All language subtitles for Sea.Gypsies.The.Far.Side.of.the.World.2017.1080p.WEBRip.x265-RARBG

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Original subtitles

In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über die Dinge, die du nicht getan hast,

als über die Dinge, die du getan hast.

Also löse die Knoten, laufe aus aus dem sicheren Hafen.

Erfasse die Winde mit deinen Segeln. Erforsche. Träume. Entdecke. - Mark Twain

Wir befinden uns 70 Grad südlich, kurz vor Kap Adare, Antarktis,

und ein Sturm zieht auf uns zu.

Die Sicht wird von Minute zu Minute schlechter,

und wir pflügen durch massive Wellen, in denen sich Eisberge verstecken.

Die Saison ist beinahe zu Ende und die Temperatur des Meerwassers

liegt nur kurz über dem Gefrierpunkt.

Jeden Tag wird das Rossmeer nun zufrieren

und sich bis zum kommenden Sommer nicht mehr öffnen.

Hinzu kommt noch,

dass unser Motor Startschwierigkeiten hat und unser Benzin langsam einfriert.

Wir befürchten, dass es mit Meerwasser kontaminiert ist.

Bereits jetzt ist das Wetter stürmischer, als wir angenommen haben.

Letztlich wird sich daraus ein Hurrikan der Kategorie 12 entwickeln,

mit Windgeschwindigkeiten über 170 km/h.

Aber das wird erst in ein paar Stunden geschehen.

Mit seiner ganzen Stärke wird uns der Sturm erst mitten in der Nacht erwischen.

Hilfe ist, im besten Fall, eine Woche oder mehr entfernt.

Wir sind auf uns allein gestellt.

Wir befinden uns inmitten gigantischer Kräfte,

die sich unserer Kontrolle entziehen.

Und wir fühlen uns sehr klein.

Um einen weisen Mann zu zitieren:

"Wenn alles schief läuft, beginnen die Abenteuer."

Seenomaden - Das hintere Ende der Welt

Dies ist die Geschichte einer kleinen Gruppe moderner Nomaden,

die wir in die Weite der wildesten Geographie der Erde begleiten,

auf der Jagd nach Aufregung, Abenteuer und was sonst noch

am hinteren Ende der Welt liegt.

Der Plan ist, den Pazifik mit einem Segelboot zu überqueren,

von Neuseeland nach Patagonien,

mit einem Halt in der Antarktis, wenn die Umstände es zulassen.

Diese Reise über fast 13.000 Kilometer wird etwa zweieinhalb Monate dauern.

Wenn der Wind beständig bleibt.

Unser Transportmittel und Heim heißt Infinity,

eine 36 Meter lange Segelyacht,

die schon seit einem Jahrzehnt durch den Pazifik pflügt,

auf einer nie endenden nomadischen Entdeckungsreise.

Sie ist die Heimat von Kapitän Clemens Gabriel aus Deutschland

und seiner Freundin Sage aus Wyoming.

Kapitän Clemens hat vier Kinder auf der Infinity aufgezogen.

Kürzlich sind seine beiden Töchter hinzugekommen.

Rhian, geboren auf Fiji,

und Chloe, geboren in Thailand.

Die Infinity ist auch ein Heim entfernt von der Heimat

für eine stetig wachsende Anzahl von Charakteren.

Eine Crew aus rastlosen Suchenden,

einem Volkstamm auf dem Meer.

Meistens durch Mundpropaganda angezogen,

kommen manche auf der einen Insel hinzu und verlassen das Boot auf der nächsten.

Manche bleiben für Jahre.

Es ist aber keine Kreuzfahrt.

Auf der Infinity gibt es keine Passagiere.

Jedes Crewmitglied steuert seine eigene Expertise und Arbeitskraft bei.

Whoa!

Nennt mich Nico.

Vor einigen Jahren bemerkte ich, dass ich trostlos wurde.

An Land interessierte mich nichts mehr.

Also entschied ich mich, meine Routinen zu verlassen und aufs Meer abzuhauen.

Ich musste die Wahrnehmung der Möglichkeiten in meinem Leben ändern.

Ich lechzte nach Abenteuern und dem Unbekannten,

danach, überwältigt und klein gemacht zu werden,

beeindruckt von der natürlichen Welt,

und ich dachte, dass könnte der Ozean bieten.

Und unten. Oh!

Eines Tages, als ich im Internet nach Booten suchte,

die eine Crew suchten, fand ich es.

Insgesamt verbrachte ich über ein Jahr auf der Infinity,

dokumentierte ihre Reisen zu einigen der wildesten Orte auf der Erde.

-Wie heißt du? -Nico.

-Nico? -Nico.

Oh.

Danke.

Die Menschen, denen wir begegneten, gehörten zu den freundlichsten,

großzügigsten und am wenigsten mit anderen in Verbindung stehenden Menschen,

denen man begegnen kann, wenn man das große Glück hat.

Das macht es umso schwieriger,

all die exotischen Tiere abzulehnen, die einem geschenkt wurden.

Wow. Das ist ein Palmendieb. Ein Palmendieb.

Sehr lecker, denn er läuft den ganzen Tag herum und isst Kokosnüsse.

Hallo, hallo.

Sie stehen unter Naturschutz, also werden wir ihn nicht essen.

-Gute Nacht. -Nacht.

Gute Nacht.

Abenteuer sind nur schlechte Planung. - Roald Amundsen, Erster am Südpol

Dieser Teil der Reise beginnt in Neuseeland,

wo die letzten Vorbereitungen an der Infinity

für die Pazifiküberquerung laufen.

Auckland, Baby!

Das war fantastisch. Ich hab mich lebendig gefühlt.

Whoa!

Um uns für die kalten Zeiten, die vor uns liegen zu wappnen,

verbringen wir viel Zeit damit,

Unmengen an Isolation zu installieren und lebenswichtige Vorräte zu beschaffen.

Oh, Scheiße.

Rum-getränkter Tabak. Was kann man mehr wollen?

-Ist Port Royal wirklich so gut? -Jep, Port Royal hat's drauf.

Ich kann's nicht erwarten. Riecht wie Gotts Vagina, wenn man die Packung öffnet.

Aufgrund des erhöhten Risikos bei einer Überquerung des Südlichen Ozeans,

hat Kapitän Clemens beschlossen,

dass er und seine Familie diesen Teil der Reise nicht mitmachen

und stattdessen in Patagonien wieder aufs Boot kommen werden.

Außerdem hat Kapitän Clemens ein Geschäft gemacht, das er nicht ausschlagen konnte.

In letzter Minute hat er sich entschieden, den Motor auszutauschen.

Der alte, verlässliche Cummins V8 Motor

muss einem fast neuen deutschen 10-Zylinder MAN Motor weichen.

Das einzige Problem ist,

dass er erst 48 Stunden vor unserer geplanten Abreise ankam,

und dass ein paar wichtige Teile fehlten.

Aber nichts, was etwas Blut,

Schweiß und schlafloser Schufterei nicht hinkriegen würden.

Wir bringen den neuen Motor auf den Stangen an, auf denen er sitzt.

Ok, hier kommt sie.

Ja, ja, ja. Halt schön fest.

Heute Abend sollte alles an seinem Platz sein.

Und wenn das alles geschafft ist, können wir Dampf machen und loslegen. Ja.

Ayack, unser französischer Segelmacher hat die beneidenswerte Aufgabe bekommen,

unter den Motor zu klettern, um ihn zu sichern.

-Sieht gemütlich aus. -Ja, das war auch meine erster Eindruck.

Und ich komme immer wieder zurück auf diesen ersten Eindruck.

Schon ok, könnte schlimmer sein.

Könnte viel schlimmer sein. Es wird viel schlimmer werden.

Die Scheiße brennt, Mann. Das ist heißes Metall.

Das brennt sich in deine Haut ein und bleibt da.

Das fällt nicht ab, das frisst sich in deine Haut.

Siehst du das hier. Verdammt.

Ich kann sehen, wie deine Augen zufallen, Clems.

Ich hatte ungefähr zwei Stunden Schlaf in den letzten zehn Tagen.

