All language subtitles for Time.of.the.Gypsies.1988.GERMAN.dTV

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Original subtitles

TIME OF THE GYPSIES

(Braut weint.)

(Stimmengewirr)

(Braut) Du hast mein Leben ruiniert und meine Jugend.

Sieh dir an, was du aus mir gemacht hast.

Den Kopf werd ich dir spalten mit meinem Schuh.

Ja, den Kopf.

(Mann) Puh! Sie versuchen, mir in mein Leben zu pfuschen.

Mit Spritzen wollen sie mein Gehirn zerstören,

aber ich bin doch nicht blöd. Ich bin abgehauen.

Man will mir die Seele zerreißen.

Ich sollte so ein Pulver nehmen und Glühbirnen.

Oh mein Gott. Was wird aus mir, wenn ich Glühbirnen schlucke?

Man fesselt meine Seele und führt mich an der Kette wie 'nen Tanzbären.

Meiner Seele will man die Flügel nehmen,

aber ohne sie kann sie nicht fliegen.

Meine Seele ist frei. Sie ist frei wie ein Vogel.

Hat sie Lust, fliegt sie hinauf und kehrt wieder zurück.

Manchmal weint sie.

Zu anderen Zeiten singt sie oder sie lacht.

Als Gott zu uns kam auf die Erde,

da konnte er mit uns Zigeunern nicht viel anfangen.

Ja, so war es. Also flog er wieder hinauf.

Was kann ich dafür? Ist nicht meine Schuld.

(Langsame Musik)

(Zef) Oh Gott, hilf mir nur dieses eine Mal.

Hilf mir, hilf mir, wenn es dich gibt, lieber Gott.

Ich hab alles verloren.

Hätte ich es wenigstens an einen Menschen verloren.

Aber nein, ich muss es an dieses Schwein da verlieren.

(Schaf mäht.)

(Merdzan) Einhundert. Er gewinnt und lacht.

Na gut, lieber Gott. Na gut. Lass ruhig diesen Schweinekopf gewinnen.

Gut, gut, wie du willst. Aber ich werde dir ein Geschäft vorschlagen,

zwischen dir und mir. Hör zu, nur einmal.

Nur heute lässt du mich gegen ihn gewinnen.

Ist das nicht ein Vorschlag?

Lässt du mich heute gewinnen, dann werde ich an dich glauben.

Ich versprech's dir, ich schwör's, dann glaub ich an dich.

Ich würde mein Leben dafür geben, gegen dieses Schwein zu gewinnen.

Nur einmal etwas für einen Zigeuner. Das ist doch nicht zu viel verlangt.

Du kannst das ruhig für mich tun,

anstatt dem da hinten zu helfen, findest du nicht auch?

Hilf mir, nur dieses eine Mal.

(Stimmengewirr)

(Braut) Los, wach auf! Du hast wohl zu viel getrunken.

Rede mit mir! Mach den Mund auf! Du hast meine Hochzeit verdorben.

Sag was, du Säufer! Los, wach auf! Was soll ich tun? Lass mich!

Er hat es geschafft! Er hat mir die Hochzeit verdorben.

(Merdzan) Lieber Gott, vergiss nicht unser Geschäft.

(Er summt.)

(TV) In jeder Zelle gibt es kleine sogenannte Chromosomen.

Sie enthalten die nötigen Informationen

für die Zellen zum Leben und Wachsen.

Kurz vor der Zellteilung erstellen die Chromosomen

eine exakte Kopie von sich selbst.

Sie übertragen den Bauplan des Lebens zur nächsten Generation.

(Frau) Gott möge dir ein langes Leben geben.

Du hast meinen Mann geheilt.

Ich war auf dem Markt, aber ich habe nichts verkauft.

Hier, nimm diesen Truthahn von mir, ein kleines Geschenk.

Er soll dir Glück bringen.

(Perhan) Ein bisschen noch. Ein bisschen.

(Perhan pustet.)

So, iss jetzt.

(Großmutter) Perhan!

Iss! Ich bitte dich nur um eins: Weine nicht mehr.

Perhan! Sieh mal, was ich mitgebracht habe.

Komm her, sieh es dir an. - Was, für mich?

Für mich? - Für dich. Er gehört dir, nur dir.

Du hörst auf mich. Du bist mein Liebling. Alles würd ich dir geben.

Er gehört nur mir? - Natürlich gehört er nur dir.

Du bist brav und kümmerst dich um deine Schwester.

Danira, sieh doch mal! - Du arbeitest so schwer.

Meine Seele würd ich dir dafür geben. Ja, meine Seele.

(Er ahmt Truthahngeräusch nach.) - Gefällt er dir?

(Merdzan) Mama, wem gehört der Vogel? - Er gehört Perhan.

Er ackert und kümmert sich um seine Schwester.

Wieso kriegt Perhan alles? Wieso krieg ich nicht mal was?

Ganz einfach. Weil er mir gehorcht.

Weil er dir gehorcht. Schon ver- gessen, ich bin dein Sohn, nicht er.

Ich möchte wissen, warum du nicht einmal auf die Idee kommst,

mir was zu geben. Verstehst du? Ich bin doch kein Kriegsverbrecher.

Ich werde zurückgehen nach Deutschland. Ich bin doch nicht blöd.

Ach du, hör doch auf zu spinnen. - Wer spinnt denn hier?! Wer?!

Sag mir, wer hier spinnt? Ach, bleib mir doch gestohlen.

Ich werd noch verrückt. Das dem Perhan, dies dem Perhan.

Ich sag dir was: Ich werde abhauen!

Hast du verstanden? Ich gehe nach Deutschland und ich bleibe da.

Das ist meine Heimat, verstehst du?

Aber du und dein Liebling, ihr könnt hierbleiben in Jugoslawien.

Ärger dich doch nicht. Er arbeitet.

(Akkordeonmelodie)

(Frau) Diese Schande, die du über mich gebracht hast.

Ich trau mich nicht mehr unter die Menschen.

Oh, diese Schande. Und das hier. - Hör auf mich zu schlagen!

- Ey, hör mal! Wo ist dein kleiner Casanova? Komm runter!

Komm schon her. Ich will mit dir reden.

Sieh dir ruhig an, was er meiner Tochter angetan hat.

Sieh es dir an! Sieh es dir an!

Ich werd ihm die Augen auskratzen. Ich bring ihn um, den Hurenbock.

Halt, halt. Finger weg, ja? Schubs mich nicht so.

Wo ist er? Wo ist dein Sohn?

Beruhige dich! Beruhige dich! Setz dich erst mal.

Ich will mich nicht setzten! Ich will deinen Sohn.

Los, wo ist er? - Red nicht so einen Quatsch.

Los, los, her mit dem Kerl! Grün und Blau werd ich ihn schlagen!

In kleine Stücke werde ich ihn zerhacken, in kleine Stücke!

Schande hat er über sie gebracht. Den Bauch hat er ihr aufgepumpt.

Warum kommst du zu mir? - Das Beste kommt ja noch.

Sie ist nicht mal 13.

Schluss jetzt! Sonst bring ich dich um.

Ich werd dich umbringen! Und ihn auch!

Umbringen? Du Schlampe! - Pass auf, was du sagst, ja?

In meinem Haus kann ich sagen, was ich will!

Mach schon! - Schluss jetzt, das reicht!

Plötzlich wird sie vernünftig. - Und du? Es hat dir gefallen.

Solange du unter ihm gelegen hast, war es schön, was?

Bringt man dich jetzt hierher, um Geld aus mir rauszuholen?

