die Heike kommt erst, wenn Sie sie bei Ihrem Vater ablösen.
Ja...
Bärbel.
Tschüs. - Tschüs.
Hi Sophie. - Andreas. Was machst du denn hier?
Kannst es gar nicht erwarten bis Montag, hm?
Nee. Ähm...
Ich muss mit dir reden.
Ja?
Worüber denn? - Ich... Ähm...
Mein Vater...
Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll.
Hauptsache, irgendwie. Ich muss langsam nach Hause.
Okay. Sophie, ich will deine Stelle nicht. - Wie bitte?
Das kommt wahrscheinlich unerwartet. - Ja.
Ich dachte, dass ich zurück will nach Hengasch.
Aber im Lauf der letzten Wochen...
Guck mal. - Ja.
Ich kann schon nicht mehr schlafen.
Ich seh mich da sitzen, jeden Tag.
Und jeden Tag kommt mein Vater vorbei, guckt mir über die Schulter
und mäkelt an mir rum wie...
...Heike Schäffer? - Schlimmer.
Aber wie das so ist, plötzlich tut sich in Koblenz ne Chance auf.
Kapitalverbrechen, genau meine Kragenweite.
Ich muss nur Ja sagen.
Wie schön für dich, Glückwunsch.
Und... Ähm...
Und was willst du von mir?
Du bleibst doch jetzt sowieso erst mal in Hengasch, oder? - Ja.
Willste dann nicht vielleicht einfach deinen Job behalten?
Was?
Nee.
Oder wie?
Oder doch? Das wär ja jetzt...
Also... Aber... Nee.
Das geht ja nicht.
Wer soll auf meinen Vater aufpassen?
Obwohl...
Na ja, das ist aber jetzt...
Hast dus deinem Vater schon gesagt?
Da müsste ich dich um nen Gefallen bitten.
Wenn ich ihm sagen könnte, dass ich dir die Stelle überlassen habe,
weil du sie ganz dringend brauchst, dann...
...würdest du besser bei ihm dastehen.
Oh nee. Jetzt soll ich ihm das beibiegen?
Weil du dich nicht traust?
Kripo Koblenz, aber so n Feigling?
Das ist ja n toller Schatz.
Diese Pflaumen sind während des Zweiten Weltkriegs
eingeweckt worden.
Die müssen köstlich sein.
Da hat sich doch bestimmt Gift gebildet.
Quatsch, machen Sie mal auf.
Na gut.
Trauen Sie sich nicht? - Sie sich doch auch nicht.
Ladies first.
Hallo?
Hallo Papa.
Oh, was habt ihr da Tolles?
Frau Schäffer, aus Ihrem Garten?
Äh, ja, die sind aus meinem Garten.
Aber die sind für den Dietmar.
Der erwartet sie.
Dann geh ich mal.
Wiedersehen. - Wiedersehen.
Ja, Wiedersehen. Vielen Dank für alles.
Gerne.
Gibts was Neues?
Ich kann meine alte Stelle wiederhaben.
Das ist ja wunderbar. - Na ja, also...
Ich nehme sie, wenn ich dir damit helfe.
Willst du das? Ja oder nein? - Ja.
Dann musst du aber auch einsehen, dass du Hilfe brauchst.
Du erzählst mir, wie schlecht es dir geht,
und kaum, dass ich mich umgedreht hab, hast dus vergessen.
Entlässt dich selber ausm Krankenhaus.
Das kann doch nur eins bedeuten:
Dass du gar nicht besonders krank bist.
Und das alles nur spielst, damit ich dich n bisschen "pamper".
Oder aber, du bist viel älter und kränker, als du es wahrhaben willst.
Ist es das?
Gut, dann brauchen wir jemanden, der auf dich aufpasst.
Fragen wir die Schäfferin.
Auf keinen Fall.
Nur weil du sie nicht leiden kannst?
Nein, weil sie mit dir in den Keller geht und Panzerschränke aufbohrt.
Janusz hat mir von seiner Schwester erzählt.
Die ist Krankenpflegerin. - Ne Polin?
Und die zieht dann hier ein. - Mhm.
Da wär ich ja keinen Moment ohne Aufsicht.
Das genau ist die Idee. - Sophie, Gnade.
Dann schauen wir in die Kleinanzeigen.
Aber wenn wir da niemanden finden... - ...nehmen wir die Schäfferin.
Nein. Die Polin.
Findest du nix?
Ich glaub, ich muss noch mal los.
Das fängt ja gut an.
* Musik *
* Klopfen *
Frau Haas. - Guten Abend.
Ich wollt nicht stören. Kann ich kurz reinkommen?
Ich wollt Ihnen nur das Bild zurückbringen.
Brauchen wir ja jetzt nicht mehr.
Stellen Sie es dorthin. - Gerne.
Kann ich sonst noch was für Sie tun?
Ich wollt mich bei Ihnen entschuldigen.
Ich hab gedacht, Sie haben sich den Mann eingebildet.
Macht nichts.
Das ist so ne schöne Zeichnung.
Detailverliebt, der Paul Egon Sieben, ne?
Die Statue, mit der er erschlagen wurde,
wo stand die eigentlich?
Unten, am Brunnen.
Komisch, hier auf dem Bild steht sie auf der Fensterbank im 1. Stock.
Das ist ja auch eine Zeichnung und kein Foto.
Ja natürlich. Ist mir nur aufgefallen.
Sie haben ein gutes Auge.
Ja, das linke.
Mein Kollege, Herr Schäffer, hat mir erzählt...
Oh, die sind so schön, die beiden.
...dass Sie von dem Sohn gar nichts gewusst haben. - Nein.
Ist doch irre.
Wo Sie so nah mit ihm waren?
Da hat er Ihnen davon nichts erzählt?
Er war manchmal undurchschaubar, ein Künstler eben.
Muss trotzdem sehr verletzend gewesen sein.
Sie waren seine Muse.
Sein Modell.
Seine Venus.
Und dann natürlich seine Haushälterin.
Sie haben dem Mann geschenkt, was man einem Mann nur schenken kann.
Da muss es doch auch sehr verletzend sein,
wenn man dann plötzlich über so was stolpert.
Haushälterin gesucht. Paul Egon Sieben.
Er wollte sie austauschen.
Ich glaub nicht,
dass Franz-Ferdinand seinen Vater mit der Venus erschlagen hat.
Ich glaube, Sie haben Sie ihm an den Kopf geworfen.
Dann haben Sie unsere Ermittlungen in die falsche Richtung gelenkt.
Weil Sie von dem Sohn gewusst haben
und wussten, dass er sich nicht wehren kann.
Wer hätte denn gedacht, dass ich so gut treffe?
* Musik *
Mann, Mann, Mann.
Ja, so sehen wir uns ja doch noch mal.
Eigentlich war ja schon Feierabend. - Ja.
Haben wir den Fall heute quasi zum 2. Mal gelöst.
Wir?
Aber ist irre, oder?
Kein schlechter Ausstand, Chef.
Ausstand, genau.
Da gibts noch ne Kleinigkeit zu besprechen. - Aha, was denn?
Ich muss erst mal zu meinem Vater.
Schäffer.
Danke schön.
Bis Montag.
Montag? - Wieso Montag?
Kommen Sie Montag noch mal zur Wache?
Ich fahr. - Mhm.
* Musik *
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