Irgendwann werde ich dann schlafen müssen, wenn wir unterwegs sind.

Nun, genau wie das Schiff seinen Motor hat, der es antreibt,

haben wir als Gruppe Clem, der alles am Laufen hält, er powert immer weiter.

Immer bumm, bumm, bumm, bumm.

Ich weiß nicht, wo er die ganze Energie hernimmt.

Ich meine...

Rauchen und Trinken betäuben den Schmerz.

Glücklicherweise bekommen sie, als die Stunde der Abreise näher rückt...

...den Motor zum Laufen.

Die Infinity ist nicht wie fast alle anderen Boote,

die in die Antarktis fahren.

Sie ist keine gut finanzierte und gegen das Eis verstärke Superyacht,

geführt von gut bezahlten Seglern mit sorgfältig durchdachten Plänen.

Das ist furchtbar.

Die Infinity lebt im Moment und segelt nach Lust und Laune,

ohne Genehmigung oder irgendwelche Versicherungen.

Und alles mit einem minimalen Budget.

Ich hab's!

Zieht die Dinger hoch, wir fahren in die Antarktis!

Die letzten Groschen, die man zusammenkratzen kann,

werden dazu verwendet, dringend benötigtes billiges Benzin zu kaufen,

und zwar von jemandem, den man am besten mit "so ein Kerl" beschreibt.

Bei der Macht von Grayskull!

Was man jedoch in Massen auf dem Boot findet,

sind Blut, Schweiß, Enthusiasmus, Risikobereitschaft,

Überlebensausrüstung aus dem Secondhandladen

und einen großzügigen Vorrat an Alkohol.

Eine verrückte Erkundungsreise, einfach nur aus Spaß.

Äh, bitte werft niemals auch nur das kleinste Stück Plastik

in den Eimer für das Toilettenpapier.

Das Toilettenpapier werfen wir nämlich direkt ins Meer.

Es ist Papier, also biologisch abbaubar. Es wird... Da ist Scheiße drauf!

Das werden wir nicht zwei Monate lang an Bord lagern.

Also, werft es direkt über Bord.

Und werft nichts in die Toilette,

das nicht aus eurem Arsch oder anderen Löchern kommt, okay? Danke.

In Ordnung. Mann über Bord. Niemand wird je über Bord gehen.

Wenn du ins kalte Wasser fällst,

-sind deine Überlebenschancen gering. -In der Tat.

Du wirst einfach nur sterben, für dich selbst ist das einfach,

aber nicht für uns.

Eine Menge Papierkram und so.

In dieser grenzenlosen Nation, der Nation des Windes und Friedens,

bestimmt einzig und allein das Meer die Regeln. - Bernard Moitessier, Weltumsegler

Ich habe die Infinity online gefunden, als ich nach Secondhand-Schiffen suchte.

Die Infinity war ein Projekt.

Sie wurde in den 70ern von einem sehr ambitionierten Besitzer gebaut,

der sie aber nie fuhr. Er hat mit ihr keine Reisen unternommen.

Er hat gerade so die Grundstruktur des Schiffs fertiggestellt.

Sie war also auf keinen Fall segeltauglich.

Sie war einfach ein schönes großes Boot mit einer Menge Potential.

Damit war ich startklar.

Ich hatte ein schönes Schiff und eine wundervolle Familie.

Ich war bereits sehr viel gesegelt,

und es fühlte sich immer sozial isoliert an.

Damals habe ich realisiert,

dass nicht jeder Aspekt des Lebens von mir selbst kommt,

dass ich auch auf andere angewiesen bin,

dass ich mit und von anderen lernen und auf die Gemeinschaft vertrauen kann.

Ich begriff, dass auch meine Kinder

auf die Gedanken und Ideen anderer angewiesen sind,

auf deren Energie und Einfluss.

Es gibt noch so viel mehr auf dieser Welt.

Das war der entscheidende Faktor, dieses Projekt viel größer zu gestalten.

Aus der segelnden Familie wurde ein segelnder Stamm.

Oh, pass auf.

Au!

Was für ein Fehler, Mann. Fuck.

Wie spät ist es?

Ich... Ich dachte, wir wollten um 8:30 Uhr lossegeln.

Ich bin jetzt drei Stunden hier oben.

Drei verdammte Stunden.

Ayack ist ein französischer Vagabund.

Er hat bereits die Welt umquert,

ohne zu fliegen.

Fünf Jahre lang.

Meine Güte! Das ist wirklich toll hier.

Ich reite das Biest, Mann! Schau nur.

Ich reite das Biest.

Zu Beginn einer Reise werde auch ich manchmal seekrank,

wenn ich etwas tue,

das größere Konzentration erfordert, wenn ich auf etwas fokussiert bin.

Wenn ich hier fertig bin, gehe ich direkt ins Bett.

Ziemlich anstrengend, allein die Haltung macht einen müde.

Meine Rippen schmerzen, meine Beine schmerzen, alles tut weh.

Aber ich beschwere mich nicht.

Ich mag Ayack. Er ist eine echte Nähmaschinen-Maschine.

♪ Segler, eine leichte Brise zieht auf ♪

♪Lass uns dieses kleine Lied singen ♪

♪Segler, eine leichte Brise zieht auf ♪

♪Lasst uns zusammen am Bug singen♪

♪ Und das Lied klingt vom Vordeck ♪

♪Bis zum Afterdeck♪

♪Und das Lied klingt vom Vordeck ♪

♪ Und es heitert das ganze Schiff auf ♪

Als ich ein Kind war, in den 80ern, waren alle Mädchen verrückt nach Bowie.

Ich weiß auch nicht, als Kind bekam ich dafür viel Aufmerksamkeit.

Das war ziemlich cool.

Später wurde ich sehr zurückhaltend, was meinen Namen betraf.

Ich begann mich selbst Dave Bowy zu nennen.

Aber irgendwann kapierten die Leute es,

und ich dachte: " Fuck, dann kann ich mich auch so nennen."

Ich habe David Bowie nie persönlich kennengelernt wegen meines Namens.

Ich weiß nicht. Oh ja, einmal wurde ich deswegen nicht verhaftet.

Ich schätze, das ist ganz cool.

Ich habe einige traditionelle Seefahrer-Tattoos.

Seefahrer ließen sich früher die Füße tätowieren.

Die Tattoos repräsentieren das Land oder wie man wieder an Land kommt.

Denn die Frachtkisten mit Schweinen und Hühnern konnten schwimmen,

und sie hatten was zu essen und damit eine bessere Überlebenschance.

Sie versuchten dorthin zu gelangen, wenn das Schiff havarierte.

Tattoos sind volkstümliche Kunst, und ich sammele gerne Kunst.

Ich kann verstehen, warum die frühen Seeleute darauf abfuhren,

ihre eigenen Legenden, Geschichten und Bedeutungen dahinter zu kreieren.

Erzähl uns von dem für deinen Opa.

Er verließ die Schule und sein Zuhause, als er 12 war.

Er ging jagen. Er nahm seinen Hund und sein Gewehr.

Und ich finde dieses Leben einfach bewundernswert und so simpel.

So wie das Segeln simpel ist. Es gibt kaum Ablenkungen.

Du weißt so gut wie ich, dass das Leben auf einem Boot kein Zuckerschlecken ist.

Nicht gerade ein Ponyhof.

So seekrank.

Oh ja!

Man wird oft durchgeschüttelt, es ist eine Menge Arbeit,

und man bekommt nicht viel Schlaf.

Aber dann gibt es diese Momente, in denen man denkt:

"Wow, wir machen genau das Gleiche, was schon Generationen vor uns taten."

Es ist schön, diese Erinnerungen auf einem selbst zu haben.

Ok, hier befinden wir uns in der Vorratskammer.

Wir haben hier 'ne verdammte Menge an Essen, für zwei oder drei Monate.

Unser Ziel ist Chile.

Also, wir beginnen mit 150 kg Pasta.

Und das ist, meiner Meinung nach, das wichtigste Nahrungsmittel überhaupt.

Dann haben wir hier 670 kg Reis.

100 kg Zwiebeln und Knoblauch für unsere Franzosen an Bord.