Der fickt die ganze Stadt! Der lässt keine aus!

Mein Bruder wird ihn umbringen.

Setz dich da hin. - Gut. Setz ich mich.

Also, bring deinen Sohn an den Tisch, damit wir uns in die Augen sehen.

Und wenn er sie will? - Dann wirst du nichts dagegen tun.

Du lieber Gott. Jedes Mal, wenn sie ihn sieht.

Dann verschlingt sie ihn mit ihren Augen.

Also wirklich, ich bitte dich, ja?

Sie blinkt ihn an wie eine Ampel.

Ah was, wie eine Ampel? Sag das noch mal.

Eine geile Nutte. - Schäm dich doch, du alte Schlampe.

(Merdzan) Scheiße!

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

(Azra) Ja, so was in der Art. Mama plagt mich mit dem Haus.

Sie will, dass es bis zum St. Georgs Tag gekalkt ist.

Du kennst sie ja.

Los, hoch die Flügel, du Sonnenvogel.

Perhan! Such ein wenig Kalk aus für Azra. Von der Spezialsorte.

Er wird ihn dir geben.

Ich bin hier, um Kalk zu kaufen. - Kalk? Gut.

Verschwinde!

Setz dich doch.

Wer soll einen so großen Sack schleppen?

Na ich. Es sei denn, du willst mir dabei helfen.

Weißt du überhaupt, wie Kalk gemacht wird? Hör zu.

Die Temperatur ist das Wichtigste.

Brennt das Feuer nicht gut, dann ist auch der Kalk nicht gut gebrannt.

Das Feuer ist die Grundlage.

Das Holz brennt und brennt und der Rauch, der zieht durch den Ofen ...

(Musik beginnt.)

Die Luft erwärmt sich und die Metallplatte fängt an, zu glühen.

Sie wird ganz rot und so fängt auch der Stein an, zu brennen.

Er brennt und brennt und brennt und dann wird das Feuer gelöscht.

Zum Schluss wird alles zu weißem Staub, zu Pulver.

Gott allein weiß, wie viel Hitze man dazu braucht und wie viel Glut.

Kannst du eigentlich küssen?

Ohne Kalk gibt es keine weißen Häu- ser und Pflaumenmus wäre bitter.

Ich fragte: Kannst du küssen?

Großmutter sagt, der Kalk, das war der Busen der Mutter der Steine.

Aber die Mutter der Steine und die Mutter der Wälder hatten Streit.

Und so hat die Mutter der Wälder aus dem Busen der Mutter der Steine

ein Stück rausgebissen. Deshalb ist Kalk so weiß wie Milch.

Die Erde hat ihn geboren,

das Wasser hat ihn getauft und Feuer ihn genährt.

Du kannst nicht küssen.

Klar kann ich das. Wie Richard Gere.

(Romantische Musik)

(Dialog aus einer Filmszene)

(Truthahn macht Laute.)

Hör auf!

Sag mal. Wie lange kannst du küssen, ohne Luft zu holen?

Ungefähr 15-20 Minuten.

(Perhan hält die Luft an.)

Verschwinde!

Dieser Truthahn ...

Deine Lippen sind wie ein Magnet.

Was ist? Soll ich dir mal was zeigen, Azra?

Mhm.

Pass auf.

Siehst du die Konservendose?

(Verspielte Musik)

(Zabit) Aye. Eine Fata Morgana.

Bleib stehen!

Los, bleib stehen!

(Spucklaut)

(Ruza) Wer bitte will um ihre Hand anhalten?

Na ich. - Sieh mal an. Du willst sie heiraten.

Hast du das gehört?

Dieser Rotzlöffel ist gekommen, um uns das Fest zu verderben.

Dieser Grünschnabel will deine Tochter heiraten.

Rein mit dir!

Azra, bleib hier!

Was? Ich hab gesagt, geh rein!

Du bleibst hier, wenn ich es dir sage.

Und ich hab gesagt, du gehst sofort rein!

Bist du taub? Du hast mein Leben ruiniert. Hast du gehört?

Azra, bleib hier!

Mein Herz hab ich hinausgerissen für dich. Mein Herz.

Und wie wird es einem gedankt? Und du? Du Soldatenbastard?

Du bist weder Roma noch Serbe. Worauf wartest du noch? Los, verschwinde!

Dreckiger Soldatenbastard.

Ja, und du? Und du? Du sagst kein Wort.

Dein Mund ist wohl gelähmt, du Tölpel.

Der Kerl schweigt wie ein Grab, hä? Komm, sprich mit mir.

Was ist los mit dir? Oh Gott, gibt es dich überhaupt?

Hilfe! Hilft mir denn niemand?! Hilfe! Nachbarn!

Oh Gott, der bringt mich noch um! Der bringt mich noch um!

Er will mich umbringen! Hilfe! Schnell, beeilt euch!

Fünf Minuten würd ich brauchen und du wärst tot.

Die Augen würde ich dir auskratzen, du Mörderschwein! Mörder! Hilfe!

Polizei! Feuerwehr! Dreckskerle! Ach, was soll's.

Womit habe ich das verdient, lieber Gott? Warte bis ich unten bin.

'ne Suppe werde ich von dir kochen. Hilfe!

(Off) Liebe Großmutter.

Dreimal habe ich schon versucht, zu heiraten und es hat nicht geklappt.

Auf dieser Welt gibt es keinen Platz für mich.

Wenn ich diesen Brief fertig habe, werde ich ihn herunterschlucken,

damit ich mich nicht schämen muss, wenn ich tot bin.

Denn ich werde mich wegen einer Frau umbringen.

Ich kann ohne Azra nicht leben und ihre Mutter, diese Schlampe,

erlaubt mir nicht, sie zu sehen. Dein Perhan.

(Glockenschläge)

(Zabit) Ich heiße nicht mehr Midowski Zabit,

wenn ich nicht über diesen Schatten springe. 1, 2, 3 und spring.

Verpiss dich, du Schatten.

♪ Ja und der Mond der lacht dazu. ♪

Azra! Verpiss dich! Azra!

(Würgelaute)

♪ Und das Weinen, das lässt nach.

Und die Schatten tanzen um das Feuer. ♪

Na, so was. Was machst du denn um diese Zeit noch hier?

Azra!

Azra, ich liebe dich!

Ich komme gleich! - Azra!

Azra! Azra!

Nur Politiker sollten sich selbst aufhängen, mein Junge!

Los, los! Komm da runter! Mach schon! Runter mit dir, du Narr!

(Perhan ringt nach Luft.)

So was darf man doch nicht tun. An der Kirche aufhängen.

(Glockenschläge)

(Lachen)

(Zabit) Mach auf! Los, beeil dich! Mach die Tür auf!

Ich bin's, Midowski Zabit. - Ich komm ja schon.

Komm rein, mein Freund. Gott schütze dich.

Einen glücklichen St. Georgstag.

Mit Gottes Hilfe sollst du lange leben, mein Freund.

Setz dich. Setz dich!

Ich bring dir diesen Esel nach Hause, aber frag mich nur nicht,

wo ich den Jungen gefunden habe.

Was tust du?

Ich weine!

Weint das Mädchen auch?

Ja.

Sie ist also auch unglücklich.

Mach ein wenig Musik für deine Großmutter. Ich hol das Akkordeon.

Dann wird es dir bald besser gehen.

Wärst du mein Sohn und wolltest dich aufhängen, umbringen würde ich dich.

Verstehst du? - Hier ist es.

Das schöne Akkordeon.

