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* Ruhige, melodische Musik *
Theo Clüver
Ina Behrendsen
Hinnerk Feldmann
(Mann) Oh nein.
* Stöhnen *
* Stöhnen *
Moin. - Moin.
Matjes? - Matjes.
* Bedrohliche Musik *
Hey! Hier!
(Radfahrer) Ähm...
Äh... Hast du mal ein Handy?
Nee.
* Keuchen *
* Handy klingelt. *
* Klingeln *
Clüver hier.
Ja. Moment!
Moin. Moin.
War das Ihre Tochter? Wohnt Ihre Tochter jetzt bei Ihnen?
Ja... Nein.
Ich weiß nicht.
Wer hat denn die Leiche gefunden? Kollege Sven Lund.
Was macht der so früh am Strand? Trainieren.
Trainieren? Auf dem Rennrad.
Lund auf dem Rennrad?
Sprechen Sie ihn nicht drauf an. Wieso?
Fragen Sie ihn doch selber.
Ja, aber wenn er nicht drauf angesprochen werden will? Huch!
Moin.
Moin. Moin.
Und?
Ich bin um 5.35 Uhr oben vorbeigekommen.
Ich hab erst nicht gesehen, dass da einer liegt.
Okay.
* Stöhnen * (Mann) Nicht! Machen Sie das nicht!
Warum denn nicht?
Ach, geben Sie mir das Messer!
Ts! Äh... Nee, warum sollte ich denn?
Wissen Sie, was Ihr Geschnipsel kostet?
Zeugen? Wir hören uns um, aber so früh am Sonntag ist keiner unterwegs.
Außer dem Fischbrötchenverkäufer, und der weiß nichts.
Warum sind Sie schon unterwegs, Lund?
Äh... Ich habe was... Frühsport gemacht.
Wer zahlt mir denn das alles? Das ist meine Reuse.
Wer zahlt mir das Netz?
Sie halten hier wichtige Ermittlungsarbeit auf, ja?
Sie halten wichtige Fischerarbeit auf.
Das ist jetzt Quatsch.
Äh... - Was willst du? Das ist meine Reuse!
Sie kriegen das ja bezahlt. Von wem?
Keine Ahnung. Sie müssen ein Formular ausfüllen.
Ich muss gar nichts. Sie müssen zahlen!
Oder Sie fummeln die Leiche vorsichtig aus dem Netz.
Ich bin Kriminaloberkommissar und kein Krabbenpuler.
Chef, sagen Sie auch mal was!
Es ist wichtig, dass wir schnell rausfinden, um wen es sich handelt.
Ich weiß doch, wer das ist.
Das ist der Koch vom Josef's, der nimmt mir seit Jahren Fische ab.
Nobu. Der Chefkoch.
Lassen Sie die Reuse ganz, Feldmann! Aber...
Lassen Sie sie ganz, sagt Ihr Chef!
Nein, Engelchen. Nein.
Wenn er dich einmal betrügt, macht er das immer wieder.
Da kennst du dich ja mit aus, stimmt's, Papa?
Bleib hier! Mit dem wirst du nicht froh.
Woher weißt du das denn?
Sind deine Frauen denn mit dir froh geworden?
Die haben alle auf sich aufgepasst.
Ich kann gerade nicht auf mich aufpassen.
Ich denk dauernd an ihn.
Ach, Esther!
Ich hab dich lieb.
Ja. Weiß ich doch.
"Ich muss jetzt."
Ja. Leider.
Willst du noch ein Pils? Weißwein?
Gerne. - Ja? Okay. Kommt.
Und ihr drei Hübschen? Sagt mal, ihr seid ja schon wieder da.
Habt ihr alles? Geht's euch gut? - Ja.
Hauptgang schon beendet? Und hier?
Ihr sitzt auf dem Trockenen und schämt euch gar nicht.
Peter, gleich was Neues!
Theo!
Du siehst ja unverschämt gut aus.
Hallo, Josef!
Hört mal her! Hier, das ist unser Insel-Sheriff.
Ja, der Beste der Besten. Hauptkommissar Clüver, Kripo.
Der sorgt dafür,
dass nachts nicht jemand bei euch im Schlafzimmer steht.
Ja. Es sei denn, die Frauen wollen das so.
* Lachen und Stimmengewirr *
So! Komm mal! Ja.
(Josef) Ich liebe diesen Platz hier vorne.
Ich habe eine schlechte Nachricht für dich.
Wir haben deinen Koch Nobu gefunden. Erschossen.
Nobu, erschossen?
Hatte er Probleme? Nein, er war ... unser Star.
Nobu. Fusion-Küche.
Die Leute... Die Leute lieben das.
Wer... Wer ist es gewesen?
Mit wem verkehrte er? Hatte er Freunde?
Freunde? So was ist ein 16-Stunden-Job.
Du fällst nachts tot ins Bett, tags darauf geht es von vorne los.
Hatte er Feinde? Neider?
Nobu hatte eine große Klappe.
Aber er konnte keiner Fliege was zuleide tun.
Das ist ja einfach nur furchtbar.
Ich krieg das... Ich krieg das gar nicht auf die Reihe.
Das Zeug muss weg.
Das ist infantil und unsexy. So kriegst du keine Freundin.
Eine Figurensammlung ist doch nicht infantil,
nur weil es im weitesten Sinn Spielzeug ist.
Außerdem interessiert mich da eher der historische Kontext.
Was für ein Kontext?
Historisch, Geschichte? Hallo!
Gott, so schlimm? Hast du mit deinem Therapeuten geredet?
Mir geht's ausgezeichnet. Sagen alle Gestörten.
Bei kinderlosen Frauen Ende 30 wird der Zwang immer größer,
ihre männliche Umgebung zu erziehen.
Spiel, Satz und Sieg Hinnerk Feldmann.
Das ist jetzt aber nicht vorschriftsmäßig,
einfach hier so rein.
Du kannst ja vorschriftsmäßig draußen warten.
Wieso wohnt der Koch vom Josef's in so einer trostlosen Bude?
Könnte sich doch wohl was Besseres leisten.
Selbst wenn, ich suche ja selbst auch seit knapp zwei Jahren
nach einer bezahlbaren Wohnung.
Bald kann sich kein normaler Sylter mehr die Insel leisten.
Hier wird ja jetzt was frei.
Ja. Ziehst du hier rein, und ich ziehe in deine Wohnung.
Genau.
Passt doch auch super hier zu deinen Marsmännchen.
(Frau) Entschuldigung?
* Handy klingelt. * (Frau) Haben Sie mal eine Zigarette?
Okay.
