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Original subtitles

(fl�stert) Meinen Sie nicht. Wir sollten jetzt anfangen?

Meine sehr verehrten Damen und Herren.

Darf ich jetzt um Aufmerksamkeit f�r unseren Gastgeber bitten?

Meine achtbar

verehrten.

Geliebten Br�der und Schwestern.

Erstlich will ich euch

danken

f�r eure Freundschaft.

F�r euer Kommen

hierher. Zu mir.

Ich habe es nicht verdient.

Ich...

...habe nun eine Bitte.

Ich m�chte euch bitten.

Es mir nicht zu verargen.

Jetzt. Da mir das Stundenglas

vor Augen steht.

Mache ich ein Gest�ndnis.

Ich...

...bin im Bund

mit Satan

seit meinem 21. Jahr.

Alles. Was ich zustande gebracht habe

seither.

Ist ein Werk des Teufels.

Eingefl��t vom Engel des Giftes.

Denn das...

Au�er...

Au�ergew�hnliche der Kunst wurde unm�glich

ohne das h�llische Feuer unter dem Kessel.

(Bombeneinschl�ge. Explosionen)

(Maschinengewehrsch�sse)

Ist aber die H�lle gleichgesetzt

mit dem Diesseits unserer Gegenwart.

So gehen Nation und Teufel. Faust und Mephisto ineinander �ber

und Jedermann kann beides sein oder werden.

Ich habe es erlebt. Adrian Leverk�hn...

...war mein Freund.

(T�r wird ge�ffnet. Schritte)

Spekulierst du wieder die Elementa. Jonathan?

Du sagst es. Elsbeth.

Seht euch einmal diese gro�en

und ausnehmend bunten Falter an.

Sie fliegen in ihrem herausfordernden Kleid ganz gem�chlich dahin.

Ohne sich je vor einem Feind zu verstecken.

Lhr Saft hat n�mlich einen so abscheulichen Geruch und Geschmack.

Dass solch ein Falter. Versehentlich geschnappt.

Sogleich wieder ausgespien wird.

In der Natur wei� man demnach von der Ungenie�barkeit dieser Ekel.

Also sind sie sicher.

Traurig sicher.

Wunderbar.

Elsbeth!

Das herrliche Azurblau. Das dieser lycaena icarus zur Schau tr�gt.

Ist eigentlich keine wirkliche und echte Farbe.

(Elsbeth) Wieso das? - Weil. Musst du wissen.

Die Sch�ppchen auf den Fl�geln alle anderen Farben schlucken.

Sodass nur das Blau sichtbar bleibt.

Also ist es Trug.

Dann w�re das Blau des Himmels auch Trug. Elsbeth.

Oder kannst du mir den Farbstoff nennen. Von dem es kommt?

Wie hei�t denn der. Herr Leverk�hn? Der in der Mitte oben.

Das ist...

...Hetaera Esmeralda.

Sie liebt den d�mmernden Laubschatten.

In durchsichtiger Nacktheit.

Ja. In durchsichtiger Nacktheit.

Das ist kurios. Das hei�t. Es ist nichts Kurioses dabei zu finden.

Aber wenn man sich selber so manches zusammenbastelt. Wie ich es tue.

Dann ist es kurios. Wie alles zusammenh�ngt und im Kreis herumf�hrt.

(Adrian) Wei�t du. Was ich finde? Musik ist zweideutig.

Nimm diesen Akkord oder diesen da.

Diese Akkorde haben keine feste Tonart.

Es ist alles Beziehung und die Beziehung bildet den Kreis.

Guten Tag. Herr Leverk�hn.

Das versuchst du aber nicht zum ersten Mal. Neffe. - Wie meinst du. Onkel Niko?

Stell dich nicht so.

Du musizierst ja. - Ich st�mpere doch nur so.

Wie du eben in die Mollunterdominante gekommen bist.

War ganz durchtrieben. Macht es dir Spa�? - Ach. Wei�t du. Onkel...

Na. Offenbar.

Ich werde dir was sagen. Neffe. Wir wollen doch unser altes Harmonium.

Auf dem ohnedies niemand spielt. Hinauf in dein Zimmer stellen. Ja?

Da ist es dir dann zur Hand. Wann immer du Lust hast.

Du bist sehr freundlich. Onkel Niko. Aber es ist ganz gewiss so viel M�he nicht wert.

Dass du mir Kost und Logis gibst. Ist schon �bergenug.

Und noch eins. Neffe. Du solltest Klavierunterricht nehmen.

Da hast du dann ein Fundament f�r deine Luftschl�sser.

Also. Ab morgen nun jeden Nachmittag um vier in meiner Wohnung.

Seid drinnen mit dem Glockenschlag.

Valet! - Valet.

(Orgelmusik)

(Schreie)

Willst du beichten?

Nein.

(Klaviermusik)

Ja. Ja. Du kannst gut werden. - Ich?

Hierbei handelt es sich um Mozart. Nicht um mich. Das ist ein kleiner Unterschied.

Nein. Nein. Nein! Du kannst gut werden.

Weil du die Musik liebst. - Wirklich? Tu ich das?

Halten Sie denn die Liebe f�r den st�rksten Antrieb. Herr Kretzschmar?

Wei�t du einen st�rkeren?

Ja. Das Interesse.

Darunter verstehst du wohl eine Liebe. Der man die W�rme entzogen hat?

Aber jetzt h�r zu. Das hier. Das wird deine Welt. Adrian.

H�r zu.

Noch mal.

Und hier:

Fiorituren und Kadenzen.

Der Schein wird weggeworfen!

Da! Die Kunst wirft den Schein weg!

Weg! Die Konvention bleibt stehen!

Und kein dritter Satz bei der 111.

Machen Sie meinen Jungen nicht eitel. Herr Kretzschmar.

Begabung ist ein Geschenk des Himmels. - Nur der Lumpe ist bescheiden.

Aber Sie haben Recht. Nat�rliche Verdienste

sind Verdienste Gottes um uns. Nicht unsere eigenen.

Und es ist Luzifer. Der st�ndig danach trachtet. Es uns vergessen zu lassen.

Weil er selbst durch Hochmut zu Fall gekommen ist.

Oh. Das ist ein arger Gast und ein br�llender L�we.

Der geht und sucht. Welchen er verschlinge.

Du. Adrian. Du geh�rst zu denen. Die allen Grund haben.

St�ndig auf der Hut zu sein vor seinen Schlichen.

Aber du wirst dem B�sen widerstehen. Wenn du immer daran denkst.

Dass Selbstgen�ge dem Abfall gleichkommt

und dem Undank gegen den Spender aller Gnaden.

Was vermeide ich denn die Wege. Wo die anderen Wanderer gehen.

Habe ja doch nichts begangen. Dass ich Menschen sollte scheuen.

(Gesang) Was vermeide ich denn die Wege,

wo die anderen Wanderer gehen,

suche mir versteckte Stege

durch verschneite Felsenh�hen.

(Nachrichtensprecher) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Deutsche U-Boote haben im Nordatlantik einen feindlichen Geleitzug angegriffen

und dabei 14 Schiffe mit 69.893 Bruttoregistertonnen versenkt.

