All language subtitles for 2021-02-20_ardmediathek_de__Krimis im Ersten - Der Prag-Krimi; Der kalte Tod_http_640x360

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Original subtitles

Untertitel-Studio Rhein-Main wünscht Ihnen gute Unterhaltung.

* Spannende Musik *

* Glockenschlag *

* Glockenschlag *

* Krachen und Klirren *

* Stimmen *

* Stöhnen *

* Stöhnen *

* Spannende Musik *

Marie?

* Stöhnen und Aufschreie *

* Schrei *

* Würgen *

* Krächzen *

* Laute *

* Quietschen *

* Gurgelnder Laut *

* Quietschen *

* Schreie *

* Schrei *

* Krachen *

* Musik *

* Gemurmel *

* Eine Uhr schlägt. *

Jan Koller

Majerova.

Klara Majerova

* Tschechisch. * Gut.

Ich komme.

* Signalhorn tutet. *

Guten Morgen!

Guten Morgen. Klara Majerova, Kriminalpolizei Prag

Mit mir können Sie Deutsch sprechen. Ja gut.

Er hat ihn da runtergestoßen und ist dabei selbst gefallen.

Haben Sie das selber gesehen? Alle anderen auch.

Ja. - Ja.

Selbst Inge, seine Frau, musste es mit ansehen.

(Tschechisch) Warten Sie, bitte!

Jesus Maria!

Koller?

Koller, können Sie mich hören? Bitte!

Koller?

Hören Sie mich?

* Spannende Musik *

(Kafka off) Sie sind doch seine Chefin, was haben Sie uns geschickt?

Ihr bester Mann des BKA steht unter Mordverdacht.

Unglaublich, aber so sieht's leider aus.

(Unterberg) Wie geht es ihm?

Erstaunlich gut.

Aber warum unter Mordverdacht?

Mehrere Zeugen sagen, dass er den Mann gestoßen hat.

Dabei ist er selber gefallen, beinah draufgegangen.

Ich will mit ihm sprechen.

Wir machen uns zuerst ein Bild von der Lage.

Damit wir uns ein Bild machen können, will ich mit ihm sprechen.

Einen Mord auf tschechischem Territorium haben wir aufzuklären.

Beim letzten Mal haben Sie die Vorschriften missachtet.

Ach ja, was genau? - Den Bericht kriegen Sie noch.

Wer ist der Tote?

Wer ist das Opfer? Ein Tscheche?

(Stöhnt) Sie werden es erfahren, Frau Kollegin, sobald wir sicher sind.

Ich kann mich nicht erinnern.

Es gibt acht Zeugen, die sich sehr gut daran erinnern können.

Warum sollte ich das getan haben? Ja, sagen Sie's mir!

* Ratschen. Koller stöhnt. *

Er kann sich an die Tatnacht nicht erinnern.

* Er stöhnt. *

Retrograde Amnesie?

Traumatisiert?

Sie sind ein Bulle, Koller, Sie kennen die Tricks.

Aber hier nützen Sie Ihnen nichts. Äh, Moment!

Gut. Also fangen wir ganz von vorne an.

Ich habe Ihnen erzählt, dass Ihr Vater, von dem Sie glaubten,

er ist tot, doch noch lebt und in dieser Senioren WG lebt.

Ja, aber als Hausmeister.

Gut. Sie sagten, dass Sie gleich zurückfahren wollen nach Deutschland

Dann entschlossen Sie sich anders und wollten ihn doch besuchen?

Sie wussten nicht, dass Ihr Vater noch lebt?

Meine Mutter sagte, er wäre tot.

Sie haben das nie nachgeprüft?

Als Polizist.

Könnte ich ein Glas Wasser haben, bitte,

ich habe ein Schmerzmittel bekommen.

(Tsch) Wasser bitte! Danke.

Gut, also...

Sie sind also dahin gegangen und was ist dann abgelaufen?

Ich w...

(Off) "Ich war sehr aufgeregt."

"Als ich meinen Vater zuletzt gesehen hab, war ich fünf."

* Seufzer *

"Ich kam also da an und ..."

"Und dann war es so, als..."

"Als ob die mich erwartet hätten."

Ah, wir können's selber noch gar nicht fassen.

Mein herzlichstes Beileid.

Ihr Vater ist oben. Die Aufbahrung ist schon vorbereitet.

Kommen Sie, ich bringe Sie hin. Mein Vater?

Ja, Ihr Vater.

Sie hatten eine gute Anfahrt, ja?

Bitte gehen Sie hinein!

Nehmen Sie Abschied!

* Sie seufzt. *

* Quietschen *

Das ist...

* Musik *

So kalt.

Und so friedlich. Warum sagt mir keiner Bescheid,

dass mein Stiefsohn schon da ist.

Marcel, was für ein trauriges Wiedersehen.

Das ist nicht mein Stiefsohn, Monika.

Jan Koller.

Mein Vater soll hier arbeiten.

Miroslav Koller. Ich wollte ihn besuchen. Ist er da?

Das wird sich aufklären. Kommen Sie!

Mein Lieber,

mein herzliches Beileid.

Das ist er, mein Stiefsohn.

Marcel, was für ein trauriges Wiedersehen.

* Monika seufzt. *

Kommen Sie! Kommen Sie!

Ich bringe Sie zu Ihrem Vater.

Tja, das letzte Hemd hat keine Taschen.

Aber wenn's auf die Zielgerade geht, tauchen die verschollenen Geier auf.

Benno Urban bezeichnet Sie als Geier?

Und ein paar Stunden später ist er tot.

Was für eine Beziehung hatten Sie zum ihm?

Keine.

Gut. Zurück zu Ihrem Vater. Haben Sie ihn gefunden?

* Musik *

So eine erste Begegnung nach 45 Jahren,

was ist das für ein Gefühl?

(Stöhnt) War eher...

...ein Gefühlschaos.

Alles zusammen,

alles...

...durcheinander.

Bei mir gibt's nix zu holen.

Nein.

* Schaben *

Das will ich nicht.

Was dann?

Dich sehen.

Wozu?

Du bist mein Vater!

* Klappern *

Ich hab keinen anderen.

* Melancholische Musik *

Was ist passiert damals?

* Atmer *

* Atmer *

Ich finde, ich...

Ich hab ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren.

Frag deine Mutter!

Sie sagt, du bist tot.

Seit über 40 Jahren.

* Miroslav lacht. *

Stimmt.

