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Dann bräuchte ich noch deine Personennummer.
Polizei Kopenhagen. Was kann ich für dich tun?
Ja, du kannst uns die Fotos gerne mailen.
Und er hat sie zusammen gesehen?
Darf ich um deinen Namen bitte? Pernille Rønnebæk?
Du hast sie um 19.10 Uhr an der Hafeneinfahrt gesehen?
Ja, du kannst uns die Fotos gern mailen.
DIE ERMITTLUNG
Meine Leute haben eine Liste mit allen Funden erstellt.
Wir konnten schnell feststellen, dass es im U-Boot Spuren von Menschenblut gibt
-Okay. Wie viel? -Nicht viel.
Es muss auch nicht von ihr sein. Das Boot war mit 38.000 Litern Salzwasser gefüllt.
Es ist schon eine Leistung, dass wir überhaupt etwas gefunden haben.
Habt ihr die Probe zur DNA-Analyse geschickt?
Natürlich. Aber wir wissen nicht, ob die Probe ausreicht.
Außerdem fanden wir einen grünen Wasserschlauch, einige Eisenstangen usw.
Lass uns später darüber reden, wenn wir bereit sind für eine normale Durchsuchung.
Was meinst du: War es Mord?
Jetzt lass uns erst einmal fertig werden, dann gehört es nachher euch, okay?
Die Leitungen glühen. Wir versuchen uns einen Überblick zu verschaffen.
Es gab Hinweise, dass der Verdächtige und die Journalistin sich kannten.
Dass sie ein bekanntes Paar im Kopenhagener SM-Milieu waren.
Es gab Hinweise, dass er ein aktives und umtriebiges Sexleben habe.
Sein engstes Umfeld meint, er sei unschuldig,-
-und dass es sich um ein Missverständnis handeln müsse.
-Wann ist unser Raum fertig? -In ein paar Stunden.
Hallo.
Wir haben auch ein Video eines Touristen auf einem Kreuzfahrtschiff erhalten.
-Es zeigt ein Boot neben dem U-Boot. -Wie dicht?
Dicht genug, dass man vom U-Boot auf das Motorboot wechseln könnte.
Wer befand sich auf dem Boot?
Das Video wurde aus 100 Metern Entfernung aufgenommen, daher sieht man das nicht.
Ging jemand an Bord? Waren sie gar nicht allein?
Oder stieg sie aus und war nicht an Bord, als das U-Boot sank?
Ja, hier ist Jens. Ja.
Kein Kommentar. Aber du bist der Erste, der einen bekommt.
Ihr kennt sicher alle Spezialstaatsanwalt Jakob Buch.
Er will sich nicht in unsere Arbeit einmischen, aber von seiner berichten.
-Jakob, magst du? -Ja, danke.
Der Verdächtige wurde wegen des Verdachts auf Totschlag-
-mit besonderer Schwere der Schuld für vier Wochen in U-Haft genommen.
Ich bin nicht zufrieden mit dieser Entscheidung,-
-aber ihr habt nun vier Wochen. um in dem Fall weiterzukommen.
Ich will und darf mich nicht in die Ermittlung einmischen,-
-aber ich möchte dennoch betonen, von welcher Wichtigkeit es ist,-
-dass ihr vor der nächsten Anhörung genug Beweise für Mord gefunden habt,-
-damit er aus den richtigen Gründen ins Gefängnis kommt.
Derzeit gibt es eine lange Liste mit möglichen Szenarien und Thesen.
Vielleicht kannten sie sich schon, vielleicht hatten sie ein Verhältnis,-
-vielleicht fiel ihr eine Luke auf den Kopf, oder es war etwas ganz anderes.
Das sind nur Vermutungen. Es besteht ein großer Unterschied-
-zwischen dem, was wir wissen, und dem, was wir vermuten.
Was wir vermuten, können wir nicht beweisen.
Was wir wissen, können wir beweisen.