(Gesang) Habeja doch nichts begangen,

dass ich Menschen sollte scheuen...

(Zeitblom) Ja, ich habe Adrian geliebt, schon als Knabe,

habe ihn geliebt mit Entsetzen und Z�rtlichkeit

und wenig dabei gefragt, ob er im Mindesten mir das Gef�hl zur�ckg�be.

(Beamter) Sie sind wann geboren. Herr Leverk�hn?

Am 15. Oktober 1885.

Und wo? - Auf dem Buchelhof.

Gemeinde Oberweiler

im Kreis Wei�enfels.

Konfession? - Protestantisch.

Bei welcher Fakult�t wollen Sie sich immatrikulieren?

Theologie.

(Schleppfu�) Also ist der B�se selbst

ein unvermeidliches Zubeh�r

der heiligen Existenz Gottes.

Wie sich denn auch im Sch�pfungsakt

eine gewisse logische Unvollkommenheit

seiner Allmacht und Allg�te zeigt.

Denn was er nicht gekonnt hatte.

War. Der Kreatur. Also dem. Was er aus sich entlie�.

Die Unf�higkeit zur S�nde anzuschaffen.

Fr�mmigkeit und Tugend bestehen also darin.

Von der Freiheit. Die Gott dem Gesch�pf als solchem hatte gew�hren m�ssen.

Einen guten Gebrauch.

Das hei�t. Keinen Gebrauch zu machen.

Aber...

Aber was w�re das Gute

ohne das B�se?

Es w�re von vergleichsloser Qualit�t.

Das B�se ist weit b�ser.

Wenn es das Gute. Das Gute weit sch�ner.

Wenn es das B�se gibt. Heiligkeit. Meine Herren.

Ist ohne Versuchung nicht zu denken.

Deshalb hat Gott dem Satan gr��ere Hexenmacht zugestanden

�ber den Beischlaf als sonst �ber jede menschliche Handlung

und geduldet. Dass der Fluch der Geschlechtlichkeit

dem Weibe zugew�lzt wurde.

Sodass es zum Spruch kommen konnte:

"Ein sch�nes Weib ist wie ein goldener Reif

in der Nase einer Sau."

(Lachen. Beifall)

Ich danke Ihnen. Meine Herren!

Lhr ganz ergebener Diener!

(Schaffner) Halle / Saale! Drei Minuten Aufenthalt!

Halle / Saale! Drei Minuten Aufenthalt!

Ich freue mich. Dass du bereit bist. Jena Adieu zu sagen.

Es ist mir nicht sehr schwer gefallen. Kann ich doch jetzt Zeuge sein.

Ob und wie es dir gelingt. Deinen Intellekt im Religi�sen einzufrieden.

Wieso im Religi�sen? Ich studiere Theologie.

Was ist das. "Freiheit"?

Nur das Gleichg�ltige ist frei.

Das Charakteristische ist niemals frei.

Es ist gepr�gt. Determiniert

und gebunden.

Gibt es etwa freie Musik

oder liberale Theologie?

Das w�re ein h�lzernes Eisen. Ein Widerspruch in sich selbst.

Acht. Eins.

Sechs. Drei.

F�nf. Sieben.

Vier. Neun. Zwei.

Man k�nnte vorschreiben.

Dass sich kein Ton in dieser Reihe wiederholen soll.

Bevor die anderen nicht erschienen sind.

Ich verstehe nicht. Was f�r eine Reihe ist das?

(Klaviermusik)

Lauter Teufelsquinten.

Und das "S" wie Satanas.

Mir scheint. Du hast dich w�hrend des letzten Jahres mehr mit Musik

als mit Theologie befasst.

Musik ist Tatkraft an sich

und insofern fast eine Definition Gottes.

/mitatio Dei.

Mich wundert. Dass es nicht verboten ist.

(Klaviermusik)

Lhr ganz ergebener Diener!

Doktor Schleppfu�. Einer meiner Professoren.

Am besten ist es auch hier. Dass man nur einen h�rt

und auf des Meisters Worte schw�rt.

(Stimmengewirr)

Verbum peto! - Habeas!

Hohe Corona! Werte Versammlung!

Hier bringe ich euch den Serenus Zeitblom.

Sohn des Apothekers Wolgemut Zeitblom zu Kaisersaschern.

Mein Freund hat sich entschlossen. Die Brust der Alma Mater Hallensis anzunehmen

und sein Studium der Philologie

hier bei uns fortzusetzen.

Ich bitte. Ihn als Gast zu begr��en. - (Kumpf) Wer kegeln will. Muss aufsetzen!

Ad sedes!

Multae causae sunt bibendi, ihr achtbaren und w�rdigen Herren!

Wohl bekomm's!

(Kumpf) Oder sollen wir gar der Weltfreude entsagen. Weil unser Leben

dem Studium der Heiligen Geschrift gewidmet ist? - Nein! Nein!

Potz Fickerment. Niemalen!

So wahr ich Ehrenfried Kumpf hei�e!

So h�rt denn diese Geschichte. Ohne alle Bem�ntelung und Gleisnerei.

Warum das Wasser gef�hrlich.

Dem Papst zu Rom ist ein Meerwunder gebracht worden.

Das hat geleuchtet und halb ausgesehen wie ein Mensch.

Ich meine. Zur H�lfte wie eine Jungfer.

Da es aber gefangen war. Wollte es nicht essen noch trinken

und weil es drohte zu sterben. Hat es der Papst nochmalen besehen

und gesagt: "Lieber Gott!

Wie bist du so wunderlich mit den Kreaturen auf Erden."

Da hat das Meerwunder angehoben und gesagt:

"Noch viel wunderlicher in dem Wasser."

Das ist der Teufel gewest. Denn er wohnt in den Wassern!

(Alle) Bravo! Bravo!

Soweit der Kommentar unseres trefflichen Doktor Martinus.

Ergo gaudeamus!

Ergo bibamus!

(Alle) Prost! Prost!

Auch wenn er dabei steht. Der Speivogel.

Der traurige. Saure Geist und es nicht leiden mag.

Dass unsere Herzen fr�hlich sind in Gott bei Sang und Trank.

Soll uns aber nichts anhaben.

Der Kernb�sewicht. Mit seinen listigen und feurigen Pfeilen!

Apage!

Cum grano salis.

Steh. Kerl. Oder ich ziehe dir die Hammelbeine lang!

Jawohl. Herr Wachtmeister.

Gestatten. Herr Wachtmeister. Den Einj�hrigen Zeitblom ansprechen zu d�rfen? - Jawohl.

Einj�hriger Zeitblom. Sie kommen nach Dienstschluss in die Amtsstube.

Recommandierter Brief f�r Sie. - Jawohl. Herr Obergefreiter.

(Adrians Stimme) Ehrbar, lieber Herr Ballisticus!

/ch danke dir f�r den hochkomischen Bericht von deinen jetzigen harten Bewandtnissen,

deinem Springen, Striegeln und Putzen.

