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Zulu
.
Personen und ihre Farben:
Gelb für Saskia Starke (Petra Schmidt-Schaller).
Grün für Richard Starke (Harald Schrott).
Weiß für alle anderen Personen.
* Druckergeräusche *
Befinden wir uns in der Vertretung der Vereinigten Staaten? Ja.
Wurden Sie am 03. April 1947 in Würzburg geboren? Ja.
Haben Sie Ihren Mann in den USA kennengelernt? Nein.
Hat Betsy Jordan Ihnen auf der Geburtstagsfeier Ihres Mannes
von der geplanten Ausschleusung eines Überläufers erzählt? Ja.
Haben Sie etwas mit dem Tod von Ralf Hummel zu tun?
* Sektkorken knallt; Partymusik spielt, Leute lachen *
Schön, dass ihr hier seid. Thank you so much.
Wer möchte einen Cosmopolitan? No, thank you.
Ich guck nach dem Fleisch!
Wo auf dieser Insel hast du Cranberry-Saft auftreiben können?
Kulturattache muss man sein.
* Basketball-Geräusche ; zufallende Autotür *
Bravo Simon!
Wann spielst du endlich in der NBA?
* Partygäste lachen *
Hey! Hi!
Schön, dass ihr kommen konntet.
Wir verzichten nicht auf das beste Barbecue des Jahres.
Willst du ein Bier? Gerne. Ja. Und du?
Ich bleib beim Wasser. Gut.
Colin und Andrew können nicht. Ich soll sie entschuldigen.
Beide? Warum denn?
Sorry. Classified. Ok, du warst gestern in Ost-Berlin.
Mit Andrew ...
Die Operation läuft ja schon. Da will einer überlaufen.
Und er sagt, wir haben einen Maulwurf.
* dramatische Musik *
Ich bekomme noch Gänsehaut, wenn ich an Genschers Rede denke.
Aber was soll die Bundesrepublik mit den Flüchtlingen machen?
So können sie die Grenze nicht halten.
Dann ist die Mauer weg. Wovon träumst du nachts?
* Gelächter *
* Saskia schluckt laut. *
* Partygelächter *
Richard, kommst du mal bitte kurz? Ich bin gleich wieder da.
Migräne, das hat sie manchmal.
Die Arme. Hoffentlich geht es ihr bald besser.
* Saskia übergibt sich. *
Hey, Schatz! Ach.
* Stimmengewirr *
Es tut mir leid. Komm. Ich bring dich hoch.
Ich schaffe das alleine. Geh du zu den anderen.
Es tut mir leid. * Saskia atmet schwer. *
Na, leg dich hin! Ja.
* dramatische Musik; Saskia atmet weiter schwer *
* spannungsgeladene Musik *
* spannungsreiche Musik *
* spannungsgeladene Musik; quietschende Reifen *
* Klingeln und Klopfen an der Tür; Fernsehton im Hintergrund *
Wer ist da? - Die Anni!
Hallo!
Lass dich umarmen! (mit russischem Akzent)
Ich glaube, Überraschung ist gelungen.
Danke Anni. Tschüss!
Immer auf der Hut, was? Darf ich reinkommen? Bitte.
Bei uns hat sich ein Überläufer gemeldet.
Der was vom Maulwurf wissen will.
Kann nur eine Aktion der HVA sein.
Glaubst du, ich verrate dich oder was?
Jetzt leg bitte mal meine Waffe hin.
Außer dir weiß nur noch mein Vater und Wolf von mir.
Der hat andere Pläne. Der verkauft seine Leute nicht.
* TV-Ton läuft im Hintergrund *
Sieht aus wie früher.
Wie geht's den Kindern? Und ... deinem Richard?
Wenn der Überläufer gesteuert wäre, müsstest du nicht davon wissen?
Seit Wolf weg ist, erfahre ich über laufende Operationen nichts mehr.
Hol dir doch ein Bier aus der Küche. Und bring mir eins mit.
* TV-Ton im Hintergrund *
* Musik *
* Saskia schreit auf *
Wieso musstest du hierher kommen?
Ich hätte dich niemals verraten.
In deiner Zehlendorfer Villa lebt es sich doch gut für den Sozialismus!
* Saskia atmet lauter, Schreie *
* Kampfgeräusche *
Hör auf!
Du denkst, du bist raus, wenn du mich erschießt?
Du hast eine Akte. Wie alle anderen auch.
Und irgendwann wirst du verkauft.
* Es fällt ein Schuss. *
* Saskia atmet laut. *
* Saskia schnauft. *
* Musik *
* Musik und Stimmengewirr *
Geht's dir besser? Es geht so.
Helen hat sich tierisch ins Zeug gelegt, um dich zu ersetzen.
Dafür sind Freunde da.
So gut tanzen wie du kann sie nicht. Ich gehe nach oben.
Komm, deine Mädels warten auf dich.
Hey, Richard! Show me.
* getragene Musik *
* Von außen wird versucht, die Tür zu öffnen. *
Ich will jetzt duschen! Na toll.
* getragene Musik; Wasserhahn läuft *
Ja? Ich musste ein Problem lösen.
Das hat man mir gesagt. Ich hatte keine Wahl.
Ein Team war schon unterwegs.
Hoffentlich sind keine Fehler passiert.
Du ziehst dich aus dem operativen Geschäft zurück,
bleibst unauffällig.
Keine Kontaktaufnahmen mehr. Was?
Deine Sicherheit hat jetzt oberste Priorität.
Falls erforderlich, geben wir den Befehl zur Ausreise nach Moskau.
Warum bin ich verzeichnet? Ich habe meine Akte gesehen.
Deine Akten sind im Ministerium sicher verwahrt.
Du hast mir versprochen, dass ich keine Akte haben werde.
* Hörer am anderen Ende wird aufgelegt und es tutet *
* Musik *
* Geräusche der Sicherheitsanlage *
* Türcode wird eingegeben. *
Morning! Morning.
Migräne überstanden? Ja, war heftig, aber kurz.
Ist was passiert? Ja. Hier ist richtig dicke Luft.
Wieso? Keine Ahnung.
Colin und Graver sind da drin. Und so ein Fliegenschiss aus Washington.
Dann gehe ich wohl besser noch mal für kleine Mädchen. Mach das.