Wenn es um Mord geht, muss ich das beweisen können. Sonst kommt er frei.
Ich dachte, du wolltest dich nicht in unsere Arbeit einmischen.
Das will ich auch nicht.
Aber die Qualität meiner Arbeit hängt von der Qualität eurer ab.
Also: Frohes Schaffen.
Danke.
Fein. Ein Mensch kann auf vier Arten sterben:
Natürlicher Tod, Unfall, Selbstmord, Mord.
Der Verdächtige behauptet, sie sei bei einem Unfall gestorben.
Wir ermitteln wegen Mordes.
Das sind derzeit unsere beiden Alternativen. Also …
Mord.
Unfall.
Wir wissen von Fotos und Zeugenaussagen, dass das U-Boot gegen 19 Uhr ausläuft.
Wir wissen, dass sie um 20.25 Uhr eine SMS an ihren Freund schickt,-
-in der sie schreibt: "Still alive BTW". Also "by the way".
"But going down now. I love you."
Ich habe überlegt, ob das ein Anzeichen dafür sein könnte, dass sie Angst hat.
Aber es deutet nichts darauf hin.
Als Journalistin war sie es gewöhnt, in verschiedenen Umgebungen zu arbeiten.
Und auf allen Fotos der Ausfahrt sieht sie fröhlich aus.
Also …
SMS an den Freund …
… 20.25 Uhr.
Ab hier wissen wir erst mal nichts mehr.
Bis das U-Boot am nächsten Morgen wiedererkannt wird,-
-um 10.00 Uhr am Drogden Fyr, und um 10.22 Uhr plötzlich sinkt.
Bis der Verdächtige aufgelesen, in den Hafen von Dragør gefahren-
-und in unseren Gewahrsam kommt.
Also: Was geschah in den 14 Stunden im Zeitraum von 20.25 Uhr bis 10.22 Uhr?
Ja?
Ich versuche gerade herauszufinden, wer den Verkehr im Öresund überwacht.
Ob diese Daten gespeichert werden und wir die Route des U-Bootes darauf sehen können.
Ich muss wohl nach Malmö fahren, um die relevanten Informationen zu erhalten.
Ich komme dann sofort zurück.
-Musa? -Ja.
Bei der Vorbereitung des Verhörs mit dem Verdächtigen fand ich einen Artikel,-
-in dem sich der Verdächtige äußert. Er sagt:
"Ich will eine kriminelle Laufbahn einschlagen. Aber nicht als Bankräuber.
Nein, verdammt. Es soll niemand verletzt werden.
Ich will heimlich einen Heißluftballon bauen und damit über Kopenhagen fliegen,-
-während ein Meer aus Polizeiautos mich vom Boden aus jagt.
Ich werde auf der Domkirche von Roskilde landen, wo die Polizei mich erwartet."
Und dann sagt er:
"Ich weiß nicht, ob genau das passieren wird,-
-aber es soll ein Happening von gigantischen Ausmaßen werden."
Es gibt offenbar eine dritte Möglichkeit.
-Äh … Maibritt. -Ja?
Dieses Motorboot neben dem U-Boot … Wir müssen den Besitzer finden.
Okay.
Happening.
Könnte sie ins Motorboot gekrabbelt sein?
Versteckt sie sich und schreibt einen Text darüber, wie man sich als Opfer fühlt?
Das wäre doch mal ein Happening! Eins, bei dem niemand verletzt wird.
Maibritt Porse, Kriminalobermeisterin bei der Polizei Kopenhagen.
Wir suchen den Besitzer eines Motorboots wegen eines Falles, in dem wir ermitteln.
Das wissen wir nicht genau, aber das Boot ist ca. 20 bis 24 Fuß lang.
Ja.
Das ist klar, aber vielleicht könntest du eine Mail an eure Mitglieder weiterleiten-
-und sie bitten, dass sie uns kontaktieren sollen, wenn sie etwas wissen.
Prima.
Und deine Mailadresse?
