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Zulu
*Uhr tickt*
*Zug f�hrt vorbei*
*Melancholische Musik*
*Unruhiges Atmen*
*Weiterhin melancholische Musik*
*Weiterhin melancholische Musik; Radio im Hintergrund*
*Radio wurde ausgeschaltet; Stille; Schritte*
(Mann im TV): Am Samstag l�uft... *Sie schaltet um*
(TV): ...Ich habe eine Frage an die Ern�hrungsberaterin...
(Kind vom anderen Sender): Aufstehen, schnell!
*Schritte; Peppige Musik vom TV*
(Kind im TV): Wir m�ssen in die Schule, wir haben verschlafen...
*TV l�uft weiter im Hintergrund*
*TV wird ausgeschaltet*
*T�r wird zugeschlagen*
(Arzt): Helene...
Du bist kerngesund. Komm mir nicht mit so was.
Power dich richtig aus. Geh ins Fitnessstudio.
Dann kannst du wieder gut schlafen.
Und gr�� Christoph.
Willst Du mir nicht irgendwas verschreiben?
Das wird schon.
*Hunde bellen; K�he muhen*
(Karl): Helene!
Helene!
Warum bist du so wild darauf?
Ist doch die reinste Chemie.
Na und?
Schmeckt aber wie fr�her.
Mach?s gut, Karl.
*Schafe bl�ken; Vogelgezwitscher*
*Uhr tickt*
*Unruhiges Atmen*
*Radio im Hintergrund*
*Weiterhin Radio im Hintergrund*
*Klassische Musik; Schritte*
(Eduard im Radio): Eduard E. Gluck. H�ren Sie?
Ein wunderbar rhythmischer Name.
Also in jener Nacht
war ich vier und konnte nicht schlafen,
weil hinter unserer Wohnung G�terz�ge vorbeifuhren.
Ich erinnere mich:
Ich sitze aufrecht im Bett und konzentriere mich.
Ich wei� noch, dass ich nachgedacht habe...
als meine Mutter die T�r �ffnet.
Ich sehe immer noch ihre wundersch�ne Gestalt vor mir
und ich erinnere mich, dass sie...
pulvrig, zerbrechlich, s�� duftet.
Sie holt mich zur�ck von einem Ort in meinem Bewusstsein.
Es war sch�n dort.
Und ich m�chte wieder hin.
Er besteht nur aus Gedanken und aus mir,
der sie denkt.
Aber sie wartet auf den n�chsten Zug
und l�sst mich auf die Waggons h�ren.
Ihnen zuh�ren. Und sie sagen meinen Namen.
(fl�stert rhythmisch: Eduard E. Gluck, Eduard E. Gluck...
Ich lernte, dass ich die Wirklichkeit so umdeuten kann,
wie sie mich gl�cklich macht,
und dass meine Egomanie mich immer wieder aufheitern wird.
*Energische Musik*
(Vom Buch): Man dachte, Dopamin sei das Mittel zum Gl�ck.
Dabei wird es ausgesch�ttet,
wenn wir nach etwas oder nach jemandem verlangen.
Wenn unser Verlangen aber gestillt wird, was dann?
Sehnen wir uns nach Gl�ck
oder sehnen wir uns nach der Sehnsucht nach Gl�ck?
Kommst du nicht ins Bett?
Ich lese noch ein bisschen.
Was liest du denn da?
Eduard E. Gluck. Ein Gehirnforscher.
Und was sagt er so?
Dass man die Wirklichkeit mit seinen Gedanken steuern kann.
Und dass man sich selber...
umprogrammieren kann, wie ein Computer.
Dann m�sste man mir eine neue Festplatte einsetzen.
Ich komm gleich.
*Er schl�gt die T�r zu*
*Vogelgezwitscher von drau�en*
*Windger�usche*
*Ged�mpftes Holzger�usch; Vogelschwarm fliegt weg*
*Er st�hnt*
Hast du dir wehgetan?
Die Harke lag unterm Baum.
Nicht sprechen.
Nicht sprechen, Karl.
*Stille*
Er wollte, dass ich wieder mit ihm in die Kirche gehe. Und?
Ich hab?s nicht getan.
Jetzt mach dir keine Vorw�rfe.
Dass der Pfarrer aus jedem anst�ndigen Menschen
einen M�rtyrer machen muss...
Solch eine Rede will ich bei meiner Beerdigung nicht.
M�rtyrer sind Selbstm�rder.
Sie bringen sich um und werden von allen gemalt
und alle nennen ihre Kinder nach ihnen.
Karl war kein M�rtyrer, er war einfach nur ein guter Mensch.
Sie sind Beispiele. Ach, so eine Schei�e. Mhm...
Sie sind Beispiele.
Ja, gut, okay. Ja.
Dann sind sie Beispiele.
Dann hast du eben tausend Beispiele, wie du denken
und nach welchen Regeln du leben sollst.
Warum gehst du nicht mehr in die Kirche?
Du wei�t warum.
Oh ja. Ja, das wei� ich.
Da hast du recht. Weil du Vernunft angenommen hast.
Willst es nur nicht wahrhaben. Du bist hier rumgekrochen,
als w�rst du mit deinem schei� Jesus verheiratet.
Und mich macht das fertig,
dass du dich so unter deinem Wert verkaufst. Helene?
Verstehst du, was ich meine?
Du machst dich... so klein.
Und deshalb hab ich dich nicht geheiratet.
Und f�r diesen "gottlosen" Zustand auch nicht.
Ja, und jetzt immer dieses beschissene L�cheln.
Schei�e noch mal.
Das ist nicht... Was? Wahr?
Das ist nicht wahr?
Mich verarschst du nicht.
"Ich habe meinen Glauben verloren."
Ich sag dir jetzt was: Du hattest nie einen Glauben!
Wie du aus dieser verdammten Kirche nach Hause kamst.
Die Farbe in deinem Gesicht.
Du bist doch dort nur hin, um zu kommen.
