All language subtitles for Die.Pilgerin.TITLOVI -S01E01.GERMAN.dTV-1

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Herr, es heißt: Selig, die reinen Herzens sind.

Denn nur sie werden dich schauen.

Wie leicht war mein Leben, und wie leicht war es, an dich zu glauben.

Noch hattest du mir nicht das Dunkel gezeigt.

DIE PILGERIN (2012) - TEIL 1 von 2 -

Warum hast du's dir abgeschnitten?

Hm? Dein Haar?

Was ist das?

Ein Herz!

Ein richtiges Herz! - Leg's wieder hin!

Von wem ist es? - Das Herz ist von meinem Vater.

(Er lacht.)

Ich geb dir dein Herz zurück. Ich schenk dir die Freiheit.

Du ...

...zeigst mir, dass du eine Frau bist.

Verführ mich!

(Sanfte Musik)

(Grunzen)

(Quieken)

(Epische Musik)

(Quaken)

(Klopfen) Ja?

Wir müssen uns beeilen! Meinem Vater geht's immer schlechter.

Na, dann wollen wir mal.

So.

Nur die Zunge. - Zungenspitzen haben's in sich.

Und der Rest schmeckt auch ganz gut.

Du sagst niemandem, von wem du's hast.

Das wird deinem Vater helfen.

(Ruhige Musik)

Das geht schon seit Stunden.

Danke, du kannst jetzt gehen.

(Er atmet heftig.)

Vater!

Tilla!

Hol deinen Bruder! Sofort!

Otfried! Hol mir das Zinngefäß aus der Truhe!

Bring es mir!

Hier hinein legt mein Herz.

Und begrabt es in geweihter Erde. In Santiago de Compostela.

Vater, die Geschäfte laufen sehr gut.

Ich kümmere mich um alles. Macht euch keine Sorgen.

Die ewige Verdammnis! Meine Schuld muss gesühnt werden.

Meine Schuld muss gesühnt werden! - Vater!

Otfried! Du musst für mich nach Santiago pilgern!

Versprich mir das! Versprich es mir!

Ja. Sicher.

Ich will nicht in die Hölle.

Jetzt trink das!

Tilla!

(Er murmelt etwas.)

Von welcher Schuld hat Vater gesprochen?

Was weiß ich? Er wird schon wissen, was er angestellt hat.

Er wird sterben. - Das werden wir alle.

Was hast du ihm da gegeben? Von wem hast du das?

Von der Hexe.

Vater sollte wissen, mit welchem dreckigen Pack

sich seine geliebte Tochter rumtreibt!

Vater sollte noch ganz andere Dinge wissen!

Lass sie doch.

(Gesprächsfetzen)

Platz da!

(Düstere Musik)

Vater!

Was war das für'n Zeug, das du mir gegeben hast?

Dank dir dafür!

Ich muss meinen Nachlass regeln, bevor ich nach Santiago gehe.

Du willst selbst pilgern? In deinem Zustand? Du gehörst ins Bett!

Die Pilgerschaft ist meine einzige Hoffnung.

Die Tochter des Fährmanns! Ich bin schuld an ihrem Tod.

Unser Boot ging unter.

Ich hätte sie retten können, aber ich...

Ich habe mich nur um meine Ware gekümmert!

Jetzt wartet die Hölle auf mich! Ich muss büßen.

Dann geh nach Santiago.

Otfried kann sich in der Zwischenzeit um alles kümmern.

Nicht Otfried.

Ich werde deinen Verlobten darum bitten.

Damian? - Er ist ein sehr guter Kaufmann.

Geh, lauf. Bring mir Stoff für meinen Pilgermantel.

(Düstere Musik)

Mein Testament.

Bring es zum Ratsschreiber. - War das alte nicht mehr gut genug?

Laux und Willinger, unsere beiden Häuser müssen vereint werden!

Tillas Mitgift bleibt im Geschäft.

Und Damian... wird es führen.

Ihr wollt... unsere Familie an die Laux' verschachern?

Glaub mir, mein Sohn, es ist das Beste für uns alle.

Nicht für mich.

Hast du Angst um dein Erbe? - Nur um euer stolzes Vermächtnis.

Du kannst es wohl nicht erwarten, dass ich unter der Erde bin!

Damian, aber ich hab ihn doch gesehen!

Der Freiherr von Kadelburg?

Ein Bayer in Tremmlingen! - Ja!

Du spinnst doch. Wieso sagst du es Vater nicht selbst?