Mit .com? Dk, okay.
Danke.
Ich melde mich. Tschüs.
-Gibt's was Neues? -Noch nicht.
Ich rufe alle Yachtclubs im Umkreis von 45 km an, auch die in Schweden.
Ich bitte sie, ihre Mitglieder zu kontaktieren. Wir müssen abwarten.
Musa hat einen jungen Mann einbestellt, der in der Werkstatt des Verdächtigen half.
-Du leitest das Verhör. -Okay.
Wir haben auch eine seiner Freundinnen kontaktiert. Vielleicht weiß sie etwas.
Musa hat die Fünf vorbereitet.
Was, wenn es nur ein Happening ist?
Weißt du, wieso du hier bist?
-Ja. -Gut. Dann kommen wir gleich zur Sache.
-Wie lange kennst du ihn? -Seit zwei Jahren.
Was macht ihr, wenn ihr euch trefft?
Alles Mögliche. Ich helfe ihm in seiner Werkstatt.
Er hat immer alle möglichen verrückten Projekte am Laufen.
Zum Beispiel?
Also … Nichts Gefährliches.
Nur …
Hör mal … Also …
Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass er dieser Frau etwas angetan hat.
Nein. Aber wir wollen ja nur herausfinden, was passiert ist.
Ja, also, wir sprachen viel über den Krieg.
Manchmal redeten wir nur Deutsch miteinander.
Hast du ihn mal aufgebracht oder aggressiv erlebt?
Na, also, er hat ein gewisses Temperament.
Aber … Das braucht man wohl, wenn man in dieser Welt etwas werden will.
Worüber redetet ihr noch?
-Wir redeten einfach nur viel. -Worüber?
Über unsere Pläne und Fantasien und …
Was sind das für Fantasien?
Das weiß ich nicht.
Also, nichts … Bestimmtes.
Wann kommt er raus?
Er ist erst einmal für vier Wochen in Untersuchungshaft.
Aber darüber entscheidet ein Richter.
Ihr glaubt doch nicht, dass er sie getötet hat?
Ich glaube nur, dass du uns etwas verheimlichst.
-Was meinst du? -Über welche Fantasien habt ihr geredet?
Wir redeten viel über den 2. Weltkrieg und Projekte in der Werkstatt-
-und historische Persönlichkeiten,-
-perfekte Verbrechen …
… Heißluftballons. Das interessiert uns beide sehr.
Er sagt, er habe die Leiche zwischen Falsterbro und Avedøre ins Wasser geworfen.
Zwischen diesen beiden Punkten liegen 36 Kilometer.
Um das Gebiet abzusuchen, versenken wir vier Senklote,-
-die am Meeresgrund ein Viereck bilden und mit Bojen an der Oberfläche verbunden sind.
Das nennen wir ein Stag. 20 mal 200 Meter.
Drei Taucher schwimmen Seite an Seite vom einen Ende zum nächsten.
Sie suchen den Meeresgrund ab. Wenn wir ein Stag abgesucht haben-
-verlegen wir die Senklote und tauchen an einer anderen Stelle.
So machen wir immer weiter, Rechteck um Rechteck um Rechteck.
Das ist zwar nicht optimal, aber …
Wenn wir nicht wissen, wo wir suchen müssen,-
-wird es dauern, bis wir den Öresund durchsucht haben.
Jens hier.
Schreib, dass wir Flugzeuge und Helikopter in der Luft und Hunde an der Küste haben.
Wir haben auch Taucher im Wasser.
Das kann ich derzeit nicht kommentieren.
Nein. Aber du bist die Erste, die ich informiere, wenn ich etwas Neues weiß.
Mm, gut.
Wir müssen weiter tauchen.
Aber auf diese Weise werden wir nichts finden.
-Hallo, Jens. -Hallo, Joachim!
Wir möchten uns Kims Computer ansehen,
Die schwedische Polizei wird ihn bei euch abholen.
Wieso?