Ein Informant hat uns den Beweis versprochen, dass unter uns
ein Maulwurf ist.
Er hatte wohl auch die Akte aus der
Agentenkartei der Hauptverwaltung Aufklärung.
Vorher sollten wir ihn aber in den Westen schleusen.
Colin und ich planten die Operation kurzfristig und mit kleinem Team.
Ich mache es kurz: Die Operation ist gescheitert.
Der Mann wurde tot aufgefunden. Erschossen.
* Colin murmelt etwas. *
Ich denke, dass wir ein Leck haben.
Aber wir müssen allen Möglichkeiten auf den Grund gehen.
Allerdings nicht mehr mit meiner Hilfe, Langley hat vor einiger Zeit
entschieden, mich mit einem Experten für Spionageabwehr zu ersetzen:
Jeremy Redman.
Er hat 1985 den Spionagering um John Anthony Walker aufgedeckt.
Jeremy?
Lassen wir uns nicht von der Politik Gorbatschows täuschen.
Wir sollten eine Akte aus dieser Agentenkartei bekommen?
Ich will das ganze Ding.
Warum machen die Ausflüge rüber und die Kinder
ziehen alleine los?
Die Lehrerin kann nichts dafür, wenn Hannah nicht bei der Gruppe bleibt.
Lass uns noch kurz warten. Warum machst du dir solche Sorgen?
Ist es drüben gefährlicher geworden?
Ich muss das mit der Leitung besprechen.
Das wird Konsequenzen haben. Ja. Das hoffe ich für Sie beide!
Sie wissen schon, was da drüben los ist?
Hannah!? Was?! Das war unverantwortlich.
Da streunt man nicht rum. Das ist eine Diktatur!
Und die hat Regeln! Kennst du die? Nein.
Es gibt Familien, die so auseinandergerissen wurden!
Ist doch nichts passiert!
Außerdem ist's da gar nicht so schlecht.
Was ist nicht so schlecht? Was hast du gemacht, so allein?
Wir machen uns Sorgen, wenn du uns was verheimlichst!
Jeder Mensch hat ein Recht auf Geheimnisse.
Kommt, ich lade euch ein!
* Musik: "Vorwärts, Freie Deutsche Jugend" *
Genosse Generaloberst Wolf.
Die Einbürgerungs-Akten aus Schloss Barby.
* Musik * Eins! Zwei! Drei! Vier!
Eine Verbindung zum Operativ- Technischen-Sektor. Oberst Leschke.
* Blasmusik; unverständliche Schreie *
Gerhard, wir haben jemanden gefunden.
* Schuss *
Tati, pass auf, wir warten die letzte Kontrolle ab
und treffen die Jungs dann unten an der Straße.
Was denn? Mann, wir sterben hier noch vor Langeweile!
Wir kämpfen für eine bessere Welt!
Das ist nicht langweilig. Nein, natürlich nicht!
* Schuss *
Achtung! Rühren. Wegtreten, Ausführung.
Du nicht, du bleibst hier.
Ilse Weber, habt ihr euch ein bisschen angefreundet?
Na ja.
Was habe ich dir immer gesagt? Gib niemals deine Deckung auf!
Bei dem, was dir bevorsteht, darfst du niemandem vertrauen, Tatjana.
Nicht einmal mir, deinem Vater.
Das ist deine einzige Lebensversicherung.
Wir haben jetzt die perfekte Identität für dich gefunden,
die du übernehmen wirst:
Saskia Kinzel, 22 Jahre, radikale Antifaschistin, sie hat sich mit
ihren Nazi-Eltern überworfen und ist gerade in die DDR übergesiedelt.
Und was, wenn sie zurück will?
Das wird nicht passieren.
Aber ich will nicht in den Westen!
Ich will mit den Genossen hier kämpfen.
Markus Wolf höchstpersönlich hat das eingefädelt.
Er hat große Pläne mit dir.
Ich habe Videoaufnahmen von der Opposition aus Ost-Berlin.
Oh, good, thank you.
Hast du die Zeitung gesehen?
Markus Wolf. Ausgerechnet Markus Wolf.
Man kann es weit bringen im Spionagebusiness. Äh?
Ja, Bush war doch auch Direktor bei der CIA, oder?
Also dann haben Sie meinen Bericht morgen auf dem Tisch.
Danke.
Oh je. Was ist das denn?
40 Jahre DDR. Jahresfeier.
Die Vopo hat alle niedergeschlagen, die nicht mitfeiern wollten.
Redman wollte wissen, ob ich dir von dem Überläufer erzählt habe.
Der ist so paranoid, der hält mich für den Maulwurf.
Und? Was hast du gesagt?
Dass ich bei Privatfeiern nicht über meine Tätigkeit spreche.
Gut.
Excuse me, may I check this space? Just a second.
Wollen Sie mal horchen? Ich glaube, es wird ein Maulwurf.
* Musik *
Hey! - Komm!
* unverständlich *
Besser?
Wo ist Papa? Wollte zum Eishockey.
Du hast dich verbessert, he?
Wäre besser, wenn mein Trainer mich mehr mein Ding machen lassen würde.
Ich gehe hoch. Ja.
Saskia?! Ja?!
Schau mal, wer hier ist! Ich komme gleich!
Jeremy!
Wir sind uns beim Eishockey über den Weg gelaufen.
Magst du auch einen Drink? Was ist mit Abendessen? Ich mache.
Hannah ist noch nicht da und Simon bekommt eine Pizza.
Hannah ist noch nicht zurück?
Ich rufe Nadine an. Gib ihr 10 Minuten!
Alright.
Bin gleich wieder bei euch.
Das heißt, sie hat dir nie ihre Eltern vorgestellt,
weil die Nazis waren? Ja, ich respektiere das.
Sie braucht die Abgrenzung zu den Tätern. Selbst in der Familie.
Ja, ja, ist das nicht ein verrücktes Land?
Wo du an jeder Ecke noch den Zweiten Weltkrieg spürst?
Das scheinst du ja zu mögen.
Ja, ich bin ein kalter Krieger.
Und ich bin gerne Gewinner, nicht Verlierer.
So wie Johnnie Walker... Remember? Ah ja, der KGB Maulwurf?
The New York Times schrieb: Er hat größeren Schaden angerichtet
als die Rosenbergs mit dem Verrat der Atombombe.
Wisst ihr, was ihm zum Verhängnis wurde?
