All language subtitles for Rico Oskar 3 und der Diebstahlstein 2016 HD BluRay.x264.SRTdeutsch

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Original subtitles

(heitere Popmusik)

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles Und dann alles noch mal

Rico! Bin da!

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles

Mama! Irina ist da!

Mit doppelt Käse und scharf

Der Alltag ist uns auf den Fersen Doch er kriegt uns nicht

Mit Vollgas ab ins Ungewisse Also wünsch uns Glück

ich hab die Langeweile ausprobiert War nichts für mich

(Tanja) Rico!

Wir fahren schwarz in der Eisenbahn Richtung wir wissen es nicht

Reißen die Fenster auf Spüren frischen Wind im Gesicht

Erst hat man Schiss Aber es gibt kein Zurück

(Tanja) Rico!

Wir sind zwei blinde Passagiere in der Eisenbahn nach irgendwo

(Türklingel)

Die Taschen meistens leider leer Immer volles Risiko

Wir wollen alles Mit allem, mit Extrakäse

Ein bisschen scharf Gleich auf die Kralle

Wir wollen ja gar nicht viel Wir wollen nicht viel, nee, nee

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles Und dann alles noch mal

(Tanja) Rico!

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles

Mit doppelt Käse und scharf

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles

(Donnern)

(Lied verklingt)

(lautes Donnern)

(traurige Klaviermusik)

(Pfarrer) Liebe Angehörige, liebe Freundinnen, liebe Freunde,

liebe Vertraute, liebe Nachbarn,

wir sind zusammengekommen,

um Gustav W. Fitzke zu seiner letzten Ruhestätte zu geleiten.

Wir alle sind gekommen, weil wir nicht möchten,

dass er den letzten Weg auf dieser Welt alleine geht.

Und so übergebe ich dich wieder der Erde.

Denn Staub bist du und zum Staub wirst du zurückkehren.

- Wofür steht das W? -(mit Berliner Dialekt) Das was?

Das W in der Mitte.

Das weiß ich nicht.

Ich werde ihn und sein Gestänkere vermissen.

Gustav W. Fitzke,

ich werde alles tun, um Ihr Erbe treu und sorgfältig zu bewahren.

Tschüss.

Wir müssen los, Schatz.

- Dafür kommen wir in die Hölle. - Vorher komm ich nach Sri Lanka.

Das ist nicht der richtige Aufzug für 'ne Beerdigung.

Aber ich fliege nicht im schwarzen Kleid ins 35 Grad heiße Sri Lanka.

Rico.

(stotternd) Ich muss noch mal zurück. Ich hab was vergessen.

- Was denn? - Das hab ich auch vergessen.

Nee Rico, der Flieger geht sonst ohne uns. Komm!

Mach mal 'n bisschen Ballett. Komm.

(spannungsgeladene Musik)

(Rico, in Gedanken) Sicher fragt ihr euch,

was mit Fitzke passiert ist und wer die Frau in der gelben Jacke ist.

Die habe ich schon mal gesehen.

Das war aber vor ein paar Tagen, als Fitzke noch gelebt hat.

(Spulen)

(mit Berliner Dialekt) Ziehen Sie Leine!

Die müssen mich mit den Füßen zuerst aus der Wohnung tragen,

bevor du bekommst, was du willst!

Und selbst für den Fall werd ich vorsorgen! Verstehste?

Ich werd hier so lange stehen,

bis die Tür hinter dir ins Schloss fällt!

(Tür fällt ins Schloss)

- Alles in Ordnung, Herr Fitzke? - Wat, wat?

Bei allem, was man für die getan hat!

- Wer war die Frau? - Ach.

Darf ich noch mal den Kalbstein sehen, Herr Fitzke?

Interessiert dich das wirklich? Dann komm. Dein Freund aus der Klapse auch.

Oskar wohnt jetzt auch im Haus, in unserer alten Wohnung.

Wenn's sein muss.

- Willkommen in der Dieffe 93. -(Oskar knurrt)

(geheimnisvolle Musik)

(Blubbern)

(Oskar) Wow.

(Flirren)

(Fitzke ächzt leicht)

Scheiße, ey. (leises Knarren)

Doretti.

(magische Klänge)

(Oskar) Boah!

- Er ist wirklich wunderschön. - Mhm.

(genervtes Ausatmen)

Ich hätte nie gedacht, dass Steinzucht was mit Kühen zu tun hat.

- Hä? - Na, es ist doch ein Kalb-Stein.

Teilen Gletscher und Eisberge sich, sagt man kalben. Dasselbe gilt für Steine.

Mann, ist der bekloppt... Ah!

- Wo sind seine Eltern? - Verkauft an einen anderen Züchter.

Und das ist das einzige Mal, dass es geklappt hat?

(Fitzke) Hier.

Da steht alles drin, sämtliche Zuchtversuche,

mit Datum, Steinart und Zeit, die sie nebeneinander liegen.

Einfach miteinander kreuzen geht nicht.

Wasserstein und Feldstein haben verschiedene Lebensbedürfnisse.

- Das ist doch alles Quatsch. -(laut) Ist es nicht, du kleine Zeck...

(er schreit schmerzerfüllt auf)

(Fitzke, ächzend) Badezimmer.

(rasante Orchestermusik)

Herr Fitzke!

Mann, Mann, Mann!

(Oskar) Schnell, wir brauchen Wasser!

- Was ist das? - Betablocker. Herztabletten.

Die muss er nehmen.

(Musik verklingt)

- Schön langsam. -(Fitzke prustet)

-(Oskar) Herr Fitzke! -(Fitzke rülpst)

- Sollen wir einen Arzt rufen? - Bloß nicht.

Die Tabletten richten das schon. Hilf mir lieber.

Ja ja, es geht schon.

Das verdammte Herz tanzt mir auf der Nase herum.

- Vielleicht doch ein Arzt... - Herrgott!

Hast du Tomaten auf den Ohren? Ich brauche keinen Arzt!

Los, ab jetzt, raus. Genug gegafft. Raus, Rotzlöffel!

Komplett übergeschnappt.

Aber hier wohnen ja eh nur Bekloppte. Da fällt mein Vater nicht auf.

Jetzt, wo wir über dem Bühl wohnen,

können wir durchbrechen zu seiner Wohnung.

- Und gleich fragst du, ob wir heiraten? - Heiratet ihr?

Jetzt geht's erst mal nach Sri Lanka.

- In Knutschurlaub? - Genau.

- Schlaf gut. - Schlaf du auch gut.

- Gute Nacht. - Gute Nacht.

Und dann kam der Morgen, an dem das Herz von Fitzke nicht mehr tanzte.

(Martinshorn)

(melancholische Musik)

(leises Stimmengewirr)

(Rico) Ist er?

Tot.

Sein Herz.

Also... Ich habe einen Rumms gehört im Treppenhaus und bin nach oben gegangen.

Da lag der vor seiner Tür, wollte grade aufschließen und...

Ach...

Ihr geht besser nach oben. Das ist hier nichts für Kinder.

Kommt los, weg mit euch.

- Er hatte kein glückliches Leben. - Doch, hatte er.

Er war so einsam und ist einsam gestorben.

Es gibt Leute, die sind nur glücklich, wenn sie unglücklich sind.

- Und Fitzke war so einer? - Ja.

So wie mein Vater.

Da steckt ja noch der Schlüssel.

Ich fühl mich plötzlich so komisch.

-(Rico) Sollen wir ihn besser mitnehmen? -(Oskar) Er braucht ihn ja nicht mehr.

Komm.

(Rico) Was ist das?

(magisches Klimpern)

Er muss es dir vor die Tür gelegt haben, bevor er umgekippt ist.

"Doretti, mit mir geht's zu Ende."

(Fitzke) Ich kann's spüren.

Du kriegst alle meine Steine. Das habe ich testamentarisch verfügt.

Die Sammlung ist mein Lebenswerk. Also pass gefälligst darauf auf.

(Oskar) "Näheres dazu findest du im Journal."

- Und was ist ein Journal? - Das da.

"Ich hoffe, ich habe mich nicht in dir getäuscht.

Gustav Fitzke."

Aber wo soll ich die denn alle hier unterbringen?

Auf der Müllkippe.

Ich hoffe, du nimmst nicht ernst, was Fitzke schreibt.

