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Schatten der Liebe (2000) dTV - MDR - 18. Januar 2013
(M�nner singen ein Liebeslied) "Annika, mein Herz"
Wartet! Singt nicht "Annika"! Singt "Jadviga, mein Herz"!
(singen) "Jadviga, mein Herz ..."
Vorsicht, passt auf!
Nein!
Fahrt nicht ins Schilf! Nicht ins Schilf fahren!
Singt noch einmal von vorn!
"Annika, mein Herz ..."
Sie sind schon da. Wo bleibst du?
Jadviga!
Geheimnisvolle Musik
Kirchenglocken l�uten.
Es lebe das junge Paar!
Beschwingte Volksmusik
T�nzer jauchzen und stampfen auf den Boden.
Hopp, hopp, hopp!
Hopp, hopp, hopp!
Frauen kreischen.
Ondris, komm!
Herr Hauptmann!
Das ist mein Sohn Ondris.
Er sieht aus wie mein verstorbener Mann bei unserer Hochzeit.
Pfarrer spricht slowakisch.
Warum spricht der Pfarrer slowakisch? Er spricht nicht gern ungarisch.
Hochw�rden. Ja.
Selacikov. Sehr erfreut!
Setzen Sie sich!
(ungarisch) Der Brautvater kann die Hochzeit leider nicht mehr erleben.
Sch�n, dass Sie manchmal auch ungarisch sprechen!
Dieser Anblick h�tte ihn gl�cklich gemacht:
Sein Sohn heiratet seine Pflegetochter.
War er Jadvigas Vormund? Er besuchte sie sogar in Deutschland.
Danke, Frau Osztatni. Mein Freund Ondris hat gro�es Gl�ck mit Ihnen.
Schluss!
Kapelle, spiele einen Marsch! Jetzt tanzt die Braut mit uns!
Nicht so heftig! Tanz auch mit den Slowaken!
Hopp, hopp, hopp!
Ondris!
Hopp! Hopp!
Hopp! Hopp!
Hopp, hopp, hopp! Hopp!
Ondris, tanz mit uns! Zum letzten Mal!
Ja! Freunde auf ewig!
Irma!
Bist du gl�cklich? Ja.
Das hoffe ich!
(Irma) Ondris ist wie sein Vater!
Aber es gibt einen Unterschied: Du bekommst ihn als jungen Mann.
Er wird es dir richtig besorgen!
Noch besser als sein Vater! Irma!
Du hast zu viel getrunken. Du bist schamlos!
Tusch!
Kapelle spielt einen Tusch.
Danke!
Wie es auch schon fr�her war: ein Geschenk f�r das junge Paar!
Guten Appetit!
�ltester, tanze mit meiner Frau!
Zuerst tanze ich mit Jadviga!
Jadviga!
Ich h�tte dich entf�hren sollen!
Warum? Weil das hier Sitte ist.
Gehen wir!
Uhr schl�gt f�nf.
Sie lacht.
Lass mich das machen!
Mach die T�r zu!
Was tust du? Langsam!
Ondris!
Lass uns noch etwas Zeit! Hab Geduld mit mir!
Ondris, noch nicht! Noch nicht!
Ondris! Ganz ruhig!
Ja, so! So ist es gut!
Er st�hnt.
Er st�hnt heftig.
Leider konnte ich mich nicht von deinem Vater verabschieden.
Er war in Florenz mit mir. Dort sah ich zum ersten Mal Oleander bl�hen.
Das war nach meinem Abitur.
War er mit dir in Italien? Schade, dass er dich nicht mitnahm!
Ich lernte dich kennen, als Vater mich nach Stralsund mitnahm.
Ich wollte lieber mit Franz ans Meer fahren.
Er wollte mir M�dchen vorstellen. Sch�m dich!
Besuchen wir das Grab meiner Eltern! Gleich!
Hier sind Leute!
Sie lachen vergn�gt.
Ziele in die Mitte!
Fertig. Komm herein!
Bei den Fotos meines Vaters fand ich etwas f�r dich. Sieh ins Regal!
"Gy�rgy Osztatni, Verlobung."
Seltsam! Deine Mutter sieht aus wie Jadviga.
Das ist nicht meine Mutter. Das ist Jadvigas Mutter.
