All language subtitles for 14. Polizeiruf 110 - Wölfe (2016)

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English Download
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

Untertitelung: BR 2016

* Handy-Klingeln *

Na?

Wo bist du?

- Tatort. - Deine Stimme klingt komisch.

Ja, warte mal. Ich geh mal gerade auf den Balkon.

- Boah! - Verwesung?

- Ja. - Wie lange?

Ungefähr zwei Wochen. Heizung war angeschaltet.

Warte.

- Constanze? - Ach.

- Was ist? - Ach, Mist.

Ich hab keine Zigaretten mehr.

Mh, und jetzt?

Muss ich eine Kippe aus dem Aschenbecher rauchen.

Nee, das machst du nicht.

Erzähl.

Kennst du den Film mit Newman, wo er morgens keinen Kaffee mehr hat?

- Nein. - Dann holt er sich ganz angeekelt

einen alten Filter aus dem Mülleimer.

Besorg ich dir.

- Erzähl. - Eine Frau. Anfang 40.

Apartmenthaus. Den Nachbarn fiel der Geruch auf.

Sie liegt zwischen Sofa und Beistelltisch.

Eine Rechtsanwältin. Gesicht zerstört.

- Wie, zerstört? - Furchtbar zerstört.

Eigentlich nicht zu identifizieren. Augen, Nase, Mund, Ohren.

Vielleicht ein Ehrenmord. Migrationshintergrund.

- Aha, genauer. - Türkisch, dem Namen nach.

Nein, nein. Ich meine die Verletzungen.

Ach. Augenhöhlen leer. Und Lippen wie abgeschnitten.

Aha. Hat sie eine Katze?

- Weiß ich nicht. - Gibt's ein Katzenklo?

Oder Katzenfutter, Katzenstreu. Was weiß ich.

- Wieso fragst du? - Wenn Frauchen oder Herrchen sterben

und die Katze eingeschlossen ist mit der Leiche,

nagen sie die Toten an, solang das Fleisch frisch ist.

Und immer beginnen sie mit dem Gesicht.

Den Augen, der Nase, den Lippen.

Und?

Wie riecht's in Hamburg?

Constanze?

Riecht gut. Hat gerade geregnet.

Ich kann den Michel sehen.

In der Mönckebergstraße ist Stau.

* Klopfen *

Warte mal kurz. Ich ruf dich gleich zurück, ja?

- Ja. - Wann passt es dir am besten?

- Ach, ruf einfach an. - Ich meld mich, ja. Tschüss.

Die von der Gerichtsmedizin sind da.

- Habt ihr eine Katze gefunden? - Wie bitte?

- Katze? - Nee.

- Hast du mal ein paar Handschuhe? - Klar.

Gibt's hier einen Zigarettenautomaten?

Constanze. Hatten Sie sich nicht eingetragen für Atemtechnik?

- Ja. - Die Übungen haben schon begonnen.

Ja. Ich mach heute nicht mit.

Sie haben gestern schon nicht mitgemacht.

Stimmt.

- Und der Zigarettenautomat? - Gibt es nicht.

Und wir haben es nicht gerne, wenn im Beneficio geraucht wird.

- Draußen auch nicht. - Das gilt für das gesamte Gelände.

Das haben wir im Team entschieden.

* Handy-Klingeln *

Warte.

Und wo kann ich Zigaretten kaufen?

Im Dorf unten in der Wirtschaft.

- Und wie komm ich da hin? - Über die Felder am Bachtal vorbei.

- Guten Abend. - Abend.

- Was darf's sein? - Ein Tonic.

Bitte.

Gin?

- Noch einen? - Mh.

- Danke. - Bitte.

- Passt? - Danke.

Darf ich vorstellen, Meuffels? Dr. Biesinger.

Er ist Zoologe und schaut sich die Gesichtsverletzungen an.

Die Frau hatte ein Herzproblem. Sie hatte einen harten Infarkt.

- Ist das die Todesursache? - Eindeutig.

Ihre Kollegin hatte wohl recht.

Die Verletzungen sind womöglich von einer Katze. Postmortal.

- Was für eine Kollegin? - Aus Hamburg.

- Und was macht sie hier? - Wir hatten telefoniert.

- Sie hat die Tote nicht gesehen? - Nein.

- Hat sie mit Abscheu gesprochen? - Nein.

Scheint eine kluge Frau zu sein.

- Ja. - Ein Hund würde das nicht machen.

Die Leiche von Frauchen anknabbern.

Die legen sich dazu und verhungern. Hündisch, wie das Adjektiv sagt.

Katzen sind noch nicht völlig domestiziert.

Sie fressen, was aufzutreiben ist. Zwei, drei Spinnen.

Aber dann kommt der Hunger.

Und Augen, Knorpel, Nase, Ohren, die weichen Lippen,

das sind Delikatessen.

Vorgestern bin ich richtig böse geworden.

Eine Schulklasse war bei mir im Zoo.

Ein Sibirischer Luchs hatte eine Springmaus gefangen.

Und jetzt schrie die Klasse. Auch der Lehrer war nicht besser.

Der Luchs durchtrennte der Springmaus mit einem präzisen Biss das Rückgrat.

Aber die Maus lebte noch, zuckte herum im Käfig.

Der Luchs betrachtete sie, interessiert.

Eines der Mädchen, eine 14-jährige Klugscheißerin,

redete von Folter, Brutalität, ISIS, dem Bösen usw.

- Dann haben Sie sie aufgeklärt. - Ja.

Dann hab ich sie aufgeklärt. Katzen müssen ihre Beute frisch halten.