250 kg Mehl.

Wir backen jeden Tag Brot, verdammt viel Brot, Tonnen.

Und das Beste: Wir haben 700 Packungen Ramen, Mann! Nudeln.

Oh ja, ich hab die Eier vergessen. Die haben wir auch noch.

Wie viele?

2.000. Und unsere Eier wurden mit Vaseline eingeschmiert.

Und warum drehen wir sie jede Woche um?

Weil das Eigelb in der Mitte langsam von der Schwerkraft runtergezogen wird.

Und erst wenn es die Schale berührt, kann Sauerstoff eindringen,

und dann wird das Ei schlecht.

Ok, wir wollen also nicht, dass das Eigelb nach unten geht.

Deshalb drehen wir es jede Woche, damit es ein wenig runtergeht,

und dann drehen wir es wieder zurück, damit es ein wenig runtergeht.

So bleibt das Eigelb in der Mitte. So machen wir das.

Und wir schließen den Karton.

Langsam. So geht das. So.

So kommt man wieder an die Eier ran.

Seit zwei Wochen haben wir keine verderblichen Waren mehr.

Also...

Da muss man kreativ werden.

Wo Fleisch ist....

...oder Milch...

Verdammt, du hast gelacht. Das war perfekt.

Was macht deine Hand hier?

Das war nicht meine Hand.

Was war es dann?

Anderes Aug tut andres kund. - William Blake: Gedankenreise

Auf vielerlei Weise haben die Leute, die uns begleiten,

diese Erfahrung zu etwas sehr Bedeutungsvollem für ihr Leben gemacht.

So simple Dinge, wie morgens den Sonnenaufgang zu sehen

und wie sie abends wieder untergeht,

oder den Himmel und die Sterne ungehindert sehen zu können,

die Schönheit dieses Planeten zu erfassen,

die Weite des Meeres,

das gibt allem eine völlig neue Perspektive.

Manche schreiben mir, und sie erinnern sich an die kleinen Dinge,

die unwichtig erscheinen. Aber diese Dinge sind es,

die sie durch ihr Leben begleiten und an die sie sich erinnern.

Sie ziehen aus diesen Erfahrungen viel Positives, wie aus einer Energiequelle.

Andere haben sehr von der Nähe profitiert, die in dieser Gemeinschaft herrscht.

Man lernt sich hier besser kennen als in manch 20-jähriger Freundschaft.

Manche Leute kommen sich hier näher als es so manches Ehepaar jemals schafft,

weil man Tag und Nacht zusammen ist, Tag und Nacht, ständig.

Es gibt keine Pausen.

Wenn man nach seinem Bauchgefühl handelt,

können Dinge auch mal falsch laufen.

Bei einem routinemäßigen Ausgleich der Benzintanks

ist eine potentiell gefährliche Situation aufgefallen,

die ein bisschen Bastelarbeit verlangt.

Offensichtlich ist etwas Benzin in den Diesel gekommen, so dass...

Nicht immer klappt alles. Das gehört zum Segeln und zum Leben, zu allem.

Man muss mit den Überraschungen umgehen können, die das Leben so bietet.

Davon gibt es 'ne Menge.

Wenn wir auf Eis stoßen oder so,

brauchen wir den Motor, damit wir hindurch navigieren können.

Wir hoffen, dass wir, indem wir alle Dieseltanks miteinander mischen,

das Benzin so weit verdünnen können, dass der Motor nicht explodieren wird.

Also, jetzt füllen wir 400 Liter dieser Scheiße in die Fässer...

...und das kommt dann direkt in den großen Tank.

Das kommt dann direkt in den großen Tank.

Ob es klappt, wird die Zeit zeigen.

Wir labern nur rum hier.

Oh, aber das gefällt mir.

Man kennt ja nicht alle Schwierigkeiten, die da unten lauern.

Ja, ich könnte mich da direkt umbringen.

Einfach so. Als ob man in eine Kaffeemühle fällt. Tot, bumm.

Interessiert ja eh keinen.

Ich weiß ja nicht. Ich fände es besser, zuerst in der Antarktis zu sein.

Ja, das wäre eine Leistung. Dort zu sterben, dass wäre echt...

Auf dem Höhepunkt meines Lebens, weißt du?

-Mehr kann ich nicht erreichen. -Das ist 'ne gute Art abzutreten.

Ja. Eine gute Art abzutreten.

Zurückzubleiben, wenn jemand stirbt, das ist hart.

Aber der, der stirbt, hat eigentlich nicht den schweren Part.

-Ja. -So ist das. Lass uns sterben.

Wie unpassend, diesen Planeten Erde zu nennen, wo er doch aus Meer besteht.

- Arthur C. Clarke Autor, Unterwasserforscher

In Europa hört man, dass es kaum noch Fische und die globale Erwärmung gibt,

und so weiter, all diese Probleme.

Aber dann kommt man hierher und hört:

"Ja, wir befürchten, unsere Insel wird es in einigen Jahren nicht mehr geben.

Und viele Fische fangen wir auch nicht mehr hier."

Der schreckliche Zustand der Welt springt dir hier geradezu ins Gesicht.

Man liest ja, dass die Plastiksammler am Strand Tonnen von Müll sammeln.

Und da war noch mehr. Viel mehr.

Man könnte ein Jahr damit verbringen,

das Plastik auf einer kleinen Insel zu sammeln,

aber in diesem Jahr würde sich dort so viel mehr Plastik ansammeln,

dass das Ganze zur Sisyphusarbeit würde.

Sisyphus war in der Halbwelt gefangen. Er rollte einen Stein einen Berg hoch,

und oben angekommen, rollte der den ganzen Weg wieder herunter,

und er musste von vorne anfangen.

So ungefähr fühlten wir uns, als wir den Strand aufräumten.

Es ist unglaublich.

Und die Leute... Diese Perlen zum Beispiel.

Die habe ich alle am Strand gesammelt.

Und auch die Schnur ist aus dem Müll.

-Wow. -Ja.

Du musstet dich sicher anstrengen, um die alle zu finden.

Dort gibt es eine Menge Plastik.

Und es scheint in gutem Zustand zu sein.

Ja, es ist gutes Plastik.

Egal, wohin wir segeln, in diesem fantastischen,

scheinbar abgelegenen Allgemeingebiet,

ist klar, selbst aus einem nicht-wissenschaftlichen Blickwinkel,

dass es große ökologische Veränderungen durchlebt.

Besonders deutlich wird das an etwas, das wir sehr wenig sehen...

Fische.

Was wir in Hülle und Fülle sehen, sind die hoch ausgerüsteten Fischereiflotten,

die die kleinen Inselnationen im Pazifik

als Schauplatz für ihre undankbare Aufgabe nutzen,

alles, was halbwegs essbar und langsamer als ein Helikopter ist,

aus dem Pazifik zu holen.

Früher haben wir alle zwei, drei Tage einen Fisch gefangen.

Das hing von der Region ab. Manchmal waren es mehrere am Tag.

Manchmal auch vier, fünf Tage am Stück nichts.

Inzwischen sieht es so aus, dass wir, wenn wir eine Leine ins Wasser hängen,

sie Tage oder Wochen hinter uns herziehen und trotzdem nichts anbeißt.

Die Hälfte der Zeit probieren wir es nicht mal mehr.

Die Seilwinde hat komische Geräusche gemacht,

und nun säubere ich sie und setze sie anschließend wieder zusammen.

Das muss sowieso ab und zu gemacht werden, so alle sechs Monate.

Diese Feder sollte eigentlich nicht abgehen,

aber ich habe sie gerade abgemacht, also...

Ach nein, das passt schon.

In Ordnung.

Oh, ich hatte kurz Angst. Ich mache das zum ersten Mal.

Und beim ersten Mal hat man immer etwas Angst.

Das ist merkwürdig.

Meinst du, die Feder merkt, dass das passiert ist?

Diese beiden Zahnräder passen nicht.

Clemens hat sie zu schnell auseinandergenommen,

so dass ich nicht verstanden habe, was wohin kommt.

-Und deshalb bin ich nicht... - Dieses hier...

