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Die Haut ist das größte Organ des Körpers.
Und der Tastsinn,
die Fähigkeit, Berührung zu spüren,
ist das Erste, was sich beim Embryo entwickelt.
Und der einzige Sinn, ohne den der Mensch nicht überleben kann.
Weißt du, Antonio in Griechenland... - Ja?
Wir könnten eine Woche lang sein Haus haben, wenn du möchtest.
Bis dahin kannst du mich in dringenden Fällen anrufen.
Maman, wo sind meine Fußballshorts?
Die hab ich gewaschen, warte, ich hol sie dir.
Danke.
Nein, lass das, gib her!
Marie-Claire, denkst du an das Abendessen?
Muss ich da wirklich mitkommen?
Ja. Es geht um unsere Altersvorsorge.
Ich komm nicht mit.
Ich vertraue dir,
wir teilen doch sowieso und werden zusammen alt, oder?
Na gut, dann geh ich allein.
Schönen Tag.
Meine Große. - Tschüss, Papa.
Schönen Tag. - Schönen Tag.
Tschüss, mein Sohn!
Guten Tag!
Das elementare postsynaptische Potential, das heißt:
Die synaptische Antwort
entspricht der Aktivierung eines einzelnen Kanals.
Dieser Kanal
öffnet sich durch Neurotransmitter und leitet das Signal weiter.
Ist das soweit klar?
Es gibt Reaktionen der Zellen auf verschiedene Stimulationen.
Auch sexuelle?
Unter anderem sexuelle, ganz recht.
Entschuldigung, sind Sie in diesem Kurs eingeschrieben?
Als Gasthörer. Ich bin Doktorand.
Doktorand, aha... - Literatur.
Und haben Sie sich verlaufen? - Schon möglich.
Salut! - Hey! Salut.
Ist der Laden neu? - Neu und sehr trendy.
Und schnell, hoffentlich. - Entspann dich.
Deine toten Hautproben werden brav im Labor auf dich warten.
Macht nichts, das trink ich. - Was genau feiern wir?
Meine Rückkehr zur Arbeit.
Mathilde, du hast nie damit aufgehört.
Offiziell bin ich seit drei Monaten depressiv,
aber eigentlich bin ich nur stinksauer.
Ich will mich nicht mehr auf der "Depression" ausruhen,
weil ich mir gesagt habe, D. hat mich zwar abserviert,
aber die letzte Freude wird er mir nicht nehmen: die Arbeit.
Heute kehre ich frisch und frei offiziell an den Arbeitsplatz zurück,
denn D. wurde auch von seiner "Fickfreundin" abserviert.
Oder anders gesagt: seiner fetten Halbtagskassiererin.
Mann, dir geht es wirklich besser. - Und ob!
Beute auf zwölf Uhr.
Oh... Trendy, auch für Frischfleisch.
Sag, hattest du nicht einen vielversprechenden Start mit...
Clark?
Simon!
Bin ich nah dran? - Steeve!
Ja, das ging gut los mit uns beiden, könnte wirklich was werden.
Ich bin verändert, nicht wahr? Erkenne mich selbst kaum wieder.
Ehrlich gesagt: Augenaufschläge für die Kerle,
der Wein... ganz die Alte!
Mach's mir nicht mies.
Ich trinke wirklich weniger seit ich mit Simon... Steeve!
Nein, wirklich! Ich sage dir, das ist erst mein zweites Glas.
In zehn Minuten. - Nein, in der ganzen Woche.
Und wir haben Dienstag.
Und du?
Verspritzt du wieder dein Gift auf die Studenten?
Ich versuche, mich zurückzuhalten. Immer dieselbe Geschichte,
wir suchen Gelder für die Forschungsprojekte.
Sie haben angebissen.
Und was ist mit deinem Simon?
Nicht Simon, Steeve.
Nur die Ruhe, vielleicht führt das ja zu nichts mit Steeve.
Nein. Ich bin da jetzt vorsichtiger, was ich will, ist eine Familie.
Ich verstehe nicht: Hast du "Familie" gesagt?
Ich bin 45. Ich brauche Stabilität. - Und Abstinenz.
Naja. - Alkohol.
Unsinn, mein Alkoholkonsum ist gesund und erholsam.
Und Marihuana? - Erholung.
Antidepressiva. - Heilsam und vorübergehend.
Du vergisst die Anxiolytika. - Verdammt, Mathilde!
Trinken die Damen ein Glas mit uns?
Ja, warum nicht? Die Sonne scheint, es ist Wochenende.
Ja, klar, oder Dienstag und Mistwetter.
Mathilde. - Joseph.
Äh, Marie-Claire. - Louis.
Sind Sie Franzose? - Ist das wichtig?
Pardon?- Er ist sehr empfindlich mit seinem Akzent.
Wer empfindlich ist, sollte sich nicht mit Mathilde anlegen.
... Joseph geht allerdings auch keinem Streit aus dem Weg.
Das könnte also passen. - Also ist er Franzose?
Ah. Also auch streitlustig? - Vielleicht...
Nein! Marie-Claire! Ich hab bloß gefragt,
woher er den beschissenen Akzent hat.
Dass er Franzose ist, hört man doch.