War dein Vater mit ihr verlobt? Und weiter?
Ich wei� nicht, warum sie sich trennten.
Sie heiratete Endru Palkovitch. Mein Vater warb um meine Mutter.
Jadvigas Eltern starben nach ihrer Geburt.
Eine Wunde hatte sich entz�ndet.
Bei beiden? Bei ihrem Vater.
Die Mutter starb offiziell am Kindbettfieber.
Aber sie beging in Wirklichkeit Selbstmord.
Ja! Wasser!
M�dchen kreischen.
Wasser!
Sie lachen.
Ondris, wir haben uns lange nicht gesehen.
Ja. Du warst nicht auf unserer Hochzeit.
Ich musste leider arbeiten: eine schwierige Erbangelegenheit.
Wie geht es dir? Ich kann nicht klagen.
Hast du die M�dchen mit Osterwasser begossen?
Du hast abgenommen. Hast du Probleme?
Mir geht es gut! Keine Sorge!
Wir sprachen gerade �ber die alten Zeiten in Stralsund.
Die Landschaft dort ist sch�n.
Jadviga denkt oft ans Meer. Du kennst es leider nicht.
Warum nahm dein Vater dich nicht mit? Ich war dort, um Jadviga zu besuchen.
Seit wann hast du einen Schnurrbart?
Ein Rechtsanwalt mit einem Schnurrbart!
Danke!
Ich verreise gern.
Wo machen Sie dieses Jahr Urlaub? Ich sah unterwegs zu viele Soldaten.
Deshalb bleibe ich lieber zu Hause.
Ich muss jetzt gehen. Ich m�chte mit dem Zug um f�nf Uhr fahren.
Ich muss arbeiten.
Tsch�s, Ondris. Servus.
Ich k�sse Ihre Hand!
Du umarmst immer nur das Kissen.
Das Kissen hat meine Mutter gestickt. Ich schlief immer darauf.
Das Kissen wei� mehr von dir als ich.
Ondris! Ondris, heute geht es nicht!
Nein!
Was habe ich verbrochen? Du hast nichts getan! Ich bin schuld.
Warum?
Ich muss dir ein Gest�ndnis machen.
Das passiert mir nicht zum ersten Mal.
Was?
Mach es nicht schlimmer, als es ist! Du machst es schlimm.
Nein. Du verstehst das nicht. Es geht zu schnell.
Was hast du f�r ein Geheimnis vor mir?
Ich habe damals jemanden geliebt. Aber er hat mich entt�uscht.
Er hat sein Versprechen nicht gehalten.
Was hei�t das: Er hat sein Versprechen nicht gehalten?
Wer war das? Sag es mir! Es war in Stralsund.
Wer war es? Du verstehst das falsch!
Ondris!
Ondris!
Aua!
Sie st�hnt.
Endlich!
Endlich!
Was hast du getan?
Es ist Vollmond.
Ich habe meine Regelblutung.
Jadviga, bitte verzeih mir! Verzeih mir bitte!
Ich verlor die Kontrolle.
Du verlorst die Kontrolle, und ich muss es ertragen. Steh endlich auf!
Was musst du ertragen? Ich lese dir jeden Wunsch von den Lippen ab!
Wirklich? Ich entschuldigte mich!
Du kannst dich auch entschuldigen! Schrei mich nicht an!
Ich ertrage das alles nicht mehr!
Drohst du mir?
Drohst du mir? Ich verw�hne dich! Du warst wie ein Tier!
Ich war wild.
Vielleicht ist es gut, dass es passierte. Das ist nat�rlich!
Vielleicht ist das im Stall nat�rlich.
Du kannst das deinen K�hen und Stuten aufzwingen! Bauer!
Was soll das? Ich komme erst wieder, wenn du dich entschuldigt hast!
Ich?
Pferd wiehert.
Ruhig, ganz ruhig!
Warum hast du das Pferd so abgehetzt?
Ich mache das selbst! Halt die Z�gel!
Du bist wie dein Vater!
Schafe bl�ken.
Ondris! Was ist los? Wohin willst du?
Jadviga lacht.
Sie st�hnen.
Das ist der Einberufungsbefehl. Er ist f�r den einundzwanzigsten.
Sieh, Mutter!