Augen zu. Auf die Knie. Schwei�nass.
Du konntest nur nicht mehr stehen!
Mhm?
Dann hat Gott keinen mehr hochgekriegt, nicht?
Also hast du ihn verlassen.
Hab ich recht?
Jetzt wehr dich doch mal!
Mach!
Hab ich recht?
Aua!
*Sie keucht und st�hnt*
Helene. *Sie atmet schwer*
Helene.
Im Krankenhaus sind sie f�r so was besser ausgestattet.
Du warst der Erste, der uns einfiel. Ja ja.
Ich muss eine Leitungsinjektion machen.
Zwei Fingern�gel m�ssen entfernt werden.
Du kannst gerne drau�en warten.
Du musst dir das hier nicht angucken. Nein.
Ich bleibe bei meiner Frau.
*Stille*
Wo bist du?
*Steigende atmosph�rische Musik*
*Geschirr klimpert; Stimmengewirr*
(Mann): Kann ich Ihnen helfen?
Nein. Ich warte auf jemanden.
*Entfernter Applaus*
*Stimmengewirr*
Nein, ich bin schon zu sp�t f�r einen Termin.
Wir sprechen uns gleich. Ich danke Ihnen.
Frau... Brindel? Hab ich recht?
Ja. Sie haben recht, Professor Gluck.
Das ist mein Lieblingssatz.
Oben wird uns niemand st�ren.
Ich hab Kaffee bestellt,
ist gut m�glich, dass wir keinen bekommen werden.
Bitte. Danke.
Religi�se Erfahrungen, spirituelle Gef�hle.
Wissen Sie, ob das nur Chemie ist?
Elektrische Zuckungen?
K�nnen Sie sagen, ob...
Ist es m�glich, dass etwas...
Kennen Sie so was �berhaupt?
Wahrscheinlich gar nicht. Ich meine...
Ich habe ein Problem. Offensichtlich.
Und Sie k�nnen es nicht beschreiben.
Hatten Sie eine religi�se Erfahrung? Nein, also...
H�tten Sie gerne eine religi�se Erfahrung?
Spirituell.
H�tten Sie gerne das Erlebnis, oder seine Definition?
Sowohl als auch.
Na ja, Sie m�ssen genauer mit Ihren W�nschen werden.
Ein spirituelles Erlebnis kann ich Ihnen nicht geben.
Und Definitionen
taugen nur so lange, bis irgendjemand sie widerlegt.
Ja?
Oder...
Reden wir hier �ber Gott?
Den Glauben? Dar�ber wei� ich nicht viel.
Ich verschwende Ihre Zeit.
Aber da war etwas in Ihrer Arbeit.
In Ihrem Verst�ndnis...
*Sie r�uspert sich* Eine Qualit�t.
Nicht so sehr die Theorien selbst,
aber etwas in Ihren Theorien.
Eine spirituelle Qualit�t in meinen Theorien?
Hm...
Ja, ja.
Das ist ganz nat�rlich.
Ich meine, jede echte Suche...
st��t an die Grenzen unserer Erfahrung
und ins Unbekannte vor.
Das ist eine dem�tigende Erfahrung. Sie sind dem�tig?
Ich erfreue mich eines ausgepr�gten Selbstbewusstseins.
Aber die Gr��e meines Werks und seine Sch�nheit,
ich meine das Werk an sich, verstehen Sie?
Das macht auch dem�tig.
Ich helfe Ihnen �berhaupt nicht weiter.
Ich habe auf der ganzen Linie versagt.
Ich bin das nicht gew�hnt. Das kann ich mir denken.
H�ren Sie, ich wollte Sie nicht...
Kann ich noch mit Ihnen reden? Sp�ter?
So gut wie unm�glich. Daf�r gibt es ja die Vorlesungen.
Ja.
Danke f�r Ihre Zeit.
H�ren Sie...
Sie kommen den ganzen Weg hierher.
Ohne Garantien.
Professor, Ihr Publikum wartet.
Am besten w�re es gegen sieben.
Heute Abend beim Italiener am Ende des Platzes.
Da Giorgione. Ich werde p�nktlich sein.
Sie sehen auch wie der p�nktliche Typ aus.
Erz�hlen Sie es niemandem, sonst wird mein Publikum dabei sein.
Ihre Haare...
Bitte? Sie sind zu lang.
Ich meine... Ich meine nicht...
Entschuldigung. Um sieben dann.
Ja, um sieben. *Sie r�uspert sich*
*Stimmengewirr*
*Verkehr von drau�en*
Kommst du zurecht allein zu Haus? Nat�rlich.
Gut, gut.
Sollen wir nach Hause?
(seufzend): Ihr seid doch gerade erst angekommen.
Jetzt macht euch ein paar sch�ne Tage da in Hamburg. Hm?
Ja.
Und gr�� deine Schwester von mir.
Mach ich. *Er legt auf*
Wenn die Dinge weg sind, die H�user, die Menschen...
kann ich auch nicht an mich selbst glauben.
Sie sind in einer fremden Stadt.
Das ist nicht schlimm.
Es hei�t Urlaub. Das wei� ich.
Und Sie sind ziemlich �berm�det.
Stimmt nicht.
Das fing schon vor Jahren an.
Ich bin ein Mensch ohne Glauben.
*Cocktail-Musik; Stimmengewirr*
Ihre Haare...
Seit fast einer Stunde sitze ich schon vor Ihnen.
Oh, tut mir leid. Ich war unaufmerksam.
Ich bin hier f�r ein ernsthaftes Gespr�ch, nicht f�r Ihr Haar.
Ich lies es f�r Sie schneiden.
Was geht hier vor? Kein Grund zur Aufregung.
Ich tat es nur, um Ihnen zu gefallen.
Damit Sie sich entspannen.
Mit meinen Haaren ist es genauso.
Ich schneide sie selbst vor dem Spiegel, um Zeit zu sparen.
Dann mache ich die Haare nass und schneide ein bisschen ab.
