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Zulu
* Cover von "Shadowplay" von Joy Division *
Max McLaughlin Tom Franklin
Moritz McLaughlin
Elsie Garten
Als ich neun war, hat mein Bruder eine Kugel abbekommen,
die für mich bestimmt war.
Ich bin Max McLaughlin. Ich bin Polizeibeamter aus den USA.
Natürlich. Elsie Garten. Ich bin die Hauptkommissarin im Bezirk.
Warum hast du mich hierher gebeten?
Ich will, dass du mir hilfst.
Max und Moritz erledigen die Nazis.
* Stöhnen *
Polizei!
Sollten wir ihr Bild an die anderen Reviere verteilen?
Sie könnte uns zum Engelmacher führen.
Bei unserer Begegnung hast du mich um einen Gefallen gebeten.
Ich half dir. - Benutzen Sie mich.
Das tue ich doch längst. - Aber ich habe Verstand.
Und der gehört Ihnen. Warum nutzen Sie ihn nicht?
Elsie Gartens Hoffnung öffnet uns die Tür.
Ist Ihr Name Leopold Garten?
Gekämpft haben Sie also nicht. Nein, Sir. Mein Bruder schon.
Das waren die ersten Amerikaner, die ein KZ befreiten.
Welches denn? Dachau.
Wenn du mir den Namen gibst,
von einem, der gewichtiger war als du,
dann lasse ich dich leben, Bertha.
"Du bist ich und ich bin du.
Zusammen sind wir eins, nicht zwei."
Erinnerst du dich daran?
Natürlich.
Mom hat es uns vorgelesen, damit wir ihre Sprache behalten.
Max.
Ich glaube, sie ist da noch drin.
Leg deine Hand drauf.
Ich schwöre, dass wir immer aufeinander aufpassen.
Ich schwöre, dass wir immer aufeinander aufpassen.
Ich schwöre, dass wir immer alles teilen.
Sogar Süßigkeiten.
Ich schwöre, dass wir immer alles teilen. Sogar Süßigkeiten.
Ich schwöre, dass ich keinem je von unserem Geheimnis erzähle.
Ich schwöre, dass sich keinem je von unserem Geheimnis erzähle.
Ich schwöre es bei Moms Grab.
Ich schwöre, ich ...
Moritz, ich kann das nicht sagen. Ich will dich das sagen hören.
Ich schwöre bei Mom ...
Ich schwöre bei Moms Grab. Sehr gut.
* melancholische Klaviermusik *
* leises Stimmengewirr *
Du hast mir geschworen, kleiner Bruder.
Ich warte auf dich.
Herr Spiel?
Bertha Spiel. Ist das Ihre Tochter?
Nichte.
Es tut mir sehr leid, aber Ihre Nichte wurde ermordet.
Was?
Was hat Bertha genau während des Krieges getan?
Sie ...
Gar nichts. Sie war nicht, nicht mal in der Partei.
Ist Ihnen in den letzten Tagen etwas Ungewöhnliches aufgefallen?
Es war so jemand wie Sie hier. Wie ich?
Ein Amerikaner.
Eine Frau hat ihm den Weg gezeigt.
Ich weiß noch, wie sie hergedeutet hat.
War sie Amerikanerin? Groß? Klein? Blond? Dunkelhaarig?
Jüdisch.
Jüdisch.
Wie alt war sie? Was hatte sie an? Entschuldigung.
Aber ich muss jetzt auf die Toilette. Bedaure.
* Quietschen, Ächzen * Oh bitte.
(Spiel) Au!
Sie war Jüdin, sagen Sie.
Mögen Sie keine Juden? Au!
Vor Wochen hat jemand einen Stein in mein Fenster geworfen,
die sah genauso aus.
Warum sollte sie einen Stein in Ihr Fenster werfen?
An dem Ziegelstein hing ein Zettel.
Wo ist der Zettel?
Ihre Dokumente.
Natürlich.
Was wollen Sie hier?
Ich habe einen Termin. Es hieß, Sie würden informiert sein.
Warten Sie hier.
(Frau) Komm, wir gehen weiter.