Wann kam der Brief? Fragen Sie Herrn Selenag!
Reiche ein Gesuch ein! Das ist sinnlos.
Du musst dich krank stellen. Ich muss zur Musterung.
Du gehst nicht hin! Dann komme ich vor das Kriegsgericht.
Lass mich nicht allein!
Herr Hauptmann. Sie sagten, dass ich kommen soll.
Das sagte ich nicht. Jeder muss heute seine Pflicht erf�llen!
Ich dachte, dass ich als Landwirt unersetzlich bin.
Lassen Sie mich in Ruhe pinkeln! Entschuldigung!
Was kann ich f�r dich tun?
Du musst eine Reservistenausbildung machen! Du bist unversehrt.
Du bist jung und frisch verheiratet.
Deshalb verstehen Sie sicher ... Ja, aber Befehl ist Befehl!
Halten Sie das Kinn h�her!
Ondris ist in zwei Wochen wieder zu Hause. Glauben Sie mir!
Soll ich zum Hauptmann gehen? Nein, Mutter.
Warum nicht? Er war oft bei deinem Vater und fra� sich voll.
Der Hauptmann will mir nicht helfen.
Hast du das f�r mich machen lassen? Trage es immer an deinem Herzen!
Hier!
Lokomotive pfeift.
Jadviga! Irma!
Darf ich hereinkommen? Komm!
Ich wei� nicht, was ich tun soll.
Was ist mit Ondris' Mutter? Sie ist verr�ckt.
Ihren Mann behandelte sie auch so. Deshalb war er so oft unterwegs.
Wei�t du, was er mir nach dem Abitur erz�hlte?
In Florenz? - Ja.
Er erz�hlte, dass er in meine Mutter verliebt war.
Er war auch in dich verliebt. Nein. Ich war in ihn verliebt.
Ich wollte f�r ihn das sein, was meine Mutter f�r ihn war.
Und was wollte er? Ich glaube, er wusste es nicht.
Und als er es bemerkte? Er war schockiert.
Vorher oder nachher? H�r auf, Irma!
Er liebte immer noch meine Mutter. - F�r uns beide war es zu sp�t.
W�schst du mir den R�cken? Ja.
Was ist mit dir und Franz? Du wei�t, was er mir damals antat.
Ich will ihn nicht wieder sehen. Er war zu Ostern bei uns.
Wir hatten ihn nicht eingeladen.
Was wollte er? Was glaubst du?
Irma lacht.
Willst du auch baden? Hilf mir!
Walzermusik
Ich w�rde am liebsten mit dir tanzen, Jadviga.
Wir tanzen mit niemandem hier!
Versprichst du es? Ich verspreche es!
Darf ich bitten?
Nein.
Kommst du mit zu mir? Ich komme nicht!
Hund bellt.
Kusch!
Ondris! Oh, mein Gott! Ondris, mein Junge!
Gut, dass du da bist!
Mein Junge!
Du bist m�de. Ich mache dir hei�es Wasser zum Baden.
Willst du etwas essen? Nein, ich habe keinen Hunger.
Sie schl�ft. Lass das, Mutter!
Du dr�ckst mir die Luft ab.
Jadviga! Ondris!
Ondris! Jadviga, meine Sch�ne!
Jadviga schluchzt.
Geht es dir gut? Ja.
Fehlt dir etwas? Nein, nur du fehlst mir!
Ondris!
Hol es dir aus dem Beutel!
Was? Ein kleines K�stchen.
Jadviga lacht.
Haben sie dich entlassen? Ja. Ich wollte Ihnen danken.
Wof�r? Sie bewirkten meine Entlassung.
Wenn ich das getan h�tte, dann w�rde ich es dir nicht sagen.
Aber ich dachte ... Rede keinen Unsinn!
Verstanden? Ja!
Hat sich deine Familie gefreut? Hast du es deiner Frau besorgt?
Gibt es Neuigkeiten im Dorf? Ich k�mmere mich um meine G�ter.
Was ist mit eurem Pfarrer?
Er k�mmert sich um die Gemeinde. Und um das Slowakentum!
Aber ... Er schart alle um sich.
Ich war nicht da. Jetzt bist du da.
Misch dich unter sie! Was soll ich tun?