Wie es aussieht ist mir egal, ich muss mich nicht anschauen.
Sie m�ssen mir nicht beim Entspannen helfen.
Das tue ich nicht mehr.
So, wir m�ssen gehen. Nein. Wie bitte?
*Herzschlag*
Sp�ren Sie das?
Ich bin kurz vorm Durchdrehen.
Frau Brindel...
Sie m�ssen keine Angst haben. Nicht jetzt.
Wir gehen, weil ich Sie mitnehmen will.
An einen Ort, wo Sie abgelenkt werden.
Es wird nichts Schlimmes geschehen.
Hat Sie jemand wichtiges schon einmal verlassen?
Ja. Meine Mutter.
Sie starb, als ich in den Staaten studierte.
Ja, �hm... Ich will Sie nicht langweilen.
Woran ist sie gestorben? Ein Blutgerinnsel im Kopf.
Das tut mir leid.
Aber das ist ja normal. Normal?
M�tter sterben irgendwann.
Mittlerweile habe ich mich auch angepasst.
Wen haben Sie verloren?
Gott.
Mhm. Er war in allem, was ich ber�hrt habe.
Alles Erschaffene. Ich konnte f�hlen, riechen,
ich konnte sehen, dass es erschaffen worden war.
Ich konnte schmecken, wenn er mich ber�hrt hat.
So gro� war seine Liebe.
K�nnen Sie sich vorstellen, wie das ist,
wenn einen so eine Liebe verl�sst?
Eines Morgens begreifen Sie den Himmel nicht mehr.
Das ist wie sterben.
Obwohl sterben w�rde man gerne, aber es geht nicht.
Ich w�rde Sie ungern "Frau Brindel" nennen.
Ich bin Eduard.
Helene. Ist das Ihr Name?
Ne, den hab ich mir gerade ausgedacht.
Nat�rlich ist das mein Name. Ich war immer Helene.
Aber nicht immer Brindel?
Mein M�dchenname ist Heimer.
Es gab also einen Herrn Brindel?
Den gibt es immer noch. Er ist zu Hause.
Wei� er, wie es Ihnen geht?
Nicht immer. Und nicht, wenn ich es nicht will.
Er arbeitet viel. Und er ist nicht religi�s.
Es gefiel ihm auch nicht, dass ich es war.
Es ist nicht seine Schuld.
Aber wenn Sie beide sich �hnlicher w�ren...
Wir sind halt so. "W�re" und "h�tte" n�tzt niemandem was.
*Stimmengewirr*
Was ist das hier?
Gleich wird es "Moderner Tanz" sein.
Mir hilft das beim Denken.
Ich habe die Karten nach unserem Treffen gebucht.
Moderner Tanz? Ja, vertrauen Sie mir.
Mhm. Aus Finnland.
Wie geht es Ihnen jetzt?
Manchmal sollte man sich das nicht fragen.
Dann f�hlt man sich automatisch besser.
*Elektronische Kl�nge*
*Weiterhin rhythmische elektronische Kl�nge*
Frau Brindel!
Bitte sch�n. Danke. Zum Wohl.
*Stimmengewirr*
Tja, ich denke, wir verzichten auf den zweiten Teil, hm?
Wollen wir?
Kennen Sie diese Geschichte?
Als Kind betete ich, dass Gott mir ein Fahrrad schenkt.
Das Fahrrad kam nie.
Tja, mit Gott l�uft das so nicht.
Also habe ich mir ein Fahrrad geklaut.
Und danach um Vergebung gebetet.
Wenn man Beweise braucht, hat man keinen Glauben.
Sie hatten Beweise, was ungew�hnlich ist.
Gott hat Sie ber�hrt. Jetzt nicht mehr.
Vielleicht m�ssen Sie erst jetzt anfangen zu glauben.
Ist Ihr Gott ein "Er"? "Sie" klingt komisch.
Ja, aber dann hei�t es doch,
dass es f�r Sie noch existiert. Hm.
Fangen Sie da an. Ich werd's versuchen.
Sie tun so, als h�tte ich Sie zum Aufr�umen verdonnert.
Nein, ich verstehe was Sie meinen. Sehen Sie? Was?
"Welt der Erotik"...
Ich springe im Thema. Verzeihung.
Wahrscheinlich k�nnen Sie damit nichts anfangen.
Damit habe ich mich nie besch�ftigt.
Das brauchen Sie auch nicht.
Ich hatte einen guten Abend. Vielen Dank. Gute Nacht.
Gute Nacht.
Darf ich etwas tun, was ich gerne tun m�chte?
Auf jeden Fall. Tun Sie, was immer Sie Schlimmes vorhaben.
Leben Sie wohl.
Und vielen Dank. Gerne.
*T�r geht zu*
*Ruhige atmosph�rische Musik; T�r geht auf*
*Schnelle Schritte; Gekicher; Stimmengewirr
*Weiterhin ruhige atmosph�rische Musik*
*Ged�mpfte T�ne*
*Spannungsvolle Kl�nge*
*Verkehrsger�usche; Telefon klingelt*
*Telefon klingelt weiter*
(verschlafen): Hallo?
Hallo?
*Sie st�hnt*
Frau Brindel?
Ach... Hmm... ja?
(lachend): Sie klingen verschlafen. Das ist gut!
Wer ist da?
Eduard. Eduard Gluck. Wissen Sie, wie sp�t es ist?
Wie sp�t? Na, 2 Uhr Nachmittag.
Was?
Geht es Ihnen besser?
Ich freue mich, dass Sie schlafen konnten.
Essen Sie mit mir zu Mittag?
In einer Stunde an Ihrer Rezeption.
An meiner Rezeption? Ja, bis gleich.
Eduard. Eduard, genau.
Sie k�nnen sich erinnern.
Haben Sie Hunger?
*Wind- und Wasserger�usche; M�wenschreie*
Ich musste von der Konferenz verschwinden.
Und wollte Hamburg verlassen.
Ich hab's mir anders �berlegt.
