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DIE GROSSE ORGIE
Warum rauchst du?
Schau sie dir an.
Da liegt sie, unsere zukünftige Millionenerbin, und schläft.
Ist das zu fassen?
Da könnte man mit 1000-Mark-Scheinen rascheln und die würde nicht aufwachen.
Na bitte. Sie hat wenigstens Ehrfurcht vor dem Geld meines Alten
und trägt selbst auf der Unterhose das Familienwappen.
Meine verehrte Gattin ist die dümmste Frau, die mir jemals begegnet ist.
- Weißt du, warum sie so viel schläft? - Nein.
Weil sie das Knistern der Geldscheine im Traum besser hören kann. Geldgeile Kuh.
Ich schwöre es dir, sie hat es mir selbst gesagt, und du weißt, dass ich nie lüge.
Du warst meine Amme, schließlich kennst du mich seit es mich gibt.
Wenn sie mal wach ist, was selten vorkommt,
dann hat sie nur Kleidchen, Schlafanzügchen, Mützchen im Kopf.
Alles für den zukünftigen Oberboss.
Aber ich frage mich, wer ihr den wohl unter das Herz legen wird,
denn ich habe dazu keine gesteigerte Lust.
Weißt du, dass mein Vater, dieser alte Graphomane,
mir laufend Briefe schreibt mit den Tenor:
Mein Sohn, du wirst doch deine Pflichten nicht veruntreuen.
Ein Millionenerbe muss männlichen Nachwuchs haben,
also spute dich mein Sohn. Männlichen Nachwuchs.
Das muss ich mir anhören. Ich wollte das schlafende Ungeheuer schon umbringen.
Was hältst du davon, sie ins Wasser zu werfen? Sie kann nicht mal schwimmen.
Vielleicht träumt sie gerade von einem Garten im Versailles
und dass sie Marie Antoinette ist.
Und dass sie uns alle unter die Guillotine schickt. Voilà!
Hick Hack, Köpfchen ab. Wir werden sie unter die Guillotine schicken,
aber vorher muss ich noch mal Pipi machen.
Ich verlange, dass du mich ernst nimmst. Ich muss wirklich mal.
Hilf mir runter von dem antiken Gefährt, sonst mache ich mir in die Hosen.
- Hier nimm! - Wirst du mich wohl in Frieden lassen!
Das ist doch ein idealer Nachttopf, oder sagt man dazu Tagtopf?
- Schau mal. Warte, leise, wollen wir uns verstecken? - Alles klar!
Gib ihn lieber mir, gib ihn mir. Ich will ihn haben! Ich will ihn haben!
Guckt euch den alten reichen Sack an. Sieht er nicht aus wie früher der Kaiser?
Oh ja.
Wenn der uns wirklich den monatlichen Wechsel sperren will,
dann brocken wir ihm ein ganz böses Ding ein.
- Liebst du mich? - Ja, ja.
- Hast du mich betrogen? - Nein.
- Auch nicht mit deiner Frau? - Auch nicht mit meiner Frau.
Und du?
Ich hab dich betrogen.
Aber ich habe meinen Bruder geschworen, es dir nicht zu sagen.
Nun, sind sämtliche Pflichten erfüllt?
Nein, noch nicht. Wir haben auf dich gewartet.
Dass ihr mich nicht enttäuscht. Mein alter Herr hält sehr auf Formalitäten.
Zu Ehren der glücklichen und hoffentlich definitiven Abreise meiner Gemahlin,
zwänge ich mich sogar in Hosen. Vivat! - Vivat!
Vivat, crescat, floreat!
Gott erhalte
unseren Alten,
Gott erhalte unser Geld.
Gott erhalte unseren Alten,
Gott erhalte
unser Geld.
Ich habe noch nichts von deiner Reise gehört. Was hast du und Sophia gemacht?
Nicht weit von hier haben wir einen Zirkus getroffen und haben angehalten.
Es war eine tolle Vorstellung!
- Die Artisten sind über unsere Köpfe geflogen! - Ich kenne sie.
Sie sind einmal ins Schloss wegen des Geburtstags von meiner Frau gekommen.
Sie mussten für sie auftreten, stattdessen haben sie sich betrunken.