Das muss... Dieses Kugellager muss irgendwo rein.

Sonst macht das keinen Sinn.

Aber da ist nichts, wo es rein könnte.

-Also... -Habe ich Schmierfett...

...auf meine neuen weißen Klamotten bekommen?

Kein Schmierfett?

Jetzt haben wir's.

Alles eingefettet.

Fangen wir mit den übrigen 15 an.

Und dann tun wir die hier zurück.

Das passt.

Komm schon.

Erste Generation:

Messing und rostfreier Stahl.

Zweite Generation:

Plastik und rostfreier Stahl.

Dritte Generation:

Plastik und Plastik.

Das hält zwei Jahre.

Und das hier unbestimmte Zeit.

Der Niedergang der Zivilisation, genau hier.

-Ja. -Echt traurig.

Ta-da.

Ja. Und das verbliebene Fett kannst du auf das große Zahnrad schmieren.

-Das große was? -Das große Zahnrad.

Er treibt die anderen Fische an,

indem er Lärm auf der Wasseroberfläche macht.

Er treibt sie zusammen, er ist quasi der Hirte der Fische.

Auf unserem Weg in den Süden begegnen wir eine Delfinschule.

Oh, cool.

Das Wasser sieht einladend aus.

Komm rein, es ist toll!

Aber wir sind weit entfernt von den Tropen.

Ein bisschen kalt, aber...

Nun, wir befinden uns ungefähr am 61. südlichen Breitengrad

und nähern uns dem Rossmeer.

Und es wird ziemlich kalt.

Vor der Abfahrt haben wir eine neue Zentralheizung installiert.

Furchtbar kompliziert, wie man sehen kann.

Einfach zu viele Schläuche, zu viele Kabeln, zu viel von allem.

Und deshalb läuft sie noch nicht.

Egal, wir sorgen dafür, dass sie laufen wird.

Wir verbinden gerade die letzten Kleinteile miteinander.

Anschließend werden wir diese entsetzliche Vorrichtung ausprobieren.

In einer Minute werdet ihr, wenn ihr dabei bleibt,

hoffentlich keinen Rauch und keine Funken sehen.

Wenn das der Fall ist, haben wir unsere Arbeit gut gemacht.

Bislang ist das nicht so.

Also, eins, zwei, drei, los...

Scheint sich...

-Ja, das ist heiß. -Sie wird heiß.

Ich glaube, das soll so sein.

Oder auch nicht.

Scheinbar werden wir uns nicht auf die Heizung verlassen können,

was wahrscheinlich Teil des Plans war.

Clem hat gehört, dass er, wenn er die Temperatur des gesamten Boots

für drei Tage unter den Gefrierpunkt bringen kann,

dies die tropischen Termiten töten würde,

die das Boot momentan nimmermüde in Schweizer Käse verwandeln.

Wir mussten bereits einige Stellen an Deck flicken,

die ein bisschen zu sehr knirschten, wenn man drauftrat.

Es stellte sich die Frage,

wie viel Schaden sie schon in den unzähligen Jahren verursacht hatten,

die sie bereits an Bord waren.

NICHT ÖFFNEN

Schädlingsbekämpfung ist als tieferer Beweggrund für diese Expedition

erst kürzlich hinzugekommen.

Seekrank seit...

...zehn Tagen.

Tötet mich.

♪ Winde, Winde, Winde, Winde, Winde, Winde ♪

♪ Bald sind wir da Winde, Winde, Winde ♪

Es geht jetzt darum, nicht nachzudenken, und wir denken zu viel.

Vier Grad. Das Wasser hat vier Grad.

-Wir befestigen eine Leiter. -Befestigen eine Leiter.

Wir klettern ins Krähennest.

Und dann werden wir springen.

Happy Birthday, Bowie!

-Happy Birthday, Bowie. -Hey, Mom!

Wir werden einfrieren.

Gebt mir 'nen Countdown.

Drei, zwei...

♪ Auf dem Boot herrscht Langeweile Wir haben uns auf dem Meer verirrt ♪

♪ Wir versuchen unseren Verstand zu beruhigen ♪

♪ Aber wir werden ihn wohl verlieren, hey, ey, ey ♪

Dummheit.

♪ Um zu fallen, muss man es versuchen ♪

♪ Hab ich ♪

♪ Hab ich ♪

♪ Auf dem Boot herrscht Langeweile Wir haben uns auf dem Meer verirrt ♪

♪ Wir versuchen unseren Verstand zu beruhigen ♪

♪ Aber wir werden ihn wohl verlieren, hey, ey, ey ♪

♪ Auf dem Boot herrscht Langeweile Wir haben uns auf dem Meer verirrt ♪

♪ Wir versuchen unseren Verstand zu beruhigen ♪

♪ Aber wir werden ihn wohl verlieren, hey, ey, ey ♪

♪ Ich sehe was, was du nicht siehst ♪

♪ Um zu fallen, muss man es versuchen ♪

♪ Hab ich ♪

♪ Hab ich ♪

♪ Ich sehe was, was du nicht siehst ♪

♪ Ey, ey, ey ♪

Ab und zu hatten wir die Hoffnung, dass Gott uns, wenn wir gut wären,

erlauben würde, Piraten zu werden. - Mark Twain

Zeit für ein Riff. Jetzt, Jungs.

♪ Wir haben Skorbut in unseren Fingern ♪

♪ Und Tattoos auf unseren Zehen ♪

♪ Und wir segeln auf den hohen Wellen Salzwasser in der Nase ♪

♪ Wir schrubben das Deck und schließen die Luken ♪

♪ Wir essen nur, was wir fangen ♪

♪ Wir sind Piraten Wir segeln gern übers Meer ♪

Der Sturm ist weitergezogen.

Wir brauchen mehr Segel, um schneller nach Süden zu kommen.

Süden!

Nach Süden! Wohin?

Antarktis, Käpt'n!

♪ Und wir machen wirklich alles Wir segeln durch stürmisches Wetter ♪

♪ Wir segeln wirklich immer unter der Piratenflagge ♪

Mach weiter, mach weiter, Pascal, du machst das gut.

Ich, äh.... Ich fange an, es zu fühlen.

Ja, er fängt an, es zu fühlen.

Er fühlt es, er fühlt es.

Das kann ich in seinen Augen sehen.

♪ Wir haben Skorbut in unseren Fingern ♪

♪ Und zwei Zehen... ♪

♪ Und wir segeln auf den hohen Wellen ♪

-♪ Salzwasser in der Nase ♪ -Was zum Teufel war das?

Was war das?

Oh, mein Gott.

Das war furchtbar.

Du hast 'ne ganz neue Version erfunden.

Wo zum Teufel sind wir?

Er ist der Mann am Ruder, er kann dir das besser sagen.

Ich halte nur Ausschau nach Eisbergen.

Wo sind wir?

Antarktis!

Ja!

Schneeball.

Oh!

-Der erste Eisberg. -Juhu!

Die ersten beiden. Einer da, der andere hier.

-Juhu! -Ja!

Man sieht kaum was.

Wir müssen echt vorsichtig sein. Vor allem nachts.

Was wäre ein Ozean, ohne ein Monster, das in der Dunkelheit lauert?

Das wäre wie Schlaf ohne Träume. - Werner Herzog

Auch wenn die Infinity Einiges einstecken kann,

für Eis wurde sie nicht gebaut.

Was für Schläge sie verkraften kann, ist uns noch unbekannt.

Okay, wir gehen auf den alten Kurs.

Oh, dem kleinen Eisberg dort bin ich ziemlich nahe gekommen. Gesehen?

Wir werden die Glocke läuten, wenn wir ein Manöver mit den Segeln machen müssen.

Wenn ihr also die Glocke hört,

heißt das, ihr müsst sofort an Deck kommen.

Ihr solltet euch nicht mal darum kümmern, was ihr anhabt.

Beeilt euch wirklich!

Wer Wache hat, muss sehr, sehr aufmerksam sein,

und ständig bereit, einem Eisberg auszuweichen,

auch wenn es nur ein kleines abgebrochenes Stück eines Eisbergs ist.

