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Original subtitles

-=THE LAST FANTASY=- 本片仅供学习交流,严禁用于商业途径

(Georg) Unser Dorf lebte vom Skigebiet, das Skigebiet lebte vom Schnee

und der Schnee kam von Gott allein.

Tja, und sobald der Schnee wegblieb, und mit ihm die Touristen,

begannen die Leute, Gott zu beschuldigen. Nicht, weil er ihnen was Böses getan hatte,

sondern, weil er nichts getan hatte. Wegen unterlassener Hilfeleistung quasi.

Der Ort geht zugrunde, aber den Allmächtigen scheint das nicht weiter zu interessieren.

Da wandert die Schneegrenze auf 930 m hoch und der liebe Gott tut so, als wär nix!

Unsere Ski-Lifte liegen aber bei 863 m.

Unsere Nachbarn liegen 67 m höher, und wegen diesen beknackten 67 m

ist eine regelrechte Dorfflucht losgegangen! Überall war gelobtes Land,nur nicht mehr bei uns!

Unser Dorf war dabei auszusterben. Und nicht mal der Bestatter hatte was davon.

Der Arzt war der Erste, 'ne Woche später hat sich der Kinobesitzer vom Acker gemacht,

und als der alte Friseur nach seinen Kunden auch noch seinen Verstand verloren hatte,

war keiner mehr da,der seinen Laden übernehmen wollte.

Der Lehrer unterrichtet nur noch 11 Schüler. Zwei weniger und die Klasse wird aufgelöst!

(Singt) A day, a week, a month...

(Schüler) ...a year.

- Und, Hartl, hast du schon einen Verbrecher? - Fischer, bleib stehen, nun haben wir dich!

Sit down. Hey, stop talking!

Back on your seats please.

Stop talking jetzt, I'm serious.

- Also, Karl-Heinz, bis morgen. Servus! - Sag mal, hast du Charly gesehen?

Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich den überhaupt gesehen hab.

Charly?

Charly!

Ich hatte gedacht, Sie kommen erst morgen zur Anhörung. Gut, wenn ich ehrlich bin,

hab ich gedacht, Sie kommen überhaupt nicht. Aber die Wege des Herrn sind unergründlich.

- Ich bin nicht Gott, Georg! - Natürlich nicht. Aber Sie sind nah dran.

Also, Sie haben den direkten Draht.

Wir haben das Gefühl gehabt, dass der liebe Gott den direkten Draht zu uns verloren hat

- darum bin ich perplex über den hohen Besuch! - Wie konntet ihr denken,Gott hätte euch verlassen?

Ja, weil das keinen Sinn mehr gemacht hat.

- Keinen Sinn?

die war irgendwann einfach weg.

Und mit dem schleichenden Verlust der Freude

und der schwindenden Lust an dem traurigen Alltag hier,

da ist auch schleichend der Sinn abhanden gekommen.

Und der Sinn und Gott, die gehören ja zusammen.

Die Emilie, das ist meine Frau,zum Beispiel die hat nur so gesprüht vor Lust und Freude.

Als ich damals hierhergekommen bin, also, ich komm ja gar nicht aus Bayern, ich komm aus Hamburg.

Und als ich hier eingekehrt bin,

da hat Emilie drüben bedient, und dann hab ich mich in sie verliebt.

Was darf's denn sein, bitte?

Ja, ich nehme...

Worauf haben Sie denn Lust?

- Hummer. - Hummer? - Haben Sie Hummer?

- Nein, der ist gerade ausgegangen. - Okay.

Aber vielleicht kann's ein Schnitzel mit Pommes sein.

Guten Appetit. Nächste, bitte.

- Bitte schön? - Ich hätt gern Hummer! Ist nur ein Scherz,

- weil ich gestern schon Hummer wollte. - Genau.

Das war ja Quatsch, weil, es gibt ja...

- Ein Schnitzel, bitte. - Guten Appetit.

Bitte schön?

So kam es zur ersten Verabredung. Auch Emilie war davon so angetan,

dass sie mich seither einmal im Jahr mit einem Hummeressen überrascht.

Und weil wir so gerne Hummer essen, haben wir inzwischen zwei Töchter.

Rebecca ist 8 und Melanie ist 11. Das ist Melanie und das ist Rebecca.

Natürlich waren wir froh, als Emilie nach dem Aus fürs Skigebiet

und den ausbleibenden Gästen im Diner einen Job als Krankenschwester fand.

Nur leider hatten wir dadurch immer häufiger Eine, ja, etwas unterschiedliche Auffassung

bezüglich der Abendgestaltung.

- Georg? - Hm? - Ich bin so müde.

Das macht nichts. Lass mich einfach machen

und wenn dir irgendwas gefällt, dann zwinkerst du einfach viermal.

- Aber das siehst du doch gar nicht. - Dann räusperst du dich eben.

Georg.

- Ich bin wirklich so fertig. - Das versteh ich.

Gott, Vater im Himmel,erbarme dich unser,

Gott, Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser.

Gott, Heiliger Geist, erbarme dich unser. Heilige Jungfrau der Jungfrauen...

(Georg) Seit Emilies Vater vor zwei Jahren gestorben ist, wohnt ihre Mutter bei uns.

Sie wollte nicht länger alleine oben in der Pension bleiben

und, wie soll ich sagen, es ist nicht immer ganz einfach mit ihr.

- Du unbefleckte Mutter, bitt für uns! - Mama. - Du liebenswürdige Mutter, bitt für uns!

- Mama. - Emilie, raus mit dir, ich bete.

- Du musst damit aufhören, Mama. - Wer sagt das?

Der Ungläubige da drüben? Der seine Laugenstange in meine Tochter stecken will?

Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns Sünderjetzt und... - Bitte.

Und wenn ich still bin, sorgst du dann dafür,

dass Georg uns morgen ausnahmsweise mal pünktlich zur Messe abholt. Hm, Emilie?

Nein, Mama, Georg geht morgen angeln!

Er sollte für seine verkommene Seele beten. Sonst wird sie verfaulen in seiner Brust.

Und der Leibhaftige wird seine Gedärme herausreißen und Schleifchen daraus binden.

- Und diese Frau soll ich heiligsprechen? - Ja, ich versteh, was Sie meinen,

aber Maria Magdalena war auch nicht gerade die heilige Jungfrau, ne?

- Da gibt's immer noch ein bisschen Spielraum. - Maria Magdalena war eine liebende,eine leidenschaftliche Frau.

Die Liebe ist heilig.

Ja, so genau hab ich das nicht gelesen.

- Georg, trägst du bitte die Mama ins Bett. - Das kann sie selber!

Aber sie fühlt sich heute so schwach.

Jeden hätt sie kriegen können, aber nein, einen Fischkopf muss sie sich angeln.

- Petrus war doch auch ein Fischer. - Aber er hat das Fischen aufgegeben

- und ist Jesus gefolgt. - Ja, da mussten die auch nicht mehr angeln,

- denn Jesus hat ja mit zwei Fischen alle satt gekriegt. - Schlaft gut.

Ja, du auch.

Ja, schau, was ich da hab. Ja, schau. Dann tut's gleich nicht mehr so weh.

Ja, fein bist du.

Ja, toll machst du das. Ja, toll machst du das.

Jetzt hab ich's gleich, jetzt hab ich's gleich. Brav.

- Da haben wir's. Toll hast du das gemacht. - Eberhart? Eberhart!

- Wo bleibst du? - Ich muss noch kurz was fertig machen.

- Ich geh schon mal schlafen. - Ja, ich bin auch gleich da.

Charly? Charly!

Tut mir leid, Charly.

(Bellen, buddeln)

- Georg, du stehst auf meiner Stelle! - Das ist nicht deine Stelle.

- Doch! - Ach so, wirklich? Hast du die gekauft?

Hast du 'ne amtliche Urkunde, wo drinsteht: "lch habe diese Stelle rechtmäßig erworben

und niemand sonst darf hier angeln! Und ich werde einen Zaun um diese Stelle bauen!"

Ist gestern wieder nichts gelaufen?

- Bei der Veronika und bei mir ist auch der Wurm drin. - Seit sechs Monaten?