Und ich zusammen mit ihnen.
Und alle aus dem Zirkuszelt waren betrunken,
und deswegen war es lustig.
Sie rissen sich die Klamotten vom Leib und sprangen nackt herum!
Es gab da noch eine galizische Baroness,
sie stand da einfach rum, ohne sich zu bewegen.
Du hättest sie einfach sehen müssen, um zu verstehen, was ich meine.
Und der Zirkusdirektor stolzierte
mit seiner Maske zwischen dem Publikum und schrie: "Musik!
Traut euch, meine Damen und Herren! Nehmen Sie an unserem Spektakel teil!
Unter diesem Zelt kann man alles sagen!
Ihr könnt auf die Bühne gehen und uns die ganze Wahrheit erzählen!
Das ist der Schlüssel unseres Erfolgs!"
Sophia und ich setzten uns nebeneinander und haben gelacht:
"Sieh mal, wir sind gerade zum richtigen Ort gekommen!"
"Signor Direktor!", schrie ich von weitem.
"Ich möchte eine Geschichte erzählen! Das ist eine echte Romanze!"
Er näherte sich, zog seine Maske ab und sagte:
"Einen Moment, bitte. Bevor Sie das dem Publikum erzählen,
muss ich erst mal beurteilen, ob die Geschichte wirklich interessant ist."
"Aber natürlich ist sie interessant", sagte ich.
"Wissen Sie, Signor Direktor,
meine Schwester und ich haben ein Liebesverhältnis.
Und ab und zu haben wir ein Liebesverhältnis mit dem Thronfolger,
der ihr Halbbruder ist.
Das kommt davon, weil unsere Mutter,
als sie noch jung und schön war, Geliebte des Imperators war."
Wir drei lieben uns auf das Heftigste, und wir werden uns wohl niemals trennen.
Und der große Boss, der liebt uns auch.
Und wenn er mal einen Kleinen im Tee hatte,
dann nennt er uns alle seine kleinen Schmarotzer.
Du, unseren Herrn Direktor schien das gar nicht zu erheitern.
Nein, nein, ganz im Gegenteil.
"Es wäre interessant, wenn es wahr wäre", sprach er.
Darauf ich: "Es ist wahr, Herr Direktor. Es ist die reine Wahrheit."
Und daraufhin wird er gefragt haben: "Wo sind die Beweise?"
Die Beweise. Denn ohne Beweise ist die Wahrheit doch keine Wahrheit.
Was meinst du, wie lang wird er es uns noch treiben lassen?
Wie lang wird er noch zusehen bei unseren Spielchen?
Du bist ein Dummerchen.
Jede verbumste Minute ist doch für uns ein Gewinn, also was soll es?
Noch wird es geil sein, nicht bestraft Sophia.
Obwohl, du kennst doch den Futterneid von meinem Alten.
- Dieser verlogene Sack. - Was heißt Futterneid?
Letzte Woche erst hat er eine Orgie von seinem Aufsichtsrat platzen lassen.
- Habt Ihr das nicht gewusst? - Nein.
Natürlich, die haben uns nämlich verraten.
Und der Alte weiß jetzt, dass wir es sind, die ihn kaputt machen wollen.
Ach du Scheiße! Und warum lässt er sich das gefallen?
Weil er sich keinen Skandal leisten kann.
Das wäre doch ein gefundenes Fressen für die Zeitungen,
wenn die erfahren würden, dass sein eigener Sohn ihn erpressen will.
Es muss doch eine Möglichkeit geben, den Alten aus der Reserve zu locken.
Ja, wir müssen die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen.
Gute Idee.
Vivat, crescat, floreat!
Ein Freund Ihres Vaters, jemand aus dem Aufsichtsrat,
ist soeben eingetroffen und möchte Sie sprechen.
Der wird sein Kommen noch bereuen.
Da stürzt mir der Pimmel ab.
Mit welchen Verkleidungen will mein Alter mich denn jetzt erschrecken?
Zu Diensten, Junior.
Mit Petticoat und Peitsche. Noch mehr verkleidete Wachspolizisten.
Mit seinem Alter wächst auch sein Sinn für Humor, hab ich Recht, was?
Ich habe einen Befehl Junior.