Kommen Sie mit. Jetzt.
* Tür wird geöffnet. *
* Er räuspert sich. *
Name? Elsie Garten.
Steht alles da in meinen Papieren.
Beruf?
Polizeibeamtin.
Ich wurde hergebeten. Dazu müsste hier irgendeine Weisung vorliegen.
Legen Sie Ihre Sachen auf den Tisch.
Ziehen Sie sich aus.
Ziehen Sie sich aus.
Das ist wirklich nicht nötig. Es müsste eine Weisung ...
Ziehen Sie sich aus!
Soldat, Soldat,
war es das jetzt?
Gehört das Ihnen? Nein.
Warum haben Sie es dann?
Es gehörte einem ermordeten Mädchen.
Wie ich sagte, ich bin Polizeibeamtin ...
Aber Sie sind nicht dienstlich hier.
In der Weisung würde stehen, warum ich hier bin.
Wenn Sie nachsehen würden ...
Ich befolge alle Instruktionen davon.
Wie bitte? Ich verstehe nicht.
Ich befolge genau die Instruktionen der Weisung,
von der Sie dauernd sprechen.
Den Rest ausziehen.
Ziehen Sie den Rest aus. Nein.
Ziehen Sie den Rest aus!
* Elsie spricht energisch auf Russisch. *
Draußen wartet ein Wagen auf Sie. Willkommen im sowjetischen Sektor.
Spasiba.
Das Hotel ist gleich hier drüben.
Das meinst du?
Entschuldigung.
* Sie lachen. *
Guck einfach nur zu und lerne, ja?
Tagchen. - Hallo.
Wartet hier. - Klar, Chef.
Das Hotel gehört also Dr. Gladow?
Mhm. Alle, die hier drin sind, auch.
Oh, nicht schlecht.
(Marianne) Das Geschäft lief gut diese Woche, was?
(Mädchen) Geht so.
Pass auf, ja?
Na komm, mein Glücksbringer.
Eine fürs Hallo
und die zweite für Informationen. Okay?
* Stöhnen im Hintergrund *
Hallo, Anna. Na, wie geht's? - Morgen, Marianne.
Herr Gladow lässt grüßen. * Tür wird geschlossen. *
(Marianne, gedämpft) Wie geht's denn so?
Hallo.
Tach.
Ich bin hier im Namen von Herrn Gladow.
Ich hab dich hier noch nie gesehen.
Die meisten bemerken mich nicht.
Ich kann sehen, warum.
Ich möchte wissen, ob Sie etwas Interessantes gehört haben.
Mhm.
Von den Amerikanern, von den Engländern, von irgendeinem Kunden.
* Die Frau seufzt und zündet eine Zigarette an. *
Wie heißt denn du, kleine Maus?
Karin. - Karin. Karin.
Glaubst du, Karin?
Ähm, wie meinen Sie das?
Na, an Gott.
Mh-mh. - Ich schon.
Ich lese die Bibel sogar jetzt noch, jeden Tag.
Aber ich habe eine Frage. Eine Frage.
Wieso nennt die Bibel Maria Magdalena eine Sünderin?
Das war eine Prostituierte.
Wie kannst du sündigen, wenn du keine Wahl hast?
Ich interessiere mich nicht wirklich für die Bibel.
Ich möchte nur, dass sie mir erzählen, was sie gehört haben.
Vor zwei Tagen war hier ein britischer Offizier.
Hat mir erzählt, dass er jeden Freitag einen Morgenspaziergang macht
und seine Hemden in einem kleinen Laden in Dahlem
waschen und stärken lässt.
Wie heißt denn der?
Whitlock. Charles Whitlock.
Charles Whitlock.
Und ich glaube, der ist ein General.
Das war's?
* Stöhnen aus dem Nachbarzimmer *
All diese Männer hier und das ist alles, was Sie gehört haben?
Die kommen nicht, um zu reden.
Du hast gesagt, du bezahlst, wenn ich dir was erzähle.
* düstere Klänge *
Man hat immer eine Wahl.
Und das macht sowohl Sie als auch Maria Magdalena zu Sündern.