Zu Hause muss ich mich in ein neues Projekt st�rzen.
Je fr�her ich zur�ckkomme, desto fr�her f�ngt es an.
Und ich m�chte ein, zwei Tage f�r mich.
Gestern war ich aber da. Nein, das war wie Alleinsein.
Entschuldigung, so meine ich das nicht.
Es war sehr erholsam.
*Er lacht*
Wissen Sie, ich sehe gebildete Menschen...
Nein. Sehr gebildete Akademiker
sind nicht immer die beste Gesellschaft.
Ich rede mich hier gerade um Kopf und Kragen.
*Er r�uspert sich und l�chelt*
Ja...
Also dann... Vielen Dank ein zweites Mal. Ja.
Dann gehe ich auch auf mein Zimmer.
(lachend): Aber das ist das falsche Hotel.
Wie bitte?
Hier wohne ich.
Hab ich das nicht gesagt? Ich bin jetzt auch hier. Zimmer 24.
(lachend): Ich konnte ja nicht im selben Hotel bleiben.
Ich verstecke mich hier. Sie verraten mich doch nicht?
Nat�rlich nicht. Dann bin ich gut aufgehoben.
Ja, vielleicht sehen wir uns noch mal.
Ich will mich nicht aufdr�ngen. Ich hab auch zu tun. Nat�rlich.
Wiedersehen. Wiedersehen.
*Peppige Jazz-Musik*
*M�wenschreie; Weiterhin peppige Jazz-Musik*
Hamburg hat sich ver�ndert, seitdem du mit mir hier warst.
Wie geht es dir?
(Telefon): Gut. Und deiner Schwester?
Viel besser.
Sie musste mal abschalten.
Bei der ist nichts mehr abzuschalten. *Er lacht*
Entschuldige.
Ich komm morgen nach Hause.
Ja.
Ist das gut?
Nat�rlich ist das gut.
Gut.
*Weiterhin peppige Jazz-Musik*
*Musik klingt aus*
*Telefon klingelt; Angespanntes Atmen*
*Telefonat wird angenommen* Eduard?
(angestrengtes Atmen): Hallo? Eduard?
Oh! Hallo, Helene. Sch�n. Was f�r ein Tag ist heute?
Das wissen Sie nicht?
Ach, wenn ich tief in der Arbeit stecke...
Oh, ich wollte Sie nicht st�ren.
Sie haben mich nicht gest�rt. Sie verlassen Hamburg wann?
Morgen. Morgen fr�h fahre ich nach Hause.
Ich wollte nur... Ich wusste ja auch nicht, ob Sie noch da sind.
Also ich kann dich nicht zum Essen ausf�hren,
ich muss was fertig machen.
Oder lass uns sp�ter was trinken?
Um halb 10? Ja, halb 10 ist gut.
Holen Sie mich um halb 10 auf meinem Zimmer ab. 24.
Ja, wei� ich. Wissen Sie. Ja, stimmt. Dann bis gleich.
Eduard?
Eduard? Ja?
Hallo? Mhm, �hm...
Soll ich anklopfen oder sagen, wer hier ist?
Noch nie einen Herrn auf seinem Hotelzimmer besucht? Nein.
Sie k�nnen mir gerne sagen, wer Sie sind.
Ich. Hallo, ich.
Sehr gut.
Bin gleich fertig.
*Er schlie�t die T�r*
*Rasierger�usche*
*Aufgeregtes Atmen*
Du hast die Bilder gesehen. Ja.
Nein. Nur eins.
Es tut mir leid, wenn sie dich verst�rt haben.
Ich, �hm...
Ich f�hre eine Untersuchung zur Paraphilie durch.
Meine Gruppe behandelt M�nner, die...
S�chtig nach pornografischen Darstellungen sind.
Sie verdienen unsere Sympathie und Hilfe. Mit Sicherheit.
Wir reden nicht �ber ein Hobby
oder �ber eine Art Entspannung.
Was auch immer man davon h�lt,
sie k�nnen keine Beziehung im realen Leben aufrechterhalten.
Wenn sie Intimpartner haben, werden sie damit nicht fertig.
Bitte, Helene.
Bitte was?
Um was bittest du mich jetzt?
Hilf mir, den Abend nicht zu verderben.
Gut, mach ich.
*Cocktail-Musik*
Kann ich dir ein Geheimnis anvertrauen?
Wann und wo warst du richtig gl�cklich?
So richtig im Hier und Jetzt,
glei�endes Gl�ck, kein Ende in Sicht?
So dass jeder vor dir erschreckt.
Ich wei� nicht.
Auf dem Dachboden meines Gro�vaters. Meine Schlafecke.
Und morgens wurden unten schon Pfannkuchen gebacken.
Das war sch�n.
Also das ist jetzt...
eher eine Idee als ein Geheimnis.
Meine Untersuchungen �ber das menschliche Gehirn
sollen zu einem Ergebnis f�hren:
Dass jeder eine Chance
auf einen Gro�vaterdachboden in seinem eigenen Gehirn hat.
Dass man sich in seinem Gehirn wohlf�hlt
und weiss, dass man gut ist.
Das klingt sch�n.
Ist es, Helene. Ist es.
Eduard? Ja?
Danke f�r alles.
Ich kann jetzt wieder besser...
...schlafen. Ich wei�. Ja.
Seit den finnischen T�nzerinnen.
Nur dass du keinen Alkohol trinkst
und mich f�rchterlich fandest.
Ich fand dich nicht f�rchterlich.
Am Anfang.
Da mochte ich dich nicht besonders. Jetzt magst du mich?
*Stimmungsvolle Musik*
*Telefon klingelt*
Eduard?
(l�chelnd): Oh, das war dir klar?
Es tut mir leid, dass es so sp�t ist.
Ich habe noch gearbeitet...
zu lange an einer Sache, das bekommt mir nicht gut.
Das ist schon in Ordnung.
Stimmt etwas nicht? Oh ja, Entschuldigung.