- Kannst meine Stelle haben. - Das ist nicht deine Stelle.

Hartl, Charly ist immer noch verschwunden, kannst du den zur Fahndung ausschreiben?

Karl-Heinz, der ist sicher 'ner Hündin nach. Der macht seine Erfahrungen und kommt heim.

Grüße euch! Hey!

Entschuldige, Emilie, ich hab ein bisschen die Zeit vertrödelt, aber ich hab herrliche Forellen, dabei!

Wir reden später. Los, kommt, Kinder.

Jetzt fahr nicht so schnell, Kruzifix.

- Bitte hol uns pünktlich ab, ja? - Jo.

Natürlich, mein Hummer.

Ja, das schaut jetzt anders aus als es ist!

Ich hab den Film neulich zufällig aufm Flohmarkt entdeckt.

Und wir haben die Evi so lang nicht mehr gesehen und haben uns gedacht...

- Und ich kenne sie ja noch gar nicht. - Die Evi ist meine Schwägerin,

- und das ist das Wirtshaus von ihrem Vater! - Ich dachte, es macht dir nichts und haben aufgesperrt.

Der Schlüssel ist für Notfälle!

Ich mag das nicht, dass meine Freunde meine Schwägerin beim Vögeln zugucken.

- Die brauchst du nicht verstecken. - Ich Versteck die auch nicht, ich, ich...

Das ist nicht bloß Sex, die ist echt mit dem Herzen dabei.

Ja, auch vom Rhythmus her, das ist wie ein Hölderlin Gedicht.

Der Blick, die Augen...

Wie sie sie auf- und wieder zumacht.

...und der Teufel? Ja, liebe Gemeinde, der Teufel, der sie verführte,

ward geworfen in den feurigen Pfuhl und Schwefel!

Da auch das Tier der falsche Prophet war!

Sie werden gequält werden Tag und Nacht,

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

- Amen. - Amen.

Amen.

Emilie, ich hab 'ne Ankündigung zu machen.

Was denn für eine Ankündigung?

Ich möchte fortan meine Rechte als Ehemann wahrnehmen.

Und wenn ich keine Lust habe, dass du deine Rechte wahrnimmst?

- Dann wirst du damit klarkommen müssen. - Das würdest du wirklich tun?

- Also, so ganz leer... - Ganz leer. und gefühllos.

Ich werde von Reue geplagt sein, aber dafür hätt ich gute Laune.

- Und ich? - Du auch!

Na dann.

Gegrüßet seiest du, Maria voll der Gnade. Der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Weibern und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu,

der in uns den Glauben vermehre.

Gegrüßet seiest du, Maria voll der Gnade, der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Weibern und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu,

der uns die Liebe entzünde...

Heilige Maria Mutter Gottes, bitt für uns Sünder, jetzt und in der Stunde des Todes!

Amen!

Gegrüßet seiest du, Maria voll der Gnade, der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Weibern! Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes Jesu.

Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen!

Oh Gott! Mama?

Mama?

Mama?

Ich weiß, was Sie jetzt denken...

es war nur ein doofer Unfall. Aber es gibt Unfälle

und es gibt Unfälle.

Die große Frage ist, ob dieser Unfall nicht ein Wink Gottes war?

Stellen Sie sich das mal vor. Nach sechs Monaten Enthaltsamkeit läuft endlich was

und ihre Mutter stirbt dabei. Das heißt, also, wissen Sie,

sie wird erst einmal keine Nähe mehr wollen, fürchte ich. Das versteh ich auch.

Aber wenn das nie wieder wird?

"Wenn mich Gott der Allmächtige ruft, wünsch ich mir ein gebührendes Begräbnis!"

"Mit ganz vielen Blumen, aber auf keinen Fall Nelken."

Und dann möchte sie einen von diesen offenen Leichenwägen, die sie zum Friedhof bringen.

Wie sollen wir das denn bezahlen? Noch dazu wenn diejenige, um die das geht,

es gar nicht mehr richtig mitbekommt! Denk doch mal an die Bibel,

da wurden die geliebten Verstorbenen einfach in Holzsärgen beerdigt, in Holzbohlen.

- Holzbohlen? - Es muss ja keine Holzkiste sein.

- Aber Jesus wurde in einer Höhle bestattet. - Ach, Georg!

Jesus wurde nicht in einer Höhle bestattet. Die haben ihn dort nur vorher aufbewahrt.

Und weil er dann wiederauferstanden ist, wurde er gar nie wirklich beerdigt!

- Gute Idee. Wir warten einfach, bis sie wiederaufersteht. - Georg!

Sie ist meine Mutter und egal, was du von ihr denkst, ich hab sie geliebt.

Entschuldigung, es tut mir leid.

Hey

Aber du weißt, dass sie keine Heilige war. - Ja, aber das ist mir egal! Ich will,

dass ihr letzter Wille respektiert wird, auch eine Bestattung wie eine Heilige.

Okay.

Das war's! Die Lösung für all unsere Probleme.

Lourdes, Fatima, Assisi. Heilige waren ein Segen für diese Orte.

Ohne ihre Heiligen hätte nie irgendjemand von den Orten gehört. Das brauchten wir:

die Heilige von Hollerbach. Die heilige Daisy! Fangen Sie an. - Grazie.

Das Skigebiet ist eh nur saisonal, aber gebetet wird das ganze Jahr.

Aus der ganzen Welt würden sie herkommen, zum Schrein der Heiligen Daisy.

Und das wär auch gut fürs Geschäft. Wir würden in unseren Souvenirläden hocken

und billige kleine Gipsfigürchen verkaufen.

- Der größte Scheiß, den ich je gehört hab. - Um heilig zu sein,muss man aktiv beteiligt sein,

da reicht es nicht, ein Kreuz auf die Rübe zu bekommen,

nur weil dein Schwiegersohn auf der anderen Seite von der Wand deine Tochter knallt.

Okay, Möslang, du musst Daisy eine Weile im Kühlhaus aufbewahren. Ich muss zum Vatikan.

- Du musst zum Vatikan? - Eine Leiche gehört unter die Erde.

- Das bringt Unglück. - Deswegen nehm ich den direkten Dienstweg,

- damit der Postulator herkommt und die Untersuchung einleitet. - Untersuchung?

- Ihre Wunder. - Was für Wunder?

Wir brauchen zwei Wunder, die nachweislich Daisy bewirkt hat.

Peilhammer, du bist doch Lehrer, du hast doch viel Zeit.

Denk dir ein paar Wunder aus. - Ich muss zufällig daheim auch korrigieren.

Gut, dann könnt ihr euch ja noch ein wenig im Jammern suhlen.

Könnt ein bisschen beten, vielleicht fängt's ja doch an zu schneien.

Das Leben an sich vorbeiziehen lassen. Möslang kann euch ja Gruben ausheben,

dann legt ihr euch alle rein und guckt noch ein paar Pornos im Grab. Arschlöcher!

Georg!

Nicht mit mir. Da kann man ins Gefängnis wandern. - Hubert, bitte.

Wir reden über einen kleinen Betrug, da wird das Gericht je nach Tatumstand entscheiden.

- Ach, halt doch das Maul, du Depp. - Was hast du gesagt?

- "Halts Maul", hat er gesagt. - Er hat's nicht so gemeint!

- Du hast es sicher nicht so gemeint. - Doch, genau so!

Auseinander!

Schorsch hat recht. Wenn wir den Arsch nicht hochkriegen, ist's vorbei mit Hollerbach!

Setz dich!

Mein Schwager hat ein Geschäft in Altötting,

der kriegt dreimal in der Woche Lieferung! Ich krieg's auch dreimal,

aber im Monat!

Eins sag ich dir: damit die Leute wo einkaufen, müssen sie da leben,

und wenn sie wo leben, dann sterben sie auch dort. Und erst wenn sie gestorben sind,

kannst du sie eingraben. Verstehst du? Jetzt auch rein kaufmännisch gesehen.

Dann brauchen wir nur noch zwei Wunder.

- Die Welt ist doch voller Wunder. - Z.B., dass du's zum Lehrer geschafft hast.

