All language subtitles for Missing Lisa - S01E01 - Fünf Jahre.deu

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Original subtitles

Das ist Lisa.

Wir kennen uns schon immer, seit unserer Kindheit.

Sie wohnte im Nachbarhaus.

Lisa hatte einen Traum.

Sie hatte sich den Fernwanderweg GR5 vorgenommen.

Eine Wanderung von über 2000 Kilometern,

die von Rotterdam bis an die französische Riviera führt.

Eine der schönsten und gleichzeitig schwersten Wanderrouten in Europa.

Nach monatelanger Vorbereitung bricht Lisa am 1. Juni 2014

in Hoek van Holland bei Rotterdam auf.

Sie hofft, es in 130 Tagen bis nach Nizza zu schaffen.

Am 18. August verlässt sie frühmorgens

einen Campingplatz in Saint-Hippolyte

zwischen den Vogesen und dem französischen Jura.

Trotz der Hitze will sie bis nach Les Échelles de la Mort kommen.

Sie ist inzwischen bereits 79 Tage unterwegs.

Am 25. August wendet sich Lisas Mutter an die französische Polizei,

da sie seit einer Woche nichts von ihrer Tochter gehört hat.

Auch meine Freunde können Lisa nicht erreichen.

Als man ihr Handy nicht orten kann, wird eine Suchaktion gestartet.

Die Behörden gehen von einer Entführung,

einem Unfall oder einem Suizid aus.

Lisa wird offiziell als vermisst gemeldet.

Ein paar meiner Freunde fahren nach Frankreich, um zu helfen.

Ich drehe zu der Zeit in Mali meinen Film "War Child"

und weiß noch von nichts.

Am Morgen des 27. August meldet sich

der Landwirt Leopold Dumont aus Fessevillers bei der Polizei.

Er glaubt, Lisa am 18. August gesehen zu haben.

Sie sei gegen Mittag aus einem Waldstück herausgekommen.

Er erinnert sich an ein rotes Auto, einen Renault Kangoo.

Bei dem Autotyp ist er sich nicht sicher.

Aber er ist sicher,

dass er gesehen hat, wie Lisa in das Auto stieg.

Und das ist merkwürdig,

denn Lisa hatte sich vorgenommen, nicht per Anhalter zu fahren.

Die Suche nach dem Renault Kangoo und seinem Fahrer

verläuft ergebnislos.

* getragene Titelmusik *

Lisa Zoë Michiel Ylena

* Kirchenglocken *

(Frau) Hier ist alles noch wie früher.

Die Häuser am Dorfplatz, der süße Duft der Blumen.

Und das Glück, hier zu Hause zu sein.

Lisa, komm wieder nach Hause.

Hier wird immer noch die Musik gespielt,

zu der du so oft getanzt hast.

Hier, wo an dem heutigen Tag ...

vor vielen Jahren ...

dein Leben begonnen hat.

Der Wald ...

die Deiche ...

und der Fluss.

Da haben wir doch so oft gesessen.

Du und ich ... und deine Freunde.

Ich bin mir sicher, dass du uns nicht vergessen hast.

Lisa ... du kommst doch zurück.

Stopp! Stopp!

Stopp! Stopp! Stopp, stopp!

He, Freundchen, was soll das werden?

Das ist kein Boxen, Mann! Verschwinde!

(Karen) Ich möchte deine Geschichte hören.

Und wenn es sein muss, lasse ich dich danach wieder gehen.

Nur das eine will ich, nur das zählt.

Meine liebe kleine Lisa ...

komm wieder nach Hause.

* emotionales Geigenspiel *

Ihr wisst ja, wo.

Okay.

Hallo. Hallo.

Das war echt schön.

Ja? Ja, total.

Ylena hatte vor zu kommen,

aber Storm ist hingefallen, sie mussten in die Notaufnahme.

Doch nichts Ernstes? Nee, ich denk nicht.

Hey. Hallo, Zoë. Hallo.

Ich freue mich, dich zu sehen.

Tja und wieder mal sind's weniger als letztes Jahr.

Das heißt nicht, dass sie Lisa vergessen haben.

Ja.

Piet. - Monsieur Martin.

Ich freue mich sehr, dass Sie gekommen sind, wunderbar.

Das ist das Mindeste, was ich tun kann.

Darf ich vorstellen? Zoë. Eine sehr gute Freundin von Lisa.

Zoë, das ist Inspektor Martin, der an der Ermittlung beteiligt war.

Guten Tag. Enchanté.