Du hast mich richtig verstanden!
Soll ich etwa ... Soll es der Heilige Geist tun?
Dann kommst du zu mir und erz�hlst mir, was die Slowaken vorhaben.
Irma und ihr Mann sind zerstritten.
Vielleicht schlafe ich bei ihr, wenn ihr Mann nicht nach Hause kommt.
Soll ich dir etwas mitbringen? Nur dich! Ich warte auf dich!
Danke, dass du mich hergefahren hast!
Du musst nicht bis zur Abfahrt warten.
Lokomotive pfeift.
Franz Winkler, Rechtsanwalt
Der Mann von Irma besorgte Franz Winkler ein B�ro in ihrem Haus.
Er hat dort seine Anwaltskanzlei. Das Haus ist in der Hauptstra�e.
Wohnen sie im selben Haus? Ja.
Ich suchte Federhalter f�r dich. Leider fand ich keine.
Aber ich kaufte farbige Tinte! Du benutzt sie gern. Richtig?
Ich gehe jetzt ins Bad.
Hallo! Wohnt hier die Familie F�ldes? Ja, in der dritten Etage.
Sie wohnen wirklich hier!
Ondris! Das ist eine �berraschung! Ich muss weg. Hast du ein Problem?
Nein. Dein Vater ordnete damals den Nachlass von meinem Vater.
Und ... Jetzt sind die Unterlagen bei mir.
Was willst du? Ich kenne sein Testament nicht.
Mein Vater schickte euch den Nachlassbeschluss zu.
Ich las ihn. Er schickte ihn an euch drei.
Uns drei? Deiner Mutter, dir und Jadviga.
Jadviga? Sie erbt die H�lfte des Verm�gens.
Erbt Jadviga von meinem Vater? Aber er wusste nicht, dass wir heiraten.
Nicht seine Schwiegertochter ist die Erbin, sondern seine Tochter.
Jadviga ist seine Adoptivtochter! Richtig. Gehen wir!
Warum hast du mir das verschwiegen? Was denn?
Du hast die H�lfte von Vaters Verm�gen geerbt.
Du oder ich? Das ist egal!
Das bedeutet dasselbe. Jetzt erst recht:
Wir bekommen ein Kind. Was?
Was sagst du?
Sie lacht.
Ich bekomme einen Sohn! Oder eine Tochter.
Eine Tochter musst du genauso lieb haben!
Ich bekomme eine Tochter! Lass mich herunter, Ondris!
Wo ist das Kind?
Was willst du heute machen? Ich bete dich an!
Ich war noch nie so gl�cklich!
Du schreibst von freundschaftlichen Treffen. Was soll das Geschwafel?
Wer kommt zu den Treffen? Was f�r Dinge werden dabei besprochen?
"Die Gespr�che waren Ausdruck von slowakischem Patriotismus."
Bl�dsinn!
Von welchem Heimatland reden sie? Nicht von unserem!
Sie wollen unser Land zerschlagen!
Was hei�t: "Mutterland"? Es gibt kein Slowakenland!
Das ist symbolisch gemeint. Quatsch!
Die Slowaken wollen sich diese Gebiete aneignen!
Nein! Das glaube ich nicht! Es ist Krieg, ihr Gottlosen!
Was ist mit den Deserteuren und den roten Krakeelern?
Was ist mit den als Sozialdemokraten verkleideten Juden?
Wei�t du, dass der Fotograf auch zu ihnen geh�rt?
Nein!
Ich gebe dir einen Rat: Halte in Zukunft deine Augen offen!
Hast du mich verstanden?
Ich w�rde gern in ein Heilbad fahren. Eine Kur wird mir gut tun.
Darf ich fahren?
Eine Badekur? Warum? Der Arzt hat es mir geraten.
Eine Kur beruhigt die Nerven. Dann kann ich sein wie fr�her.
Ja, wenn dir die Kur gut tut. Du bist ein Schatz!
Baby wimmert.
Baby weint.
Baby schreit.
Baby schreit weiter.
Das Kissen ist sch�n.
Irgendwann liebst du auch wieder. Nein! Nur wenn er zur�ckkommt.
Du wei�t, dass er gefallen ist.
Du hast geweint. Du vergisst ihn. Niemals!