Wir wollen nachsehen, ob etwas darauf ist, was uns helfen könnte.
Was denn, zum Beispiel?
Das könnten E-Mails sein, Fotos oder Facebook-Nachrichten.
-Vielleicht kannten sie sich schon vorher. -Nein, sie kannten sich nicht.
Es ist aber wichtig, dass wir das bestätigt bekommen.
Sag mal … Habt ihr einen Beschluss dafür?
Nein. Es ist ja keine Hausdurchsuchung.
Ich weiß nämlich nicht, ob wir euch einfach alles durchsehen lassen können.
-Das verstehe ich nicht. Wieso nicht? -Weil Kim Journalistin ist, Jens!
Auf diesem Rechner befinden sich viele Informationen über Menschen, die …
Ja, sie könnten in Gefahr geraten und müssen daher geschützt werden.
Das sind Frauen, die ihr Leben riskieren für das, woran sie glauben.
Und die ihr vertrauen.
Wir interessieren uns nur für Dinge, die mit dem Fall zu tun haben könnten.
Ja, Aber wenn wir euch einfach ihren Rechner und ihr Passwort geben,-
-haben wir keine Garantie dafür, dass ihr euch nicht auch den Rest anseht.
Nein, nein. Nein. Darüber muss ich erst mit Ingrid reden.
Wie würdest du euer Verhältnis beschreiben?
Als ein gutes Verhältnis.
-Ja? -Ja.
-Seid ihr befreundet oder zusammen? -Wir sind befreundet.
Und … ein bisschen auch …
Ein bisschen …?
Ja.
-Ihr habt also Sex miteinander? -Ja.
Also …
Ja. Ja.
-War er mal gewalttätig dir gegenüber? -Nein.
Also, nur, wenn wir das so abgesprochen haben.
Wenn es zum Spiel dazu gehört.
Ja. Okay.
Eine Zeit lang gingen wir auch mal auf SM- und Fetischpartys.
Aber es war nicht leicht, ihn dazu zu bringen, dass er etwas tut.
Weil er sehr höflich ist. Und er ist sehr vorsichtig.
Bist du der schwedischen Journalistin mal begegnet?
-Hat er von ihr gesprochen? -Nein, nie.
Okay.
Warst du mal in dem U-Boot?
-Seid ihr damit gefahren? -Ja.
Hattet ihr Sex darin?
Oft?
-Nein, nur einmal. -Wie war das?
-Äh, was meinst du damit? -War es SM oder normaler Sex?
Ach, es war ganz normaler Sex. Es war nur …
Ja, das glaube ich. Es war … sanft.
Also, pass mal auf: Er ist kein Monster.
Wirklich nicht.
Ich weiß ja nicht, was passiert ist, aber er hat nichts getan.
Das weiß ich einfach.
-Hallo. -Hallo.
Ich habe Jakob dazu gebeten, damit er einen Eindruck bekommt, wo wir stehen.
-Wo ist Musa? -Er ist beim U-Boot.
-Sind die Techniker fertig? -Er wollte nicht länger warten.
Ach. Nikolaj?
Ich habe eine Zeitleiste erstellt, auf der ich markiert habe, was wir wissen-
-und … ja, was wir nicht wissen. Ich werde sie ständig aktualisieren.
Leider ist es mir noch nicht gelungen, die Route des U-Boots zu rekonstruieren.
Die Radaraufzeichnungen wurden entweder gelöscht oder sind nicht detailliert genug.
-Was sagt Malmö? -Ich warte noch auf Antwort.
-Und bei euch? Gibt's was Neues? -Ja.
Den Motorbootführer haben wir leider noch nicht gefunden,-
-aber es wurde uns bestätigt, dass der Verdächtige vom Gedanken fasziniert war,-
-das perfekte Verbrechen zu begehen, und er führte ein grenzerkundendes Sexleben.
Außerdem kursieren Gerüchte, dass sie sich schon vorher kannten.
Woher kommen diese Gerüchte?