Nur wenn man wirklich an Märchen glaubt.
* Er spricht Russisch. *
* entfernte Schreie *
25 Millionen Russen
wurden im Großen Vaterländischen Krieg getötet.
Wir halten elf Millionen Ihrer Männer als Gefangene.
Wie ich hörte, haben Sie auf Kommissar Koitkow verwiesen.
An der Sektorengrenze.
Eine mutige Lüge.
Warum bin ich hier?
Das wissen Sie doch schon.
Ich denke, ja, aber ich möchte es von Ihnen hören.
Irgendwo in diesem Gebäude ist Ihr Ehemann.
Sie dürfen ihn jetzt sehen.
Für eine Minute.
Und um ihn wiederzusehen?
Erwarte ich, dass Sie mir etwas geben.
Ich will wissen, warum ein Amerikaner in Ihrem Revier ist,
was seine Verbindung zu Vizekonsul Tom Franklin ist.
Informieren Sie mich mit dem Tonbandgerät,
das Sie bekommen haben.
Dann darf ich meinen Mann nach Hause bringen?
Nein.
Dann wird Ihnen gestattet, ihn fünf Minuten zu sehen.
20 beim nächsten Mal.
Und das Mal darauf eine Stunde.
Und wenn Sie sich schnell entscheiden,
gewähre ich ihm Medizin.
Ist er krank?
Habe ich gehört.
Bringen Sie mich zu ihm.
* beklemmende Musik *
Eine Minute, ohne Anfassen.
Leopold!
Leopold?
Leopold. Ich bin's!
Elsie.
Elsie.
Elsie. Elsie!
Wir dürfen uns nicht berühren.
Elsie, was ... * Husten *
Wir haben nur eine Minute. Guck mich einfach an.
Guck mich einfach an.
Guck mich nur an.
* traurige Musik *
Ich ...
* Schluchzen *
(Izosimov) Eine Minute.
Nee.
Nee.
Nee. Nein. Nein!
Elsie. Leo! Nein!
Lass sie, lass sie los! Leo! Nein!
Lass mich los!
Bleib am Leben, verstehst du?
Verstehst du? Bleib am Leben! Elsie!
Ich bleibe, ich bleibe!
Ich bleibe am Leben! Ich ...
Ich werde leben.
(Gad) Was hat das mit dem Engelmacher zu tun?
Was bedeuten die?
Ich will nicht, dass das jemand hört.
Das ist Hebräisch. Ich weiß.
* Er spricht Hebräisch. *
Jüdisches Blut
wird gerächt.
Wie heißt das, wenn Gott seine Wut auf die Welt loslässt?
Rache.
Jüngstes Gericht? Ja.
Ich habe von einer geheimen jüdischen Gruppierung gehört,
die sich selbst "Nakam" nennt.
Sie wollen Rache nehmen. An wem?
Am deutschen Volk.
Das ist ein Haufen Menschen. Weißt du, wie sie das machen wollen?
Weißt du, wo die stecken?
Aber ich hab Gerüchte über Nürnberg gehört, vor ein paar Monaten.
Nürnberg? Von den Prozessen?
Tausende SS-Gefangene wurden vergiftet, viele seien gestorben.
Und Nakam war dahinter?
So geht das Gerücht.
(Trude) Max. Da möchte Sie jemand sprechen.
Einen Moment.
Hey, das bleibt zwischen uns.
Danke.
Sehen Sie mich an, McLaughlin. Ich begebe mich auf Ihr Niveau herunter.
Gad, hast du Elsie heute gesehen?
Nein.
Na, das nenne ich mal eine unorthodoxe Einrichtung, was?
Na ja, wenigstens ist es hier unten kühl.
Hier führen wir unsere Verhöre, Sir. Und wo Sie Ihre Leckereien lagern.
Ganz recht.
Haben Sie die schon nutzen können? Ja.
Fortschritte? Ja. Und?
Was verschafft uns die Ehre, Sir?
Nun, ich war etwas trinken
mit dem Leiter der Berliner Militärregierung.
Ein alter Kavallerist, dessen irisches Blut gestern gekocht hat,
weil er mehr als unzufrieden
mit den mangelnden Fortschritten bei den GI-Morden ist.