Du wirst es uns sicher verraten. Seine Familie.
Seine Frau kam dahinter, dass er ein Spion ist.
Sie hat Angst bekommen und ihn erst verlassen, dann verraten.
Wir hatten ihn und wussten, sein Sohn steckt auch mit drin.
Also hat Johnnie alle verraten, die ihm geholfen haben.
Weil er seinem Sohn ein paar Jahre Gefängnis ersparen wollte.
Tja... Die Familie.
Das war sein Schwachpunkt und wir haben ihn genutzt.
So ist das in unserem Geschäft, oder?
Vielleicht heißt es deshalb auch schmutziges Geschäft, oder?
Ja, ja ... Nicht nur deshalb.
Ich gehe mal unsere Tochter empfangen.
Wir sehen uns, Jeremy. Auf jeden Fall.
Oh, ich habe einen Lügendetektor aus den Staaten kommen lassen. Brandneu!
Interne Befragung.
Na dann ...
Wo bist du gewesen? Kannst du nicht anklopfen?
Was hast du denn an? Lenk nicht ab, wo warst du?
Komm mal runter. Auf so 'ne Art hab' ich gar keinen Bock.
Ist Ihr Name Saskia Kinzel? Ja.
Richard Starke. Der Halbamerikaner, Professor am J.F. Kennedy Institut.
Mit sehr guten Beziehungen zur Botschaft.
Er wird ihre Eintrittskarte zur CIA. - Ist das nicht Sache des KGB?
Ich habe immer gern was in der Hinterhand.
Auch wenn es um unseren großen Bruder geht.
Sind Sie am 03. April 1949 Würzburg geboren?
Ja.
Ich werde ihr Führungsoffizier. Nur wir wissen davon.
Sind Sie Staatsangehörige der Deutschen Demokratischen Republik?
Nein.
Jetzt ist sie raus.
Sind Sie eine Agentin der DDR? Nein.
Pass auf sie auf, Mischa!
Das mache ich schon. Sie soll morgen zu mir kommen.
Sind Sie eine Agentin der HVA?
Nein.
Moment. Lassen Sie mich.
Beruhigen Sie sich doch!
(Radio-Moderator) Oppositionelle der DDR rufen auch heute wieder zur
Montagsdemonstration nach Leipzig.
Nach dem gewaltsamen Angriff der Volkspolizei am 4. Oktober
ist fraglich, wie groß die Beteiligung sein wird.
Beobachter befürchten, das könne zu einem Massaker wie in China kommen.
Für Hannah, aus Ost-Berlin. Aus Ost-Berlin?
(Radio-Moderator) Und weiter geht's mit Musik!
Den kriegt sie, wenn sie mit uns redet.
Und, war's noch schön gestern?
Als es wieder um Sport ging ja.
Wieso will der wissen, warum du mich nie deinen Eltern vorgestellt hast?
Das musst du ihn fragen. Er ist dein Buddy.
Er ist dein Chef.
Verrätst du Daddy, wo du gestern gewesen bist?
Soll ich dich nachher zum Basketball fahren?
Ich nehme das Rad. Es ist ganz einfach.
Du bist 16 Jahre alt. Du hast um 21.30 Uhr da zu sein.
Die Regeln sind klar, oder? Wo warst du gestern bis 22 Uhr?
Bei Nadine. Wir haben die Zeit vergessen und ich den Bus verpasst.
Welchen? Der da fährt.
Von welcher Haltestelle?
Gut. Dann rufst du das nächste Mal rechtzeitig an und fragst,
ob du später kommen darfst. Ok?
Komm Simon!
Das lässt du einfach durchgehen?
Ja. Ich werde sie nicht zwingen können, mit uns zu reden.
Und ich will das auch nicht.
Das ist der Lügendetektor-Guy.
Ich hoffe, er fragt nicht nach der Party.
Saskia Starke.
Befinden wir uns in der Vertretung der Vereinigten Staaten?
Ja.
Haben Sie Ihren Mann in den USA kennengelernt?
Nein.
Hat Betsy Jordan Ihnen auf der Geburtstagsfeier Ihres Mannes
von der geplanten Ausschleusung eines Überläufers erzählt?
Ja.
Hat Sie Ihnen das auf der Geburtstagsfeier erzählt?
Ja.
Waren Sie während der ganzen Feier zu Hause?
Ja.
Wurden Sie am 03. April 1947 in Würzburg geboren?
Ja.
Wussten Sie, dass Ihre Tochter gestern in Ostberlin war?
Was? Wie bitte?
Antworten Sie mit ja oder nein. Nein!
Haben Sie etwas mit dem Tod von Ralf Hummel zu tun?
Wer?
Antworten Sie mit ja oder nein.
Haben Sie etwas mit dem Tod des Überläufers Ralf Hummel zu tun?
Nein.
Das waren meine Fragen. Vielen Dank.
Bin ich fertig? Ja, ja, ja. Thank you.
Was will Ihre Tochter eigentlich in Ostberlin gerade jetzt?
Ich werde sie fragen und schreibe einen Bericht.
Thank you.
Was denken Sie?
Ihre Antworten sind glaubhaft. Aber ihr Schema ist sehr regelmäßig.
Man könnte auch sagen: kontrolliert.
Jan König?
Lassen Sie mich in Ruhe. Wir lassen uns nicht mehr einschüchtern.
Hör mir gut zu: Du hast Kontakt zu dem Westen aufgebaut.
Die Familie deiner kleinen Freundin arbeitet für die Amerikaner.
Wenn dich der Gedanke an Gefängnis nicht schreckt, dann überleg dir,
wie deine Mutter einen weiteren Aufenthalt in Hoheneck verkraftet.
Kein Kontakt mehr zu dem West-Mädchen, verstanden?
(TV-Moderator) Mit dem Ruf "Wir sind das Volk" hatte es begonnen.
Heute ist das Volk gespannt.
Die eine demonstrieren für Veränderung, aber auch
für den Fortbestand der DDR als Staat.
(Demonstranten im TV) DDR! DDR!
Ist Hannah zu Hause? Mhm.
In Leipzig passiert ein Wunder. Sie sprechen von 70.000 Teilnehmern!
(TV-Moderator) Die anderen wollen ein wiedervereinigtes Deutschland.