- Hier gibt's noch ein PS. - Ein was?

Ein Post Scriptum,

etwas, das man einem Brief hinzufügt, wenn man schon unterschrieben hat.

Und was hat er hinzugefügt?

"Du bist nicht der Einzige, der sich für Steine interessiert."

(Spulen)

(Fitzke) Du bist nicht der Einzige, der sich für Steine interessiert.

(Rico, in Gedanken) Meint er die?

(Tanja) Rico!

Frau Dahling nach der Frau in der gelben Jacke fragen.

(Tanja, nachdrücklich) Rico!

(mit russischem Akzent) Ich dachte schon, ihr wärt mit ins Grab gehüpft.

Hopp, hopp, hopp.

(Reifen quietschen)

So, jetzt aber Beeilung.

(Tanja) Huch. Hopp, hopp.

Tschüss, Großer. Pass auf dich auf.

- Streitet nicht so viel mit Oskars Papa. - Ja.

- Tschüss, tschüss, tschüss. - Tschüss.

Viel Spaß.

- Irina? - Hm?

Wenn das Flugzeug abstürzt, kannst du mich dann apportieren?

Was ist apportieren?

Na, wenn man ein fremdes Kind als sein eigenes annimmt.

Ist das adoptieren.

- Hab ich doch gesagt. - Mh-mh, hast du nicht. Hör mich mal zu.

Du hast gemocht die alte Knacker.

Nur Gott im Himmel weiß, warum.

Aber nur weil er tot ist, das heißt nicht, dass alle anderen auch sterben.

Und jetzt ich bringe dich zu deine kleine Freund.

(Reifen quietschen)

- Was? - Kann ich nicht bei dir wohnen?

- Was ist falsch mit Oskarchen? - Nichts.

Aber mit seinem Vater. Der ist völlig bekloppt.

Rico, mag ich dich wirklich gerne, weißt du das, ja?

Aber ich bin so in die Stress

wegen die Renovierung von Tanja und meine Boutique.

Heute morgen schau ich aus, wie wäre ich schon 30.

Du bist 32.

Wenn du das irgendwer erzählst das weiter,

kannst du das vergessen mit Adoptierung.

Und jetzt raus aus mein Auto. Viel Spaß mit die Bekloppte.

(fröhliche Musik)

- Tschüss. - Tschüss.

Wo warst'n du heute Mittag?

- Frag mich nicht. - Hab ich schon.

Streit mit deinem Vater?

Bei uns ist die Stimmung auf'm Gefrierpunkt.

- Trägst du deswegen die Mütze? - Die gehörte meiner Mutter.

Aus Peru. Echtes Lama.

- Wie war's? - Weißt du, wer auf dem Friedhof war?

- Die Frau in der gelben Jacke. - Welche gelbe Jacke?

Die Frau, die neulich im Treppenhaus war, bei Fitzke.

- Hallo, Herr Kiesling. - Hi, Rico. Na, alles klar?

- Wer sind Sie denn? - Na, neugierig sind wir wohl gar nicht.

Ihr seid halt stadtbekannt. Du bist doch der Kleine, der Mister 2000 erledigte?

Der Kleine ist Oskar. Ich bin der Große.

- Machen Sie Knutschurlaub in Sri Lanka? - Eher an der Ostsee. Über Pfingsten.

- Aber Knutschurlaub. - Na, das hoffen wir doch sehr. Oder?

- Schönes Wochenende. - Danke, Ihnen auch. Und gutes Knutschen.

-(Rico) Spielenachmittag? -(Oskar) Mit Lars und Otto.

"Mensch ärgere Dich nicht", Lars' Lieblingsspiel.

Hilft gegen das graue Gefühl.

- Da verliere ich immer. - Wir müssen ihn eh gewinnen lassen.

Wenn der verliert, flippt er total aus.

- Und wer ist Otto? - Ein Palindrom.

Hä?

(Rum) Palindrom: Ein Wort, das man vorwärts und rückwärts lesen kann,

wie Otto oder Uhu.

Es gibt auch ganze Sätze: Tunk nie ein Knie ein, Knut.

(schnelle Schritte) (Knut) Scheiße!

(Oskar) Das ist Otto.

Tach auch. Na, alles klar?

Könnt ihr nicht sprechen?

Mütze kannst du abziehen. Winter ist vorbei.

Ich mein ja nur. (Pupsen)

- Jetzt können wir endlich anfangen. - Dann nehme ich Grün.

Geht nicht. Grün ist Ricos Farbe.

- Dann Blau. - Blau gibt's nicht.

- Dann... Schwarz. - Schwarz ist meine.

Na ja...

- Gelb. - Gerne.

- Doch lieber Rot. - Jetzt behältst du Gelb.

Du dachtest, ich würde sagen, Gelb sei Papas Farbe,

und dass du Rot kriegen würdest, was du eigentlich willst.

- Hier ist dein Rot, Otto. - Aber...

Und ich nehme Grün.

- Ich sagte doch, dass Rico Grün ist. -(Lars) Kann sein.

Da ich nicht gefragt wurde, welche Farbe ich will, suche ich mir eine aus.

- Dann spiel ich nicht mit. - Tust du wohl.

Nein.

Würfel.

(leichter Trommelwirbel, flirrende Klänge)

(flüsternd) Würfel.

(Klänge verstummen abrupt)

(Pupsen)

'tschuldigung.

Du bist sauer auf Lars, oder?

Auf das Schicksal.

Von allen Blödmännern auf der Welt krieg ich den blödesten als Vater.

Das ist ungerecht.

- Ich hab gar keinen. - Sei froh.

Denkst du, Lars hat dich nicht lieb?

Klar hat er mich lieb. Aber Liebe ist ein Gefühl.

Und Gefühle bringen ihn grundsätzlich durcheinander.

Gefühle sollte man abschaffen.

Das ist doch mal ein würdiger Abschied für Fitzke.

- Für was steht das W in seinem Namen? - Wilhelm.

Und wer war die Frau heute auf dem Friedhof?

- Welche Frau? - Die in der gelben Jacke.

Gelb?

Ah, das war die Julia Bonhöfer,

Tochter von Fräulein Bonhöfer, die früher im Hinterhaus wohnte.

-(Rico) Die sich gesprengt hat? - Genau die.

(Türklingel) (Hund Porsche bellt)

Nanu. So spät noch? (Porsche knurrt)

- Herr van Scherten. -(er lacht)

- Ach, so was. Bitteschön. -'tschuldigung.

- Schaut mal, wer da ist. -(mit Berliner Dialekt) Na, ihr beiden?

Häppchen. Ich darf doch.

- Die sind für unseren Abend, zu dritt. - Rico.

Schade, dass Ihr Abend schon verplant ist.

Ich wollte Sie spontan ins Clärchens Ballhaus entführen.

- Zum Schwofen. - Ja, da...

Aber das kommt jetzt ein bisschen... überraschend.

Überraschungen sind das Salz in der Suppe des Lebens.

Ach, das ist ja ganz wundervoll.

Aber ich wäre ja gar nicht richtig angezogen.

Und ich hab ja auch die Jungs hier.

Oskar und ich können auch alleine fernsehen.

Mhm.

Jedenfalls bis die Müffelchen alle sind.

Ja, also ich...

Wenn ihr meint.

Ja, also wirklich, Ludger,

Sie haben ja so köstliche Ideen.

Ich gehe mich mal umziehen, ja?

(Ludger) Ich nehm noch eins.

- Ludger? So kann man heißen? - Ja, kann man.

- Das dauert aber, wa? - Nein, nein, nein, bin fertig.

-(Dahling) Tschüss. - Immer mal 'ne Überraschung. Denkt dran.

(düstere Klänge) (Tierkreischen)

(lautes Knurren und Brüllen) (Rico und Oskar schreien)

(Oskar) Schalt um!

(spannungsgeladene Musik)

(dumpfe Schritte) (Schleifen)

Was macht denn Fitzke da oben für 'nen Lärm?

Fitzke ist tot.

Aber...

(Poltern) (Knarren)

- Glaubst du, es ist Fitzkes Geist? - Quatsch.

Das ist ein Einbrecher.

Sollen wir nachsehen?

Bist du lebensmüde?

Wahrscheinlich ist er bewaffnet.