In Quebec gibt es auch Idioten, aber nicht solche.
Ich gebe zu, ich bin fast Franzose,
ich lebe seit sieben Jahren dort drüben.
Fein. Wir sollten gehen, mein Quebecer, komm!
Eine gute Idee. Und immer schön weitergehen!
Bis zum anderen Ufer, in Frankreich, wo ihr hingehört!
Hey. Hey, ho, sch, sch... Wie gut, dass ich Steeve habe!
Oh!
Ist schlecht gemischt.
Du machst viele Fehler bei den Konjugationen, Virgile.
Du musst die Karte sofort hinlegen! - Ja, okay, okay!
Gute Nacht.
Halt, halt, halt, halt!
Nicht besonders subtil.
Wenn du darauf bestehst.
Aber ich mach nicht alles allein.
Sch, sch, sch.
Du sprichst von der Haut, der Liebe und der Lust.
Was ist das Kerninteresse, das dich antreibt,
dem du Jahre deines Lebens widmen willst?
Ich würde wirklich gern mit Ihnen arbeiten.
Kein überzeugendes Argument.
Ich möchte den Mechanismus der Liebe
an der Reaktion der Hautzellen erforschen.
Das ist ehrgeizig!
Du nimmst an, dass Zellen unterschiedlich reagieren,
je nachdem, wodurch sie stimuliert werden,
durch Liebe oder Lust?
Ja. Ich bin sicher. Sie nicht?
Forschung ist was anderes als Meinung. Was hast du vor?
Steht alles in meinem Entwurf.
Gute Gedanken, Ideale, moralische Ansprüche, das reicht nicht.
Entwirf eine konkrete Forschungsreihe und
komm dann noch mal, okay?
Aber sehr interessant!
Die Lust ist dermatologisch noch kaum erforscht.
Ich könnte Hilfe bei den Korrekturen brauchen.
Angers? - Ohne mich.
Hör zu, die Tagung wird wunderbar!
Das wird sie dann bestimmt auch ohne mich.
Marie-Claire. Ich brauche ein paar Leute, wir sollten...
... unser Gesicht zeigen... - Ja.
... unsere exorbitanten Gehälter rechtfertigen.
Ich habe ein neues Forschungsprojekt. - Ja?
Sofia Bukowski.
Kennst du sie? - Ja.
Eine brillante Studentin.
Also während alle Welt sich mit Karzinomen beschäftigt,
wage ich mich auf ein neues Feld. - Und was ist mit... Korrekturen?
Marie-Claire?
Marie-Claire, bist du oben?
Ich hab Katou auf der Straße getroffen, ohne Fahrradhelm.
Tolle Erziehung.
Adam nicht da?
Er ist in New York, mit Virgile, wie jedes Jahr.
Ach ja, Jungsausflug zu dieser klassischen Ballettaufführung.
Fußballspiel, ja.
Und du hast ein Date?
Achtung, heute Abend: ein Pavian, 1,85 m groß, Italiener, grüne Augen.
Wer weiß, der Mann meines Lebens vielleicht.
Der Vater der ganzen Kinder, die ich dann aus Liebe gebäre.
Was ist das mit der Familie?
Seit wann hast du was für Kinder übrig?
Kinder hab ich schon immer geliebt! - Ist das so?
Katou und Virgile waren sechs und
du konntest dir noch immer nicht ihre Namen merken.
Du warst mit... - Sprich seinen Namen nicht aus!
Ich möchte eine Familie. - ... aus Trisomie-Kindern. Mit 45!
Hey! Was das angeht, ist bei mir alles normal. - Normal!
Ich muss jetzt los.
Man muss sie warten lassen, aber nicht zu lange.
Genau die Zeit, die es braucht. Er war so wild darauf. Ciao.
Nicht übel, oder?
Und das ist auch nicht übel.
Willst du was trinken?
Bitte sehr.
Guten Abend. - Hallo.
Ich hätte gern einen Mojito, bitte. - Sehr gern.
Ich war überrascht.
Du hast dich gemeldet.
Ich habe ein Forschungsprojekt und
ich brauche ein Versuchskaninchen.
Hier. Sehr zum Wohl.
Gut.
Einverstanden?
Natürlich.
Tolle Aussicht, oder? - Ja.
Für das Experiment. Es ist ein Experiment.
War dir das nicht klar?
Das war kein Witz?
Was hast du damit vor?
Du nimmst Hautproben?
Einverstanden?
Vielen Dank für die Mitarbeit.
Also es ist wirklich ein Experiment, und dann gehst du wieder?
Im Grunde gehört alles zum Experiment.
Und was erforschst du genau?
Das ist kompliziert und vertraulich.
Kann ich dir was anbieten?
Was hast du im Angebot?
Zum Trinken oder Experimentieren?
Wenn du mir die Wahl lässt, definitiv: Experiment.
Ich will dich nackt vor dem Fenster sehen.
Das wäre fantastisch.
Möchtest du mir helfen?
Nein.
Fang mit den Schuhen an.
Also?
Das ist sehr erregend.
Bist du Exhibitionist?
Ein bisschen.
Und du?
Überhaupt nicht.
Das war sehr schön.
Katou?