Hey, Peilhammer! Peilhammer, hör auf! Auseinander, auseinander!

Komm, setz dich! Nun kannst du mal beweisen, ob du Eier hast. Du findest heraus,

wie das woanders mit den Wundern funktioniert hat. Seid ihr dabei oder nicht?

- Gut, ich bin auch dabei. - Ach, Scheiße!

Wir kommen alle in die Hölle!

Wusst ich's doch!

Für unser Dorf und für die Liebe!

Fürs Geld. (Alle) Fürs Geld!

Das kann nicht sein, dass der Möslang keine Särge mehr hat. Und auch kein Formaldehyd!

Das ist ihm irgendwie ausgegangen. Aber er sagte, im Thüringer Wald gäb's schöne Särge.

Hier ist ein Katalog. Da suchst du dir jetzt einen aus

ich fahr morgen hin, mach 'nen Rabatt klar, und Formaldehyd haben die sicher auch noch.

Das wird eine ganz schöne Beerdigung. Wie für 'ne Heilige.

- Buongiorno. - Buongiorno.

Du musst wissen, dass ich das alles aus Liebe mache. Aus Liebe für meine Frau,

Emilie, aus Liebe zu den Kindern, zu unserm Dorf...

Und es soll auch niemand zu Schaden kommen dabei.

Ich bin ja kein richtiger Gläubiger. Ich bin auch kein Ungläubiger.

Ich tu mir nur einfach schwer, zu glauben.

Vater unser, der du bist im Himmel,

geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein...

...dein Wille geschehe!

Wie im Himmel, so auf Erden, unser täglich Brot gib uns heute...

...und vergib uns unsere Schuld. - Danke.

- Wie... - ...auch wir vergeben unseren Schuldigern,

und führe uns nicht in Versuchung, sondern...

...erlöse uns von dem Bösen. - Genau.

(Beide) Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Tja, Sie beten viel, ne? - Gewiss.

- Und du? - Geht.

Darf ich Sie was fragen?

Auch wenn's was Persönliches ist?

Sind Sie gerne Papst?

Ja, das bin ich.

Es ist gut. Ich hab mich das oft gefragt. Denn, wenn Ihnen das mal nicht mehr zusagt,

- können Sie ja nicht einfach so aufhören. - Ich mag meinen Arbeitgeber.

Ja, besser angestellt als selbstständig, ne.

Jetzt würde es mich aber doch interessieren, was dich hierher geführt hat.

- Meine Schwiegermutter ist gestorben, Daisy. - Daisy?

- Ja, eigentlich hieß sie Doris. - Gott möge ihrer Seele gnädig sein.

Ja, danke. Ich würd sie gern heiligsprechen lassen.

Sie soll unser Dorf retten. Es ist wirklich ein sehr schönes Dorf,

- das es verdient hat, gerettet zu werden - Das ist ein ehrwürdiges Unterfangen-.

Wie lang dauert denn so 'ne Heiligsprechung?

145 Jahre im Durchschnitt. Vom Tod über die Seligsprechung

bis zur Heiligsprechung. Wirklich so lange?

- Manchmal geht es auch etwas schneller. - Und wer entscheidet das?

Hartl! Doch, er war's leibhaftig! Und weißt du was, die schicken 'nen Prüfer.

Si accomodi, Monsignore.

- Sprechen Sie Deutsch? - Ja, meine Mutter kommt aus Bonn.

Gut, dass sie Deutsch sprechen. Südamerika und Afrika haben darum ersucht,

in Zukunft andere Gottesdiener geschickt zu bekommen. - Die ganzen Kontinente?

Asien auch. Wir müssen uns ernsthaft fragen, ob Sie geeignet sind,

Gott auf diese Weise zu dienen.

Ich bin ein Diener Gottes, Eminenz. Das wusste ich schon als kleiner Junge.

Mein Bruder Vincenzo war beim Fußball, ich hab ministriert. Es ist mein Schicksal.

Eure Heiligkeit ist daran gelegen,

dass eine Voruntersuchung im bayrischen Hollerbach unverzüglich eingeleitet wird.

Sie werden reisen. Ich muss Ihnen mitteilen, dass dies Ihre letzte Chance sein wird.

Au!

- Hollerbach ist meine letzte Chance? - Ihre Unterlagen.

- Welch Ehre! - Möge der Herr mit Ihnen sein.

Wohin ich auch geschickt werde, werde ich dem Herrn ein vorbildlicher Diener sein.

- Vincenzo! - Paolo, hallo!

- Das ist Konstanze. Sie hat mit mir in "Warten auf Godot" gespielt. - Ciao!

- Freut mich sehr! Wie war die Premiere? - Schrecklich! Das Stück ist abgesetzt.

- Salut! - Ciao!

Ach so, das ist Ida. Ida hat Mussolini gespielt.

- Mussolini? In "Warten auf Godot"? - Ja, es war politisch!

Aber die Zeit ist noch nicht reif dafür! Kritiker nannten es ein Schmierentheater,

- diese Kulturbanausen. - Vincenzo! Konstanze! Ida!

Der heilige Vater hat mir eine Aufgabe zugeteilt. Noch heute Abend reise ich ab.

Hey, das musst du uns beim Essen erzählen!

Na gut.

Und so liegt es bei mir, herauszufinden, ob es sich bei ihr um eine Heilige handelt.

Es muss dem heiligen Vater ein hohes Anliegen sein, denn es wäre ein Novum,

jemanden nach so kurzer Zeit heiligzusprechen. Santo Subito!

Paolo?

Paolo?

- Paolo? - Paolo? Paolo? Was ist los?

- Hey. - Hallo. - Becci, warte, warte!

Ich muss euch noch was zum Sarg sagen. Und zwar ist das nämlich so,

- den hab ich gar nicht dabei. - Wie?

Ich hab wunderschöne Beschläge ausgesucht.

Ohne Aufpreis bekommt sie nun ihre Initialen auf den Deckel ihrer letzten Wohnung.

- Und die liefern den auch. - Und wann? - Wie, wann?

- Na, wann kommt der Sarg? - Der wird... Der kommt jetzt bald.

- Der wird geliefert. - Georg? - Hm?

Danke, dass du das alles machst.

- Ich weiß. - Kinder, kommt.

- Emilie? - Hm?

- Wenn du etwas tust, ne... - Hm.

Vom dem dein Gefühl dir sagt, dass es genau richtig ist, das zu machen,

und dein Kopf aber sagt dir, das sei falsch,

worauf hörst du dann? Auf dein Bauchgefühl oder auf deinen Kopf?

Das kommt darauf an.

Worauf denn?

Wessen Kopf da denkt.

Ah! Ja, ja.

Gibt es irgendetwas, was dein Kopfgefühl mir sagen möchte, Georg?

Nee! Ich wollt nur grundsätzlich wissen, was du dazu denkst.

Ich wollt's ihr ja sagen, aber wir sind dauernd vom Thema abgekommen.

Und außerdem fand ich's schön, dass es ihr seit Daisys Tod endlich wieder besser ging.

(Italienisch)

- Grazie! - Ciao!

- Vincenzo? - Ja. - Du musst für mich fahren, bitte!

- Wenn ich morgen keinen Rapport abliefere, bin ich gefeuert. - Was?

- Das ist meine letzte Chance. - Wie soll das gehen?

Na ja, du ziehst meine Sultane an, rasierst dich, steigst ins Flugzeug

-und ich lös dich so schnell wie möglich ab. - Man wird merken, dass da was nicht stimmt.

Ich hab keine Ahnung von deinem Job. Ich bin ein Mann des Fleisches,

- ich glaube nicht an euer Brimborium! - Vincenzo, du bist Theater-Schauspieler

und es gibt kein größeres Theater als das Leben selbst! - Tut mir leid,

das kann ich nicht machen.

Hallo?

Hallo, ist da jemand? Hallo!

- Ich bin Monsignore Barsotti. - Pfarrer Felix. Und meine Haushälterin.

- Hildegard. - Ich komme vom Vatikan,

- um die Heiligsprechung von Daisy Hohenester zu untersuchen. - Wie bitte?