Spiel das Lied, das deiner Großmutter so gut gefällt.

Im Garten, da ist es sowas von absolut romantisch.

Wären wir jung, würden wir rausgehen und zusammen tanzen.

Draußen im Garten.

Wieso sollte ich nicht tanzen wollen mit so einem schönen Mann?

(Walzer auf Akkordeon)

Wie findest du das?

Ist doch absolut romantisch, oder?

Absolut romantisch, oder?

(Sie lachen.)

(Akkordeonmusik)

(Sie lacht.)

Du verbrennst dich.

(Sie lachen.)

Großmutter. Schläfst du?

Ich träume. Träum du auch.

Großmutter. Setz dich hierher.

Sag mal, war meine Mutter sehr schön?

Sie war schön wie eine Nymphe aus den Wäldern.

Als sie schwanger war mit Danira, da war sie aufgeblasen wie ein Ball.

Ich ging damals zu einer Wahrsagerin.

Ja und die sagte, deine Mutter wäre von jemanden verhext worden.

Sie gab mir ein Zaubermittel, aber das half nicht.

Und so hab ich beschlossen,

ich habe beschlossen, sie zu einem Hodscha zu bringen.

(Merdzan, stöhnend) Deutschland ist meine Heimat.

Oh, Merdzan.

Wieso bist du nicht zurückgekehrt nach Deutschland?

Er sagte, sie sei ihren Ahnen untreu geworden.

Er legte den Koran auf den Kopf deiner Mutter und las daraus vor.

Es hat nicht geholfen. Also gingen wir zum Doktor.

Er gab ihr irgendwelche Pulver und Spritzen, doch es nutzte nichts.

Sie starb in meinen Armen. Sie war jung und so schön.

Gott hat's gegeben, Gott hat's genommen. Was sollte ich tun?

Ist Daniras Vater nicht mein Vater?

Nein, dein Vater war Slowene und beim Militär.

Deiner Mutter versprach er das Paradies. Dann ist er verschwunden.

Also stimmt es. Ich bin ein Soldatenbastard.

Ruza hat die Wahrheit gesagt.

Scheiße soll der fressen, der so lügt. Du bist Großmutters Liebling.

Und jetzt schläfst du, mein Kind. Träum, träum, träum.

(Merdzan zählt.)

(Bizarre Klänge)

(Frau) ♪ Hier kommt er,

unser großer Tag,

unser großer Tag,

Ederlezi! (Georgitag)

All meine Freunde,

tanzen gemeinsam,

und feiern diesen Tag,

Oh Mutter, all die Roma,

Vater, Vater, all die Roma,

Ederlezi! Ederlezi!

Oh Mutter, all die Menschen gemeinsam,

alle meine Freunde

tanzen gemeinsam,

tanzen gemeinsam,

und feiern diesen Tag. ♪

Eins,

zwei,

drei,

vier, ...

(Azra kichert.)

(Chor) ♪ Alle meine Freunde,

tanzen gemeinsam,

tanzen gemeinsam,

und feiern diesen Tag.

Geh, guter Vater,

und kauf uns ein Lamm.

Alle Romani

opfern ihre Lämmer.

Vater, Vater, all die Menschen,

Oh Mutter, all die Menschen,

Ederlezi! Ederlezi!

Oh Mutter, all die Menschen gemeinsam. ♪

(Gänse schnattern.)

(Musik)

Du bleibst da.

Heute gehen wir nicht gemeinsam.

Geh zurück zu Danira und pass auf sie auf.

Bist du vielleicht taub?

(Kinder rufen.)

(Junge) ♪ Kommt zusammen und seht,

wer zurück ist aus Italien,

Achmed, der Zigeuner-Scheich,

unser Champ!

Kommt zusammen und seht,

wer zurück ist aus Italien,

Achmed, der Zigeuner-Scheich. ♪

(Mann) Mensch, Ahmed. So einen Wagen fährst du jetzt? Reich geworden, was?

Tag, Ahmed. Wie geht's? - (Ahmed) Hier, für dich.

(Merdzan) Hallo, Ahmed. Hast du dich rausgesputzt.

Was du für einen schönen, weißen Anzug trägst.

Was meinst du? Machen wir ein Spiel?

(Zef) Um 12 wie gehabt, wenn du willst.

- Sowieso. Ich werd kommen.

(Mann) Ahmed, gib mir ein paar Dinar, weißt du?

Ich bin aus dem Irrenhaus geflohen und da hat man ...

(Hupen)

(Gänse schnattern.)

Ich komme in guter Absicht.

Ich bitte dich um die Hand deiner Tochter.

Los, verschwinde. Hau ab! Hau ab!

Du bewegst dich so langsam wie eine Katze. Beeil dich!

Ich möchte sie heiraten. Auch meine Großmutter will es so.

Du willst also Azra heiraten.

Welchen Beruf hast du? Was hast du ihr denn schon zu bieten, du Bengel?

Na, erzähl's mir. Leere Dosen kannst du kicken.

Such dir erst mal 'ne Arbeit.

Und verdien' Geld, dann kannst ... - Immer mit der Ruhe.

Meine Tochter ist ein Juwel.

Ich werde sie dir nicht geben, hörst du?

Soll ich das hundertmal sagen? Die Antwort lautet Nein!

Und jetzt verschwinde von hier!

Langsam. - Was heißt hier langsam?!

Großmutter, komm. Hilf uns!

Ich werd's versuchen.

Sag mal, willst du meinen Enkel zu Grunde richten?

Ah, die Großmutter ist da. Guten Tag.

Es hört sich an, als wolltest du ihn umbringen.

Was willst du trinken? - Ich will nichts trinken.

Nichts essen. - Jetzt setz dich erst mal.

Ich bin hier, um im Namen meines Enkels um die Hand deiner

Tochter zu bitten. Ich habe Geld mitgebracht.

Sehr viel Geld.

Wie viel du auch immer willst. Siehst du? Siehst du?

Hast du gesehen? Hast du gesehen?

Dein Enkel interessiert mich nicht. Was kann er denn schon, dein Enkel?

Kann er vielleicht noch irgendetwas anderes, außer Dosenkicken?

Warum verdient er denn kein eigenes Geld? Hä? Bring ihm das doch bei.

Du kannst alles und weißt, wie es geht.

Das bisschen Geld hier ist doch ein Witz.

Meine Tochter ist 1000-mal mehr wert. Niemand hat sie gekriegt.

Sie ist viel zu gut für die. Azra, komm her!

Azra ist eine Schönheit. Schau sie dir ruhig an.

Eine weiße Schönheit. Das ist sie.

Also weißt du, wie du mit deiner Tochter protzt.

Stolz kannst du ja sein, aber ... - Schau sie dir in Ruhe an.

Das tue ich bereits. Ich schau sie an.

Sie ist eine Schönheit. Bist du blind? Siehst du das nicht?

Nimm deinen Enkel und verschwinde, aber ein bisschen plötzlich.

Ich komme wieder. Und dann wirst du meine Füße küssen, du Hündin!

Meine Tochter wollt ihr haben, das ich nicht lache!

Eins merk dir: Ich besitze teuflische Kräfte.

Raus mit euch. Verschwindet!

(Stimmengewirr)

Oh.

Hör auf mich. Kopf hoch, Kopf hoch.

Für einen Sprung von der Brücke und für das Heiraten

ist es niemals zu spät. Deshalb verliert man nicht den Verstand.

Du bist Großmutters Liebling.

(Zef) Hast du deinen Kalk verkauft? (Merdzan) Nein, das läuft schlecht.