Gehen wir rüber? - Ja. Ja.

Willst du mit uns was trinken? Ja.

Komm. Gern.

Keinen Tropfen Alkohol, aber rauchen wie ein Schlot.

Das hab ich noch nie kapiert, Mensch.

Hä? Mann, Michiel!

Warst du in der Kirche?

Nein, ich ... Ich hab's nicht so mit spitzen Türmen und Kreuzen.

Hey, du, komm her!

Was meinst du? Was schon?

Das Boot, hm?

Ich frag mich, was wir jetzt machen würden.

Na ja, wenn Lisa noch hier wäre und nicht ...

Ja.

Wir würden ihren Geburtstag feiern, oder?

Ja, kann sein.

Das ist das letzte Mal, dass ich zu dieser Gedenkfeier komm.

Ich tu's für Piet und Karen, aber ich werde davon so aufgewühlt.

Die Gedanken, die mir durch den Kopf spuken.

"Wäre ich damals mitgegangen, was wäre dann?"

Lässt dich das echt noch immer nicht los? Hm?

Ich geh noch Tschüss sagen. Kommst du mit?

Nee ... nee, bei so vielen Leuten, das kann ich nicht.

Für Piet und Karen. Die freuen sich.

Nein.

Nicht weglaufen, hm?

Das bist du. Wow. Fast ein bisschen japanisch, hm?

Japanisch?

Ja, find ich. * Sie kichern. *

Süß, hm? Ganz unschuldig. Eine Unschuld mit Erdbeere.

Hier, das war in der Türkei im Urlaub mit Mats.

Mats. Mhm.

Wir sind 'ne Zeit zusammen gewesen. Mhm.

Doch dann bekam der Herr ein Angebot in Boston.

An offer you can't refuse, du weißt schon.

Und du hattest keine Lust mitzugehen?

Ich wollte nicht nur die Garnitur für einen anderen sein.

Aber was ich will, muss ich noch rauskriegen.

Hast du 'ne Freundin?

Das Foto.

Das muss ich auch noch haben, irgendwo zu Hause.

* Klingel *

Oh. Ich geh aufmachen. Ist gut.

Da sind wir endlich. (Mann) Hallo, Zoë.

Da ist er ja! Unser Mitchie! Lass dich knutschen!

* Ylena lacht. *

Ich freu mich so, dich zu sehen! Geht mir genauso, ich freu ich.

Hey. (Mann) Hi, Michiel.

Hallo. (Junge) Hallo.

Hast du einen coolen Gipsarm! Es war auch ein cooler Heizkörper.

Jetzt weißt du, dass man darauf nicht reiten kann.

Du hast jetzt dieses ...

Zoë hat grad davon erzählt. Wie lange ist das her?

Äh, vier Jahre. Ja. Mhm. Kommst du klar?

Life goes on, hm?

Und selber? Erzähl mal von dir. Hm?

Willst du nichts von uns wissen? Wieso hören wir von dir nichts?

Wieso? Nein. Ich bin einfach nur so gut wie nie in Belgien.

Ach komm, hör auf, Mitch.

Das ist 'ne faule Ausrede. Äh, wieso?

Wenn ich als Erste meinen Namen auf deinen Gips schreiben darf,

kriegst du Schokomousse.

Wie wär's, hm? Ja!

Los, da ist 'n Filzstift. (Mann) Hast du ein Glück.

Wie alt waren wir da? 15, 16?

16 oder so. 16 haut hin, ja.

16? Kann sein. Ja.

Hey, und wo wart ihr da?

In den Ardennen, an der Grenze zu Luxemburg.

Wie hieß das da noch mal? Ouren.

Ouren. Ja, stimmt. Ouren. Ouren, ja.

Da sind wir ein Stück auf dem GR5 gelaufen.

Und da hat Lisa beschlossen, den Wanderweg ganz zu machen.

Und wir haben gesagt, dass wir mitgehen.

Nur dann hat der da ... Ich sagte nie, dass ich mitgehe.

Hast du wohl! Und ob!

Nicht in nüchternem Zustand.

Jedenfalls war ich die Einzige, die nicht zurückgerudert ist.

Nur ging's nicht dummerweise.

Und warum wollte Lisa nicht warten?

Das hätte sicher noch ein halbes Jahr gedauert.

Ich konnte sie verstehen.

Wenn man sich freigenommen und schon alles vorbereitet hat.

Es schien auch kein Problem für sie zu sein, allein zu gehen.