(Schritte)

Mist. Komm.

(Knarzen) (schnelle, laute Schritte)

(Knall)

Schnell, zum Türspion.

(dynamische Musik)

-(Oskar) Und? Siehst du was? - Nur 'nen Schatten.

Komm.

(Oskar) Das sind mindestens zwei.

Graues Auto, zwei Türen.

(düstere Klänge)

- Sollen wir nach oben und gucken? - Zu gefährlich.

Was, wenn noch einer da oben ist? Das machen wir morgen, wenn's hell ist.

(Rico) Mann, Mann, Mann.

(Grillen zirpen)

(Vogelgezwitscher) (Straßenlärm)

(Radiomusik)

-(Oskar) Was ist denn hier los? - Guten Morgen.

Das ist für dich.

Für den Einzug.

Cool.

Mit integriertem Taschenrechner, Kompass. Im Dunkeln kann sie leuchten.

- Danke. -(unsicher) Ja.

Und da heute ein ganz besonderer Tag ist,

starten wir den mit einem gesunden Frühstück,

weil das die beste Basis ist, damit der Tag noch schöner wird.

- Ich hab nämlich... - Äh, gesund?

Ja,gesund.

In der Schokocreme sind mehr Zucker und Fette drin als Nüsse und Kakao.

Rein anteilsmäßig.

Es schmeckt lecker, ist aber nicht wirklich gesund.

Mhm... Nein.

Du musst ja nichts essen.

Rico schmeckt's. Es war auch eher für Rico gedacht.

Du kannst von mir aus in den Hungerstreik treten.

Rein anteilsmäßig.

Du bleibst hier! Kommst du zurück!

(scharf) Komm zurück!

(Zischen) (Lars knurrt verärgert)

- Verdammt! - Kommst du?

Oskar, ich wollt dir sagen, dass... ähm...

Dein Vater hat's doch nur gut gemeint.

- Hast du den Schlüssel von Fitzke? - Ja.

(Oskar) Sie hatten wohl einen Schlüssel. Keine Spuren von Fremdeinwirkung.

Aber wer hat denn noch einen Schlüssel außer Fitzke?

(Wind heult)

(spannungsgeladene Klänge)

(Tür knarrt)

(Blubbern)

(Wind heult) (Scheppern)

(geheimnisvolle Musik)

(Musik spitzt sich zu und endet abrupt)

(Oskar) Puh, nur das Fenster.

(geheimnisvolle Musik setzt ein)

- Wonach suchen wir eigentlich? - Ob was fehlt.

Aber woher sollen wir wissen, was vorher da war und jetzt nicht mehr?

- Wow. - Was denn?

An Geld war der Einbrecher nicht interessiert.

Aber woran dann?

Ich glaub, ich krieg 'ne Trauerwelle. (Blubbern)

(geheimnisvolle Musik läuft weiter)

(Glöckchen erklingen)

(dramatische Musik) Der Kalbstein ist weg!

(Rico) Ich hätte aufpassen müssen.

Warum regst du dich auf? Dir bleiben Hunderte andere Steine.

- Vergessen wir die Sache. - Vergessen?

Ich habe ihm versprochen, auf die Steine aufzupassen.

Dieses Versprechen ist mir wichtig.

Der Kalbstein hat Fitzke viel bedeutet. Deshalb will ich ihn zurückhaben.

Es ist das Einzige auf der Welt, was von ihm bleibt.

(Oskar) Gut. Auch wenn der Kalbstein mir egal ist.

Das war kein richtiger Einbrecher.

- Zumindest kein geübter. - Warum?

Er hatte einen Schlüssel und hätte

das Geld und die Sparbücher mitgenommen.

(Rico) Also ein anderer Steinezüchter?

- Steine kann man nicht züchten, Rico. - Kann man wohl.

(Oskar) Wir können ja mal in Fitzkes Journal schauen.

- Vielleicht erwähnt er andere Sammler. - Die Frau in der gelben Jacke.

- Julia Bonhöfer, aus'm Treppenhaus? - Die wollte doch was von ihm.

Deswegen war er so wütend.

- Sie ist also deine Hauptverdächtige. - Unsere Hauptverdächtige.

- Frau Dahling kennt sie. - Wir sollten schleunigst mit ihr reden.

(Rico) Fitzke war Fräulein Bonhöfers Freund?

Er kümmerte sich jedenfalls um ihre Tochter.

- Sammelte Fräulein Bonhöfer auch Steine? - Oh. Nein, nein, nein.

Das war eher der Grund, weshalb sie mit Fitzke nichts mehr zu tun haben wollte.

Und ihre Tochter?

Ach, die, ja... Die geriet irgendwann auf die schiefe Bahn.

Hat sie einen Schlüssel zu Fitzkes Wohnung?

Ja, früher ganz bestimmt.

Wissen Sie was von einem Haus an der Ostsee?

(leise) Ja, hey. Woher weißt du denn das?

Ja, die Bonhöfers, die hatten ein Häuschen an der Ostsee.

Fitzke erzählte mal davon.

Und wissen Sie auch, wo genau?

Nee, daran erinnere ich mich jetzt nicht mehr.

- Ich weiß, wie wir's rauskriegen können. - Ach.

(Mädchen im Chor) Hallo! (heitere Blockflötentöne)

(Blockflötentöne verstummen kurz)

(Töne setzen erneut ein) Tolle Uhr.

Wir haben keine Zeit.

Haben Sie Tofuwürstchen? (Töne verklingen)

- Das ist sie. - Mhm.

Woher weißt du, dass das Haus an der Ostsee steht?

Bernstein gibt's nur an der Ostsee.

Ein fossiles Harz, gern als Schmuckstein verwendet.

Findest du überall am Strand.

Die schickte Julia ihm aus'm Urlaub, als sie noch miteinander redeten.

Was bringt uns das? Das Haus kann an der Ostsee überall stehen.

Als wir letzte Woche hier waren...

da hing noch an jedem Haken ein Schlüssel.

Jetzt fehlt einer.

-(Rico) Pretoff. - Preto.

Das W am Ende wird nicht gesprochen: "Preto".

Das liegt an der Ostsee.

- Da ist das Haus? - Er hatte sicher einen Reserveschlüssel.

Julia klaute gestern Nacht Kalbstein und Schlüssel.

Aber...

Ich glaube, sie verstecken sich da, bis Gras über die Sache gewachsen ist.

Sie?

Julia und wer immer am Steuer von diesem grauen Auto saß.

Mist... Das heißt, wir können nichts machen.

- Warum nicht? - Na ja, weil die Ostsee zu weit weg ist.

Wer sagt das?

(dynamische Musik)

-(Rico) Was ist, wenn wir uns verlieren? - Tun wir nicht.

- Und wenn ich dich nicht sehe? - Wir haben ein Codewort.

- Ein was? - Codewort.

Verlieren wir uns, rufe ich "Bernstein".

Dann rufst du ganz laut "Durchfall", okay?

Rum} Wieso denn Durchfall? Wegen Kot? - Mach einfach.

Das funktioniert, glaub mir.

(gefühlvolle Musik)

(Lars schnarcht)

(Musik verklingt)

(Lars schnarcht laut)

(Bahnhofsdurchsage) (Porsche winselt)

Mann, Mann, Mann.

-(Oskar) Hast du Fitzkes Journal dabei? - Ja.

Und was hast du Lars gesagt?

Dass wir bei dir schlafen, weil Porsche nachts nicht allein sein kann.

Und dass wir morgen im Zoo sind und erst abends wieder zurück.

Hoffentlich ist diese Julia wirklich an der Ostsee.

(Stimmengewirr)

(Dröhnen)

(Quietschen)

- Weißt du noch das Codewort? - Bernstein.

So schnell fallen die Sachen nicht aus meinem Kopf.

- Du hast keine Klaustrophobie, oder? - Keine was?

(Rum) Klaustrophobie: vermutlich nach einem Klaus benannt,

der als erster Mensch in einem Fahrstuhl stecken blieb.

Die Strophe kommt daher, dass er vor lauter Schiss anfing zu singen.

Seitdem gibt es entspannende Fahrstuhlmusik.

(Fahrstuhlmusik) (Ratte quiekt)

(lautes Stimmengewirr)

Hey, Sie stehen auf meinem Fuß! Hey!