Einig sind sie sich im Protest gegen die, die 40 Jahre lang das Werkzeug
der Unterdrückung gewesen sind.
Die Leute haben die Nase voll von Mangelwirtschaft.
Es geht halt nicht ohne Wettbewerb, so nett der Gedanke auch sein mag.
Du und dein neoliberales Gerede.
Den geht's nicht um gefüllte Regale, den geht's um Demokratie! Freiheit!
Entschuldige.
Was ist denn gerade los mit dir?
Ich wünsche mir nur ein bisschen Normalität.
Stattdessen drehen alle durch, inklusive unserer Tochter.
Wie warst du denn mit 16?
Angepasst. Ehrlich?
Aufrührerisch bin ich erst durch dich geworden.
Bist du das? Mhm.
Was ist? Ein entzündeter Leberfleck. Ich habe ihn wegmachen lassen.
Hallo Papa!
So kannst du dir "Amerikanerin" auf die Stirn schreiben!
Willst du sie mal hochnehmen? Wozu?
Ich habe ihr Mamas Namen gegeben.
Setzt du dafür aufs Spiel, wofür wir ... wofür wir ein Leben lang
gearbeitet haben?
Tauchst hier einfach auf. Was hast du Richard erzählt, wo du bist?
Du hättest kein Kind bekommen dürfen. Das macht dich verwundbar.
Ein Freund schickt mich, dich abzuholen.
Wer soll das sein? Er hat Pelmenis gemacht.
* Musik *
* Musik *
Ich weiß nicht, warum ich hergekommen bin.
Man kann mit niemandem reden.
Man muss immer verstecken, was man in Wirklichkeit denkt.
Und mir fehlt das. Die Gemeinschaft.
Glaube mir, ich weiß, wie schwer das alles für dich ist.
Und dass wir beinahe Unmenschliches von dir verlangen.
Aber ich weiß auch, wie stark du bist.
Mhm.
Das Schwerste ist, Distanz zu halten.
Zu was? Zu Hannah. Zu Richard.
Sie dürfen nicht wirklich meine Familie werden!
Doch. Das dürfen sie.
Deine Tochter wird dich nur noch stärker machen.
(Radiosprecher) Aus einer Initiative von Schauspielern und
Mitarbeitern der Ostberliner Theater kommt es heute
zur größten nicht staatlich gelenkten Demonstration in der DDR.
Die Veranstalter rechnen mit bis zu einer Million Teilnehmern.
Die Demonstration beginnt um 10 Uhr vor dem Arena-Gebäude,
vorbei am Palast der Republik und wird mit einer großen
Abschlusskundgebung am Alexanderplatz enden.
Mit Spannung werden Berliner Künstler, aber auch
hohe Parteifunktionäre erwartet.
Unser Begleitschutz ist da, ich sehe zwei.
Die können nichts machen. Wir sind Diplomaten.
Rennen die morgen die Mauer ein oder wollen die, was Gorbatschow will?
Mauern werden so schnell nicht eingerannt, Sir. - Wow.
Was, wenn die Lage eskaliert?
Dann sehen wir uns am Treffpunkt.
Wo ist Betsy?
Zuhause. Bis wir sie fertig geprüft haben.
(Im Hintergrund spricht Steffie Spira)
Ich wünsche, für meine Urenkel, dass sie aufwachsen
ohne Fahnenappell, ohne Staatsbürgerkunde und dass
keine Blauhemden mit Fackeln an den hohen Leuten vorübergehen!
Ist das nicht Markus Wolf? Ja.
(Steffie Spira im Hintergrund)
Wenn sie das tun, was ich jetzt tue, abtreten!
Herr Wolf ... Jeremy Redman. Ich weiß.
Glaubt mir in Langley niemand, dass ich Ihnen hier die Hand schüttle.
Wir alle wollen eine Veränderung in diesem Land.
(Demo-Moderator) Nächster Redner ist Dr. Markus Wolf.
Was sagt man: "Hals und Beinbruch".
Er kann froh sein, dass es hier keine Guillotine gibt.
Wenn wir diesen Weg der Erneuerung mit Mut und Besonnenheit weiter
gehen wollen, dann muss ich hier, an dieser Stelle, mich dagegen wenden,
dass viele Mitarbeiter dieses Ministeriums, die mich lange Jahre
kennen, nun zu Prügelknaben der Nation gemacht werden sollen.
(Demonstranten) Aufhören, aufhören!
Seit dem 9. Oktober ist kein Blut mehr geflossen und wir wollen es
dabei belassen. (Markus Wolf redet weiter.)
Nutzen wir gemeinsam die einmalige Chance, den Sozialismus
mit Demokratie, die das Wort verdient, zu verbinden.
Vielleicht können wir damit Michael Gorbatschow und den Menschen
der Sowjetunion etwas vom Mut und der Hoffnung zurückgeben, die sie
mit Perestroika und Glasnost in unser Land gebracht haben.
Hannah?!
Ist was passiert? Warst du drüben?
Hat dich irgendjemand angesprochen? Hannah!
Geht's deiner Tochter wieder besser?
Ich habe gehört, sie hat einen Freund. In Ostberlin.
Er heißt Jan König.
Und ich weiß nicht, ob sie sich zufällig getroffen haben.
Oder ob ihn die Stasi auf dich angesetzt hat?
Ja, genau.
Die Mauer ist offen.
(TV-Moderator) Guten Abend, meine Damen und Herren.
Ausreisewillige DDR-Bürger können...
... Über einen entsprechenden Regierungsbeschluss wurde in der
TV-Sendung "Die aktuelle Kamera" berichtet.
Ein historischer Tag für die CIA.
Die Menschen können sich jetzt frei bewegen. Und die Informationen auch.
Uncle Sam wird alle gut dafür bezahlen, dass diese Informationen
zuerst bei uns landen!
Ein Hoch auf Perestroika und Glasnost!
(Richard am Telefon - aus der Ferne unverständlich)
* Telefon klingelt. *
Starke?
Regina Reinhold hier. Es geht um Ihre Auslandsreise.
Wir haben jetzt alle Unterlagen zusammen und würden Sie bitten,
bei uns im Reisebüro vorbei zu kommen. Danke.
"Saskia, wir fahren zum Grenzübergang Bornholmer Straße.
Wo bist du? Wir bleiben nicht lang. Richard."