Ich kann nicht glauben, dass Lisa Selbstmord begangen hat.

Was, denkst du, ist passiert?

Sie kann entführt worden sein.

Der Fahrer von dem roten Kangoo, den haben sie nie gefunden.

Das ist doch komisch.

Ich weiß nicht, was schlimmer wäre.

Dass sie sich umbringt oder dass einer sie entführt und ermordet.

Habt ihr noch mal was von Asim gehört?

* ruhige Musik *

"Komm in den Garten, Liebste. Leg dich hin."

"Lege dich auf die freien Stellen im hohen Gras."

"Ich habe mir immer gewünscht, das zu sein."

"Ein schönes Fleckchen für jemanden, der bleiben will."

Gehst du wieder? Ja.

Tauch aber nicht wieder ab.

Ich bin nicht der Einzige, der sich hier rarmacht.

Ich hab schon gedacht, ich lauf einfach auch diesen Weg.

Nur um ... Nur um mich Lisa noch mal nah zu fühlen.

Und warum machst du's nicht?

Tja.

Warum?

* ruhige Musik *

"Wenn ich sie jetzt aber fände,

im nassen Gras oder irgendwo im gepflügten Land,

was würde ich tun?"

"Was würde ich?"

* ruhige Musik *

* Piepen *

* Klingel *

* düstere Musik *

* hektisches Klingeln und Klopfen *

* gedämpftes Keuchen *

* gedämpftes Schluchzen *

* gedämpftes Schreien und Wimmern *

* Der Motor heult auf. *

* düstere Musik *

* Der Motor heult auf. *

Hey!

Wer war das? Hm? Asim.

* Klicken *

Hey, Kätzchen.

Ich sehe, du hast angerufen. Was gibt's?

Ylena, halt dich fest.

Rate mal, wer heute früh vor meiner Tür stand.

Keine Ahnung. Schon wieder ein neuer Verehrer?

Michiel.

Seine Reportage im Jemen ist gestrichen.

Und jetzt hat er plötzlich Zeit,

um stattdessen zusammen mit mir diesen Sommer den GR5 zu laufen.

Er will einen Film über Lisa machen.

Im Ernst jetzt?

Es geht nicht drum, sie zu suchen, er möchte ihrer gedenken.

Die Menschen könnten sich für so was interessieren.

Das denk ich auch. Das ist 'ne super Idee.

* Sie räuspert sich. *

"Wisst ihr schon, wann genau ihr aufbrecht?"

Warte, ich weiß noch nicht mal, ob ich mitgehe.

Wieso solltest du nicht gehen?

"2000 Kilometer bergauf, bergab?"

"Und wer soll sich um die Katze kümmern?"

Und dazu die ganze Zeit 'ne Kamera vor meiner Nase.

Ich war so froh, die los zu sein.

Zoë, hör mal auf, so einen Blödsinn zu reden.

Die Idee ist einfach irre. Du musst das machen.

Ich überleg's mir.

Nein, du machst es.

Okay.

Im Oktober 2017, mehr als drei Jahre nach Lisas Verschwinden,

meldet die Polizei,

dass in Genf ein obdachloser Mann ihren Rucksack bei sich hatte.

Der Fernwanderweg GR5 führt an Genf vorbei.

Das warf die Frage auf,

ob Lisa weiter gekommen war, als wir bis dahin dachten.

Der Rucksack enthielt keine persönlichen Gegenstände.

Bis auf ihr Tagebuch.

Aus ihren Einträgen geht hervor,

dass Lisa mit sich selbst nicht im Reinen war.

Das deutet noch mehr auf eine Verzweiflungstat hin.

Etwas, das für uns, ihre Freunde und Familie,

schwer zu akzeptieren ist.

Und wenn wir die Einstellungen austauschen?

(Mann) Du meinst, so? Ja. Gut.

Ja, perfekt.

* Handy *

Oh, da muss ich ran.

Hey. "Du blöder, blöder Vollidiot!"

Hallo, Chef.

Hey.

Wo ist Mama? - Da.

Hallo, Schatz. Hi. Schon da?

So früh heute? Äh, ja.

Was gibt's zu essen?

Äh ... Ach so, entschuldige, ich bin noch gar nicht am Kochen.

Ähm ...

Du, Schatz? Mhm?

Ich will ja 'n paar Monate nicht arbeiten.

Ja.

Äh, Zoë und Michiel gehen diesen Sommer los, sie machen den GR5.

Das ist cool.

Und ich will mitgehen.