(sie kreischt) Verdammt, mich hat was gebissen!

Halt gefälligst deinen Köter im Zaum, kapiert?

Oskar? (er atmet aufgeregt)

Oskar! (brüllend) Oskar!

Rico! Bernstein... Bernstein!

(Rico, in Gedanken) Das Codewort...

Lassen Sie mich durch! Lassen Sie mich durch! Ich habe Durchfall!

(brüllend) Ich habe Durchfall! (plötzliche Stille)

Geht doch.

(heitere Popmusik setzt ein)

Wir wollen ja gar nicht viel Wir wollen nicht viel, nee, nee

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles Und dann alles noch mal

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles

Mit doppelt Käse und scharf

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles

(Musik verklingt abrupt)

Im Gang sitzen ist besser. Kommt ein Schaffner, hauen wir ab.

-(Schaffner) Die Fahrscheine, bitte. -(Oskar) Nein.

- Wir sollten besser abhauen. - Mhm.

(Stimmengewirr)

Sven?

- Guten Tag. - Guten Tag.

Wer wurde entführt?

Sophia?

Ach, ja ich erinnere mich, von Mister 2000.

Ihr habt ihn geschnappt?

Sven half mir Sophia zu finden, um Oskar zu retten.

(beeindruckt) Ist ja 'n Ding.

(Schaffner) Die Fahrausweise, bitte.

Wohin fahrt ihr Helden? Was für eine Sorte ist das?

- Jack Rassel. - Pretow.

Ist ja 'n Ding. Wir auch. Wir haben da 'n Häuschen.

So. Die Fahrscheine, bitte.

- Wir haben ein Problem. - Nämlich?

- Wir haben kein Ticket. - Bis 15 fährt man kostenlos.

Nur wenn man mit seinem Namen auf dem Ticket der Eltern eingetragen ist.

- Dann seid ihr allein unterwegs? - Nur bis Pretow.

Wir... besuchen dort eine... Tante.

Kennen wir die? Pretow ist ja ein Dorf. Wie heißt sie denn?

- Dahling. - Nee, nie gehört.

In welcher Straße wohnt sie denn?

Ähm... Sie holt uns ab... am Bahnhof.

Na ja, wir hatten natürlich Tickets, aber wir haben sie verloren.

Klar. Darauf hatten wir auch kommen können.

Einer von euch kann bei uns mitfahren. Der heißt dann Felix.

Er steht auf dem Ticket, ist aber krank.

Und der andere?

(Schaffner) Die Fahrscheine, bitte.

So, und das waren dann alle?

Nein.

Einen haben wir unterm Tisch versteckt.

-(lachend) Is'n Ding, was? - Ja.

(er atmet erleichtert aus)

(fröhliche Musik)

Bis man das Gebärden beherrscht, muss man lange üben.

Aber Sven kann mir ja helfen.

Außerdem ist Oskar ja hochbegabt.

(Svens Mutter) Hat sie euch vergessen?

Sie sagte, es könnte mit der Abholung ein bisschen später werden.

Da sie sich noch um das Baby kümmern muss.

Was für ein Baby?

Ach... das Baby.

Hab ich ja ganz vergessen. Es ist ja noch so neu.

Ein hübscher kleiner Junge.

- Er heißt... - Otto.

Jemand nennt sein Kind heutzutage noch Otto?

Ja genau, Otto. Das ist ein Palindrom.

So kann sie ihr Kind von hinten rufen, wenn es ihr mal wegläuft.

Ist doch praktisch, oder?

- Sie ist Linguistin. - Ist ja 'n Ding.

Hier. Kommt uns doch mal besuchen, solange ihr noch da seid.

Sven würde sich freuen. Und wir auch.

- Tschüss. -(Svens Mutter) Tschüss.

- Tschüss. - Tschüss.

Und jetzt? Wo sollen wir übernachten?

- Ich hab uns was organisiert. - Wann denn?

Grade im Zug.

(Kirchenglocken läuten)

-(Rico) Du hast Sven eingeweiht? - Musste sein.

So haben wir wenigstens eine Unterkunft.

(Rico) Hast du deshalb Gebärdensprache mit ihm gelernt?

(Oskar) Ein Verbündeter hier oben kann nicht schaden.

(Svens Vater, gedämpft) Spaghetti Napoli.

Reinhauen.

So sieht's also aus, wenn eine Familie Urlaub macht.

(zauberhafte Musik)

(Porsche winselt)

(Rico) Na, für eine Nacht wird's ja wohl reichen.

(elektrische Pieptöne)

- Oskar? - Mhm.

Danke, dass du mit mir hier hergekommen bist.

Dafür sind Freunde doch da.

Oskar?

(Regen prasselt ans Fenster)

(sanfte Musik)

(er seufzt leise)

(Möwen kreischen)

(Meeresrauschen)

(sanfte Musik verklingt)

(Tür knarrt)

Ich glaube, das Haus der Bonhöfers liegt etwas außerhalb.

(fröhlich) Guten Morgen.

Du, na warte... Kriegst von mir noch 'n Kissen.

- Hey, stopp, aufhören. - So. Besser?

- Ähm, haben Sie... - Nein.

Sag nichts.

(magische Klänge)

Du mit deiner Bommelmütze stehst sicher auf Bio.

Da haben wir genau das Richtige:

unser Grünes Frühstück, 100 % Bio.

(Zeitraffer) Müsli mit Obstsalat, Rote-Beete-Sesam-Aufstrich,

Bockhornklee-Gouda und ein Green Smoothie.

Die Haferflocken sind Feinblatt, extrazart.

Der Joghurt ist handgerührt, mit rechtsdrehender Milchsäure.

(normales Tempo) Du willst sicher statt Rosinen eine Extraportion Nüsse.

Am besten Walnüsse.

(Zeitraffer) Mit Alpha-Linolensäure,

einer essentiellen Omega-3-Fettsäure.

Kalifornische Nüsse werden unter strengen Vorschriften

- Ja, okay. Okay. - Ja? Okay.

Okay. Ein... Grünes Frühstück.

Und du...

(magische Klänge)

siehst aus wie...

(sie kichert) Weizenbrötchen.

Mit Schokocreme...

richtig viel Schokocreme.

Nicht gesund. Aber es macht glücklich.

(Glöckchen klingt)

-(flüsternd) Scheiße. - Kommt sofort.

- Was machst du da? - Die Haut muss runter.

- Sie könnten doch gespritzt sein. - Trotz Bio?

Wer weiß, ob die das nicht nur so gesagt hat.

Vielleicht suchen wir Julia Bonhöfer zuerst am Strand.

Entdecken wir sie da, verfolgen wir sie bis zu ihrem Haus.

- Oskar. - Das wäre eh viel einfacher.

Dann müssten wir nicht die ganze Halbinsel absuchen.

(nachdrücklich) Oskar.

(Westernmusik) (Schreckenslaut)

Wir brauchen nicht suchen. Die haben uns gefunden.

-(Julia) Entspann dich. -(Kellnerin) Hallo. Was darf's sein?

- Aber was machen wir jetzt? - Sprich sie an.

Ich?

-(Mann) Wir nehmen... - Nein, sagt es nicht.

Ich weiß es schon. (magische Klänge)

Deine Aura ist lila mit einem Hauch rot. (Ratschen auf Vinyl)

- Du magst... - Bitte nerv uns nicht.

Tante, zwei Kaffee schwarz, wenn's geht, zackig. Also Abflug.

(er äfft sie nach)

Kann ich sie ansprechen, wenn sie alleine ist?

Wer weiß, ob sie es jemals ist. Sie kann ja nicht so gut alleine sein.

(Handy klingelt)

- Ja, hallo? -(Mann) Hast du den Stein dabei?

Ja natürlich hab ich ihn dabei.

Todsicher bin ich mir allerdings nicht.

Ich sah den Stein ja nur einmal und dann die Zeichnung.

So genau brauch ich's nicht wissen. Ich schaff's heute nicht. Bin in Rostock.

- Wir treffen uns morgen. - Morgen?

- Nee,nee. - Du wolltest heute hier sein. Jetzt.

Reg dich ab. Ich hatte ein wildes Wochenende.

Das interessiert mich nicht.

Morgen oder gar nicht. Such's dir aus. 16 Uhr.