Okay.
Das schlägt schon Wellen bis nach Washington.
Er hat empfohlen, dass ich den Fall den Circle C Cowboys übergebe.
Was Sie ihm ausgeredet haben. Ich musste zu Kreuze kriechen.
Aber ja, er hat eingesehen, dass der Aufbau der deutschen Polizei
von innen heraus durchaus wichtig ist.
Und das bedeutet?
Das bedeutet, dass Sie noch bis August haben.
Dann geht es zurück in die Heimat,
ohne Diplom zur Anerkennung Ihres Sommerseminars.
Aber das würde bedeuten ... Die Vereinbarung enthielt kein Aber.
Was versteht der von Polizeiarbeit?
Ein Colonel müsste einiges ...
Wir brauchen mehr Zeit! Das sind nur noch fünf Tage.
Wir brauchen mehr Zeit.
August. Raus.
Schlafen Sie halbwegs gut, McLaughlin?
Nehmen Sie Ihre Vitamine? Ja, ich nehme meine Scheißvitamine.
Gut.
Hören Sie, da gibt es so eine junge Kellnerin.
Sie ist vielleicht nicht unsere Mörderin,
aber sie ist irgendwie involviert.
Haben Sie sie festgenommen?
Sie wird überwacht.
Großartig.
Ach, richtig, haben Sie George gestern meinen Brief übergeben?
Ja. Und?
Sie hatten recht. Er wurde etwas nervös,
als ich Sie erwähnt habe. Nervös?
Spreche ich undeutlich?
Undeutlich? Nein, nein, nein. Nervös.
Ja. Als wollte er nicht über Sie reden oder so.
Entschuldigung. Ich weiß, wo ich was über Nakam herausfinden kann.
Woher? Na, Kishkes.
Dein Bauch.
Das Scheißhaus ist kaputt. Naheliegend.
Kommen Sie gern bei uns vorbei, wenn Sie sich erleichtern müssen.
Du hast doch gesagt, es war mal ein jüdisches Krankenhaus.
Warum steht es dann noch? Keine Ahnung.
Ich war seit vor dem Krieg nicht mehr hier.
Also arbeiten hier ausschließlich Juden, hm?
Ja.
Als wäre der Krieg nie passiert.
Ist er aber.
Die Synagoge ist da hinten.
Shalom aleichem. Shalom aleichem.
Das ist sie, hm?
Warum zum Teufel haben die Nazis erlaubt,
dass dieser Ort weiter besteht?
Womöglich hoffte die SS, damit zu beweisen,
dass es die Endlösung nie gegeben hat.
Wollen wir?
Scheiße. Sie sind mitten in der Probe.
Eine Probe? Für eine Bar Mizwa, oder?
Ähm, nein, eine Bat Mizwa. Es sind alles Mädchen, sehen Sie?
Wahrscheinlich die erste seit der Kapitulation.
Sie wissen viel über Juden.
Wir sind nicht nur Iren in Brooklyn.
Da drüben ist der Rabbiner.
Gut. Dann geh hin.
Nein. Ist nicht der richtige Zeitpunkt.
Was soll das heißen? Du hast gesagt, dass ist eine Probe, los.
* beschwingte Musik im Hintergrund *
Herrgott.
Sind Sie Amerikaner?
Ist das so offensichtlich?
Sie sehen nicht aus wie ein Soldat.
Ich bin Polizeibeamter, Ma'am.
Und was will die amerikanische Polizei
in einer Synagoge im französischen Sektor?
Nichts Offizielles. Ich bin nur mit meinem Freund Gad hier.
Ist das Ihre Enkeltochter?
Es muss wundervoll sein, so etwas hier zu sehen, heute.
Ein Jude,
der nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.
Entschuldigen Sie mich. Natürlich.
Und? Was hat er gesagt?
Sagen Sie mir, worum es hier geht.
Geht nicht. Dann sage ich auch nichts.
Es ist geheim. Glaube ich.
Okay, stopp.
Du willst es wirklich wissen?