Vergessen Sie ihn. Befehle sind genauso blöd wie abscheulich.
Es handelt sich aber hierbei um einen persönlichen Befehl Ihres Herrn Vaters.
Der soll mich am... na Sie wissen schon. Was wollen Sie mir anhängen?
Junior, ich habe den Befehl von Ihrem Herrn Vater, Ihnen ein Brief zu übergeben.
Hübsch, hübsch.
- Regenschirme! - Es sieht mir nach Regen aus, Faschingsprinz.
- Will sagen, auf Sonne folgt Regen üblicherweise, oder? - Jawohl, Junior.
Die Messingknöpfchen sind teuer, nicht wahr?
Kommt, ihr lieben Tierchen.
Unser Geld, sagt der große Oberboss, belehrte uns in seinem Brief:
Jeder Hund sei ein Freund und Beschützer des Menschen.
Wenn daher ein Hund einen Menschen anfällt und frisst,
so bedeutet das, entweder war der gefressene kein Mensch
oder der Hund hatte schlechte Laune.
Unser Geld, sagt der große Oberboss, belehrt uns weiter,
dass es nichts Erregenderes gibt als eine läufige Hündin.
Erregend deshalb, weil sie sich nimmt, was sie braucht.
Sie treibt es überall und vor aller Augen.
Genau wie er es tut, der geile alte Sack.
Aber er ist ja ein kultivierter Mann mit präzisen Vorstellungen.
Und so macht er uns zu Vertrauten seiner Lehre, die er uns auswendig lernen lässt.
Familie, Fortpflanzung, Moneten. Den Begriff der Sünde.
Er hat für alles ein Sprichwort parat.
Inzwischen kennen wir alle seine Lehren und jeden Tag machen wir nach dem Mittagessen
körperliche und geistige Übungen,
dem Versuch unterworfen, die Lehren wieder zu vergessen.
Denn sie widersprechen sich, ganz gleich, wo man nachhakt.
Und sie widersprechen vor allem unseren Vorstellungen vom Leben.
Hör mir zu, ich hab da eine Idee entwickelt.
Dann mal raus damit.
Wenn sie wirklich was taugt, werden wir sie gleich in die Tat umsetzten.
Bereits geschehen. Morgen werden unsere Freunde vom Zirkus ankommen.
Aus diesem Anlass werden wir ein kleines Fest geben.
Töchter und Söhne der Reichsten des Landes werden unsere Gäste sein.
Es wird eben soviel gelacht wie getrunken werden.
Das gelbe Pülverchen, das Therese in den Champagner geben wird,
wird Wunder bewirken.
Und ich, ich werde fotografieren.
Ich will nur besoffene und grölende, enthemmte,
aus den Fugen geratene auf den Fotos haben.
Mit diesen Fotos in der Hand
dürfte es deinem Vater schwer fallen, den Skandal zu verhindern.
Eine geniale Idee. Schluss mit den großindustriellen Geheimnissen,
die in volksverblödenden, zugeschweißten Tresoren liegen.
Es lebe das Geheimnis auf den Lippen der Öffentlichkeit.
Alle Revolutionäre spucken auf ihre Väter.
Ein Hoch auf die Verräter!
Ruhe!
Beginnen wir die große Orgie mit einem romantischen Familienfoto.
- So. - Ein wundervoller Tag. - Lass mal sehen.
Komm mal ein bisschen näher, ja? So.
Mehr Geld in den Blick und dahin gucken.
So, ja. Sehr schön.
- Na bitte. Tja. Sehr gut. - Einen Augenblick.
Therese fehlt. Ruf sie rasch her.
Therese, komm, du musst mit auf das Bild. Hörst du?
Ja, gern. Aber nimm mal erst ein Schlückchen.
Es schmeckt gut. Wundervoll schmeckt das.
Therese, warte.
Jetzt aber.
Alles bereit? Es geht los.
Der Zirkus der Wahrheit ist gekommen. Tod dem Geld, es lebe die Wahrheit.
Ich grüße dich. Sei willkommen.
Na sowas, der Zwitter von Wales.
Die reichsten und verwöhntesten Lümmel
und Lümmelinnen des Geldadels stehen zur Verfügung.
Bitte.
Bitte. 27 Millionen. 10 Millionen.