Am Abend sammeln sie sie ein und bringen sie zum Wurf.

Also verletzen sie ihre Beute so, dass sie bewegungsunfähig ist.

Der neugierige Blick des Luchses hat nichts zu tun

mit Leiden-Betrachten, es ist ein Kontrollblick.

"Kann die Maus fliehen oder kann ich beruhigt weitere Beute suchen?"

- Wie lange lag sie in ihrer Wohnung? - Bestimmt zwei Wochen.

Das ist Brutalität, oder?

Wir haben schon Leute gefunden, deren Todeszeitpunkt

konnte man nur an der Programmzeitung auf ihrem Schoß bestimmen.

Wo haben Sie die Katze gefunden? Würde mich interessieren.

- Es gibt ja diese Tiermythen. - Wie den Elefantenfriedhof.

Großes Rätsel, banale Erklärung: Es sind die Zähne.

Im Alter gehen sie dorthin, wo es weiches Gras gibt.

Da sterben sie dann und wir machen daraus Legenden.

- Wo lag die Katze? - Wir haben sie noch nicht gefunden.

- War ein Fenster auf? - Möglich.

- Welche Etage? - Zehnte.

- Das hat sie nicht überlebt. - Oder es war danach noch jemand da.

Das gehört dann zu Ihrem Aufgabengebiet.

- Danke. - Gern.

* Musik: Dionne Warwick - "Anyone who had a heart" *

# Anyone who ever loved could look at me.

# And now that I love you.

# Anyone who ever dreamed could look at me.

# And now I dream of you.

# Knowing I love you.

# Stop. Anyone who had a heart

# would take me in his arms and love me, too.

# You couldn't really have a heart

# and hurt me like you hurt me and be so untrue ...

Haben Sie das ausgewählt?

Hab mir so was schon gedacht. Er hat Ihnen also von mir erzählt?

Und? Zufrieden?

Bisschen eifersüchtig?

* Handy-Klingeln *

Ist er das?

Dann richten Sie ihm mal schöne Grüße aus.

- Du hattest recht. Es war die Katze. - Was?

Der Zoologe hat's bestätigt.

- Kannst du kommen? - Wann?

Jetzt. - Ja, ich brauch schon ein bisschen nach Hamburg.

- Aber ich bin doch hier. - Wo bist du?

Ja, hier. Ganz nah bei dir.

Wo?

Warte mal. Irgendwas mit, ach, mit -leben.

Mh, äh, Dankensleben?

Ach so, ja. Ich weiß.

Äh, was machst denn du da?

- Weiß ich nicht. - Und wo wohnst du da?

Beneficio.

- Ist das ein Kloster, oder was? - Ja.

So was Ähnliches.

So ein Wellness-Hof, Öko und Kur und so.

- Was machst du denn da? - Rauchen und saufen.

- Und Musik hören. - Mh.

- Die haben hier eine Jukebox. - Im Kloster?

Im Wirtshaus.

Da sitz ich gerade.

- Gehen wir da mal zusammen hin? - Ja, klar.

Das Lied kenn ich.

"Anyone who had a heart".

- Das haben die da? - Ja.

Die haben auch andere schöne Sachen.

- Und beschissene. - Sag mal die schönen.

Kinks. Äh, The Can.

- Marvin Gaye. - Das glaub ich dir nicht.

- Wie lang brauchst du? - Ich muss noch mal in die Wohnung.

Von der Anwältin?

- Ja. - Warum?

Wir haben die Katze nicht gefunden.

- Da war jemand in der Wohnung. - Ja, oder sie ist zum Fenster raus.

- Welcher Stock? - Zehnter.

- Würde sie nicht überleben. - Hat der Zoologe auch gesagt.

Ich geh jetzt und warte auf dich.

Im Kloster.

Ja.

# (lallend) And now that I love you.

# Anyone who ever dreamed could look at me.

# And now I dream of you ...

* Eine Frau schreit. *

# Knowing I love you.

* Heulen *

* leises Winseln *

* Sie singt ängstlich und leise weiter. *

* Ein Ast knackt. *

* leises Knurren *

* Hubschrauber-Geräusch *

* lautes Hubschrauber-Geräusch *

* Klopfen *

- Constanze? - Ja.

Moment.

Die Gerichtsmedizin will das Opfer abtransportieren.

- Die sollen sie nach München bringen. - Zu Bruns?

Der soll den Zoologen kontaktieren.

Sieht wie eine Bisswunde aus.

- Mach ich. - Ich nehm das schon.

- Ich hab sie gesehen. - Ha?

Bin hingelaufen und hab sie gesehen.

Ich hab sie erkannt. Am Mantel und an den Schuhen hab ich sie erkannt.

Was hat man mit ihrem Gesicht gemacht?

Wann haben Sie sie gesehen?

Als sie sie abgeholt haben.

- Frau Kristina war ein schöne Frau. - Aha.

- Streng, aber sehr schön. - Ja.

- Sie raucht im Zimmer. - Ja.

Sie macht das Fenster auf, aber ich kann's riechen.

Frau Kristina hat's auch gemerkt und war ungehalten.

Sehr ungehalten war die Frau Kristina. Sehr böse war sie.

Was will sie hier? Sie ist kein guter Gast.

Kein guter Gast.

- Ich hab sie gestern noch gesehen. - Wo?

Im Wirtshaus.

- Das mit dem Wurlitzer? - Das war ganz merkwürdig.

Sie stellte komische Fragen. Irgendwie beleidigend.

- Als ob sie mich kennen würde. - Na ja.

Du warst ihr Gast, hast im Zimmer geraucht.

Sie war mit dem Fahrrad da. War wie ich über die Felder.