Aber danach sind wir weg.

Entspann dich. Wir treffen uns da, wo wir uns früher immer trafen.

Was? Ey, du bist doch wohl...

Am FKK-Strand oder gar nicht. In Erinnerung an alte Zeiten.

Ja okay. Morgen 16 Uhr am FKK-Strand. Bis dann.

(stotternd) Wie bitte, am FKK-Strand?

Ja, da wo er und ich früher immer waren.

Ja, das hatte er gerne. Das kann er vergessen, okay?

Er hat mich hundertmal nackt gesehen, das eine Mal mehr ist auch egal.

Der will mir eins reinwürgen.

Ich kenn sonst niemanden, wo wir den Stein unterbringen können.

Justin, 10000 Euro. Und ich tu das für dich, nicht für mich.

Um deine Scheißspielschulden zu bezahlen.

Ja, ist ja gut. Ist ja gut.

- Wo gehst du hin? - Zum Haus.

Wow.

Mich um Bobo kümmern. Badesachen holen.

Die richtige Spur. Sie haben meinen Stein.

- Sie will ihn verscherbeln. - Für 10000 Euro.

Bei so viel Geld rückt sie ihn nie freiwillig raus.

FKK-Strand? Hier!

(Münzen klimpern)

- Wir müssen noch aufessen. - Wenn sie ihn verkauft, ist er weg.

Wir müssen sie verfolgen.

(Justin) Ey! Warte mal!

(dynamische Musik)

(Musik verklingt)

(Schlagermusik aus dem Radio)

(Mann) Elke, Ketchup, mach mal hinne!

Wer ist dieser Bobo? Ihr Kind?

Eher ein Kumpel von diesem Justin.

- Dann sind sie zu dritt. - Mit dem Hehler am Telefon zu viert.

(Rico) Klar, großartig.

Warum nicht gleich 'ne Verbrecherbande.

(Julia) Ich hab was gefunden.

(Justin) Oh Mann, gib her.

-(leise) Autsch. - Afra!

Zeit für die Reitstunde.

- Scheiße, die Zwillinge. - Ist ganz Berlin an der Ostsee?

Mir sind es jetzt schon genug.

(Oskar, verdutzt) Meine Mütze?

Die hat meine Mütze. (heitere Blockflötentöne)

(beschwingte Musik)

(Oskar) Wie ich es sagte, das Haus liegt außerhalb.

Das ist das Auto, das nachts vor der Dieffe 93 wartete.

- Justins Auto. - Oder Bobos.

- Wie lange warten wir noch? - Gar nicht.

Ist der Stein wirklich so viel wert, lassen sie ihn nicht allein.

(Rico) Aber wie kommen wir dann an den Kalbstein ran?

(Oskar) Durch die Hundeklappe. Aber erst, wenn sie schlafen.

(Rico) So spät? Und dann noch nach Berlin?

(Oskar) Mhm.

- Können wir uns den Strand angucken? - Okay.

(schwungvolle Musik) (Porsche bellt)

(Rico) Boah!

(Frau) Und eins, zwei, drei, vier, fünf und sechs. Und los!

(Musik verklingt)

(Justin) Warte, ich komme auch noch.

(mysteriöse Klänge)

- Was ist denn los? - Hier war einer. Vorm Haus.

- Na ja, irgendwelche Touristen. - Nee, so weit kommen die nicht.

- Es weiß echt keiner, dass wir da sind? - Justin, kriegst du wieder Panik?

Ich hab doch Rot heute schon mal irgendwo gesehen.

(Tube pupst)

Mist. Meine Bommel.

Ob es hier Haie und Killerwale gibt?

Das ist die Ostsee, Rico, nicht der Pazifik.

(Oskar) Du solltest dich auch eincremen,

sonst kriegst du später Hautkrebs.

- Zwischen den Zehen? - Mhm. Die fallen sonst ab.

Alle gleichzeitig?

Unregelmäßig.

Da ist der FKK-Strand.

Ob Julia und ihr Freund da heute hingehen zum Üben für morgen?

(Oskar) Könnte gut sein.

Wenn sie den Kalbstein mitbringen und baden,

versuchen wir, unbemerkt an ihn ranzukommen.

Das habe ich auch überlegt.

Klappt es heute nicht, versuchen wir's morgen.

Morgen noch?

- Aber wir müssen zurück nach Berlin. - Und?

Was ist mit Lars? Er trägt immerhin die Verantwortung.

Ihm wäre es auch egal, wenn ich bis Weihnachten wegbleibe.

- Er soll ruhig noch länger Angst haben. - Angst? Wieso denn Angst?

Du hast ihm nicht gesagt, dass du bei mir schläfst und wir in den Zoo gehen.

Ich hab ihm 'nen Zettel geschrieben.

Und was stand da drauf?

Lieber Lars...

ist hoffentlich okay, wenn ich ein paar Tage wegbleibe.

Ich muss Abstand finden. Oskar.

Der Stein interessiert dich gar nicht, du wolltest Lars nur eins auswischen.

Damit er sich so schlimm fühlt wie du damals,

als er dir 'nen Brief geschrieben hat, mit den gleichen Worten.

Deshalb hast du mich an die Ostsee gelockt. Du hast mich manipulatiert.

- Manipuliert. - Ist mir egal. So was macht man nicht.

Alle Menschen machen es, andauernd.

Nicht mit den besten Freunden. Das ist gemein!

- Und du bist nie gemein? - Nicht mit Absicht.

- Du kannst genauso böse sein wie andere. - Kann ich nicht. Ich hab ein gutes Herz.

- Vielleicht hast du schwache Nerven. - Du bist ein schwieriges Kind.

Wer ist schwierig und kommt nicht klar, wenn nicht ein anderer für ihn denkt?

- Du! - Das stimmt nicht!

Ohne mich könntest du den bescheuerten Stein vergessen.

- Könnte ich nicht! - Weißt du, warum?

Weil du zu tiefbegabt bist für Ideen. Weil du ganz einfach zu langsam denkst.

Komm, Porsche. (Porsche bellt)

Rico!

(Keuchen)

(Oskar) Ohne mich könntest du den bescheuerten Stein vergessen.

- Wer kommt nicht klar. .. -(Rico) Das stimmt nicht!

(Oskar) Weil du zu tiefbegabt bist für Ideen. Weil du zu langsam denkst.

(leises Rattern)

Verdammt.

(gefühlvolle Musik)

Zum ersten Mal seit Langem wieder Bingokugeln.

Nicht mal nachlaufen kann er mir.

Der kann mir mal den Buckel runterrutschen,

mich im Mondschein besuchen, sich 'nen Knopf an die Backe nähen. Komm.

(geheimnisvolle Klänge)

(leise) Wow.

(Vogelkrächzen)

(Vogelkreischen)

(Spechtklopfen)

(Porsche winselt)

(Quaken)

Mist.

Porsche. (Porsche winselt laut)

Warum ist es so...

dass, je mehr Zeit vergeht, die Wut immer kleiner wird?

Unbedingt Mama fragen, wenn sie wieder da ist.

Komm, wir suchen den Rückweg.

(heitere Musik)

Geht doch. Schluss mit tiefbegabt.

Darauf wären Sie nicht gekommen. Stimmt's?

- Worauf? - Na, dass ich selber drauf komme.

- Von selber auf was? - Auf den Rückweg.

Ich wusste nicht, wo Pretow liegt, und wollte Sie schon fragen.

Oskar sagt, ich soll selber nachdenken. Das hab ich getan.

Da Menschen ungern weit laufen, muss da der Strandzugang sein,

und auch Pretow.

- Herzlichen Glückwunsch. - Danke.

Dürfte ich mich kurz setzen?

Ich habe Sand in den Schuhen.

Sag mal, wo sind denn deine Eltern?

Mein Vater wurde vom Fischtransporter überfahren.

Oh Gott, doch nicht hier auf der Insel?

Nee, in Neapel. Vor Kurzem erst.

Ich dachte immer, er wäre beim Angeln ertrunken.

Aber er war gar nicht tot.

Als der Bühl recherchiert hat, kam heraus, dass er doch tot ist.

Fast genauso wie ich es mir ausgedacht habe. Seltsam, oder?

Mhm. Und deine Mutter?

Die ist im Knutschurlaub auf Sri Lanka.