Mike hat nur 3 Millionen. Immerhin 2 Millionen. 13 pro Monat.
Er besitzt 45 Millionen. Sie macht aus Sex sechs.
Und sie, bitte sehr, hat 33 als Erbteil.
Die erste kleine Sensation. Kosten Sie von unserem Champagner.
Es ist eine ganz besondere Marke.
Wirklich ganz ausgezeichnet.
Sie werden selten in solchen Genuss gekommen sein.
Kosten Sie! Wir haben diesen Champagner extra für dieses Fest bestellt.
Bedienen Sie sich.
Bitte sehr. So. Wer hat noch kein Glas?
Was denn, Sie haben noch kein Glas? Bitte nehmen Sie, Gnädigste.
So. Kann ich mal durch, ja?
Na, na ihr Lieben, wie geht's euch?
Gefällt euch unsere kleine Tanzgruppe? Ja? Ist doch richtig schön, was?
Entschuldigt mich bitte einen Augenblick, ich bin gleich wieder da.
Dürfte ich Ihnen unauffällig meine Nudel unterschieben?
Wenn ich beischlafen will, melde ich mich schon. Danke sehr.
Meine Nudel will sie nicht. Sie will meine Nudel nicht.
Dann eben nicht.
Ja, tu allen schön was rein.
- Was rein ist gut, ist immer gut. - Du süße kleine geile Katze.
Ich glaub, ich bin beschwipst.
- Ist das ein Aph, Aph... - Aphrodisiakum.
So was ähnliches. Na, ihr beiden.
Wird das Zeug hier wirken, wie wir es wünschen?
Es läuft alles exakt nach Plan.
Dem Pülverchen ist keiner gewachsen.
Jede Wette.
- Vivat! - Vivat! - Vivat, crescat, floreat!
Vivat!
- Alle Gebildeten! - Vivat!
Alle herhören! Hiermit eröffne ich die Orgie.
Eine Orgie, wie sie die Welt noch niemals gesehen hat. Erlaubt ist, was gefällt.
Alle Regeln des Anstandes sind abgeschafft.
Rubbeln, tanzen, blasen, alles auf dem Rasen. Die Spiele sind eröffnet.
Sinneslust ist das Beste für die Gesundheit.
Eins, zwei und die große Orgie beginnt.
Wem es zu warm wird, der ziehe sich aus! Nur Mut, Freunde! Nur Mut!
Jetzt geht's erst richtig los, Freunde. Greift euch die Pflaumen!
Weiter, weiter! Noch wird nicht gevögelt. Los, aufstehen!
Bewegt euch!
Wollt Ihr wohl hoch kommen! Müde Glieder! Äh, Krieger!
Das geht nicht! Jetzt wird noch nicht gevögelt!
Das ist der Augenblick, um die Fotos zu machen.
Wir müssen noch mehr Schwung reinbringen. Es ist noch viel zu lahm.
Ja, was ist denn das? Erhebt euch! Zeigt, was ihr könnt!
Der Tanz geht weiter.
- Es gibt eine Marathonorgie. Tanzt! - Jetzt machen wir den Alten alle!
Tanzt! Na los, tanzt endlich!
Juliana, komm hoch! Juliana tanz! Freunde tanzt!
Kommt, kommt, kommt, kommt! Mut, Freunde! Es geht erst richtig los!
Na macht schon! Ich will was sehen!
Es ist soweit. Das wird ein kompromittierendes Foto geben.
Achtung! Alle hersehen! Ja.
Siehst du, das Fieber steigt und es wird noch klettern, klettern und klettern.
Ruhe! Einen Augenblick Ruhe, bitte!
Hört zu, liebe Freunde.
Ich glaube, wir haben den Punkt des Festes erreicht, an dem wir ernst machen müssen.
Ernst in dem Sinne, dass wir uns frei bewegen.
Den Ballast unserer Erziehung abwerfen
und die Klischees der bürgerlichen Lügen sprengen.
Jeder Mensch hat mehrere Gesichter. Für jede Situation ein anderes.
Für jede Umgebung, für jede Gefühlslage.
Die bürgerliche Psychologie nennt das Rollenverhalten.
Wie viele dieser Gesichter mag wohl unser großer Boss haben?