Wenn der Mann am Bug, unser Ausguck,

wirklich einen Eisberg sieht, ist es wichtig,

sehr laut und sehr deutlich zu kommunizieren,

in welche Richtung der Mann am Ruder ausweichen soll,

um dem Objekt auszuweichen.

Wir haben hier eine Eisscholle, die sollten wir Backbord liegenlassen.

Ja, da stimme ich zu.

Wenn die Aufpasser dir sagen, du sollst nach Backbord steuern,

dann machst du das nicht langsam, sondern mit einer ruckhaften Bewegung.

Ja, drehen!

Scharfe Drehung nach Backbord.

Man dreht hart am Steuerrad und geht sicher, dass man sofort den Kurs ändert.

-In etwa zwei Tagen? -In drei Tagen.

Wir beobachten das Radargerät,

so werden wir hoffentlich meistens frühzeitig gewarnt.

Aber manche kleineren Objekte sieht man nicht auf dem Radar,

und wir müssen ständig bereit zum Ausweichen sein.

Oh, hallo. Äh, willkommen am Bug.

Hier halten wir nach großen Eisbrocken Ausschau,

oder nach anderen Objekten, die uns gefährlich werden könnten.

Das ist einer Fahrt auf der Autobahn nicht unähnlich.

Wenn man einmal drauf ist, muss man einfach weiterfahren.

Die Infinity hat das Kap Adare an der Mündung des Rossmeers erreicht,

mitten im März, am sonnigsten Tag seit Wochen.

Land in Sicht! Juhu!

Das ist fantastisch, Mann! Drei Wochen! Und hier sind wir. Vielleicht sogar vier.

Ich würde sagen, fünf.

Okay, es ist März. Der wievielte März? Der 4. März?

-Der 4. März 2014. -Ja.

Wir liegen vor der Adare-Halbinsel, mehr als 16 km entfernt davon.

-32! -32 km entfernt davon.

Und diese Dinger sind wie hoch, 1.200 Meter?

Das ist überwältigend.

Wir werden hier ein paar Tage bleiben, bis der Winter kommt und uns vertreibt.

Dann müssen wir verschwinden.

Äh, momentan liegt die Wassertemperatur zwischen minus 1 und minus 2 Grad.

Bei minus 1,8 Grad gefriert Meerwasser, wir müssen also sehr wachsam sein.

Nördlich von uns gibt es Eis, wie wir sehen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass es in den nächsten Tagen noch kälter wird.

Wir wollen uns auf keinen Fall in der Rinne befinden, wenn sie zufriert.

Denn wenn sie zufriert, dann war es das für die nächsten sechs Monate.

Die Infinity in Landnähe zu bekommen, ist aber auch nicht einfach.

Hey, Kumpel.

Die Robertson Bay, die Einfahrt zum Kap Adare,

ist ein Slushy-Mix aus Eisbergen, Schollen und eventuell Steinen.

Okay, sie zieht zur Steuerbordseite.

-Backbord oder geradeaus? -Backbord.

Ziel ist es, einen halbwegs guten Platz zum Ankern zu finden,

das Beiboot ins Wasser zu lassen,

es mit einem Haufen Crewmitgliedern zu beladen und an Land überzusetzen.

Eisberg an Backbord!

Die Landung ist nicht sicher,

da die Gestade voller Eisberge und wilder Tiere sind.

Seehund! Aus dem Weg, Seehund!

Du bist niedlich, das gebe ich zu. Aber bitte, hau ab!

Reg dich nicht auf wegen mir, Seehund.

Nicht. Hau ab, Seehund! Hau ab!

Außerdem müssen wir Terry,

unseren einarmigen tasmanischen Seemann aus dem Boot und aufs Eis holen.

♪ Es gibt einen Grund, warum wir hierherkamen ♪

♪ Es gibt einen Grund, warum wir... ♪

Auf Kap Adare steht auch das älteste Gebäude in der Antarktis.

Es war der erste Ort, an dem Menschen auf dem gefrorenen Kontinent überwinterten.

Eine kleine Hütte ohne Fenster,

in der zehn Mann in einem kleinen Raum einen sehr langen Winter verbrachten.

Vermutlich teilten sie eine Menge miteinander.

♪ Es gibt einen Grund, warum wir hierherkamen ♪

Aufgrund irgendwelcher unfairer Big Brother-Regierungs-Vertragsgründe,

ist es eventuell nicht wirklich legal, diesen Kontinent zu betreten,

ohne eine Erlaubnis und eine besondere Versicherung zu haben.

Das hat aber niemand wirklich überprüft.

♪ Es gibt einen Grund, warum wir kommen ♪

♪ Es gibt einen Grund, warum wir wieder gehen ♪

Nach etwa fünf Stunden Glückseligkeit war es an der Zeit,

zu unserem Bott zurückzukehren.

Alles, was uns blieb,

war den vierstündigen Sonnenuntergang der Arktis zu beobachten.

Mitten in der Nacht, als wir gerade unser Dosenessen vorbereiteten,

wurden wir davon aufgeschreckt,

dass ein schwarz gekleidetes Kommando unser Boot betrat.

Unsere Koordinaten...

Sie vertreten die radikale Umweltgruppe Sea Shepherd.

Sobald das Moratorium für den Walfang startete,

begann Japan ein wissenschaftliches Programm,

unter dessen Deckmantel sie weiterhin kommerziell Wale fingen.

Es wird behauptet, dass es aus wissenschaftlichen Gründen geschieht,

aber das ist Quatsch, das weiß jeder.

Wollt ihr drumherum oder wollt ihr durchfahren?

Okay, dann zehn Strich nach Backbord.

Der Plan sieht einen einfachen Austausch vor.

Das Schiff von Sea Shepherd, die Steve Irwin,

wird den Ankerplatz der Infinity in der Robertson Bay übernehmen,

und die Infinity wird sich auf dem Radar als die Steve Irwin ausgeben,

um das folgende japanische Harpunenboot auf eine wilde Jagd

durch die Nacht zu führen.

Sobald sie außerhalb des Radars und ihren japanischen Verfolger los sind,

will Sea Shepherd aufs offene Meer fahren,

um das schwer zu fassende Fabrikschiff zu finden und zu bedrängen,

auf dem die Wale verarbeitet werden.

Die wirkliche Herausforderung ist es, dieses Harpunenschiff abzuhängen.

Wir brauchen einen Köder, ein Ziel, das vorgibt, wir zu sein.

Wir sahen euer Licht in der Entfernung und dachten:

"Oh, Sea Shepherd, nein!"

Ja, wir waren gerade erst angekommen und waren super aufgeregt.

Wie lange waren wir auf See? Fünf Wochen?

Ja, 33 Tage.

Wir hoffen, dass wir euch helfen können. Wir wissen zu schätzen, was ihr tut.

Lasst uns die Hände schütteln.

Wir waren super aufgeregt, als wir eure Lichter sahen.

Das einzige Problem an diesem Plan ist, dass die Infinity

mit voller Geschwindigkeit durch das mit Eisbergen durchsetzte Wasser pflügen muss.

Es gibt noch eine Sache, und die ist sehr wichtig.

Äh, sie haben nicht mehr viel Benzin,

und da sie dem Motor einiges abverlangen müssen, damit das klappt,

brauchen sie definitiv Benzin.

Das muss also unbedingt klappen, sobald wir hier raus sind.

Sie wollen danach nach Patagonien.

Ich weiß nicht, wie viel... Aber das passt schon.

Okay, sie bleiben also komplett im Dunkeln.

Viel Eis hier im Wasser.

Äh...

Ich habe den idiotischen Fehler gemacht,

keinen Schlafsack in die Antarktis mitzubringen.

Sehr kalt.

Ich habe eine Decke von Hawaiian Airlines.

Und das hier ist die Thai Airways Decke.

Und hier die Asiana Airways Decke. Und das hier...

Das ist eine Decke mit Ärmeln.

Ich meine, hier drin ist es kalt, aber draußen ist es richtig kalt.

Also bleibe ich unter den Airline-Decken so lange ich kann.