Will dir daf�r mit einer recht schimpflichen Posse erwidern,

dass auch du was zu wundern und zu lachen hast.

Also, damit du wei�t, was zwischen mir und dem Satan vorgeht:

/ch habe die Heilige Schrift unter die Bank gelegt und bin nach Leipzig gezogen,

um dort das Konservatorium zu besuchen. Gleich bei Ankunft am Bahnhof

war da ein Dienstmann, der sich als Fremdenf�hrer anbot.

Sie gehen zuerst zur Pauls-Kathedrale. Beautiful Kreuzgang. Extrement interessant.

Hat der Kerl mir alles gezeigt. Nach drei Stunden war ich m�de und hungrig.

Ein gutes Gasthaus?

Ein gutes Gasthaus. Aber nicht allzu teuer. Wenn m�glich.

Venez, Monsieur.

Hier ist es. Sie werden zufrieden sein.

Ich bekomme zwei Mark f�r meine Dienste.

Da. - Danke.

Guten Appetit!

Bienvenu, Monsieur.

Enchant�e de vous voir.

Es ist das erste Mal. Dass Sie uns geben die honneurs, n'est-ce pas?

Bitte mir zu folgen.

Darf ich Ihnen meine Damen vorstellen?

Lulu. Ninette.

Isabel. Helene et...

...Vera.

Sie haben die Wahl. Monsieur.

In durchsichtiger Nacktheit.

Hetaera Esmeralda.

...schlage ich mich zur�ck aus der Lusth�lle, vorbei an den T�chtern der W�ste,

den Morphos, Glasfl�glern, Esmeralden,

renne weiter die Stufen hinab auf die Stra�e, ohne das Gel�nder nur anzufassen.

Da hast du den Fetzen, der mir zugesto�en.

Ecce Epistola! Amen hiermit und betet f�r mich.

Dass du dies hier sofort vernichtest, versteht sich.

(leise) Betet f�r mich... Sofort vernichtest...

(Fliegeralarm. Bombeneinschl�ge)

(Zeitbloms Stimme) Der Deutsche liebt das Schicksal, wenn es nur eines ist,

und sei es der Untergang.

Wie kommt man ins Freie?

Wie sprengt man die Puppe und wird zum Schmetterling?

Hetaera Esmeralda.

(Klaviermusik)

"A"...

"e"...

"Esmeralda"...

(singt) O lieb M�del,

wie schlecht

bist du.

(Adrian) Glaubt nicht. Gute Br�der

und Schwestern.

Glaubt ja nicht. Dass

die Errichtung...

die Errichtung dieses Paktes

einer Verschw�rung bedurft h�tte.

Einer Verschw�rung.

Jedwede Tat ist genug.

Jede Tat.

Es bedarf keiner besonderen.

Ausdr�cklichen Huldigung.

Denn es war nur

ein Schmetterling.

Hetaera Esmeralda,

die es mit ihrer Ber�hrung mir angetan.

Der ich nachfolgte

in den d�mmernden Laubschatten.

Den sie so liebt in ihrer durchsichtigen Nacktheit.

Nein. Lada ist nicht mehr bei uns. Schon ein halbes Jahr nicht mehr.

Fragen Sie Madame. Sie ist oben.

Alors, un jour, Lada musste ins Hospital wegen eines kleinen Defekts.

Et apr�s, elle etait tr�s gentille,

mais je dois �tre s�r, dass meine Damen...

Vous comprenez? Also.

Wir haben uns...

...getrennt.

Ist sie noch hier in Leipzig?

Sie ist zur�ck in ihre Heimat. - Sie wissen. Wo sie lebt?

Oui, car... Sie hat ein kleines Schmuckst�ck bei uns vergessen.

Wir haben es nachgeschickt.

Piqu�,

et encore une fois piqu�... - Geben Sie mir ihre Adresse.

: : : coeur:

Un instant, s'il vous pla�t.

Voil� Sarajevo!

Sie k�nnen das behalten. Monsieur.

Wissen Sie. Wo das ist? - (Jugoslawisch)

(Jugoslawisch)

Ich... Ich bin...

...deinetwegen gekommen.

Nur um dich zu sehen.

Esmeralda.

Du darfst es nicht.

Nicht mich lieben.

Ich bin krank.

(Muezzin ruft zum Gebet)

Ulcus durum,

dubium non est quin.

Da gibt es �berhaupt keinen Zweifel.

Also. Was hat zu geschehen. Doktor Erasmi?

Wir machen eine Schmierkur. Damit wir das Quecksilber in die Blutbahn bekommen.

Nun. Es wird schon wieder werden. Legen Sie sich erst mal hin.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Aber eine einzige Spyroch�te eine Syphilis.

Aber das sage ich Ihnen. Jetzt hei�t's h�llisch aufpassen.

Sie wissen schon. Was ich Ihnen sagen will.

Der Morbus gallicus. Der hat es in sich. Der ist heimt�ckisch. Herr...

Na. Wie hei�en Sie denn gleich? Leverk�hn!

Und jetzt kommen Sie jeden Nachmittag. Jeden Nachmittag um vier.

(Adrian Leverk�hn spielt Klavier)

(Singt) Und alle Liebeswunden,

die brachen auf in mir.

Als ich dich endlich gefunden,

ich lebt und starb in dir,

in dir.

O lieb M�del,

wie schlecht bist du.

Sehr sch�n. Adrian. Und sehr traurig.

Desto besser. Wenn es schon etwas taugt.

Was ist mit dir? - Schon gut.

Es geht vor�ber.

Es ist nichts. Gar nichts.

Es geht vor�ber.

(Dr. Zimbalist) Ach. Der Herr aus Schaffhausen.

Wie bitte? - Ich meine. Des Reinfalls wegen.

Sie brauchen gar nichts zu sagen. Sie waren Patient

meines hingeschiedenen Kollegen Erasmi. Ein guter Mensch. Aber ein schlechter Therapeut.

Nun. Mittlerweile ist er ja aus dem Verkehr gezogen. Kommen Sie.

Dem Lustgarten ist es zu verdanken... Ich spiele nicht auf lhr Abenteuer an.

Herr Leverk�hn. Den Professor Lustgarten meine ich.

Dessen Wissenschaft keinen Unterschied kennt zwischen ganz ordin�ren Bakterien

und denjenigen. Die meinen Beruf so lukrativ machen.

Diesem Lustgarten also ist es zu verdanken. Dass viele meiner Kollegen glauben.

Man k�nne dem Mitbringsel des Christoph Columbus mit Salbengeschmiere beikommen.

Pustekuchen. Mein Lieber! Ich werde Ihnen und lhrem Problem

ganz anders zu Leibe r�cken.

Mit h�bschen kleinen Spritzen n�mlich.

Nicht in den Arsch. Nein. Sie k�nnen die Hose anbehalten.

Machen Sie blo� die linke Wade frei. Das Bein. Auf dem der Teufel hinkt.

Ich finde �brigens. Johannes Schneidewein

einen sehr ordentlichen Menschen.

Ich stimme mit dir �berein. Er hatte Recht. Um die Hand deiner Schwester anzuhalten.