Gut, Ina. Danke.
Meine Kollegen sagten gerade,
dass euer Star-Koch überraschend bescheiden wohnte.
Zahlt ihr so schlecht?
Er bekam viereinhalb netto im Monat, und zwei Prozent Umsatz.
Das ist doch nicht wenig, oder? Nee.
Ich hab ihn nach einer Lokalpleite von Köln nach Sylt geholt.
Er war unser ... Protegé.
Unser Glück.
Unser Adoptivkoch.
Von Herzen.
Wir hatten eine tolle Wohnung für ihn,
aber er wollte seine Schulden loswerden
und darum möglichst billig wohnen.
Wir haben da ein paar Wohnungen für unsere Leute angemietet.
Warst du auch sein Glück?
Wie bitte?
Oder sein Unglück?
Ist das noch investigativ oder schon unverschämt?
Du, ich muss das fragen.
Ich bin Josef eine sehr treue Ehefrau.
Bongo!
Komm!
* Schmatzlaute *
Ich will ehrlich zu dir sein.
Ich habe Nobu hergeholt.
Ich habe an ihn geglaubt, und er hat uns nicht enttäuscht.
Aber vielleicht hat er mehr von mir erwartet als einfach nur zu kochen.
Ich sagte ihm, er kann es vergessen, weil er sonst gehen muss.
Weiß Josef davon, dass Nobu dir den Hof gemacht hat?
Natürlich. Wir haben keine Geheimnisse.
* Handy klingelt. *
Ja?
Ja, Hase, ich weiß. Ich komme gleich.
Gut!
Es wird voll heute Abend. Wie sollen wir das ohne Nobu schaffen?
Ist Josef immer noch so eifersüchtig?
Was soll das, Theo? Er hat Nobu nicht umgebracht.
Wo wart ihr letzte Nacht?
Bis halb vier im Laden, danach aufräumen,
dann ich noch mal mit Bongo zum Strand.
Dann ins Bett. Zufrieden? Und Josef hat schon geschlafen?
Wir haben getrennte Zimmer. Er schnarcht.
Hm.
Wir sind doch Freunde, oder? Ja.
Aber...
Ein Mann wurde ermordet, und ich finde heraus warum.
* Beklemmende Musik *
Ist Ihnen irgendwas aufgefallen an Ihrem Kollegen?
War der anders als sonst?
Oder hatte er Sorgen? Stress mit dem Chef?
Ja? Über was haben Nobu und Josef gestritten?
Hm. Mamas Liebling, nicht?
* Alle lachen. *
Papa böse. * Alle lachen. *
Geht's vielleicht ein bisschen genauer?
Josef hat mal wieder einen Azubi angeschissen.
Nobu ging dazwischen und sagte:
"Wenn Mutti ihn nicht ranlässt,
soll er seine Laune nicht an uns auslassen."
Das fand Josef nicht lustig.
* Geschirr klappert. *
Können Sie das bestätigen, was Ihre Kollegen da sagen?
Ich werde fürs Spülen bezahlt, nicht fürs Quatschen.
Hier! Direkte Verbindung mit der Rechtsmedizin in Kiel.
Frau Doktor, Hauptkommissar Clüver kann Sie sehen und hören.
Guten Tag. Morgen.
Nobu war zum Todeszeitpunkt recht stramm.
2,2 Promille.
Abgesehen von der Schusswunde befindet sich so was hier
an Schläfe ... und Hals.
Können Sie das nicht anders präsentieren?
Wie, soll ich ihm eine Blume ins Haar stecken?
Nein, nein, ich meine nicht Sie.
Woher kommen die anderen Verletzungen?
Von einem Sturz oder von Schlägen.
Todeszeit? Zwischen 2.30 und 4 Uhr früh.
Kaliber? Nicht mein Bier.
8 mm Luger. Gut, das war's erst mal. Danke. Tschüss.
Tschüss. Toll, oder?
Was ist denn an einem Mord toll?
Nee, ich meine das hier.
Sie können schön Ihren Tee genießen und sich die Leichen anschauen.
Checken Sie die Kneipen, die noch auf hatten!
Da kommt nur das Malambu infrage. So ein Strip-Laden.
Wo Sie so verkehren.
Ich war da noch nie drin.
Na, dann dürfen Sie das jetzt mal! Hoch offiziell und von Amts wegen.
Oh! Wenn's sein muss.
* "I Need A Dollar" von Aloe Blacc *
# I need a dollar, a dollar is what I need."
9,50.
Neun?
# A dollar is what I need.
Äh... Haben Sie denn eine Quittung oder einen Beleg?
# A dollar is what I need.
# And if I share with you my story... Stimmt so.
Kennen Sie den? Ja, ich bin von der Polizei.
Norbert "Nobu" Tritschler heißt er. Koch im Josef's.
War ab und zu da. Gestern Abend?
Hier ist eine Nacht wie die andere. Was ist mit dem?
Tot. Ermordet.
Na... Dann genießen Sie mal Ihr Bier!
Das Leben ist kurz.
# I need a dollar, dollar, a dollar is what I need.
Hallo! Ich bin Galina. Aus Sarajevo. Mama Kiew.
Hallo! Ich, äh, bin Hinnerk.
Mama Rostock, Papa auch.
Hinneck? - Ja, oder Hinnerk.
Vorne "H", hinten "r". Schöner Name.
Hinneck.
Lädst du mich ein?
# And all I want is for someone to help me.
27,50.
# I had a job but the boss man let me go.
Da kriege ich aber noch was raus.
Lieber Mann. Oh, schau mal!
Auch lieber Mann. Kennst du den?
Alles lieber Mann.
Der Mann hieß Nobu, und er wurde ermordet.
# Well I need a dollar, dollar...
Entschuldigung.
# ... a dollar is what I need, baby.
# Well I need a dollar, dollar, a dollar is what I need.
Nein. # ... a dollar is what I need. #
Ist ja Wasser. Normaler Sprudel. Da verlangt ihr 27,50 für?
Da kriege ich drei Kisten von. Checker!
Das ist Betrug. Ist dir klar, nicht?
Moment!
Für heute hast du dich genug amüsiert.
Ich krieg noch Wechselgeld ... Freundchen.
* Stöhnen *
So, Leute! Das hat Folgen, das sage ich euch. Ja.
Da könnt ihr euch schon mal so was von warm anziehen! Ks!
Nobu lieber Mann. Hat Streit mit Werner.
Werner mich immer anfassen, aber ich will nicht.
Beide getrunken, Checker schmeißt raus.
Mhm. Und wer ist Werner?
Böser Mann.