- Wieso weiß ich nichts? - Sie wissen nichts? - Nein!

- Ich weiß auch von nix. - Wie kann das sein? - Ich weiß nicht.

-Jetzt wissen Sie's! Gelobt sei Jesus Christus. - Amen.

Das ist ein simpler pneumatischer Effekt.

Anflanschen.

Probe aufs Exempel.

- Das müsste jetzt hier 'ne Träne rausdrücken. - Eine blutige?

- Das ist jetzt blöd. Prüf mal das Relais. - Hier ist der Schlauch ein bisschen locker.

So, jetzt ist er dicht.

Super.

Tut mir leid, aber das geht mit Gallseife wieder raus.

- Wie blöd, glaubt ihr eigentlich, sind die? - Vor der Säkularisierung lief das so ab.

Wir brauchen was Richtiges! Übers Wasser laufen, das Meer teilen!

- Genau, nicht so ein Kindergarten-Wunder! - Ja, super. Immer schön kritisieren,

aber selber konstruktive Vorschläge bringen, da kommt nix, oder? Das hab ich echt satt!

Hey

Die Evi.

- Hast du einen Kaffee für mich? - Klar.

Servus.

- Hallo, ich bin's, die Evi! - Grüß dich, Evi.

Ihr seid immer noch nicht über meinen Film hinweg. Jungs, das ist fünf Jahre her.

- Das war halt einfach 'ne super Leistung. - Ja, super.

- Ganz toll! - Peilhammer, Kilian ist mein Name,

ich bin nach dem Referendariat hergekommen

und hab schon wahnsinnig viel Gutes von Ihnen gesehen, ähm, gehört.

Mei Everl. Du...

Du hast den schönsten Busen auf der Welt.

Danke, Karl-Heinz.

Hubert, ich würd meine Mutter gern sehen, bevor sie beerdigt wird.

Ich will nur sichergehen, dass sie auch wirklich tot ist.

Selbstverständlich. Wann immer du willst!

- Wann ist denn eigentlich die Beerdigung? - Ja, voraussichtlich...

- Frühestens, wenn der Prüfer... - Nein! - Doch!

- Spätestens in 6 Tagen! - Frühestens, allerfrühestens.

Georg! Ich muss kurz stören.

Evi, meine Liebe. Ein trauriger Anlass, dass wir uns wiedersehen.

- Mein Beileid. - Danke.

- Auch mein Beileid. - Danke.

Ich bin Monsignore Barsotti. Ich komme vom Vatikan,

um die von Ihnen beantragte Heiligsprechung von Frau Daisy Hohenester zu untersuchen.

- Du hast was beantragt? - Ja!

Ich muss alles ordnungsgemäß prüfen, das wird geraume Zeit in Anspruch nehmen,

- denn ich muss mir einen Überblick verschaffen. - Klar.

Sehr geehrter Monsignore, Sie können da auf unsere vollste Unterstützung bauen.

- Wann soll's denn losgehen? - Natürlich bald, sehr bald. Also...

Und wie?

Zuerst würde ich gern einen Blick auf die Verstorbene werfen,

und dann würd ich gern mehr über das Wirken von Frau Daisy Hohen...

- Hohenester. - Genau, erfahren.

- Ja, das würde ich auch gerne. - Natürlich werde ich Ihnen alles

über meine gütige, gottesfürchtige und selbstlose Schwiegermama erzählen.

Möslang, wann wird es denn dem Monsignore möglich sein, Daisy zu sehen?

- Ja, jederzeit. - Gut. Sehr gut.

- Dann würde ich vorschlagen, zwei Tage. - Zwei Tage ist zu spät.

- Geht das nicht früher? - Ja, morgen?

- Morgen früh. - Morgen Mittag, segne euch Gott.

Zwei Wunder, wir brauchen jetzt zwei Wunder.

- Deine Mutter war eine sehr fromme Person.

Sie war keine "fromme Person", Georg. Sie war ein Junkie.

Sie war süchtig. Für sie war Religion, wie Heroin für andere.

Ich erklär's dir. Fünf schneefreie Winter, Skigebiet zu, Dorf pleite.

- Deine Mutter könnte uns echt helfen. - Du willst Gott verarschen, Georg.

Ach, Gott lässt sich doch nicht verarschen. Der weiß schon viel früher, was ich vorhab,

noch bevor ich es weiß. Und übrigens, Emilie weiß noch nichts davon. - Wie bitte?

Ich sagte, ich war in Thüringen, aber ich war in Rom. Soll ich ihr das sagen?

- Ja! Ich würde ihr das sagen, sehr bald. - Ich will's ihrja sagen,

ich hab nur nicht den richtigen Zeitpunkt erwischt. Du weißt, wie sensibel Emilie ist.

- Ich muss den goldenen Moment abpassen. - Ach, der goldene Moment.

- Ah, verstehe. - Danke.

- Hey! Ich hab euch jemanden mitgebracht. - Ja?

- Hallo! - Hallo.

- Ihr wisst ja gar nicht mehr, wer ich bin! - Kein Wunder, du warst ja einfach weg.

(Georg) "Und da wusste ich, wie unser erstes Wunder auszusehen hatte."

- Ich bin Tante Evi, die Schwester eurer Mama. - Du bist ja gar nicht tot.

- Becci. - Nein!

Weil, die Oma hat immer gesagt, sie wär gestorben. - Ja, für sie.

Für sie gestorben. Emilie, mach doch rasch 'nen Kaffee für die Evi.

Ich Depp hab vergessen, ich muss noch die Forellen holen,

die hab ich ganz vergessen. Ich komm aber dann wieder. - Georg!

Herrliche Forellen.

Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe!

- Mit Daisy stimmt was nicht. Die gehört unter die Erde. - Ja, eben!

Da, schau.

Die sind erst da, seit sie da unten ist.

Paolo, komm her. Ich hab Angst! Ich kann doch keine Leichen sehen. - Es geht kein Flug mehr. - Nimm mein Auto.

- Ich bin seit zehn Jahren kein Auto mehr gefahren. - Du schaffst das schon.

- Aber sei vorsichtig, ja? - Ja, okay, Vincenzo, ich komme.

- Und wie geht's euch? - Es geht so. Wir halten uns über Wasser.

- Und dir? - Gut. Richtig gut.

- Mama ist tot. - Wie ist sie denn gestorben?

- Bist du froh? - Nicht froh, aber... - Du hast sie gehasst. Immer schon.

- Kein Kind hasst seine Mutter! - Was war's dann?

- Ich hab mich befreit. - Ja, so schaut Freiheit aus.

Pornos drehen.

So richtig frei schaust aber nicht aus in deinen Filmchen. - Es war nur ein Film.

- Auf die Freiheit im Pornogeschäft. - Was ist dein Problem, Emmi?

- Du hast dich nicht befreit, du gingst fort! - Und du wirst schon so wie unsere Mutter!

Du hast mich im Stich gelassen. Ich hab mich gekümmert und aufgeopfert für die Familie!

Du redest schon genauso wie die Mama! Opfer! Sünde! Dieses bigotte Gesülze!

Kannst du dir vorstellen, dass das genau der Grund ist, warum ich weggegangen bin?

Und kannst du dir vorstellen, wie sehr wir uns hier deinetwegen alle geschämt haben?

Vincenzo!

- Vincenzo. - Wo bist du? Du wolltest längst hier sein.

- Ich weiß! Dein Auto. - Was ist mit meinem Auto?

Der... der Tank ist leer.

Paolo? Paolo!

- Monsignore, es wird langsam Zeit. - Ja. Ja, ja.

Ich nehm Ihren Schirm solange.

- Gesundheit. - Danke.

Das ewige Licht leuchte ihr. Amen.

Also, fürs Erste reicht's mir, danke.

Oh! Ich hab den Regenschirm vergessen.

Möslang, machst du noch mal auf? Ich hab den Regenschirm vergessen.

Ich hatte den hier an die Wand gestellt.

Evi! Wir haben die Regenschirme vergessen.

Ist es denn auch in eurem Sinne, dass wir die Daisy vorm Altar aufbahren.