* Er seufzt. * Irgendjemand ermordet Deutsche
und ich glaube, es gibt eine jüdische Verbindung.
Alles klar?
Wieso? Was heißt "wieso"?
Willst du jetzt ein Motiv?
Nein. Wieso haben Sie mir nichts gesagt, oder Elsie?
Ich wurde angewiesen, keinem was davon zu erzählen.
Befehle von denen weiter oben. So ist das nun mal, Gad.
Also, sag Elsie nichts. Was hat dir der Rabbiner erzählt?
Gar nichts. Was heißt hier "gar nichts", Gad?
Er war wütend auf mich wegen der Frage nach Nakam.
Er hat mir gesagt, ich kann hier- bleiben oder nach Palästina gehen,
aber nicht auf Rache aus sein.
Du willst Frieden oder Rache,
aber nicht beides. Ich will keine Predigt, klar?
Du solltest fragen, wo die sind.
Also, geh jetzt wieder rein. Nein!
Nein? Wir haben einen weiten Weg hinter uns.
Ja, und jetzt gehen wir wieder.
Vielleicht morgen, wenn keine Bat Mizwa ist.
* betrübte Musik *
Hallo zusammen.
Morgen.
Alles in Ordnung? Ich bin ein bisschen spät. Entschuldigt, bitte.
Morgen. Alles in Ordnung? Morgen, Karl.
Alles gut? Entschuldigt, ich bin spät dran.
Was habt ihr Blindgänger heute Morgen erreicht?
Wo haben Sie gesteckt?
Astrid und Trude haben letzte Nacht was rausgefunden.
Wirklich? Raus damit.
Wir haben eins von den Bordellen vom Engelmacher aufgespürt.
In einem verlassenen Hotel in Moabit, namens Alt-Bayern.
Mehreren Mädchen ist von einem geholfen worden,
der der Engelmacher sein könnte. Toll. Ist ja toll. Gut gemacht.
Dann legen wir los, ja?
Stacheldraht.
(Gladow) So?
Wir haben mit allen Mädchen vom Alt-Bayern
und der Erichstraße gesprochen.
(Gladow) Stift, bitte.
Dr. Gladow? - Ja, Karin?
Wen kümmert's, was diese Frauen sagen?
Mich.
Weißt du, ganz Berlin ist eine Hurenhaus.
Die Wahrheit erfährt man am besten von denen, die darin arbeiten.
(Karin) Welche Wahrheit? - Karin, Mensch.
Du gehst in die Graustraße 44,
ein Mann mit einem vernarbten Gesicht öffnet die Tür und du sagst ihm:
"General Charles Whitlock of the British Army
carries his own dirty laundry out every Friday morning
over to laundry in Dahlem."
Karin, kannst du das wiederholen?
General Charles Whitlock from the British Army
carries his own dirty clothings out every Friday morning
to the laundry in Dahlem.
Das ist der russische Sektor,
da brauchen wir Papiere, um reinzukommen.
Marianne kennt den Weg vorbei an den Kontrollen
und falls sie doch schießen ... * Er schmunzelt. *
(beide) Auch russische Kugeln fliegen nicht um die Ecke.
Meine Mutter starb bei meiner Geburt
und mein Vater hatte nur sehr wenig Zeit, sich um mich zu kümmern.
Deshalb hat er die Nachbarsfrau gebeten, auf mich aufzupassen.
Sie hatte einen wunderschönen Namen.
Was er nicht wusste, war, dass sie mich behandelt hat wie ihre Hunde.
Ihre Schäferhunde. * Bellen *
Ich wuchs mit ihnen auf, schlief in ihren Käfigen,
aß aus ihren Schüsseln.
Kämpfte mit ihnen.
Verstehen Sie mich nicht falsch, sie war eine sehr nette Frau.
Aber sie war anders.
Auf dem Höhepunkt meiner ersten sexuellen Begegnung,
da habe ich ihr in den Nacken gebissen.
Sie hatte einen wunderschönen Namen.
Und sie hat mir alles beigebracht, über Frauen.
Über das Schäfersein.
Erzählen Sie mir von Ihrer Familie.
Wieso denn?