Hat Kreuz auf Kopf.
Teufel. Vielleicht hat ER Nobu tot.
Wie meinst du das? Pst!
Wo ist Werner? Wie ist sein Nachname?
Ich nix sagen. Kein Ärger mit Polizei.
Chef sonst böse.
Ja, aber...
Moin. Moin.
* Tür geht zu und wird verriegelt. *
* Klacken *
Hinsetzen! Ah...
* Klacken *
* Stöhnen, Plätschern *
Geht doch!
Noch mal, ich hab nicht verstanden!
Sie meinte, er hätte eine Kette mit Kreuz, aber das Kreuz sei umgekehrt.
Werner heißt der, sagst du?
Ja.
* Handy klingelt. * Oh nein...
Ja! (zu sich) Ich komme.
* Klingeln * Ja!
Gott.
Lund, was gibt's?
"Das musst du dir mal angucken."
"Das passt irgendwie alles nicht zusammen."
Kann mich jemand abholen?
(Lund) Ja.
* Geschirr klappert. *
Heißen Sie Werner?
* Scheppern *
* Sie pfeift. *
Kollege Lund meinte, wir sollten uns das mal anschauen.
Guten Morgen. Hm? Ach so, guten Morgen.
Der Wagen war aus ungeklärten Gründen so am Straßenrand.
Aber zugelassen ist er auf... Bibi Lemberg.
Ähm, ja, das ist die Frau... Die Frau von Josef Wenzel.
Der, wo Nobu gearbeitet hat. Ja.
Wo ist Bibi? Moin.
Moin. Ja, weg.
Und Bongo? Bitte, wer?
Der Weimaraner. Bibi verlässt das Haus nie ohne ihren Hund.
Auf der Rückbank waren Haare und Blut.
Vom Hund? Auf der Windschutzscheibe...
Nicht vom Hund? Die Haare, nicht das Blut.
Hier ist der Test. AB negativ, stimmt's?
Woher wissen Sie das? Diese Blutgruppe hat nur 1 %.
Bibi war immer stolz darauf. Sie kennen sie ganz schön gut, hm?
Na ja... Ja...
Die Hand mal bitte!
Warum wollten Sie eben abhauen?
Nobu und Sie hatten Streit. Ein paar Stunden später war er tot.
Der Wirt aus dem Malambu hat euch rausgeschmissen. Und dann?
Ich hab ihm nur ein paar auf die Mütze gegeben.
Nee. Nee, das glaub ich nicht.
Ich glaube, Sie haben ihn verprügelt,
erschossen und später an den Strand geworfen.
Ich hab dem nur ein paar auf die Mütze gegeben.
Da war der noch lebendig wie ein Fisch.
Und eine Waffe hab ich auch nicht.
Danke.
* Hinnerk seufzt. *
Äh ... die beiden prügeln sich,
Werner ist voll in Rage, ihm reicht das nicht und er drückt ab.
Der Mord an dem Koch war eine regelrechte Hinrichtung.
Das geschah nicht aus einem Affekt, sondern wohl überlegt.
Dem Spüler traue ich das nicht zu.
Dafür ist er viel zu schlicht gestrickt.
Er hat sich mit Nobu geprügelt, aber erschossen hat ihn ein anderer?
Ja.
Josef ist der Kumpeltyp.
Ohne Bibi wäre sein Laden nach wie vor
eine stinknormale Fischbude mit Lachsbrötchen.
Stil, Eleganz, Weltläufigkeit, Nonchalance.
Das hat er alles Bibi zu verdanken. Ohne sie ist Josef gar nichts.
Sie schwärmen ja richtig für sie.
Ich sage nur, dass jemand wie Josef ständig mit der Angst lebt,
dass er nicht gut genug für sie ist.
Hatten Sie was mit ihr? Mit Bibi?
Nein. Aber Sie hätten gerne.
Ja... Sie ist doch viel jünger als ich.
Ach so! Na dann! Nee, klar!
Sorry, mein Fehler!
Moin, Josef. Moin, Sheriff.
Wir haben gehört, zwischen dir und Nobu gab es Ärger.
Ja. Und wenn schon.
Du, der wurde frech.
Nur weil er hier Star-Koch ist, kann er nicht einfach Bibi anbaggern.
Hallo? Du glaubst doch nicht, dass ich deswegen jemand umbringe?
Hast du eine Waffe? Was?
Nein, wozu brauch ich eine? Was willst du von mir?
Wo ist Bibi? Die ist in Hamburg.
Früh mit dem Autozug, kurz nach fünf. Bis vier war hier viel los.
Was will sie in Hamburg? Keine Ahnung.
Frauenarzt, shoppen, ein Termin mit unserem Weingrossisten.
Nach so einer Nacht? Ohne zu schlafen?
Tja, da kannst du mal sehen, Clüver!
Gastronomie ist Krieg.
Und wann bist du ins Bett?
Keine Ahnung. Eben, vor zwei Stunden.
Ich hab noch aufgeräumt, es war schon lange hell, so ... gegen acht?
* Seufzen *
Wir haben Bibis Wagen gefunden. Wo?
An der Straße am Weststrand.
Das kann nicht sein.
In dem Wagen war Blut.
AB negativ.
Von Bibi und Bongo keine Spur.
Und... Und wo ist sie? Wo ist Bibi?
Wir wissen es nicht.
Erst wird mein Koch ermordet, dann der Spüler verhaftet,
und jetzt ist Bibi weg?
Wenn jemand Bibi was tut, bringe ich den um.
Werner ...
... und Nobu ...
... streiten sich wegen einer Stripperin.
Stunden später hängt Nobu mit einer Kugel im Kopf in einer Reuse.
Dass der Spüler ihn erschossen hat, glaube ich immer weniger.
Laut Belegschaft kriselt es zwischen Bibi ...
... und Josef.
Laut Bibi
hat Nobu ihr den Hof gemacht ...
... um es mal so altmodisch ... auszudrücken.
Darüber war Josef gar nicht erfreut,
aber erschießt er deswegen Nobu,
seinen besten Mann und Garant seines Erfolges?
Keine 24 Stunden später finden wir Bibis Wagen.
Leer, von der Straße abgekommen,
von Hund und Frauchen keine Spur, aber von ihrem Blut.
War es Gewalt, oder hat sie sich verletzt?
Preisfrage:
Besteht zwischen Bibis Verschwinden
und dem Mord an Nobu ein Zusammenhang?
Was glauben Sie? * Handy klingelt. *
Clüver? Josef.
Josef, jetzt beruhige dich! Wir kommen sofort.
Man hat sich bei Josef gemeldet. Bibi ist entführt worden.