- Und wann zahlst du deine Schulden zurück? - Morgen.

- Wir fahren morgen wieder. - Morgen zahl ich.

(Merdzan) Was, hier?

(Zef) Na, klar. Damit uns die Bullen nicht überraschen.

So kannst du deine Schulden loswerden,

vielleicht sogar noch was verdienen.

(Merdzan) Zwei Karten.

(Musik)

(Menge feiert.)

(Kind) Onkel! Onkel!

Onkel! Onkel!

Komm nach Hause, Roberto erstickt!

(Regen und Gewitter)

(Merdzan) Mama, hörst du mich?

Mama. Die Freunde, Sie haben mich ausgenommen.

Trockne dich ab und geh ins Bett.

Ich steh in der Kreide bei ihnen. Es sind gefährliche Leute.

Gib mir das Geld. - Jetzt hast du die Quittung.

Lass mich schlafen. - Gib mir das Geld.

Das sind Kriminelle, glaub mir. Ich brauch es dringend.

Ich finde es.

(Donnergrollen)

(Scheppern)

Los, mach schon, du Dreckstück!

Du gibst mir jetzt sofort das verdammte Geld oder es passiert was!

Entweder du gibst es mir auf der Stelle oder ich bring uns alle um.

Uns alle! Hast du gehört, du Hexe? Ich will das Geld.

Ich sag es nicht noch einmal. Das ist deine letzte Chance!

Aber ich hab kein Geld. Woher denn auch?

Dir gehört doch das, was ich besitze.

(Merdzan) Du hast das Geld!

(Danira) Hände weg von meinem Bruder! Hände weg!

(Merdzan) Gib es her! Ich weiß, dass du es hast.

(Danira) Messer weg! Hände weg von meiner Großmutter!

Beruhige dich! - Oder ich bring' euch um!

Du zerstörst unser Heim. - Ach ja?

Ich werd euch gleich mal ein zerstörtes Heim zeigen.

Wartet nur ab. Macht euch auf was gefasst.

(Scheppernde Geräusche)

Ihr Arschlöcher! Also los, was ist?

Ich will jetzt wissen: Gebt ihr mir das Geld oder nicht?

Hör zu, du Idiot. Du weißt genau, ich hab kein Geld. Woher denn auch?

Siehst du nicht, wie es regnet? Unser Heim bricht zusammen

und die Kleine hat Angst. Lass den Unsinn.

Unsinn? Ihr werdet gleich sehen, zu welchem Unsinn ich fähig bin.

(Donnergrollen)

(Er singt.)

(Scheppern)

(Donnergrollen)

(Hundegebell)

(Merdzan) Habt ihr das Geld?

Wenn ihr es findet, lasse ich das Haus wieder runter.

Ist mir egal wie, aber ihr solltet es finden.

In eurem eigenen Interesse.

♪ Ohne einen Vater,

ward ich geboren, ... ♪

Er hat den Verstand verloren.

Er gehört in ein Irrenhaus.

♪ Ich werd' sie nie vergessen.

Weine nicht, liebste Mutter,

sieh, ich bin erwachsen,

ich werde mich um dich sorgen,

so wie du für mich sorgtest.

Ohne einen Vater ward ich geboren,

meine Mutter sorgte für mich.

Weine nicht, liebste Mutter,

sieh, ich bin erwachsen. ♪

(Off) Es war einmal ein Himmel, Erde, Mann und Frau.

Sie hatten fünf Kinder: Sonne, Mond, Feuer, Wolke und Wasser.

Für alle ihre Kinder schufen Himmel

und Erde einen schönen Platz zum Leben.

Die übermütige Sonne versuchte, die Erde vom Himmel zu trennen,

aber das gelang ihr nicht.

Das Gleiche versuchten auch die anderen Kinder -

vergebens. Aber eines Tages versuchte es der Wind nochmal.

Hatidza!

Und plötzlich gelang es ihm mit all seiner Kraft,

die Erde vom Himmel zu trennen.

Hatidza! Komm mit und rette meinen Sohn.

Schnell! Du musst ihm helfen, sonst stirbt er. Komm schnell!

(Sie summt.)

Das Blut ist das größte Geheimnis. Das Blut und die Kraft.

Hör, Ahmed, was ich dir sage.

Die Seele des Kindes lebt noch nicht.

(Flötenklänge)

Oh, Merdzan, mein Schatz.

Wer hat dir das angetan?

Seine Brüder.

Ich komme mitten in der Nacht zu dir und heile deinen Sohn!

Das war mein Bruder.

Was für ein Mensch bist du nur? Verschwinde von hier, du Köter!

Es tut mir leid.

So eine Schande. Und das meinem Sohn.

Oh, mein Liebling. Mein Schatz.

So, das ist also der Dank dafür.

Ich wusste nichts davon. Das schwör ich dir.

Wenn ich lüge, soll die Erde mich verschlucken.

Lebendig häuten werde ich sie dafür. Glaub mir.

Ah, zum Glück hab ich Geld dabei. Nimm, so viel zu willst.

Ich will dein Geld nicht!

Deine Familie ist Abschaum. - Pass auf.

Gegen Ahmed hat noch niemand die Hand erhoben.

So dankbar bist du mir. Verschwinde, bevor ich mich vergesse.

Ein Glück ist, dass du meinen Sohn gerettet hast.

(Perhan macht Truthahnlaute)

Komm, meine Schönheit. Es wird alles wieder gut.

Du hast meinen Truthahn umgebracht. Jetzt bring ich dich um!

Ich kauf dir 100 andere. Lass das! Ihr Idioten!

Ihr macht mich noch kaputt. - Hört auf, euch zu schlagen.

Bei lebendigem Leib wollt ihr mich begraben.

Ihr Spinner! Ihr hört jetzt beide auf.

Habt ihr verstanden? Du bleibst da und kein Wort mehr.

Ich kauf dir 300 andere, in Ordnung?

Der gehörte nur mir. Nur mir!

Auseinander! Nimm ihn mit. Du bleibst, wo du bist!

Also wirklich, hab ich dir nicht gesagt, ich kauf dir 300 neue?

Siehst du jetzt, was du angerichtet hast, du Lump! Was ist los mit dir?

Schämen sollst du dich.

Na, so was. Deinen eigenen Onkel zu schlagen, du Feigling.

Soll ich dir sagen, was ich mit dir mache?

Wenn ich dich zu fassen krieg, mein Freund, brech ich dir das Genick.

Und dann schneid ich dir die Kehle durch. Kann's kaum erwarten.

Und zum Nachtisch? Da schlag ich dir alle Zähne aus.

Alle, hast du gehört?

Und anschließend schlag ich dich klein, du dreckiger Bastard.

Du wirst es nicht noch einmal wagen, die Hand gegen mich zu erheben.

Das versprech ich dir. Ach, die Füße solltest du mir küssen.

Du Dreckskerl. Warte nur.

Wohin willst du? Setz dich wieder hin.

Lass uns reden.

Ich hab deinen Sohn geheilt.

Und du willst mich dafür bezahlen. Ärzte konnten ihm nicht helfen.

Sprich ruhig weiter.

Siehst du die Kleine da? - Ja, und?

Siehst du ihr Bein? Es gibt ein Krankenhaus in Ljubljana.

Dort verlängern sie Knochen. Bring die Kleine hin, dann sind wir quitt.

Auf dem Weg nach Italien könnte ich sie in Ljubljana vorbei bringen.

Ich werde sie nicht allein lassen. Wenn sie geht, gehe ich auch.