Er glaubt mir doch sowieso nicht. - Ich glaube dir auch nicht.

So war's aber.

Niemand in Tremmlingen empfängt einen Bayern.

Nicht nach allem, was sie uns Schwaben angetan haben!

Doch! Veit Gürtler!

Meinetwegen. Ich red mit Vater.

Danke!

Bereit? - Bereit!

Vorsicht! Vorsicht!

Wie viel für den Klafter?

Von dem? Acht Schillinge. - Niemals.

Das ist bestes Rohleinen.

Was würdest du geben? - Zwei. Höchstens.

Kost' mich der Erwerb das Doppelte.

Fünf, dann hast du einen Schilling Gewinn.

Sieben! - Sechs.

Hat dir das dein Vater beigebracht?

Von der kannst du noch was lernen! - Du auch!

Du bekommst ihn geschenkt.

Glaubst du, eine Willinger kann nicht zahlen?

Mit meiner Zukünftigen mach ich keine Geschäfte.

Verlangst du, übers Ohr gehauen zu werden, hm?

Sitz nicht so rum! Trag ihr den Stoff nach Hause!

Los!

Komm! Ich muss noch andere Besorgungen machen!

Befehl des großen Bruders.

Und du tust immer brav, was er dir aufträgt.

Mein Bastard!

Fast ein echter Gürtler.

Ich bin gekommen... - Ist es nicht seltsam?

Meiner treuen Frau schickt Gott die Pest.

Meinem Bastard gibt er sieben Leben. Er schenkt ihm die Gabe zu kämpfen.

(Stöhnen)

Das Testament deines Vaters. Damit hat er dich zu mir geschickt?

Natürlich nicht.

Dein Vater meint es nicht gut mit dir.

Ich will Eure Nichte zur Frau.

Zusammen wären wir die größten Händler der Stadt.

Wenn Radegund und ich...

Herzlichen Dank.

Schau ihn dir an. Den schlauen Jungen.

Es könnte dein Zukünftiger werden, he? Na, was sagst du?

Dein Vater wird der Ehe nicht zustimmen.

Mein Vater ist nicht dumm. Wir überzeugen ihn von den Vorteilen.

Gemeinsam.

Wenn du mein Sohn wärst, ich würd dich totschlagen wie einen Hund.

Kommen wir zu den Streitigkeiten zwischen der Gilde der Bäcker

und der der Kürschner.

Laut Marktordnung stehen mithin jeder Gilde jeweils vier kleine

und drei große Standplätze zur Verfügung.

Da jedoch die Familie von der Burg so ein exzellentes...

Vater! - Du bist meine Rettung!

Was gibt's?

Freiherr von Kadelburg?

Sebastian sagt, er hat ihn mit eigenen Augen gesehen. Bei Gürtler.

Und er denkt, ich glaube ihm diese Geschichte?

Nein. Aber mit den Bayern ließen sich gute Geschäfte machen.

Mit den Bayern einen Pakt schließen? Heimlich, am Rat vorbei?

Das wäre Hochverrat. Du kennst die Gesetze.

Das wagt nicht einmal Veit Gürtler. Man würde ihn dafür hängen.

Ich weiß auch nicht.

Sebastian hat mich... - Du kennst deinen Bruder.

Der hat wahrscheinlich wieder mal geträumt.

Was will der Junge einmal bauen? Sandburgen?

Kirchen, Schlösser, Kathedralen. In Italien baut man auf neue Weise!

Da willst du hin? Nach Italien? - Ja.

Wann soll deine Reise beginnen?

Wenn mein Bruder dich heiratet und mein Vater mich ausbezahlt,

gehorche ich ihm.

Das heißt, dein Schicksal liegt in meinen Händen?

Manchmal nimmt es seltsame Wege, dieses Schicksal.

Vater?

Ich muss mit euch reden.

Wieso hast du den hierhergebracht?

Ich möchte Radegund Gürtler zur Frau nehmen.

Wir und die Gürtlers?

Wenn sich unsere beiden Häuser vereinen,

sind wir die mächtigsten Kaufleute der Stadt.

(Er lacht.) Niemals!

Unser Geschäft würde wachsen. Ich könnte es leiten.

Sohn, schweig endlich!

Gürtler, verschwinde aus meinem Haus.

Hab ich dir doch gleich gesagt.

Warum tut Ihr mir das an?

Komm her. Setz dich zu mir.

Komm schon!

Ich schätze deinen Mut. Und deinen Ehrgeiz.