Der Miro, den sie kannte und der dein Vater war, ist wirklich tot.

Den macht auch niemand mehr lebendig.

Aber mich gibt's noch.

Nicht in meinem Leben.

Tut mir leid.

* Krachen *

Schauen Sie,

er hat die Hälfte seines Lebens im Gefängnis verbracht.

Hm.

Und als er dann wieder rauskam,

da hat er den Anschluss an die Welt, für die er gekämpft hat,

nie wieder gefunden.

So was...

...geht an niemandem spurlos vorbei.

Hm?

Nehmen Sie's nicht persönlich!

Wie kann man so was nicht persönlich nehmen?

Friedrich!

Nein, das ist nicht Friedrich.

Das ist Miros Sohn, er hat ihn besucht.

Ah, guter Junge. Ja.

Ein guter Junge.

Kommen Sie!

Geben Sie Ihrem Vater 'n bisschen Zeit.

Als er herkam, hat er gar nicht gesprochen.

Damit verglichen, ist er jetzt 'n Entertainer.

Ja.

Vielleicht haben Sie recht.

Machen Sie's gut. Sie auch. Danke.

* Tür knallt zu. *

Und dann wollten Sie abreisen? Nein, dann...

"...bin ich mit dem Bus zurück in die Stadt."

"Da bin ich dann rumgelaufen."

"Ziellos."

"Stundenlang."

* Musik und Stimmengewirr *

* Freizeichen *

(Jana) Ja. Ich.

Wo warst du?

Physio. Wie jeden Donnerstag. Und du?

Immer noch in Wien? Ich bin in Prag.

Mama?

Ähm,

Jan, du weißt, dass ich... Wie ist Papa gestorben?

Es war ein Unfall, Jan. Mehr hat man mir damals nicht gesagt.

Mama, ich will... Es war alles nicht leicht, Jan.

Es ist alles richtig so.

Komm zurück und meld dich! * Sie legt auf.*

* Musik und Stimmengewirr *

* Klingeln *

* Klingeln *

* Klopfen *

Na wunderbar! Der nächste Liebling.

Ist mein Vater da? Ah!

* Musik *

* Stimmengewirr *

* Klopfen *

Na bitte, er ist nicht da.

Hat wohl rechtzeitig die Flucht ergriffen.

Das geht zu weit! Raus jetzt hier!

Ich bin sein Sohn. Ich warte hier.

Das tun Sie nicht. Er hat Sie nicht umsonst rausgeschmissen.

Benno, lass ihn!

Benno.

Hat's Ihnen doch keine Ruhe gelassen?

Wissen Sie, wo er ist? * Sie stöhnt. *

Miro taucht manchmal bei einem Kumpel ab.

Sie können gerne hier warten. Es kann dauern.

Die beiden haben jahrelang eine Zelle geteilt.

Ach, falls Sie Hunger haben, wir kochen gleich.

Kommen Sie zu uns!

* Knarren *

* Musik *

* Töne *

Bitte, überleg dir das noch mal. - Da gibt's nichts zu überlegen...

Es war ihr ausdrücklicher Wunsch.

Das hier war ihr Traum.

Respektier das doch!

Bei Miro gibt's doch nichts zu holen, Benno.

Ohne Grund kommt keiner.

* Klappern *

Ah, Herr Koller! Das ist aber schön.

Essen Sie mit uns? - Sagen Sie ja.

Mein Hartmut ist der reinste Zauberer am Herd.

Glauben Sie ihr kein Wort. - Oh doch!

Dank ihm essen wir wie Gott in Frankreich.

Sogar der Wein ist göttlich.

Oh ja, nach deinem Konsum zu urteilen, von Bacchus persönlich.

Auf die Götter! (Alle) Auf die Götter!

Und auf Anni!

(Alle) Auf Anni!

So viel Fröhlichkeit trotz Trauerfall?

Es war nicht alles nur fröhlich.

Da war noch dieser andere Sohn.

(Marcel) Das ist völliger Schrott. - Du kannst nicht die Unterschrift...

Ich verstehe nicht, warum.

Gibt's Ärger?

Worum geht's denn? Immer das Gleiche.

Wenn der Kuchen verteilt wird, kommen sie.

Es geht mir nicht ums Geld, wenn Sie das meinen.

Das wären Sie der Erste.

Wollen Sie mir unterstellen, ... Widerlich, scheinheiliges Gequatsche.

Besser, Sie schweigen jetzt.

Wie lange ist Ihnen Ihr Vater egal? 40 Jahre?

Mehr?

Benno. Benno.

Es reicht jetzt.

Er lebt in ständiger Angst, dass man ihm was wegnimmt.

Betriebsrat bleibt Betriebsrat.

Du und deine scheiß CDU!

Ihr habt ein Drittel unserer Pensionen auf dem Gewissen.

Ich hab dir X-mal gesagt, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Ich sage immer offen, was ich denke. Lügen liegt mir nicht.

Benno! Benno, der Ton.

Also doch, Sie haben ihn bedroht.

Ich wollte, dass er aufhört mit seinem Gerede.

Das hat er aber nicht.

Gut, dann ist die Sache eskaliert, Alkohol,

das Erlebnis mit Ihrem Vater. Nein, das stimmt nicht.

Und was war's dann?

Beim Essen hat er noch rumgestänkert,

dann ist er verschwunden.

Wohin?

Puh!

Ins Bett vermutlich.

Als der Sohn gegangen war,

haben die Spannungen nachgelassen.

* Stimmengewirr *

Es war hervorragend.

(Milena) Wasser trinken nicht vergessen!

Wer genug trinkt, wird 100. Sie müssen Ihre Tabletten nehmen.

Herr Hartmut braucht seinen Blutverdünner,

der Cholesterinsenker für Herrn Benno ist fast alle.

Aber ist egal, bin morgen beim Arzt. (Hartmut) Danke, Milena.

Ja, gern. Ich geb dir gleich das Geld, ja?

Wenn nichts mehr ist, würde ich jetzt Herrn Dieter ins Bett bringen.

Ohne sie geht hier nix. Unser Engel von Prag.

Dabei wird sie immer noch rot, wenn man sie lobt.

Wir sind alle verliebt in sie. - Zum Knabbern braucht man Zähne.

* Gelächter * Milena hat eine behinderte Schwester.

In einem Pflegeheim. Sie arbeitet sich krumm dafür.

Ein Schönes hat es ja. Ihr wird's mal besser gehen.

Wenn wir nicht mehr sind, wird Milena unseren Traum weiterführen.