Sie zum christlichen Weib zu begehren. Wie wir Theologen sagen.

Wir haben dem Teufel die fleischliche Vermischung weggeschnappt

und ein Sakrament daraus gemacht.

Ursel im wei�en Sterbekleid der Jungfr�ulichkeit.

Es tut mir leid. Ursel.

Aber der Zug wartet nicht.

Danke sch�n f�r alles.

Leb wohl.

Es ist sehr sch�n von euch. Herr Schwager. Dass lhr zu unserer Hochzeit gekommen seid.

Und habt eine gute Zeit in M�nchen. - Danke. Auf Wiedersehen.

Lass bald von dir h�ren. Wie du alles vorgefunden hast.

Du brauchst dir um mich keine Sorgen zu machen.

Ich habe ein sehr angenehmes Quartier gefunden

bei der Witwe eines bremischen Senators.

Frau Rodde ist offenbar den anonymen Bestechungen

der bayerischen Metropole erlegen. Wie ich.

Auf Wiedersehen. Adrian.

Auf Wiedersehen.

Vater.

Du verl�sst uns?

(Riedesel) Bei uns regiert immer noch Prinzregent Luitpold.

Prinzregent Luitpold und nicht einer von Shakespeares K�nigen.

Guten Abend. Liebe Frau Senator. - Frau Senator!

Gestatten. Lieber Hausherr. Ich habe. Lhr Einverst�ndnis voraussetzend.

Unseren neuen Mieter mitgebracht: Doktor Leverk�hn. - Guten Abend.

Bullinger. Hocherfreut. Ich bin Ihnen sehr dankbar. Verehrteste Senatorin.

Dass Sie uns die Mitglieder lhres Freundeskreises nicht vorenthalten.

Aber gewiss doch. - Es ist immer eine Bereicherung.

(Rodde) Wissen Sie. Es ist immer ein gro�es Vergn�gen. Bei Bullinger zu Gast zu sein.

Ich finde es so nett hier.

Sie gefallen sich wohl nicht. Herr Schildknapp?

Bedingt. Nur sehr bedingt.

Von der Natur um Bildung falsch betrogen. Entstellt. Verwahrlost...

...zu fr�h gesandt in diese Welt des Atmens. - Oh. Ich staune. Fr�ulein Rodde.

Der Dritte Richard war eine der Lieblingsrollen meines Schauspiellehrers. Deshalb.

Ah. Ich verstehe. Entschuldigen Sie mich. Bitte.

(Adrian) Ein unglaublicher Mann. Dieser Richard Strau�.

Der Revolution�r als Sonntagskind. K�nnte man sagen.

Zuerst traktiert er sein Publikum mit Affronts und Dissonanzen.

Und dann vers�hnt er es wieder mit einer einfachen Melodie.

Avantgarde und Erfolg Arm in Arm.

Das ist wirklich bemerkenswert.

Ich bekam gestern zuf�llig die Partitur lhrer Suite "Meerleuchten" in die Hand.

Ach ja. Eine Finger�bung. Sonst nichts.

Es kommt mir vor. Als ob beinahe alle.

Nein. Alle Mittel der heutigen Kunst

zu nichts anderem mehr taugen als zur Parodie.

Wenn einem doch nur der Durchbruch gel�nge

in eine Welt neuen Gef�hls.

Aus geistiger K�lte in eine Welt neuen Gef�hls.

Ich finde lhre Suite sehr sch�n. Sehr interessant.

Als aus�bender Musiker wei� ich... - Lassen Sie sich mit unserem Freund Schwerdtfeger

nicht ein. Sonst bittet er Sie noch. Dass Sie ein Cellokonzert f�r ihn schreiben.

Mit dem er sich in der Provinz h�ren lassen kann.

Sie sind gegen mich. Ines. Womit habe ich das verdient?

Ich habe keinen leichten Stand bei Fr�ulein Rodde.

Hoffentlich ist sie zu Ihnen. Der Sie T�r an T�r wohnen. Gn�diger.

(Adrian) Ah. Schildknapp!

Haben Sie sich inzwischen �berlegt. Ob Sie mir das Libretto

von "Verlorene Liebesm�h" einrichten wollen?

Mirth cannot move a soul in agony, et cetera. So etwas w�re schon reizvoll.

Man sollte... Wenn ich blo� Zeit h�tte und arbeiten d�rfte. Statt schuften zu m�ssen.

Eine �bersetzung nach der anderen. Finally. Ich bin gezwungen abzusagen.

Sie m�chten eine Oper schreiben?

Ja. Irgendwann einmal.

Aber wie Sie h�rten. L�sst man mich mit dem Text im Stich.

Und was arbeiten Sie jetzt gerade?

Ich habe eine Sinfonie beendet. Eine Sinfonie mit einem Satz.

Welche. Erstaunlich genug.

In Salzburg uraufgef�hrt werden soll.

(Gesang) Einen kenne ich,

wir lieben ihn nicht.

Einen meine ich,

der die Schwerter zerbricht.

Tod, so hei�t er

und die Geister beben vor ihm,

dem schrecklichen Held.

Du h�ttest dabei sein m�ssen! Die Matinee war ein Riesenerfolg.

Aber. Herr Kretzschmar. Alles ist doch schon einmal dagewesen.

In jeder beliebigen Form. Ich bin ein Epigone!

Epigone!

Das ist doch Koketterie. Du zierst dich jetzt. Adrian.

Epigone! Nat�rlich hast du Vorbilder.

Aber das sind doch Vorbilder. Die gilt es zu �bertreffen.

Nein. Geh deinen Weg weiter.

Die Kunst schreitet fort. Geh deinen Weg!

Und wenn es sein muss. Auf Leben und Tod!

Doktor Leverk�hn?

Entschuldigen Sie. Wenn ich Sie hier aufsuche. Sie st�re.

Ich war in lhrem Konzert. Wunderbar. Wunderbar. Gratuliere. Gratu...

Wie... wie Gustav Mahler.

O muse,

o alto ingegno,

or m'aiutate!

(Stimme) Sprich nur Deutsch! Ich verstehe es.

Manchmal verstehe ich �berhaupt nur Deutsch.

Ist so recht meine Lieblingssprache.

Wer antwortet da?

Der. F�r den du mich h�ltst.

Sammael?

Der Engel des Giftes. Wenn du so willst.

H�bsch. Die Idee mit dem Buchstabensymbol in deinen Noten. Ausgezeichnet!

"H-e-a-e-es"...

Hetaera Esmeralda!

Du. Mein Lieber. Hast wohl gewusst. Was dir fehlte.

Sonst w�rst du nicht hingefahren zu ihr und h�ttest dir die lieben Franzosen geholt.

(Adrian) Schweig!

(Stimme) Schweigen?

Wir schweigen ja schon an die f�nf Jahre lang.

Das geh�rt sich nicht f�r Leute. Die miteinander im Vertrag sind.

Das Stundenglas ist gestellt. Der rote Sand hat zu rinnen begonnen!

Wir geben Zeit. Verkaufen Zeit.