Ich bräuchte Ihr Handy, bitte.
Wiedersehen, mein Freund!
Hi, Josef! Danke fürs Kommen.
Melden die sich, wissen wir rasch, von wo der Anruf kommt.
Ist das alles, was ihr macht? Nee.
Wir beobachten alle Wege von der Insel.
So einen armen Spüler wegsperren!
Aber einen Mord verhindern, da seid ihr ratlos.
Die wollen Bibi nicht ermorden. Wenn, dann wollen die Kohle.
Kohle? Welche Kohle? Wir haben keine Kohle.
Nur Schulden. Steckt alles im Laden. Gab es schon Anrufe?
Nein, nur die übliche Scheiße. Steuerberater.
* Klingeln *
Soll ich? Ja, klar!
* Klingeln *
Wenzel.
"Gut, dass ich sie direkt erwische. Schröder hier.
Es geht um Ihren Prostata-Vorsorgetermin."
Äh... Äh... Das passt jetzt gerade gar nicht.
Da müsste ich auch mal wieder hin. Rufen Sie morgen noch mal an.
* Klingeln *
* Klingeln *
Wenzel?
Wenzel hier. Wer ist denn dort?
Hallo? Äh... Sagen Sie doch was!
Rufen Sie an wegen meiner Frau?
Tun Sie ihr nichts, bitte!
Ich tue alles, was Sie wollen.
Bitte, Sie müssen mir nur sagen, was ich machen soll!
Sie ist an der Strandung.
Hallo? Sind Sie noch dran?
Nicht auflegen. Ist bei Kampen.
Rufen Sie Lund und Volkmann an, die sollen da sofort hin!
Siehst du was? Nee.
Da ist es!
Hallo? - Ja, habt ihr ihn?
Nee. Nur das Handy.
Da finden Sie nicht viel drauf. Wieso?
Ist ein Wegwerf-Handy. Was?
Was ist los, Feldmann? Nix.
"Äh... Tschüss."
Was war das denn?
Wegwerf-Zahnbürste, -Handy, -Feuerzeug.
Keine 20 Euro.
Die Leute kommen auf Ideen.
Ja, ist ganz gut. Hast du jemanden neu kennengelernt,
kannst du eine Stunde telefonieren,
und wenn es nicht so gut ist, ab in den Müll.
Das passiert dir bestimmt ständig, was?
Ja, sagt gerade der Richtige. Nee, ich hab ja eine Frau.
Außerdem fange ich jetzt an mit Sport.
Ts! "Keine Polizei".
Scherzkekse.
Ja, Bongo!
Wo warst du denn, alter Bursche?
Weißt du, wo Frauchen ist?
Was hast du denn da? Was... Was ist das denn?
Hey! Der Hund ist wieder da.
Und... das steckte in seinem Halsband.
Halt mal kurz! Sitz!
So!
"Eine Million. Details folgen".
Ja, lies weiter!
"Wenn sie mich töten, pass auf Bongo auf! Ich liebe dich."
Ist das Bibis Schrift? Ja.
Das heißt, sie lebt. Sie werden sie töten.
Eine Million. Ich hab das Scheiß-Geld nicht.
* Seufzen *
* Spannungsvolle Musik *
* Polizeisirene *
Flughafen-Verladestation, Fährhafen. Überall stehen unsere Leute.
So ein Aufwand! Finden Sie das übertrieben?
Nein, wir müssen es ja auch tun,
schon wegen der öffentlichen Meinung.
Aber selbst wenn wir 5000 Leute und zehn Helikopter einsetzen,
ist die Chance, das Opfer zu finden, gleich null.
Was? Laut Statistik werden 9 % befreit.
3 % können fliehen,
bei 7 % endet es mit dem Tod, aber 68 % kommen nach Zahlung frei.
Ach, Feldmann!
Was Neues zu Nobu?
Nee. Gar nichts. Auch in Köln, wo er herkam, keine Spur.
Wohl einer von denen, die total für sich sind.
Autark, autistisch, wo man nicht weiß, dass sie leben.
Fast so wie bei dir. Was soll das denn?
Na, du lebst doch auch so völlig autark in deiner Fantasy-Welt,
hast deine Studien und Statistiken...
Hast niemanden, brauchst niemanden, liebst niemanden.
Das stimmt nicht.
Ich wohne doch bei dir. Schon vergessen?
Nee. Hab ich nicht. Chef, ich will wieder allein leben.
Nehmen Sie sie bei sich auf!
Sorry, ich habe schon Besuch. Meine jüngste Tochter. Zeitweise.
Die mag ich gern. Esther und ich können doch zusammenziehen.
Und Sie und Feldmann.
(Josef) Diese Schweine!
Jahrelang schröpfen die dich mit ihren Zinsen,
ohne den Finger krumm zu machen, und dann lassen sie dich hängen.
Denen ist das scheißegal, ob die Bibi abknallen.
* Schnarchen *
* Schweres Atmen *
Auf dich, mein Schatz!
Auf uns!
Und dass der Horror bald vorbei ist.
Ich liebe dich.
* Schweres Atmen *
* Bongo bellt. *
* Bongo bellt. *
(Josef) Bongo!
(Josef) Bongo.
Bongo!
* Bongo bellt. *
* Bongo bellt. *
* Bellen *
* Bellen *
Bongo, komm, auf! Komm!
Äh... Bitte nicht! Nein.
"Wenn du nicht willst, dass deiner Bibi was passiert:
morgen, 16 Uhr, eine Million Euro.
Fahr mit deinem Boot raus! Details für Handy."
Was wollen die ihr denn tun?
Moin, Peter.
Moin.
Das ist die Forderung.
Okay. Ähm ... Tom?
Sie gehen bitte Kaffee trinken, ja?
* Schweres Atmen *
Macht ihr das doch von der Polizei.
Ihr habt doch wohl Geld für Entführungen.
Stellen wir auch nur einen Euro Lösegeld bereit,
was meinst du, was dann los ist?
Dann entführt jeder jeden.
Was soll ich denn machen, Clüver?
Er hat Schulden. Das Geschäft ist bis über die Halskrause verschuldet.
Erzähl mir nichts! Ihr leiht dem doch nicht so viel ohne Sicherheit.
Irgendwo ist da noch Geld.
Gastronomie ist die einzige Branche,
wo noch was ohne Beleg geht.
Siehst du auch so, hm? Ts!
Unversteuertes Geld? Da machen wir uns ja strafbar.
Entweder wir kommen jetzt hier ins Geschäft,
oder Josef posaunt das alles aus.
Der hat nichts mehr zu verlieren.