Ausgezeichnet. Jeder kümmert sich um den anderen.

Ich nehm euch mit. Alle.

Nicht weinen, Danira. Nicht weinen.

Ich will nicht ins Krankenhaus. Ich hab Angst davor.

Angst davor, dort zu sterben.

Hab keine Angst.

Merdzan. Was hast du nur angerichtet, du Trottel?

Du solltest dich schämen.

Lass ihn. Er ist verrückt. Er hat den Teufel im Leib.

Sieh dir das Haus an.

Bist du misstrauisch? Sie machen keinen Ärger.

Glaub mir ruhig. Du kriegst keine Probleme mit ihnen.

(Husten)

Hör mal. Das ist doch nicht vererbt, oder?

Was? Das Bein? - Nach deinen Kräften habe ich dich gefragt.

Kann einer der beiden so was? Oder sowas Ähnliches?

Nein, nur Perhan. Ein bisschen. - Was heißt ein bisschen?

Hat keinen Sinn. Ist nicht nützlich.

Er soll's mir zeigen. - Perhan!

Komm her und zeige ihm, was du kannst. Komm her, los!

Und schon ruft sie wieder nach ihrem Liebling. Komm her. Los, beeil dich.

Zeig ihm, was du kannst.

Er bringt deine Schwester ins Krankenhaus.

Ich kann das nicht. - Zeig's ihm.

Er sorgt dafür, dass deine Schwester wieder gesund wird.

Ich kann es nicht. - Hör zu.

Er bringt sie ins Krankenhaus und dort wird sie geheilt.

Also zeig's ihm endlich. - Ja.

(Verspielte Musik)

(Hund bellt.)

(Zabit) Elvis, Jashar und Rambo!

Schnell, lauft nach Hause und holt eure Instrumente. Beeilt euch!

Pass auf sie auf. Hüte sie wie deinen Augapfel.

Sie sind mein Leben. Ich bitte dich. - Nur keine Sorge.

Das ist ein guter Fahrer. Den hole ich extra aus Britschgo.

Verlass dich auf mich.

Anschließend wird sie Beine haben wie Marylin Monroe.

(Zabit) Hatidza, möge deine Enkelin gesund und glücklich zurückkommen.

4, 3, 2, 1.

(Junge) ♪ Hier kam, meine Mutter,

ein schwarzes Gefolge,

es kam an einem dunklen Morgen.

Ein Brief kam an, in dem stand,

ich muss zum Militär. ♪

Komm auch mit. Es ist genug Platz für alle im Wagen.

Ich kann nicht. Ich bin alt und krank.

Wein doch nicht. Sie werden ihr Bein heilen.

♪ Ein Brief kam an, in dem stand,

ich muss zum Militär. ♪

Ich hab kein gutes Gefühl, weißt du?

Ah, bin ich dumm. Ich vergas, den Proviant einzupacken.

Danira, hör auf zu weinen, was soll das?

Ich weiß, es ist sehr plötzlich gekommen.

Wenn ich weg bin, dann vergiss mich nicht.

Ich bitte dich. Warte auf mich und treu solltest du auch sein.

Sobald ich kann, werde ich dir schreiben.

Wenn ich wieder da bin, dann mach ich dich zu einer Prinzessin.

Meine Schwester wird bei uns leben und Großmutter auch. Einverstanden?

Gut.

Und wenn du meinen Onkel Merdzan siehst, dann geh ihm aus dem Weg.

In Ordnung? - Ja.

Gut.

Nicht weinen, Großmutter. Sei nicht traurig.

Ab heute bist du verantwortlich für Azra, ja? Pass gut auf sie auf.

Besser als auf mich, he?

Wenn ich wieder da bin, möchte ich nicht hören,

dass sie rumgehurt hat.

Wie soll ich nicht weinen, wenn mir das Herz bricht, mein Junge?

♪ Hier kam es,

dieses schwarze Gefolge.

Hier kam es, Mutter,

dieses schwarze Gefolge. ♪

Pass auf dein Schwesterchen auf. Pass auf sie auf.

Schon gut. Das werd ich.

(Klagender Gesang hält an.)

♪ Ich bitte dich, Mutter,

bete für mich.

Georgitag ist nah,

und ich werde nicht da sein.

Ich bitte euch um Vergebung,

Mutter und Vater.

Weine nicht um mich, Mutter,

eines Tages komme ich zurück. ♪

Salem aleikum!

(Mann) Irfan!

Irfan!

(Gans schnattert.)

Als der König Wind mit seiner Kraft die Mutter angriff, hör zu,

da trennte sich der Himmel von der Erde und dann ...

Nicht weinen, Danira. Oh, sei ein großes Mädchen.

Versprich mir, dass du mich nicht bei ihnen zurücklässt.

Ja, aber hör auf zu weinen.

Ich hab Angst.

Sei brav.

Ist doch alles gut. - Mama ...

(Mysteriöse Musik)

Großmutter hat gesagt, das Leben ist ...

Das ist sie.

Siehst du sie?

Ist sie schön? - Ja, sehr.

Sag mir, wie sie aussieht. - Sie hat wunderbares Haar.

Und Augen. Eine Nase. Mund. Alles.

Herr Doktor. Hier sind wir.

Ja, ich erinnere mich.

Wir haben miteinander telefoniert.

Bitte, Perhan, lass mich nicht allein.

Sie hat Angst.

Ich hab ihr versprochen, wenn Sie fertig sind,

hat sie Beine wie Marilyn Monroe.

Wir tun unser Bestes.

Wie heißt du?

Sag's ihm. - Danira Feric.

- Danira Feric, bist du eine Süße.

Keine Angst. Hier wurde auch der Genosse Tito behandelt.

Gut, untersuchen wir sie.

Herr Doktor, ich bleibe bei ihr.

Gesunde können hier nicht bleiben. Lass uns allein.

Warte. Ahmed?

Geh schon.

(Helferin) Tut mir leid.

(Arzt) Sie müssen die Behandlung bezahlen.

- Mein Bruder kommt morgen unterschreiben.

Wie kannst du verlangen, hier zu bleiben?

Was willst du essen und vor allem wer gibt dir zu essen?

Wo willst du schlafen?

Willst du dich in das Bett eines Kranken legen?

Ich hab's Großmutter versprochen.

Wir haben ihr versprochen, das Bein heilen zu lassen.

Und so geschieht es.

Hör zu. Komm mit mir nach Italien.

Arbeite und verdiene das Geld für das Haus.

(Mann) Herr Achmed, bitte!

Es ist Osteomyelitis. Wir müssen operieren.

Was ist? - Operationen sind nicht billig, kapiert?

(Danira) Perhan! Lass mich nicht allein!

Komm her!

Perhan! Du hast mir versprochen, bei mir zu bleiben!

Lass mich nicht allein!

Hier geblieben! Wo willst du hin?

Bitte, Perhan! Lass mich nicht allein.

Bitte, Perhan.

Du hast es mir versprochen.

(Sie singt ein Lied.)

Es ist hart für dich. Ich weiß.

Aber wenn ich dich reich gemacht hab, wirst du mir dankbar sein.

Wo hast du die her?

Gekauft. Unterwegs.

Und wieso?

Na ja, damit Roberto Gesellschaft hat.

So gefällt's ihm an der Brust zu saugen. Wie ein Hündchen.

Ein Mann will die Brust ganz für sich allein, aber Kinder nicht.

Aber wer verkauft dir kleine Kinder?

Die, die genug haben.

Einer, der schon elf hat und dazu eine Freundin.