Denkst du nie an einen Mann? Nein.
T�r �ffnet sich.
Sie denkt noch immer an ihren Verlobten.
Sie sehnt sich nach Liebe.
Hexenbeschw�rung
Frauen rufen eine Beschw�rungsformel.
Sie schreien.
Annika! Annika!
Annika! Jetzt bist du dran! Ich habe keinen, den ich rufen kann.
Suche einen! Er ist gefallen.
Nimm einen anderen Mann! Wen?
Ich habe nichts dagegen, wenn du ihn zu dir rufst: Rufe meinen Ehemann!
Ondris! G�tiger Himmel!
Verhexe ihn! Hab keine Angst!
Ist er dir zu bieder? Nein.
Du musst es selbst wollen!
Annika lacht.
Frauen lachen.
Los jetzt!
Fahren wir heute noch? Oder fahren wir nicht?
Es ist besser, wenn wir fahren!
Jetzt f�hrt nur noch der Abendzug. Gut. Mir ist die Lust vergangen.
Was ist los? Mir gef�llt es hier nicht.
Mich st�rt sogar der Zigarettenrauch.
Wohin gehst du? In das andere Zimmer.
Warum schl�fst du nicht hier? Ich wartete darauf.
Ich will endlich wieder einmal allein schlafen.
Trenn dich von Ondris! Triff eine Entscheidung!
Schlaf gut!
Gute Nacht!
Weine nicht! Deine Mama ist bei dir!
Weine nicht!
Wo treibst du dich immer herum? Du qu�lst mich mit deinen Fragen!
Du qu�lst mich! Ja.
So geht es nicht weiter! Du hast Recht.
Jag mich fort! Ich mache alle ungl�cklich.
Warum sagst du immer, dass ich gut und sch�n bin?
Ich wei� Bescheid: Du tobst, wenn ich fort bin. Du zerrei�t meine Kleider.
Du w�rgst mein Kissen. Das mache ich nicht!
Er bedr�ngt mich: Ich soll mich scheiden lassen.
Von wem redest du?
Jadviga weint.
Schick mich lieber weg! Ich bringe nur Ungl�ck.
Ich k�mmere mich nicht richtig um meinen Sohn.
Ondris!
Die Leute sahen uns. Das st�rt mich nicht.
Ich habe keine Zeit! H�r mich an!
Die Klienten warten. Was ist los?
Was ist los? Willst du mich nicht mehr?
Was hast du mir geschrieben? Das ist ein furchtbarer Brief.
Hast du eine andere Frau?
H�r auf! Ich stelle dir auch keine Fragen.
Das war bis jetzt nicht wichtig.
Das interessierte mich nicht.
Ich interessierte mich nicht f�r deine Frauengeschichten.
Auch deine Geldgesch�fte sind mir egal.
Nur du interessierst mich!
Jetzt muss ich etwas von dir wissen:
Wie viel bedeutet dir die andere Frau? Sag es mir!
Sie bedeutet mir nichts.
Was bedeute ich dir? Sag es mir!
Alles!
H�r zu!
Ich muss das jetzt wissen.
Willst du den Grund daf�r wissen? Ja.
Ich bin schwanger, und ich m�chte das Kind von dir zur Welt bringen.
Und du?
Was willst du? Ich will das Kind auch.
Wie funktioniert diese Zauberei? Das wei� ich nicht. Trink nicht!
Was?
Gregor, wie ist das mit der weiblichen Hexerei?
Willst du wissen, wie sie sich einen Geliebten angeln?
Sie schneiden sich ein paar Schamhaare ab.
Nein! Das glaube ich nicht!
Sie backen die Haare in einen Kuchen.
Geben sie uns den Kuchen zu essen? Ja, besonders dir!
Ondris!
Was machst du?
Gregor, was wei�t du von meiner Jadviga?
Nicht viel. Aber was ich wei�, ist genug.
Was denkst du �ber sie? Du stellst zu viele Fragen!
Das bringt dich nicht weiter. Warum?
Ich bleibe bis Mittwoch fr�h im Dienst.
Ich lie� mich vom Milit�r freistellen, aber du ...
Es ist Krieg. Es gibt immer mehr Verwundete.
Ich muss gehen.
Ich bin bald zur�ck. Gott beh�te dich!