Aber... Ihr glaubt nicht an mich.

Es geht nicht nur um Geld, Otfried.

Es sind die Tugenden eines Kaufmanns. Ehrlichkeit. Zuverlässigkeit.

Ein Gespür für Menschen.

Und vor allen Dingen Verantwortung für die eigene Familie.

Ich kenn dich besser als jeder andere hier.

Du hast das einfach nicht in dir!

Aber eines weiß ich sicher:

Ich liebe dich.

(Keuchen)

(Gedämpftes Stöhnen)

(Ruhige Streichmusik)

(Hundebellen)

Hast du Angst vor Hunden?

Nein.

Wenn du allein nach Italien willst, seh ich schwarz.

Der Weg von euch zu uns:

Umständlicher hätte man ihn nicht gehen können.

Leonidas, komm! (Hundebellen)

(Ruhige Streichmusik)

Nein!

(Sie schluchzt.) Nein!

(Sie weint laut.)

(Sie schluchzt.)

Heiliger Engel und Verkünder, bete für diesen armen Sünder.

Behüt' ihn vor dem bösen Geist, vor Sünd und Schande allermeist.

Dass er in Geduld und Liebe Gottes lebt,

und sein Gott ihm die ewig Glorie gib. Amen.

(Kirchenglocken)

Mach dir keine Sorgen wegen der Pilgerschaft.

Ich werd mich um alles kümmern, solange du weg bist.

Welche Pilgerschaft?

Du hast es ihm versprochen.

Er hat im Fieber gesprochen.

Wir müssen dafür sorgen, dass seine Seele Frieden findet.

Ich muss mich um die Geschäfte kümmern.

Vater hat gesagt, dass Damian sich um...

Ich wüsste nicht, was Damian Laux mit unserer Familie zu tun hat.

Tilla?

Wo gehst du hin?

Zum Bader.

Er muss sich um Vater kümmern, und um sein Herz.

Wie es sein letzter Wille war.

Vater wird in Tremmlingen begraben! Mitsamt seinem Herz!

Niemals.

Du machst ab jetzt, was ich dir sage.

(Düstere Musik)

Ich hab ihn vom Pferd geholt. Gleich beim ersten Ritt.

Hat nicht lang gedauert, dann war's vorbei.

Wenn du's im Bett so eilig hast wie im Turnier, die armen Weiber.

Du musst noch viel lernen!

Otfried!

Mein herzliches Beileid.

Meine Vermählung mit Radegund will geplant werden.

So, findest du, he?

Komm mit! Du nicht.

Ich hab ein bisschen nachgedacht.

Über die Verbindung unser beider Familien.

Ich bin ein einsamer Mann, wie du weißt.

Deine Schwester...

Tilla? (Er lacht.)

Du willst doch deine trauernde Schwester

nicht diesem Laux-Schwächling überlassen!

Du wirst den Platz deines Vaters im Rat einnehmen.

Darum möchte ich, dass du dieses Dokument unterzeichnest.

(Er liest das Dokument murmelnd.)

Ein Handelsabkommen mit den Bayern!

Wenn jemand davon erfährt, das...

Das ist Hochverrat!

Mein Vater hätte das nie zugelassen! Dein Vater?

Der an seiner Liebe zu dir erstickt ist?

(Leise, spannende Musik)

(Klopfen) Herrin?

(Traurige Musik)

Deine Schwester...

Ich glaube, sie hintergeht dich.

(schreiend) Wo ist es?

Man wird dich ausrauben! Und schänden! Wieder und wieder!

Allein! Nach Santiago! Als Frau!

Ich werde diesen Wahnsinn nicht zulassen!

Wenn du es nicht tust, dann tu ich es.

Wasch dich.

Zieh dir was Anständiges an.

Wir erwarten Gäste.

(Flüstern)

Was soll das?

Du wirst Veit Gürtler heiraten.

Und ich nehme Radegund zur Frau.

Auf dass die Häuser Willinger und Gürtler

zweifach im Blute verbunden werden.

Ich bin Damian versprochen. - Ich werde dir ein guter Mann sein.

Ein richtiger Mann, keine Sorge.

Vater hätte das nicht gewollt!

Jetzt treffe ich die Entscheidungen.

Was ist nur in dich gefahren?

Tu uns beiden den Gefallen, Tilla.

Du hast ihn umgebracht.

Mörder!

Mein Weib sollte wissen, wann es besser zu schweigen hat.

(Flüstern und Murmeln)

Ich will.

Na komm, schöne Braut!