Kommst du um diese Zeit nach Hause?
Aline hatte vergessen, dass ihr Wettkampf so früh anfängt,
also... ihr Vater hat mich vorbeigebracht.
Ich hab noch Hausaufgaben. - Du musst auch mal schlafen.
Und wo willst du hin?
Ins Labor.
Am Samstag?
Ja, ich habe gerade viel Arbeit.
Ich mach mir 'n Kaffee und bin dann weg.
Ich hab mit Ludovic geredet.
Ludovic?
Ach, schon gut.
Laut der Dermatologen...
reagieren die Pacini-, Meissner- und Ruffini-Körperchen,
sowie die Merkel-Scheiben
auf Druck,...
Vibration...
und Temperatur in der Haut und...
übertragen diese Informationen an das Gehirn.
Aber wie schleichen sich bei dieser Übertragung
Verlangen, Lust, Liebe ein?
Bis heute wissen wir das nicht.
Hallo.
Danke.
Was hast du da?
Äh, einschneidende Sparmaßnahmen.
Marie-Claire hat beschlossen, dass wir jetzt die Laborratten sind.
Darf ich mal? - Klar.
Wie war's? Das Spiel in New York?
Ach, sie haben verloren.
Ja, hab's in den Nachrichten gehört. Wie furchtbar, ihr Ärmsten!
Schon gut, ich räum den Wein für dich weg. - Ah! Vielen Dank!
Wolltest du auch einen?
Warum ziehst du deinem Mann die Haut vom Körper?
Ein neues Experiment.
Gut, dass du mir nichts erzählt hast, es interessiert mich überhaupt nicht.
Wir stören dich doch nicht etwa, wir haben nicht mal geredet!
Lass sie!
D. hat 'ne neue Flamme.
'Ne andere fette Kassiererin, die gleiche Oberweite.
Ist doch normal.
Zweimal hintereinander, was ist daran normal?
Diesmal scheint es ernst zu sein.
Aber ihr seid nicht mehr zusammen. - Na und? Eine Kassiererin!
Okay, Frau Statistik, wie lange dauern Affären im Durchschnitt?
Drei Monate. - Na bitte. Drei verschwendete Eisprünge.
Bei dir sind eh nur noch ein Dutzend Eier übrig, halb vertrocknet.
Ja, du hast leicht reden. Die perfekte Marie-Claire.
Immer exakt auf Erfolgskurs, und ich quäle mich auf Umwegen.
Keinen Mann, keine Kinder, keine Beziehung, keine Familie.
Nein, ich nehme einfach alles nur für ein gutes Gefühl.
Und ich vögle einfach alles, was mir in die Finger kommt.
Gasthörer sind heute nicht zugelassen,
wir schreiben einen Test.
Hier ist die Arbeit, von der ich sprach, erinnern Sie sich?
Ja, ich erinnere mich.
Ich habe gesagt, dass ich keine Zeit habe, sie zu lesen.
Lesen Sie das Titelblatt, nur das Titelblatt,
und Sie werden nicht mehr aufhören können.
Und wenn nicht, ich habe einen guten Schredder.
Mach nicht zu viel drauf, es ist schon genug.
Was redest du da? Es braucht ein bisschen mehr.
Der Boden muss bedeckt sein, und gut.
Sieh mal, Marie-Claire, was denkst du?
Was Bösartiges?
Nein, das nennt sich Seborrhea, ist gutartig, mach dir keine Sorgen.
Ja? Danke. - Und? Wie geht's deiner Freundin?
Welcher denn? - Mathilde natürlich, wer sonst?
Das letzte Mal hab ich sie kaum erkannt!
Sie sah schrecklich alt aus. Und sie war doch immer so hübsch!
Und alles, was sie geil macht, sind Hautproben.
Aber... der Kerl... im grauen Jackett, mit dem Bart,
wäre der auch für reale Hautkontakte zu haben?
Ich meine mit was anderem als mit Gummihandschuhen,
mit seinen Händen zum Beispiel? - Charles? Niemals.
Ja? Warum nicht? - Der ist viel zu soft für dich.
Soft.
Na klar. Das ist es doch, ein Softie,
ich brauche jetzt einen ruhigen Typ, um eine Familie zu gründen.
Was ist denn aus dem anderen Kerl geworden, wie hieß der noch?
Ach, Jérôme. - Jérôme, wie konnte ich so vergesslich sein?!
Das ist vorbei. - Schon?
Ja.
Was trinkt ihr? Haben alle was? Was möchtet ihr trinken?
Adam. - Adam.
Ich seh mal nach Katou.
Oh, meine Liebe, keine Sorge, ich vertrete dich.
Und sie wartete auf dem Bett. Echt wahr.
Entweder ich mache Liebe oder ich denke nach,
beides gleichzeitig geht bei mir nicht.
Ciao Adam, es war super! - Bis dann.
Komm, wir gehen noch irgendwo hin, einen trinken.
Raus. Nein, kommt nicht infrage, Schluss, raus mit euch, aber schnell.
Und macht die Tür hinter euch zu, Leute!
Klappe zu.
Wow!
Nicht subtil.
Nein, total blau.
Und damit beende ich das heutige Seminar, vielen Dank.