(TV-Moderator) Bornholmer Straße, hier gingen
die Schlagbäume zuerst hoch ...
* elektronische Musik *
(Demonstranten im TV) Die Mauer muss weg!
(TV-Ton) Hunderte Menschen sind auf die Mauer geklettert.
Saskia?
Ich dachte kurz, du bist weg. Mama! Ja?
Ist das nicht der Wahnsinn! Die Mauer ist weg!
Es ist ja schon verrückt genug.
Aber weißt du, wen Hannah getroffen hat?
Hey Mama. Ich möchte dir gerne jemanden vorstellen.
Hallo, ich bin Jan. Von drüben.
Hi. Ich bin Saskia. Die Mutter.
Jani, warte!
Was war das denn? Keine Ahnung.
Ossis. Ich gehe schlafen.
Ich nehme an, das stimmt, was Jan erzählt.
Was machst du wirklich bei der CIA, Saskia?
Wie kannst du deiner eigenen Tochter so was antun?
So was tut doch kein Mensch. Ach nein?
Ich weiß, wie Menschen sind, wenn es um die CIA geht.
Aber doch nicht so ein harmloser Junge.
Und woher weißt du, dass er so harmlos ist?
Wir sind eine Risikogruppe, wenn es um Ost-Kontaktaufnahme geht.
Macht's dir gar nicht aus, wenn deine Tochter mit einem
Diplomatenpass nach Ostberlin geht und irgendein Liebesabenteuer lebt?
Sei nicht so laut, sonst hören dich alle.
Dann mach die Tür zu.
Du bist deiner Verantwortung nicht nachgekommen.
Ich habe nur versucht, Hannah zu beschützen.
Du meinst, dich zu schützen! Vor einem kleinen Punker.
Ich habe uns beschützt.
* Musik *
Ich gehe nicht davon aus, dass er gelenkt wird.
Reiner Zufall, dass sich beide getroffen haben.
Von Washington kommt die Order, den Lauf der Dinge nicht zu stören.
Bush ist naiv.
Keiner außer ihm glaubt an eine Wiedervereinigung.
Ich will aussteigen, Mischa. Verstehe.
Du könntest längst in Moskau sein. Wir hatten alles organisiert.
Du hast dich doch schon lange von unserer Sache verabschiedet.
Du bist der Letzte, der mir fehlende Loyalität vorwerfen kann.
Es wäre anders, wenn ich nicht in dieser verdammten Kartei stünde.
Wer hat mich eingetragen? Wer von uns hat sich damit abgesichert?
Die Kartei ist nicht mehr sicher. Ich bin nicht mehr sicher!
Noch existiert die DDR und das Ministerium für Staatssicherheit.
Aber wie lange noch? Die Leute hassen die Stasi.
Und wenn Modrow die Partei retten will, dann wird er die Stasi
zum Sündenbock machen. Hilf mir, meinen Namen zu löschen.
Deine Akte liegt noch im Archiv der Staatssicherheit.
Von den 63 Mitarbeitern im Archiv haben nur 3 direkten Zugriff auf
die Agentenkartei.
Einen wirst du umdrehen müssen.
Peter Weigel, Angehöriger der HVA seit 1964.
Kann seine Trinkerei nicht unterbinden.
Beeinflussbarkeit ist dadurch gegeben, allerdings birgt
seine Sucht auch ein Risiko.
Hermann Berger, bei der HVA seit '73.
Ihm wird Überheblichkeit vorgeworfen.
Durch materielle Anreize korrumpierbar.
Kai-Uwe Henning. Angehöriger der HVA seit '68.
Geschätzt wegen Durchsetzungsfähigkeit und
unbedingter Linientreue.
1985 meldete er das geringe politisch-ideologische Niveau
seiner Ehefrau.
Die Beratungsstelle hat für die Frau eine harmlose Einbindung
in seine tschekistischen Tätigkeiten empfohlen.
Seitdem ist sie unauffällig und regimetreu.
Der Weg über ihn ist riskant, seine Frau seine einzige Schwachstelle.
* Es klopft an der Tür. *
(spricht Sächsisch) Entschuldigung. Ich bin neu hier.
Ich bin etwas in einer misslichen Lage.
Ich bin übrigens Barbara, Barbara Köhler.
Heide Henning. Hallo.
Hallo. Das ist mir ein bisschen peinlich jetzt.
Unsere Sachen sind noch nicht da und ich habe keinen Spiegel,
keinen Kamm und kein gar nichts.
Und wir sind heute Abend doch so fein eingeladen.
Kann ich vielleicht bei Ihnen? Das anprobieren?
Also, ja. Dann kommen Sie mal rein. Danke.
Hier lang?
Hhmm... Ihr Mann ist nicht...? Nicht, dass er mich hier...
Ach so, nee. Der kommt erst 18.30 Uhr.
Ach, gut. Also, ich würde das hier nehmen.
Es muss nicht gebügelt werden. Ich kriege das nur so schwer hinten zu,
wenn Sie mir mal...?
Ja. Wollen wir uns nicht einfach duzen?
Ich bin die Barbara. Heide.
Wenn du das mal kurz hältst. Ja.
Ich mache das hier jetzt. So, kannst du mir das mal...?
Hierhin? Ja.
Und das kommt? So. Schön!
Ist das schön.
Mhm, das hat mir mein Mann neulich erst geschenkt.
Wo geht man denn hin in so 'nem feschen Kleid?
Das muss aber unter uns bleiben... Wir sind eingeladen,
in die amerikanische Vertretung. Westberlin.
Ohrringe dazu? Ich habe ja noch...
Aber das kannst du mir nicht einfach so erzählen. Hä?
Mein Mann ist Oberst bei der Staatssicherheit. Meiner auch.
Und wir glauben, dass die DDR diese Krise überstehen wird.
Ist es nicht eine fürchterliche Zeit?
Vielleicht hat dein Mann ja Recht und wir lassen uns zu vorschnell
auf die Amerikaner ein. Ich weiß es auch nicht.
Mein Norbert hat ja so viel erreicht, bis zum Major.
Aber jetzt, ... Jetzt glaubt er, dass hier alles zusammenbricht.
Was glaubst denn du?
Ich meine, ich war da. Ich war auch auf'm Alexanderplatz.
Ich habe die Horde gesehen.