Da könnte jeder noch mal von ihr Abschied nehmen. - Oh! Daisy!

- Wo ist denn die Daisy? - Daisy ist weg!

Aber das kann doch nicht sein. Sie kann doch nicht einfach so verschwinden!

Herr Möslang, bitte öffnen Sie diese Fächer.

Ja,aber Wie soll sie denn da reingekommen sein?

Da hat er völlig recht. Wie soll sie das denn schaffen?

Schnell, die Daisy! Schnell, beeilt euch! Die Daisy!

Schnell! Kommt! Schnell!

Da kommt sie, schaut!

Das ist sie doch. Da, das ist sie!

Schaut doch nur!

- Heilige Scheiße! - Das ist die Daisy! Die Daisy!

Pfarrer Felix!

Los, komm, ins Trockene!

Herrgott, Sakrament. Ich hab doch gesagt, du sollst nicht so hastig machen.

Ja, hast du keine Augen im Kopf?

Doch, aber nicht hinten!

Auf geht's!

Es ist nur ein leichter Herzinfarkt. Das wird schon wieder.

- Monsignore, Sie müssen für mich die morgige Predigt halten! - Was, ich?

- Ja, natürlich Sie! - Aber ich hab lange keine mehr gehalten.

Sag mal, spinnst du? Georg, wo ist meine Mutter?

- Ist euch das nicht peinlich, dieses Bauerntheater? - Was? Wieso denn?

- Ihr blamiert euch bis auf die Knochen. - Ach, Quatsch.

- Ist echt der größte Scheiß. - Vorsicht!

Sicher lief einiges schief. Niemand wollte, dass Pfarrer Felix 'nen Herzinfarkt bekommt

und dass Daisy das noch miterleben musste, aber wir wussten, das war die halbe Miete!

Ein Abgesandter Roms war leibhaftig dabei, als 'ne Tote verschwand und wieder erschien.

Wir wussten, jetzt braucht es nur noch ein Wunder und wir hätten es geschafft.

Und jetzt auf das zweite Wunder!

Keine Ahnung, wie die das gemacht haben, Paolo, aber hier ist was faul. - Was?

Ja, die wollen uns für dumm verkaufen. - Uns für dumm verkaufen?

- Wie bitte? Bist du dir sicher? - Natürlich! Absolute Dilettanten!

Ich muss nur noch den Berg hinunter, dann lös ich dich ab. - Ja, beeil dich.

Herr Kardinal, meinem ersten Eindruck nach, bestimmt Betrug. - Wie ich vermutet habe.

Meine Nase sagt mir, dort ist etwas faul.

(Italienisch)

Monsignore! Monignorie Barsotti! Herrschaftszeiten, wo bleibt er denn jetzt?

Monsignore, Sie müssen.

- Ja. - Sonst fängt die Predigt ohne Sie an.

Den kenn ich gar nicht.

Liebe Gemeinde, wir haben uns hier versammelt

und jetzt lese ich etwas aus der Bibel vor. Ich würde vorschlagen, aus dem...

aus dem Neuen Testament. Nach Matthäus.

- (Alle) Ehre sei dir, oh Herr! - Ja.

Ja, Ehre sei mir. Also...

Wie gesagt, wir lesen aus Matthäus, Kapitel 10, Vers 29.

"Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig?"

"Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters."

"Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf gezählt. Fürchtet euch nicht!"

"Ihr seid mehr wert als viele Spatzen."

Ja? Ja. Ja. Danke schön, Matthäus.

Sprechen wir also über...

Über die Nächstenliebe. Die Nächstenliebe, das ist unser Thema heut.

Ja, wir müssen unseren Nächsten mit dem ganzen Herzen lieben,

aber nicht nur mit dem Herzen, auch mit der ganzen Seele.

Und nicht nur mit der ganzen Seele, auch mit dem, mit dem ganzen Körper,

denn den Körper hat uns der Herrgott in seiner unendlichen Weisheit geschenkt,

um uns gegenseitig Liebe zu schenken. Der Herrgott spricht:

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst,"

"denn süßer als Wein ist deine Liebe."

Der Herr sagt auch: "Liebe deinen Nächsten auch mit deinem Körper."

Ich meine, er gab uns Ohren... Ohren, hier, fasst mal an.

Ohren!

Ja, wer hat Ohren? Um geheimste Wünsche zu hören.

Hände, zeigt mir eure Hände, um uns zu liebkosen und Freude zu schenken!

Nasen! Wo sind die Nasen?

Um die Düfte unserer Liebe zu riechen,

und Zungen, um den süßen Nektar der Liebe zu schmecken.

Ja. Ja, ja. Wer in der Liebe lebt, mit jedem seiner gottgegebenen Sinne,

der lebt in Gott und Gott lebt in ihm!

Gott ist Liebe.

- Amen. - Amen!

- (Alle) Amen! - Amen.

Na, mein Hummer, was machst du Schönes?

Dachtest du, ich krieg das nicht mit?

Dachtest du vielleicht, der Vatikan schickt einen zu uns ins Dorf, um herauszufinden,

ob meine Mutter eine Heilige ist, und ich bin zu beschäftigt, um das mitzukriegen?

- Das sollte 'ne Überraschung sein. - Verarsch mich nicht.

Ich hätt's dir doch sonst längst gesagt. Ich wusste, dass du's rausfinden würdest,

nur nicht, dass das so schnell geht. Wie hast du es denn mitbekommen?

Ich hab Pfarrer Felix im Krankenhaus besucht und dann hat er mich gefragt,

welche Musik ich für die öffentliche Anbetung meiner "heiligen" Mutter möchte.

- Orgelmusik ist wahrscheinlich etwas... - Es wird keine Anbetung von ihr geben.

Egal, was du, Hartl und wohl noch ein halbes Dutzend anderer euch ausgedacht habt.

- Hört damit auf! - Okay! Nur mal angenommen,

rein hypothetisch unter uns zwei beiden, Daisy ist doch eine Heilige...

Daisy ist doch keine Heilige, Georg, das weißt du. Und ich weiß es auch.

- Und weißt du, wer das am allerbesten weiß? - Wer denn?

Der liebe Gott.

- Ich will, dass es wieder ist wie früher. - Du willst Sex haben, Georg?

Stell dir vor, das will ich auch. Denkst du, es reicht mir ein Mal im halben Jahr?

Streng genommen war es nicht mal ein Mal. Wir haben gerade angefangen,

dann kam deine Mutter ums Leben. Und da würde ich gerne wieder anknüpfen.

Bitte lass diese Heiligengeschichte bleiben und wir beerdigen meine Mutter ganz normal.

Ja? Entweder der Möslang beerdigt sie in den nächsten zwei Tagen

- oder ich geh zum Bestatter in Piplansried. Sagst du ihm das, oder soll ich? - Ich!

Ich sag's ihm. Ich muss eh noch dahin.

Ach, und wegen dieser Bettsache,

da komm ich noch mal auf dich zu.

- Was machst du denn hier? - Ich helf euch! Wie war das jetzt?

- Teilen und dann zweimal... - Was soll der Köter da?

Das ist Conny. Die hat mir Hartl geschenkt, damit der Charly nimmer so allein ist

Sie ist mir zugelaufen.

- Was ist denn los mit dir? - Emilie hat das mitbekommen

- und jetzt weiß ich insgesamt nicht mehr, ob das so 'ne gute Idee ist. - Spinnst du?

Kurz vorm Ziel aufgeben? Frauen muss man manchmal zu ihrem Glück zwingen!

- Der Peilhammer hat einen genialen Plan! - Genau. Komm, Georg, setz dich her.

Hör's dir wenigstens mal an. Die Evi hat sich bereit erklärt, da mitzuwirken.

Ich werde dafür sorgen, dass Herr Monsignore zum richtigen Zeitpunkt kommt.

Ganz genau.

Gumberger! Möslang! Ruhe, bitte. Ihr sorgt dafür,

dass der Monsignore um Punkt 8.45 Uhr am Supermarkt an der Kasse steht.

Ganz wichtig, ich hab das zum Verständnis in ein Aktionskoordinatensystem eingebettet.