Mehrere Personen wollen sie beim Küssen und auf Sexpartys gesehen haben.
Ich habe keine Bestätigung dafür erhalten.
Es hat aber eine Frau angerufen, der ein Oberarzt erzählt hat,-
-er haben sie beim Küssen in Christianshavn gesehen.
-Ein Oberarzt? -Ja. Ein Lennart …Stauner.
-Haben wir mit ihm gesprochen? -Ich habe einen Termin bei ihm gemacht.
Wenn er die Beziehung bestätigt, müssen wir Eifersucht als Hauptmotiv erwägen.
Ja …
Oder sie führen uns nur an der Nase herum.
-Wann lag das Motorboot neben dem U-Boot? -Um 20.15 Uhr.
Also bevor sie die SMS schreibt … Nikolaj, pinnst du das an die Wand?
Jens hier.
-Wo hast du das gehört? -Wie war der Name? Lennart …
Lennart Stauner.
Wollt ihr das etwa drucken?
Nein, das werde ich ganz sicher nicht kommentieren.
-Was ist los? -Die Presse hat von dem Gerücht gehört.
Eine Morgenzeitung will das auf ihrer Titelseite bringen.
Sie sagen, sie sind frühestens in einer Stunde fertig.
Fahr nach Hause und komm morgen wieder. Es wird langsam spät.
Was soll ich zuhause?
Schlafen.
Ich habe nicht das ganze Wochenende gewartet, nur um mich schlafen zu legen.
Ruf an, wenn es was gibt.
Wir gehen zahlreichen Spuren nach, aber uns fehlt immer noch eine Leiche.
Wir gehen davon aus, dass wir nach einer toten Person suchen.
Wir suchen vor allem rund um die Køge Bugt,-
-sowohl auf der dänischen, als auch auf der schwedischen Seite.
Nero, komm.
Komm. Komm.
-Jens Møller. -Niels Bark von den Nachrichten.
Möchtest du zu uns ins Studio kommen und uns etwas über den U-Boot-Fall berichten?
"Der U-Boot-Fall"? So habt ihr den also getauft?
Den Namen haben sich die Morgenzeitungen ausgedacht.
Es ist zu früh, um etwas zu sagen. Ich habe derzeit keinen Kommentar.
Aber du wirst der Erste sein, den ich dann anrufen werde. Abgemacht?
-Ich freue mich auf deinen Anruf. -Gut. Tschüs.
Hallo, Musa. Was gibt's?
Okay, ich bin gerade auf dem Weg nach oben.
Eine Hose und eine Strumpfhose.
-Wo wurden die Sachen gefunden? -Unter einem Gitter am Boden des U-Boots.
-Wie sind sie dort gelandet? -Sie wurden wohl dort platziert.
Sie wurden also nicht bei der Bergung dorthin gespült?
Ich wüsste nicht, wie das gehen sollte, aber ich schließe es auch nicht aus.
Wieso sollte er sie dort platzieren? Sind es ihre Sachen?
Vielleicht. Die Kriminaltechniker lassen eine DNA-Analyse machen.
-Kaffee? -Ja, bitte.
Das ist Maibritt. Sie ist Ermittlerin und hilft uns heute mit der Technik.
-Es gibt Dinge, die wir nicht sehen dürfen? -Nein.
Ihr dürft alles sehen, aber nicht alles kopieren.
Unsere Tochter ist Journalistin. Viele Menschen vertrauen ihr.
Es geht lediglich um Quellenschutz.
Ja, natürlich. Es tut mir leid, dass ich mich unklar ausgedrückt habe.
Wie gesagt: Maibritt wird an der Tastatur sitzen und helfen.
-Wollen wir loslegen? -Ja.
Ich glaube, wir haben alles mitgebracht.
Diese Fotos wurden alle auf den Marshallinseln gemacht.
Das war doch zwischen 1946 und 1958,-
-als die USA dort 67 Atomwaffentests durchführten.