Lässt du mich mal sehen?
Einen Augenblick bitte. Ich habe euch eine sehr wichtige Mitteilung zu machen.
Ich darf bekannt geben, dass unser millionenschwerer Oberboss
seinem Sohn sein Vermögen überschrieben hat.
Eine wunderbare Botschaft für alle die Menschen,
die unseren geliebten Sohn schon immer liebten.
Jawohl, er wird millionenschwer sein und es wird sich vieles ändern.
Also begrüßt ihn, euern neuen Alten.
Von nun an, da wird es May sein, die die Orgie anführt.
Ich habe beschlossen, mich von meiner derzeitigen Frau zu trennen,
weil ich sowieso nicht liebe.
Und wie ihr wisst, war sie mir von meinem Vater aufgezwungen worden, diese Kuh.
Ich liebe dich. Du bist jung und schön und intelligent.
Und jetzt wird jeder von euch die Brüste der neuen Chefin küssen.
Ich werde damit beginnen.
Ja, es lebe die neue Schlampe! Hoch leben die Früchte der Chefin!
Hoch leben die Brüste der Chefin!
Hört her! Ich ernenne meinen Freund Emir zum ersten Minister der Liebe.
Kapiert, ihr Ficker?
Sophia, seine Schwester, wird seine Frau.
Es lebe die Königin der Geilheit!
- Auf Sophia! - Es lebe der Inzest!
- Es lebe der Minister! - Es lebe Sophia!
Es lebe die Liebe, der Fick und der Suff!
Es lebe der Knast, der Papst und der Puff!
Der widerliche Geldsack.
Hiermit ernenne ich euch alle zu meinen Aufsichtsratsvorsitzenden.
Ja, und meine Frau wird die Gelder verteilen,
so wie es sich für eine Oberbuchhalterin gehört.
Sag mal, wie findest du ihn da als Zahlmeister des Vereins?
Sieht nach Erfahrung aus. Gut!
Was hältst du von dem Prügelknaben des Schokoimperiums?
Polizeichef würde ich sagen, seiner Figur nach.
Ein reizender Rüpel, wie geschaffen zum Waffenhändler.
Ich gehe jetzt wieder nudeln.
Hört mir zu, Freunde! Hört mir zu!
Die erste Handlung unseres Multikonzerns muss es sein,
zu zerstören, was wir die alten Multis genannt haben.
Zerstört es!
Aufgepasst, meine Damen und Herren!
Einer unserer Gäste hat vorgeschlagen,
dem Schmuggler von Monte Carlo eine Referenz zu erweisen.
Der große Betrüger widmete sein ganzes Leben dem Betrug.
Wahrlich, wahrlich, ein aufrechter Mann.
Unzählige Menschen hat er hingemordet, und wofür? Na für Kohle!
Nicht eine Sekunde seines Lebens hat er vergeudet.
Nicht mal einen Beischlaf hat er sich gegönnt,
denn seinen sexuellen Appetit stillte er an Truthühnern.
Er war der Meinung, dass diese Vögel im Gegensatz zu Damen
keinerlei Probleme mit sich bringen. Sie reden nicht, sie weinen nicht.
Sie bescheißen dich nicht durch Korruption.
Sie verlangen keine philosophischen Elaborate nach dem Geschlechtsakt.
Und es sind die einzigen Lebewesen, denen es nichts ausmacht,
beim Ficken zu verrecken.
Wo ist der Faschingsprinz?
Als ich noch ein Kind war, da war er so was wie mein Privatlehrer.
Auf Befehl meines Alten hat er in meinem Zimmer eine Tafel aufstellen lassen.
Auf diese schrieb er jeden Tag Ungehorsamkeiten,
Fehler und Streiche, die ich begangen hatte.
An jedem Monatsende addierte er
und schickte diese Aufstellung dem großen Boss, meinem Alten.
Mein Vater antwortete umgehend und riet zu dieser oder jener Bestrafung.
Der Faschingsprinz führte diese dann mit unfassbarer Genugtuung aus.
Du machst dir keine Vorstellung davon, wie seine Augen glitzerten,
wenn der Peitschenregen durch die Luft pfiff. Dieser perverse Bock.