Da hat sie mich noch ignoriert.

Das Fahrrad haben wir neben ihr gefunden.

Ich müsste mal nach München. Wie lange brauchst du?

- Warum? - Ich will den Zoologen dabei haben.

Das Gesicht ist zerstört. Sieht wieder aus wie Bisswunden.

Dass es eine Wurlitzer im Wirtshaus ist, hatte ich nicht erwähnt.

Nee, hast du nicht.

Du warst da.

Ja.

Ich hab die Rechnung nicht bezahlt. Hast du sie beglichen? - Ja.

- Wie viel war's denn? - Weiß ich nicht mehr.

- Ach komm. - Keine Ahnung.

Ich hab keinen Bewirtungsbeleg ausstellen lassen.

Acht Gin Tonic waren es mindestens.

Danach hab ich aufgehört zu zählen. Würd mich einfach interessieren.

Neun.

Danke.

Hast du mich ins Bett gebracht?

Wasser hingestellt, Eimer ans Bett und meine Sachen aufgehängt?

Ich hab versucht, dich anzurufen.

Ach. Ich hab mein Handy verloren.

- Danke. - Hast dich schon bedankt.

Dass du mir keine Fragen stellst.

Warum grinst du?

Keine Fragen zu stellen, kann auch eine perfide Verhörtechnik sein.

Ja. Ich hab keinen Haken mehr in die Wand gekriegt.

Mit meinem Mann nicht, mit den Kollegen nicht.

Hab schon in Hamburg wieder damit angefangen,

wollte mich selbst therapieren.

Bin seit sechs Tagen hier.

Ich hatte schon früher überlegt, dich anzurufen.

Ich hab in diesem Moment Lust, dem Bewirtungsbeleg

noch einen zehnten Gin Tonic hinzuzufügen.

Du darfst hier rauchen, musst aber das Fenster etwas aufmachen.

Ja, und ich bin froh, dass du da bist.

- Ihr Genick ist gebrochen. - Sturz?

- Sie war mit dem Fahrrad unterwegs. - Unwahrscheinlich.

Keine Sturzverletzungen. Könnte sein, dass man es ihr gebrochen hat.

Eine Umarmung, ein heftiger Ruck.

- Sind Sie die Kollegin aus Hamburg? - Ja.

Ich habe gestern Ihre Ferndiagnose bewundern dürfen.

Der Herr Kommissar berichtete davon.

Kommen Sie.

Schauen Sie. Bitte.

Das ist ein Wolfshaar. Es sind noch mehrere dieser Haare in den Wunden.

Das hier sind eindeutig Bissspuren. Sehen Sie die Abdrücke?

Der Backenzähne. Hier.

Ja.

Das sind die Bissspuren eines Wolfes. Aber jetzt kommt das Rätselhafte.

Dass ein Wolf einen Menschen angreift?

Das würd ich nicht rätselhaft nennen, eher ungewöhnlich. Heutzutage.

Damals vielleicht nicht. Sonst hätten wir diese wunderbaren Märchen nicht.

Die sieben Geißlein.

Das Rotkäppchen. Um nur die bekanntesten zu nennen.

Ich denke aber, dass Wölfe nie Menschen angefallen haben.

Ein Mythos.

Aber das hier sind eindeutig die Bissspuren eines Wolfes.

Und zwar die eines riesigen.

Wie groß?

An die zwei Meter.

Und solche Wölfe sollte es nur in den Märchen geben.

Haben Sie Fotos vom Tatort?

Ja.

Ich wäre dankbar, wenn ich die Fotografien einsehen dürfte.

- Mich interessieren die Abdrücke. - Der Pfoten.

Macht es Ihnen was aus, wenn ich meine Untersuchungen fortsetze?

Nein.

Ja, schicken Sie's rüber. Eine Kopie bitte an Dr. Biesinger.

Über den Bruns von der Rechtsmedizin erreichen Sie den. Oder am Zoo.

Und Fotos von den Abdrücken.

Haben Sie die ausgegossen?

Dann die Gipsabdrücke auch an Dr. Biesinger.

Ich hab meine Brille liegen lassen. Bin gleich da.

Äh, bist du im Urlaub?

Ich bin nicht krankgeschrieben, wenn du das meinst.

Ja, bin wieder da.

* "Anyone who had a heart" ertönt leise. *

# And now I dream of you.

# Knowing I love you.

# Stop. Anyone who had a heart

# would take me in his arms and love me, too.

* Die Musik wird lauter. *

# You couldn't really have a heart

# and hurt me like you hurt me and be so untrue.

# What am I to do?

# Every time you go away, I always say:

# This time it's goodbye, dear.

# Without you I die, dear.

# Knowing I love you.

* Die Musik wird immer lauter. *

* Die Musik verstummt. *

Haben Sie etwas vergessen?

- Die Sonnenbrille. - Ja.

Ich hab Musik gehört.

Wie lange trinken Sie schon?

Ich hab gesehen, wie Sie Ihre Brille da abgelegt haben.

Warum macht sie das?

Sie braucht offensichtlich einen Vorwand.

Wollten Sie sich gerade heimlich einen genehmigen?

- Warum lachen Sie? - Einen genehmigen.

Schon lang nicht mehr gehört, den Ausdruck.

Ich war lange in Amerika. Bin erst seit Kurzem wieder hier.

- Wie heißt es dort? - "To get drunk".

Oder "to intoxicate yourself".

Aber mir gefällt "sich einen genehmigen" besser.

- Warum? - So schön deutsch.

Die innere Behörde hat das Saufen genehmigt?

Warum haben Sie sie entblößt?