Da wären wir dann auf Aktionspunkte 1-A-1. Ich kleb's hier drauf. Nichtsdestotrotz,

ich koordiniere das über Walkie-Talkie aus der Kommandozentrale, aus der Klasse 2 B.

Da befinde ich mich. Georg, jetzt kommt dein Moment!

Um Punkt 8.45 Uhr fährst du

mit einem von mir vorab erworbenen, unauffälligen Fluchtfahrzeug,

bitte nicht so hastig, vor auf Punkt T-3 C-1

und stürmst den Supermarkt.

Ich? Da erkennt mich doch jeder!

- Ja! Nein, mit Maske! - Ganz genau,

- und mit verstellter Stimme forderst du... - "Geld oder Leben!".

In dem Moment kommt Hartl mit seinem Polizeiwagen ums Eck geschossen

und hält hier, unweit von dem Gulli, in dem der Fischer sitzt.

Ganz wichtig, Blickkontakt hier.

In dem Moment steigst du aus, Hartl, und hältst Georg auf mit den Worten...

Stehen bleiben oder ich schieße! Hände hoch! Langsam die Waffe aus der Hand!

Doch du, Georg, drehst dich um und schießt sofort auf Hartl.

- Ich kann doch nicht auf Hartl schießen! - Doch!

Weil ich dir Platzpatronen reinschiebe. Also, in die Waffe.

Fischer, du betätigst die Kolbenpumpe und bespritzt Hartl mit Hühnerblut.

Zeitgleich flüchtest du.

Ich krepiere und bitte den Priester um die letzte Ölung.

Mir ist so kalt.

Dann beten wir zur heiligen Daisy. (Alle) Lasset uns beten.

Wir bitten für unseren Freund Hartl, mach das Geschehene ungeschehen.

Heilige Daisy, bitt für uns. Schließe die offenen Wunden.

Ich öffne mein Hemd und bin unversehrt.

Ich erhebe mich...

...und ein Diener Gottes wird Zeuge des zweiten Wunders.

Das wird gehen.

Das muss gehen!

Scusa, pardona.

Die Außenspiegel sind nicht asphärisch. Da müssen wir uns auf 2.2 einigen.

- Alles andere wär wirklich nicht begründbar. - Asphärisch...

Herr Katschmarek, laufen Sie nicht weg. Das ist keine Basis für eine Verhandlung.

Okay, es ist nicht gut,

aber es ist ein Auto.

(Georg) Geld oder Leben... Zentrale...

Emilie? Emilie? Hey!

Emilie!

Ihr kommt alle in die Hölle, alle.

(Daisy) Gott, Vater im Himmel, erbarme dich unser. Erlöser der Welt, erbarme...

Gumberger?

Peilhammer an Gumberger. Seid ihr auf Position? Over and out.

Wir sind auf Position. Over and out.

Hartl, Georg! Seid ihr auf Position und bereit? Over and out.

Schorsch, Waffe.

- Okay. - Das ist deine!

Das ist meine! Das ist wichtig, ja. Deine! Meine! Deine! Meine! Ganz wichtig!

Hartl, Georg, bitte gebt mir Feedback! Peilhammer hier. Over and out.

- Georg und Hartl auf Position und startklar. - Fischer, alles klar bei dir? Over and out!

- Alles klar bei mir! Over and out! - Monignore Barsotti!

- Dürft ich vor, bei mir wär's dringend. - Das kann ich mir gut vorstellen.

- Lieb, dass du mich vom Krankenhaus abholst. - Eigentlich wollte Georg Sie abholen,

aber es ist ihm etwas dazwischengekommen. Er ist frustriert, weil's nicht so läuft.

- Das ist kein Grund, dass er dir was verheimlicht! - Er hat's ja kapiert.

Dein Wort in Gottes Ohr!

- Wiederschauen! - Gelobt sei Jesus Christus!

In Ewigkeit, Amen. Herr Monsignore, könnte ich Sie kurz sprechen? - Natürlich.

Sie wollten doch mehr vom Wirken von meiner Mutter erfahren. - Ja.

- Wollen wir nicht einen Spaziergang machen? - Warum reden wir nicht hier?

Ich hab mich als Kind hier schon nicht wohlgefühlt.

Macht's dir was aus, wenn du mich beim Gumberger rauslässt? Ich brauch noch was.

Nee, da fahr ich ja sowieso vorbei. Brauchen Sie meine Hilfe? - Nein, danke.

- Evi, was haben Sie zu verbergen? - Nichts!

- Ich würd nur lieber über meine Mutter reden. - Vielleicht gibt's da einen Zusammenhang.

- Möglich, aber wollen wir nicht lieber... - Evi, wollen Sie sich nicht erleichtern?

- In Ihnen schwillt doch was, das spüre ich doch. - Es schwillt nichts.

Dank dir, Emilie.

Georg, Felix und Emilie sind vorgefahren. Over and out! - Emilie?

- Ja. Emilie. Over and out! - Oh, Scheiße.

- Was ist da bei euch los? Over and out! - Wiederschauen.

- Die Emilie fährt wieder weg. - Die Emilie fährt wieder weg. Over and out.

- Aber der Pfarrer kommt zu uns. - Aber der Pfarrer kommt zu uns.

- Pfarrer Felix? - Over and out! - Over and out!

Statusänderung. Pfarrer Felix betritt den Supermarkt.

- Grüß Gott, miteinander. - Herr Pfarrer. Das ist eine Freude.

- Geht's wieder? - Ja. Muss mich nur noch etwas schonen.

Evi, carpe diem! Nutzen Sie die Zeit, den Augenblick, die Gunst der Stunde.

Verschließen Sie Ihre Sorgen vor mir nicht und nicht vor Gott. - Na gut.

Mein sündiges Leben hat viel damit zu tun, dass ich immer gern... - Immer gern, was?

Dass ich immer gern mit Männern Sex hatte. Deshalb habe ich's nicht schlimm gefunden,

- mich beim Liebemachen filmen zu lassen! Ist das venıverflich? - Venıverflich? Nein!

Ach! Dann erklären Sie mir, warum mich jeder Kerl verlässt, sobald er davon erfährt.

Wo bleibt denn Evi! Over and out.

- Was war das jetzt? - Was?

- Ja,das? - Was?

- Mir war, wie wenn ich was gehört hätte. - Sie müssen sich schonen, Herr Pfarrer.

Sie sind doch anspruchsvoll. - Anspruchsvoll? Ja, aus Ihrer Praxis heraus sind Sie doch

- eher die großen Erektionen gewöhnt. - Was? - Ja.

Ich mein, angenommen, ein kleiner Gläubiger...

mittelgroßer Gläubiger, hadert mit seinem Glauben.

Was meinen Sie, Evi? Wo fühlt der sich am besten aufgehoben?

In einer kleinen Kapelle, wo er dem lieben Gott ganz nahe sein kann

- oder in den unendlichen Weiten eines Doms? - Was?

Sie wollen mir aber jetzt nicht sagen, dass ich der Dom bin? - Doch!

Scheiße! Over and out. Okay, wir nehmen Pfarrer Felix als Zeugen.

- Evi scheint's verbockt zu haben. - Okay, wir nehmen Pfarrer Felix als Zeugen.

- Los geht's. - Es geht los. Over and out.

Over and out.

- Geld oder Leben! - Wie bitte? Was wollen Sie?

- Geld oder Leben will er! - Los, Hände hoch!

- Georg, bist du das? - Nein! Ich bin nicht der Schorsch!

- Geld oder Leben! Sonst werd ich ungemütlich. - Hartl, jetzt kommt dein Part.

- Roger! - Over and out!

- Stehen bleiben oder ich schieße! - Ich schieße zuerst!

Okay. Alles gut!

- Bleib stehen, du Bastard! - Ich steh doch schon!

- Waffe runter oder ich schieße! - Ich schieße zurück!

Georg, los!

- Der Hartl. - Um Gottes willen!

Sehr gut, Hartl. Sehr gut!

- Depp, du! - Georg, du musst losfahren.

Sakrament, jetzt fahr doch los, Georg! Bitte! Georg, fahr los! Over and out!