* Schweres Atmen *
Das reicht ja eh nicht. Wie viel?
Wir haben so...
750. Tausend?
Ja, was denkst du denn?
Jedes Jahr so um die 60 bis 80... Tausend.
Und wir haben kein Geld für neue Computer! Unfassbar!
Ja, aber wir können es nicht rausgeben.
Das ist unsere Sicherheit.
Mach mal einen Punkt! Ihr müsst die rausgeben.
Und ihr legt die fehlenden 250.000 noch oben drauf.
Nein, das kann ich nicht. Und ob!
Und nichts nummeriert oder mit Farbpatronen oder in der Art.
Es geht um ein Menschenleben.
Sei froh, dass sonst niemand unserem Gespräch zugehört hat!
Die ganze Million?
Teufelskerl!
Wie hat er den Erbsenzähler rumgekriegt?
Ich war nicht dabei.
Danke. * Er lacht leise. *
Prost!
Wow! Der ist aber toll.
Mhm. Kompliment!
Sie haben einen guten Geschmack. Und einen teuren.
Was zahlt man dafür bei Ihnen? Wir bieten die Flasche für 980 an.
980?
Ja. Wird gern genommen. Trotzdem ersaufen Sie in Schulden.
Na, na, na!
Ersaufen... Ich stell mir das schon bitter vor.
Wenn man wegen Krediten jeden Euro zur Bank tragen muss.
Tja, so ist das nun eben! Die Banken regieren die Welt.
Laut Auswertungen von Daten zu Lösegeldforderungen
machen sich Entführer vorher immer schlau.
So ein Kapitalverbrechen begeht man nicht mal eben auf gut Glück.
Sprich: kein Geld, keine Entführung.
Ich frage mich: Wenn Sie kein Geld haben,
was wollen die denn dann erpressen?
Genau das frage ich mich auch. Oder haben Sie noch Goldklumpen?
Oder Aktienpakete, von denen die Entführer wissen könnten?
Das wär ja prima!
Das Lösegeld besteht aus 250.000 von der Bank,
und die restlichen 750.000 sind Ihr Schwarzgeld.
Wer wusste noch von dem Schwarzgeld, außer Ihnen und dem Bankbeamten?
Niemand. Ihre Frau.
Bibi hat mit den finanziellen Dingen nichts zu tun.
Sie sind Geschäftspartner. Bibi ist angestellt.
Sie hat ein Monatsgehalt.
Kost- und logisfrei, nehme ich an?
Kost und Logis frei, sehr richtig, und zwar nicht zu knapp.
Und Nobu? Hm, wie, Nobu?
Wusste Nobu vom Geld? Dem würde ich nichts davon sagen.
Sie nicht, aber Ihre Frau.
Hören Sie mir eigentlich zu? Sie wusste nichts von dem Geld.
Also kann sie Nobu nichts gesagt haben.
Ganz abgesehen davon, Nobu und meine Frau, da war nichts. Gar nichts.
Er schmeckt Ihnen doch?
* Spannungsvolle Musik *
Oha. Danke. Das werd ich dir nie vergessen.
Schon gut.
Wegen dem Schwarzgeld... Ich komm sonst nicht über die Runden.
Wir reden später darüber. Jetzt geht es erst mal nur um Bibi.
Es geht nur um Bibi.
Wir hören dich. Wenn irgendwas ist, sind wir sofort bei dir.
* Spannungsvolle Musik *
Was denken Sie?
Ich weiß nicht. Dass man Glück nicht kaufen kann, oder so was.
Da ist meine Frau aber ganz anderer Meinung.
Verstehst du nicht. Du bist nicht verheiratet. Kommt noch.
* Spannungsvolle Musik *
(Josef) Also, hier ist nichts. Kein Anruf.
Und? Noch nichts.
* Sie seufzt. *
Wie wollen die denn hier eine Geldübergabe machen?
So voll auf dem Präsentierteller? Schlau erkannt.
Wie hat er reagiert? Auf das Schwarzgeld?
Ja. Angeblich wusste Bibi nichts davon.
Mit den Finanzen hat die nix zu tun. Aha!
Ich hab übrigens seine Fingerabdrücke sichergestellt.
Er hat mich auf einen exzellenten Scotch eingeladen.
Ich hab sein Glas eingesteckt, prophylaktisch.
Und angedeutet, dass Nobu und Bibi womöglich doch was hatten.
Auch prophylaktisch? Mhm.
Und wie hat er reagiert?
Fand er eher suboptimal.
* Klingeln *
Clüver? Da kommt was.
* Spannungsvolle Musik *
Ja? - "Das Hummernetz am Lister Tief.
Da dranhängen, auf Südwest."
Aber dann wird doch das Geld nass?
"Nur diese Anweisungen befolgen, sonst nichts."
Ich tue, was Sie wollen.
* Möwenschreie *
(Mann) "Und danach zurück zum Hafen, verstanden?"
Aber ...
... dann lassen Sie auch Bibi sofort frei.
(Josef) Versprochen? Tun Sie ihr nichts!
"Nur diese Anweisungen befolgen, sonst nichts."
Das ist direkt hier, oder nicht? Mhm. Da vorn.
Ey!
Das war hier im Müll. Die verarschen uns doch.
Was ist das denn?
"Nur die Anweisungen befolgen..."
Kam das da rein, als wir hier waren? Ist es ferngesteuert?
Gib es zur KTU, die finden das raus.
* Josef stöhnt. *
Habt ihr das gehört? Ich sollte die Tasche an eine Netzboje anbinden.
Klar haben wir das mitbekommen.
Das Handy, das dich angerufen hat, lag da in der Mülltonne.
Nicht wahr!
Die Quietschstimme saß auf der Bank? Nein.
Sie kam von dem Diktiergerät, das mit dem Handy verklebt war.
Ihr macht Witze. Die Sache stinkt langsam gewaltig.
Was heißt das?
Wenn ein paar Meter von uns das Handy abgelegt wird,
wissen die Entführer über jeden unserer Schritte Bescheid.
Das heißt, die sind hier ganz nah bei uns.
Oder sogar unter uns. Wie?
Ob dir das passt oder nicht:
Wir denken, dass Bibi was mit Nobu hatte.
Nein! Warum reitet ihr immer darauf rum?
Deswegen wusste er von deinem Schwarzgeld,
er wollte was abhaben, also musste er sterben.
Wer hat ihn getötet? Ich? Meinen besten Mann? Das ist dämlich.
Bibi betrügt mich nicht.
Das weiß ich. Das spür ich. Theo!
Geh nach Hause! Wie, und ... und ihr?