Oder willst du unser Hochzeitsmahl verkommen lassen?

Du kannst unserem Herrgott danken.

Ich weiß, wie man ein Weib wie dich glücklich macht.

Nein! Bitte! Nein!

Nein! Nein!

Das Spiel kenn ich schon! - Nein!

(Sie stöhnt.)

(Sie weint.)

Aber ich weiß auch, was sich gehört.

Ein Mann von Welt, der steigt nicht mit Stiefeln zu seiner Braut.

(Er atmet schwer.)

Tilla!

(Er keucht.)

(Spannende Musik)

Dein Bruder wird für seine Taten büßen, mein Kind.

Gott wird ihn bestrafen.

Du solltest dich nicht auf Gottes Gerechtigkeit alleine verlassen.

Ich muss nach Santiago. - Du willst einfach davonlaufen?

Ich werde Vaters Herz begraben, in geweihter Erde.

Nur so kann seine Seele errettet werden.

Du kannst nicht alleine pilgern! Nicht als Frau.

Die Männer auf den Pilgerwegen laufen bloß vor ihren Sünden davon.

Schnell haben sie ihren Glauben vergessen, und dann...

Ich hab nichts mehr zu verlieren.

Nimm das hier. Mein Moritz hätte sie dir gern gegeben.

Und jetzt nimm Abschied.

(Sie lacht.) Gar nicht so schlecht!

Jetzt brauchst du deine Heiratsurkunde.

Du musst beweisen, dass du Witwe bist.

Sonst bleibt dein Bruder dein Vormund. Für immer.

Sie ist noch bei Gürtler, ich kann nicht zurück.

Du willst nach Santiago! Dann schaffst du auch das.

Pass auf dich auf.

Geh jetzt.

Deine Schwester wird dafür bezahlen. - Reiß dich zusammen.

Meine Schwester, das ist ja...

(Spannende Musik)

Was war das? Wer ist sonst noch hier?

Niemand.

Nein! Das Dokument!

(schreit) Tilla!

Tilla!

Verdammt! Wer hat dir das erlaubt? - Wo ist es?

Wer hat dir das erlaubt? Das sind die Sachen meines Vaters!

Dein unehelicher Vater hat mir seinen Besitz überschrieben!

Das Haus, das Geschäft, alles! Auch dich, Bastard!

Aber... aber Vater hat doch versprochen...

Du bist nicht die Kleider wert, die du trägst!

Auch ich habe meinen Vater verloren.

Ein schwerer Schicksalsschlag.

Doch alles liegt in Gottes Hand, nicht wahr?

Ich will, genau wie du, Gerechtigkeit.

Meine Schwester hat deinem Vater ein Dokument gestohlen,

das jetzt mir gehört. Das wirst du mir wiederbringen.

Was für ein Dokument?

Sollte dir das gelingen, werde ich dir deine Freiheit schenken.

Sofern du etwas damit anzufangen weißt.

Was ist mit deiner Schwester?

Die wirst du mir wiederbringen, lebend.

Auch das liegt allein in Gottes Hand, mein Herr.

Ich werde Otfried den Schädel spalten.

Sachte, mein Junge. Otfried wird den Platz seines Vaters einnehmen.

Aber Tilla war mir versprochen! - Erst müssen wir sie finden.

Ich kann hier nicht weg. Nicht jetzt.

Die Machtverhältnisse im Rat werden sich bald ändern.

Lassen Sie mich sie holen, Vater! - Ich brauche dich im Geschäft.

Ich kann sie zurückholen.

Was, du? - Du?

Du hast zu tun. Und im Geschäft bin ich eh nicht zu gebrauchen.

Gut, also dann geh und finde sie.

(Ruhige Musik, Waldgeräusche)

(Ein Wolf heult.)

Allmächtiger Herr, vergib und steh mir bei.

Ich habe keinen Menschen mehr, keine Zuflucht.

Vor mir liegt ein steiniger Weg. Ich muss ihn gehen.

(Gesang)

(Sie singen etwas auf Latein.)

(Gesprächsfetzen)

Finger weg!

(Mittelalterliche Musik)

Spinnst du? - Du kriegst gleich ein paar!

'Tschuldigung.

Auf die Weiber!

Ich wollt doch gar keinen. - Hier wird getrunken.

Was wollt Ihr denn? - Ich bin auf Pilgerreise.

Ganz alleine?

Mutig, mutig! Und ganz ohne Mantel?