Ich versuche, weitere Wolfsspuren zu finden?

Ihre Brille.

Haben Sie Musik gehört?

Nein.

Ich hab mir auch ein Zimmer im Beneficio genommen.

- Hast du den Fall übernommen? - Ja.

Wirst du mir helfen?

- Fahren wir jetzt zu dir? - Nee. Wieso?

- Na, brauchst du denn nichts? - Ach so.

Ich hab immer eine Tasche dabei. Meine Fluchttasche.

- Hab ich auch. - Echt?

- Was ist da drin? - Wahrscheinlich dasselbe wie bei dir.

Zahnbürste, Wechselwäsche, Reisepass, Geld. - Nein.

Ja. Mit der bin ich hergekommen.

- Hast du die zum ersten Mal benutzt? - Ja.

Und du?

- Premiere. - Hast du dir sicher anders ausgemalt.

- Warum? - Du haust damit nicht ab,

sondern fährst damit zur Arbeit.

Ja, stimmt.

Ich fahr aber auch zu dir.

Also, es gibt einen Film mit Yves Montand.

Ich glaube, da ist er so eine Art Scharfschütze.

- Und er liegt im Bett ... - Ja, ja. So französische Tapeten.

- Ja. - Die brauchen ihn für einen Überfall.

Der ist mit Delon.

Er kommt aus dem Knast, geht nach Paris

- und geht in eine Billardhalle. - Ja, das ist er.

Er liegt da so im Bett und da öffnet sich eine Tür.

So eine Tapetentür.

Entsetzliche Tiere starren ihn an.

Sie kriechen auf ihn zu.

Riesige Eidechsen und Kakerlaken und ...

Yves Montand schreit, zittert.

Ich hab den Wolf gestern gesehen.

Er starrte mich an. Er war riesig.

Aufrecht auf zwei Beinen. Rote Augen.

Und er kam auf mich zu.

- Wo war denn das? - Als ich vom Wirtshaus zurückging.

- Im Bachtal. - Da hat man die Leiche gefunden.

Vielleicht hast du ja ...

- Verstehst du nicht? - Doch, klar.

Du denkst, deine Tapetentür hätte sich geöffnet.

Alkoholiker-Halluzinationen, Delirium tremens oder so ähnlich.

- Dann fahren wir da mal hin. - Was?

- Zum Bachtal. - Warum?

Gucken, ob da irgendwelche Spuren sind.

Als ich eben zurückwollte,

das war ein Vorwand, ich wollte trinken.

Gerade als ich trinken wollte, hörte ich Musik.

Und es war der Song von gestern.

Echt? Der Bacharach-Song?

Guter Geschmack, deine Halluzinationen.

Hör auf!

Montand, der hat doch dieses Zittern.

Die anderen zweifeln, ob er das hinkriegt mit dem Schuss.

Als es drauf ankommt, da trifft er.

Die Arbeit, die Aufgabe, die retten ihn.

- Willst du das damit sagen? - Ja.

Ach, und du glaubst, dass das bei mir hier auch ...

Ja.

Es war Nacht.

- Aber es war Vollmond. - Ach, deshalb.

- Wie, deshalb? - Der Werwolf.

Verstehe.

- Da hat er gestanden. - Hier?

Ja, genau da.

Das sind Reifenspuren.

Ein Unimog oder ein Jeep oder so was.

Wollte ich schon immer mal machen, Spuren lesen.

Drei Reiter, das zweite Pferd lahmt.

Hast du Autogeräusche gehört?

- Wie lange hast du da gelegen? - Ich ...

* Handy-Klingeln *

Ja.

Jaja, wir kommen gleich.

Wir fahren dann los, ja!

Der Burger hat sie gefunden. Sind seine.

- An dem einen war noch der Wolf dran. - Hat er den Wolf gesehen?

Ja. Er ist da drin mit den anderen.

- Das ist die Kollegin Hermann. - Freut mich.

- Oberwachtmeister Schrader. - Hallo.

- Ist die Kristina ermordet worden. - Sieht so aus. Darf ich mal?

- Und das Gesicht? - Wolfsbisse.

Verdammt. Die sind ganz schön aufgeregt da drinnen.

Na dann.

- Wie groß war denn der Wolf? - Na ja, ein Wolf eben.

- Ungefähr. - Na ja, so wie ein Schäferhund.

Ein bisschen größer vielleicht.

Wir haben ja ... Broddeck, kommst du mal.

Komm mal her. Pass auf.

Setz dich da mal hin. Und dann zeigst du denen, was du da hast.

Na los.

Das ist der Wolf, den Sie gesehen haben?

- Woher wissen Sie das so genau? - Das Halsband.

- Und der hatte auch so eins? - Ja.

Es ist der Türke.

- Was für ein Türke? - Der Özhan.

Der wohnt auf dem alten Springerhof. Hat er gekauft.

- Er hat eine Hundezucht. - Und da fahren wir jetzt hin.

- Das lassen wir jetzt mal. - Wir wollen ihm die Schafe bringen.

- Zum Schächten. - Tote Tiere kann man nicht schächten.

Ach nee! Habt ihr gesehen, wie behaart der Özhan ist?

- Er hat Kristina umgebracht. - Klar, weil er behaart ist.

- Halt's Maul! Da fahren wir hin. - Beruhigt euch.

Der Kommissar und ich werden mit einem Durchsuchungsbefehl

morgen dem Özhan einen Besuch abstatten. Stimmt doch?

- Und wenn er heute wieder mordet? - Erschießen wir ihn mit Silberkugeln.

Er fotografiert gerne.

Lass das. Das ist meins.