Und die kriegt auch noch Zwillinge.

Außerdem ist sie verheiratet wie er.

Man hat sie mir mitgegeben, um den Skandal zu vertuschen.

Sieh nur. Die Arbeit von einer Nacht.

(Frau singt.)

(Hupen)

(Frau singt.)

Zef! Der Western hat schon angefangen.

Wo zum Teufel seid ihr so lange gewesen? Beeilt euch!

(Sadam) Los, zieh dich aus. Lern, dich zu verkaufen.

Du bist dran.

Hey, du bist der Nächste.

Fick dich selbst, Mann.

Na, suchst du Ärger?

(Gänse schnattern.)

(Stöhnen)

(Wehklagen der Frau)

(Gans schnattert.)

(Zef) Wenn dich einer anspricht, dann sag "Otante"

und antwortet er "Quinqanto", sagst du ja.

Und jetzt geh.

Die häuten mich bei lebendigem Leib. Lies!

Für sechs Jahre soll ich Steuern zahlen.

Zwei Strafen, drei Vergehen in einem Urteil.

Gebe ich nicht alles weg, was ich besitze, werde ich abgeschoben.

Was hat das mit mir zu tun? Was?

Ich hab für deine Schwester zu zahlen. Aber womit? Da! Lies!

Dann wirst du es sehen. Die haben mich ganz schön verarscht.

Diesmal bin ich dran. Ich bin total bankrott.

Und dann noch die Rechnung für Roberto,

als er im Krankenhaus in Florenz war.

Genau, die hätte ich doch jetzt fast vergessen.

Du musst mir helfen, Junge.

Ich helf dir. Das versprech ich.

Aber mit was für einer Arbeit könntest du mir helfen?

(Auto hupt.)

Aiaiaiai.

Immer schön der Reihe nach. Glücklich ist mein Herz.

Sehr gut. Sehr gut. Vielen Dank. Gut gemacht.

Zef!

(Zef) Rücks raus!

Sarajevo, komm zurück!

Spring!

(Es klimpert.)

(Er schreit.)

(Es klimpert, Perhan schreit weiter.)

(Fröhliche Melodie)

Wer hat gesagt, dass du das tun sollst?

Niemand. - Losbinden!

Er braucht nicht zu arbeiten, wenn er nicht arbeiten will. Verstanden?

Dann wird seine Schwester nicht geheilt.

Er wird auch kein Haus bauen oder heiraten.

Nimm Geld und schaff ihn mir aus den Augen.

Ich kann ihn nicht mehr sehen.

Du kannst nach Ljubljana fahren und deine Schwester abholen.

Tut mir Leid für sie.

Und für dich auch.

Von mir aus leb wie ein Hund. Wie ein Hund. Friss Knochen.

Gib ihm Geld für die Reise.

Er soll seine Sachen packen und ab zum Bahnhof.

Perhan, guck! Perhan. Guck!

Perhan, guck!

(Kusslaut)

Perhan.

Guck doch!

Perhan.

(Stein klackt ans Fenster.)

(Glocke läutet.)

(Bedrohliche Klänge)

(Er beginnt, Klavier zu spielen.)

(Verspielte Klaviermusik)

(Off) Liebe Großmutter. Ich lebe noch und bin gesund.

Mach dir keine Sorgen um mich. Ich bin in Mailand.

Ich führe hier ein Leben wie ein König.

Vor Schönheit und Reichtum würden dir die Augen übergehen.

Es ist wie ein Traum. Es ist fantastisch.

Wärst du hier, mein Glück wäre perfekt. Ahmed hatte Recht.

Wir können hier eine Menge Geld verdienen.

Bitte pass auf Azra auf.

Und sage ihr, dass ich sehr oft an sie denke.

Sorge dafür, dass sie den Himmel nicht öfter sieht als die Erde.

Meine Hatidza. Jetzt verstehe ich, dass Gott gerecht ist.

Ahmed ist wie ein Vater zu mir.

Er spricht Italienisch, genießt Respekt und hat seine Leute überall.

Alle hat er in der Tasche:

Rechtsanwälte, Richter, Priester, die Polizei.

Ich habe viel verdient und werde mir ein Haus bauen,

so wie Ahmed eins hat. Im italienischen Stil.

Es wird weiß sein und auf der Seite wird es das Bild

einer großen Kirche haben. Mach dir keine Sorgen um Danira.

Ich habe mit eigenen Augen gesehen: Der Doktor ist Ahmeds Mann.

Was soll ich dir mitbringen?

Für Merdzan habe ich einen winzigen Fernseher gekauft.

So wird er in Zukunft die Welt in seiner Handfläche haben.

Ich will eine teure Hochzeit.

Der ganze Ort soll sich an Perhans und Azras Hochzeit erinnern.

Dein Perhan.

(Kind spricht Italienisch.)

(Zef) Wo ist Irfan? Hörst du nicht? Wo ist Irfan?

(Kind) Weiß nicht.

(Kind spricht weiter Italienisch.)

Na? - Wo ist Irfan?

Abgehauen. Du bist ein Idiot!

Warum hast du nicht aufgepasst?!

Blödmann, du Arschloch!

Los, geh mir aus den Augen und find ihn, aber schnell.

Wo soll ich ihn suchen? - Dein Problem. Beweg dich.

Sieh mal einer an.

Tränen. Aiaiaiai.

Lieber Gott im Himmel.

Was gefällt dir hier nicht?

Hat es dir an irgendwas gefehlt?

Sag's mir, was hast du vermisst?

Sag's mir, ich fleh dich an.

Ich höre.

Da, nimm dir einen Kaffee.

Und Weißbrot.

Es gibt noch Käse. Nimm Marmelade oder Eier.

Nimm alles von mir, was ich habe.

Willst du vielleicht Ferien?

Ein wenig krankfeiern? Sag's mir ruhig.

Ah, das soll wohl die Belohnung sein. Verstehe.

Ein schöner Dank ist das.

Ich bin vielleicht dumm und naiv, Menschen wie euch zu vertrauen.

Schon vergessen? Ohne Arbeit, da gibt's kein Glück.

(Frau schreit.)

(Mann) Warte!

Zum Teufel mit euch! Was ist hier eigentlich los?!

Wollt ihr mich kaputtmachen, oder was?

Wer ist der Boss hier? - (Dzamila) Ahmed, reg dich nicht auf!

Wer hat hier das Sagen?!

Gott vergifte euer Blut!

(Donnergrollen)

(Kind weint.)

(Ahmed röchelt.)

(Dzamila) Ahmed? Ahmed? Ahmed? Was hast du? Ahmed?

Meine Tabletten ... Meine Blutdrucktabletten ...

Wer ist dein Mann? Ich oder mein Bruder, du Zigeunerhure?

(Donnergrollen, Kind weint weiter.)

(Perhan macht Truthahnlaute im Schlaf)

(Rhythmisches, bizarres Geräusch)

(Er spielt Akkordeon.)

(Zabit) Komm her! Komm her! Komm her!

Ich hab eine Nachricht für dich.

Wenn du nicht sofort, sofort zurückkommst,

dann verschlingt dich das Weib mit den silbernen Zähnen.

(Merdzan) Das Weib mit den silbernen Zähnen.

Das Weib mit den silbernen Zähnen ist das Opfer des Wolfes.

Das Weib mit den silbernen Zähnen ist das Opfer des Wolfes.

Das Weib mit den silbernen Zähnen ist das Opfer des Wolfes.

Das Weib mit den silbernen Zähnen ist das Opfer des Wolfes.

