All language subtitles for Camminando.verso.Gemeinsam.gehen.2011.German.DVDRip.Retail

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Original subtitles

Als ich sie das erste Mal sah, dachte ich:

Ich würde sie gerne mögen.

Ich wusste natürlich nichts von der ganzen Geschichte.

Was sie durchgemacht und erlebt hatte.

Ich sah nur, was ich sah, nicht mehr.

Wir alle suchen jemand, mit dem wir das Leben teilen können,

oder ein Stück Kuchen, das Bett, oder nur eine Nacht.

Zumindest ich bin so jemand.

Sie war es nicht.

Sie war nicht auf Teilen aus. Sie konnte das nicht.

Bitte sehr.

Man braucht Muskat,

viel Zimt, das ist wichtig,

sechs oder sieben Nelken, 150 Gramm Vollkornmehl,

braunen Zucker, keine Butter, Butter ist nicht gut,

wenn man möchte Milch und drei bis vier Eier. Das ist alles.

In den Backofen und fertig.

- Hast Du Backformen? - Nein.

Es gibt sie im Supermarkt, recht günstig.

Aha.

- Der Kaffee geht auf mich. - Danke.

- Keine Sorge, Claudio findet eine Arbeit. - Hoffentlich.

- Weißt Du, von wem ich das Rezept habe? - Nein.

- Sankt Hildegard, sagt Dir das was? - Nein.

Eine Benediktiner-Nonne aus dem 12. Jahrhundert,

die wie ich auf Nelken vertraute.

Sie sagte, das bringt Freude,

und deshalb vertreiben diese Kekse Melancholie und Ärger.

Es geht mir schon besser.

Gut. Wenn Du sie gegessen hast, dann sag mir, wie Du Dich fühlst.

- Danke, tschüss! - Tschüss, schönen Tag.

Mina...

Mina...

Emina.

Emina?

Emina.

Emina. Schön.

Stell mir doch bitte die Schachtel Servietten da hin.

Hilf mir dabei, reich mir jeweils eine Serviette.

Emina.

Hallo.

Hallo.

Dieser unzuverlässige Kaleb sagt, er sei krank.

Ich musste so früh aufstehen!

Das kommt doch nie vor.

Was machst Du?

Ich gehe ins Bett.

Nein, leiste mir Gesellschaft.

Sonst schlafe ich über meinem Kaffee ein.

Gut, ich ziehe mich um und komme.

Gutes Kind!

Erica hat mir eine E-Mail geschickt.

Sie schreibt, New York sei ganz toll,

sie macht das Praktikum und kommt dann zurück.

Das freut mich für Dich.

Aber ich sagte, es sei dumm, zurückzukommen,

ich meine, sie ist in New York,

bei der Koryphäe der Fotografie, sie hat viele neue Kontakte.

- Das muss sie doch ausnutzen, oder? - Natürlich.

Und wenn ich Lust habe, dann kaufe ich ein billiges Ticket

und besuche sie.

Willst Du mitkommen?

Nein.

Warum nicht?

Wenn es eine Geldsache ist Du kannst es mir zurückzahlen.

Danke. Das ist es nicht...

Ich kann nicht.

Na gut, wenn nicht New York, dann wenigstens das Meer.

Du brauchst etwas Farbe, Du bist so blass.

Vielleicht mal am Sonntag.

Dein Leben...

Ich...

Du hängst doch die ganze Zeit im Nachtleben rum.

Ich habe wenigstens Spaß.

Kommt mir vor, als ob Dein Leben verkehrt herum wäre.

Wenn Du ins Bett gehst, stehen andere Leute auf.

Wenn sie sich hinlegen, dann bist Du zur Arbeit bereit.

Da ist nur dieser Scheißjob schuld.

Ich muss Dir helfen, etwas Besseres zu finden.

Antonia...

Antonia, es geht mir gut, wirklich.

Ich mag es so, wie es ist.

Echt?

Jetzt hör schon auf.

Ich muss jetzt auflegen.