Wir beobachten das Hummernetz. Irgendwer muss das Geld ja abholen.
Ähm ... Chef? Ja?
Sie observieren Josef.
Wie, jetzt? Ja. Ab sofort.
Wieso ich? Aus demselben Grund wie bei seinen Fingerabdrücken.
Prophylaktisch.
Okay.
Die Küstenwache meldet nichts. Kein Schiff auf 20 Meilen.
Ich hab die Schnauze voll. Komm!
* Beklemmende Musik *
Die Tasche hängt noch dran.
Ah, gut!
Scheiße.
Die haben Taucher hier rausgeschickt, oder was?
Ich hab keine Ahnung.
* Keuchen *
Oh Mann, bist du bescheuert?
Ich hab ganz leise geklopft.
Was macht er? Trinkt seinen teuren Whisky.
Sie haben die Tasche von unten aufgeschnitten.
War ja auch nicht anders möglich. Kann ich jetzt weg hier? Ja.
Ein Glück! Feldmann, Sie übernehmen hier!
Ina, nicht so voreilig! Warten Sie, Sie fahren mich nach Hause.
Hat er schlechte Laune? Ja, scheint chronisch zu werden.
* Ächzen *
* Murmeln *
Das Geld ist weg.
Die Tasche wurde von unten aufgeschnitten.
Taucher? Oder was?
Wahrscheinlich. Anders kann ich es mir im Moment nicht erklären.
Wie auch immer, Hauptsache, die haben, was sie wollen,
und lassen Bibi frei.
Ja.
Was glaubst du? Kommt sie zurück?
Du, ich hab keine Ahnung.
Bibi ist alles, was ich habe.
Ich weiß, ihr beobachtet mich.
* Tür wird geöffnet und geschlossen. *
Legen Sie sich mal hin!
Aber rufen Sie vorher noch mal Feldmann an!
Später. Damit er schön wach bleibt.
Mach ich, Chef.
* Beklemmende Musik *
* Klingeln * (flüstert) Chef?
Nee, Ina hier. Aha.
Ja, äh ... hier steht ein verdächtiger Wagen
auf dem Parkplatz Strandübergang Kampen.
Okay, bin gleich da.
Ja.
Was ist denn verdächtig?
Der Wagen ist vollständig dunkel, aber da drin bewegt sich was.
Hände hoch! - Muss das sein?
Entschuldigung. Ist okay.
Ist ein Versehen. Jetzt mach doch mal zu!
Ja...
Ähm ... Entschuldigung.
Zum Glück war das nicht meine Tochter.
Fahr nach Hause! Ja.
Gute Nacht! Tut mir leid.
* Vibrieren, Klingeln *
Ah!
Oh!
* Stöhnen, Klingeln *
Ja? Wo bist du denn?
Ich bin... Ich war... Ich... Ja, jetzt bin ich ja da.
Und? Nee, der pennt da mit zwei Promille.
Und bei euch? Nee, nix.
Flughafen, Fähre, Hindenburgdamm, alles mäuschenstill.
Da können wir nur warten. Mhm. Gut.
Tschüss. Ja, dann ... tschüss.
* Beklemmende Musik *
* Bongo hechelt. *
* Schnarchen *
* Poltern und Rumpeln *
* Stöhnen *
* Schweres Atmen *
* Klopfen *
* Bedrohliche Musik *
* Wind pfeift. *
Wer ist da?
(Bibi) Ich bin's.
Du? Du musst mir helfen.
Was ist los? Er will mich umbringen.
Wer? Josef.
Er war es. Er hat mich entführt.
Weil er pleite ist. Jetzt hat er das Geld, jetzt wird er mich umbringen.
Komm rein! Komm!
Wo hat er dich eigentlich versteckt?
Im Keller des leer stehenden Hauses am Ellenbogen.
Josef wollte das Haus mal kaufen,
und da hat er sich wohl einen Schlüssel nachmachen lassen.
Ich konnte durch den Lichtschacht entwischen.
Ich weiß nicht, ob er Nobu umgebracht hat.
Aber ich weiß, dass Nobu wusste, dass es Schwarzgeld gibt.
Er wollte wohl seinen Anteil.
Du und Nobu...
Da war nichts?
Im Leben nicht, Theo.
Hat Josef eine Waffe?
Natürlich hat er eine Waffe.
Und am Schreibtisch, da ist ...
... ein Geheimfach.
Oder er hat es hier auf dem Boot versteckt.
(schluchzend) Ich hab solche Angst, Theo!
Du kannst heute Nacht hierbleiben.
Kann ich mal dein Bad benutzen? Ja, selbstverständlich.
Ich richte dein Zimmer her.
* Kaminfeuer knistert. *
* Bedrohliche Musik *
Bibi?
Bibi?
Bibi!
* Handy klingelt. *
* Klingeln *
* Schweres Atmen *
Bibi...
* Stöhnen *
Ach, Scheiße.
* Beklemmende Musik *
Morgen. Guten Morgen.
Wollen Sie einen Kaffee?
Ja. Gern. Danke.
Wenn Sie sich frisch machen wollen oder so, kommen Sie rein.
* Räuspern *
* Bedrohliche Musik *
Ist auch nicht so ein einfacher Job, oder?
Hier geradeaus, dann links.
Da sind die Toiletten. Danke.
So hier in die Landschaft, das wär nicht so gut für Sie.
Ja, das... das...
* Räuspern *
* Motor springt an. *
Hallo? Hallo!
Hallo! Mach doch keinen... Ich... Ich...
* Ächzen *
Scheiße.
* Spannungsvolle Musik *
* Reifen quietschen. *
* Reifen quietschen. *
Josef, steig aus!
Langsam! Hände aufs Dach!
Hände aufs Dach! Was soll das denn, Theo?
Ist Bibi wieder da? Sie WAR da.
Wie, sie WAR? Ina!
Ich verhafte dich wegen des Verdachts,
Nobu erschossen und Bibi entführt zu haben.
Bist du bescheuert? Das ist doch Quatsch!
Abführen! Wo ist Bibi denn jetzt?
(flüstert) Okay, komm.
* Spannungsvolle Musik *
Sein Handy.
Hilfe!
Hilfe!
Oh Mann! Der hat mich eingesperrt.
Draufsetzen, nicht abreißen!
Ina...
* Schweres Atmen *
Hätte ich durch die Tür schießen sollen?
Hast du deine Waffe dabei? Darum geht es nicht.
Warum hast du nicht angerufen? Wollte ich, aber...
Im Fach unterm Tisch ist die Waffe nicht.