Ich sollte dich nicht so sp�t bel�stigen damit. Es ist nur...
Ich habe mir noch mal dieses Material angeschaut. Die Fotos.
Du meinst die Pornos?
Ja. Das ist schlimm.
Aber du wirst diesen M�nnern helfen.
Und das ist normal,
dass man sich vom Schmerz Anderer anstecken l�sst.
Der Schmerz anderer Menschen ja... Aber es macht einsam.
Sch�n, dass wir uns begegnet sind.
Ich w�rde mich auf einen Brief freuen.
Zu wissen, ob du schlafen kannst.
Ich werde dir schreiben.
Ich bin auch dumm, dass mich dieses Zeug...
so besetzt.
Ah, kann ich etwas tun?
Ich hab ein Foto von einer Frau, in der zwei M�nner stecken.
Das schaue ich mir an.
Ihre Lippen verdecken den Schwanz,
aber gerade so, dass ich alles sehen kann.
(seufzend): Darum geht?s ja, dass man alles sieht.
Der andere Mann nimmt sie von hinten.
Dann, zwei M�nner nehmen sie von hinten.
In den Arsch und in die M�se.
Die Penisse sehen aus wie ein dickes gut eingefettetes Seil.
Wie ein Fickparasit...
Dass ist alles so klar, viel klarer als das Leben.
Erst habe ich Mitleid mit ihr, weil sie benutzt wird.
Aber sie hat es sich verdient,
von der Fotocrew vergewaltigt zu werden,
was auch passiert, ich hab es mir schon angesehen...
*Er seufzt* Jeder gute Mensch w�rde Mitleid mit ihr haben
und sie in ihren eigenen Gro�vaterdachboden w�nschen.
(verzweifelt): Das verstehst du doch, Helene. Oder?
Ja, wahrscheinlich.
Helene, h�r mir zu. Ich will sie auch benutzen.
(seufzend): Ich will...
(aufgeregt): Ich m�chte meinen Schwanz in sie stecken
und sie auch voll spritzen. Und den anderen zusehen,
wie sie es ihr hier rein...
*Schweres Atmen; Stimmen von drau�en
*Angespannte atmosph�rische Musik*
Was ist das? Ein Buddelschiff.
Ja das wei� ich.
Ich meine, was soll das?
Es tut mir leid, dass ich weggefahren bin.
Wenn du mit deiner Schwester durch Deutschland gondelst,
darf ich mich dr�ber �rgern.
Ich hab einen freien Willen.
Sagst du doch immer.
Ich freu mich, dass du wieder da bist.
*Er st�hnt*
*Vogelgezwitscher; Kirchenglocken*
*Schritte; Stille*
Herr. Bist du da?
Hast du das gemacht?
*T�r geht auf*
*Ruhige atmosph�rische Musik*
"Liebe Helene,
ich dachte, es sei besser, dir nicht zu schreiben.
Dann war ich sicher, dass du auch nicht schreiben w�rdest.
Es tut mir leid, dass ich in Hamburg so r�cksichtslos war.
Ich dachte, du sollst die Wahrheit �ber mich h�ren,
weil du mir von deiner erz�hlt hast.
Aber das war falsch.
Ich hoffe es geht dir gut und du bist gl�cklich.
Schreib mir, wenn du es nicht bist.
Ich schreib dir meine Adresse auf, falls du sie verloren hast.
Eduard."
*Uhr tickt; Schlafger�usche; Unruhiges Atmen*
*Musik vom TV*
(Frau im TV): Willkommen zur�ck...
(TV): ...Wie ist es mit der Selbstbefriedigung?
Wen d�rfen wir uns dabei vorstellen?
Treten wir jemandem zu nahe, wenn wir dabei an ihn denken?
Wir legen eine Pers�nlichkeit �ber ein Bild,
wenn uns dieser Teufel reitet.
(TV): Und bei einer fl�chtigen Bekanntschaft?
Der unsere Gedanken schockieren w�rden?
Das ist schon seltener. Wir stellen uns dann ihre...
ihre Abscheu vor und das hemmt uns.
Wir steuern unsere Gedanken in eine andere Richtung
und je mehr wir uns ann�hern,
desto akzeptabler werden unsere Fantasien,
bis wir statt der Tr�ume, die uns Gesellschaft leisteten,
Erinnerungen haben oder einen echten Partner,
den wir lieben wollen.
Das nenne ich "neue Kybernetik".
Wie wir uns steuern, von innen...
"Liebe Helene,
nachdem ich eine Zeitspanne von sechs Wochen abgewartet habe...
schreibe ich dir jetzt ein letztes Mal,
weil dein Schweigen mir zeigen wird,
dass ich f�r dich bedeutungslos geworden bin
und mich selber in Schweigen �ben sollte.
Der Rest des Briefes dreht sich um mich.
Du musst also gar nicht weiterlesen...
Nat�rlich hoffe ich, dass du es dennoch tust.
Wenn ich einmal angefangen habe,
kann ich mit den meisten Dingen nicht mehr aufh�ren,
aber das wei�t du ja."
*Mann und Frau st�hnen im TV*
"Ich kann die Kybernetik nur nicht auf mich selbst anwenden.
Auch das hast du sicher schon mitgekriegt.
Also habe ich mich auf die Rekonditionierung besonnen.
Ich schaue mir meine Filme an,
nachdem ich mir vorher 6 mg Apomorphin injiziert habe.
Das verursacht �belkeit, die nicht gelindert werden kann."
*Weiterhin St�hnen im TV*
"Diese altmodische Brutalit�t gef�llt mir.
Sie befriedigt meinen Selbsthass.
Ich habe vor, normal zu werden. Das klingt beunruhigend, oder?"
*Atmosph�rische Musik*
"Hier ist ein Zitat f�r dich:
Ne demande donc pas la foi pour pouvoir prier ensuite.
Prie d'abord, et la foi inondera ton �me.
Von Grillot de Givry.