Ich ruf Dich an.

Tschüss.

Zen Jahre... war ich ruhelos.

Deutschland, Österreich, Italien...

Scheißjob, Scheißgehalt. Kein.

Ich bin auch nicht von hier. Ich komme aus Rom.

Jeder will nach Rom, und ich bin weggegangen.

Ich frage mich, was sie in Rom suchen.

Ich sollte wenigstens in anderen Städten sein,

um meine Stadt zu kennen und zu lieben.

Wissen Sie, was ich meine?

Nein.

Ich hätte eher in meiner bleiben sollen.

Es ist jedenfalls kompliziert.

Ich verstehe. Und Sie haben den Krieg erlebt.

Ja, aber ich will nicht darüber reden.

In Bosnien gibt es mehrere Religionen,

viele verschiedene Glaubensrichtungen.

Es ist nicht einfach.

Aber wir müssen zusammenhalten.

Bei mir wohnt ein Mädchen aus Bosnien.

Woher stammt sie?

Ich kann mich nicht erinnern.

Wir leben seit ein paar Monaten zusammen.

Vor ihr habe ich mit einem Mädchen aus Foggia zusammengewohnt.

Vor ihr war eins aus Marokko, und davor das Mädchen aus Nigeria.

Meine Wohnung ist Bosnien ziemlich ähnlich.

Ja.

Ohne Tote, Blut und Wut.

Sie sind hier geboren. Das ist ein friedlicher Ort

Aber Blut ruft nach Blut.

Hass erzeugt Hass

Vielleicht hätte ich, wenn ich hier geboren wäre,

so wie Sie,

die Welt bereist, um sie kennenzulernen.

Emina! Wenn Du einen Mann siehst, der hier schläft,

dann hab keine Angst, das ist Neso, er brauchte Hilfe.

P. S.: Er ist auch aus Deinem Land!

Bosnier?

Wer zum Teufel ist dieser Bosnier?

Billiger Schminkentferner. Die sollten aufhören, das zu verkaufen.

Schau mich an.

Schau...

Wie nennt man das?

Sammelklage, oder?

Morgen gehe ich auf ihre Website. Die Leute sollten nicht beschissen werden,

indem so ein Mist verkauft werden darf.

Sie kann mir das nicht antun.

Sie kann mir das nicht antun.

Ich kann...

Ich kann ohne Erica nicht leben.

Aber ich habe verstanden. Ich bin zu alt für sie.

Das stimmt nicht, was redest Du da?

Ich bin sicher, ganz sicher, sie trifft ein Mädchen ihres Alters.

Guten Morgen.

Die einen guten Morgen.

Sprich... sprich weiter.

- Was bedeutet das? - Du bist wunderbar.

Ja. Es hätte mein letzter Sommer sein können.

Nur schon der Gedanke daran lässt mich erschauern.

Ein paar Zentimeter machen den Unterschied.

Und ich würde nicht hier sitzen, neben Ihnen.

Sie sagen, es sei alles geschrieben. Das mag ja zum Teil stimmen.

Ich muss aussteigen, danke für's Mitnehmen.

Gern geschehen.

Wann immer Sie möchten. Vielleicht nächstes Mal...

Vielleicht. Auf Wiedersehen.

Einen Hot Dog ohne Ketchup bitte, kein Senf, und einen Salat.

- Und eine Flasche Mineralwasser. - Bedienen Sie sich. Und Sie?

Das Menü mit Sandwichbrötchen und Pommes.

Mayonnaise?

Zum ersten Mal hielt ich die Liebe für etwas Unbekanntes, Rätselhaftes.

Keine Tränen, keine Leidenschaft,

noch nicht mal Freude oder Aufregung.

Nur bloße Energie, viel stärker als wir, als ich.

Sie kommt, enthüllt Dir Dinge, geht wieder.

Man braucht weder Worte noch Gefühle.

Sie lässt Dich mehr als je alleine

und hinterlässt ein Rätselbild, das man nicht entschlüsseln kann.