Emile, könnte ich dich bitte kurz sprechen?
Was soll das?
Glaubst du, eine Frau wie ich lässt sich mit Worten verführen?
Eine Wissenschaftlerin, 20 Jahre älter als du?
Absolut. Worte können alles.
Auf gar keinen Fall.
Ich nehme mir die Freiheit...
Ich bin hier Prof und nicht frei. Und selbst wenn es so wäre...
Ist es, weil ich schwarz bin? - Absolut.
Absolut? Spielen wir jetzt mit Worten?
War ich jetzt klar genug?
Ich könnte noch klarer werden.
Wann immer Sie wollen.
Haben wir noch Korrekturen? - Ja, es sind jederzeit welche übrig.
So ein Mist.
Das ist verrückt!
Okay.
Okay.
Okay.
Na, dann viel Spaß beim Sortieren! - Danke. Na toll.
"Der Zucker in deiner Haut vergärt in meinen Adern und
bringt mich ab von meinem Weg.
Ich finde mein Bett nicht mehr, und sehe deins überall.
Ich bin ein Wald, im Eis erstarrt,
der sich verbeugt, bevor er zerbricht.
Ich habe solche Lust, loszulassen.
Ich widerstehe.
Und mein Herz ist überzogen mit Eisenkrallen.
Aber da ist der Hauch deines Atems.
Und jeder Bahnhof trägt deinen Namen."
Sehr gut, präparieren Sie die Zellen, ich komme gleich wieder.
Schauen Sie.
Überraschend, oder?
Ich sehe da keine Korrelation.
Empirisch gesicherte Fakten oder Ihre Meinung?
Guter Punkt. Meine Meinung. - Also ich glaube, es gibt eine.
Aber wie Sie glaube ich, dass es das Wichtigste ist,
unsere Annahme zu beweisen.
Ich werde beweisen, dass die Liebe existiert und
in der Reaktion der Hautzellen nachweisbar ist.
Ich muss los. Und werde da dranbleiben.
Dein Projekt?
Wir tasten uns vorwärts.
Zum Ruhm für das Institut.
Na, na, wir wollen nicht gleich übertreiben.
Ihr Ziel ist die Autopsie der Liebe.
Oh. Ich bevorzuge die Magie der Liebe. Gehen wir essen?
Ich kann nicht, ich bin verabredet.
Ein Rendezvous?
Du überschreitest eine Linie.
Jeder theoretische Rahmen braucht mal Erweiterung.
Unser Rahmen ist praktisch.
Ich hasse Weibsbilder wie dich.
Ich mag sie lieber eifersüchtig, abhängig und besitzergreifend.
Ich zwinge dich zu nichts. Du kannst jederzeit Nein sagen.
Schönen Tag noch.
Ciao.
Ciao.
Warte, bin gleich wieder da.
Verdammt!
Komm her. Hier geht's lang.
Ich gehe wieder.
Müssen wir wirklich alle brav an einem Tisch sitzen und
zusammen essen, was Oma gekocht hat?
Was stört dich daran, dass alle an einem Tisch sitzen?
Es ist blöd. - Und was wäre dein Vorschlag?
Ich weiß es:
Jungs knutschen.
Welcher Junge, Katou? - Hör auf. Halt die Klappe, Virgile!
Hey, deine Sprache, Katou! - Was für ein Junge, Katou?
Es stimmt ja nicht. Und wenn schon, was kümmert es dich?
Du bist voll krank. - Nein, du bist krank.
Auf jeden Fall zu hässlich, dass dich jemals ein Mädchen küsst.
Ich bin lieber hässlich als mit Schlampen wie dir abzuhängen.
Hey, hey. Hört auf euch zu zanken!
Und, gibt es einen Jungen? - Nein.
Wo willst du hin?
Du meinst: "Wo willst du in dem Kleid hin?"
Das ist kein Kleid für Mütter, du trägst es nie.
Du bist die schlimmste Mutter.
Oh, nein, nein, nein, nein. Ich habe die schlimmste Mutter.
Ich hab's dir schon gesagt: Ich geh zu Aline.
Du hörst mir nie zu.
Und für Aline ziehst du dich so an?
Ich bin nicht normal.
Hast du gesehen, wie ich aussehe?
Aber ja. Ich weiß, wie du aussiehst.
Ich sehe, was du wirst: Fantastisch, sehr intelligent.
Ich bin 14, Maman. Hast du verstanden?
Ich bin 14, Maman! Ich bin 14, Maman, und ich bin nicht normal!
Was ist los mit dir?
Geh raus, bitte.
Geh!
Glauben Sie mir nicht?
Aber nein, ich...
Es gibt keinen Grund, dir nicht zu glauben, Sofia.
Und sind Sie gar nicht empört?
Die Dinge sind jenseits aller Interpretation zu verurteilen,
aber manchmal gibt die Interpretation auch die Richtung vor.
Er hat mich sexuell belästigt.
Du willst alles hinschmeißen,
deinen Ehrgeiz, die Studie, die Promotion, nur deswegen?
"Nur deswegen"? Als wäre nichts gewesen, gar nichts?
Natürlich war da was, aber es geht hier um viel mehr.