Nachts hört man dann einfach den Geräuschen des Ozeans zu,

der herein möchte.

Das Sonnenlicht kommt schnell.

Wie geht's dir? Du bist lange wach.

Oh, Mann.

Wie lang warst du heute wach?

Äh, etwa 25 Stunden.

Wow. Es war wohl viel zu tun heute.

25 sehr geschäftige Stunden.

Oh ja, und wir segeln in einer Zone, die auf keiner Karte verzeichnet ist.

Folgen uns die Japaner hier rein?

Ja, sie sind hinter uns, etwa 3-5 Kilometer.

Hoffentlich lassen wir sie auf Grund laufen, das wäre cool.

Sie haben mehr Tiefgang als wir. Sollten wir eine flache Stelle finden,

über die wir so gerade drüber kommen, und sie laufen hart auf Grund,

das wäre großartig.

Das wäre so cool. Aber leider ist es dort überall tief, denke ich.

Sie haben noch 72 Minuten für diesen Anruf.

Bitte warten Sie, während wir Sie verbinden.

Hey, hier ist Clemens.

Sie haben uns schließlich bekommen.

Sie kamen gerade an uns heran und schauten.

-Und nun dampfen sie in eure Richtung ab. -Ok.

-Wie weit seid ihr? -Sind sie schnell?

Äh, ja, ziemlich schnell.

Ja, ja. Wir wünschen euch viel Glück.

-Ja. Und euch vielen Dank für alles. -Ja, macht weiter so.

Volle Power, Mann. Gebt Gas.

-Ja. Danke noch mal. -Ja, kein Problem. Bis dann.

Leider ist die Steve Irwin langsamer als das Harpunenboot.

Uns ist klar, selbst mit einem Vorsprung werden sie ihnen kaum entkommen kommen.

Das erweist sich als richtig, als die Steve Irwin

ein paar Minuten nach uns in die Robertson Bay einfährt,

hinter sich das japanische Harpunenboot.

-Da war so viel Eis. -Ihr habt das toll gemacht.

Sea Shepherd legt neben der Infinity an und belohnt unseren Einsatz

mit 2.000 Litern Diesel.

Und mit einem Blick auf eine beneidenswerte Menge

an weiblichen Crewmitgliedern.

Die Frauen.

Dieses Lächeln auf ihren Gesichtern, das nicht von einem Bart verdeckt wird.

Man vergisst, wie sich das anfühlt.

Dein Herz beginnt zu pochen, immer schneller,

man wird ein wenig rot und einem wird heiß.

Versteht ihr? Das ist...

Man schaut sie an, hofft auf ein Lächeln,

man redet Blödsinn, man versucht, witzig zu sein,

nur um von ihr etwas Bestätigung zu bekommen.

Und auf ihrem Boot waren 20 Frauen.

Und ich behaupte mal, die Hälfte von ihnen war hübsch anzuschauen.

Nun ja, sie waren eben...

Ich möchte noch hinzufügen, dass eine von ihnen...

Es hätte anders laufen können, hätten wir nicht nur 40 Minuten gehabt.

Stellt euch das vor, Liebe in der Antarktis.

Was für ein mieser Titel für einen schlechten Roman.

Für eine Telenovela.

Der Diesel ist eine ziemlich glückliche Fügung.

Nachdem wir einen Kran verkauft haben,

den wir auf einem Fischerboot-Wrack fanden,

und von jedem Geld geliehen haben, der uns welches gab,

und eine nicht sonderlich erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne starteten,

hatten wir kaum genug Geld, um das notwendige Essen zu kaufen.

Da blieb nicht gerade viel für Benzin übrig.

Ich habe vergessen zu erwähnen, wie groß das Geschenk von Sea Shepherd war.

Sie gaben uns einen Sack scharfe Chilis,

sechs Flaschen Wein, die eher Essig sind, aber immer noch gut.

Es ist schön, etwas Wein zu haben.

Und sie gaben uns Thermoskannen. In meiner habe ich gerne heiße Schokolade.

Ah. Himmlisch.

Das war eine coole Aktion gegen diese Bastarde, die das Meer vergewaltigen,

gegen diese japanischen Walfänger, das war sehr cool.

Und wir haben uns mit den Sea Shepherds angefreundet.

Und da hauen sie ab.

Wir haben sie vertrieben, Leute.

Nach vielen Danksagungen und herzlichen Wünschen, wird es leider Zeit,

Abschied zu nehmen.

Das Wetter wird sich ändern,

und wir müssen weg von der Küste und den größeren Eisfeldern.

Sea Shepherd fährt nach Norden,

aber wir sind noch nicht bereit, die Antarktis zu verlassen.

Wir fahren nach Süden, weiter hinaus aufs Rossmeer.

Wir hoffen, dem Sturm ausweichen zu können.

Da dieses tropfende Geräusch.

Tropf, tropf, tropf, tropf... Aber dass macht keinen Sinn.

Es gibt keinen Raum zwischen der Wand, mir und dem Tropfen.

Es kommt genau von da drin. Aber es fühlt sich fest an.

Unter 50 Grad südlicher Breite gibt es keine Gesetze,

unter 60 Grad keinen Gott. - Altes Seemannssprichwort

Bei Einbruch der Nacht

beginnt Zach seine aufregende 3-Stunden-Schicht am Ruder.

Die Luft ist so kalt, dass die Gischt sich in Eisplatten verwandelt hat,

sobald sie das Dreck trifft.

Das Ganze ist, wie ein Crewmitglied meinte, weniger aktives Navigieren,

als eine dreistündige Achterbahnfahrt.

Wache zu haben, ist ein ernüchterndes Erlebnis.

Der Motor stößt weißen Rauch aus,

und wir verlieren Einspritzventile, für die wir keinen Ersatz haben.

Die Strapazen auf der Infinity erreichen einen kritischen Punkt,

und scheinbar versagt alles um uns herum.

Außerdem sind die Wellen so stark,

dass sie die Ankerplatte aus Stahl verbogen haben,

und Wasser in den vorderen Ankerkasten eindringen konnte.

In die Infinity ist so viel Wasser gelaufen,

dass ihr Bug merklich tiefer hängt.

Sie sticht immer tiefer in die Wellen.

Eigentlich sollten wir gelähmt vor Angst sein,

stattdessen sind wir alle völlig begeistert.

Deswegen sind wir hier.

In diesem Moment scheint alles im Leben möglich.

Auch diesen Sturm zu überleben.

Zwei Tage dauert diese Achterbahnfahrt.

Und dann gibt's da noch Clem.

Er hat die letzten 20 Jahre auf hoher See verbracht und ist der Einzige, der weiß,

wo die Grenzen der Infinity liegen.

Er gehört auch zu den wenigen Menschen,

die unter Druck besser zu funktionieren scheinen.

Vielleicht braucht er ihn sogar. Ohne Druck wird ihm schnell langweilig.

Als wäre das Leben nicht herausfordernd genug.

Aber wenn das Überleben von 16 Seelen in einem Sturm auf dem Rossmeer

von ihm abhängt, ist er in seinem Element.

Vor seiner zweiten Nacht am Ruder ist aber auch er etwas genervt von den Umständen.

Es gab einen Moment, der vermutlich für das Schiff sehr gefährlich war.

Mitten in der Nacht drifteten wir rechts in Richtung eines Eisbergs.

Ich meine, auf dem Radar waren da einige Eisberge,

aber auf den steuerten wir relativ schnell zu,

und zwar auf der Luvseite,

so dass der Wind unseren Bug gegen diese massive Eiswand warf.

Außerdem machte der Motor Schwierigkeiten, weil Wasser ins Benzin kam.

Wir hatten 'ne Menge mechanischer Probleme wegen des verunreinigten Benzins.

Es dauerte sehr lang, bis der Motor ansprang. Eine Ewigkeit.

Aber dieser Moment der Gefahr, was davon noch in mir ist, ist...

Das war wundervoll.

Diese Situation war so kraftvoll. Das war einfach...

Wir sind lebendig, inmitten eines ganzen Universums an Kräften.

Und meistens realisieren wir nichts davon.