Mein Glaube bringt mich nach Santiago. Kein Fetzen Stoff.

Dein Glaube? Denkst du etwa, der schützt dich vor Hunger und Durst?

Vor Mördern, und was es sonst noch so gibt?

Mein Glaube hat mich auch auf die Reise geschickt.

Aber nach Santiago hat mich was Anderes gebracht.

Und dort hat dich der heilige Jakobus von der Trinksucht geheilt.

Euer Proviant. Das macht vier Schillinge.

Würde ich nicht machen. Das schimmelt doch schon.

Ein Schilling für alle. Höchstens.

Ein Schilling? Darauf lass ich mich nicht ein.

Wem willst du es sonst verkaufen? Deinem Hund?

Und das für sein Bier.

Habt Erbarmen mit einem armen Pilger und spendet ihm was zu trinken!

Übrigens, ich bin Ambros, der Schmied.

Moritz, der... Bader.

Geh mit Gott, Moritz.

Mein Bier für deinen Mantel.

3000 Meilen war ich mit dem unterwegs!

Von Wölfen angefressen, getränkt mit dem Blut vieler Gefechte.

Und geweiht mit heiliger Erde.

Für ein halbes Bier?

Ambros! Ich hab's mir anders überlegt.

Gemeinsam wandert man im Glauben doch am besten.

Willkommen! Setz dich!

Du weißt, es geht um die innere Bewegung des Herzens.

Nur, wenn du unserem Herrn nahe kommst, gelangst du ans Ziel.

Ein Medikus könnte uns von Nutzen sein.

Ich bin kein richtiger Medikus. - Ich weiß!

Aber auch ein Bader kann uns gut zur Hand gehen.

Kannst du wenigstens tragen?

Wenn ihr wollt, dann nehme ich das Kreuz ein Stück.

Heute Abend entscheidet ihr, ob wir gemeinsam weiterpilgern.

Gut.

(Getragene Musik)

Eine fadere Truppe hättest du kaum finden können.

Manfred hat bis jetzt noch kein einziges Wort gesagt,

Hermann hat Angst vor seinem eigenen Schatten.

Und Sepp...

Keine Ahnung, was den Irren umtreibt.

Und du? Warum pilgerst du?

Was ist deine Sünde?

Völlerei wohl kaum! (Er lacht.)

Die Weiber, he? Diese kleinen Schlampen mit ihren nassen Löchern!

(Tilla stöhnt laut.)

Aah! - Ich helf dir.

Jeder muss das Kreuz selber tragen.

Das sagt der Richtige.

Ist schon gut.

Geht mich ja nichts an.

Hab auch nicht so Glück gehabt mit den Weibern.

(Er lacht.)

(Geräusch einer Tür)

Wen hast du denn erwartet?

Alles klar, Junge.

Da hab ich doch tatsächlich geglaubt, du könntest zaubern.

Na schau mal an, was aus dem kleinen Jungen geworden ist.

Jetzt hat er endlich das, wovon er immer geträumt hat.

Jetzt ist er endlich der Herr im Haus.

Also ein Herr im Haus, ganz ehrlich, der würde hier auch nicht schaden.

Hast du ihn lange leiden lassen, euren Vater?

Oder hast du ihm einen schnellen Tod geschenkt?

(Er ächzt.)

Aber ist er nicht an deiner Medizin gestorben?

Das ist zumindest das, was ich den Leuten erzählen werde.

Damit wirst du nicht durchkommen, Otfried.

Also die Leute lieben einfache Geschichten.

In denen ganz klar ist, wer der Gute ist und wer die Böse.

Du unterschätzt die Menschen. - Pschh!

Träum weiter, Hexe.

Dein Scheiterhaufen brennt schon.

Hey!

(Düstere Musik)

Hoo, ho.

Ein braver Gaul!

Jede Hure hätte dich schneller abgeworfen.

Wer so wie du nichts in der Hose hat, kann natürlich leichter rein.

Ich mach dich zum Weib! (Er stöhnt.)

Von mir aus kriech bis Santiago.

(Das Pferd wiehert laut.)

Gute Heimreise!

(Sie stöhnt.)

Nein, nein, nein!

Frevel! Das Kreuz im Dreck!

(flüsternd) Gegrüßet seist du, Maria.

Du bist gebenedeit unter den Frauen.

Gebenedeit sei die Frucht deines Leibes.

(Sie stöhnt.)

(Sie atmet schwer.)

Hier ist ein schöner Platz! Hier machen wir Rast.

Schmeckt's?