Du willst alles aufs Spiel setzen, um zu beweisen, was geschehen ist?
Ja, es ist abscheulich und zu verurteilen und
du bist das Opfer und er ist absolut schuldig,
aber meinst du, er wird alles hinschmeißen?
Ich war sicher, Sie würden das verstehen.
Okay. Und um zu beweisen, dass ich verstehe,
muss ich reagieren wie du?
Nein, aber Sie verteidigen ihn auch noch!
Ich habe keinen Anlass, ihn zu verteidigen,
genauso wenig wie dich zu beschützen.
Ihr seid zwei intelligente Erwachsene,
ihr seid weder hilflos noch leicht verletzbar.
Diese Bluse trägt sie schon fast zehn Jahre.
Und einen Friseur mit Geschmack scheint sie auch nicht zu finden.
Lästerst du mal wieder über mich?
Ich vermute, du wirst ihr nicht erzählen,
dass dieser Verkäufer dir schöne Augen macht.
Deine Mutter glaubt, sie sei immer noch sexy.
Der junge Laurent...
Nein, ich erzähle dir nicht alles.
Was hat sie denn?
Sie brauchen sich nicht zu setzen, wir sind fertig für heute.
Werden Sie morgen mit uns demonstrieren, Madame?- Nein.
Aber Sie sind für unsere Sache?
Ich sehe hier kein klares Dafür oder Dagegen.
Ich mische mich da nicht ein.
Man redet über Alexandre Durand. Verdammte Männer, was?
Verdammte Frauen, was?
Weißt du, in jedem Mann schlummert ein Raubtier.
Und in jeder Frau ein Opfer.
Die Lust ist jetzt eine politische Angelegenheit, ja?
Ah!
Ach ja, richtig, der Mann ist ja dein Freund.
Hat er erzählt, was passiert ist?
Alexandre ist kein sexuelles Raubtier.
Du sagst also, das Mädchen lügt?
Und du sagst, er ist der Täter.
... Alexandre als Vergewaltiger kann ich mir nicht vorstellen.
Du hast nie mit ihm gevögelt, also wer weiß.
Du hast ihn nie gevögelt?!
Du hast Adam betrogen!
Krieg dich wieder ein, du hast das Gleiche getan mit...
Sprich seinen Namen nicht aus.
Ich hatte kein perfektes Leben.
Einen Mann, alles makellos, die Kinder, die Familie, wie du!
Alles perfekt, du hattest alles, Marie-Claire!
Oh, ja, ganz recht. Das Opfer Mathilde, ja?
Du Arme! Du bist erbärmlich!
Du hörst also auf mit dem Trinken, wie schön!
Versuch's noch mal bei deinem Vater.
Er geht nicht ran, ich hab's doch versucht. - Ruf ihn noch mal an.
Wahrscheinlich hat der Flug Verspätung. Das kann man checken.
Du bist noch wach? - Ich warte auf dich.
Tut mir leid. Wir waren drei Stunden auf dem Rollfeld blockiert.
Ich wollte mit dir reden. - Über die Uni?
Schon gehört?
Was machst du?
Mach Platz. Na los, rück rüber! - Nein, nicht. Du bist verrückt.
Einmal Reinigung komplett.
Dein guter Anzug. - Oh ja.
Komm, leg dich, leg dich...
Also. Skandal...
Horror! Es gibt Menschen, die vögeln in der Universität!
Sofie Bukowski, das ist eine deiner Studentinnen, oder?
Sofia, ja.
Meinst du, Alexandre hat das gemacht?
Was genau davon sie selbst wollte, ist unklar, sagt Alexandre.
Sie ist 25, hat einen Freund.
Sie glaubt, dass Liebe und Sex untrennbar sind.
Sie ist aber immerhin in Alexandres Landhaus gefahren.
Ich glaube, als sie dann da war, fühlte sie sich für ihre Lust schuldig.
Bei uns Frauen sind, wie du weißt, Lust und Sexualität sehr kompliziert.
Alexandre hat dann Feuer gefangen, wollte zu viel, sie war überfordert.
Er ist doppelt so alt wie sie.
Ja, das hat sie wohl gedacht:
"Er ist doppelt so alt, also ist mein Verlangen nicht erlaubt."
Ist es das, was dir den Schlaf raubt?
Nein.
Ich werde wohl auch in diese Mühle geraten. - Warum?
Weil ich, ich...
... ich forsche über Sexualität und Verlangen.
Ich weiß, ich muss dir davon nichts erzählen, aber...
... ich habe mit einem Studenten geschlafen.
Und dieser Student ist ausgerechnet Sofias Freund.
Passiert dir das oft?
Was, mit Studenten vögeln oder überhaupt vögeln, was soll die Frage?
Antworte. - Adam! - Antworte!
Ich kann dir nicht folgen.
Du kannst mir nicht folgen, ja?
Aber wir... wir waren uns doch einig. Es gibt keine Fragen.
Ich habe auch nicht gefragt, du hast es erzählt.
Ich hätte nicht im Traum gedacht,
dass du dich von deinen Studenten ficken lässt.
Die Kinder wachen auf! Darum geht es doch gar nicht.
Doch, doch ich habe verstanden, du musst deinen Arsch retten.