Wir reden seit einer Stunde vom Engelmacher
und von Prostitution, da dachte ich, das wäre eine schöne Abwechslung.
Na ja, ich bin geschieden,
aber über die ganze Scheiße will ich lieber nicht sprechen.
Ich habe einen Sohn, Jimmy.
Wirklich? Ja.
Wie alt ist Jimmy? Er ist acht.
Wird neun im Oktober.
Und er will Cop werden, wie sein Vater.
Natürlich.
Aber ich hätte ihn gern was anderes machen sehen, verstehen Sie?
Irgendwas Besseres. Er ist schlau.
Das hat er bestimmt von seiner Mutter.
Sie mich auch.
Und Sie haben einen Bruder, nicht wahr?
Habe ich. Moritz.
Richtig, hatten Sie erzählt.
Ich erinnere mich. Die zwei Lausbuben, Max und Moritz.
Was macht er so? War er im Krieg?
Er ist bei der Staatsanwaltschaft.
Was ist er da? Staatsanwalt.
Ein Staatsanwalt und ein Bulle. Bin in dritter Generation beim NYPD.
Mein Vater und Großvater waren Cops.
Also hat Ihr Vater Sie alles über Recht und Unrecht gelehrt.
Auf seine Art.
Stehen Sie und Ihr Bruder sich nahe?
Nicht wirklich.
Entschuldigen Sie mich. Natürlich.
* entspannte Musik im Restaurant *
* Sie murmelt vor sich hin. *
* unheimliche Musik *
* leises Ticken *
* lautes Lachen *
Ja, diese Sirene, die Sie da drüben hören,
das ist Vizekonsul Tom Franklins Frau.
Eine schöne Lache, so ungebrochen.
Ja, sie ist ein Süffel.
Sie meinen, sie ist Alkoholikerin?
Claire? Weiß ich nicht.
Nur, dass sie sehr gerne Martinis trinkt.
Claire?
Ja, sie ist Britin und äußerst britisch.
Hat aber einen Amerikaner geheiratet.
Die Liebe ist blind, richtig?
Tja, ich denke, ich muss dann wirklich los.
Haben Sie vielen Dank.
Kein Problem, Partner.
Wir sehen uns morgen gegen acht.
Dann gehen wir die Engelmacher-Sachen mit allen durch.
Hey,
stimmt was nicht?
Nein.
Ich dachte nur, vielleicht sollte ich mitkommen,
wenn Sie das nächste Mal den Vizekonsul treffen.
Franklin? Ja.
Vielleicht kann ich ja nützlich sein.
Sicher. Wieso nicht?
Na dann, gute Nacht.
Nacht.
Das ist einfach gigantisch. Entschuldigung.
Charmant.
* ernste Musik *
Danke,
dass ich hier schlafen kann.
Klar. Bis du was Neues findest. Hm?
Warum hast du ihr gesagt, dass es keinen Gott gibt?
Weil ich nicht denk, dass da einer ist.
Warum nicht?
Warum würde ein Gott so was zulassen wie diese Hölle?
Und was ist,
wenn das hier jetzt eigentlich der Himmel ist?
Was ist denn, wenn die Hölle was ist, was du dir nicht mal
im Entferntesten vorstellen kannst, hm?
Was weißt du denn schon, kleine Karin aus Neukölln?
So, in ein paar Stunden müssen wir aufstehen.
Träum was Süßes, von sauren Gurken.
(weinerlich) Du auch.
Na komm.
Komm her.
Na komm.
Kleine Karin aus Neukölln, hm?
Alles gut.
(Mann) Oh, wollen mal sehen.
(Mann 2) Die ist alle. - Ja.
Was haben wir denn da?
(Mann 1) Das klitzekleine Spinnlein. - Yeah.
Einen Whisky, bitte.
Ja, Sir.
* Männerlachen *
Yeah.
(Mann 2) Wir machen uns einen schönen Abend.
(Mann 1) Und sie wird sich an nichts erinnern.
* Lachen * (Mann 1) Ich darf diesmal zuerst.
Du warst letztes Mal dran. Lass mich heute.