Oh Gott! Oh Gott!

Er ist getroffen.

Wir müssen für Hartl beten, bevor es zu spät ist.

Aber zu welchen Heiligen sollen wir beten? Was ist denn mit...

(Beide) ...der Heiligen Daisy?

Heilige Daisy, bitte erhöre uns in der Not und rette unseren geliebten Hartl.

Schließe das klaffende Loch in seiner Brust, auf das er weiterleben

und sich um unsere Sicherheit kümmern möge!

Wir bitten dich, erhöre uns.

Charly!

Um Gotts willen. Mein Gott. Herrgott, Sakrament!

Ich hab's euch gleich gesagt! Wir kommen alle in die Hölle!

Operation wird jetzt besser abgebrochen, ein Vorschlag meinerseits. Over and out.

Das hat man davon, wenn man sich mit dem lieben Gott anlegt.

Erst hab ich auf meinen Freund geschossen und dann hab ich ihn noch überfahren.

Na, wenigstens ist das Geheimnis um deine verletzte Nase gelüftet. - Nee.

- Hä? - Das war's noch nicht. - Cosa altro?

- Na los, holt 'nen Arzt! Schnell! - Hartl! Hartl!

Wir brauchen einen Arzt! Hallo!

Wir brauchen einen Arzt!

Wir beten zur heiligen Daisy!

- Hartl! - Wir brauchen einen Arzt.

Heilige Daisy, möge unsere Bitte deine Gnade enıveichen und deine heilenden Kräfte

dem ums Leben kämpfenden Hartl ins Leben zurückgeleiten.

Heilige Daisy, wir danken dir.

- (Alle) Heilige Daisy, wir danken dir. - Danke, Daisy.

Hartl?

Habt ihr euch noch nie gefragt, warum der Himmel blau ist?

Ich hab mich das schon oft gefragt. Jetzt weiß ich's.

Weil das Sonnenlicht sich tagsüber an den Luftmolekülen bricht und streut,

so dass nur die blauen Frequenzen des Lichtspektrums übrig bleiben,

und abends das Sonnenlicht waagerecht fällt und lange durch die Atmosphäre geht,

so dass nur der rote Frequenzanteil des Lichtspektrums zurückbleibt.

- Das ist wie mit dem Bewusstsein. - Das ist ein Wunder.

- Danke, Daisy! - (Alle) Danke, Daisy!

Die Existenz des Universums hängt vom Bewusstsein ab.

Das ist ein Spitzengedanke.

Aber es muss nicht zwingend ein menschliches Bewusstsein sein.

Es könnte auch ein anderes intelligentes Leben im Universum sein.

Die Existenz des Universums hängt von den Außerirdischen ab.

- Nein. Ich glaub, der Hartl will uns damit was ganz Bestimmtes sagen. - Richtig!

Sag's uns, Hartl, welches intelligente Leben meinst du?

Gott. Es könnte Gott sein.

Wenn das Universum existiert, muss auch Gott existieren.

Hartl hat gerade die Existenz Gottes bewiesen.

Das ist noch ein Wunder.

- Du bist ein Hund. - Das kannst du laut sagen. Mensch, Hartl.

Paolo, wenn ich's dir doch sage. Es war definitiv ein Wunder! - Nein?

Doch! Er wurde wieder lebendig und konnte die Existenz Gottes beweisen.

- Die Existenz Gottes? - Ja!

- Ich halte die Stellung, bis morgen, ja? - Ja. Ciao!

Kleines Stöffchen?

Also, Paolo ist unterwegs nach Hollerbach und ruft den Kardinal Santi an,

um ihm zu erzählen, dass sich das Wunder tatsächlich ereignet hat.

Ja, Herr Kardinal, ein Wunder! Der Polizist ist wieder erwacht

- und konnte die Existenz Gottes beweisen. - Er konnte die Existenz Gottes beweisen?

Paolo war der glücklichste Mann der Welt. Dann rief er seinen Bruder an und erzählte...

- Paolo? - Vincenzo!

...dass sich der Kardinal angemeldet hat... - Ich komme unverzüglich!

- ...um sich vom Wunder zu überzeugen. - Er kommt!

- Wer? - Der Kardinal!

Er kommt! Er kommt!

Paolo versuchte, rechtzeitig in Hollerbach einzutreffen, was ihm nicht gelingen würde

und wiederum den Monsignore hier bei uns zum unglücklichsten Mann der Welt machte.

Prost.

Salut.

(Georg) Und als wir nun Hartls wundersame Wiederauferstehung als Genie feierten,

habe ich den Zettel meiner Frau im Geldbeutel gefunden.

Seid mal kurz ruhig, bitte. Hey, Emmi. Na, wo steckst du?

Im Diner? Das ist doch schön, dann kommen...

Ich komm da jetzt auch hin! Bleib, wo du bist!

- Ja, bist du narrisch geworden! - Es tut mir leid!

- Kannst du nicht aufpassen? - Das gibt's doch nicht!

- Was mach ich da? - Es war ein Versehen.

- Was? - Was mach ich hier?

Hartl, warum ist der Himmel blau?

Das interessiert mich nicht die Bohne! Was ich hier mache, möchte ich wissen!

Um Gottes willen. Hartl, warum ist der Himmel blau? - Spinnt ihr?

Da hilft nur eins. Der Hartl braucht einen Schlag auf den vorderen Stirnlappen.

Emilie, Emilie, ich kann das erklären!

Emilie!

Emilie!

Frauen lieben einfach anders als Männer. Manche nehmen das total persönlich.

Die definieren sich da auch mehr drüber. Wir Männer nehmen das nicht so persönlich.

Also die ganzen Auf und Ab's und so. Wir streiten uns, vertragen uns wieder

und dann ist der Sack zu! Dann ist das Thema begraben.

Und Frauen, die nehmen den Kern von 'nem Streit, und anstatt ihn zu begraben,

pflanzen die den ein, und dann gießen die den Tag und Nacht mit ihren Tränen.

Und düngen den auch noch mit all dem Mist, der sich in der Beziehung angesammelt hat

und irgendwann haben die aus 'nem winzigen Keim einer kleinen Auseinandersetzung,

'ne große Bundesgartenschau gemacht. Sekunde.

- Komm, sei nicht päpstlicher als der Papst. - Ja, stimmt.

- Emilie, mach auf! Lass uns bitte miteinander reden! - Was geht hier vor?

- Was sucht meine Mutter in der Tiefkühltruhe? - Ich wollt's dir die ganze Zeit erzählen.

Auch als ich beim Vatikan war, um Daisy heiligsprechen zu lassen.

Du bist zum Vatikan geflogen, für einen Tag, hattest dort eine Audienz beim Papst

und dann bist du wieder zurückgeflogen? Und das am Tag, wo du in Thüringen warst?

Ist das richtig so? - Das mit Thüringen... Ich weiß nicht, was hier vor sich geht,

aber eines weiß ich: dass du dieses Haus so bald nicht mehr betreten wirst!

Emilie!

Möslang, ihr müsst sofort kommen.

Wir müssen Daisy zu dir schaffen. Lass uns sie sofort beerdigen. - Okay.

Aber weißt du was, der Hartl ist wieder der Hartl. - Was?

Ja, der Hartl ist wieder dumm! Aber wir versuchen's wiederherzustellen.

- Hartl, warum ist der Himmel blau? - Spinnt ihr?

- Aua! Sakra! - Wir kommen.

Wie ist denn die Mama jetzt gestorben?

Der Georg hat mich beim Vögeln so heftig gegen die Wand geknallt,

dass die Mama nebenan vom Kruzifix erschlagen wurde. - Emmie.

Oh Gott.

- Es tut mir leid. - Mir auch.

Und während Emilie Ihre verloren geglaubte Schwester nun in die Arme schließen konnte,

stieß ich auf einen verloren gegangenen Bruder,

von dem ich zu diesem Zeitpunkt weder wusste, dass er verloren gegangen war,

noch dass es sich um den Bruder unseres Monsignores handelte.

- Haben Sie sich auch verlaufen? - Verrannt trifft es eher.

Ja, die Wege des Herrn sind unergründlich.