Wo kommen Sie eigentlich alle her? Aus Delmenhorst.

Wir waren alle im Chor bei Cord. - Singen verbindet.

#Ein Jäger längs dem Weiher ging, lauf, Jäger lauf!#

#Die Dämmerung den Wald umfing.#

#Lauf, Jäger, lauf, Jäger, lauf,lauf#

#lauf, lauf, lauf... mein lieber Jäger lauf#

#Mein lieber Jäger lauf#

* Koller lacht. *

Das ist ja wunderbar.

So einen Bariton könnten wir gebrauchen.

* Lachen *

Und Sie sind alle in Prag, weil, weil, weil...?

So was, wie das hier, könnten wir uns zu Hause nicht leisten.

Hier haben wir unsere Renten zusammengeschmissen und es geht.

Wir sind eine Kommune. - Wir stehen füreinander ein.

Die Fitten helfen den nicht mehr ganz so Fitten.

Wem gehört das Haus?

Uns allen. Uns.

Ja. Sie haben es gemeinsam gekauft?

* Räuspern *

Nein.

Wir haben es renoviert und eingerichtet.

Ja, vor allen Dingen du! - Ach Gott!

Jeder hat seine Ersparnisse gegeben. Bis vor drei Jahren.

Da hat es noch Annerose Günter gehört.

Die gestern verstorben ist.

Ja, sie hat es auf uns alle überschrieben.

Das klingt nach einem idealen Modell.

Ja, das finden wir auch.

* Lachen *

Ach, wir haben Sie noch gar nicht gefragt, was Sie beruflich machen.

Äh....

Raten Sie mal!

Jäger? * Gelächter *

Ja, obwohl... Warm.

Steuerfahnder. Nein.

Nein, ich bin Kriminalkommissar. Bravo. Nicht schlecht.

Interessant.

Erheben wir noch einmal unser Glas auf unsere liebe Annerose!

(Alle) Ja.

Ah, Moment! Das Glas von Herrn Koller ist fast leer.

Entschuldigung.

Soooo.

Ohhhh!

Liebe Anni!

Ohne dich wären wir nicht hier. Zum Wohl!

Zum Wohl! - Zum Wohl!

(Off) "Da gab's ziemlich viel Wein."

Wo haben Sie geschlafen?

Im Zimmer meines Vaters.

* Klimpern * Ah!

"Ich hab mich aufs Sofa gelegt."

* Er stöhnt. *

"Gut."

"Und dann?"

Bis hierher erinnern Sie sich an jede Karottenschale.

Und dann kommt der Blackout? Das sollen wir glauben?

Irgendjemand hat mich runtergestoßen.

Und versucht jetzt, mir einen Mord anzuhängen. Warum?

Ich gebe Ihnen Bedenkzeit.

In unserer Einzelzelle.

Vielleicht fällt es Ihnen ja wieder ein.

* Musik *

* Klirren *

Fraktur mehrerer Halswirbel, zugezogen im Moment des Aufpralls.

Ist Koller auf ihn drauf gestürzt oder hinterher gestürzt?

Kann er nachträglich auf ihn drauf gelegt worden sein?

Drauf gelegt, unwahrscheinlich.

Er hat ihm ein paar Rippen gebrochen, aber davon ist er nicht gestorben.

Und gibt es Kampfspuren?

Ob sie gekämpft haben oder ob sie daher stammen,

dass er auf ihn rauf ist. - Aber Sie bestätigen,

dass Ihr Landsmann erhebliche Gewalt auf den Toten ausgeübt hat.

Wertfrei gesagt, ja.

Bis jetzt gibt es aber keinen Hinweis, dass er es absichtlich tat.

* Handy klingelt. *

(Tschech) Mist!

Ja.

Kann er sich an nichts erinnern? * Sie verneint. *

Jedenfalls sagt er es so.

Das kann bei so 'm Sturz passieren. Kann man da nichts machen?

Habt ihr ihn mit dem Tatort konfrontiert?

Nein.

"Das kann funktionieren. Muss nicht, aber kann."

Guten Morgen. Wir möchten etwas überprüfen und

haben anschließend noch ein paar Fragen an die Bewohner.

Die Damen und Herren proben noch eine halbe Stunde.

Das müsste reichen.

Bitte schön.

Wo ist das Zimmer Ihres Vaters?

Da.

Gut. Sie sind von hier losgegangen bis nach hier oben.

Was dann?

Was war hier los? Können Sie sich an irgendetwas erinnern?

* Kampfgeräusche *

* Stöhnen *

* Kampfgeräusche *

Ahhh!

* Krachen *

* Spannende Musik *

Das...

Das kann ich nicht sagen.

Frau Majerova, das müssen Sie mir glauben, ich war's nicht.

Glauben, Koller! Was soll ich Ihnen glauben?

Alle Indizien sprechen gegen Sie.

Es gibt 8 Zeugen, die gesehen haben, was Sie nicht gemacht haben.

Warum denn? Das ist genau der Punkt.

Wir müssen dem nachgehen. Wir gibt's nicht, ja!

Was passiert, wenn die alle bei ihrer Aussage bleiben?

Dann bleiben Sie im Knast, unschuldig oder nicht.

Ich muss bei der Befragung dabei sein.

Koller.

Nein!

Sie sind der Hauptverdächtige.

Ah...

Er kann sich an nichts erinnern, deshalb sitzt er hier.

Sie meinen, das hilft? Ja.

Das hoffe ich. Tja,

wenn's der Wahrheitsfindung dient.

Bitte, nehmen Sie Platz.

So.

Wir fangen an mit den Personalien.

Ich brauche Ihren Namen, Geburtsdatum, Beruf usw.

Cord Freiberg.

14.

1. '43.

In Delmenhorst.

Musiker.

Klavier und Orgel.

Cello.

Organist an der evangelischen Kirche.

Leiter des städtischen Chores.

Ich war mein Leben lang Lehrerin. Immer für die Kinder da.

Ich habe keine eigenen.

Ich sag mir immer, man muss jeden Tag so leben, als sei es der letzte.

Ein Tag ohne Lachen ist ein verschenkter Tag.

Auftritte. Hier und da.

Ich habe viel unterrichtet.

Ja, der Chor...

...ist meine einzige Leidenschaft. Gut.

Mich würde interessieren, warum ist Benno Urban mit ihm...

...zusammengestoßen? Ja.

Benno hat irgendwas bei ihm gewittert.