(Mann 2) Das wird ein Spaß.
Verdammte Schweine! Du, verpiss dich hier.
Claire.
Ich bin es, Max. Ich bringe Sie nach Hause, okay?
(leise) Gehen wir. Alles klar, gehen wir.
Und wieder in einem Auto.
Mal sehen, ob ich mich diesmal benehmen kann.
Ich möchte mal ziehen.
* ruhige Musik *
Wünschen Sie sich manchmal eine Handvoll Dynamit,
um damit die ganze Nacht in die Luft zu jagen?
Ich bringe Sie nach Hause.
Nach Hause.
Fahren wir nach Hause.
Kommen Sie, auf geht's.
Alles klar. Ich hab Sie. Okay.
Ich hab Sie.
Und dann küsste er mich.
Und ich versuchte, zu entkommen.
Aber ich liebte das Gefühl seiner Hände auf meinen Hüften.
Also schloss ich meine Augen
und wartete darauf, dass die Nacht explodiert.
Danke, dass Sie mich gerettet haben, Mr Max.
Sie sind ein Engel.
In einer Stadt voller dreckiger Hunde.
* Haustür wird geöffnet, er atmet scharf ein. *
Claire. Mir geht's gut.
Lass mich dir helfen. Mir geht's gut.
Ich will dir nur helfen. Lass mich dir helfen.
Okay. Alles klar?
Heb deine Hände hoch.
Deine Arme.
Still halten. Okay.
So ist's gut.
Ah, da ist sie ja.
Gleich haben wir es. Fast geschafft.
* sanfte Musik *
Claire?
Claire?
Claire?
Danke.
Möchten Sie einen Absacker, Sir?
Klar. Ich bin gleich da.
Natürlich.
* Stimmengewirr, Musik *
Scheiße.
Ich wusste nicht, dass hier Tunnel sind.
Es gibt überall einen Tunnel.
* Ächzen *
Willkommen im russischen Sektor.
* spannungsvolle Musik *
Ah, hier ist es.
Ja?
General Charles Whitlock of the British Army
carries his own dirty clothes out every Friday morning
to the laundry over in Dahlem.
Vielen Dank.
Das war's? - Mhm. Los.
* unheilvolle Klänge *
(Mann) Halt!
Wir haben keine Papiere. - (Mann) Halt!
Und jetzt?
Jetzt, jetzt rennen wir. Los, komm, hier.
* Schüsse *
Au! * Ächzen *
* Schüsse *
Marianne! Komm.
Ich hab dich. * Schmerzenslaut *
* Keuchen und Ächzen *
Ich fühl mein Bein nicht.
Wir müssen weiter! * russische Stimmen *
Runter!
(Karin) Wir müssen weiter. Wir müssen weiter.
* Ächzen, spannende Musik *
* lautes Klopfen *
(Karin) Wohin mit ihr? - Was ist passiert?
Hat euch jemand verfolgt? - (angestrengt) Wohin?
Ganz langsam. Leg sie mit dem Oberkörper auf die Bahre.
Was ist denn passiert? * Karin ächzt. *
Eine Handgranate und Marianne wurde angeschossen.
Wir haben die Informationen noch überbracht.
Und es ist euch niemand gefolgt?
Antworte mir. Hat euch jemand verfolgt?
Nein.
Ich denke, Sie sollten sich jetzt um Marianne kümmern.
* angespannte Klänge *
Hier, drück auf die Wunde. Fest. Ich bin gleich da.
* Marianne stöhnt. *
Du hast mich mit deinem eigenen Körper beschützt.
Karin, ich hab was Schreckliches getan.
Vor drei Jahren, da ... - Du willst es mir gar nicht sagen.
Weil du wieder gesund wirst. - Da war so eine Schule und ich ...
Nimm die Pinzette, zieh alle Splitter raus, die du finden kannst.
Nun mach schon, los.
Warum interessiert sich die Polizei für Nakam?
Tut sie nicht. Ich will nur ...
Lügen Sie uns nicht an.
Tue ich nicht.
Ich suche nur meinen Bruder
und ich glaube, er hat Kontakt zu Ihnen aufgenommen.