Durchsucht den Laden! Wir brauchen die Waffe.
Sie checken das Haus am Ellenbogen, ich gehe zu Josef.
Chef, es tut... Sagen Sie nicht, es tut Ihnen leid!
Wenn Sie die Waffe auf Josefs Jacht finden, oder das Lösegeld,
drück ich vielleicht ein Auge zu.
Ja, so schlimm war's aber auch nicht.
Was sagen Sie da?
Hm... Nichts.
Doch. War schlimm.
* Bedrohliche Musik *
* Beklemmende Musik *
* Klirren, Scheppern *
* Beklemmende Musik *
Frau Behrendsen, kommen Sie mal?
* Josef stöhnt. *
Sag mal, spinnst du?
Was soll denn der Scheiß, Theo? Wo ist meine Frau?
Das wüsste ich auch gern. Sie war gestern bei mir.
Sie sagte, DU hast sie entführt.
Wieso das denn? Um an das Geld zu kommen.
Sie fühlt sich von dir bedroht.
Nee, nee, Theo. Da fall ich nicht drauf rein.
Du bringst uns nicht auseinander. Niemals.
Sie sagte auch, dass vermutlich du Nobu getötet hast,
weil er vom Schwarzgeld wusste.
Ich hab keine Waffe. Bibi sagt, du hast eine.
Und wo soll die sein, bitte schön? Wir finden sie, verlass dich drauf!
* Tür wird geöffnet. *
Was ist das denn jetzt?
Puh!
* Motor springt an. *
Äh...
So eine Scheiße. Hallo?
Hallo, Herr ... äh ... äh...
Machen Sie schnell! Was...
Hallo! * Hupen *
Hallo?
Hallo!
Halt!
Herr... Herr... Herr Lkw-Fahrer!
Hallo, stopp!
Hallo! So!
Äh... Hallo?
So, hier, Kommissar Feldmann, Kripo Sylt.
Und das ganze Dings, mit Lastwagen und Boot, ist alles beschlagnahmt.
Ja, äh... äh... Feldmann hier. Ich brauch sofort einen KTU-Termin.
Ja, bitte!
Sag mal, äh... Ja, wenn gerade was frei...
Und... Hallo?
Hallo?
* Beklemmende Musik *
Das ist die Kugel, die Nobu zwischen die Augen geschossen wurde.
Sie stammt aus dieser Waffe.
Aha!
Die hat Feldmann auf deiner Jacht gefunden.
Ach? Echt?
Und es sind deine Fingerabdrücke drauf.
Und wo will er die gefunden haben? Du hast Nobu erschossen.
Das hab ich nicht, Theo.
Wo will er sie gefunden haben? Es ist nicht meine. Ich hab keine.
Wenn man aufs Vorboot kommt,
gibt es unter der Treppe ein Schränkchen.
Entfernt man die unterste Schublade,
sieht man einen Hohlraum mit einer verdeckten Klappe.
Da habe ich die Waffe gefunden.
Und weißt du, was da noch war? Sag's mir!
Die sind aus der Lösegeld-Summe.
Wo ist der Rest?
Das Schiff sollte laut Papieren mit der Fähre nach Rom
und dann über Land nach Nizza.
Du wolltest dich absetzen, Josef. Wo ist das Geld?
* Schweres Atmen *
Josef?
Kann ich dich mal allein sprechen?
Ich...
Puh!
Gut!
Ich hatte immer Angst, dass sie geht.
Dass sie plötzlich nicht mehr da ist.
Dann aber, vor ein paar Wochen ... meinte sie:
"Komm, Hase! Wir kaufen uns eine kleine Finca auf Ibiza.
Wir züchten Tomaten, und da können uns alle mal am Arsch lecken."
Das waren ihre Worte, so wahr ich hier sitze.
"Am Arsch lecken", so was sagt Bibi sonst nie.
Ich dachte, ich hör nicht recht. Ich hab mich wie verrückt gefreut.
So wie damals, als sie ... als sie Ja sagte.
Die Entführung war ihre Idee, da wär ich nie drauf gekommen.
Die Bank hatte das Schwarzgeldkonto fest im Griff.
Da wären wir ohne Entführung nie drangekommen. Bin ich zu blöd zu.
Sie piekste sich in den Finger und ließ ihr Blut ins Auto tropfen,
damit es nach einem Kampf aussieht.
Sie hat die Handys besorgt usw. Sie hat sich alles ausgedacht.
Sie wusste, du hilfst uns, das Schwarzgeld aus der Bank zu kriegen.
Ich hab das dann versteckt im Boot, wie es verabredet war,
aber als sie nicht wieder auftauchte nach der Übergabe,
wusste ich sofort, dass was nicht stimmt.
Ich sperrte Feldmann ein, weil er mir nicht folgen sollte,
wenn ich nachsehe, ob Bibi im Versteck ist.
Ihr wart schneller.
Vielleicht hat sich jemand drangehängt und bedroht Bibi.
Sie ist in Gefahr.
Sie war bei mir. Sie sagt, sie wird von DIR bedroht, Josef.
Und DEINE Fingerabdrücke sind auf der Waffe.
Chef? Ich müsste Sie kurz sprechen, bitte.
In dem Keller waren Spuren von Bibi, Bongo und einem weiteren Mann.
Er ist vorbestraft und heißt Karlheinz Decker.
Von sonst niemandem, auch nicht von ihm.
Chef, der lügt, ja? Dieser Decker ist sein Kompagnon.
Die beiden haben Bibi zugesetzt.
Josef will hier raus, aber wenn der rauskommt, ist er sofort weg.
Dann hätte er uns seine Sorge um Bibi vorgespielt.
Ja. Er war immer ein großes Show-Talent.
Decker hab ich vor zwölf Jahren verknackt, wegen Drogenschmuggels.
Er wurde von allen nur "Checker" genannt.
Wann ist der raus aus dem Knast?
Na... Vor drei Jahren.
Chef, ich weiß nicht, ob das was zur Sache tut,
aber Checker, so nannte Galina auch den Typen im Malambu.
Ja. Er hat mich rausgeworfen. Rausgew...
Wie lang ist das alles her? Zwölf Jahre.
Checker und Co. brachten das Zeug mit Booten rein,
mit Fliegern, unter Wasser.
Hatten die in der Zeit Kontakt?
Keine Ahnung, er war neun Jahre im Knast.
Wir stehen Schmiere, sonst schmeißt er dich raus.
Ich habe ja dich dabei, du schlägst alle Männer in die Flucht.
(Mann) Es ist zu!
Karlheinz Decker. Checker. Wo ist er?
Der ist nicht da. Wo ist er?