Er hat sich geradezu mit ihm angelegt.

Herr Freiberg. Hm?

Sie wissen, dass er sich mit allen angelegt hat.

Ich hab ja vieles gesehen in meinem Leben,

aber darauf gibt's nur eine Antwort.

Er hat zu viel getrunken.

Er war bis zum Ende dabei.

Und beim Trinken...

...hat er tüchtig mitgehalten.

Alkohol enthemmt.

Frau Schäfer.

Ich bin sicher gut 20 Jahre jünger als die meisten hier.

Ich hab genau dasselbe getrunken wie alle.

Sind Sie sich Ihrer Wahrnehmung sicher?

Ich sage Ihnen kein einziges Wort.

Das ist so was von geschmacklos.

Der Mann hat einen guten Freund von uns auf 'm Gewissen und

macht hier einen auf Amnesie Rückführung.

Entweder er...

...oder wir.

* Sie stöhnt und räuspert sich. *

* Musik *

* Spannende Musik *

Benno war Gewerkschaftler und ich saß für die CDU im Landtag.

Im Bezirksausschuss. - Das ist doch das Gleiche.

Nur 'ne Nummer kleiner eben.

Von Beruf bin ich Koch, war also immer auf Achse.

Auf Tournee durch sämtliche Hotelküchen dieser Welt.

Wann haben Sie geheiratet?

2010 war das.

Wieso heiratet man überhaupt noch in dem Alter?

Es ist in jedem Alter schön, sich zueinander zu bekennen.

Ist man so viel unterwegs, vermisst man zwei Dinge. Gute Freunde und

eine gute Altersvorsorge. Ja.

Beides habe ich hier gefunden. - Und mich.

Und dich natürlich.

Ohne Trauschein haben Sie schlechte Karten, wenn der andere stirbt oder

krank wird. Ihr Stiefsohn?

Wie ist er damit umgegangen?

Tja.

Es ist ihm nie gelungen, mich ganz anzunehmen.

Ging's da um materielle Dinge?

Für ihn vielleicht.

Sie tragen den Tod Ihrer eben verstorbenen Frau...

...mit erstaunlicher Fassung.

Wissen Sie, ich bin so erzogen worden.

Gefühle waren eher verpönt. Preußisch.

Hanseatisch.

Herr Posselt, was genau haben Sie gehört,

bevor Sie aus Ihrem Zimmer rausgegangen sind und

dann die beiden Männer auf dem Boden gefunden haben.

Herr Posselt?

(Milena) An manchen Tagen geht gar nichts.

Wir hatten Angst, dass er sich mit Benno prügelt.

Irgendwie wurde fürchterlich rumgeschrien.

Ja. - Als wir rauskamen,

war das Unglück schon passiert. - Ja.

Das heißt, Sie haben nichts gesehen. Nö.

Nein. - Nö.

Wir sind erst raus, als es draußen laut wurde.

Als man mich anrief, bin ich sofort her.

Was genau machen Sie hier? Pflege, Reinigung.

Ich kümmer mich um die Behördendienste.

Wegen der Sprache und so.

Auch um die medizinische Versorgung. Wer ist der zuständige Arzt?

Ein Bekannter von mir.

Auch ein Deutscher, aber das ist Zufall.

Ich arbeite für ihn.

Die Liste mit den Namen der Bewohner und ihren Appartements.

Mh. Danke. Und die Urkunde von dem Verschenken der Villa?

Hier. Notariell beglaubigt und der Grundbucheintrag. Alles amtlich.

Na, schon vor drei Jahren, also nicht erst jetzt, kurz vor dem Tod?

Warum auch? Es war immer ihr Traum.

Annis Sohn ist da. Die Trauerfeier beginnt jetzt.

Ich hab gleich wieder Zeit für Sie. Mh.

Entschuldigung. Der Mann da draußen, wer war das?

Das war Koller.

Der Vater von Ihrem Kollegen. Ach!

* Musik *

Miroslav Koller! (Tsch) Guten Tag!

* Sie singen eine tragende Melodie. *

* Henning stöhnt. *

Wenn Anni nicht gewesen wäre,

säßen die meisten von uns jetzt vermutlich im Altenheim am Fuchsberg.

Sofern wir überhaupt noch am Leben wären.

Anni kam damals mit der Idee, diese alte Villa bei Prag,

die ihr aus erster Ehe geblieben war,

gemeinsam zu nutzen.

Heute sind wir hier.

Wir wissen, dass es die beste Entscheidung war,

die wir je getroffen haben.

Wir werden dein Projekt fortsetzen, so wie du es immer gewollt hast.

Und du wirst in jeder Minute bei uns sein.

Lieber Jürgen,

lieber Marcel,

ihr werdet es mir verzeihen,

wir haben letzte Nacht, völlig überraschend,

ein weiteres Mitglied unserer Gemeinschaft verloren.

Deinen Mann, unseren geliebten Bruno.

Liebe Inge,

du weißt, dass wir zusammenstehen.

Wir sind bei dir auch in diesen dunklen Stunden.

Gemeinsam werden wir den Weg zum Licht finden.

* Musik *

Wir singen jetzt Annis Lieblingslied.

* Inge weint. *

Entschuldige.

Ich kann nicht.

* Melancholische Musik *

* Knarren *

* Schaben *

Was willst du hier?

Was war da los?

* Musik *

Weiß es nicht. Ich war da.

Hast du mich nicht gesehen?

"Wann?"

"Wo?" "In der Nacht."

"Bist kurz aufgewacht und hast mich angeschaut."

Kurz danach bist du nach oben gerannt und hast Benno in die Tiefe gestoßen.

Warum?

Hast du das gesehen?

Nein.

Ich bin dann raus zu Frantisek, meinem früheren Zellenkumpel.

Ich hab dort geschlafen.

* Klackern *

Warum beschuldigen die mich?

* Er stöhnt. *

Jan,

erinnerst du dich an gar nichts?

* Schrei *

* Krachen * Hey!

* Atmer *

* Klappern *

* Türe schlägt zu. *

Frau von Gudrow, entschuldigen Sie, eine Frage.

Vier von den Leuten auf meiner Liste, die sind nicht da.

Ellen Spürbeck, Klaus Koslowski... Die sind weg.

Wo sind die denn?

Auf Reisen.

Ach? Aber Sie sind doch hier eine Familie.

Kommt man da nicht zurück, wenn einer stirbt?

Entschuldigung, Milena fragt, ob wir bei den Schnittchen helfen können.