- Sie haben eine richtige Sammlung. - Das geht dich nichts an.

Wir benötigen ein paar von deinen Bildern. Gibst du sie uns?

- Aber die gehören mir. - Wir wollen nur die vom Özhan.

Wir ziehen uns die jetzt rüber und dann kannst du gehen.

- Mit meinen Fotos? - Mit deinen Fotos.

Und ihr geht jetzt nach Hause.

# Wölfe mitten im Mai, zwar nur zwei.

# Doch der Schäfer, er schwört, sie hätten das Fraßlied geheult.

# Das aus früherer Zeit. Und er schreit.

# Und sein Hut ist verbeult.

# Schreit: "Rasch, holt die Sensen, sonst ist es zu spät."

- Hallo. - # Schlagt sie tot ...

Was singt die denn da?

- Rauchen wir noch eine Zigarette? - Muss schlafen.

- Schlaf gut. - Du auch.

* Klopfen *

- Du bist ja noch im Mantel. - Du doch auch.

- Kennst du die Turkos MC? - Ein türkischer Master of Ceremony?

- Nein. MC für Motorrad-Club. - Nee.

- Darf ich reinkommen? - Ach so, ja. Entschuldigung.

Äh, kann ich noch mal die Bilder von diesem Broddeck sehen?

- Da. - Schau mal.

Die Tätowierung.

Ich hatte mal zwei Rocker von Turkos MC im Verhör.

Die hatten auch diese Tätowierung.

Das ist das Zeichen der türkischen Faschisten, der Grauen Wölfe.

Wir verdächtigten sie, zwei linke Kurdinnen ermordet zu haben.

Sie hatten sie erstochen und die Gesichter weggeschossen.

- * Handy-Klingeln * - Moment.

Ja.

Nee, nee, ich bin noch wach.

Ja.

Wie heißt das?

Tubo? Ohne R?

Ja.

Ja, sieht so aus. Danke. Ja.

Sie ist ermordet worden.

Die haben Lähmungsgift in ihrem Blut gefunden.

Tubocurare. Bewirkt volle Lähmung bei vollem Bewusstsein.

Muss aber injiziert werden.

Der Mörder muss sehr dicht an sie herangekommen sein.

Herr Özhan?

* Lautes Stöhnen *

Brauchen Sie nicht.

Hier, in der Brusttasche.

BND.

Der ist gebrochen, oder?

Ah!

Ah!

- Ja. - Offen?

- Ja. - Scheiße! Taugen hier die Ärzte was?

Das ist ein Skigebiet. Super zum Knochenbrechen.

Hab ich ein Glück.

Özhan hat von der Ermordung Kristina Kamms gehört und Panik bekommen.

- Hätte ich an seiner Stelle auch. - Ganz normal.

Vor Panik ist er Hals über Kopf geflohen

- und Sie mussten nur Spuren tilgen. - Ja.

Er hat Hund für Hund erschossen. So ganz Hals über Kopf war es nicht.

Nur den Wolf, den hat er verschont.

Kristina Kamms Gesicht wurde durch Wolfsbisse verstümmelt.

Özhan hatte ein Verhältnis mit Kristina Kamms.

- Wir kommen Sie darauf? - Es gibt einen Film.

- Was für einen Film? - Wollen Sie ihn sehen?

Viel scheint ihr vom BND ja nicht zu wissen.

Es reicht, dass ich weiß, dass Sie eigentlich im Urlaub sind.

- Den Sie ihr gerade versauen. - Ich? - Ach komm!

Özhan hatte Angst. Eine Freundin wird ermordet, ihr Gesicht verstümmelt.

Er weiß, dass das ein Zeichen und seine Tarnung aufgeflogen ist.

Er flieht. Das ist die ganze Geschichte.

Ich hab auch eine: Eine Undercover-Existenz,

weit weg von zu Hause, von den Freunden, der Familie.

Ein einsamer Wolf.

Und dann endlich eine Liebesgeschichte.

Aber die Frau will sich trennen. Er verliert die Nerven, tötet sie.

Er will jetzt wieder unter euren Schutz, in sein Rudel.

- Hm? - Pf!

Böse Metapher.

Aber nur eine Geschichte. Er war es nicht.

Das soll er uns aber selbst erzählen.

- Aber nur informell. - Natürlich.

Bin doch im Urlaub.

Meuffels?

Wir möchten mit Herrn Özhan allein sprechen.

Nicht möglich. Kommen Sie.

- Warum nicht hier? - Kommen Sie.

Oh!

Was soll die Maskerade?

Das ist lächerlich. Wir haben Sie auf einem Film gesehen.

Was für ein Film?

Bei Ihnen im Schlafzimmer. Sie saßen fast nackt auf dem Bett.

Die Ermordete war bei Ihnen. Sie war auch fast nackt.

Können Sie bitte die Kapuze abnehmen! Das ist doch albern!

Zufrieden?

Fiel es Ihnen schwer, die Hunde zu erschießen?

- Jeder Hund hatte einen Namen. - Ich konnte sie ja nicht mitnehmen.

- Am Leben lassen, das ging nicht? - Nein.

Ich wollte nicht, dass sie leiden wie Kristina.

Woher wissen Sie, dass Sie gelitten hat?

Ich weiß doch, was die machen.

Und das wollten Sie den Hunden ersparen.

Haben Sie gesehen, wie sie herumkriechen,

vor Schmerz jaulen, wenn man ihnen die Hinterläufe zerschmettert ...

Den Wolf haben Sie nicht erschossen.

Konnten Sie nicht?

Nein.

Haben Sie ihn freigelassen?