Warum sollten wir Ihren Bruder kennen?
Weil Sie beide Nazis töten.
Ein kleiner Stoß.
Stärkt das vielleicht Ihr Selbstbewusstsein?
Was wollen Sie?
Ich hatte gehofft, Sie helfen mir, meinen Bruder zu finden.
Warum sollten wir Ihnen helfen?
Weil Sie besser sind als die, die Sie töten. Deswegen.
Wir sind viel schlimmer. Ach ja?
Warum unterhalten wir uns denn dann noch?
Ich habe Ihren Bruder getroffen.
Dreimal.
Wo?
Das erste Mal auf einer Bank im Tiergarten.
Er hatte von uns gehört, durch jemanden von der Jüdischen Brigade.
der britischen Armee.
Was wollte er?
Namen von untergetauchten SS-Offizieren und Lageraufsehern.
Warum suchen Sie ihn?
Weil er nicht gesund ist.
Wer ist das schon?
Er tötet unschuldige Menschen.
Kinder.
Ich hab's gesehen und ich will ihn aufhalten.
Eines Nachts vor vier Jahren
lief ich durch das Ghetto von Vilnius.
Da saß eine Mutter an einer Straßenecke
mit einem schreienden Kind im Arm.
Ich ging zu ihr hin und dann sah ich,
die Frau war tot.
Doch das Kind hörte nicht auf zu schreien.
Die ganze Welt hat weggesehen, während wir starben.
Sie haben kein Recht, Ihre Augen jetzt von mir abzuwenden.
Wir fliehen nicht nach Palästina, um uns eine neue Heimat aufzubauen.
Wir bleiben hier,
um unsere Toten zu rächen.
Indem Sie mit Ziegelsteinen mit Botschaften auf Hebräisch werfen?
Der Feind soll in Angst leben, bevor wir ihn töten.
Bei allem gebotenen Respekt,
es ist unmöglich, diesen Krieg zu gewinnen.
Ich gebe herzlich wenig auf Ihre Meinung.
Und übrigens, ein Jude, der nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.
Sie sagten, Sie hätten meinen Bruder dreimal getroffen.
Das letzte Mal war vor einer Fahrradwerkstatt,
wo sich eine Aufseherin aus Ravensbrück versteckt hat.
Und das zweite Mal? In einem Apartment,
Grüntaler Straße, französischer Sektor.
Wir haben ihm das Gift zur Verfügung gestellt.
Welches Gift?
Wollen Sie, dass ich ihn aufhalte?
Warum führen Sie mich dann zu ihm?
Das tue ich nicht.
Ich führe Sie auf seinen Weg.
Ich will, dass Sie sich ihm anschließen.
Sie werden mich nie wiedersehen.
Macht ihn los.
Ich denke, sie wird überleben.
Wir sind fast gestorben
beim Überbringen dieser wertlosen Information.
Wertlos?
Was für dich wertlos erscheint, kann für andere sehr, sehr wertvoll sein.
Vergiss das nie.
Was ist zum Beispiel, wenn jemand diesen Charles Whitlock nicht mag?
Wenn jemand Charles Whitlock töten will?
Dann können solch scheinbar nutzlose Informationen,
wie wann wer wo seine Wäsche wegbringt, plötzlich Gold wert sein.
Weißt du, die Alliierten haben langsam genug voneinander.
Ich glaube, dass die Besatzung bald ein Ende hat.
Aber Osten und Westen werden bleiben.
Weil diese Stadt ein Mahnmal ist für das, was geschehen ist.
Und ein Versprechen, dass so etwas nie wieder vorkommt.
Und eine geteilte Stadt
hat stets Bedarf nach einer ganz speziellen Ware.
Information. - Genau.
Und ich werde beide Seiten mit allerbester Ware versorgen.
* spannungsvolle Klänge *
* getragene Klänge *
* düstere Klänge *
"Ich schwöre, dass wir immer aufeinander aufpassen."
"Ich schwöre, dass ich keinem je von unserem Geheimnis erzähle."
"Ich schwöre bei Moms Grab."
* dröhnende unheilvolle Klänge *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020
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