Reichliche Zeit. Gro�e Zeit. Verteufelte Zeit.

Da mag einer zum Genie werden. Nur am Ende ist er unser.

Das will ausgemacht sein von Mann zu Mann und ausdr�cklich.

Bedenke: Wir liefern das �u�erste. Erleuchtung liefern wir.

Entfesselung. Sch�pferische Freiheit. Macht und Triumphgef�hl.

Glaub mir. Es ist nicht so leicht. In die H�lle zu kommen.

Wir h�tten l�ngst Raummangel. Wenn Hinz und Kunz hineink�men.

Aber dein theologischer Typ. So ein abgefeimter. Hoffertiger Kopf.

Das m�sste schon mit Kr�utern zugehen. Wenn der nicht des Teufels w�re.

So richteten wir es ein. Dass du uns in die Arme liefest.

Will sagen. Meiner Kleinen. Der Esmeralda.

Und dass du dir die sch�ne Krankheit holtest.

Nach der dich mit Leib und Seele und Geist verlangte.

Nur weiter meiner Spur nach. Adrian Leverk�hn!

Wir sind im Vertrag.

Mit deinem Blut hast du den Pakt bezeugt und dich gegen uns versprochen.

Du bist auf uns getauft!

Dies Treffen gilt der Konfirmation.

Was soll das?

Gilt der genauen Abrede.

Und wie viel Zeit bleibt mir noch?

(Stimme) Volle 24 Jahre ab dato recessi.

Bis dahin wollen wir dir untert�nig und gehorsam sein.

Unter einer Bedingung:

Du darfst nicht lieben!

Nicht lieben?

Armer Teufel. Du denkst. Du kannst mir die Lust untersagen?

Diese Krankheit. Dieses �bel. Das ich mir zugezogen habe

und weswegen du sagst. Ich sei dir versprochen.

Was ist denn die Quelle davon? Die Liebe.

Sie ist doch die Quelle. Wenn auch die von dir vergiftete Liebe.

(Stimme) Meine Bedingung ist klar und rechtschaffen.

Bestimmt vom legitimen Eifer der H�lle:

Liebe ist dir verboten. Insofern sie w�rmt.

Dein Leben soll kalt sein!

Kalt wollen wir dich!

In die Flammen des Sch�pferischen wirst du fl�chten aus deiner Lebensk�lte.

Und aus den Flammen zur�ck ins Eis.

(Stimme) So sei es.

Ganz ergebener Diener!

(Gesang)

Ein Requiem.

Ich bin stolz auf dich. Adrian. Und f�rchte nicht.

Dass ich je bereuen muss. Dich zur Musik gebracht zu haben.

Aber du wirst es schwer haben.

�u�erlich wie innerlich.

Und das ist recht so.

Denn nur die Kunst kann einem Leben Schwere verleihen.

Nur die Kunst!

An diesen Sommer wird man noch lange denken. - Ja. Herrlich.

Gl�hend wie nie zuvor. - Nein. Nicht deshalb.

Sondern? - Die Sch�sse in Sarajevo.

Du meinst. Es gibt Krieg?

Die Leute werden jubelnd ihre pers�nlichen Sorgen

mit dem allgemeinen Unheil vertauschen.

Wie sind deine Pl�ne? - Ich wechsele den Standort. Um es milit�risch zu sagen.

Und �bernehme nach den Ferien die 9... Klasse am Freisinger Gymnasium. Als Ordinarius.

Daraus wird nichts. Zeitblom.

Der Kaiser verzichtet nicht auf einen Leutnant der Reserve.

Genauso wenig wie deine Sch�ler auf das Notabitur verzichten werden

und sich lieber totschie�en lassen f�rs Vaterland.

(Wirtin) Kasper. Halt still. Halt's Maul! - Na? Was macht denn der brave Hund?

Sie haben aber Mut! Die meisten Leute haben n�mlich Angst vor dem Vieh.

Erst neulich. Als unser Kaplan zum Kaffee da war. Hat er gesagt:

"Ich f�rchte den Hund." - Ja. Ja. Das glaube ich schon.

Kriegt man bei Ihnen etwas zu trinken? - Gehen Sie nur hinein. Die Frau ist im Haus.

Das ist die Abtsstube.

Abtsstube hei�t's.

Weil der Hof doch fr�her zu einem Augustinerkloster geh�rt hat.

Aber jetzt sitzt schon bald seit 100 Jahren

die Familie von meinem seligen Mann drauf.

Hier l�sst sich durchaus leben.

Was sagst du dazu. Zeitblom?

Wenn es dir nicht zu abgeschieden ist?

Das suche ich ja gerade. Diese Abgeschiedenheit.

Zum Verdruss deines M�nchner Circles. Wie ich f�rchte.

Was hindert mich daran. Mal in die Stadt zu fahren. Von Zeit zu Zeit?

Mein Name ist Adrian Leverk�hn.

Und ich bin die Frau Schweigestill.

Frau Schweigestill. Ich befasse mich mit Musik.

Damit Sie wissen. Mit wem Sie es zu tun haben.

Denn ich will Sie fragen. Ob Sie mir dieses Zimmer geben k�nnen

und ein anderes zum Schlafen. Vielleicht eines im Oberstock?

F�r eine l�ngere...

Nein. F�r eine lange Zeit.

Wenn Sie damit einverstanden sind. Sollten wir auch �ber das Kostgeld sprechen.

(Sprecher) Berlin, den 31. Juli 1914.

Der Kaiser hat das Reichsgebiet in Kriegszustand erkl�rt.

Der Zustand drohender Kriegsgefahr bedingt alle milit�rischen Ma�nahmen an der Grenze

und zum Schutz der Eisenbahnen, das Verbot der Ver�ffentlichung von Nachrichten

�ber milit�rische Ma�regeln und bedeutet den Belagerungszustand.

(Gesang) Heil dir im Siegerkranz,

Herrscher des Vaterlands,

(Explosionen)

Heil, Kaiser, dir!

Es ist zum Verzweifeln.

Gaston schie�t auf den Hans.

Hans auf Gaston.

Und alle zwei sind meine Neffen.

Ein gutes Neues Jahr. Die Herrschaften! - Von mir auch ein gutes Neues Jahr.

Ein gutes Neues Jahr. - Ihnen auch. Frau Schweigestill.

Und dass bald Frieden wird!

H�tten doch Weihnachten wieder daheim sein sollen. Mein Sohn und die anderen alle.

(Frau Scheurl) Trinken wir darauf. Dass alle wohlbehalten zur�ckkehren.

Auf unser Gl�ck. Schlie�lich sind wir bisher vom Heldentum verschont geblieben.

Das bleibt bevorzugt den Gymnasialprofessoren vorbehalten.

Wie meinem Freund Zeitblom. Er ist statt unser gegangen.

Trinken wir.

Auf die Kultur. Trotz allem.

Als ich zu Bett ging.

Da das Blei gegossen in der Silvesternacht.

Bat ich zu Gott.

Dass er den Ritter mir im Traum zeige.

Eins. Neun.

Vier. Drei.

19.43.