Ondris schreit.
Entschuldige!
Franz! Entschuldige, Liebling.
Nimmst du den Nachmittagszug? Ja.
Dann sehen wir uns nicht mehr.
Ich muss mit einem Klienten essen. Darf ich mitkommen?
Das sind langweilige Gesch�ftsleute. Ich verstehe.
Holt dich Ondris vom Bahnhof ab? Sicher.
Ich gehe jetzt. Pass auf dich auf!
Ein Hund bellt.
Was ist mit dir?
Ich glaube, das Kind kommt!
Jadviga schreit nebenan.
Der kleine Junge weint.
Jadviga st�hnt.
Hallo! Kennst du uns nicht mehr?
Ladet das Glas auf!
Vielleicht zerschlagen sie es wieder! Sie waren besoffen, Miklos.
Quatsch! Sie beginnen immer mit den Juden.
Rede nicht immer von Judenverfolgung!
Wenn wir geschickt sind ...
Wer ist "wir"? Die Slowaken, die hier leben.
Wir geh�ren eigentlich dem slowakischen Staat an.
Wir sind weit von Pre�burg entfernt. Rum�nien ist n�her.
Dann schlie�en wir uns Rum�nien an. Ihr seid Dummk�pfe!
Ist euch Ungarn nicht gut genug?
Willst du in einen Schafstall ziehen und neben einem Walachen liegen?
Sind dir die Nation und die guten Sitten nicht heilig?
Von einem Juden kann man nichts anderes erwarten.
Schlag mir die Fenster ein, wenn du b�se auf mich bist!
Aber nicht, weil ich ein Jude bin! Ich war das nicht!
Du bist arrogant: F�r dich sind die Rum�nen Tiere.
Du denkst, die Slowaken sind bl�d. Streitet nicht!
Wei�t du, was das Richtige ist?
Hast du gesehen, dass er ein Muttermal hat? Genau wie du.
Sind seine Beine zu krumm? Sie sind nicht krummer als deine.
Gef�llt er Ondris? Warum fragst du?
Ich dachte an meinen alten Freund. Er ist nicht mehr dein Freund.
Rede nicht schlecht �ber ihn! Das tue ich nicht!
Im Gegenteil:
Ich sch�tze Ondris sehr, weil er sich um euch sorgt.
Das Baby interessiert dich nicht. Du hast mir gefehlt.
Das Baby schreit.
Nicht jetzt!
Nicht jetzt, Franz!
Gemeinde singt ein Kirchenlied.
(Pfarrer) Meine Br�der in Jesus Christus!
H�rt ihr ihn, Br�der?
H�rt ihr den Abgesang der einst so machthungrigen Monarchie?
Aber die Seele unseres Volkes wird auferstehen wie Ph�nix aus der Asche.
"Wie der Ph�nix ..." Hast du das geh�rt?
Die Sehnsucht unserer Herzen ging in Erf�llung:
Das unterdr�ckte Volk der Slowaken hat endlich Verb�ndete gefunden.
Sie unterst�tzen es in seinen nationalen Bestrebungen.
In diesem historischen Moment verk�nde ich:
Das slowakische Territorium geh�rt jetzt zu Rum�nien.
Was bedeutet das? Wir geh�ren jetzt zu Rum�nien.
Wir haben gesiegt, Leute! - Pal Rosser setzte sich daf�r ein.
Danke, Frau Holina. Bitte.
Was soll das?
Ich holte Frau Holina nicht vom Feld, damit sie deine Frau bedient.
Sie badet am helllichten Tag! Mutter!
Die Magd kann nicht in den Stall, weil sie deine Frau bedient.
Schluss, Mutter!
Ich sprach mit Frau Kucsniarek. Sie ist kr�ftiger als Annika.
Wir haben jetzt zwei Kinder.
Wenn du einverstanden bist, dann entlassen wir Annika.
Einverstanden!
Was willst du?
Auf der Stra�e sprach mich ein Herr an.
Was f�r ein Herr? Er ist schon oft hier gewesen.
Franz!
Und weiter? Was sagte er?
Er muss mit der gn�digen Frau reden.
Ist er hier?
Er wartet vor dem Ballsaal, wenn Sie es erlauben.