(Lachen)

(Sie stöhnt und keucht.)

Was für ein Schwächling!

Hermann? - Ja?

Morgen darfst du das Kreuz tragen.

Aber Ambros...

Hast du nicht auf diese Berufung gehofft?

(Düstere Musik)

Lass es los!

Gib es her!

Das bringt schöne Träume.

(Er lacht.) Das Bier! Bläht Bauch und Brüste!

(Er lacht laut.)

Davon kannst du was... - (schreit) Lass!

Na ja. Verzeiht, mein feiner Herr Medikus.

Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich das hier mache.

Vielleicht, um ein anderer zu werden.

So sagt man doch, oder?

So sagt man doch.

Was hast du denn hier? - Finger weg!

Ein Herz, hm? - Finger weg!

Ein Hexer! Ja ja ja!

Ein schwarzer Hexer bist du, ja?

Berühr's noch einmal, und dir fallen nächstes Mal die Finger ab.

Du bringst Tod und Teufel über uns, Hexer.

Tod und Teufel!

Danke, Vater Thomas!

Dass du uns mit deiner Weisheit

auf den einzig richtigen Weg gebracht hast!

Nichts gegen Vater Thomas, aber...

Schau mal!

Hermann, der faule Hund!

Hat einfach das Kreuz liegenlassen!

Hermann!

Vater Thomas!

Da ist das Kreuz.

Kommt! Helft! - Es liegt im Dreck.

Helft!

Vater! - Nein, Vater!

Vater, nein!

Vorsicht!

Vater!

Pass auf! - Nicht loslassen!

Moritz! Nimm das Kreuz!

Los!

Manfred, du hast es!

Du hast es!

(Er stöhnt.)

(Traurige Musik)

Nur die Auf... rechten und die Bußfertigen

gelangen ins Ziel.

Wer jetzt umkehren will,

soll umkehren.

Pass mal auf!

(Sie gluckst.)

(Es plätschert.)

Ave Maria, gratia plena, domunis tecum.

Benedicta tu in mulieribus, et benedictus fructus ventris tui.

(Er schreit.)

Eine Schlange! In meiner Hose ist eine Schlange!

Wohl eher eine Blindschleiche!

(Er schreit laut.)

Weg!

Ahh! Sie hat mich gebissen! Au! Ahh!

Jetzt wird der Teufel sein eigenes Gift absaugen, oder?

Die Welt ist verrückt! Die Welt ist verrückt!

Los, Bader, mach!

(Er stöhnt laut.)

Ich brauche heißes Öl für die Wunde. - Heißes Öl?

Ich will nicht sterben!

Du musst nicht sterben.

Wie, ich muss nicht sterben?

Nein, musst du nicht.

Du bist vielleicht schlau, aber ein Bader bist du nicht.

Für Moses hat er das Meer geteilt! Für uns nicht.

Es ist so rutschig!

Alles liegt in Gottes Hand, aber jetzt brauchst du auch deinen Willen.

Komm schon!

Komm! Warte, warte!

Nein! Nein! (Sie schreit.)

Moritz!

(Spannende Musik)

Moritz!

Verflucht!

Du musst aus den nassen Sachen raus! - Alle sind wir verflucht!

Hör doch mal auf mit deinem Irrsinn!

Irrsinn? Ein Sünder stirbt im Moor,

ein Sünder wird gebissen von der Schlange.

Die Flut, die uns alle verschlingt? Wir werden sterben.

Alle. Aber ihr versteht das nicht.

Ich hab euch wenigstens gewarnt.

Und du hast uns verflucht, Hexer! Du mit deinem schwarzen Zauber!

Hör auf! Nichts von dem, was du sagst, ist wahr!

Ist es meine Schuld, dass der Teufel mit uns pilgert?

Kümmere dich um deine Demut und Beständigkeit im Glauben!

Wenn du gelernt hast, der Geringste unter allen zu sein,

aus tief empfundenem Herzen, und wenn du gelernt hast,

deine Zunge im Zaum zu halten und kein dummes Zeug mehr redest,

dann darfst du uns weiter folgen.

Du hast die Kraft und den Willen in dir, Gott zu gefallen.

Kommt, wir müssen weiter! - Der Teufel...

Teufel Teufel Teufel Teufel.

Tut mir leid, dass du wegen mir...

(Erhabene Musik)

Du hast uns über die Alpen geführt in ein neues Land.

Du hast mich meinem Bruder entkommen lassen.

Vor uns liegt ein weiter Weg.