Wie? Aber, ich meine, einfach so? Das geht doch nicht, Ylena.

Warum nicht? Was hast du denn?

Ich möchte das gern machen.

Ich will leben, auch wenn ich diesen Scheiß in meinem Kopf hab!

Aber du lebst doch.

Und? Alles klar, Ylena?

Hier, um Gewicht einzusparen.

Ich bin ein schwächliches Mädchen mit zarten Schultern.

Sind deine Beinchen und Füßchen denn auch gut eingelaufen?

Besser als Ihre, Herr Boodts. Ach ja?

Wo ist eigentlich unser Supermodel?

Da, auf ihrer Terrasse.

Aha!

Das ist Zoë.

Hallo, Zoë. Guck mal schön in die Kamera.

Erzähl was von dir. Was hast du für Hobbys?

* Michiel lacht. *

Okay.

Aha.

Ach, Mitchie, ich hätte gern ein Mitspracherecht darüber,

welche Aufnahmen von mir du verwendest.

Oh, du hast deinen Vertrag wohl nicht gelesen.

Ich habe nichts unterschrieben.

Was ist mit Bart, hm?

Hm, er hat endlich das richtige Wohnmobil gefunden.

Ist übrigens nett von euch.

Danke, dass ihr einverstanden seid, dass er uns auf der Tour besucht.

Na ja, das ist nicht unbedingt ...

* Zoë und Michiel lachen. *

Ich find das total lieb von ihm, dass er dich gehen lässt.

Zu Hause würde ich in 'ner Depression versinken.

Was hat er dann von mir?

Schade, dass Asim nicht mitkommt.

Dann wären alle wieder zusammen.

* Michiel seufzt. *

Ich würde ihn gern wiedersehen.

Ich nicht. Dafür hat er Lisa zu sehr wehgetan.

Asim!

Was machen Sie hier?

Sie sind hinter mir her.

Wer? Was, immer noch?

Das bilden Sie sich ein.

Kein Mensch weiß von Ihrer Aussage. - Die wollten mich beschützen.

Waren Sie bei Miran?

Er kann nichts mehr für mich tun.

Ich red mit dem Untersuchungsrichter.

Ich weiß nicht, ob ich was tun kann. - Ich hätte da nie mitmachen sollen.

Asim! Sie haben vollkommen richtig gehandelt.

Richtig?

Richtig oder falsch, das gibt's gar nicht.

* Türklingel *

Geh ruhig.

Kommt ihr gut voran mit euren Vorbereitungen?

Ja, aber es ist immer mehr, als man denkt.

Ja.

Hallo, grüß dich. Hi, Piet.

Zoë kommt das Tagebuch holen.

Wenn ihr mich braucht, ich ... sitze im Büro. Hm?

Eure Tour löst ganz schön was bei uns aus.

Wenn ich mir vorstelle, dass ihr ... Wir finden sie nicht.

Mach dir keine Hoffnungen.

Das kannst du nicht wissen. Es könnte doch sein, oder?

Wenn Michiels Film irgendwo läuft, kann's sein, dass jemand sagt:

"Dieses Mädchen hab ich gesehen."

Oder ... Na ja, lassen wir das.

Komm.

* ruhige emotionale Musik *

* Zoë riecht. *

Das ist schräg.

Ich bin früher so oft hier gewesen.

Ist das für dich okay?

Ich achte gut drauf, ehrlich.

Ich habe es sicher zehnmal gelesen.

Ganz hinten, das Ende,

wo sie schreibt, dass sie ...

Was schreibt sie da?

Das musst du selbst lesen.

Die Polizei sieht darin einen Abschiedsbrief und ...

Es liest sich tatsächlich ein bisschen so, als ...

Ich zeige dir noch was.

Das hab ich letztes Jahr gefunden, unter der Lampe.

"Unterwegs ist ein Weg kein Weg mehr."

"Ist die Luft keine Luft mehr."

"Ein Zuhause kein Zuhause mehr."

"Allein der Fluss weiß, wohin er fließt."

"Sei glücklich, wenn du an mich denkst."

Ja, ich weiß, es klingt komisch,

der Zettel war aber noch nicht da vorher.

Als sie verschwand, war er nicht da.

Und wer hat ihn dann da hingelegt?

Du denkst doch nicht, dass Lisa ...

Das kann nicht sein, das würde ja heißen ...

Dass sie danach noch hier gewesen ist, ja,

ohne dass wir es wussten.

Das ...

Warum sollte sie das tun? Und wo ist sie jetzt?