Mensch! Ist nie richtig mit meinem Korb voll ... Entschuldige!
Na ja, wir sind hier unter uns.
Du, ich habe noch einen Sekt da, Sollen wir mal?
Ja. Ich bin gleich wieder da.
* spannungsgeladene Musik *
(TV-Moderator) So talented, and so young, and so rich!
Hi! Hello.
Richard Starke. Ich würde gerne zu meiner Frau, Saskia.
Mhm, let me check if she is in office. Danke.
Richard? Ach, Saskia ist nicht hier. Wart ihr verabredet?
Nein. Ich wollte sie überraschen.
Ein paar Dinge besprechen.
Ach, ich weiß auch nicht, wo sie ist.
Tja, dann ... Richard ...?
I know you're a good guy, bitte nimm's mir nicht übel:
Aber ich mache mir Sorgen wegen Saskia.
Ja, sie ist in letzter Zeit etwas angespannt.
An deinem Geburtstag wurde ein Ost-Agent, den wir rüber holen
wollten, umgebracht.
Wusstest du das? Nein. Warum sollte ich das wissen?
Es passierte in der Zeit, als Saskia auf ihr Zimmer verschwunden ist.
Da wollte ich dich fragen: Warst du noch mal bei ihr an dem Abend?
Nein, sie kam irgendwann wieder runter.
Oh, und wann war das?
Tut mir leid, Betsy, aber diese Fragerei ist echt absurd.
Ich muss los. Okay.
Na? Wie war's heute?
Das reine Chaos. Wo kommt die her?
Die hat mir unsere neue Nachbarin geschenkt.
Was für eine Nachbarin? Barbara Köhler.
Sie ist gerade eingezogen. Mit ihrem Mann zusammen. Aus Karl-Marx-Stadt.
Und die kann sich so was leisten?
Du, die hat einfach geklingelt.
Sie sind noch mitten im Umzug und haben noch keinen Spiegel.
Und wollte ein paar Sachen anprobieren.
Ich habe sie für Montag zum Essen eingeladen, mit ihrem Mann.
Das ist übrigens ein Kollege von dir.
Heide, du lädst hier fremde Leute ein, die urplötzlich
an unserer Tür klingen? Da stimmt doch was nicht!
Du, der Mann überlegt, ob er zu den Amerikanern überwechselt.
Barbara ist verzweifelt und wir haben gedacht, vielleicht
kannst du mal mit dem Mann sprechen.
Köhler? Aus Karl-Marx-Stadt?
(englischer TV-Ton im Hintergrund)
Magst du ein Bier, Jan? Gerne.
Jan, ich will mich bei dir entschuldigen.
Schon gut. Ich hab's überlebt.
Ich habe die Lage falsch eingeschätzt.
Das war schlimm, was ich gemacht habe.
Du bist jedenfalls immer willkommen hier.
Danke.
Komm, wir gehen hoch. - Danke für das Essen.
Ich war heute in der Botschaft. Wollte dich abholen. Mmh.
Aber keiner wusste, wo du bist.
Ich darf über laufende Operationen mit dir nicht sprechen.
Montag hat Simon sein erstes Spiel für den neuen Verein.
Montag? Das schaffe ich nicht.
Für ihn wäre es wichtig, dass du auch da bist.
Ich weiß.
Setz dich doch noch kurz mit hin.
Gleich.
* Telefon klingelt. *
Henning. Hallo Heide, hier ist Barbara.
Wegen heute Abend, mein Mann kann leider nicht, der ist verhindert.
Ach ... Ähm ... Wieso das denn?
Genau darüber will ich mit euch reden.
Aber das heißt, du kommst, ja? Ja. Mach das!
Mhm ... Mein Mann wird dir sicherlich helfen können.
Ich habe ihm schon von dir erzählt.
Und es macht euch sicher keine Umstände?
Nein, nein. Überhaupt nicht. Ich, wir freuen uns! Bis heute Abend, ja?
Ja, bis nachher.
Das war sie. Ihr Mann ist leider verhindert, aber sie kommt.
Einen Herrn Köhler gibt es gar nicht. Jede Wette!
Die kann sich 'ne Pfeife anbrennen.
Viel Erfolg, Großer! Und ...
Mach dein Ding. Geht klar.
* Musik *
Come on!
Guten Abend. - Hallo Genosse.
* Saskia atmet laut. *
* Jubel in der Halle *
* TV-Ton im Hintergrund *
* Es klingelt an der Tür. *
Bereit machen!
Haben Sie ein halbes Stück Butter für mich, Genosse Henning?
* getragene Musik *
(TV-Moderator) So hatten sich wohl weder die Veranstalter,
noch die Teilnehmer den Ablauf der Demo zur Schaltzentrale
des ehemaligen MfS vorgestellt.
Von hier wurden in den vergangenen Jahren die Fäden
gezogen für das, was man flächendeckende Beobachtung nannte.
Verbitterung, wie sicher verständlich ist, machte sich
in einer Weise Luft, die viele verschreckte.
Keine Gewalt.
So, gute Nacht, Herr Langmesser.
Passt auf euch auf. Genossen, Nacht.
(TV-Moderator) Und, viele plädierten dafür, die Nerven zu behalten,
nichts zu zerstören, was dem Volk gehöre.
In einigen Fällen ohne Erfolg.
Hast du das gehört, was sie da rufen?
Sie machen uns verantwortlich für das, was schief gelaufen ist.
Die Barbara und ihren Mann, die haben es richtig gemacht.
Sie können jetzt irgendwo neu anfangen.
(TV-Ton) Andersdenkende wird es immer geben in
demokratischen Prozessen.
(TV-Moderator) Drangen heute Nachmittag in das Gebäude ein
und richteten schwere Verwüstungen an.
Alles Ok?
Die haben die Stasi-Zentrale gestürmt.
Lass uns ein Bier drauf trinken!
Ich komme gleich.
(TV-Moderator) Kurz nach 5 wurde das Tor aufgebrochen.
Die Zentrale des Staatssicherheitsdienstes,
das Zentrum der flächendeckende Überwachung wurde gestürzt.
Oberst Henning.
Für wen arbeiten Sie? BND? Die CIA?
Sie operieren hinter feindlichen Linien und werden dies
vor offiziellen Vertretern der DDR zu verantworten haben.
Das denke ich nicht.