Kim fuhr mit zwei Kolleginnen dorthin und schrieb eine Artikelserie darüber.
Von dieser Reise stammen die Fotos.
Diese armen Kinder verstanden ja gar nichts.
Sie erzählten, es habe zwei Sonnenaufgänge geben.
Einen im Osten und einen im Westen.
Und dann habe es plötzlich zu schneien begonnen.
Sie kannten Schnee nur aus Erzählungen, daher waren sie total begeistert.
Sie liefen hinaus und tobten im Schnee.
Aber es war ja gar kein Schnee.
Es war radioaktive Asche.
Die Inseln liegen ja weit draußen im Pazifik, irgendwo zwischen Hawaii und Australien.
Ziemlich genau in der Mitte.
Das ist wie eine tickende Bombe.
Die USA führten 1978 zwar ein großes Sanierungsprojekt durch …
Da ist es. Sie nahmen einfach den gesamten radioaktiven Abfall-
-und umhüllten ihn mit einer Betonkapsel.
Es ist aber nun mal so,-
-dass Plutonium eine Halbwertszeit von 24.000 Jahren hat.
Es ist also nur eine Frage der Zeit, bevor die Kapsel Löcher bekommt-
-und der gesamte radioaktive Abfall ins Meer sickert.
Ja, ja … Sie bekam mehrere Preise-
-für diese Artikelserie.
Es deutet zwar alles darauf hin, dass sie sich nicht kannten,-
-aber es gibt da etwas, worüber ich mit euch reden möchte.
Ich wurde von einer Morgenzeitung angerufen.
Sie werden vielleicht eine Geschichte drucken, die …
… ausschließlich auf losen Gerüchten basiert.
Was für Gerüchte?
Gerüchte, die behaupten, dass Kim und der Verdächtige sich bereits kannten.
Dass sie ein Verhältnis hatten.
Es tut mir wirklich leid, dass ich das ansprechen muss …
… aber die Geschichte könnte morgen auf der Titelseite erscheinen.
Und ich wollte, dass ihr das zuerst von mir erfahrt.
Oh, du meine Güte!
Das ist aber nicht wahr! Was sind das nur für Journalisten?
Wie läuft's?
Gut.
Ich hatte noch nie einen Mordfall, den ich abends nicht mit nach Hause genommen habe.
-Maibritt? -Ja.
Wir haben hier keine Zeit für so etwas.
-Ich habe fünf Minuten Zeit. -In Ordnung.
Ich weiß nicht, wovon du redest. Hast du vielleicht den Falschen erwischt?
Nein, ich glaube nicht.
Was soll ich denn gesagt haben?
Du sollst sie beim leidenschaftlichen Küssen in einem Café gesehen haben.
Wieso sollte ich denn über so etwas tratschen?
Um dich interessant zu machen.
-Wenn das alles war … -War es nicht.
Pernille Rønnebæk.
-Sagt dir der Name etwas? -Ja, wieso?
Sie hat uns erzählt, dass du mit ihr essen warst-
-und ihr erzähltest, dass du sie in Christianshavn gesehen hättest.
Aber wenn das nicht stimmt, muss ich sie fragen, wieso sie lügt.
-Das könnte ich wohl gesagt haben. -Gut. Wann hast du sie zusammen gesehen?
Das habe ich nicht. Ich habe sie nicht zusammen gesehen.
Du hast dir das also ausgedacht?
Ich hatte das irgendwo gehört und dann als eigene Geschichte weitergegeben.
Okay.
Wo hattest du das gehört?
Das weiß ich nicht mehr.
Wir bei der Polizei haben keine Zeit für so etwas.
Und die Familie des Opfers vermutlich auch nicht.
Ich möchte den Leiter der Mordermittlung sprechen, Jens Møller.
Ich habe gehört, dass ihr mich sucht, bzw. mein Boot.
Ich sehe mal nach, ob er im Haus ist.