Ja.

Die Menschen haben furchtbare Angst vor Wölfen.

Gleichzeitig sind sie ein großer Gründungsmythos.

- War das jetzt eine Frage? - Romulus und Remus.

- Der kleine Mogli. - Wer ist Mogli?

Dschungelbuch.

- Wollt ihr mich verarschen? - Wie ist das bei den Grauen Wölfen?

- Da gibt es die Wölfin Asena. - Wird das ein Kultur-Quiz?

Ich habe andere Probleme, verdammte Scheiße! Ganz andere!

Wie haben Sie Kristina kennengelernt?

- Sie wollte was von mir. - Was denn?

Den Hof!

Ihren Hof?

Kristina war schlau. Der Hof wäre wertvoll geworden.

Aber dann hat das mit Olympia nicht geklappt. - Und dann?

Dann ist ihr Interesse an mir so ziemlich erloschen.

Hätten Sie Kristina gerne weiter getroffen?

Haben Sie gesehen, wie hübsch sie war?

Aber sie wollte Sie nicht mehr treffen.

Haben Sie versucht, wieder Kontakt mit ihr zu bekommen?

Haben Sie angerufen, ihr nachgestellt, ein Treffen erzwungen?

Das können wir alles recherchieren.

Zum Zeitpunkt der Ermordung war Herr Özhan mit uns in Kontakt.

Was für ein Kontakt?

- Telefonisch, persönlich? - Persönlich.

Das ist das Protokoll. Gesprächsinhalte sind geschwärzt.

Datum und Ort können Sie rechts ersehen.

Wenn ihr Mann in Schwierigkeiten ist, zücken Sie ein Dokument?

Wir hatten das Gefühl, Ihnen das zu schulden. - Sie haben Gefühle.

- Ja. Pflichtgefühle. - Ach so, ja. Ich dachte schon.

Er hat beim Freilassen des Wolfes die Konsequenzen vergessen.

Man könnte von Fahrlässigkeit sprechen. Er bedauert das sehr.

Wir glauben nicht, dass es der Wolf war.

Sie glauben, wir fühlen.

Der Rest ist Schweigen.

Jetzt würd ich auch gern eine rauchen.

Danke.

Du nicht?

Mit der Frage nach dem Gründungsmythos,

- wo wolltest du da hin? - Ach ...

- War blöd. - Nee. Wieso?

Asena heißt die Wölfin bei den Türken,

hat den Ur-Türken, einen kleinen Jungen,

der ein Massaker überlebt hat, gesäugt und gerettet.

Später zeugt er mit ihr 10 Nachkommen.

Die Ur-Stämme der Türken. Oder so ähnlich.

- Er schläft mit seiner Mutter? - Ja.

Verstehe. Sodomie und Inzucht begründen die türkische Nation.

- Du wolltest ihn wütend machen. - Ja.

- Ein bisschen primitiv. - Hat doch geklappt.

Er hat die Fassung verloren. Der vom BND ist auch ganz nervös geworden.

- Letztendlich ist doch alles sinnlos. - Hm?

- Sinnlos. - Ja.

Die haben sicher schon eine Geschichte für die Presse.

Ja klar. "Der Problemwolf."

"Die Rückkehr der Wölfe und der Angst" in der ABENDSCHAU.

Zwei Tage Schrecken. Dann erschießen mutige Polizisten den Wolf.

Winterloch.

Ich seh diese Arscheigen-Experten schon.

Einer vom Agrarverband. "Der Wolf bedroht unsere Herden."

Und so ein bezopfter Naturfreund, der dagegenhält.

Bleibt noch das Gift.

Zweites Labor, anderer Befund.

Und der Werwolf?

Lebt nur in meinem Kopf.

* Schuss *

* Handy-Klingeln *

- Meuffels. - Schrader. Wir haben den Wolf.

- Gefangen? - Geschossen.

- Wo? - In der Nähe von Özhans Hof.

- Waren Sie dabei? - Ich kam später dazu.

- Wie ist es passiert? - Sie haben den Hof umzingelt.

Der Wolf wollte abhauen. Da haben sie ihn erwischt.

- Hat er sich gewehrt? - Wie bitte?

- Wo sind Sie denn jetzt? - Ich oder die anderen?

- Oh, Sie! - Auf dem Weg zur Wache.

- Und der Wolf? - Auf Burgers Pick-up.

Der muss in die Gerichtsmedizin! Der muss untersucht werden!

- Die feiern gerade. - Bitte?

- Die sind alle beim Burger. - Dann fahren Sie jetzt dahin!

Die werden ja wohl auch ohne Wolf feiern können.

- Schrader! - Ich dreh gerade um.

Wir treffen uns am Wirtshaus.

Mann!

Ging ja schnell.

Keine ABENDSCHAU, keine Experten.

Wenigstens das.

Aha.

Du, ich muss Schluss machen.

Die sind alle beim Burger.

- Gibt's noch was zu essen? - Küche ist schon zu.

Ich könnte eine Wurstplatte machen.

Ja, ist doch gut.

- Und zu trinken? - Ein Wasser, bitte.

- Groß? - Klein.

- Und Sie? - Äh, Apfelschorle. Klein.

- Danke. - Bitte.

Danke.

Prost.

Prost.

Da gibt's die Geschichte von Henry Miller.

Da sind sie so pleite, dass sie keinen Wein oder Schnaps mehr haben.

Sie müssen Wasser trinken.

Und sie trinken das aus Weingläsern.

Und am Ende sind sie furchtbar betrunken.

Hm. Geht das auch mit Apfelschorle?

Magst du Musik hören?