Mh. Ja, Entschuldigung.

Frau Schäfer, wie kann ich die Leute erreichen, die nicht da sind?

Gar nicht. Wie gar nicht?

Haben die kein Telefon? Na, die sind auf Weltreise.

Niemand ist hier irgendjemandem Rechenschaft schuldig.

* Klappern *

* Klappern *

* Knistern *

Bonuserhöhung?

Es wird Zeit, dass du den Alten mehr abknöpfst.

Die sind doch schon auf Anschlag.

Lügst du mich auch nicht an?

* Spannende Musik *

* Türe knallt zu. *

* Er seufzt. *

Schön, dass du anrufst. Die machen's mir nicht leicht im Moment.

Ich weiß.

Rechtlich kann ich nichts tun. Nee, lass man.

Ich muss rausfinden, warum die mich beschuldigen.

Sonst hab ich vor Gericht keine Chance. Ich muss beweisen,

dass sie lügen. Ich hab ein psychologisches Gutachten

Das wird deine Glaubwürdigkeit bestätigen.

Danke Renate.

Ciao!

(Gesang) #Dieser Tag war schön#

#Voller Harmonie#

#Hell erklangen heut#

#schöne Melodien#

#Freunde überall#

#sagen: Danke schön#

#Und wir freuen uns auf ein Wiedersehen#

#Wenn ein neuer Tag strahlend hell erscheint#

#fühlen wir uns durch die Musik vereint#

#Freundschaft ist das Band#

#Das berührt dein Herz#

#Fasst uns bei der Hand#

#Führt uns himmelwärts#

#Ja, wir freuen uns#

#auf das nächste Mal#

#wenn wir uns erneut seh'n in großer Zahl#

* Musik *

(Jakub) Wir machen jetzt ein paar einfache Tests.

Es geht um die Folgen Ihres Sturzes für Ihr Gedächtnis.

Und... Sie sind der lebende Lügendetektor.

Ich weiß.

Ich diagnostiziere Existenz und Schwere Ihrer retrograden Amnesie.

Hören Sie!

Ich muss wissen, was passiert ist.

Wollen Sie mir richtig helfen,

dann helfen Sie mir, meine Erinnerung wiederzufinden.

(Inge) Habe ich Ihnen das nicht alles schon gesagt?

Mir ist nicht klar, warum die Männer nachts aufeinander losgingen.

Mh?

Bin ich völlig bescheuert? Entschuldigung.

Wir müssen dahin.

* Spannende Musik *

Was war? Er wollte wissen,

ob es wirklich sein Sohn war.

Hab ein Auge auf ihn!

Oh Gott, wie sieht's denn hier aus?

Entschuldigung, ich bin noch nicht dazu gekommen.

Das macht gar nichts. Nur ein paar Fragen.

Was hat Ihren Mann in der Nacht vor die Tür gelockt?

Das weiß ich nicht.

Bitte versuchen Sie, sich zu erinnern.

Haben Sie gar nichts mitbekommen? Nein.

Nein.

Und was hat Sie geweckt?

Der Lärm draußen. Wurde ja plötzlich so laut.

Ah, das heißt, Sie sind aufgestanden und

vor die Tür gegangen? Ja.

Hatten Sie gar keine Angst? Oh, große Angst um... um Benno.

Aber dann kamen ja...

Dann kamen ja bald die anderen. Wer kam da?

Wann kamen die?

War das vor oder nach dem Sturz?

Bitte, Frau Urban, jedes Detail kann wichtig sein.

* Musik *

Also Frau Urban, ich bin jetzt Ihr Mann und bitte,

Frau Cerna, wären Sie so lieb und sind Sie Jan Koller.

So, der steht ungefähr...

...hier. Ist das richtig? Wir kämpfen.

So, Frau Urban, so.

Wir kämpfen. Oh! Ah! Ist das richtig?

Die Stelle ist richtig.

* Sie stöhnt. *

Aber die Männer sind eben doch...

...viel größer. Ja, gut.

Was haben Sie gemacht?

Sind Sie eingeschritten? Nein.

Nein, nein. Haben Sie gerufen?

Ja. Was haben Sie gerufen?

Aufhören! Stopp! Gut. Machen Sie das bitte einmal.

Rufen, Frau Urban, laut.

Aufhören! Stopp!

Hm.

Äh, gut. Wer ist dann gekommen?

Zuerst...

...Henning, glaube ich. Ah!

Ja. Wo hat er gestanden?

* Sie zögert. *

* Musik *

Hm.

Frau Cerna, rufen Sie alle zusammen!

Wir müssen das alle zusammen machen. Ja!

* Schelle Atmung *

Ja, das ist erst... machen wir alles... zusammen. Ja.

Koller, Sie können gleich mitmachen.

Wir sind hier, um die Amnesie des Verdächtigen zu bestätigen.

So und...

...hier müssen wir anfangen. Hier setzt meine Erinnerung aus.

Ich lag im Bett.

Das Einzige, was ich weiß, ist...

...mein Vater hat reingeschaut.

Dann ist er wieder gegangen.

Jetzt sind Sie dran.

* Koller stöhnt. *

* Seufzer *

Schließen Sie die Augen!

Wir gehen jetzt zusammen zurück in diese Nacht.

* Ticken *

Sie schlafen im Zimmer Ihres Vaters.

Da ist dieser Geruch.

* Spannende Musik *

Unbekannte Geräusche.

Was fühlen Sie?

Ist es gut, hier zu sein?

Oder gar nicht?

Da hören Sie auf einmal etwas.

* Klirren und Schrei *

"Sie werden wach."

Miroslav?

"Was ist das?"

* Geschrei *

(Mann) Hör auf jetzt!

* Stimmengewirr *

* Schreien *

* Krachen *

* Musik *

Marcel war auch hier. Marcel Kleemann?

Ja. Ich hab ihn gesehen.

Das reicht mit dem Hokuspokus. - Ist das dreist.

Der arme Marcel. Der kann erfinden, was er will.

Praktisch. Ihm kann keiner in den Kopf schauen.

Es geht hier sowieso nur um den Täter.

He! Ich. Und ich? Und ich? - Inge!

Was wird mit mir? Wieder und wieder muss ich das hier durchleben.

Inge! Komm, wir brechen das ab, hm?

Gehen wir proben.

* Sie summen. *

#Froh zu sein, bedarf es wenig#

#und wer froh ist, ist ein König#

#Froh zu sein, bedarf es wenig#

#und wer froh ist, ist ein König#

#Froh zu sein, bedarf es wenig#

Herr Veseli,

was denken Sie, hat er recht?