Da gibt es von 18 bis 22 Uhr Getränke umsonst. Wussten Sie das?

-(ungläubig) Mhm. Sri Lanka. - Ja.

Wo ist hier die versteckte Kamera?

Keine Ahnung, wo Sie die Kamera versteckt haben.

Schönen Tag noch. Liegen Sie nicht zu lange in der Sonne.

Am Ende kriegen sie noch Zehenritzenkrebs.

(Frau) Zehenritzenkrebs...

(heitere Musik)

Ist der schön. Wie gefrorener Honig.

Hier liegt ja wirklich Bernstein am Strand.

(Stimmengewirr im Hintergrund)

Das ist es also.

(blecherner Knall) Au!

Imposant.

(Rico) imposant: heißt beeindruckend, mächtig, auffällig.

Aber nur mit einem T am Ende, sonst hat es hinten ein D.

Und man muss sich dauernd unauffällig am Hintern kratzen.

(mehrmaliges Quietschen) (er pupst)

- Wow. -(Kiesling) Rico?

Herr Kiesling.

Gestern in der Dieffe, heute an der Ostsee.

Hättest sagen können, dass ihr in den Norden wollt.

Die Ostsee ist groß und der Norden auch.

- Wo ist dein Kompagnon? - Mein was?

Dein kleiner Kumpel, Oskar.

Er ist in Pretow. Wir haben uns getrennt, hatten Krach.

Oh, hatten wir gestern auch. Aber hat sich schon wieder erledigt.

Bei mir hat sich's auch wieder erledigt. Wie kommt man nach Pretow?

- Am schnellsten doch wohl mit uns. - Im Mercedes?

Mann, Mann, Mann.

(Porsche winselt)

(gefühlvolle Musik)

(Musik läuft weiter)

(Musik verklingt)

-(Oskar) Hast du Kleingeld? - Wieso Kleingeld?

(Freiton)

(Oskar, vom Band) Hier ist der Anschluss von Lars und Oskar.

Sie wissen, was zu tun ist. (Piepen)

Ich bin's, Oskar.

Ich wollte dir nur sagen, dass du dir keine Sorgen machen brauchst.

Uns geht's gut.

Morgen Abend sind wir zurück, spätestens um Mitternacht.

Tschüss.

(Oskar) Ich hab in Fitzkes Journal gelesen.

- Stand was Interessantes drin? - Allerdings. Was über einen Rubin.

- Was ist das? - Das ist ein sehr wertvoller Edelstein.

Solange er ungeschliffen ist, ist er unscheinbar, dunkel und rau.

- Geschliffen leuchtet er strahlend rot. - Und so einen hatte Fitzke?

Angeblich fand er ihn vor 25 Jahren in Indien.

Was hat das mit dem Kalbstein zu tun?

Ich glaube, dass Julia nicht nur den Kalbstein aus Fitzkes Wohnung klaute,

sondern auch den Rubin, den sie morgen an den Hehler verkaufen.

Und das heißt?

Dass wir heute Nacht zwei Steine zurückklauen müssen.

(Rico) Mann, Mann, Mann.

(Eule ruft)

(Rico) Sicher, dass es richtig war, Sven mitzunehmen?

(Oskar) Klar, besser zu dritt als zu zweit.

Weißt du, wir müssen das hier nicht machen.

Ich habe dich hergelockt, weil ich abhauen wollte.

- Wenn uns irgendwas passiert, dann - Nee. Wir ziehen das jetzt durch.

- Sicher? - Ich will meinen Kalbstein zurück.

(spannungsgeladene Musik)

Wir gehen vor, wie besprochen.

Plan A: rein ins Haus, keinen Ton, nicht mal ein Flüstern,

aufteilen, Steine suchen.

Durchsuchung des Schlafzimmers nur im äußersten Notfall. Okay?

Und was ist eigentlich Plan B?

- Schreien und weglaufen. - Cool.

(Gartentor quietscht)

(Justin schnarcht laut)

(leises Klappern)

(Rico, leise) Ähm... Mist. Ich steck fest.

(er ächzt)

(dumpfes Rumpeln)

(Porsche winselt)

(flüsternd) Du bleibst hier, Rico geht nach da und ich nach da, okay?

-(Rico) Okay. - Gut.

(angespanntes Atmen)

(Porsche winselt)

(leichtes Knarren)

(Schreckenslaut)

(lautes Scheppern)

(er atmet hektisch)

(spannungsgeladene Musik setzt sich fort)

(Porsche winselt laut)

(flüsternd) Porsche, pst.

(er winselt etwas leiser) (Rico) Pst.

(überrascht flüsternd) Die Bommel.

(Porsche winselt weiter)

-(flüsternd) Und? -(flüsternd) Nitschewo.

Die Steine sind bestimmt oben.

Du bleibst hier, ich und Rico gehen hoch. Gut?

- Halt mal. - Mhm.

(Stufen knarzen)

(Justin schnarcht laut)

(kurzes Quieken, Trippeln) (Schreckenslaute)

(Justin schnarcht weiter)

(Rico, flüsternd) Die Handtasche.

(kontinuierliches Schnarchen)

(leichtes Knarzen)

(spannungsgeladene Musik)

(angespanntes Atmen)

(Rico atmet hektisch)

(Justin schnarcht laut)

(Oskar, flüsternd) Das wird nichts, komm.

Scheiße.

Los komm.

(Porsche winselt) Nichts.

(Bellen und Knurren) (Schreckenslaute)

(leise) Sven, komm zu uns, ganz langsam.

Los. Komm. (Knurren)

Da. (Schreckenslaute)

(lautes Knurren)

Der macht Hackfleisch aus uns.

-(flüsternd) Porsche. -(Oskar) Pst!

Los jetzt.

- Porsche. - Rico, du auch.

Porsche. (Porsche bellt)

(lautes Knurren)

(Knurren und Bellen)

Bobo? Was ist denn los da unten? (Bobo bellt)

Porsche, Porsche komm... Porsche.

Porsche.

-(Justin) Bobo? -(Julia) Schrei nicht so! Er ist taub!

Komm Porsche.

(Bobo bellt) (Klappern)

Bobo?

Was ist denn los, Alter?

(Bobo winselt) Hey, hast du was gehört, oder was?

(Rico atmet erschöpft)

(Kratzen)

Hä? Draußen?

(Oskar, flüsternd) Komm, Rico.

Dann gucken wir mal nach.

Wa... Hier ist doch nichts, Bobo.

Hier ist nichts.

(dumpfer Schlag) (Aufschrei)

Scheiße. Ich hab keinen Bock mehr.

Nee, da hab ich keinen Bock mehr drauf. (Justin ächzt schmerzerfüllt)

Los, komm jetzt.

(Rico) Porsche, komm.

-(Oskar) Los jetzt, weg hier. - Mann, Mann, Mann.

(Möwen kreischen) (Schiffshorn erklingt)

(Tür schlägt auf)

Was?

Was, was, was hat er gesagt?

Sein Vater kommt gleich Rasen mähen.

- Darum müssen wir sofort verschwinden. - Auch das noch.

Okay. Los geht's.

-(Rico) Was hast du mit Sven besprochen? - Er hilft uns am Strand.

Wir haben's doch schon verbockt.

Diese Julia verscherbelt meinen Stein für 10000 Euro an einen Dealer.

- Hehler. - Meinetwegen. Und dann: nitschewo.

- Wie sollte Sven uns da helfen? -(Oskar) Erstens: Er kann Lippen lesen.

So können wir sie belauschen.

Zweitens: Er bringt die Kamera seiner Mutter mit.

- Wozu? - Zum Fotografieren, als Beweismaterial.

- Das merken die nicht? - Nicht, wenn wir weit genug weg sind.

Die Kamera hat einen Zoom, der das Bild vergrößert.

- Und dann? - Dann sehen wir weiter.

Wir bekommen deinen Stein schon zurück.

(Surren) (Kameraauslöser)

- Was machst du da? - Tarnung.

Nackt fallen wir unter Nackten weniger auf. Schlau, oder?

- Schon, aber... - Schämst du dich?

Nein.

(er seufzt)

Aber die Mütze bleibt auf. Sonst dreh ich durch.

Und die Uhr behalt ich auch an.