Lieber Gott. Rudolf!

Wenn Sie nur nicht diese strahlende Erl�sermiene aufsetzen wollten.

Sobald Sie kommen. Ich versichere Ihnen. Ich habe genug getanzt.

Sie sind gar nicht gemeint. Clarissa.

Herr Professor. Sie gestatten. Dass ich mit lhrer Frau...

Aber gern. Mein Lieber. Ich freue mich. Wenn Ines... nehmen Sie sie hin.

(Frau Rodde) Tja. Lieber Doktor. Die Sitten werden immer lockerer.

Das werden Sie wohl kaum mitbekommen in lhrer l�ndlichen Abgeschiedenheit.

Ich meine. Dass die Menschen einfach Angst haben.

Angst vor dem Leben und Angst vor dem Sterben.

Und dabei wissen sie nicht. Woran sie sich halten sollen.

Verachten. Verwerfen Sie mich. Rudolf. Ich liebe Sie.

Es ist... mein Gott. Was m�ssen Sie nur von einer verheirateten Frau denken.

Die so etwas sagt?

Ich... ich verehre Sie seit langem. Mehr noch. Ich...

Aber es wird Sie bestimmt ungl�cklich machen. Wenn wir...

Ich meine. Wenn es sein sollte. Dass wir beide...

Es sind schon so viele ungl�cklich.

Was ist mit dir? Ich m�chte dich mit K�ssen t�ten.

(Clarissa) "Willst du dein Leben ehelos vergeuden.

Damit nicht eine Witwentr�ne f�llt?

Ach. Wenn du kinderlos dann m�sstest scheiden.

Bangt um dich das verlassene Weib. Die Welt.

Die Welt wird deine Witwe sein

und weinen. Dass sie von dir kein Ebenbild beh�lt."

Und weiter im zehnten Sonette:

"Oh Schmach!

Vernein es. Irgendwen zu lieben. Du.

Der du auf dich selbst so unbedacht.

Gib zu. Du seist das Ziel von vieler Trieben.

Doch dass du niemand liebst. Ist ausgemacht."

(Cellomusik)

Das ist der sch�nste Tag meines Lebens.

Ich danke dir. Ich danke dir.

Du wei�t gar nicht. Was das f�r mich bedeutet.

Das...

Das geh�rt jetzt uns.

Der Welt. Der Welt von meinem Scheiden gebt Bericht.

Und dass zu armen W�rmern ich entflohen. Zu stillem Tode...

s��e Rosen... s��'rer Duft.

(Adrian) Auch hatte ich gedacht.

Dass ich wohl lieben d�rfte.

Was nicht weiblich war.

Doch

musste ich ihn

t�ten.

Rudolf

in den Tod schicken.

Das war seine

Weisung.

Voil�. Hier ist Lysander!

Ich schw�re dir bei Cupids raschem Pfeil...

Was willst du schw�ren?

Ich schw�re. Dass es... dass es eine gl�nzende Idee war.

Mademoiselle Godeau f�r die Ausstattung deiner Oper aus Paris zu holen.

Werden wir Sie sehen in den n�chsten Wochen. Monsieur Leverk�hn?

Ich meine. In den Ateliers. Bei den Proben? C'�tait agr�able.

Sie m�ssen wissen. Dass mein Freund Adrian beinahe ein Einsiedler ist.

Ja. Das gebe ich zu.

Ich ziehe es vor. Mein Refugium auf dem Land nur manchmal zu verlassen.

So wie heute.

Im �brigen lege ich getrost meinen Sommernachtstraum.

Meine "Verlorene Liebesm�h" sozusagen in die H�nde der Aus�benden

und damit auch in die lhren. Madame!

Et maintenant... Hermia!

/ch schw�re dir bei Cupids raschem Pfeil.

/ch schw�re dir bei seines goldenen Bogens Kraft.

/ch schw�re dir bei Venus' Zaubermacht.

/ch schw�re dir, schw�re es bei ihr, die unseren Weg bewacht.

/ch schw�re dir bei dem Feuerbrand. - /ch schw�re dir, der Dido verzehrt.

/ch schw�re dir, als der trojanische Held. - /ch schw�re dir, sich von ihr gekehrt.

/ch schw�re, ich schw�re! - /ch schw�re dir, ich schw�re dir!

/ch schw�re dir bei jedem Schwur, den jemals brach ein Mann.

Mehr noch als je ein treues Weib getan.

/ch schw�re dir! - /ch schw�re dir!

/ch schw�re dir! - /ch schw�re dir!

/ch schw�re!

/ch schw�re!

Wei� ein Gefild,

wo wild der Thymian bl�ht,

wo Quendel und das nickend,

nickend Veilchen steht,

Wo in des Gei�blatts

blassen Schatten

Jasmin und Hagedorn

sich gatten,

dort schl�ft Titania

selig manche Nacht.

Lhre Hand. Marie! - Merci.

Madame. - Bitte.

Merci, mille fois. - Es wird Ihnen gefallen. H�chst absurd.

(Kastellan) K�nig Ludwig II. War 1.9.4 Meter lang. Wenn Sie bedenken wollen.

Und das Bett hat Ausma�e. Eine Dimension von 2.50 Meter auf 2.30 Meter.

Zuzuf�gen w�re. Dass K�nig Ludwig II. Die Nacht dem Tag vorgezogen hatte.

Er schlief n�mlich meistens nur von acht Uhr fr�h bis Nachmittag um vier.

This is the bed, where King Ludwig //. Slept...

W�re es dem K�nig damals in Berg gelungen. �ber den See zu schwimmen.

Wie er es offenbar vorgehabt hat. So h�tten ihn seine Bauern dr�ben

mit Heugabeln und Dreschflegeln gegen Medizin und Politik verteidigt.

Aber warum eigentlich ungl�cklich?

Verr�ckt war er. Knallverr�ckt!

Und Verr�ckte sind im Allgemeinen nicht ungl�cklich.

Ludwig hat jedenfalls das K�nigsein nur noch getr�umt. Sich aber geweigert.

Es nach vern�nftigen Normen auszu�ben.

Damit kann ein Staat nicht leben. - Unsinn. Schwerdtfeger.

Ein vern�nftiger Ministerpr�sident kann einen Staat schon regieren.

Auch wenn der K�nig zu sensitiv ist. Die Gesichter seines Kabinetts auszuhalten.

/ all alone beweep my outcast state.

Not outcast.

Sondern abgeschieden aus freiem Willen.

Ist denn Menschenflucht

ein Symptom f�r Verr�cktheit?

Also. Du willst sie heiraten?

Ja. Was immer daraus folgt.

Wei� sie es schon?

Nein.

Es f�llt mir schwer. Meine Gef�hle zu formulieren.

Besonders in Gesellschaft anderer.

Warum besuchst du sie nicht einfach?

Weil ich sie nicht �berrumpeln will. Ich bef�rchte ihre Fassungslosigkeit.

Wom�glich gibt sie mir spontan. Ohne genaue �berlegung.

Eine voreilige. Abschl�gige Antwort.

Dann schreib ihr doch. - Nein!