All die Beschwernisse, das Leid, den Gram.

Für meinen Vater nehme ich sie auf mich.

(Der Uhu ruft.)

Hier.

Was für ein Festmahl!

Aahh! - Brich dir nicht das Genick!

Du gäbst einen guten Braten ab.

Eine Prüfung ist eine Prüfung.

Ja klar, Prüfung.

Vater Thomas, bitte, wir müssen was essen.

Wir könnten was jagen.

Du meinst wohl stehlen.

Schön sitzen bleiben, ja?

(Der Uhu ruft.)

Nee! Nee nee nee!

Aah!

Au, verflixt!

(Er stöhnt.)

Sebastian!

Tilla!

Das glaubt dir doch kein Mensch, dass du ein Mann bist!

Das Gefühl kennst du nur zu gut, was?

(Lachen)

Aber die Frisur.

Die steht dir echt.

(Lachen)

Komm, wir gehen nach Hause.

Warum hat dein Vater eigentlich dich geschickt?

Warum nicht Damian?

Ich habe gelobt,

das Herz meines Vaters nach Santiago de Compostela zu bringen.

Davon kann mich niemand abhalten, und du schon gar nicht.

Geh nach Hause oder nach Italien. Aber lass mich in Ruhe!

Moritz! Wen hast du uns da mitgebracht?

Moritz...

Das war Euer Name. - Wie, Ihr kennt euch?

Als Bader habe ich ihm mal geholfen

und ihm seine verlorene Manneskraft wiedergegeben.

Ja. Danke noch mal dafür.

Sebastian Laux, ein Bürger aus Tremmlingen.

Auf Pilgerschaft nach Santiago.

Wir wünschen eine gute Reise. Gott mit Euch!

Ich dachte ja, ich könnte mich euch anschließen.

Wir haben nichts, was wir mit euch teilen könnten.

Und Jesus brach das Brot...

und verteilte es unter den Seinen.

(Ruhige Musik)

Damit sind alle Beschlüsse gefasst.

Kommen wir jetzt zum angenehmen Teil.

Auf unser schönes Tremmlingen!

Hey, hey, hey! - Hey, Willinger!

Das hier ist der Hohe Rat der Stadt!

Der hat wenigstens ein Mindestmaß an Respekt verdient! Willinger!

Verzeiht! Das ist sonst nicht seine Art.

Nicht seine Art, nicht seine Art!

Niemand hier interessiert sich für den Charakter deines Hundes.

Wenn du mit ihm spielen willst wie ein Junge, verschwinde von hier!

Hast du schon was von deiner Schwester gehört?

Hast du sie schon gefunden? - Nein, ich...

Seine Schwester! Sie ist ihm einfach weggelaufen!

(Gelächter)

Wie willst du mit uns die Stadt regieren,

wenn du nicht mal auf deine Schwester aufpassen kannst?

Solange nicht sein allertreuester Berater wegläuft...

(Er bellt.) (Gelächter)

Ich möchte dich glücklich sehen. - Es liegt nicht an dir.

Sie werden dir niemals geben, was dir zusteht.

Du musst es dir nehmen.

Das ist eine Prüfung.

(Fliegen summen.)

(Er atmet schwer.)

Tilla...

Tilla.

(Gesprächsfetzen)

Wollen wir nicht auch so eins haben?

Lass gut sein.

Nur für heute.

(Er stöhnt.)

Glaub bloß nicht,

dass ich den ganzen Weg mit dir nach Spanien und zurück laufe!

Oh, das ist aber kalt!

Was glaubst du?

Wie lange kannst du hier noch den Knaben mit adretter Frisur geben?

Solange du den hörigen Büttel deines Vaters gibst.

Oder den berühmten Baumeister in Italien.

Das ist so albern.

Na komm, Moritz! Bisschen baden!

Los, komm! Was ist mit dir?

Was ist denn los, Moritz?

Willst du dich denn nicht waschen? - Ein Bader, der nicht baden will?

Ihr habt doch wohl nicht Angst, dass uns jemand unsere schwitzigen Kleider

und unsere löchrigen Hosen klaut, hm?

Obwohl, wenn man sich's mal...

Nein! Nein! Ich will nicht! Ambros, lass mich los!

Ich hab gesagt, ich will nicht!

Ambros!

Sag mal, spinnst du?

Je länger wir gehen, umso finsterer wird unser Weg.

Welche Prüfungen, Herr,

hältst du auf dieser Reise noch für mich bereit?