Wir müssen uns eincremen. In meinem Rucksack ist Sonnenmilch.

(Scheppern) (Schreckenslaute)

Scheiße.

-(Rico) Mist, die Kesslerzwillinge. -(Mädchen kichern)

(heitere Blockflötentöne)

- Äh... hallo. -(Rico und Oskar) Hallo.

(sie quietscht verunsichert)

- Rico und Oskar sind hier, nackig. -(kichernd) Igitt.

(Schreckenslaut) Sie kommen.

(Westernmusik)

Okay, wir müssen näher ran.

(Porsche winselt)

Sie sieht übernächtigt aus. Und traurig.

Ich glaub, sie ist unglücklich mit Justin.

- Hast du was zu schreiben dabei? - In meinem Rucksack sind Stifte.

- Schreib alles mit, was ich übersetze. - Ich?

Sven liest die Lippen und gebärdet simultan.

- Ich übersetze und du schreibst auf. Ja? - Nee. Ich hab 'ne bessere Idee.

Du nimmst meinen Merkrekorder, und ich mach Fotos.

(Oskar) Okay.

(Klacke rn)

(Surren) (Kameraauslöser)

- Wozu hast du Murmeln dabei? - Bringen vielleicht Glück.

Sind ja auch irgendwie Steine.

(düstere Musik)

(überrascht) Schnell, schieß ein Foto.

(Kameraauslöser)

Bernstein. (Ratschen auf Vinyl)

-(dumpf) Bernstein. -(Rico, in Gedanken) Das Codewort!

(schreiend) Lassen Sie mich durch! Ich habe Durchfall!

Ich habe Durchfall!

Spinnst du?

Was denn? Du hast das Codewort gerufen. Nicht ich.

Mann, ich meinte den hier.

(Julia) Ja, warte ich habe alles dabei.

- Hm? - Hilfst du mir?

- Es geht los. Sven muss übersetzen. - Hab ihn.

(heitere Musik)

(Surren)

(Klicken) Der Stein ist wertlos.

- War das jetzt der Kalbstein? - Pscht!

- Wie viel Steine hat sie denn geklaut? - War unsicher mit rotem Stein.

Daher mehrere.

Ist das alles?

Hättest ja selber nachgucken können. Aber war dir ja zu weit.

Du bringst es echt nicht.

Mit meiner Freundin umgehen, so nicht.

Halt du dich da raus.

Ich schmeiß dein Gehirn weg, du Opfer?

Die Leute gucken schon, alle abregen.

Wir fahren heute noch nach Berlin und suchen den richtigen Stein.

Heute noch?

- Sie wollen in Fitzkes Wohnung. - Sieht so aus.

(Rico) Wir müssen die Steine holen.

Aber wie kommen wir schneller nach Berlin als die beiden?

- Was machst du? - Mich endlich wieder anziehen.

Ich kann mich nicht konzentrieren,

wenn ich glaube, dass mir alle auf den Pimmel schauen.

Mann, Mann, Mann. (Kameraauslöser)

- Kein Kalbstein. - Und kein Rubin.

- Glaubst du, Fitzke hat sich vertan? - Nein, eher Julia.

Sie hat einen roten Stein gesucht.

Aber ein ungeschliffener Rubin ist nicht rot.

Ich nehme sie wieder mit. Sie sind ein Teil von Fitzkes Vermächtnis.

- Macht deine Mütze automatisch schlau? - Was?

- Kann ich sie mal ausprobieren? - Äh...

Okay. Hier.

Und? Wie viel ist die Wurzel aus 18?

-18 was? - Aus der Zahl 18.

Zahlen haben Wurzeln? Wie Bäume?

- Gib mir die Mütze zurück. - Warte.

- Es funktioniert doch. - Hä?

Ich weiß, wie wir schnell nach Berlin kommen. Los.

(schwungvolle Musik)

Wann fahren Sie zurück nach Berlin?

- Hallo erst mal. - Hallo.

- Wir wollen gegen 22:00 Uhr los. - Geht's nicht früher?

- Wieso willst du das wissen? - Ich muss dringend nach Berlin.

Hey... Unser junger Held. Was ist denn los?

- Wir sollen ihn nach Berlin mitnehmen. - So.

Stress mit Mama und ihrem schnuckeligen Polizisten?

Nein. Die sind auf Sri Lanka, im Knutschurlaub.

- Bist du alleine hier? - Nein, mit Oskar. Der muss auch mit.

- Hinter 'nem neuen Mister 2000 her? - So ähnlich.

- Wo ist denn dein Oskar jetzt? - Ähm...

Der hat noch was zu erledigen.

(lautes Zischen)

So viele Koffer für zwei Tage?

Da ist nur das Nötigste drin.

- Ich hol noch den Rest. -(Tom) Okay.

(Porsche bellt) Da ist doch dein Kompagnon.

- Und? Hat's geklappt? - Voller Erfolg.

Sven wollte alle Reifen plätten. Aber es soll ja wie ein Unfall aussehen.

- Der passt aber nicht mehr rein. -"Der" heißt Sven und bleibt hier.

Gut.

(Motor heult auf)

(dynamische Popmusik)

(Reifen quietschen)

(Hupen) (Reifen quietschen)

(Reifen quietschen)

(Musik verklingt)

Ich hab noch was für dich.

Wo hast du die denn her?

Ich weiß wieder, wo ich die Bommel gesehen habe.

Lass mich in Ruhe mit deiner scheiß Bommel.

Da war so ein Kind am Strand mit so einer Mütze...

Wo ist die Bommel überhaupt?

(Plätschern) Bobo, du Sau! Nicht an mein Auto!

Was ist das denn für 'ne Scheiße?

Ist platt... Das Auto ist platt.

(Motorengeräusch) (Reifen quietschen)

(Motoren knattern)

(Kiesling) Ich hatte nie gedacht, dass ich mal mitten in der Nacht

in Fitzkes Wohnung hocke und alle seine Steine in Kartons packe.

Hast du einen Stein gefunden, der aussieht wie ein Rubin?

Leider nein, aber ich nehme mir morgen noch mal jeden Stein ganz genau vor.

Das ganze Haus ist leer heut Nacht. Niemand wird unsere Schreie hören.

Wir schreien nicht, wir reden mit ihnen.

- Na, viel Glück. - Wir sind vier gegen zwei.

- Fünf gegen zwei. - Fünf gegen drei, wenn Bobo dabei ist.

Wer ist Bobo? (Porsche bellt aufgeregt)

(düstere Musik)

(entfernte Schritte)

(Porsche winselt)

Was ist denn hier passiert?

Wo sind denn die ganzen Steine?

(Porsche bellt) (Schreckenslaute)

- Was soll das? - Wir machen's kurz, ohne Stress.

Und in 'ner Viertelstunde sitzt ihr in einer Kneipe.

Da ist doch die Bommel!

Ich sah deinen bekackten Freund und dich

mit der beschissenen Mütze am Strand.

- Was wollt ihr? - Du hast den Kalbstein da rausgenommen.

Der Stein gehört mir. Fitzke hat sie gezüchtet.

Ich soll auf ihn aufpassen, so steht es in Fitzkes Vermächtnis.

Ich vermach dir gleich mal eine, du Zwergratte. Wo ist der Rubin?

Ihr seid hier widerrechtlich eingedrungen.

- Also gebt ihm seinen Kuhstein wieder. - Kalbstein.

Kalbstein. Und wir vergessen die Sache einfach.

Einfache Sache? Einfache Sache.

- Ich lass dir einfach mal die Luft raus. - So wie wir aus deinem Auto?

(Schreckenslaut) Warte. Er hat das...

(erbost) Komm her, du... Geh weg da!

-(beeindruckt) Ist der aus Stahl? - Bist du bescheuert?

- Komm her, du. Komm her! -(Julia) Justin! Mann!

(Justin ächzt) Ich mach Hackfleisch aus dir!

- Porsche, fass! - Geh weg, du...

(Porsche knurrt) Scheißköter...

(Kiesling schreit auf)

Du kleiner... (Oskar kreischt schrill)

(Justin schreit schmerzerfüllt)

(Kreischen stoppt)

(Justin) Bleib stehen, du Ratte!

(rasante Musik)

(Justin flucht) Bleib stehen, du...

Gleich hab ich dich, du...