Ich denke, es kann stimmen.

Oh, Moment!

Kafka.

Hallo.

* Sie spricht Tschechisch. *

Welches Zimmer bewohnte Benno Urban? Dahinten links.

* Tschechisch *

Koller, was machen Sie da?

Danke für die Hilfe. Tschüss.

Das können Sie nicht machen! Sind Sie irre geworden?

Koller! Hören Sie auf damit! Das kostet mich meinen Job.

Kafka will, dass ich Sie sofort ins Gefängnis zurückbringe.

Irgendwas stimmt hier nicht.

Eine Frau hat hier nicht gewohnt.

Vorhin, da sollte mir Inge Urban ihr Zimmer zeigen,

da ist sie zuerst ins falsche Zimmer gegangen.

In das von Jürgen Günther.

Nein! Koller!

Nein!

Hier wohnt offiziell wer?

Jürgen Günther.

Und bis vor kurzem seine verstorbene Frau Annerose.

#Das Glück der Welt ist oft so klein#

#dass man es übersieht#

#es kann wie eine Blume sein#

#die im Verborg'nen blüht...“

Können wir Ihnen noch mit etwas helfen?

Mh.

(Cord) Hm, hm.

Wie lange sind Sie schon ein Paar?

Sie ist dem Mörder ihres Mannes keine Rechenschaft schuldig.

Erst verschweigen Sie, dass Sie eine Beziehung haben,

dann stirbt Ihre Frau, Ihr Mann ein bisschen später,

die Villa geht in den Besitz der Gemeinschaft über.

Überlegen Sie, wie das auf uns wirken muss.

Sie wissen, dass Annerose das vor längerer Zeit veranlasste.

Wie ist Herr Urban mit Ihrer Beziehung umgegangen?

Wir waren schon sehr lange...

...eher gute Freunde.

(Jürgen) Er war damit einverstanden. - Ja.

Erklären Sie mir, wie ich da runtergestürzt bin.

Sie sind gefallen. Wir dachten, Sie wären tot.

Ja, er hat da hinunter geschaut und das Gleichgewicht verloren.

Und weg! - Ja.

Ihr Stiefsohn, war der da? Nein, Herrgott!

Der war längst weg.

Was sollte er damit zu tun haben? Die beiden kannten sich gar nicht.

* Musik *

Ich fall da nicht einfach runter. Auch mit sechs Promille nicht.

Wir sollten uns den Stiefsohn vorknöpfen.

Marcel Kleemann?

Und wir sollten die Leiche seiner Mutter untersuchen.

Herr Günther hat kein Wort über sie verloren,

obwohl sie erst kurz tot ist. Koller,

Sie gehen wieder zurück in Haft.

Glauben Sie wirklich, ich hab den da runtergestoßen?

Jemanden, den ich gar nicht kenne. Glauben? Ich kenn Sie doch kaum.

Also glauben Sie's?

Nein, eher nicht.

* Sie stöhnt. *

Kafka erschlägt mich.

Das ist der Totenschein von Annerose Günther.

Unten steht der Name vom Arzt.

Den könnten wir befragen.

Wir?

Was mach ich mit Ihnen?

Ab!

Danke.

Ich weiß, geb ich dir später.

* Er stöhnt. *

Wir müssen aufhören, Monika.

Was meinst du, Miro, ich versteh dich nicht.

Benno ist tot, mein Sohn im Gefängnis.

Nicht die Nerven verlieren, Miro.

Und schon gar nicht, wenn die Polizei im Hause ist.

Sonst ist dein Traum auch ausgeträumt.

Mein Sohn hat das nicht getan, Monika. Sag es mir!

(Stöhnt) Wir müssen mit dem Lügen aufhören.

Wir sind zu weit gegangen. Du glaubst also, wir lügen alle?

Uns kennst du, Miro.

Aber deinen Sohn kennst du überhaupt nicht.

Er woll...

Er wollte mich nur besuchen.

Ich halt das nicht aus.

Wir müssen aufhören, Monika.

* Knistern *

Alles wird gut.

* Spannende Musik *

Hier!

Die sind schwächer dosiert. Musst die doppelte Menge von nehmen.

Hm.

Können Sie sich an sie erinnern?

Wieso sollte ich sie vergessen? Was war denn die Todesursache?

Wie's hier steht. Mh.

Wir sind leider nicht vom Fach.

Vielleicht können Sie uns das mit eigenen Worten erklären.

Letztlich ist sie erstickt.

Lungenkrebs. Mamakarzinom, das gestreut hat. Langsamer Verlauf.

Der erste Befund war vor 15 Jahren.

Sie war 15 Jahre krank und ihr Sohn wusste nichts davon?

Ja, so ist es.

Manchmal will man nicht wissen, was so in den Familien läuft.

Und können Sie ausschließen, dass bei ihrem Tod es...

...zu irgendwelchen Unregelmäßigkeiten gekommen ist?

Absolut. Ich war ihr Arzt.

Neben Ihrer Tätigkeit hier, sind Sie auch Hausarzt in der WG.

Die sich gut betreut fühlt von einem deutschen Arzt in der Fremde.

Diese Nebenjobs laufen offiziell nach tschechischem Tarif?

Gegen die Bürokratie hier herrscht in Deutschland Anarchie.

* Handy klingelt. *

Ja. Hallo.

Du kleine Mistsau!

Du hast meine Unterschrift auf einem Totenschein gefälscht.

Wir müssen uns treffen.

* Quietschen *

* Musik *

* Beklemmende Musik *

* Zischen *

Ich kann nicht dauernd im Auto sitzen wie ein Hund.

Doch, das können Sie.

Wenn es spannend wird, hol ich Sie.

Zum Gassi gehen oder was? Sitz! Kolli! Aus!

* Verkehrslärm *

* Spannende Musik *

* Tschechisch *

Keine Lust, mit meiner Kollegin zu sprechen?

Kann ich verstehen.

Das hier, das ist um 1 Uhr 23.

Und das...

...2 Uhr 56.

Ich konnte nicht einschlafen.

Wo waren Sie?

Bierchen trinken.

Sie waren vorgestern beim Immobilienmakler neben dem Hotel.

Was wollten Sie da?

Nichts Konkretes.

Bin durch die Gegend gestreunt. Klar.

Ich war vorhin da. Ich hab ihn gefragt. Er wusste es noch.