Man sieht alles in dem Bild.

Aber vor allem sieht man nichts.

Lass Deine Augen zu.

Aber übertreib es nicht.

Tu ich nicht. Halt still. Du gehst zur Arbeit.

Genau deshalb.

Du solltest manchmal hübscher aussehen. Mach die Augen zu.

In Ordnung.

Nicht bewegen,

- Jetzt öffnen. - All das Schwarz.

Nein, das ist es nicht, das ist Blau. Mach die Augen auf.

Jetzt schließen.

Nichtlachen, sonst musst Du gehen.

Aufmachen.

Super, jetzt schließen!

Schließen!

Lassen Sie mich helfen.

Emina.

Keine Sorge.

Nehmen Sie diese Mütze ab.

Haben Sie Angst? Vertrauen Sie mir, haben Sie keine Angst.

Seien Sie nicht so. Ganz ruhig.

Was meinen Sie, wir könnten nach Ladenschluss etwas unternehmen...

Was meinen Sie? Aber was denn.

Vertrauen Sie mir.

Was verdammt machen Sie da?

Was wollen Sie?

Was?

Alles in Ordnung?

Was ist das?

Emina, Du und ich... wir sind doch mehr als Freunde?

Mir solltest Du die Wahrheit sagen.

Es gibt keine Wahrheit.

Ich habe nichts zu berichten.

Wer war das? Dieses Miststück.

Unmöglich, dass Du Dir das selbst beigebracht hast.

Hör zu, teilen tut gut.

Es hilft.

Zum Glück gibt es nicht nur das Böse in der Welt, sondern auch Glück.

Oh bitte, Antonia.

Du kennst Alfonso, meinen Chef.

Er sagte, er will mich befördern.

Dass ich gut arbeite.

Interessant.

Habe ich mich je bei Dir bedankt, dass Du mir den Job verschafft hast?

Ich habe das nicht für ein Dankeschön getan.

Ich habe das getan, weil ich menschliche Beziehungen mag.

Weißt Du, die Art im Leben von jemand, wenn man etwas teilt.

Eins führt zum anderen, und man fühlt sich weniger alleine.

Was ist los, Emina?

Warum darf ich nicht in Deinem Leben sein?

Ich vermute, Neso ist es.

Ihr beiden sprecht sogar dieselbe Sprache.

Er ist Serbe.

Ein bosnischer Serbe.

Ich bin Bosnierin.

Und Muslima.

Du weiß nicht, was uns trennt.

Oder vielleicht doch, Du hast in der Zeitung vom Krieg gelesen.

Von Vergewaltigungen gelesen...

und von Hinrichtungen.

Der Anblick, von dem Du nicht loskommst.

Du kannst Dir die Erniedrigung nicht vorstellen,

mit Füßen voller Scheiße zu sterben.

Dann erinnere ich mich an ein Mädchen mit gefesselten Händen,

sie spuckt und übergibt sich.

Ich erinnere mich an Seile, an die Schlaufe am Hals eines alten Mannes.

Ich erinnere mich an brennende Häuser und aufgespießte Körper.

Ein Sohn, der auf seinen Vater fällt...

An was ich mich erinnere, ist...

Ich versuche es, aber...

Meine Mutter und ich rennen davon.

Aber sie ist zu langsam...

Ihre Truppen sind schon im Wald.

Sie stolpert.

Ich drehe mich um.

Sie ist ermordet.

Und ich auch.

- Was willst Du? - Was erwartest Du?

Von jemand wie Dir nichts.

Aber Du hast meine Papiere gelesen.

Du solltest wissen, mit wem ich zu tun hatte.

Und da Du es jetzt weißt, können wir über Deine Rache nachdenken.

Ich will vergessen, das ist alles.

Und jetzt verschwinde.

Nein, warte.

Ich brauche Frieden.

Ich sehe in Deinen Augen, dass Du aus Furcht vergessen willst.

Was weißt Du schon? Was willst Du wohl wissen?