Wir sorgen uns um unwichtige Kleinigkeiten,

auf die wir fokussiert sind, um die kleinen Aspekte des Lebens.

Auf dieser Reise gab es reichlich Gelegenheiten,

diese Naturgewalten zu erfahren, so wie sie sind, unverfälscht und roh.

Das vermittelt mir eine gewisse Realität,

das Gefühl, tatsächlich zu wissen, wo auf dieser Welt ich mich befinde.

Ich lebe in einem Universum voller Kräfte,

auf einem Planeten mit Eisbergen und Bergen,

mit allen möglichen Lebensformen und mit Wetter,

und so geht das immer weiter.

In der Lage zu sein, das wirklich zu begreifen, es zu fühlen,

wirklich tiefgründig zu verstehen, was das bedeutet,

das ist, wie ich denke, etwas, das viele von uns niemals wirklich tun werden.

Am Morgen des dritten Tages nach der Abfahrt von Kap Adare,

zog der Sturm endlich weiter und der Himmel klarte auf.

Die Crew war erschöpft.

Niemand wusste so richtig, was er mit der Situation anfangen sollte.

Da drüben ist ein verdammter Eisberg. Da sind wir.

Fahren wir zum Kap Adare?

Nein, wir versuchen hindurch zu kommen.

Wir versuchen eine Stelle zu finden, mit der wir planen können.

Was wir nicht wissen, aber bald herausfinden werden,

ist, wie schlimm unsere mechanischen Probleme mittlerweile geworden sind.

Hart Backbord!

Neutral!

Ja, was unsere Pläne angeht...

Wegen des verunreinigten Benzins können wir uns nicht darauf verlassen,

dass uns unser Motor zwischen Millionen Eisbergen und Schollen manövriert.

Sollte der Motor komplett kaputt gehen,

wären wir auf die Gnade der Gezeiten angewiesen.

Es gäbe keinen Ausweg, vor allem ohne adäquaten Wind.

Und selbst mit Wind wäre es furchtbar schwierig,

aus diesem Minenfeld aus Eis herauszusegeln.

Für uns wird es am sichersten sein,

uns so weit wie möglich von eisigem Wasser zu entfernen,

während wir das Schiff reparieren.

Wir haben wegen des verunreinigten Benzins

die Hälfte unserer Einspritzventile verloren.

Auch wenn der Motor mit fünf Ventilen noch einigermaßen läuft,

riskieren wir mit jeder Minute, die er mit dreckigem Benzin läuft,

ihn zu verlieren, wenn wir ihn wirklich brauchen,

beim Erreichen des Hafens in Patagonien.

Es ist unmöglich, durch die Fjorde zu segeln.

Wir haben schon eine Weile Schwierigkeiten mit sehr merkwürdig aussehendem Benzin,

und wir versuchen herauszufinden, was damit passiert ist. Schaut mal.

Zunächst einmal ist Wasser im Benzin,

und zweitens sieht der obere Teil so milchig aus.

Das sollte ganz anders aussehen.

Äh... Ja, wir versuchen herauszufinden, was damit los ist.

Momentan erhitze ich etwas Benzin,

in der Hoffnung, dass es mit der Kälte zu tun hat,

also, dass wir das bestätigen können.

Weißer Rauch kommt aus dem Motor, also ist definitiv Wasser im Benzin,

was sehr schlecht für dem Motor ist.

Darum treibe ich alle an, endlich die Segel zu hissen,

damit wir den Motor ausmachen können.

Diese Seite ist fertig, Baby!

Wow, ich spüre sie nicht mehr.

Die Dinger fühlen sich tot an.

Da oben!

Positiv kann man jedoch vermerken,

dass wir schon eine ganze Weile keine Termiten mehr gesehen haben.

Das ist, als hättest du deine persönliche Sauna da drin.

Du hast Glück, du solltest dankbar sein.

-Es ist nicht besonders bequem? -Nicht?

Du erwartest Bequemlichkeit auf einer Antarktis-Reise?

So. Ich bin äußerst beeindruckt, wie einfach das Nähen geht.

-Was ist denn damit passiert? -Nun, Wind und Alter.

Und das Flattern.

Oh ja, und der Segelmacher in Thailand hat uns auch noch verarscht.

Aber die Geschichte ist jetzt zu lang. Also vergesst es.

Wenn man segelt, ist das normal. Manchmal gehen Segel kaputt.

Die Nähte oder so, und dann...

Und dann näht man sie wieder zusammen und alles ist wieder gut.

Wenn du nicht nähen kannst, dann bist du kein Segler.

-Was würde so ein Segel kosten? -Der reguläre Preis?

-Ja. -20.000 Dollar?

Auf jeden Fall zu viel.

Aber wir zahlen nie den regulären Preis, wir finden immer einen anderen Weg.

Und wie viel Prozent hast du in diesen 40 Minuten geschafft?

Ungefähr anderthalb Prozent.

Aber da kommt noch zusätzliche Arbeit, also sagen wir, ein Prozent.

Und es war erst die eine Richtung.

-Nein, das habe ich mitgezählt. -Das sieht nach 100 Arbeitsstunden aus.

So in der Richtung. Es spielt auch keine Rolle.

Zeit ist nicht von Bedeutung auf dem Meer.

-Ja. -Wir haben jede Menge Zeit.

Wenn wir in Chile ankommen, wird es fertig sein.

Brauchen wir das Hauptsegel, um nach Chile zu kommen?

Da ist es recht windig, oder?

Je dringender wir das Hauptsegel brauchen, desto schneller wird es fertig.

Das ist die mathematische Gleichung dahinter.

Je dringender wir das Segel brauchen, desto schneller wird es fertig.

-Petie? -Ja?

Was ist hier passiert?

Der Kielraum ist so voll gelaufen,

dass hier das Wasser schon von unten kommt,

äh, aus dem Boden.

Das wird eine feuchte Nacht.

Das wird eine feuchte Nacht.

Ich dachte, ich hätte die Kombüse gesichert, und dann, äh...

Ich komme rein und sehe diesen perfekten Kreis am Boden.

Ich ziehe ihn ab, und es ist eine perfekte Ellipse.

Dieser Teil hat sich durchgedrückt, aber das war...

Zwei Zentimeter dick, unser Teig für die Calzone zum Mittagessen.

Solange du keinem diese Aufnahmen zeigst,

wird es uns die Mägen füllen.

Wir können immer noch Calzones essen.

-Ein paar Haare, vielleicht etwas von... -Ja, definitiv ein paar Haare.

Etwas Pinguinscheiße von unseren Stiefeln.

Das ist ein schönes Geräusch, oder?

Mein Name ist David Bowie, und ich glaube an Calzon.

-E! -E.

Sehr bissfest.

Weil ein kleiner Beutel Tabak in Neuseeland 60 Dollar kostet,

haben die beiden Raucher an Bord der Infinity, Zach und Clem,

nur das absolute Minimum an Tabak mitgenommen,

das für eine zweimonatige Fahrt nötig ist.

Das absolute Minimum.

Da die Reise nun länger als zwei Monate dauert,

und ihnen der richtige Tabak ausgeht,

beginnen sie in ihrer Verzweiflung kreativ zu werden.

-Und, was rauchst du momentan so, Zach? -Tee.

Merkst du nicht, dass ich nervlich etwas angespannt bin?

Du rauchst Tee. Was für Tee?

Grünen. Pfefferminz ist eigentlich ganz nett. Schmeckt ein bisschen mentholig.

Völlig nutzlos.

Ich mag jede Geschmacksrichtung.

Ja, genau.

Ich habe mich heute Mittag für grünen Tee mit Limette und Ingwer entschieden.

-Oh! -Ja, mal sehen.

Der ist schön blattreich, Clem. Schau ihn dir an zum Vergleich.

-Oh, das riecht gut. -Darauf freue ich mich richtig.

Das ist echt gut. Grüner Tee mit Limette und Ingwer.

-Scheiße, das ist echt gut. -Ich will mal probieren.

-Mann schmeckt die Limette. -Das ist sehr anständig.

Nicht ansatzweise so schlimm wie deine letzte Mischung.

Land in Sicht!