Zumal ich Ihnen noch nicht mal ein Angebot gemacht habe.
Jetzt, wo jeder ins Ministerium laufen und Akten mitnehmen kann,
wird sich sicher auch ein anderer finden.
Glauben Sie, dass da relevante Akten aus den Fenstern geflogen sind?
Die CIA hat's nicht so mit dem Glauben. Die schafft ja Fakten.
Ich habe Bezug zu sehr wichtigen Informationen.
Die die Vereinigten Staaten mit Sicherheit interessieren würden.
Und welche sind das?
Darüber möchte ich mit Ihrem Vorgesetzten sprechen.
Warten Sie.
Hermann Berger, Peter Weigel, die Namen sagen Ihnen doch wohl was.
Erst gestern ist ein ranghoher Offizier aus Karl-Marx-Stadt
zu uns übergelaufen, für meine Vorgesetzten sind Sie austauschbar.
Aber ich bin jetzt hier.
Und wenn Sie ein Deal machen wollen, machen Sie ihn jetzt.
Bevor es ein anderer macht.
* Musik *
(Radiosprecher) Spekulationen, dass Provokateure bei der Öffnung
der Stasifestung am Werk waren, lassen sich daher nicht erhärten.
Weißt du, wo dein Vater ist?
Ich weiß nicht, keine Ahnung.
Kannst du mal Hannah holen. Wir können gleich essen.
(Radiosprecher) Wenn die Tore nicht aufgemacht worden wären,
hätte es Tote geben können.
* Telefon klingelt. *
Starke? Hallo Schatz, ich bin's.
Wo bist du? Im Hotel.
Ich musste spontan zu einem Kongress nach Braunschweig.
Für Behringer einspringen. Ich bin morgen Abend wieder da.
Du klingst, als wärst du in einer Telefonzelle.
Das Fenster ist offen. Bis morgen, ja? Ja, bis morgen.
* Musik *
Mein Name ist Peters.
Ich bin Oberst des Ministeriums für Staatssicherheit.
Ich habe brisante Informationen für die US-Regierung.
Es ist sehr viel los, aber ich kann Sie gerne auf die Liste setzen.
Ich bin ein ranghoher Oberst. - Das kann ich notieren.
Wie ist Ihr Name? - Peters.
- Peters. Please. Stay in the line.
* Telefon klingelt. *
Ja? Er ist jetzt da.
Er nennt sich Peters. Gut.
Dann nimm als Nächstes jemanden dran, der nach ihm gekommen ist.
Als nächstes Frau Gisela Heinrich bitte.
Ich bin Oberst des Ministeriums für Staatssicherheit, HVA.
Meine Informationsfeldern sind bestimmt von größerer Bedeutung
als der Zirkus hier.
* Musik *
Sie setzen sich wieder.
Mr. Peters? Kommen Sie bitte?
Mr. Peters? - Peters?
Peters?
Ich kann Ihnen alle Klarnamen von über Tausend Agenten besorgen.
Die Originale sind bereits vernichtet, aber es existiert
noch eine Kopie auf Mikrofilm.
Die werden erst einmal was von Ihnen sehen wollen.
Einsatzprotokolle, Nachweise ... Die CIA pokert gern.
Aber nur, wenn sie im Vorteil ist.
Deswegen möchte ich jetzt mit Ihrem Vorgesetzten sprechen.
Für die Amerikaner sind Sie eine Marionette der Sowjets.
Wenn ich Ihnen einen Rat unter Landsleuten geben darf:
Legen Sie nicht gleich alle Karten auf den Tisch,
sondern eine nach der anderen.
Ich kann Ihnen bei der Verhandlung helfen.
Als Oberst der HVA brauche ich keine Hilfe.
I would like to talk ... I want to talk about ... the conditions.
Lassen Sie uns Deutsch reden.
Ich will zuerst wissen, was Sie uns anbieten.
Ich habe Jahresberichte der HVA über die Aktivitäten unserer Kundschaft
aus den letzten zehn Jahren.
Mit konkreten operativen Aufträgen.
Jahresberichte? Mhm. Besorgen Sie uns eine Probe.
Die Zeit haben Sie nicht.
Seit einer Woche werden täglich sensible Unterlagen aus dem
Archiv zum Sowjetstützpunkt Wünsdorf gebracht.
Alles Weitere ... würde ich gerne mit Ihrer Mitarbeiterin besprechen.
Und wie kommt das?
Ich weiß nicht, was du gemacht hast, er will nur mit dir reden.
OK.
Grüß Gott. Tag.
Verzeihen Sie, es hat sich lange keiner für dieses Grab interessiert.
Sind Sie von drüben?
Ich? Nein. Wie kommen Sie darauf?
Also nicht, weil Sie so aussehen. Die Saskia wollte halt rüber.
Zumindest das letzte Mal, als ich sie gesehen habe.
Entschuldigen Sie, Annette Wirts.
Bin mit der Saskia Kinzel zur Schule gegangen.
Ach, Richard Starke. Ihr Ehemann.
Ist die Saskia auch hier? Nein.
Sie hat ja nicht so ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern.
Und Saskia wollte in die DDR übersiedeln? Ja.
Weil's da halt keine "Faschisten" geben sollte.
Aber das war vielleicht auch nur eine Idee.
Wir haben dann den Kontakt verloren. Also alle.
Keiner da weiß, was aus der Saskia geworden ist.
Sie ist eine Art Kulturbeauftragte.
Ja, das passt.
Sie hat es zwar gehasst, weil ihre Mutter sie gezwungen hat,
aber keiner im Kirchenchor konnte schöner singen als sie.
Sie kann gar nicht singen.
Also früher schon.
Hhmm.
* unverständlicher Funkverkehr *
* Musik *
Es ist vorbei.
Das System kann dich nicht mehr beschützen. Aber der KGB kann es.
Eine Quelle bei der CIA ist für sie Gold wert.
Dafür besorgen sie dir auch die Agentenkartei.
Du hast mir mal vorgeworfen, das Leben nicht gekannt zu haben,
als du dich für uns entschieden hast.
Jetzt kennst du es. Und jetzt sollst du die Wahl haben.
Es gibt da noch jemanden, der dich sehen möchte.
Hallo Papa.
Es tut mir leid, dass ich ..., dass unser ...
Schon gut.
Wir haben es versucht.