Er r�t, nicht um Glauben zu bitten und dann zu beten,
sondern zuerst zu beten, dann flie�t der Glaube in die Seele.
Das klingt sehr ermutigend
und ist schon ein paar hundert Jahre alt.
Ich wollte dir nur noch eins mitteilen.
Im November bin ich in der Stadt, nicht weit von dir.
Es gibt da ein Symposium. Ich kann aber auch wegbleiben.
Wenn von dir keine Antwort kommt,
wei� ich nicht, was ich tun soll.
Das ist zwar unfair von mir, aber wahr.
Eduard."
*Nachdenkliche Musik*
*Geschirr klimpert; Stimmengewirr*
Ich dachte nicht, dass du es tust.
Dass ich was tue? Zur�ckschreiben.
Hier gab es therapeutische Kaninchen. Kaninchen?
Als Patient konntest du eins haben...
dich drum k�mmern, Namen geben...
Das ist h�bsch. Tja...
Bei einer Konferenz wurde Mist gebaut
und es gab kein Essen.
Die Psychiater haben alle Kaninchen gegessen.
Stimmt das?
Ich bin mir nicht sicher. Das ist so ein Mythos dieser Klinik.
Wie geht es dir?
Etwas m�de.
Zu Hause schlaf ich nicht gut.
Abgesehen davon siehst du eigentlich ganz gut aus. Mhm.
Doch, vertrauen Sie mir.
Ich bin Arzt.
*Er seufzt*
Es tut mir leid.
Wei�t du was?
Ich wollte mit dir durch den Stadtgarten gehen,
aber wir machen das anders.
Am Ende der Stra�e ist eine Bar.
Wenn ich nicht p�nktlich bin,
warte nicht, dann bin ich nicht weggekommen.
Ich werde versuchen zu kommen.
Gut.
Ja, ich muss nicht gehen.
Warum gehst du dann?
Es ist Samstagabend, da f�hlt sie sich einsam.
Ich etwa nicht?
Ich muss nicht gehen.
Du musst doch nicht lange bleiben.
*Cocktail-Musik*
Ich kam nicht fr�her weg. Ich wollte gerade gehen.
Wirklich? Nein, ich wollte mich betrinken.
Ein Gl�ck.
Wie geht es mit dem Wichsen?
Willst du mir die Beichte abnehmen?
Ich bin auch neugierig. Neugierig?
Womit soll ich anfangen?
Wie oft ich am Tag onaniere? Im Durchschnitt? Sechsmal.
Manchmal auch h�ufiger.
Alles andere richtet sich nach dieser Zahl aus.
Wo ich hingehe, wie lange ich bleibe.
Welches Material ich kriegen kann,
das grenzwertig ist, das ist tats�chlich wichtig.
Wenn ich was finde, lasse ich sofort alles stehen und liegen.
Nachts, wenn ich Hausarbeiten korrigieren will,
sehe ich einem Deutschen Sch�ferhund zu
wie er Hundefutter von einer M�se leckt.
Guter Film. Hervorragende Kritiken.
Falls du die gleichen Zeitungen liest wie ich.
Oder dieser Typ, der sie fistet.
Manchmal benutzt er Perrier-Flaschen.
Und ich hoffe, dass die Flasche dabei nicht kaputt geht.
Ein Teil in mir ist neugierig auf alles, was passiert.
Ich sp�re diesen Impuls in mir ganz deutlich.
Ich kann nicht fassen, was ich f�r ein Mensch bin.
Ich werde so w�tend! Entschuldige bitte.
Immer noch neugierig?
Eins ist klar.
Wenn du w�tend sein willst, dann bist du nur das.
Mein Mann macht das die ganze Zeit.
Ich wei� nicht, was er f�hlt, aber er wird w�tend.
Er will sich nicht sch�men.
10 von 10 Punkten.
Ich m�chte auch nicht gerne Angst haben.
Aber nat�rlich habe ich Angst. Wovor?
Weil ich nicht m�chte, dass du gehst.
Aber das ist doch etwas Gutes.
Ich wei� genug �ber Schmerz. Aber wenn ich mit dir rede,
dann sch�me ich mich zu sehr.
Das ist gut.
Es ist gut erniedrigt zu werden.
Ich habe seit �ber 24 Stunden nichts mehr angeschaut.
Zum ersten Mal seit Jahren.
Ich habe stattdessen an dich gedacht.
Ich h�tte dich fragen sollen, ob ich das darf?
Du kannst denken, an wen du willst.
Ich habe dir gesagt, ich will dir helfen.
*Ruhige seelische Musik; Er l�chelt und seufzt*
Du bist ein guter Mensch, Helene.
Was hast du hier mit mir zu suchen?
Ich bin genau da, wo ich sein m�chte.
Und ich bin kein guter Mensch,
ich tue nur nicht immer, was ich will.
Ist denn das, was du willst, schlimm? Manchmal.
Fr�her, als ich noch zur Schule ging,
las ich alles �ber sexuell �bertragbare Krankheiten.
Syphilitischer Aneurysmus zum Beispiel:
Beim Sex bl�hen sich die Blutgef��e in der Brust auf,
bis sie platzen.
Man explodiert von innen.
Man bekommt Syphilis nur von anderen, die es haben. Ja.
Aber ich dachte, zu platzen, auch wenn ich an Sex nur denke.
Du bist aber nicht geplatzt.
So schlimm waren deine Gedanken wohl nicht.
Anscheinend nicht. Aber ich habe ja noch Zeit dazu.
Ja, stimmt.
Und ich bin ein schlechter Einfluss.
Ja.
*Stille*
*Er schnarcht leicht*
*Steigende angespannte Musik*
"Liebe Helene, ab jetzt keine Aversionen mehr.
Totale Abstinenz.
Das entspricht meiner 'Neuen Kybernetik'.
Heute ist der erste Tag.
Ich werde dir weiter berichten.
Ein Tag, 24 Stunden. Liebe. Eduard.
Und Danke f�r deine Hilfe."