Glaubst du, dass es der Özhan war?

Du?

Ja.

Weiß nicht.

Vielleicht ist das so ein Ritual bei denen.

Ziehen sich eine Wolfsmaske über und stellen ihre Ehre wieder her.

Kann man ja mal recherchieren.

* Musik: Martin Stephenson and the Daintees - "Rain" *

Wie lange hast du denn noch Urlaub?

16 Tage. Warum?

Der Typ da draußen neben dem BND-Mann ist mein Chef.

Der wird mir gleich mitteilen, dass der Fall abgeschlossen ist.

Und dass ich 20 Tage Resturlaub habe

und dass ich den doch nehmen soll und ausspannen.

- Können Sie mal nach draußen kommen? - Herr Schrader.

Guten Abend, Herr Kommissar.

Zigarette.

- Eine reicht. - Brauchst du Feuer?

Dauert nicht lange.

Wo willst du denn hin?

In den Urlaub.

Man kann nicht in Urlaub gehen, wenn man seine Arbeit nicht erledigt hat.

Du bist aber gut erzogen.

Findest du nicht?

Machen alle anderen doch auch.

Ich will ja nicht so einen Scheiß-Urlaub.

Was willst du denn für einen?

Filme gucken. Mit dir.

Den mit Paul Newman.

Gibt auch noch andere.

Den mit der Tapetentür würde ich auch gern noch mal sehen.

Ja ...

Wir müssen ja nicht nur Filme gucken.

Schön ist ja auch ...

... Musik hören mit dir.

Okay.

Echt?

Ja.

Ja.

Wie lange brauchst du?

- Stunde. - Viel länger brauch ich auch nicht.

Muss noch mal kurz nach Hause, ein paar Sachen holen.

Hast du nicht gesagt, du hättest deine Fluchttasche immer dabei?

Ja, aber ich hab immer gedacht, ich müsste allein fliehen.

Fahren wir die Nacht durch?

Find ich gut.

* Klopfen *

Ja, die Tür ist auf.

Entschuldigen Sie, aber ich konnte Sie telefonisch nicht erreichen.

Ja, mein Handy ist defekt.

Ich hab mir den Wolf angeschaut. Ich hab ihn in mein Labor bringen lassen.

Da ist etwas Merkwürdiges, was ich Ihnen zeigen muss.

Dem Herrn Kommissar hab ich schon Bescheid gegeben.

Ich soll Sie mitnehmen.

Ganz zerschossen haben sie den Wolf.

Sie müssen immer weiter hineingeschossen haben in den Körper.

Wir konnten den Kadaver kaum transportieren.

Merkwürdig, diese Angst. 50 Jahre gab es keine Wölfe hier.

- Dann ist da ein halb gezähmter ... - Was wollen Sie uns zeigen?

Er hat rote Augen.

Erst dachte ich, dass das Rot vom Blut der Wunden stammt.

Aber ich hab die Augen ausgewaschen. Es sind wirklich rote Augen.

Phosphoreszierendes Rot. Es leuchtete.

Und nicht nur das. Die Schrotladungen haben dem Wolf den Bauch aufgerissen

und den Brustkorb zerfetzt, das Herz lag frei.

- Es ist nicht das Herz eines Wolfes. - Was?

Ich dachte, ich zeig's Ihnen zuerst.

Ja.

Constanze?

Rollkoffer nie aufs Bett legen.

Die Rollen sind doch ganz schmutzig. Mann, Mann, Mann, Mann.

Jetzt gehen sie alle weg.

Ob die je wiederkommen?

Der Wolf ist doch tot.

Sie bleiben ja auch nicht, oder?

Sie sind im falschen Zimmer.

Ja, äh, ich ...

Ich hol Frau Hermann ab.

- Die wurde doch schon abgeholt. - Bitte?

Kommt aber bestimmt wieder. Muss ja ihren Koffer noch holen.

- Von wem wurde sie abgeholt? - Bezahlt hat sie auch noch nicht.

- Von wem wurde Frau Hermann abgeholt? - Vom Wolfi.

- Wer ist Wolfi? - Na der Wolfi, der Wolfi Biesinger.

Der ist jetzt ein Doktor, der Wolfi.

* verschiedene Tier-Laute *

Hier herein, bitte. Bitte sehr.

* Er sperrt die Tür zu. *

* metallenes Scheppern *

* Musik: "Anyone who had a heart" *

# Anyone who ever loved could look at me.

# And now that I love you.

# Anyone who ever dreamed could look at me.

# And now I dream of you.

# Knowing I love you.

# Stop. Anyone who had a heart

# would take me in his arms and love me, too.

# You couldn't really have a heart

# and hurt me like you hurt me and be so untrue.

# What am I to do?

# Every time you go away, I always say:

# This time it's goodbye, dear.

# Loving you the way I do I take you back.

# Without you I'd die, dear.

# Knowing I love you so.

# Anyone who had a heart would take me in his ...

* Er schaltet die Musik aus. *

Bei Licht betrachtet sieht das schon ein wenig lächerlich aus.

Das ist ein Betäubungsgewehr.

Damit kann man auf größere Entfernung injizieren.

Ich hab Kristina unterhalb der Brust getroffen.

Ich hatte befürchtet, dass die Nadel nicht durch ihren Mantel kommt.

Aber Tiere haben ja auch oft ein dickes Fell.

Und das hab ich selbst gebaut.

Damit hab ich ihr auch das Gesicht zerstört.

Ich glaube, sie hat erst im letzten Moment verstanden, was geschieht.

Erst als ich gesungen hab. Ich glaube, erst dann.

Dann hab ich Sie singen hören.