Deine Kinder, hast du ein Bild?
Hannah und Simon.
Gut gemacht!
Kann ich das behalten?
Richard?
Du rauchst?
Herr, dir ist nichts verborgen, du schaust mein Wesen ganz.
Du kennst mich bis zum Grund, ob ich mag ruhen, ob gehen ...
Wie geht das Lied weiter, Saskia?
Sag mir bitte, wie dieses Lied weiter geht!
Es ist ein christliches Lied, das du oder Saskia Kinzel, die bis zu ihrem
17. Lebensjahr in einem Kirchenchor Mitglied gewesen ist, kennen muss.
Bis sie mit Anfang 20 als überzeugte Sozialistin in die DDR übersiedelte.
Um ein Jahr später ausgerechnet Amerikanistik zu studieren.
In Westberlin.
Was bin ich für dich? Eine Witzfigur?
Mittel zum Zweck?
Wer bist du?
Tatjana Leschke, das ist mein wirklicher Name.
Ich bin am 14. Januar 1948 in Ost-Berlin geboren.
Und du wurdest von klein an einer Gehirnwäsche unterzogen
und hattest gar keine andere Wahl.
So einfach ist das nicht.
Ich glaube an den Sozialismus, aber nicht an den, der gescheitert ist.
Hast du dich für mich entschieden?
Das haben andere getan.
Du kennst mich bis zum Grund ... Ob ich mag ruhen, ob gehen, sitzen
oder stehen, es ist dir alles kund.
Ich liebe dich, Richard. Und unsere Kinder.
Ich kann das nicht.
Genosse General. Heute Abend soll wieder verladen werden.
Wie viele Fahrzeuge sind eingeteilt?
Drei Lkw. Zu den Russen nach Wünsdorf.
Hol dir eine Tasse Kaffee. - Danke.
Ist alles klar bei euch?
Mhm.
Und wo ist Papa? Habt ihr gestritten?
Er musste früher zur Arbeit.
Na kommt, ihr müsst los.
Bye, Mom.
Lasst euch mal anständig umarmen.
* Telefon klingelt. *
Starke?
Washington ist bereit, auf Ihre Forderungen einzugehen.
Unter einer Bedingung: Sie liefern uns die Agentenkartei.
Unmöglich.
Wir wissen beide, dass nur Einsatzprotokolle wertlos sind.
Wir wollen die Mikrofilme der Agentenkartei.
Wie wollen Sie das machen?
Verpacken Sie die Filme so, dass sie sich von Akten unterscheiden.
Ihr zwei! Mitkommen! Hier.
Die muss nach ganz hinten, und zwar auf den dritten Lkw.
Die Einsatzprotokolle werden wir kopieren. In einer Halle.
Dort stehen heute Nacht 50 Foto-Kopierer.
Der Lkw mit unserem Material wird auf dem Weg eine Panne haben.
Sie werden das den Russen von einer Telefonzelle aus melden.
In Wahrheit übernehmen wir den Wagen in dieser Zeit.
Und kopieren so viel wie möglich. Die Mikrofilme bleiben bei uns.
Moment mal! Was wird das? - Das hat alles seine Richtigkeit.
Kommt, beeilt euch!
Sie müssen den Wagen fahren.
Wie soll ich das bitte machen?
Soll ich denn Mann einfach k.o. schlagen?
Hiermit.
Das ist ein Kontaktgift. Ziehen Sie Lederhandschuhe an.
Und tragen Sie das Gift kurz vor der Berührung auf.
Dann geben Sie den Fahrer die Hand. Das wird ihn ausschalten.
Dann übernehmen Sie den Wagen.
Es ist nicht tödlich.
Ich wünsche eine gute Fahrt. - Danke, Genosse!
Kümmert euch um den Mann! Ich übernehme die Fahrt.
Es ist jetzt 19.12 Uhr.
In 53 Minuten rufen Sie in Wünsdorf an und melden den Zwischenfall.
Bis dahin haben wir die Ladung kopiert und bringen den Laster
wieder zu Ihnen.
Sie fahren wie geplant zu den Russen und liefern die Ladung dort ab,
und bringen den Laster zurück. Gut?
Es wird alles gut.
Bisher haben Sie das wunderbar gemacht.
Ich riskiere meine Zukunft. Nicht Sie!
* Musik *
Sind das Mikrofilme? Die Kiste kommt raus.
OK.
Where do you want it? Darüber.
Gut. Weiter machen. Die Zeit läuft.
OK, Madam.
Kai-Uwe Henning ist auf dem Weg zur Telefonzelle.
Ja, ich packe mal mit an.
* Musik *
* Fenster wird eingetreten. *
* sparsame Musik *
* Schreie *
Genosse Henning!
Ich verhafte Sie wegen Geheimnisverrates.
* Eine Waffe wird geladen. *
Du hast uns fast an der Nase herum geführt.
Warum bist du nicht übergelaufen?
Dann hättest du was davon gehabt. Wow.
Jetzt haben wir den Erfolg, right, Betsy?
* Ein Schuss fällt. *
Die in Moskau hätten mich gelyncht, wenn ich die Mikrofilme
den Amerikanern überlasse.
Armer Colin.
Ralf hat uns informiert.
Du arbeitest für den KGB?
Warum hast du mir von dem Maulwurf erzählt?
Ralf Hummel war ein Risiko.
Du musst dir überlegen, was du jetzt machst.
Redman ist auf dem Weg zu dir.
Bist du nicht zu Hause, wird er dich für das hier verantwortlich machen.
Colin und die Mikrofilme werden spurlos verschwinden.
Wir werden das so aussehen lassen, als ob er der Maulwurf ist.
Dann haben wir beide ein Geheimnis.
* Türklingel *
Entschuldige die späte Störung, Richard.
Ich muss dringend mit Saskia sprechen.
Nein.
Heißt das, sie ist nicht da?
Das heißt, dass du sie jetzt nicht sprechen kannst.
Sie war völlig fertig, als du sie nach Hause gebracht hast.
Ich habe sie ins Bett geschickt.
Du weißt, dass ich nachschauen muss, sei nicht dumm, Richard.
Was wird aus euren Kindern, wenn ihr beide im Gefängnis seid?
Was ist denn los? Jeremy? Ist was passiert?
Let's go.
Danke.
Untertitel: rbbtext 2019 Axel Leu
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