Macht es dir Freude, mit deinem Leben zu spielen?
Ja, es macht mir Freude.
Tut mir leid, Junior. Aber ich muss Sie unverzüglich zu Ihrem Herrn Vater bringen.
Ach, tatsächlich? Gehen wir.
Er kann mich eh am Arsch lecken.
Augenblick!
Es ist niemandem gestattet, den Juniorboss anzufassen.
Und einem Subalternen schon gar nicht. Stimmt's, Freunde?
Loslassen!
Halt! Haltet den Kerl auf!
- Lasst mich los! - Schnappt ihn euch! - Auspeitschen!
Was macht mehr Spaß? Den perversen Bock zu peitschen oder gepeitscht zu werden?
- Komm! Gehen wir. - Mit Vergnügen.
Wir werden ihn so lächerlich machen, dass er vor Scham im Erdboden versinkt.
Und dann dürfen ihn die Mädchen auspeitschen.
- Los, hüpf, du Gurke! - Beweg dich, Pferdchen.
- Er wird sich wehtun! - Bewegen!
Na warte, die Peitsche wird dich zurückbringen.
Dir werde ich zeigen, was meine Peitsche alles kann!
Ich werde euch alle der Polizei melden! Ich werde euch...
Es ist sinnlos, ihn aufzumachen.
Ist recht so, ja?
Ich weiß, was der Alte will.
Er will, dass ich ihm die Fotos von der Orgie gebe, dieser Arsch.
Und dann bringt er mich in den Knast. Nur mich. Sauerei!
Du willst sein Sohn sein, übergeschnappter Sohn.
Gemeinsam werden wir eine politische Affäre, ein Politikum.
Wir müssen es schaffen, dass sie uns alle zusammen einsperren.
Das werden sie mit allen Mitteln verhindern wollen.
Wir sind in einer ganz üblen Situation.
Wir wollen Sie doch nicht allein lassen.
Hör auf zu weinen. Das ist doch keine Beerdigung.
Die werden mir nichts tun, glaubt mir. Ihr habt mir der Geschichte nichts zu tun.
Und jetzt geht!
Immer schön fröhlich bleiben, Mädels.
Haben wir nicht mehr genug Geld für Dienstboten?
- Was werden sie mit dir machen? - Ich weiß es nicht.
- Willst du, dass ich bleibe? - Nein, geh.
Wo rohe Kräfte sinnlos walten, kann kein Knopf die Hose halten.
Du bist zurückgekommen.
Ich habe es satt, so leben zu müssen wie bisher.
Ich möchte bei Euch sein. Ihr werdet mich doch nicht wegschicken.
Ich trinke auf unseren zukünftigen Prozess.
Das wird die Show des Jahres, das verspreche ich euch.
Ich werde deinem Alten schon die Hosen runterziehen.
Und ich werde dafür sorgen, dass sie alle von deinen Betrügereien erfahren.
Er hat es geschafft, sie ins Gefängnis zu bringen,
weil sie keine einflussreichen Väter hatten.
Ich trinke auf die Unschuld unserer lieben Freunde.
Die Typen im Garten behaupten, dass ihr total übergeschnappt seid.
Durch und durch verrückt, sagen sie.
Diese kleinen Scheißer.
Ich meine, sie können ja wirklich nichts dafür.
Wenn die Typen im Garten behaupten, wir wären verrückt, dann ist das wahr.
Die Leute von meinem Alten haben immer Recht.
Verrückt, verrückt. Ich bin wirklich verrückt.
"Der ist ja verrückt" ist unter uns.
- Ich, ich, ich. - Vorsicht! Verrückte sind gefährlich!
Ja!
Vorsicht, der beißt!
Komm, mein nackter Freund.
Wir werden denen da draußen mal zeigen,
wie ein Verrückter sein kann, der gar nicht verrückt ist.
Wir demonstrieren ihnen, wie blöd einer sein kann,
der so blöd ist, dass er einen für verrückt erklärt, der es gar nicht ist.
Wir werden sie alle zu Lügnern stempeln.
Da kommt es, das sportliche Korps eines Superbosses.
Die Herzen dieser beherzten Männer schlagen nicht für sich.
Nein, sie schlagen, um geschlagen zu werden.