So schön gesungen haben Sie.

Zuerst hab ich mich sehr erschreckt.

Da tötest du eine Frau und eine andere läuft singend vorbei.

In dieser Mondnacht.

Und sie singt dasselbe Lied.

Ich dachte, Sie wären eine Erscheinung.

Haben Sie Angst?

Ich hör Ihnen zu.

Ich muss Ihnen noch viel erzählen.

Und das ist so anstrengend.

Sechs Jahre war ich bei einem Logopäden in Denver.

Drei Stunden täglich, bis ich so sprechen konnte.

Aber es geht nie von selbst.

Es ist immer Arbeit. Es ist so anstrengend.

Aber ich möchte mich nicht mehr anstrengen. Ich kann nicht mehr.

Ich hab studiert, ich hab meinen Doktor gemacht.

Ich bin Wissenschaftler und habe ein gutes Einkommen.

Ich hab eine Wohnung in Bogenhausen und den Hof der Eltern.

* Klopfen *

Ich bin anerkannt in meinem Fachgebiet.

Ich kann sprechen. Und ich hab einen Bart, der alles verbirgt.

* Handy-Vibrieren *

Ist der Kommissar. Hab ich mir schon gedacht.

Ist ein kluger Mann.

Er liebt sie. Ich kann so was sehen.

Sie ist bei mir. Wollen Sie sie sprechen?

Ich höre Fahrgeräusche. Sie sind schon unterwegs hierher?

Kann ich jetzt bitte Frau Hermann sprechen?

Sie steht vor mir.

Ich glaube, dass sie Sie auch liebt.

Wissen Sie, eigentlich hätte ich Sie gerne beide hier gehabt.

Aber Sie haben eine Pistole. Das hätte schiefgehen können.

Und dann wollte ich ein wenig allein mit ihr sein.

Ich brauche noch ein wenig Zeit. Wo sind Sie gerade?

- Auf der Autobahn. - Nicht lügen.

Sie sind schon in der Stadt. Kann man am Motorengeräusch hören.

- Dann bleibt uns nicht mehr viel Zeit. - Hören Sie ...

Ich bin gleich bei Ihnen. Dann können wir in Ruhe ...

Ich hab Sie hier auf laut gestellt.

Wir können Sie hören und Sie können uns hören.

- Constanze? - Ja.

- Geht's dir gut? - Ja.

Ich bin gleich bei dir.

# (Biesinger) I love you so.

# Anyone who had a heart

# would take me in his arms and love me, too.

# You couldn't really have a heart

# and hurt me like you hurt me and be so untrue.

# What am I to do?

Immer wenn ihnen langweilig ...

Immer wenn ihnen langweilig war, und ihnen war oft langweilig,

dann haben sie mich gerufen

und ich sollte "Anyone who had a heart" singen.

Und ich sang und sie lachten.

Und Kristina lachte am lautesten.

Und obwohl es mir wehtat, wie sie lachten,

war es schön, Kristina lachen zu sehen.

Jahrelang hab ich gesungen.

Jahrelang hab ich Kristina lachen sehen.

Meine Lebensliebe.

Nur ein Kuss.

Davon hab ich geträumt. Jede Nacht.

Ihre schönen Lippen

auf meinen gespaltenen.

Wolfi haben sie mich genannt. Aber nicht, weil ich Wolfgang heiße.

Wolfsrachen. Verstehen Sie?

# Anyone who had a heart would love me too.

# Anyone who had a heart would take me in his arms

# and always love me.

# Why won't you?

Ich kam aus Denver zurück und dachte, jetzt könnte sie mich lieben.

Sie war nett.

Sie freute sich, mich zu sehen, aber vielleicht war ich zu forsch.

Zu ungeduldig.

Wir gingen an der Isar lang und ich bat sie um einen Kuss.

"Nur wenn du's noch einmal für mich singst", hat sie gesagt.

Und ich hab gesungen. "Nein, wie früher", hat sie gesagt.

Und ich hab so gesungen wie früher.

Und wieder hat sie gelacht.

Und dann wollte ich sie küssen und sie wehrte sich.

Und ich sah, dass sie sich ekelte.

Dass sie mich verachtete.

Haben Sie Mitleid?

- Nein. - Sie sehen aber traurig aus.

Ja.

Und warum sind Sie traurig?

Weil alles vergeblich ist.

Was meinen Sie damit?

Ich dachte, wenn ich Kristina töte, dann wär ich befreit.

Wenn ihr Lachen aufhört,

wenn ich sehe, dass sie Angst hat, aber ...

Das meinen Sie doch mit Vergeblichkeit, oder?

Ich hätte mich gern noch länger mit Ihnen unterhalten.

* Musik *

# Anyone who ever loved could look at me.

# And now that I love you.

# Anyone who ever dreamed could look at me.

* Er lädt seine Pistole durch. *

# Knowing I love you ...

* verschiedene Tier-Laute, leise Musik *

* Die Musik wird lauter. *

# Loving you the way I do I take you back.

# Without you I'd die, dear.

# Knowing I love you so.

# Stop. Anyone who had a heart

# would take me in his arms and love me, too.

# You couldn't really have a heart

# and hurt me like you hurt me and be so untrue.

# What am I gonna do?

* Die Musik wird leiser. Wölfe heulen. *

* Schuss *

* Wolfsheulen *

* Die Musik wird wieder lauter. *

# Anyone who had a heart would take me in his arms

# and would always love me.

# Why won't you?

# Anyone who had a heart would love me too.

# Anyone who had a heart would take me in his arms

# and would always love me.

# Why won't you?

Untertitelung: BR 2016

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.