Das Weib mit den silbernen Zähnen ist das Opfer des Wolfes.

Das Weib mit den silbernen Zähnen ist das Opfer des Wolfes.

(Merdzan wiederholt sich, Akkordeonmelodie spielt weiter.)

(Perhan macht Truthahnlaute.)

(Frau schreit.)

Los, beweg dich! - Fass mich nicht an!

Los, auf geht's! Raus hier!

(Streitendes Stimmengewirr)

Verdammte Zigeuner!

Kommt her!

So ein Haufen fauler Eier.

Kommt!

Was habe ich gesagt? Was habe ich gesagt?

Bravo. Was für ein schönes Leben, was?

Alle ab zur Polizeiwache.

Auf die Station mit ihnen. Nur der Kranke darf bleiben.

(Mann) Habt ihr gehört?

Tut alles, was er sagt und leistet keinen Widerstand.

Sehr gut, mein Junge. Gute Arbeit.

Du bist mein Sohn.

Du bist mein Bruder. Ja, das bist du.

(Fröhliche Melodie)

Schickst du Geld nach Ljubljana, für meine Schwester?

An jedem ersten eines Monats.

Und dasselbe mache ich mit dem Geld für dein Haus.

Der Grundstein ist bereits gelegt.

Du und Roberto, ihr seid alles, was ich noch habe.

Dzamila.

Alle hierher!

Ab heute ist Perhan euer Chef, verstanden?

Ihr habt ihm mehr zu gehorchen als Zef und Sadam. Ist das klar? - Ja.

(Fröhliche Melodie)

Grazie, vielen Dank.

Kätzchen!

Komm her!

(Straßengesang)

(Sadam) Kleiner Chef!

Suchst du jemanden?

Die gehören jetzt mir, verstanden?

Komm, sieh sie dir an. Na komm!

(Gelächter)

Also, hör zu.

Sag dem großen Chef, sein Bruder Sadam ist nicht verrückt.

Seinetwegen werde ich nicht im Knast zu Grunde gehen.

Ich hab die Schuld auf Zef geschoben.

Und der, wie es sich gehört, auf seinen jüngeren Bruder.

Er hat alles auf sich genommen.

Ciao, Bello.

Ach! Zum Teufel mit diesen Arschlöchern.

Kauf ein paar Kinder, die für uns arbeiten.

Welche, die was taugen.

Und vielleicht noch 'ne Schwangere.

Mit der kommst du leichter über die Grenze.

Wahnsinn! Ein ganz neuer Mensch.

Bring ein paar Krüppel mit. Das ist wichtig.

Oder auch einen Zwerg. Gott schütze dich.

Das Haus, was du für mich baust.

Wo steht das?

Ich könnt mir die Baustelle ansehen. - Na, gleich neben meinem Haus.

Sind wir nun Brüder oder sind wir es nicht?

Aber besuch auf keinen Fall unsere Gegend. - Wieso nicht?

Der Rechtsanwalt hat mich gewarnt.

Der dir den Pass fertig besorgt hat.

Dort gibt es einen großen Skandal

in den Zeitungen und sogar im Fernsehen.

Sie haben mir einen Film gezeigt

über Leute, die Kinder verkaufen ins Ausland.

Du darfst auf keinen Fall dort hinfahren. Hast du verstanden?

Nimm die Fähre Bari Bar über Montenegro nach Bosnien.

Ich wollte meine Großmutter und Azra besuchen und meine Schwester.

Nein, nein, nein. Ich liebe dich. Auf keinen Fall.

Sie sind hinter uns her. Hier hast du ein paar Adressen.

Geh nach Süden. Da findest du alles. Fahr nach Sarajevo oder nach Tuzla.

Und such eine Frau für mich.

Dzamila jag ich weg. Ich verlass mich auf dich.

Keine dünne.

Geh, und viel Glück.

Bari Bar.

(Hundegebell)

(Klingel)

Komm her. Komm her.

(Ruza) Das letzte Mal, da wollte ich bestimmt nicht unhöflich zu dir sein.

Ich bitte dich, verzeih mir. Verzeih mir.

Ich hab gesagt, ich komm zurück.

Mein Gott, das sind ja Millionen.

Du brauchst mir nicht mal die Füße zu küssen.

Für mich?

Schau mal einer an.

Der große Geschäftsmann. Gold und Silber hat er gemacht.

Weg gegangen ist er, um das große Glück zu finden für meine Tochter.

Oh, mein Gott.

Hat sie geheiratet? - Nein, sie hat nicht geheiratet.

Was hätte ich tun sollen? Sie ist eine Frau. Sie tut, was ihr gefällt.

Auch wenn sie Enttäuschungen erlebt.

So ist sie nun mal. Sie läuft rum und amüsiert sich.

Du kennst sie. Was soll ich denn tun?

Ich komm nicht mit ihr zurecht. Was weiß ich?

Was soll man tun mit so einer Tochter?

Und das Kind in ihrem Bauch? - Vielleicht ja von dir?

Und du?

Was denkst du? - Geh und frag deinen Onkel.

Oh, Gott. Was tust du mir an?

(Band) ♪ Hier kam, meine Mutter,

ein schwarzes Gefolge,

es kam an einem dunklen Morgen.

Ein Brief kam an, in dem stand,

ich muss zum Militär.

Ein Brief kam an, in dem stand,

ich muss zum Militär. ♪

(Zabit) 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10.

Sag mal, du trinkst viel zu viel. Das hat doch keinen Sinn.

Ich selbst war mal spezialisiert auf Brandy.

Hat nichts geholfen. Das Saufen macht 'ne Memme aus dir. Hab ich recht?

Ich hab recht.

(Band) ♪ Hier kam es,

dieses schwarze Gefolge.

Hier kam es, Mutter,

dieses schwarze Gefolge.

Ich bitte dich, Mutter,

bete für mich.

Georgitag ist nah,

und ich werde nicht da sein.

Ich bitte euch um Vergebung,

Mutter und Vater.

Weine nicht um mich, Mutter,

eines Tages komme ich zurück. ♪

Großmutter. Was ist? Bist du nicht froh, mich zu sehen?

Deine Großmutter liebt dich.

Aber sag mir, mein Junge, was tust du dir an?

Hab keine Angst. Ich bin ja bei dir.

Was bereitet dir Sorgen?

Kann nicht klagen. Mir geht es soweit ganz gut, Gott sei Dank.

Und dir? Wo ist deine Schwester?

In Ljubljana. Sie wird in diesen Tagen entlassen werden.

Hol mir einen Brandy.

Warum weinst du?

Warum weint dein Mädchen?

Die Hure wollt's nicht anders. Und jetzt weint sie.

Warum glaubst du ihr nicht, dass das Kind von dir ist?

Seitdem ich selbst lüge,

seitdem kann ich niemandem glauben, Großmutter.

Wenn du nicht glauben kannst, wendet sich Gott von dir ab.

Dieses Hemd, woher hast du das? Und den Anzug? Woher? Sag es mir.

Von diesen Händen. Und mit denen baue ich auch ein Haus.

Wer soll darin leben?

Du, Großmutter. Mit mir.

Ich will nicht dort leben. Meine Seele wehrt sich dagegen.

Es ist nicht Gottes Wille, dass ich dort lebe.

Sei still. So was darfst du nicht sagen.

Was ist aus dir geworden? Früher, da warst du anständig.

Du hast dich so verändert, mein Junge.

Wie verändert, Großmutter?

Ich sag dir was: Du warst mal Großmutters Liebling,

aber das bist du nicht mehr. Verdorben bist du.