Warum gehst du nicht hin? Vielleicht ist es dringend?
Warum kann er nicht warten?
Wir essen zu Abend! - Halt!
Reichst du ihm auch das Abendessen?
Vermutlich verw�hnt er dich. Schluss damit!
Ich gehe schlafen.
Welches Nachthemd soll ich anziehen?
Dieses oder das mit den Jasminbl�ten?
Das mit den Jasminbl�ten. Darin bist du sch�ner.
Wer hetzte noch gegen die Ungarn? Ich kann mir denken, wer es war.
Bei ihm war damals das Treffen.
Bei wem wart ihr damals? Ich wei� nicht.
Du sagtest, dass es beim Lehrer Pal Rosser war.
Pal hat nicht gehetzt. Schreib, dass Pal Rosser dabei war!
Hier steht, dass du am 4. Februar 1919 bei dem Fotografen warst.
Ja.
Rosser traf sich dort mit Pista Svedlik.
Svedlik ist Notar. Er sicherte die Lebensmittelverteilung ab.
Wor�ber einigten sie sich? �ber die Versorgung der Kriegswaisen.
Kommen Sie herein!
Schreiben Sie:
Herr Osztatni best�tigte:
Svedlik traf den Kommunisten Rosser.
Sie planten die Unterschlagung von Lebensmitteln.
Was sagen Sie?
Der Zeuge belog Sie. Das wird die Gerichtsverhandlung zeigen.
Pista! Das habe ich nicht gesagt! Wiederhole deine Aussage!
Du wirst in der Verhandlung Zeuge sein. Warten Sie drau�en!
Du wirst die Berichte unterschreiben! Ich erinnere mich nicht an sie.
Erinnerst du dich nicht? Du hast mir die Berichte geschickt.
Ich unterschreibe nichts!
Der gn�dige Herr unterschreibt nichts. Was bildest du dir ein?
Willst du dir das Genick brechen?
Ich wei� ...
Ich wei�, dass ich ein Nichtsnutz geworden bin.
Nicht nur f�r meine Frau, auch f�r meine Freunde.
Sicher auch f�r deinen Geliebten. Ondris! H�r auf damit!
Warum?
Ich war ein Feigling und ein Ochse. Jetzt bin ich ein Spion.
Ich bin ein Polizeispitzel.
Ich verriet meine besten Freunde. Klage dich nicht selbst an!
Du warst ein ungeschickter Zeuge. Franz kl�rt das!
Du kehrst jetzt sicher zu ihm zur�ck. Darum geht es nicht.
Gehst du zu ihm?
Franz ist ein richtiger Kerl. Er macht immer alles richtig.
Aber ich bin ein Niemand.
Ich bin ein elender Versager, weil ich st�ndig Angst hatte.
Mich interessierte weder die Arbeit, noch der Besitz.
Auch die Ehre interessierte mich nicht.
Ich hatte nur Angst, dich zu verlieren.
Ondris, verzeih mir bitte! Ich hatte Angst, dich zu verlieren.
Verzeih, wenn ich Schuld an diesen Gedanken bin.
Ich habe es verdient. Ich habe genug ges�ndigt.
Du liegst bei mir wie mein kleiner Sohn.
Oder wie mein Bruder!
Bring das Pferd hinaus!
Ich kam, weil das Pferd morgen sterben wird.
Gregor bringt es zum Schlachthof.
Ich will bei dir Bilder bestellen. Du bist Fotograf.
Fotografiere mein Pferd, bevor es sterben muss!
Ondris. Nein!
Bring das Pferd hinaus!
Er macht es nicht.
Ich m�chte ein Foto von meiner Frau.
Aber sie will nicht.
Ich m�chte ein Bild von Jadviga, auf dem sie sich zurechtmacht.
Sie will nicht, dass ihr jemand dabei zuschaut. Aber einmal sah ich zu.
Einmal!
Fotografiere uns!
Komm schon! Mach das sp�ter weiter!
Geh an deinen Apparat!
Ich will nicht. Ich muss arbeiten!
Hast du etwas geh�rt?
Stimmt es, dass Pista Svedlik auf Bew�hrung verurteilt wurde?
Er verlor seine Zulassung als Notar.
Sie h�ngten ihm die Unterschlagung an, obwohl er unschuldig ist.