Nein.

Kein Briefwechsel. Das ist mir zu abstrakt.

Welchen Weg siehst du also?

Ich k�nnte dich darum bitten.

Mich?

Ja.

Ist es denn so unsinnig.

Dass ich den Freund darum bitte. Den Vermittler zu spielen

zwischen mir und dem Leben?

Ich will offen mit dir sein. Adrian. So offen wie du mit mir.

Bitte. Ich bin sehr gespannt. Was du zu sagen hast.

Marie ist auch mir nicht gleichg�ltig.

Und wenn ich sage "nicht gleichg�ltig".

Dann ist das bei weitem zu wenig.

Mit anderen Worten.

Du liebst sie.

Oder sagen wir.

Du bist verliebt in sie.

Was f�r ein Narr ich bin!

Diese M�glichkeit habe ich l�cherlicherweise nicht in Betracht gezogen.

Denkst du daran. Marie zu heiraten?

Nein. Daran denke ich nicht.

Nein?

Du bist also nur darauf aus. Sie zu verf�hren?

Nein. Auch daran habe ich nicht gedacht.

Nun...

Sehr gut. Dann beharre ich auf meiner Bitte.

Du teilst meine Empfindungen bis zu einem gewissen Grad.

Ohne doch meine Absichten zu teilen.

Einen besseren Boten k�nnte ich mir nicht denken.

(Es donnert)

Weg von dem Baum!

Ich verstehe nicht. Leverk�hn?

Je n'comprend pas. Er hat Sie gebeten. Den Brautwerber zu spielen?

Ja. Ich tue das pflichtgem��. - C'est tr�s gentil.

Marie. Sie m�ssen bedenken.

Es ist da ein Zusammenhang. Den ich als Freund nicht au�er Acht lassen konnte.

Ein Verantwortungsbewusstsein f�r einen Menschen. Der...

das stark dazu beigetragen hat. Dass ich bereit war. Adrians Wunsch...

Sie brauchen sich keine M�he zu geben. Monsieur Schwerdtfeger.

Es ist egal. Ob ich die Rolle. Die Sie spielen. Verstehe. Absulement egal.

Je regrette. Ich kann lhre freundschaftlichen Hoffnungen nicht erf�llen.

Nat�rlich. Die Pers�nlichkeit lhres Auftraggebers hat mich...

...sehr beeindruckt.

Ich bewundere Leverk�hn als Mensch und K�nstler.

Mais ce ne suffit pas!

Nein. Das ist mir nicht genug.

Um eine Verbindung einzugehen. Die Sie mir so sehr empfehlen.

Ich werde ihm nicht mehr begegnen.

Es w�re peinlich.

Wollen wir nicht �berlegen. Ob... - Leider sind Sie sein postillon d'amour.

So sind auch Sie betroffen von der Ver�nderung der Dinge.

Ich sage Ihnen Adieu.

Es ist besser. Wenn wir uns nicht wieder sehen.

Adieu.

Ich konnte seine Bitte nicht abschlagen.

Obgleich ich doch selbst...

Adieu.

Ich werde seinen Brief nicht beantworten.

Ein untreuer Freund. Nichts weiter.

Ich f�hle mich wie ein Schuljunge.

Der vor lauter Freude

�ber ein gefundenes Vogelnest es jemandem zeigt

und der geht hin und stiehlt es ihm weg.

Rudolf hat dein Vertrauen missbraucht. Ich glaube. Er sch�mt sich.

Jedenfalls. Er bleibt nicht in M�nchen. Nicht in deiner N�he.

Das Paar wird mit Ende der Saison in Paris Wohnung nehmen.

So?

�brigens. Es steht noch einmal dein Cellokonzert auf dem Programm.

Eine Art Abschiedsvorstellung f�r Schwerdtfeger.

(Sch�sse)

Willkommen! Willkommen. Liebe Nichte! - Hallo Onkel!

Wie geht's dir? Lange nicht gesehen.

War die Reise angenehm? - Ja. Recht angenehm.

Aber ein bisschen hei� im Coup�.

Mein Bruder Nepomuk wird Durst haben.

Gelt. Freust dich. Dass Echo gekommen ist.

Er nennt sich selbst Echo. Da tun wir's halt auch. - Das will ich auch meinen.

Ich hoffe. Du freust dich ebenso. Uns alle kennen zu lernen.

Ja. Es ist eine sch�ne Begegnung.

So. Wann willst du denn zur�ckfahren?

Schon �bermorgen. Onkel. Leider. Ich muss. Der Vater braucht mich im Gesch�ft.

Schmeckt's dem Echo? - Ist etwas Feines.

Magst noch ein St�ck? - Habt. Habt.

Ich lasse dir den Echo da. So f�r f�nf. Sechs Wochen. Damit er sich richtig erholt.

Da. Kriegst noch eine frische Limonade. - Danke.

(Adrian spielt Klavier)

Der Name der schlimmen Hexe war...

...Sycorax.

Lhr kleiner Diener war zu schwach. Zu zart.

Um all das zu tun. Was sie anschaffte.

Deshalb wurde er gestraft.

Sie klemmte ihn in den Spalt

eines alten. Verdorrten Fichtenbaumes.

Und zw�lf lange Jahre

sa� nun das arme Geistlein eingezw�ngt.

Erst dann fand es ein g�tiger Zaubermeister

und befreite es.

Wie alt ist das Geistlein gewesen?

Ich meine. Danach.

Ach. Wei�t du. Das gefangene Geistlein

war ein Kind der Luft

und so gingen die zw�lf Jahre

v�llig spurlos an ihm vor�ber.

(Echo) Das Erdreich ist vom Rein erkickt.

Erkickt? Vom Rein?

Rein erkickt.

Vom Rein erkickt.

Reigen. Welch vom Himmel f�llt.

Ach. Du meinst den Regen?

My dainty Ariel!

Where the bee sucks, there suck /.

/n a cowslip's bell...

Darf ich einen Apfel haben?

Ja. Nimm dir einen.

Wie F�hnchen und Federchen. Wer singt?

Eine Harfe.

Wer zupft's?

Jeder. Der will.

Echo. Es ist Zeit!

Gute Nacht. Echo. - Gute Nacht!

Tr�um sch�n! - Was?

Vielleicht von jenem Hahn. Der immer kr�ht:

"Cook-a-doodle-doo."

Da ist er.

Schau ihn dir nur an.

Reizend. Adrian. Ich glaube. So bl�ttern kleine Engel ihre Halleluja-B�cher um.

Guten Morgen. Euer Gnaden.

Heute ist schlecht baden.

Ja. Kannst du denn schon lesen? - Echo kann es noch nicht.

Er wei� es so.

G�ste aus Schweden sind da. Die schwimmen ganz nah.

Ein Schwertfisch. Ein S�gefisch. Ein Hai.

Haben arg Hunger. Die drei.

Drum lieber nicht baden.

Schau. So dreht sich das da.

G�ste aus Schweden sind da. Die schwimmen ganz nah.

Ein Schwertfisch. Ein S�gefisch. Ein Hai.