Aber jetzt ist es zu spät. Hör auf!
Und? Hast du mit Alexandre auch gevögelt?
Sieht so aus, als ob du jetzt einen Skandal machst.
Mach ich nicht, wir haben ja eine Absprache, nicht wahr?!
Wir ficken, wen wir wollen, einzige Regel:
Wir reden nicht drüber, es sei denn, wir sitzen in der Scheiße.
Was hast du denn? Was ist das für eine Absprache,
wenn sie nicht für dich gilt?
Ich habe dich nie betrogen.
Ich habe dich auch nicht betrogen, denn wir haben ja eine Absprache.
Ich habe dich auch nicht betrogen!
Was ist das für eine Krise, Adam?
Du solltest dich ausruhen, und dann reden wir morgen?
Durand! Geh nach Haus!
Durand! Geh nach Haus! Durand! Geh nach Haus!
Hier.
Der ganze andere Kram ist auch in der Cloud.
Wenn was ist, ich bin ja nicht weit. Ich darf das Land nicht verlassen.
Ich bin nicht sicher, ob ich die perfekte Wahl für die Leitung bin.
Du bist die beste Besetzung, glaub mir. Ich bitte dich darum.
Okay.
Ich übernehme das kommissarisch, aber nicht für immer.
Ja klar, natürlich. Ich komm ja wieder.
Danke.
Guten Tag, ihr beiden.
Sofia, wie geht es dir?
Wie es mir eben so gehen kann nach alledem.
Alexandre ist beurlaubt, ich übernehme die Leitung.
Falls du deine Entscheidung überdenken willst.
Wie bitte?! Meine Entscheidung überdenken?!
Die Entscheidung, die Promotion aufzugeben.
Nein.
Nein, schon der Gedanke, hier zu sein, macht mich krank.
Du schmeißt also alles hin.
Eine Beurlaubung ist nicht genug, er muss gekündigt werden,
und dafür werde ich kämpfen.
Aber Sie sind eine Frau! Wie können Sie nur...
Warum? Ich habe keine Meinung geäußert.
Ja, aber so gut wie. - Wissenschaftlicher Denkfehler!
Ich kann dich nie erreichen.
Wozu hast du ein Handy, wenn du es nie anmachst?
Was ist denn los?
Ich hab Hunger. - Dein Schlüssel?
Ach meine Maus. - Ich bin nicht deine Maus,
ich hasse dich. - Ey, ey, ey!
Komm her.
Es läuft nicht gut mit Ludo.
Möchtest du drüber reden?
Da ist noch Rinderbraten von Oma,
aber ich mache dir einen Käsetoast, was meinst du?
Katou?
Es ist fertig.
Guten Abend, Emile. - Hallo.
Hör zu, ich wollte dich sprechen, weil... - Ich werde nichts sagen.
Das verlange ich nicht.
Du kannst tun, was du willst.
Aber dafür bin ich auch nicht gekommen.
Warum denn dann?
Es war großartig.
Sofia zieht ihre Anzeige zurück.
Hey.
Geht's dir gut? - Ja, alles gut.
Ich schäme mich so.
Was ist passiert? - Ich bin da rein.
Wo rein? - Bei ihm!
Du bist bei ihm eingebrochen? - Nein, ich hatte 'nen Schlüssel.
Woher hattest du den?
Er hat das Schloss nicht ausgewechselt.
Ach, Mathilde.
Ich bin da rein, ins Schlafzimmer. Die beiden schliefen da.
Ganz leise bin ich rein und hab sie geweckt.
Ich wollte das Gesicht seiner fetten Anwältin sehen.
Er hat mich rausgejagt, rausgeworfen wie einen Hund.
Ach.
Nur er kann der Vater meiner Kinder sein.
Hey, es ist okay, dass du nie Kinder wolltest.
Du hast ein Leben, eine Arbeit, Liebhaber.
Ich will eine Familie, okay?!
Sie hat zwei Kinder, die Kuh.
Du bist nur verzweifelt.
Danke für deine Empathie.
Was hast du denn gegessen? - Das sind nur Krämpfe.
Oh, hey! Nur Krämpfe, scheint ja richtig Spaß zu machen.
Zehn Prozent aller Bauchschmerzen sind Krebs, nicht entdeckt.
30 Prozent sind Verdauungsprobleme,
25 Prozent individuell bedingt.
Der ganze Rest ist durch Emotionen verursacht.
Vielleicht habe ich einfach nur Bauchschmerzen.
Ach, Mathilde.
Adam Santerre. Hinterlassen Sie eine Nachricht. Danke.
Maman!
Hey, gutes Spiel, oder?
Hallo.
Vögelst du auch den Nachbarn?
Meine Frau ist eine Schlampe.
Kannst du mir sagen, was du hier tust?
Adam ist dahintergekommen, dass ich mit Alexandre schlafe
und hat mich rausgeschmissen.
Ich wusste es!
Du verarschst mich.
Natürlich bist du abgehauen, so passt es.
Hey. Alexandre?
Hättest du dir nicht jemand anderen aussuchen können?
Der Mann ist wegen sexuellen Übergriffs angeklagt,
bist du total bescheuert?