Sie haben sich nach dem Marktwert der Villa erkundigt.

Wie viel ist sie denn wert, inklusive Grundstück?

Wenn man das anhand der Handyfotos sagen kann,

dann so round about 2,5 Millionen. Round about!

* Koller pfeift. * Keine Kronen, nehme ich an.

Die Schenkung liegt so etwa drei Jahre zurück, richtig?

Kann man das nicht noch anfechten? Ein Pflichtteil steht ihm zu.

Mh. Davon mache ich keinen Gebrauch.

Das würde Mamas WG Projekt gefährden. Richtig anständig.

Wussten Sie,

dass Ihr Stiefvater ein Verhältnis mit der Frau des Toten hatte?

Sie waren gestern Abend in der Villa.

An der Treppe.

Stimmt nicht.

Ich hab Sie gesehen.

* Spannende Musik *

* Er stöhnt. *

(Gesang) #Das Glück der Welt ist oft so klein#

#dass man es übersieht#

#Es kann wie eine Blume sein#

#die im Verborg'nen blüht#

#Ein schöner Tag#

#ein liebes Wort#

#ein Lied, das froh dich macht#

#ein Stern, der hell am Himmel strahlt in einer Sommernacht#

Und?

Das ist das Herz. Anscheinend ein falsches Medikament.

Sie sagen, er kommt durch, aber er hat großes Glück gehabt.

Das war kein Unfall.

Koller, wer sollte Ihren Vater umbringen wollen?

Er wollte mir helfen, das hat er mir gesagt. Wir müssen dem nachgehen!

Wir müssen gar nichts.

Ich lasse Sie jetzt zurückbringen. Wohin?

Ins Gefängnis. Wohin sonst?

Wozu?

Es besteht keine Fluchtgefahr, keine Verdunkelung.

Ich will nur rausfinden, was passiert ist. Genau wie Sie.

Sie stehen weiterhin unter Mordverdacht.

Frau Majerova, Sie wissen genau, dass ich es nicht war.

Keine Chance.

Sie bleiben unter polizeilicher Aufsicht.

Schluss!

Schön haben Sie's hier. Ja.

Ich freu mich auch immer auf Feierabend, meinen Ausblick hier.

Meine Freiheit.

Morgen klären wir alles, dann sind Sie mich los.

Und wenn Sie's doch waren? Dann sind Sie mich erst recht los.

Na, das hätte was.

Leben Ihre Eltern noch?

Meine Mutter.

Guten Kontakt?

Ja.

Doch.

Na, geht so.

* Musik *

Danke.

Mein Mann.

Aber der lebt nicht mehr.

Das tut mir leid.

* Musik *

Sagen Sie, sind Sie Schnarcher?

Ah,

man sagt, ja.

Na, das ist ein ganz besonderer Tag heute für mich.

Und Sie?

* Lacher *

"Mama, Jan, ich..."

Ich wollt mich noch mal melden.

Bin immer noch in Prag.

Ich wollte dir sagen, dass ich...

...froh wäre, wenn ich hier bald wegkäme und

das wollte ich dir einfach... Ja.

Mach's gut.

Pass auf dich auf! Ahoi!

Äh, oh! Entschuldigung.

Ganz kurz da.

Gute Nacht.

Gute Nacht.

* Bellen von draußen. *

(Inge) Was, wenn wir auffliegen? (Jürgen) Das tun wir nicht.

Es könnte schon sein.

Am Ende trennen die uns noch.

Bloß nicht.

Wir sollten einen Plan machen.

Was wäre, wenn wir auffliegen?

* Musik *

Wir sind in einer Notlage.

* Kampfgeräusche *

* Schrei *

* Schrei *

* Krachen *

* Beklemmende Musik *

* Aufschrei *

* Er stöhnt. *

* Seufzer *

* Sirene heult. *

* Er stöhnt. *

* Musik *

(Henning) Was soll denn das Ganze? Es gibt neue Indizien,

die die These von Jan Koller unterstützen.

Herr Kleemann ist sich nicht mehr ganz sicher,

ob er nicht doch hier war.

Darum wollen wir gemeinsam die Geschehnisse rekonstruieren.

Dabei ist es wichtig, dass Sie sich erinnern,

wann Sie wo standen und was Sie gesehen und gehört haben.

Herr Kleemann, Sie waren an dem Abend so richtig wütend.

Auf Ihren Stiefvater. Das kann man so sagen.

Nein.

Ja, Sie haben erfahren, dass Sie von den 2,5 Millionen,

die Ihre Mutter hintergelassen hat,

quasi nichts vererbt bekommen, obwohl nichts kann man nicht sagen,

Ihnen bleibt ja das Pflichtteil. Wovon reden Sie eigentlich?

Na! Na,

es war tiefe Nacht.

Die Tür war, wie so oft, nicht verschlossen,

Sie spazieren einfach rein.

Alle schlafen.

Aber das kümmert Sie nicht. * Klopfen *

Jürgen, du kannst mich nicht einfach ausbooten.

Sie wollen mit Ihrem Stiefvater eine Summe aushandeln,

damit Sie nicht auf Ihr Pflichtteil klagen.

Hör auf! Bist du wahnsinnig? Die Leute schlafen.

Ich will meinen Pflichtteil! - Was ist denn hier los?

"Sie haben recht, Herr Koller."

Er hat mitten in der Nacht an meine Tür gehämmert.

Mama ist zwei Tage tot und du Sau... Marcel, ich erklär dir das alles.

Marcel, komm! Ich erklär dir alles! - Drecksau!

Ich kann dir das alles...

Was ist denn los? Was ist denn los hier?

Ihr wisst das alles und macht mit bei diesem scheiß Spiel?

Kommt gelegen, dass Mama verreckt ist - Komm, Junge.

Hier gibt es nichts zu holen.

* Geschrei *

Nimm deine Dreckgriffel weg!

* Stimmengewirr *

* Schreien *

* Krachen *

* Atmer *

* Spannende Musik *

Davon stimmt nichts!

Nada!

Ich kann einfach nicht mehr lügen. - Was soll das?

Ich kann es nicht! - Wir sollten die Wahrheit sagen.

Das sollten wir. - Er ist durchgedreht, war geschockt.

Kann man verstehen, er war ja überrascht wegen uns.

Die Jungs haben miteinander gekämpft, als ging's um Leben und Tod.

Sicher war es nicht mal böse Absicht. - Bestimmt nicht.