Habt ihr von mir gesprochen? Ich war bei der Verhandlung.
Pista redet nicht mehr mit mir.
Pal Rosser auch nicht. Er wurde in die Slowakei ausgewiesen.
Sie sagten:
"Der slowakische Verschw�rer soll dem Pfarrer folgen und verschwinden!"
Wunderst du dich? Deine Unterschrift stand unter dem Protokoll.
H�r zu! Ich erz�hle dir, wie es war! Nein, ich will das nicht h�ren.
Jetzt noch nicht! Vielleicht sp�ter einmal.
Du solltest auch das auf einem Foto festhalten:
Der Felsen ist hoch, und das Wasser ist tief.
Aber leider:
Es gibt in unserer Gegend weder hohe Felsen, noch tiefe Meere.
Ondris lacht.
Mischa! Hilf mir!
Halt still! Papa kommt.
Papa! Papa!
Bist du wieder zur�ck? Ja.
Gibt es etwas Neues? Nein, nichts.
Kommt Kinder, gehen wir! Ondris!
Woher hast du diesen Hut? Das ist unwichtig.
Er ist von deinem Vater. Du siehst jetzt aus wie er.
Gehen wir, Jungs!
Warst du brav?
Papa! Da kommt Onkel Franz.
Setzen wir uns!
Prost!
Franz, warum trinken Sie nicht?
Zum Wohl! Prost!
Champagner! Die Herren trinken Champagner!
Der Mann ist betrunken. Eine Champagnerarie.
Ondris! Wei�t du, wer Mozart ist?
Du wei�t es! Du wei�t es!
H�ren Sie auf!
H�r auf! Was soll das?
Ondris! Ondris!
Kind jammert.
Ondris!
Kind weint.
Er weint.
Erkennst du mich nicht?
Ich wurde dir vorgestellt.
Genau hier!
Sprich bitte mit mir!
Grillen zirpen. Hunde bellen.
Ich bin ein Ungeheuer. Das ist alles, was ich von mir wei�.
Und du? Was wei�t du von mir?
H�rst du mich?
Antworte mir!
Ondris schreit.
Gib mir deine Hand! Langsam!
Langsam, sch�n langsam.
Was ist los? Was ist passiert? Der Doktor kommt gleich.
Was ist mit ihm geschehen? Er hat Kr�mpfe.
Was f�r Kr�mpfe?
Gregor!
Wo tut es dir weh? Hier?
Mein Lieber! Ja, mein Lieber! Geh nicht fort!
Du bist zu Hause, auf meinem Kissen. Geh nicht fort!
Ich gehe nicht fort. Ich bleibe hier.
Mama!
Gib mir deine Hand!
Ich habe Angst.
Gib mir deine Hand!
Komm!
Lass uns schlafen!
Lass mich jetzt allein mit ihm!
Vater unser, der du bist im Himmel. Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe.
Wie im Himmel, so auch auf Erden. Unser t�glich Brot gib uns heute.
Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
F�hre uns nicht in Versuchung, sondern erl�se uns von dem �bel!
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.
In Ewigkeit! Amen!
Es tut mir weh, dass du so sehr leiden musstest.
Mein Sohn!
Mein Sohn!
K�nnen Sie diesen Brief f�r mich aufgeben? Es liegt auf dem Weg.
Ich bin dort mit allem fertig.
Wann kommen Sie das n�chste Mal? Dann k�nnen wir alles besprechen.
Ich komme nie mehr hierher.
Warum? Ich habe alles getan.
Nur das muss ich Ihnen noch geben.
Gott beh�te Sie!
(Ondris Stimme) Ich bin Ondris Osztatni.
Ich beginne am 15. Februar 1915 mit diesem Tagebuch.
Es ist der Tag vor meiner Hochzeit.
Ich bin von den Erlebnissen des Tages aufgew�hlt und kann nicht schlafen.
In diesem Moment schl�gt es Mitternacht.
Heute ist der 6. Februar 1915.
Endlich kann ich Maria Jadviga Palkovitch vor den Altar f�hren.
Ich danke dem Herrgott daf�r, dass ich diesen Tag erleben darf!
Jadviga weint bitterlich.
Untertitel: zeile 21 / Frank H. Richter
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