Daisy ist keine Heilige. Ich hab mir das alles ausgedacht.

Es gibt keine Wunder in Hollerbach.

Georg Kummer?

Paolo Basotti?

Eine Heilige? Ihr wollt aus mir eine Heilige machen?

Ich will keine Heilige werden, verstanden?

- Habt ihr das verstanden, Jungs? - (Beide) Ja, ja.

Friede sei mit euch.

- Das hab ich gesehen. - Hä? Was hast du gesehen, Georg?

Zweifel in Ihren Augen. Als ich erzählt hab,

dass Daisy von den Toten auferstanden ist, da haben Sie mir das nicht geglaubt.

Was genau bezweifeln Sie? Dass es passiert ist oder dass es passieren könnte?

Das ist 'ne schwierige Frage.

Ich will endlich meine Ruhe! Meine Güte!

Dilettanten!

Sie ist tot, sie ist nicht tot. Ist doch scheißegal!

(Paolo) Mein erstes Wunder! Eine Heilige! (Georg) Sie ist keine Heilige!

Das hat sie selber gesagt! Und sie will, dass wir sie in Ruhe lassen!

(Paolo) Das muss ich dem Kardinal erzählen. (Georg) Das glaubt uns doch eh keiner!

Warte, zum Pfarrhof geht's da lang!

Und ich wohn dahinten.

Vincenzo, Vincenzo.

Kardinal, welch freudige Überraschung, Sie anzutreffen. Ich muss Ihnen unbedingt...

Monsignore Barsotti, wir haben Sie schon erwartet.

Es scheint ja einen unglaublichen Vorfall gegeben zu haben.

Ja, der Vorfall, der war wirklich...

Monsignore Barsotti?

Das war für mich. Ja?

Monsignore Basotti, es war vielleicht nicht richtig, Sie zu schlagen, aber...

Aber eins will ich Ihnen noch gesagt haben...

Evi.

Paolo!

- Heilige Scheiße, es sind ja zwei! - Wieso weiß ich davon nichts?

- Ja, ich weiß nicht. - Wer ist denn wer? - Ich weiß nicht!

- Ich auch nicht! - Jetzt wissen Sie's. Das ist mein Bruder.

Jetzt reicht's! Für einen von Ihnen ist auch der letzte Kontinent gestorben!

Aber, Herr Kardinal, ich war doch noch gar nicht in Australien.

- Geben Sie mir noch eine Chance! - Mögen Sie einen Keks?

Heiliges Kanonenrohr!

- Heiliger Vater! - Ich hab mir gedacht

ich statte eurem Dorf einen kleinen Überraschungsbesuch ab.

- Schön, dass du noch wach bist. - Ja, das ist... das ist ganz fantastisch.

Nee, wirklich, Sie schickt der Himmel. Darf ich Ihnen meine Frau vorstellen?

- Ja, ist es nicht ein bisschen spät? - Nö! Das, das kriegen wir hin. Moment.

Ich hab den Schlüssel vergessen.

- Georg, wir müssen uns unterhalten. - Emilie, du hast recht.

Es...

Ich... Es tut mir leid,

dass ich das hinter deinem Rücken durchgezogen hab und dich nicht gefragt hab,

ob es für dich okay ist, und weißt du was? Ich will nicht mehr, dass sich was ändert.

Im Gegenteil! Ich hätt gern, dass alles genauso ist wie vor einer Woche.

Und das hier war mein persönliches Paradies! Und ich war zu blöd es zu kapieren!

Es tut mir leid.

Jetzt möcht ich dir jemanden vorstellen. Okay?

Papst Innozenz XIV.

- Der Papst ist extra gekommen... - Was, Georg? Für wie blöd hältst du mich?

- Emilie, das ist der Papst. - Ich bin der Heilige Vater.

Es wundert mich, dass Georg Ihnen das noch nicht erzählt hat. - Was denn?

Leider leben wir hier im Bannkreis einer satanischen Sekte... - Emilie!

Und deswegen ist das hier Papst freie Zone. Wenn Sie sich noch mal hier blicken lassen,

dann sehe ich mich gezwungen, die katholische Glaubenspolizei zu rufen.

Und von denen vernommen zu werden, ist das Letzte, was man sich wünschen kann.

Und jetzt verpisst euch!

Wir hatten einen kleinen Zoff.

Normalerweise würde sie niemals zum Papst sagen, "Verpisst Euch".

Es tut mir leid. Ich muss Ihnen, glaube ich, jetzt einiges erklären. Haben Sie Hunger?

Si, si.

- Was ist mit deiner Nase? Hattest du einen Unfall? - So in der Art.

Okay, ich hol mal ein bisschen aus.

Tja, und dann waren Sie da.

Manchmal, da wach ich morgens mit so einem kalten Grausen auf

und dann strecke ich meinen Arm aus, aber da ist niemand.

Passiert Ihnen das auch?

Ja, manchmal.

Ich will nicht an Gott glauben, um mich abzusichern.

Aber man sollte auch nicht erst auf dem Sterbebett zu Gott finden.

Wozu zu Gott finden, wenn man gar keine Zeit mehr hat?

- Georg? - Ja?

- Kann ich dir ein Geheimnis anvertrauen? - Natürlich.

- Aber das bleibt unter uns. - Klar.

(Radio) Näheres war zum Überraschungsbesuch des Pontifex in München nicht zu erfahren.

Ein Sprecher des Vatikans ließ verlauten, dass der Papst zu einem ungenannten Ort

in Oberbayern unterwegs sei, aus, wie es hieß, persönlichen Gründen.

Oh Gott.

(Italienisch)

Es tut mir so leid.

Dir sei verziehen.

- Echt jetzt? - Ja.

Das ist ja...

so christlich von Euch. Danke, vielen, vielen Dank.

- Vielen Dank. - Magst du 'nen Kaffee haben, Emilie?

- Darf ich denn? - Natürlich, wieso solltest du...

- Natürlich. - Natürlich.

Also...

Was hat Sie zu uns verschlagen?

Ich habe Gott um Richtung gebeten und er hat mich zu Georg geführt.

Ja, und jetzt im Ernst?

In gewissen Kreisen ist man der Ansicht,

Wunder seien lediglich Ereignisse,

die wir nicht erklären können.

Das ist aber ein Fehler.

Wunder entstehen aus unserm persönlichen Verhältnis zu Gott.

Wunder sind keine Zaubertricks.

Sie bieten uns seelische Erneuerung und zeigen uns die Macht des Glaubens.

Wunder sind Zeichen unserer Verbindung zu einer Welt,

die über unsere gewöhnliche Wahrnehmung hinausgeht.

Auch wenn ich eure Sehnsucht nach einem Wunder, nach Erkenntnis,

nach einem Zeichen Gottes verstehe und selbst glauben will,

so muss ich eines klarstellen.

Wunder genügen nicht,um Heiligkeit zu erlangen

Im Mittelpunkt steht vor allem das Wirken

und das Leben der betreffenden Person.

Und so erkläre ich Daisy der weiteren Prüfung

als Heilige für nicht würdig.

Lasset uns singen.

(Georg) Natürlich gibt es auch Ereignisse, bei denen das Kopfgefühl behauptet,

es handle sich hierbei um ein Wunder: Ein toter Hund, der wieder bellt,

Schnee, der auf einmal im August fällt.

Mein Bauchgefühl sagt mir aber mittlerweile etwas ganz anderes, nämlich,

dass das größte Wunder immer und ewiglich die Liebe sein wird.

- (Papst)Georg? - (Georg) .Ja_

Kann ich dir ein Geheimnis anvertrauen?

- (Georg) Natürlich! - (Papst) Ich war schon mal hier,

hier in Hollerbach.

Ich habe deiner Schwiegermutter den Namen Daisy verpasst.

Beim Skifahren. Sie hat es mir beigebracht.

Sie ist immer vor mir den Berg hochgewatschelt wie eine Ente.

(Georg) Ja! Und wer's glaubt, wird selig.

Echt jetzt?

- Mama, Papa, ich kann nicht schlafen. Kann ich bei euch schlafen? - Nein!

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