Bitte. Wir haben leider nur Wasser. Die Kaffeemaschine ist kaputt.
Nein … ja. Aber danke.
Ich bin hier, weil ich gehört habe, dass ihr mein Boot sucht,-
-wegen dem Fall der schwedischen Journalistin und dem U-Boot.
Ich weiß nicht, ob ich einen Anwalt brauche?
Das weiß ich auch nicht.
-Was hast du beim U-Boot gemacht? -Nichts.
Na, du hast doch gerade gesagt, dass dein Boot neben dem U-Boot lag, oder?
-Bist du nicht damit gefahren? -Doch, aber …
Also, wir lagen ja nicht direkt neben dem U-Boot.
Äh … Wir lagen vielleicht vier, fünf Meter entfernt.
Jetzt finde ich das Foto nicht, aber … Ja.
Mein Sohn war fasziniert von dem U-Boot, daher haben wir dieses Foto gemacht.
Ja, das war alles.
Ich war total schockiert, als ich davon las.
Dann hörte ich, dass ihr glaubt, ich hätte etwas damit zu tun,-
-aber das habe ich nicht.
Du weißt also nichts über das U-Boot und die Journalistin?
Nein, nur das, was in der Zeitung …
Ja … Wie gesagt; wir sprachen höchstens zehn Minuten mit ihnen.
Und das war alles.
Ja, okay.
Du kannst durchatmen. Du stehst nicht unter Verdacht. Danke fürs Kommen.
Dann wäre das jetzt geklärt. Ich begleite dich hinaus.
-Kann ich einfach gehen? -Ja. Wir müssen nur das Foto sichern.
Ja, natürlich.
NATÜRLICHER TOD - UNFALL SELBSTMORD - MORD - HAPPENING
NATÜRLICHER TOD - UNFALL SELBSTMORD - MORD
Hallo, hier ist die Mailbox von Cecilie. Bitte hinterlasse eine Nachricht.
Hier sitzt du also?
Ja.
Wie läuft's?
Macht ihr Fortschritte?
Ja. Also …
Immer, wenn wir glauben, wir haben etwas, stellt sich heraus, dass es falsch war.
-Wie geht es dir? -Mir?
Es geht mir gut.
Hast du mit Cecilie geredet?
Was, wenn sie wütend auf mich ist?
Das ist sie doch.
Als sie erzählte, dass sie schwanger ist, gingst du weg.
Wir müssen unser Suchgebiet eingrenzen.
Wer weiß, ob die Leiche nicht von der Strömung nach Polen getrieben wurde?
Niemand.
Halt dir mal ein Auge zu.
Stell dir vor, du guckst mit dem anderen durch eine Küchenrolle-
-und sollst dann eine Stecknadel auf einem Fußballplatz finden.
Das entspricht dem, was meine Taucher gerade machen.
Jeden Tag, Jens.
Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. In 12 Metern Tiefe.
Die Kriminaltechnik hat sich gemeldet.
Es wurden leider weder auf der Hose noch auf der Strumpfhose DNA-Spuren gefunden.
Und die Taucher und die Flieger? Haben die etwas gefunden?
Nein.
Ein Schwede dachte, er habe ihre Kleider gefunden, aber es war nur eine Schwimmweste.
Ja, Jens hier.
Nein, dazu habe ich keinen Kommentar.
Aber ich verspreche, dass ich dich als Erstes anrufe, wenn es was Neues gibt.
Danke.
Wir haben rein gar nichts.
Und da …
Und da? Oder?
-Nicht als Anfang. -Nein, aber das soll auch dazu?
Nikolaj Storm.
-Und da schon wieder. -Wann?
Ja?
Ja.
Wir kommen sofort.
-Jens hier. -Hallo, Jens. Nikolaj hier.
-Bist du auf dem Heimweg? -Ja.
-Dann kannst du wieder umdrehen. -Wieso?
Auf Amager wurde der Torso einer toten Frau an Land gespielt.
Übersetzung: filmtiger
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