(Rico) Oskar!

(Klackern) (Justin schreit)

Scheiße!

(er ächzt) Ich krieg dich, du!

(rasante Musik setzt sich fort)

(dumpfer Schlag) (Justin schreit schmerzerfüllt auf)

Nein!

(eindringlich) Niemand schlägt meinen Sohn.

Hey.)'-

(Lars) So, ich ruf jetzt mal die Bullen.

- Hat er kein Handy? - Er sagt: Strahlen verbrutzeln das Hirn.

-(Julia) Hallo. - Tag.

-(Rico) Tut's sehr weh? - Geht. Die Nase ist wohl gebrochen.

Und ich wollte ein Held sein. Hat nicht ganz geklappt.

Ich bring die beiden ins Urbankrankenhaus. Ich komm dann zurück.

Ich hab ja gewusst, dass er fies sein kann. Aber so...

Ich wollte nicht, dass euch was passiert oder überhaupt jemandem.

Das tut mir leid.

Es ist alles nur gerade so... Ich hab irgendwie Mist gebaut.

Der Kalbstein.

Wenn Julia zurückkommt, sofort nach dem Kalbstein fragen.

(Lars) Oskar?

Ähm... Oskar, setz dich mal.

(er räuspert sich)

Ich wollte mich mal... so entschuldigen. Grundsätzlich.

Da ich auch wollte, dass es besser wird, als wir hier eingezogen sind,

hab ich mir auch 'nen Job gesucht.

Was für ein Job?

Das wollte ich dir neulich feierlich beim Frühstück sagen.

Aber das ging ja voll in die Hose. Und dann seid ihr ja verschollen.

Also, es ist ja okay, dass ihr abgehauen seid.

Eigentlich auch schrecklich.

Aber wenn ich jemandem einen Vorwurf machen kann,

dann nur mir selbst.

Jedenfalls ist der Job auch nichts Besonderes.

Otto hat ihn mir besorgt.

Der arbeitet ja beim Versand.

Und so sortiere ich jetzt Päckchen und Pakete und so.

- Man verdient auch nicht viel. - Ich find's toll.

Du musst das nicht sagen.

Ich kam jetzt gerade nach Hause, habe Schichtdienst.

Auch wenn sich das bis jetzt nicht so angefühlt hat...

Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt.

(sanfte Klaviermusik)

Es ist bloß nicht einfach mit einem Kind,

das schlauer und sensibler ist als man selbst.

Verstehst du?

Klar, bist ja nicht blöde.

Eine doofe Frage.

So rum gehört das.

Jedenfalls meistens. Und so soll es bleiben.

(Gitarre setzt mit ein)

(Musik verklingt)

(Vogelgezwitscher)

(heitere Musik)

(Porsche bellt) (Irina) Sie kommen.

- Och Gott. - Noch alles dran.

Immer wenn ich wegfahre,

landet jemand im Krankenhaus wegen dir und Oskar.

Tom und Kiesling haben freiwillig mitgemacht.

Oh, Mann. Ach, komm mal her.

Ich lass dich erst wieder allein, wenn du volljährig bist, mit 25.

- Hä? - Ähm...

- Elke, Besuch. -(Dahling) Komme.

- Wohnen Sie jetzt hier? - Na ja...

Ich würde eine auf Langfristigkeit angelegte Bindung

innerhalb so gemeinsamer Wohnräume tatsächlich in Erwägung ziehen.

Nur Madame, die verhält sich diesbezüglich ein bisschen kapriziös.

Kapri-was?

Ach, Rico. Ja, komm doch rein.

Der ist für Sie.

Für mich?

Die Kette hat Irina drumgemacht. Aber den Stein hab ich ganz alleine gefunden.

(magisches Klimpern)

(Tanja) Ich hab noch mal überlegt.

Ein Durchbruch zu Simon runter ist doch keine schlechte Idee.

- Ehrlich? - Mhm.

Dann war der Knutschurlaub ja ein voller Erfolg.

Kann man so sagen. Simon und ich wollen heiraten.

- Echt? - Mhm.

Hochzeit und Boutiqueeröffnung in einem.

- Dann hab ich endlich einen Papa. -(sie lacht)

(Türklingel)

Das ist Oskar. Wir gehen zum Friedhof.

- Zum Fitzke? - Auch.

Tschüss.

(heitere Musik)

- Viel Glück. - Danke.

(Musik verklingt)

Mein Freund Oskar hat alle Steine zweimal geprüft.

Der Rubin ist nicht dabei.

Fitzke muss einen Granat mit einem Rubin verwechselt haben.

Das kommt wohl öfter vor.

Du kennst dich ja total gut aus.

- Hier, dein Kalbstein. - Danke.

- Warum hast du ihn geklaut? - Zur Erinnerung.

Du Wusstest, dass er Fitzke viel bedeutet hat.

Ja, weißt du, als ich noch kleiner war, hat er ihn mir oft gezeigt.

Ich hab mich früher über ihn lustig gemacht deswegen,

aber auf einmal war das das Einzige, was von Fitzke noch blieb.

Aber du wolltest den Stein ja aus dem gleichen Grund haben.

- Weil er irgendwie Fitzke ist. - Ja.

Fitzke war wahrscheinlich das Beste, was mir bisher passiert ist.

Habe ich aber erst nach seinem Tod kapiert.

Ich muss. Vielleicht treffen wir uns ja mal wieder hier.

Wenn du ganz große Sehnsucht nach dem Kalbstein hast,

kannst du mich ja besuchen kommen und ihn ansehen.

(sie lacht)

- Tschüss. - Tschüss.

(magisches Klimpern) (überrascht) Der Rubin?

Fitzke hat mir den Rubin vor die Tür gelegt.

Dann war er die ganze Zeit in meinem Zimmer.

Hübsch.

Aber wissen Sie was? Der Rubin gehört zu Ihnen.

(gefühlvolle Musik)

Jetzt sind alle Steine wieder bei Ihnen, Herr Fitzke.

Tschüss, Gustav Wilhelm.

(gefühlvolle Musik läuft weiter)

-(Oskar) Hast du den Kalbstein zurück? - Ja.

(Oskar) Porsche hat auf den Friedhof gekackt.

(Rico) Och nee.

(Oskar) Apropos Kot:

Wusstest du, dass in Berlin jeden Tag 55 Tonnen Hundekot anfallen?

Das entspricht dem Gewicht von 110 Eisbären.

-(Rico) Wer rechnet so was aus? - Das mit den 55 Tonnen?

(Rico) Wie viele Hundehaufen einen Eisbären ergeben.

(Oskar) Man kann es in alles umrechnen.

- Wie viel wiegst du? -40 Kilo, glaub ich.

(Oskar) Dann entsprechen die Hundehaufen genau... 1375-mal dir.

(Rico) Mann, Mann, Mann.

Der Alltag ist uns auf den Fersen Doch er kriegt uns nicht

Mit Vollgas ab ins Ungewisse Also wünsch uns Glück

ich hab die Langeweile ausprobiert War nichts für mich

ich hab Appetit auf Leben Willst 'nen Biss

Wir fahren schwarz in der Eisenbahn Richtung wir wissen es nicht

Reißen die Fenster auf Spüren frischen Wind im Gesicht

Erst hat man Schiss Aber da gibt's kein Zurück

weil's mit Abenteuern So wie mit 'ner Chipstüte ist

Ist da noch mehr da

Yeah, ist da noch mehr da

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles Und dann alles noch mal

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles

Mit doppelt Käse und scharf

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles

Wir wollen nicht viel, wir wollen alles Und dann alles noch mal

Ab jetzt atmen wir frischen Wind Mit jedem Atemzug

Sind immer mittendrin Klippenspringen statt Parkbankblues

Wir kritzeln "Abschiedgruß" Auf ein Taschentuch

Starten durch Und zittern, als wären wir kalt geduscht

Bye, tschüss. Mama, mach's gut

Löwenherz statt Hasenfuß Dann ist alles im Groove

Das Reisefieber gibt den Takt Wir tanzen dazu

Liebes Tagebuch Der heute war uns nicht lange genug

Ist da noch mehr da Ist da noch mehr da

(Musik spielt weiter)

Untertitel: Ericsson GmbH, ehem. TITELBILD GmbH: Nadja Stangl et al.

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