Also wenn du schon f..., wenn du schon deine Ehe ruinierst,
du hättest die große Auswahl!
Zum Beispiel... dein Nachbar!
Oh ja, dein Nachbar, der schöne Mathéo!
Jedenfalls kannst du mir jetzt nie wieder Vorträge halten, Schlampe!
Ich kann nicht fassen, dass du mir nichts gesagt hast.
Wir kennen uns seit der Uni, ich hab dir immer alles erzählt.
Warum hast du nichts gesagt?
Weil du ein Gesicht wie der Papst machst,
seit du die Geschichte kennst.
Hast du noch andere kleine Geheimnisse?- Nicht eins.
Dann ist ja gut.
Das Hühnchen!
Warte, warte, ich mache auf, vielleicht ist der Kerl ja hübsch!
Okay.
Das Hühnchen, das Hühnchen.
Oh!
Warum hast du mir denn nichts erzählt?
Ich hab ihn nicht verlassen.
Ich brauch nur ein wenig Bedenkzeit.
Ich glaube, es liegt alles an Adams Reisen.
Und ich glaube, schuld an allem
sind gewisse schlechte Einflüsse, zum Beispiel:
Wenn du die ganze Zeit über Sex redest.
Ich leiste mir eben das Vergnügen, das ich brauche.
Das Hühnchen.
Wollen wir noch einen Kaffee trinken?
Super, ja. Erst bezahlen wir eine Psychologin,
und dann reden wir hinter ihrem Rücken.
Ich sagte ja, eine Therapie ist keine gute Idee.
Wir können das alleine regeln.
Sie ist ziemlich gut. - Ah, ja, super gut.
Ich bin wirklich, wirklich beeindruckt.
Worin genau?
Organisiert sie Workshops, wie man eine offene Beziehung führt?
Ich wollte eine neutrale Person zwischen uns.
Sie trifft keine Entscheidungen. - Aber sie kann den Weg weisen.
Wir haben schon alles versucht.
Wie, schon alles versucht?
Die Frau ist unsere letzte Option, oder was? Ist das dein Ernst?
Komm doch einfach mit auf einen Kaffee.
Ist das dein Trick beim Anbaggern? "Komm doch mit auf einen Kaffee"?
In unserer Gesellschaft
versuchen wir, bei möglichst vielen Menschen
möglichst viel Begehren für uns zu wecken,
so lange wie möglich.
Aber paradoxerweise ist Sex nur dann wirklich legitim,
wenn er mit Liebe verbunden ist,
besonders für Frauen.
Wie geht's in der Schule?
Wann kommt Papa wieder? - Sobald Mama wieder weg ist.
Ich hab noch Hausaufgaben.
Und du, Virgile, wie geht es dir?
Weißt du doch, wir haben verloren.
Abgesehen vom Fußball, meine ich.
Es gibt doch nichts außer Fußball, oder?
Katou?
Komm!
Komm her!
Geht's dir nicht gut, meine Maus?
Es ist wegen Papa und Maman, oder?- Wegen Ludovic.
Ludovic?
Nein, warte, warte, warte. Komm her.
Ich dachte, es wäre wegen unserer Situation,
Papa nicht da und wenn er kommt, bin ich weg.
Ist bestimmt nicht schön für dich.
Ich hab mich verliebt.
Aber das ist doch schön?
Du verstehst gar nichts.
Was verstehe ich nicht?
Ludovic will nicht mehr,
er will nichts von mir.
Er ist nicht verliebt?
Er will mich nicht mehr, weil ich...
Weil du was?
Weil ich...
... hör zu Maman,
ich bin nicht mehr so klein wie du glaubst.
Habt ihr euch schon mal geküsst?
Noch viel mehr als geküsst.
Und mehr als nur Ludovic.
Warte, warte, ich verstehe nicht, hat man dich gezwungen?
Nein. - Wirklich nicht?
Nein.
Ich wollte es.
Und die anderen auch. - Was bedeutet das, die anderen?
Na ja, die anderen halt.
Das geht schon lange so, dass ich...
Das ist gar nicht möglich, du bist erst 14.
Das erste Mal war ich elf, Maman.
Was?
Ich habe dir ja gesagt, ich bin nicht normal.
Ludovic hat gesagt, dass... - Ist mir egal, was Ludovic sagt!
Mir nicht.
Du glaubst also auch, ich bin nicht normal.
Das darf nicht wahr sein.
Du hattest mit elf Jahren deine ersten sexuellen Erfahrungen?
Du bist schlimmer als Ludovic, er will mich auch nicht mehr.
Nein, warte, warte, warte.
Er kommt zurück, oder?
Wer?
Ludovic?
Ich weiß es nicht.
Sag Papa nichts davon, okay?
Okay?
Okay.
Versprochen?
Versprochen.
Das letzte Mal hast du mich mitten in der Nacht angerufen,
als deine Tochter geboren ist.
Danke, dass du gekommen bist. - Schon gut.
Ich weiß nicht, was ich sagen soll.
Wahrscheinlich bin ich wirklich kein gutes Vorbild für sie.
Sie wird die Welt selbst für sich entdecken und
selbst entscheiden, wie du.
Aber sie ist 14, Maman.