- Beeilen wir uns, wir wollen sie nicht warten lassen. - Nein.
- Stillgestanden! - Da sind sie. - Wo kommen die denn her?
Stillgestanden, ihr kostümierten Affen!
In Reih und Glied, ihr Feldmäuse!
Vorsicht, Männer! Das ist ein gefährlicher Verrückter.
Folgt uns, ihr Helden!
Es beginnt die Showvorführung für die Multikonzerne dieser Welt.
Stillgestanden! Sauhaufen! Stillgestanden, ihr Jahrmarktshelden!
Sauhaufen, zurück! In Reih und Glied! Miese Schauspieler!
Ich sagte, Reih und Glied!
Muss ich euch erst die Hammelbeine langziehen? Reih und Glied!
Das war gut.
Achtung! Aufgepasst!
Und, da haben wir es.
Schluss jetzt! Aufhören, sag ich! Stillgestanden!
Gott beschütze unseren Reichtum,
Gott beschütze unseren Scheiß.
Sieh mal an, dein lieber Papa.
Sogar einer von der Chefetage verbiegt sich den Frack für uns.
- Junior, ich muss mit Ihnen sprechen. - Keine Lust.
Willst du mit deinem Vater sprechen?
Wie alt du geworden bist, Papa. Diese vielen Falten.
Selbst für einen Ja-Sager der Chefs ist das Leben schwer geworden, was?
Du bist wirklich ein Schwein.
Ein Leben lang bist du dem Alten in den Arsch gekrochen. Pfui Teufel!
Deine eigene Frau hast du zur Hure des Chefs gemacht,
weil du Karriere machen wolltest.
Du hast Unschuldige verschwinden lassen, wenn es dir in den Kram passte.
Jede Hinterfotzigkeit, jede Gemeinheit des Alten hast du unterschrieben
mit einem lächelnden Ja.
Und jetzt kommst du hierher, um uns zu sagen, dass wir Revolution machen?
Du korrupte, charakterlose Dreckschleuder!
Uns bezeichnest du als Revolutionäre. Dazu sind wir viel zu kaputt, du Arsch!
Armer Papa.
Eins, zwei. Eins, zwei. Schneller!
Eins, zwei. Eins, zwei.
Eins, zwei. Eins, zwei.
Eins, zwei.
Oh, ja. Ja, leck.
Oh, ja.
- Wie geht es dir? - Mir geht es hervorragend.
Ich bin sehr glücklich. Jetzt möchte ich aber schlafen.
Es tut mir leid, aber ich kann jetzt nicht mehr warten.
Der Boss weiß präzise, was er will.
Ich möchte nur...
Ich möchte nur, dass meinen Kindern nichts passiert, verstehen Sie?
Was wirst du tun?
Ich weiß es nicht.
Bitte lass uns weggehen.
- Was ist das für eine Musik? - Hast du keine Angst?
Wovor? Die können mir doch nichts tun.
Die werden dich umbringen.
Aus welchem Grund?
Es gibt Leute, die dafür bezahlt werden, Gründe zu finden.
Der Leichnam des industriellen Sohnes muss bei den Mädchen bleiben.
Die anderen lass verschwinden.
Wenn ihr Tränen habt, meine Freunde,
dann bereitet euch darauf vor, sie reichlich zu vergießen.
Als einfacher Mann bin ich hier, der weder genial noch gewandt ist.
Der auch nicht über die Macht des Wortes verfügt,
die Macht des Wortes, euer Blut zum Kochen zu bringen.
Als einfacher Mann steh ich vor euch,
aber nicht um eure Herzen zu verwirren, nein, ich stehe hier vor euch,
um euch von der Wahrheit zu berichten.
Ein junger Mensch hat diese Nacht Selbstmord verübt.
Nachdem er zuvor die Frau, die er geliebt, getötet hat,
die Frau, die aus Niveaugründen niemals hätte seine Frau werden können.
Der Mann, den Gott dazu bestimmt hatte,
den Menschen dieses Landes Arbeit zu geben.
Dieser Mann hat seinen Kopf geneigt,
und sein Auge ist gebrochen im Morgengrauen des Lebens.
Beurteile du, oh Herr, ob er schuldig ist oder unschuldig.
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