*Zufriedenes St�hnen*
Das war ausgezeichnet.
"Liebe Helene. Sieben Tage.
Danke."
*Angespannte Kl�nge*
Hm. Entschuldige.
Ich wollte dich nicht erschrecken. Schon gut.
Wollen wir nicht auch mal wieder wegfahren? So richtig Urlaub?
Warum nicht?
"Liebe Helene, beinahe ein Ausrutscher.
Nur beinahe.
Achtzehn Tage. In Liebe, Eduard."
*Schmerzvolles Zischen*
Aaah...
Die sehen l�cherlich aus.
Kn�del sind nie besonders h�bsch.
Deine Finger. Warum benutzt du nicht normale Pflaster?
Die sind f�rs Kochen.
Dann sieht man, wenn sie ins Essen fallen.
"Drei�ig Tage, liebe Helene, ein ganzer Monat.
Ich bin gl�cklich. Ich hoffe, du auch."
Was machst du? Ich muss aufstehen.
Warum? Ich muss aufstehen.
*Er st�hnt*
"Liebe Helene,
ich habe auf die falsche Art gefeiert.
Bin jetzt wieder bei sechs Tagen.
Ich glaube, ich habe daraus gelernt. Eduard."
*Schritte*
Hallo.
Du erlaubst doch?
Was?
Das.
Komm, mach deine Bluse auf.
Nein, lass, lass. Ich mach das.
Du bist m�de. Ich mach das richtig.
Ist er da drau�en? Hm?
Beobachtet er uns?
Wo wohnt er? Ich wei� nicht, was du... Halt's Maul.
Kann er mich jetzt sehen?
Wie ich meine Frau anfasse?
Kann er das sehen? Wer?
Wer? Wer? Eduard.
"18 Tage. Eduard. In Liebe Eduard.
Befummelt meine Frau Eduard.
Holt sich sp�ter einen Fick Eduard.
Ja so ist es besser. So magst du es doch. Nein!
Hast du nach dem letzten Mal daran gerochen?
Ich aber! Du Fotze!
*Er keucht*
Du Fotze!
Fotze! Du Fotze! Du Fotze!
*Ernste Musik*
(Telefon): Was ist passiert? Nichts.
Ich wollte nur mal anrufen.
Also das... Danke.
Ich... ja das freut mich.
Ich wollte nur wissen, wo Du wohnst.
Wo bist du?
Bei dir. In Berlin.
*Bahnhofsansage*
*Atmosph�rische Musik*
Hallo.
Hallo.
Komm.
*Weiterhin atmosph�rische Musik*
Ich habe ein Zimmer f�r dich.
Ich werde dich nicht bel�stigen,
falls du dir dar�ber Gedanken machst.
Andere Einw�nde kann ich mir gerade nicht denken.
*Weiterhin atmosph�rische Musik*
*Musik klingt aus; Entfernte Verkehrsger�usche*
*Schritte; Sie atmet tief*
Toast-Hawaii?
*Sie schnieft*
Naja... das ist alles, was ich kann.
Helene? *Sie weint*
Helene? Es ist gut.
Jetzt ist es gut.
*Sie weint weiterhin laut*
Helene.
Ich konnte das bisher nicht ausdr�cken, aber...
ich muss dir jetzt sagen, dass du...
dass du hier drinnen...
keine Grenzen hast.
Du bist dein eigenes Universum und dein eigenes Gl�ck.
Du bist frei. Und du warst es schon immer.
Und so hat Gott auch deinen Geist erschaffen, ich meine...
vorausgesetzt es gibt ihn �berhaupt.
Man k�nnte dich mit Silbernitrat einf�rben,
und du w�rst deine eigene Fotoplatte.
Ein Bild der Wurzeln, die aus deiner Seele kommen.
Netze
und Gewebe
aus W�nschen und Hoffnungen...
und Liebe.
Du kannst hier bleiben, so lange du willst.
Es wird nichts Schlimmes passieren.
Verstehst du? Ja.
*Stra�enger�usche*
*Entferntes Vogelgezwitscher; Hundebellen*
*Sie atmet leicht gespannt*
Toast-Hawaii?
Das Einzige, was du kannst.
Streng genommen ist es nicht das Einzige, aber beinahe.
Warum hast du mich da untergebracht?
Es ist nicht sch�n, ich wei�.
Es kommt einem vor wie eine Bibliothek.
Ich war nicht auf deinen Besuch vorbereitet.
Einen Kaffee? Ja.
Aber wei�t du, was?
Es beruhigt mich, wenn du in dem Zimmer bist...
mit dem Zeug.
Wie viel ist da drinnen? Wie viel Zeug?
Alles, was du siehst. Videos, Magazine...
Ein paar Originalausgaben von "The Oyster" und "The Pearl".
Ich redete mir ein, es ginge mir um Kunst und Kultur.
Du hast in dem Zimmer ein Problem. Nicht ich.
Was ist passiert? Das ist schon in Ordnung.
Nein, eben nicht! Er fand deine Postkarten.
Werd nicht laut. Ich will aber laut werden!
Du h�ttest bestimmt zugeschaut.
Wenn ich ein Film gewesen w�re.
*T�rklopfen*
*Er seufzt*
*Klaviermusik*
*Verkehrsger�usche; Stimmengewirr; Klaviermusik*
*Weiterhin fr�hliche Klaviermusik*
*Er sp�lt weiterhin ab*
Jetzt sind es 48 Tage...
ohne das Zeug. *Er l�chelt*
Und wie f�hlst du dich?
Gut.
Passiert etwas, was dir nicht gef�llt?
Passiert etwas nicht... was dir gefallen w�rde?
*Er seufzt*
W�rde es dir denn gen�gen?
Mir? Willst du nicht mehr?
Mir w�rde es voll und ganz gen�gen. Dir? Es ist...
Es wird gut.
*Stille*
Brauchst du Hilfe?
Nein. Es geht schon.