Du bist so 'ne Ratte. * Alle schreien durcheinander. *

* Spannende Musik *

* Klara spricht Tschechisch. *

Ha, ha! Kafka gratuliert uns.

Kommen Sie, wir geben gemeinsam Rapport.

Ich bin da nicht von alleine runter. Jetzt lassen Sie schon!

Vater, der plötzlich zusammenklappt, dann diese absolute Einigkeit.

Irgendwas stimmt da nicht. Sie können nicht loslassen oder?

Na, das kenn ich.

Manchmal muss man sich einfach darüber hinwegsetzen. Kommen Sie!

* Sirene heult. *

* Spannende Musik *

* Koller stöhnt. *

* Piepen *

Erst bist du Jahrzehnte weg,

aber lebst eigentlich.

Jetzt, wo ich dich endlich gefunden hab,

bist du schon fast wieder tot.

* Atmer *

Ich bin's.

Jan.

Dein Sohn.

Ich weiß, Jan.

Honzik.

Bist du frei, hm?

Ich wollte dich sehen.

Fast wär's um dich geschehen gewesen.

Hm, hm, hm.

* Atmer *

Ja,

in meinem Alter kann so was schon passieren.

* Seufzer *

Miroslav.

Hä?

Ich muss dich das fragen.

Will dir jemand was antun?

Diese Tabletten,

die hätten dich fast umgebracht.

Was ist los in dieser Villa?

Du kannst die doch nicht immer in Schutz nehmen.

* Er stöhnt. *

Das Haus,

die Leut,

die Leute hier...

* Unverständlich *

Das ist alles, was ich hab.

* Laute *

Und du hast jetzt deinen Sohn.

Was für eine Rolle spielt Milena Cerna?

Warum wurde Annerose Günther so schnell eingeäschert?

Was ist mit den verschwundenen Bewohnern?

Vater!

Sag mir, was du weißt.

(Dr. Gehr) Fälschung eines Totenscheins. Hut ab!

Langsam begreife ich, was du treibst mit deinen Alten.

Hat da jemand Hand angelegt bei ihrem Ableben?

Nee.

Nein? - Nein.

Weißt du, ich denke,

du willst dir alles unter den Nagel reißen.

Ohne mich.

Keine Ahnung, wovon du sprichst.

Wo bleibt denn da die Dankbarkeit?

Sind wir kein Team mehr?

* Er atmet aufgeregt. *

Wovon redest du? Natürlich sind wir das.

Sehr schön.

Aber jetzt spielen wir nach meinen Regeln.

* Atmer *

Au!

* Bellen *

* Vogel keckert. *

* Knarren *

Nicht abgeschlossen. Wie immer. Das lernen die nie.

* Klackern der Schuhe *

Ah!

Dahinten. So hat er es beschrieben.

Der Blaue.

* Klirren *

* Quietschen *

* Klackern *

* Beklemmende Musik *

Ah!

Klaus Koslowski.

Dezember 2012.

Egon Walter.

5. 8. 2011.

* Rascheln *

Annerose Günther, 2015.

Das sind drei Jahre.

Die haben ihre Toten eingefroren und sie offiziell weiterleben lassen.

Genau.

Wegen Rente und Sozialversicherung.

Ja und dann...

...hat sich Marcel Kleemann angemeldet...

...und seine Mutter musste offiziell sterben.

Mh.

Mit Aufbahrung, Abdankung, der ganzen Zeremonie.

Rentenbetrug.

Und der ganze Singeclub ist dabei.

Na.

(Tschech) Eine schöne Bescherung.

* Bimmeln *

Einen wunderschönen, guten Abend.

Wir würden Ihnen liebend gern noch ein paar Fragen stellen.

Sie hatten alle zusammen etwas zu verstecken.

Am schlimmsten für Sie wäre gewesen,

wenn Koller hinter Ihren Trick...

...mit den eingefrorenen Freunden gekommen wäre.

Also Flucht nach vorne.

Er ist schuld und da kommen keine unangenehmen Fragen mehr.

Ja. Dennoch ich muss, kleines deutsches Sprichwort,

Ihnen ein kleines Kränzchen binden.

Die Leichen der verstorbenen Mitbewohner einzufrieren,

das ist ganz großes Theater. Chapeau!

Na, es gibt noch eine Sache, die wir nicht aufgeklärt haben.

Wer hat mich runtergestoßen?

Ja.

Ich bewundere Sie, Herr Kommissar.

Sie quetschen auch noch den letzten Rest Wahrheit aus uns heraus.

Sag es nicht!

Doch, ich tu's.

Jürgen.

Verzeih!

Aber es war Marcel.

Sie kamen hier rauf, er stand hier, hat nicht lang gefackelt und

hat Sie runtergestoßen. Herr Schröders,

ich schätze es sehr, wie Sie sich immer wieder...

...mit fantasievollen Lösungsvorschlägen einbringen.

Wie im Landesparlament, nicht?

Aber ich glaub Ihnen nicht.

Es ist jemand, der verhindern wollte,

dass die Gemeinschaft auffliegt. Jemand, der Angst hatte.

Große Angst!

Nicht wahr, Frau Urban?

Angst und Wut.

Denn obwohl Sie schon länger kein echtes Paar mehr waren,

ist Ihnen der Tod Ihres Mannes doch sehr nahe gegangen.

Hören Sie auf damit, ja?

Und Sie...

...mussten mit ansehen, wie Ihr Stiefsohn zum Mörder wurde.

Und dann kam ich.

Dann stoßen Sie mich da runter.

War es so? Nein, so war es nicht.

* Stimmen *

"Ich lag da unten im Zimmer."

* Klirren *

Miroslav?

* Laute Stimmen *

* Spannende Musik *

* Sie schreien. *

* Aufgeregte Stimmen *

* Schrei *

* Krachen *

* Spannende Musik *

* Schrei *

* Krachen *

Ich war's.

Nein, ich war 's.

Nein, ich war's.

Die anderen lügen. - Ich war's.

Nein, ich war's.

Ich war das. - Ich.

Ich war's.

* Musik *

Aha.

Die sollen sich nicht zu früh freuen.

Ich übergebe den Fall an die deutschen Behörden.

Rentenbetrug ist keine Bagatelle. * Handy klingelt. *

Hallo.

So?

Was denn?

Es gibt noch einen Toten.

* Sirene heult. *

* Melancholische Musik *

* Rascheln *

Untertitel-Studio Rhein-Main OMNIMAGO GmbH 2018

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