Keine Ahnung. Ich hab ihn zuletzt um zwei oder drei Uhr gesehen.
Dann war nichts mehr richtig los, und ich hab ihn weggeschickt.
Darf ich was ausrichten?
Wir gucken uns ein wenig um.
Von mir aus.
Bibi?
Checker?
Na? Kinderbrause?
* Schweres Atmen *
Probier doch mal!
Nee.
Tatsächlich Bier. Arschloch.
Und? Fündig geworden?
Ist die Insel noch unter Kontrolle?
Ja, Flughafen Hindenburg, dann Lister Hafen.
Feldmann? Au... Augenblick!
Hallo!
Hallo, Hinnerk! Wann du mich zeigen Papa und Mama in Rostock?
Das weiß ich noch nicht.
Dann ich nichts sagen über Checker und Frau.
Wer ist das denn?
Ähm... Galina?
Das ist jetzt echt wichtig.
Wann Rostock, Mama, Papa?
Nächstes Wochenende? Versprechen?
Versprechen.
Lieber Mann.
Was ist jetzt mit Checker?
Heute Morgen um fünf Uhr früh mit liebe Frau weg.
Schöne Paar.
Ganz verliebt, immer küssen.
Wie, wohin?
Weg. Hatte Tasche dabei und schöne große Hund.
Aber nix sagen Chef.
* Leises Lachen * Danke.
Tschüss. Nächste Wochenende? Rostock.
Wer war das denn?
Privat. Die sind um fünf heute Morgen weg. Der Hund war dabei.
Und sie verstanden sich prächtig. Wie?
Ja, äh, total verliebt, mit Küssen und so.
Verliebt?
Na klar! Das Haus am Ellenbogen war Fake.
Die beiden sind ein Paar, noch immer.
Wie damals. Oder wieder.
Ja, und wo sind die jetzt hin?
Verbinden Sie mich mit dem Flugplatz und dem kleinen Sportflughafen!
Checker hat einen Pilotenschein.
Ein kleiner Flieger ist der einzige Weg, von der Insel zu kommen.
* Telefon klingelt. * Sportflughafen Sylt, hallo?
Hier Clüver, Kripo Sylt.
Was? Wer?
Clüver, Kripo Sylt. Befindet sich bei Ihnen ein Paar?
Er ungefähr 1,70 groß, Mitte 40,
in Begleitung einer attraktiven Frau?
Ja.
Und einen Hund haben sie auch dabei, so einen Weimaraner.
Was wollen die? Wo wollen die hin?
Er hat für heute Nacht einen Viersitzer gebucht.
Warum sind die noch da? Der Flieger muss noch betankt werden.
Die beiden dürfen nicht die Insel verlassen.
Zögern Sie alles möglichst lang hinaus! Wir sind unterwegs.
Aber nichts anmerken lassen, ja? Ja.
Wie heißen Sie? Gerster. Martin Gerster.
Martin, ich zähle auf Sie.
Sie schaffen das.
Mo... Moment, sind die gefährlich?
Ha... Hallo?
* Beklemmende Musik *
Die Luftüberwachung einschalten?
Nee. Wenn die abheben, sind die in zwei Minuten in Dänemark.
Ist er das? - Ja.
Okay, komm, Baby! In fünf Minuten haben wir alles überstanden.
Der soll gleich herkommen. - Der muss erst auftanken.
Scheiße.
Wir brauchen nicht viel. - Aber etwas mehr schon.
Geht auch ganz schnell. - Fahr mal den Bus weg!
Schlüssel? - Steckt.
Steigt schon mal ein!
Bongo? Halt, halt! Bongo! Bongo!
Ist genug. - Das reicht kaum bis zum Festland.
Das ist MEIN Bier!
So kommen Sie nirgendwo hin. - Hau ab!
(Bibi) Bongo! Bongo!
Bibi, was ist los? Komm!
Bongo hat Angst.
Dann fliegen wir eben ohne den Hund.
Ohne Bongo fliege ich nicht.
Clüver hat uns schon einmal reingelegt.
Der bringt uns nicht noch mal auseinander.
Ich liebe dich.
* Reifen quietschen. *
(Checker) Fuck!
Keine Bewegung!
Lange nicht gesehen.
Ich erkenne dich nicht wieder, Bibi.
Nobu hat mich erpresst.
Er wusste von dem Schwarzgeld, aber er wollte kein Geld, er ...
... wollte mich.
Wer hat Nobu erschossen?
Ich wusste mich nicht mehr zu wehren.
Ich teile seit Jahren ...
... das Bett mit einem Mann, den ich nicht liebe.
Das ist schrecklich, Theo.
Warum tust du das?
* Schicksalhafte Musik *
Weil ER mich liebt.
Weil er in den dunklen Stunden bei mir war und ...
... weil er ohne mich nicht leben kann.
Und du?
Als ich Karl vor einem Jahr wiedertraf, da...
Da wusste ich plötzlich wieder, wie es sich anfühlt ... zu lieben.
Aber dann kam Nobu.
Aber der war dreister.
Am Anfang hab ich dem nachgegeben,
damit Frieden ist.
Aber er wollte nicht aufhören.
Hab ich nicht mehr ausgehalten.
Dann kam Karl auf den Plan mit der Entführung
und dass ich das Josef vorschlagen soll.
Nur dass wir am Ende das Geld nehmen und abhauen.
Nobu kam dahinter.
Dann hat Karl ihn beseitigt.
Ich wusste das nicht.
Er hat es mir danach erzählt.
Er hat es mir erzählt, als wäre es ein Geschenk.
Um die Fingerabdrücke zu bekommen,
habe ich dem schlafenden Josef kurz die Waffe in die Hand gedrückt.
* Sie schnieft. *
Hallo, Papa!
Das ist übrigens Lukas.
Der... Na, du weißt schon!
'n Abend!
* Männerstimme aus dem Fernseher *
Ah! Chef, Ihre Tochter ist wieder da.
Die will aber zu uns.
Also, zu mir, in meine Wohnung.
Denn die ist ja mit ihrem Freund da, und den mögen Sie nicht.
Und dann meinte Ina, Sie sollen doch zu mir, in meine Wohnung.
Und dann meinten die beiden, wobei, eigentlich meinten wir alle,
ich müsste ja dann zu Ihnen, hierhin.
In Ihre Wohnung.
Tja, so sieht's aus.
Ich gehe zuerst ins Bad.
Ach so! Muss man sich bei Ihnen hinsetzen zum ... zum ...
Ich mach's einfach.
Nacht, Theo!
* Musik *
* Seufzen *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2016
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