Haben arg Hunger. Die drei.

Da. Bub! - Danke.

(Adrian erz�hlt) Auch liebte ich ein Kind,

das ich zu mir genommen hatte, aber...

...im Pakt war aus...

aus...

a... aufbedungen.

Dass ich

kein menschliches Wesen

lieben d�rfte.

So hat er das Kind get�tet

mit Hilfe

meiner Augen.

Denn der Blick einer schlechten Seele

ist giftig

wie der Biss einer Natter.

Lass gut sein. Lieber.

Du wolltest uns doch aus deinem Oratorium vorspielen.

Ich bin noch nicht zu Ende.

Nun?

Gl�ck und Glas. Wie leicht bricht das.

Bitte. Mein Spielzeug.

(Eine Melodie erklingt)

Habt. Gute Nacht.

Ich glaube. Wir bitten doch Doktor K�rbis her. Nur sicherheitshalber. Echo hat Fieber.

Ich glaube. Es ist doch eine ernstere Geschichte im Anzug.

Das Hinfallen im Stall war ganz bestimmt ein allgemeiner Schw�cheanfall in dem Moment.

Meinen Sie. Herr Doktor? - Die Sache ist mir nicht ganz geheuer.

Nicht geheuer?

In dem Sinne. Wie ich's gesagt habe.

Sie k�nnten �brigens auch besser ausschauen. Verehrter.

H�ngen Sie recht an dem Buben?

Also. Jetzt machen Sie sich im Augenblick noch keinen Kummer. Herr Leverk�hn.

Ich komme morgen wieder vorbei.

(Echo �bergibt sich)

Hat er spucken m�ssen. Der arme Echo? Es wird gleich wieder besser. Bestimmt.

Und dann kriegt er ein frisches Plumeau. Brauchst nicht traurig sein.

Ich muss Sie bitten. Sofort zu kommen. Herr Doktor! Das Kind hat erbrochen

und klagt �ber Kopfschmerzen. Die anscheinend unertr�glich sind.

(Echo wimmert)

(Echo schreit vor Schmerz)

Cerebrospinal-Meningitis.

Was sagen Sie. Herr Doktor? - Gehirnhautentz�ndung.

Man sollte doch den Eltern ein Telegramm schicken.

Vielleicht. Dass die Gegenwart der Mutter wenigstens den Buben beruhigt.

Ich bin ein einfacher Landarzt. Da muss eine Autorit�t her.

An wen denken Sie?

An den Professor Rothenbuch vom Haunerschen Spital.

Wir m�ssen ihn einfach herbitten.

Derweil bleibt nichts anders �brig. Als dass ich eine Punktion mache.

Es ist die einzige M�glichkeit. Dass wir die n�rrischen Kopfschmerzen wegkriegen.

Wenigstens f�r ein paar Stunden.

Habt. Habt.

Gute Nacht.

Was willst du hier? Du bist ein guter Mann. Das ist kein Ort f�r dich.

Mach zumindest das Kreuzzeichen. Wie fr�her als Kind. Zu deinem Schutz.

Adrian. Frau Schweigestill hat mich benachrichtigt. Antelefoniert.

Ich habe mich erkundigt. Es besteht durchaus Hoffnung. Wenn es gelingt.

Den Verlauf der Krankheit... Meningitis muss nicht unbedingt t�dlich sein.

Aber es ist doch selbstverst�ndlich. Dass ich in dieser Situation

an deiner Seite sein will. Wenn... - Spar dir doch diese Humanistenflausen!

(Echo schreit)

Er nimmt ihn. Wenn er es nur...

Wenn er es nur kurz machen w�rde.

Vielleicht ist er nicht imstande. Es k�rzer zu machen.

Mit seinen gemeinen. Sch�bigen Mitteln.

Monster! Nimm ihn!

Nimm ihn! Nimm ihn. Du Hundsfott!

Wenn du mir dies auch nicht erlauben willst.

Ich hatte gedacht. Dass er dies zulassen w�rde. Dies vielleicht doch...

Doch woher soll er die Gnade nehmen?

Und gerade dies muss er zerstampfen

in viehischer Wut!

Nimm ihn. Du Auswurf!

Nimm ihn! Nimm seinen Leib. �ber den nur hast du Gewalt!

Die Seele kriegst du nicht. Denn das ist deine Ohnmacht.

Und daf�r will ich dich verspotten!

Ich will dich verspotten. Verspotten auf immer und ewig!

Lieber. Um alles. Beruhige dich doch! Du bist au�er dir.

Der Schmerz spiegelt dir Unsinniges vor. - Spar es dir.

Spar es dir und mach ein Kreuz.

Gleich auch f�r mich.

F�r meine Schuld.

Auch f�r mich. F�r meine Schuld.

Oh welche Schuld. Welche S�nde.

Welch Verbrechen. Dass ich ihn in meine N�he kommen lie�!

Mit meinem verseuchten Blut habe ich...

Adrian. Nein! Das sind absurde Selbstbezichtigungen.

Freude. G�tterfunken. Tochter aus Elysium.

Sie ist entlarvt. Ich nehme sie zur�ck!

Ich verstehe nicht recht. Was willst du zur�cknehmen?

Die Neunte Sinfonie.

Heute und hier will ich es gestehen.

Es ist ein M�rder.

Der vor euch sitzt.

Dies alles gesagt.

Will ich euch zum Abschied

ein wenig aus dem Gef�ge spielen.

Dass ich ab...

...abgelauscht...

...dem Instrument des Satans.

Schaut. Dass ihr weiterkommt. Alle miteinander! Hinaus mit euch!

Kein Verst�ndnis habt ihr

f�r den armen Mann.

Weil ihr Stadtleute seid!

Kein Verst�ndnis f�r einen.

Der so viel geredet hat von der ewigen Gnade.

Und wo keiner wei�. Ob es langt.

Die ewige Gnade f�r ihn.

Aber ein menschliches Verst�ndnis.

Das langt f�r euch.

Hinaus jetzt!

(Elsbeths Stimme) /ch hatte mein verirrtes Kind in die Kindheit zur�ckgeholt.

Nun, nach zehn Jahren ist es endlich erl�st.

Wir geben Adrians leibliche H�lle am kommenden Freitag der Erde zur�ck.

Vielleicht ist es /hnen m�glich zu kommen.

Mit guten Gr��en stets, /hre Elsbeth Leverk�hn,

Hof Buchel, am 25. Juni 1940.

(Blasmusik)

(Stimmengewirr)

(Zeitbloms Stimme) Deutschland, die Wangen hektisch ger�tet,

taumelst du auf der H�he w�ster Triumphe im Begriff, die Welt zu gewinnen

kraft des einen Vertrages, den du zu halten gesonnen bist

und den du mit deinem Blute gezeichnet hast.

/st aber die H�lle gleichgesetzt mit dem Diesseits unserer Gegenwart,

so gehen Nation und Teufel, Faust und Mephisto ineinander �ber

und Jedermann kann beides sein oder werden.

Gott sei Eurer armen Seele gn�dig. Mein Freund.

Mein Vaterland.

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