Im Büro hat man mir gesagt, du kommst um sieben Uhr an.
Hey!
Siehst du.
Niemand da, ich hab's dir ja gesagt.
Wenn Eltern sich trennen, dann hat das auch seine Vorteile.
Hey! Ludovic und ich werden jetzt vögeln!
Kaffee?
Ich bin wieder mit Ludovic zusammen.
Und sehr verliebt.
Das war ziemlich schwierig,
dann kann man nicht einfach so... weißt du?
Da wünscht man sich eine einsame Insel,...
Nun ja. Das ist ein Geschäftsmodell mit einem neuen Gedanken.
Ich hab mir gedacht, dass... - Ähm ... das Beste war das Essen. Also...
Wo soll ich mich hinsetzen? Hier?
Ja, du weißt doch, die beiden können sich nicht riechen,
also sitzen wir am besten wie im Aufsichtsrat.
Also vertragt euch. Fühlt euch wie zu Hause.
Du bist wunderbar heute Abend.
Hier kommt der Salat.
Das ist das letzte Mal, dass du hier mit einer Krawatte auftauchst!
Na los, das hier ist besser! Das ist genau dein Stil!
Ich weiß, an der Uni ist das wichtig,
aber hier kannst du uns nichts vormachen,
wir wissen genau, was du für einer bist! So sieht's aus.
Entschuldigt mich, entschuldigt mich.
Hello.
Oh, schon wieder eine großartige Party! - Alles zurück auf "normal".
Er ist wieder da. - Wer?
David? - Ja.
David!
Und er redet über Kinder.
Marie-Claire, das ist der schönste Tag meines Lebens.
Freu dich doch mit mir!
Mathilde!
Lass mich daran glauben.
Für mich bitte kein Käse heute. - Du weißt, warum ich dir das erzähle:
Um dich zu verführen, einen Platz in unserem Ausschuss anzunehmen.
Ich würde schon gern, aber... - Los, los, los, los, sag ja!
Und ihr trefft euch wirklich jeden Monat?
Gib mir etwas Zeit, okay?
Begehrst du mich nicht mehr?
Unsinn, Marie-Claire.
Du willst schlafen?!
Bist du zurück oder nicht?
Ja, ich bin zurück. - Gut.
Dann haben wir Zeit.
Stell dir vor, es wäre zum Prozess gekommen.
Keine Anzeige, keine Anklage, kein Prozess.
Aber der Ruf ist beschädigt.
Sollte er denn nicht beschädigt sein?
Wir haben einen Tisch bei Lapierre, okay?
Ich nehme die Stelle in Angers an.
Ach ja?
Ins Exil?
Und deine Frau?- Sie bleibt hier, mit uns, das lief eh nicht mehr gut.
Wir haben das Landhaus verkauft.
Und Sofia?
Ich hoffe, dass die Frauen, die sie unterstützt haben,
ihr einen Job verschaffen können,
der ihren Fähigkeiten und Ambitionen entspricht.
Jedenfalls hat ihr Freund, dieser Emile,
ich weiß nicht, ob du ihn kennst?
Ich war bei der Zeugnisvergabe, und er...
er hat seine Promotion mit Auszeichnung bestanden.
Und du?- Das Forschungsprojekt über die Lust ist gestrichen.
So lange, bis sich alles beruhigt hat.
Zurück zum Karzinom. Morbider, aber weniger kontrovers.
Also keine bahnbrechenden Erkenntnisse zum Thema Lust?
Auch wenn die Recherche nicht weit gediehen ist, kann ich sagen,
den Zellen ist es total egal, wodurch sie stimuliert werden.
Liebe oder nicht Liebe?
Ich bin's. - Herein.
Schwörst du, du hast Papa nichts gesagt?
Nein.
Vier...
... fünf, sechs, sieben.
Tut mir leid, Papa.
Adam, ich schaffe das nicht.
Hey, wir haben das doch geregelt.
Du hast das in deinem Kopf geregelt.
Genauso wie unsere offene Partnerschaft.
Die nie wirklich offen war.
Du hast gedacht, es wird nichts passieren. Dass ich nichts mache.
Aber diese Affären, ich hab sie gewollt, die waren kein Unfall.
Ich schlafe mit Männern, aber ich liebe dich.
Und mit dir will ich leben.
Verdammt noch mal.
Seit Monaten sage ich mir, ich muss aufhören mit diesen Experimenten.
Ich suche nach Gründen,
aber ich lande immer bei derselben Frage:
Für was?
Du stellst dir nicht die richtige Frage.
Nicht für was, sondern für wen? Ist es für uns, für dich, für mich?
Befriedige ich dich nicht?
Was ist das für eine Logik?
Sobald du mich befriedigst, darf ich nie wieder Lust haben?
Ich habe sie, ich will sie.
Ich habe für dich verzichtet. - Verzichten...
Solche Opfer haben keinen Sinn für mich.
Was ist mit den Kindern?
Die Zukunft und das Wohlergehen unserer Kinder
hängen nicht davon ab, was ich mit meinem Körper mache.
Das ist nur ein Körper.
Gehst du oder bleibst du?
Untertitel: OMNIMAGO GmbH 2019
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