Das weiß ich nicht.

Aber ich weiß genau, dass der Zettel vorher noch nicht da lag.

Sonst hätte ich ihn früher gefunden.

Habt ihr das der Polizei erzählt?

Die wollten mir nicht glauben.

Aber es ist wahr, ich bilde es mir nicht ein.

Sie muss noch leben.

Ich denke auch ab und zu, dass Lisa noch da ist.

Dass sie mir irgendwann auf der Straße entgegenkommt, aber ...

Wir dürfen uns solche Hoffnung nicht antun.

Wir müssen über was reden.

* emotionale Musik *

Okay. Kamera läuft.

"Endlich weg. Hey, ich bin richtig aufgeregt."

"Genug trainiert, die Wanderschuhe sind auch eingelaufen."

"Ich schlafe eine letzte Nacht auf einer weichen Matratze

und ich genieße ein Bad."

"Dann geht es los."

"Höchste Zeit, aus der Vorfreude muss Wirklichkeit werden."

"Vielleicht ist der Rucksack zu schwer, dann fliegt noch was raus."

Das war's.

Ähm ... ähm.

Wir müssen das noch mal machen, zu viele Nebengeräusche.

Ich hab nicht vor, alles zweimal zu machen, weil dein Ton schlecht ist.

Hey, flipp nicht gleich aus. Zoë! Was war denn?

Einmal vorlesen reicht.

Sie hatte Spaß am Anfang, das klingt positiv.

Wenn du das Ende vom Tagebuch liest ...

Du wolltest nichts vorweglesen.

Das hab ich auch nicht.

Die letzte Seite bloß, die ... Die liest sich nicht so toll.

Was steht denn da?

Nicht viel,

"das Leben ist zum Kotzen" und "Scheiße" hat sie geschrieben.

Karen denkt, Lisa ist noch mal nach Hause gekommen.

Was? Das ist doch Blödsinn.

Sie hat im Zimmer einen Zettel gefunden,

der da vorher noch nicht gelegen hat, sagt sie.

Und was steht auf diesem Zettel?

Das kann doch nicht sein.

Vielleicht hat Lisa ihn da hingelegt, bevor sie abgereist ist.

Karen behauptet Nein.

Hm, vielleicht hat jemand ihn im Zimmer von Lisa deponiert.

Aber wer denn?

"Allein der Fluss weiß, wohin er fließt."

Das ist doch ...

Ich hätte 'ne Idee, wie ich meinen Rucksack leichter kriege.

Bitte schön. Hey! Das brauch ich so was von.

Und für Madame "Null Promille". Merci.

Trotzdem spritzig. Lieb von dir.

Also, auf ... Prost.

... unsere Wanderung. Halt, wartet ... Das dreh ich mit.

So, jetzt anstoßen.

Santé. Santé.

Auf den GR5. Ja.

Gib mir mal meine Flasche. Hier.

Jetzt wir alle drei zusammen.

So, auf uns. Okay. Santé.

Santé. Santé.

Wer zuerst im Meer ist!

* Ylena und Zoë kreischen und lachen. *

Hoek van Holland, von hier starten wir.

Morgen ist es genau fünf Jahre her,

dass Lisa von hier aufgebrochen ist.

Wir drei werden denselben Weg gehen.

Willst du etwa Nordseewasser trinken? Ylena?

Haha, nein, das ist, ähm ...

Das wird ins Meer geschüttet, wenn wir das Mittelmeer erreichen.

Das ist ein Ritual auf diesem Wanderweg. Okay?

Ja. Cool, ne?

Trägst du nicht schon genug?

Egal, die paar Gramm.

Das Ergebnis sind nasse Unterhosen im Rucksack.

Was sonst? Die ist sowieso nass.

Und deine? Ah! Lass das.

Die haben Rasierer hier im Hotel.

Oh klasse! Dann komm ich nicht wie 'n Urwaldaffe in Nizza an.

Du willst doch nicht rauchen. Noch sind wir nicht gestartet.

Nimm dir 'ne Schlüsselkarte mit. Ich will duschen, dann hör ich nix.

* geheimnisvolle Musik *

* Wasserplätschern *

Hey, ich bin's, hi.

Ja, wir sind schon in Holland, morgen früh geht's los.

Nein, ich hab niemandem was gesagt.

Ich will noch 'n bisschen warten.

Aber wenn's so weit ist, dann besprechen wir alles. Okay?

Piet?

Was willst du hier?