Das junge Mädchen wurde kaltblütig erschlagen.

Von Durchreisenden.

Ich denke, wir sind hier nicht willkommen.

(Er stöhnt unterdrückt.)

(Ein Vogel kreischt.)

Ultreia! Ultreia et Suseia, Deus, adjuva nos!

Wir sind Pilger. Wir haben nichts, was...

Was von Wert wäre. Ja ja. Hab ich heut schon mal gehört.

Vater!

Mach ihn kalt.

Wer von euch will der Nächste sein?

(flüstert) Bitte bitte...

(Er schreit auf.)

(Pferdewiehern)

(Spannende Musik)

(Kampfgeräusche)

(Schreie)

Gott hat ihn uns geschickt.

Kommt.

Betet mit uns.

Tut Ihr Euer Handwerk, ich tu meins.

Und das Weib? Wo ist das Weib?

Kommt mit. Ich zeige euch einen sicheren Platz zum Rasten.

(Flötenmusik)

Pass auf, dass du keinen steifen Nacken bekommst.

Eifersüchtig?

Ihr habt euch gut gehalten für einen Pilger.

Wohin führt Eure Reise?

Ich will Euch nicht belasten mit unserem Schicksal.

Sagt doch! Wohin geht es?

Felicia ist entführt worden,

und ihr Vater hat mich geschickt, sie nach Hause zu holen.

Ihr habt sie gerettet? - Mit nur einem Arm?

Ja, aber zu spät.

Diese Gegend hier ist gefährlich, sicher folgt man uns schon.

Qu'est-ce que vous les racontez?

Laissez tranquille!

Wir möchten euch nicht zur Last fallen. Bitte verzeiht.

Ihr könnt ein Stück mit uns kommen.

Nein, das könnt ihr nicht. Es ist verboten.

Ihr bringt uns alle in Gefahr.

Dein Gehorsam in Glaubensfragen ist bewundernswert.

Verzeiht! Ich sorge mich um das Wohl der Gruppe!

Du, ja?

Wir sollten schlafen!

Wir haben morgen einen weiten Weg vor uns.

(Ruhige Musik)

(Stöhnen)

Hast du was gehört?

(Schrei)

(Stöhnen)

(Schrei)

(Spannende Musik)

Felicia! Sie haben sie entführt!

Wir müssen ihr helfen! - Und wie willst du ihr helfen?

Ambros!

Feigling!

Du bleibst hier! Nicht du!

Gib mir den Krug. Will einer von euch?

(gedämpft) Du brauchst nichts!

Der hat ja immer Hunger.

Das ist nicht lustig.

Es ist langsam an der Zeit, dass wir aufbrechen sollten.

Sss!

Wir werden überfallen! - Mach sie los und flieht!

(Kampfgeschrei)

(Er hustet.)

Aufhören.

Wir werden sie zu Aymer bringen. Er soll entscheiden.

Und ihr seht zu, dass ihr das Mädchen findet.

Felicia! Felicia!

Felicia.

Bist du mein Weib?

Ja?

Du bist mein Weib.

Ja...

Ja?

(Wasser tropft.)

(Eine Tür wird geöffnet.)

(Spannende Musik)

Ich hab euch gebeten, meine Schlange zu holen, und was bringt ihr mir?

Krüppel.

Zwei Knaben.

Was? - Sebastian!

Was soll das?

Ich hab euch eine Frage gestellt, ihr feigen Bastarde!

Was macht ihr mit ihm? - Sebastian!

(Eine Tür wird geöffnet.)

Was wollt ihr von uns?

Die Mörderin meines Bruders.

Felicia ist entführt worden. Sie ist ganz sicher keine Mörderin.

Mein Bruder hat sie geliebt.

Sie wollten heiraten.

Das war alles vorbereitet.

Sie hat ihn vergiftet.

Das ist nicht wahr.

Sie hat alles zugegeben.

Ich wusste auch schon ganz genau, was ich mit ihr anstelle.

Dann hat dieser... (Er röchelt.)

Dieser... dieser einarmige Hurensohn...

...sie mir geraubt.

Aber jetzt...

...habe ich ja dich.

Ein Junge?

Dass ein Knabe so zarte Züge hat.

Schon erstaunlich.

Komm. Komm.

Setz dich doch mal. Setz dich hin.

Setz dich.

Hier. Komm jetzt her, setz dich.

Komm!

(Er schreit mit hoher Stimme.)

(Spannende Musik)

Deine Reise ist hier zu Ende.

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