Da ist Chile. Da sind die Berge.

Da ist es trocken, da ist Land!

-Eine ziemlich tragische Landschaft. -Ich weiß.

Es ist, als wurden Geschichten von Unheil und Triumph an diesen Felsen geschrieben.

Also, das ist irgendwie...

Seht euch diese Felszähne da drüben an.

Da gingen vermutlich eine Menge Schiffe unter.

Vermutlich starben da viele über die Jahrhunderte,

weil sie an das Gold von San Francisco wollten, und um das Horn herumsegelten.

Da sind vermutlich einige Schiffe havariert.

Die Isolation, verstehst du?

Man ist so lange auf See und hat keinen Kontakt zu anderen Leuten.

Man sieht so lange kein Land,

dass einem das Ganze vorkommt wie ein Traum. Man schwebt irgendwie.

Der Wind treibt einen voran, mithilfe dieser Fetzen, über den Pazifik.

Erleichterung, definitiv. Nein, ich bin wirklich sehr glücklich.

Es ist ein schöner Tag, ein glücklicher Tag.

Jetzt kommt die Zeit, in der man über alles nachdenkt, was passiert ist.

Man schafft sich schöne Erinnerungen, anstatt...

Man vergisst die Traurigkeit und all die Schwierigkeiten und so weiter.

Es werden ausschließlich gute Erinnerungen und ein tolles Abenteuer.

Und das findet hier statt, ein großes Abenteuer.

Wir müssen den Motor zum Laufen bringen.

Unser Motor läuft nicht, wie er sollte,

weshalb wir uns die letzten Wochen auf unsere Segel verlassen haben.

Es ist nämlich so, Mann:

Wir sind die Musiker

Wir sind die Träumer von Träumen

Die einsam den Strand entlang wandern Da drüben!

Und an verlassenen Ufern sitzen

Welt entfremdet und Welt entsagend

Unter dem fahlen Mond

Doch sind wir auf immer, es scheint

Die Macher und Beweger der Welt

Das sind wir, Motherfucker!

Ja, wir müssen mehr nach Backbord.

Wir haben hier dieses wundervolle Karte.

Das ist die neueste, kompletteste, detaillierteste digitale Hightech-Karte,

an die man als Normalsterblicher kommt.

Um an detailliertere Karte zu kommen, muss man dem Militär angehören oder so.

Trotzdem gibt es darauf diese hübschen blinden Flecken.

Denn natürlich fahren wir dort entlang, wo nicht viele Leute fahren.

Wenn man sich die Karte ansieht, erkennt man, dass es überall, wo es weiß ist,

die Tiefenangaben gibt.

Wir wissen also, wie tief dort das Wasser ist.

Wir wissen also, wo die Felsen liegen, die Riffs und so weiter.

Das ist toll.

Aber plötzlich, aha, befinden wir uns an einem blinden Fleck.

Wir haben kaum Informationen, also ist es ein bisschen Ratearbeit,

und wir bewegen uns nachts sehr langsam,

machen Radarpeilungen der Landmarken

und prüfen auf dem Echolot die Kontur des Bodens.

Die Infinity bietet Menschen,

die die Wirklichkeit aus einem anderen Blickwinkel sehen wollen,

als es die Gesellschaft vorgibt, Gelegenheiten, das zu tun.

♪ So viele Nächte ♪

Es ist hier ein einziges Durcheinander,

und gleichzeitig ist es einfach unglaublich, einzigartig.

Es gibt auf der ganzen Welt kein anderes Boot wie dieses, wirklich.

Ich bin viel rumgekommen, und dieses Boot ist einfach ein Juwel.

Man lebt in einer Gemeinschaft, man passt aufeinander auf.

Alles basiert auf Humanismus.

Wir haben Gott in Seiner ganzen Pracht gesehen.

Wir haben gehört, was die Natur zu sagen hat.

Wir haben die blanke Seele der Menschheit erreicht.

- Ernest Shackleton Polarforscher

Die Infinity wird die nächsten zwei Monate in Patagonien verbringen

und sich langsam in Richtung Norden aufmachen,

um dem herannahenden südlichen Winter zu entgehen.

Kläglich und kalt.

Ich liebe den Regen so sehr.

Die Kälte, versteht ihr? Der Regen im Gesicht. Das ist fantastisch.

Ja.

Die Zeit wird verbracht, indem man dem sich dahinschlängelnden Fjorden folgt.

Wir erkunden ein Land,

durchzogen von einem Labyrinth aus Kanälen und engen Durchfahrten,

freimütig gesprenkelt mit blinden Flecken auf der Karte.

Oh!

Das ist nicht so gut.

Wunderschön. Es heißt, dies sei die einsamste Gegend Patagoniens.

Deswegen wollen wir dorthin.

Clemens überlegt sogar,

ob er die Infinity ohne Karte einen eisreichen Fluss runtersteuert.

Wow, ich kann nicht glauben, dass wir da durch müssen.

Es ist zu gefährlich.

In letzter Minute überlegt er es sich aber noch einmal.

Eine gute Entscheidung, da hinter der Kurve ein schäumender Eistrudel wartet.

Seehunde!

Abenteuer ist das Streben nach Ehrfurcht,

und die Natur ist weit und ehrfurchtgebietend.

Sie erinnert uns daran, dass wir klein und unwichtig sind,

aber verbunden mit etwas, das größer und wichtiger ist als wir selbst.

Und auch wenn dieser Teil der Reise nun endet,

weiß ich, dass ich, sobald ich wieder in der Lage dazu bin,

auf die Infinity zurückkehren werde, um meinen Platz vor dem Mast einzunehmen.

Denn bevor wir interstellare Reisen unternehmen

und die Weite des Alls erkunden können,

bleiben uns nur noch wenige blinde Flecken auf der Karte,

um unsere wandernden, rastlosen Geister aufzufangen.

Mögen sie nie gezähmt werden.

♪ Wir haben Skorbut in unseren Fingern ♪

♪ Und Tattoos auf unseren Zehen ♪

♪ Und wir segeln auf den hohen Wellen Salzwasser in der Nase ♪

♪ Wir schrubben das Deck und schließen die Luken ♪

♪ Wir essen nur, was wir fangen ♪

♪ Wir sind Piraten Wir segeln gern übers Meer ♪

♪ Das einzige Vergnügen eines Piraten ist sein gottvergessener Schatz ♪

♪ Und für ihn wird er alles tun Er wird durch den Sturm segeln ♪

♪ Denn ein Pirat wackelt nie mit dem Po Wenn er plündert ♪

♪ Immer zweieinhalb Meter tief vergraben Immer von Piraten beschützt ♪

♪ Bis eines Tages ein Angriff erfolgte ♪

♪ Danach dachten wir, wir sollten ein paar Schatzkarten verteilen♪

♪ Die zu versteckten Fallen führen ♪

♪ Oh, für mich gibt's nur ein Mädchen Eine Schönheit namens See ♪

♪ Ich bin ein Pirat Und ich segel gern übers Meer ♪

♪ Wir verbeulen das Wasser und wässern die Beulen ♪

♪ Wir sind Plankengeher, Großmäuler Wir machen, was wir wollen ♪

♪ Und uns ist es ganz egal Trinken wir deinen ganzen Wein ♪

♪ Wir stehlen ein Familienerbstück So etwas machen wir ständig ♪

♪ Oh, wir sind zahnlos, rücksichtslos Wir tun nur, was wir wollen ♪

♪ Wir segeln davon, benehmen uns schlecht, Waschen uns nie, rasieren uns nie ♪

♪ Wir sind Piraten Wir segeln gern übers Meer ♪

♪ Wir sind Piraten Und wir tun, was wir wollen ♪

♪ Es ist wahr, ich muss es zugeben Wir kommen nie in Frieden ♪

♪ Aber eines beruhigt das Knirrschen Unserer verfaulten, schiefen Zähne ♪

♪ Eine Schönheit namens See Und das Leben als verdorbener Pirat ♪

♪ Und du weißt es eh Einmal Pirat, immer Pirat ♪

♪ Nichts als ein Bastard des Meeres ♪

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