Du bist eben ein Serbe, und ich bin eine Muslima.

Ich habe es Antonia zu verdanken, dass ich hier bin.

Wer weiß, was ohne sie wäre.

Ich bin nun einfach hier, irgendwie.

Wenn man jung ist, hat man Träume, hofft auf eine Zukunft mit Familie.

Aber dann kommt es nie so, wie man will.

Aber Du verstehst.

Ja, als ich jung war, wollte ich Arzt werden.

Aber der Krieg hat mich auf einen anderen Weg geführt.

Jetzt bin ich hier, in einem fremden Land,

ich versuche, Sachen zu bereinigen,

während mein Leben eine Katastrophe ist.

- Was willst Du tun? - Vielleicht Kanada, ich weiß nicht.

- Toronto? - Das wäre schön.

Du bist... 35?

Was denkst Du, wie alt ich bin?

Mindestens 35.

42. Jedenfalls wenn alles glatt geht. In ein paar Monaten.

Dann gehe ich wirklich nach Kanada.

Mein Onkel besitzt da eine Baufirma.

Ich werde für ihn arbeiten, auch wenn ich ganz unten anfange.

Er ist toll, und ich kann bei ihm was lernen.

- Weißt Du, wie man das macht? - Nein, aber ich kann es lernen.

Und Du?

Ich weiß nicht, was passieren wird aber ich muss die Wahrheit kennen.

Obwohl ich sie manchmal ignoriere.

Dinge dauern länger,

wenn sie ungeklärt sind,

dann kann man sie nicht richtig verstehen.

Ich will einfach der Mensch sein, der ich einmal war

Aber zuerst muss ich vergeben.

Hallo.

Wie geht es Dir?

Du hast mir Angst gemacht.

Warum hast Du nichts erzählt?

Ich hatte Angst, Du würdest es nicht verstehen.

Also beschloss ich, nach Bosnien zurückzugehen.

Was wir hatten, bleibt für immer in unseren Herzen.

Willst Du mit mir mitkommen?

Du weißt, dass ich das nicht kann.

Es wäre schön.

Du stehst da, siehst das Blut, erkennst, das ist der Tiefpunkt.

Wenn nichts zu sagen wäre dann wäre es sinnlos.

Wieviele Menschen hast du getötet?

Was weiß ich schon? Die haben geschossen, und ich auch.

Klar, wir hatten mehr Munition.

In jedem Fall geht es nicht um Zahlen, sondern um Menschen.

Wenn Du mit dem Tod zu tun hast, dann sind alle Menschen gleich.

Daran sollte man denken, bevor man den Krieg erklärt.

Ich werde Dich nicht vergessen.

- Bist Du soweit? - Ich glaube schon.

- Habe ich Dir das grüne Kleid zurückgegeben? - Ja.

Gehört aus dem Haufen Ungebügeltes etwas Dir?

Ich habe nachgeschaut, da ist nichts.

Das Stofftier im Schlafzimmer?

Aber wir haben es gemeinsam gekauft, erinnerst Du Dich?

Ich möchte hierbleiben.

Okay.

Der Schminkentferner, den Du immer vergisst?

Ich habe ihn, Antonia.

Und wenn ich ihn vergessen habe...

Kommst Du zurück ihn holen?

Vielleicht, wer weiß.

Leb wohl.

Eines morgens beschlossen wir, Neso zu treffen.

Er hat seine Vergangenheit hinter sich,

versucht einen Neuanfang in Kanada.

Seit Emina gegangen ist,

gibt es Tage, an denen ich alles an ihr vermisse.

Ihr Schweigen, nachts einander halten, lange Blicke.

Und dann gibt es Tage, an denen ich denke,

dass sie hoffentlich glücklich ist.

Ich denke an ihre warmen Umarmungen

und spüre die bloße Energie, die nur sie mir geben kann.

Untertitel Spotting: Alexandra Demetriou

Übersetzung Michael Höfner

www.gmfilms.de

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