*Stimmungsvolle Musik*
*Weiterhin stimmungsvolle Musik*
Du bist hinrei�end.
Du musst nicht sprechen. Ich...
Ich m�chte wissen...
Du kannst einfach nicken oder mit dem Kopf sch�tteln.
Bist du feucht?
Sch�n. *Er seufzt*
Danke.
Ich muss...
kurz verschwinden. Vielleicht setzt du dich so lange.
*Schritte*
*Er schlie�t die T�r; Schritte*
*Stille*
*Sie seufzt*
*T�r geht auf; Schritte*
Ich wollte dich nicht allein lassen.
Wir hatten vereinbart, dass wir uns nicht anfassen.
Du hast deine Prinzipien und manches geht nicht, weil wir...
Kann ich mal kurz deine Hand halten?
*Er seufzt*
Ich k�nnte...
Ich m�chte dir die Haare schneiden.
Meine Haare?
Ja.
Nicht auf dem Kopf.
Es muss nicht sein.
Wenn ich dir dort die Haare schneide, sehe ich mehr.
Ich verspreche dir, ich bin vorsichtig.
*Melancholische Musik*
*Scherenschneiden*
Du bist perfekt.
Einfach sehr sch�n.
Sehr sch�n.
*Sie st�hnt leicht*
*Steigernde Musik; Sie st�hnen*
*Kaffee kocht*
*Geschirrger�usch; Schritte*
*Er gie�t den Kaffee ein*
*Er streicht das Brot*
*Geschirr klimpert*
*Telefon klingelt*
*Schritte*
Hallo?
*Stille*
Helene?
*Stra�enger�usche*
Ich komme zur�ck.
Was?
Ich komme nach Hause.
Wann?
In einer halben Stunde.
Wenn das in Ordnung ist.
Ja...
Ich habe versucht, alles ordentlich zu halten.
Ich habe immer an dich gedacht...
wenn ich sauber gemacht habe.
Gott sei Dank bist du zur�ck. Du glaubst nicht an Gott.
Gott sei Dank. Also... trotzdem.
Wo werde ich schlafen?
*Sie geht die Treppe herunter*
Setz dich.
*TV-Interview mit dem ehemaligen Umweltminister*
Ich glaube... Was?
Ich geh schon mal ins Bett.
Ich mach das auch gleich.
Gut. Gute Nacht.
Gute Nacht.
*Windger�usche*
Herr, was m�chtest du, das ich jetzt mache?
*Herzschlag*
Vater, ich bin da.
Aber ich wei� nicht, was ich tun soll.
Was soll ich tun?
*Windger�usche*
*Er seufzt*
*Kirchlicher Gesang*
*Weiterhin kirchlicher Gesang*
*Steigender kirchlicher Gesang*
*Musik bricht ab; Stille Szene*
*Ged�mpfte Ger�usche*
*Weiterhin ged�mpfte Ger�usche*
*Steigernde angespannte T�ne*
*Starke Windger�usche*
*Tiefes rhythmisches Atmen*
*Spannungsvolle Kl�nge*
Warum wolltest du sterben, Helene?
*Ged�mpfte Stimmen; Spannungsvolle Musik*
*Tiefes Atmen; Ged�mpfte Stimmung; Spannungsvolle Kl�nge*
Hab ich dich nicht umgebracht?
Sie sind nicht gestorben.
*Sie seufzt* Doch. Bin ich.
Ich hab?s gef�hlt.
Glaubst du, wenn du sterben sollst,
fragen wir dich um deine Meinung? Ich bin nicht tot?
Nein, sind Sie nicht.
Als wir ankamen, war Ihr Mann vern�nftig.
Er lie� uns herein und sagte uns, wo wir Sie finden.
Ihr Mann ist aber...
Ihre Schwester hat die Leiche identifiziert.
(fl�sternd): Helene.
*Ged�mpfte Stimmung; Spannungsvolle Kl�nge*
Wirst du jetzt f�r mich beten, Helene?
Ja.
Das will ich gerne.
(leise): Du bl�de Fotze.
*Hintergrundger�usche*
Helene?
Bist du wach?
Ich kann den Kopf nicht drehen. Entschuldige.
Tut mir leid, wenn ich dich verletzte. Das wollte ich nicht.
Ich musste zur�ckkommen und die Sache kl�ren.
Du h�ttest sterben k�nnen.
Bin ich aber nicht.
Ich habe es durchgestanden.
Ich bin hindurchgef�hrt worden.
Ich lebe.
Ich glaube an etwas.
Oder etwas glaubt an mich.
Und ich kann alles,
wirklich alles tun,
was ein lebender Mensch tun kann.
Wie geht es dir?
Ich war einsam.
Oh.
Ich habe wieder mit den Pornos versucht, aber es ging nicht.
Ich habe nur dich vermisst.
Wie sehe ich aus?
Wie du aussiehst? Sag es mir.
Wie? Jetzt in diesem Augenblick? In diesem Augenblick.
Hilf mir, das richtig zu machen.
Was willst du wissen? Mein Mann sagte es mir nie.
Deshalb muss ich es wissen. Sag es mir.
Du bist sch�n.
�hm...
und deine Nase ist ein bisschen gebrochen.
Und ... �hm, naja,
das Ding da...
das ist nicht so sch�n. Ich sehe aus wie ein Wrack.
Ja. �hm, nein.
Wie ein wundersch�nes Wrack.
Mmhm. Oh, wie ein sch�nes Wrack habe ich mich noch nie gef�hlt.
*Sie lachen*
Ah.
*Fr�hliche Musik*
*St�hnen*
Au. Warte.
So besser?
*Er st�hnt*
Bleib da. Aber ich bin schon... Macht nichts.
Bleib trotzdem da. Ich fasse das als Kompliment auf.
*Er lacht*
Wir haben ja viel Zeit.
*Sie st�hnen; Weiterhin fr�hliche Musik*
UNTERTITELUNG: Globe tv GmbH, Saarbr�cken, 2019
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