Und davon hat er dir neulich nichts gesagt?

Nein, ich glaub, da hatte er sich noch nicht entschieden.

Aber das war unser Ding. Nur wir drei.

Ist das nicht interessant für den Film, wenn Lisas Papa mitgeht?

Ist er überhaupt fit genug?

Das würde mich wundern.

Kannst du mir sagen, wie das gehen soll? 2000 Kilometer.

Der Mann ist nicht mehr jung. Mann, echt.

Er hofft, neue Spuren von Lisa zu finden.

Dann soll er in die Vogesen fahren, hier ist sie nicht verschwunden.

Er findet es nicht gut, dass nur dort gesucht wurde.

Er will die Strecke nachlaufen.

Ich kann das verstehen.

Es ist für uns schwer. Wie muss das für die beiden sein?

Also?

Es soll tun, was er nicht lassen kann.

Wie bitte? Ist das dein Ernst?

Das ist besser so. Er folgt uns so oder so.

Aber wenn er schlappmacht ... Also, wir warten nicht auf ihn.

Alle einverstanden?

Ja.

* Zoë schnauft. *

Hey.

Es ist okay.

Ich danke euch.

Und du weißt, was dich erwartet?

Niemand, der so 'ne lange Tour macht, weiß, was ihn erwartet.

Ich falle euch nicht zur Last, versprochen.

Ich geh davon aus, dass ihr was essen wollt.

Ich würde euch gern einladen. Die haben hier 'n Restaurant.

Ja, ist gut.

Ich hab keinen Hunger.

Mitch?

Er ist nicht da.

Sollen wir dir was mitbringen?

Ach komm. Aber ...

Er ist bestimmt draußen und testet die Kamera.

* emotionale Musik *

Das war der Grund, warum ich mitgehen will.

Ich will den Weg sehen, auf dem sie gewandert ist.

Diese Wanderung ist das Einzige,

was ich noch machen kann, um Lisa wiederzufinden.

Sucht die Polizei noch nach ihr?

(schnauft) Die Polizei ...

Und dieser französische Inspektor?

Er ist Ex-Inspektor.

Pol Martin.

Einer der wenigen, die uns wirklich geholfen haben.

Dank ihm habe ich die Polizeiakte

mit den Namen der Menschen, die befragt wurden,

und den Ortsangaben, wo sie nach ihr gesucht haben damals.

Ein guter Typ.

Zoë hat gesagt, dass in ihrem Zimmer der Zettel aufgetaucht wäre.

Ein Zettel, der erst später da hingekommen ist.

Karen erzählt zumindest, dass es so war, ja.

Du glaubst es also nicht?

Ich würde es gern glauben.

Und? Alles okay?

Ja. Warum?

Weil du erst dagegen warst, dass er mitgeht.

Ich werde nur nicht gern überrumpelt, daran lag's.

Was soll's? Wird schon schiefgehen, oder?

Ich geh noch eine ... Die allerallerallerletzte.

Na, dann genieß sie!

* Vibration *

Hey. Gut, dass du dich meldest.

Denn hier gibt's was Neues.

Dadurch verändert sich so einiges.

* Piepton *

Wie kannst du dich hier einfach so reindrängen?

Schämst du dich überhaupt nicht?

* emotionale Musik *

Ich will wissen, was mit meiner Tochter passiert ist, mehr nicht.

Du weißt, was sie von dir gehalten hat.

Hm? Hm?

Hm?

Mach, was du willst.

Aber halt dich von mir fern.

Klar?

* Piepton *

* getragene Musik *

Bist du startklar?

Ja, Sekunde.

Okay.

Klappe!

"Um aufzubrechen, finde ich, ist das Beste ein Hafen."

"So wie Schiffe sich vom Land lösen und hinausfahren,

sodass sie nur noch das weite Meer sehen ..."

"... nur noch das weite Meer sehen, das sie dort trägt,

so lasse ich mich vom Land aufnehmen und tragen."

"Mit jedem Schritt werde ich mehr und mehr

zu einem Detail der alles umfassenden Landschaft."

"Ich werde zu dem Sand,

der unbemerkt zwischen die Schnürsenkel kriecht."

"Zum Wind, der geräuschlos den Weg blank fegt."

"Zur Wolke, die vorbeizieht, ohne dass jemand auf sie achtet."

"Manchmal ist Freiheit einfach nur das."

* geheimnisvolle Musik *

* Wagentür wird geschlossen und der Kofferraum geöffnet. *

* bedrohliche Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020

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