Komm, mein Sohn. Ich werd dir was sagen.

Das Leben ist nur eine Fata Morgana.

Du hast mir Geld gegeben, aber vielleicht falle ich

morgen schon tot um. Wer kann das sagen? Nimm es zurück.

Warum tust du so was?

Du kannst dir doch nicht selbst Schmerz zufügen.

So was tut doch weh. Hör auf, dich an dir zu versündigen.

Schluss mit der Musik! Ihr macht ihn verrückt.

Ihr tötet damit einen Menschen. Zurück. Perhan! Perhan!

Warte auf mich!

Ich bitte dich, Nachbar! Du bist völlig betrunken!

Was gafft ihr? Es gibt nichts zu gaffen!

Verschwindet, ihr Armleuchter!

Um meinen Nachbar kümmere ich mich selbst.

(Wasser plätschert.)

(Feierliche Musik)

(Zabit) Eine Lampe!

Eine Waage!

Ein Kocher!

Dieses Geschenk ist vom Onkel.

Sehen wir nach, was drin ist.

Dürfte ich allgemein um Ruhe bitten?

Ein Brot!

Und Geld und Gold!

Und da kommt die Limousine! Die Limousine ist da!

In diesem Moment steigt der Fahrer aus und öffnet die Tür.

Der Bräutigam erhebt sich und erwartet glücklich die Braut.

Er trägt sie auf den Armen hierher. Sie kommen näher. Applaus! Seht her!

Die Schwiegermutter reicht der Braut das Brot und den Zucker,

damit ihr Leben lang und süß wird. Und jetzt ... ai!

Und jetzt küsst der Bräutigam die Braut.

Die Schwiegermutter führt die Braut ins Haus.

Der Bräutigam, er wird geschlagen. Das wird ihm Kraft geben.

Die kann er gebrauchen.

Nun tanzt die Großmutter mit ihrem Enkel.

Seht nur, wie gut er aussieht,

wie klug er ist und wie wohlerzogen.

Komm her. Du bist immer noch Großmutters Liebling.

Mein lieber Junge.

Und jetzt tanzen alle, feiern mit dem glücklichen Brautpaar.

Steh auf und komm. Mach schon! - Tanzt, Leute, tanzt!

Ihr müsst dringend ein paar Krüppel zum Betteln finden, du und Ruza.

Und ein schwangeres Mädchen. Genau, das wäre nicht schlecht.

Zusammen mit dem Baby von Azra haben wir dann schon zwei Einnahmequellen.

Du kriegst eine Anzahlung.

Ich kann das einfach nicht glauben.

Perhan, meinst du deine Worte ernst?

Du hast doch nicht vor, dein eigenes Kind zu verkaufen.

Du wirst verdammt dafür.

Schwiegervater, dieses Kind ist nicht von mir.

Ich werde keinen Bastard großziehen.

Unter dieser Bedingung habe ich geheiratet.

Du hast meine Bedingung gekannt, oder nicht?

Und jetzt geh, damit uns keiner sieht.

(Feierliche Musik)

Meister!

Meister!

Sag mal, baut ihr hier noch ein zweites Haus?

(Arbeiter) Wenn es so wäre, würdest du es sehen, oder?

(Hundegebell)

Wenn Gott es so will, dann gehen unsere Kinder in die Welt hinaus.

Nach Italien. Sie werden dort arbeiten und viel Geld machen.

Das wird uns zur Ehre gereichen und ihnen.

Wollen wir hoffen, dass die Welt sie nicht verdirbt.

Ich bin alt. Ich kann nicht mehr arbeiten.

(Zabit) Warum sollen sie nicht nach Italien gehen? Sie sind jung.

Aber was wird aus Merdzan? Er hat dir noch nie viel Freude bereitet.

Darf ich rüberkommen zu dir?

Nicht mal tot.

Hast du verstanden?

Ja, ich kann's kaum erwarten.

Dass die beiden zurückkommen und ich das Kind sehe.

Wenn sich dieser Wunsch erfüllt, kann ich sterben.

Warum tust du mir das an? Warum? - Du weißt genau warum.

Versuch mir nicht Hammelfleisch als Lamm zu verkaufen.

Versteht, das ist Balsam für meine Wunden.

Was ich alles mitmachen muss.

Wisst ihr, mein Sohn kommt immer von weiß Gott woher.

Und das Gesicht, das er zieht.

Er kommt nur, um wieder zu gehen, zu seinen Huren.

Ich schäme mich so, euch das alles zu sagen.

Aber ich weiß nicht mehr, was ich mit ihm tun soll.

Ich weiß es nicht. Mein Liebling Perhan.

Gott schütze ihn.

Wie froh bin ich, dass er nicht wie mein Sohn ist.

Dieser Sohn ist ein Fluch. Wenn ihr nur wüsstet,

was für eine wunderbare Tochter ich hatte.

Ein Wunder von einer Tochter.

Und wie schön sie war. Perhan ist wie seine Mutter.

Er ist ihr Abbild.

Wäre sie nur nicht so jung gestorben.

Ihretwegen habe ich meine Lebenskraft verloren.

Was soll ich euch erzählen?

Dieser Junge ist alles, was ich habe.

Alles, was ich habe.

(Er spielt Akkordeon.)

Na, lebst du noch? - Ich lebe.

Da, iss. Iss!

(Baby schreit.)

Du musst mir glauben, Perhan.

Das Kind ist unser Kind.

Ich war bereits im 3. Monat, als Merdzan über mich hergefallen ist.

Lüg nicht. Halt den Mund und hör auf, zu lügen.

Aber ich lüge nicht.

Ich hab gesagt, ich will keinen Bastard.

Ich werd ihn verkaufen und wir machen unser eigenes Kind, klar?

Gib mir deine Hand.

Das Kind ist von uns.

Wir haben am St. Georgstag miteinander geschlafen.

Dabei ist es passiert. Ich hab es genau ausgerechnet.

Ich weiß, es ist ein Bastard.

Hör zu, wir machen unser eigenes Kind.

So habe ich das beschlossen und Schluss.

Aber ich schwöre, es ist unseres.

(Es klopft.)

Moment.

Ich bin verwirrt.

Ich habe geträumt von der Geburt.

Einen weißen Vogel hast du geboren.

(Es klopft.)

Warte hier.

Was willst du?

Du hast alles gut gemacht. Aber ...

wo ist meine neue Frau?

Konntest du keine finden oder was?

Wo ist mein Haus, Ahmed? Wieso hast du mich angelogen?

Also warst du doch da.

Woher sonst hätte ich meine Frau? Woher?

Na ja, ich dachte ...

Was hast du gedacht? Was?

Vielleicht hast du unterwegs eine gefunden. Ich weiß nicht.

Du hast mich angelogen. Das weißt du.

Wieso hast du das getan? - Ein Bruder hat mich betrogen.

Das hat er.

Ich hab Sadam das Geld gegeben, damit er es nach Hause schickt.

Doch er hat es eingesteckt. Alles, was ich ihm gab.

Ich wusste nichts davon.

Es tut mir leid, ist nicht meine Schuld.

Das ist die Wahrheit.

Ich schwör's.

Wenn du mir nicht glaubst, dann geh.

Geh und ich sterbe.

(Frau singt.)

Ich geb dir die Hälfte von meinem Haus.

Da, hier sind die Dokumente.

Morgen rufen wir den Anwalt und lassen alles bestätigen.

Ich denke, ich habe nicht mehr viel Zeit.

Und Roberto?

Ich lieb den mehr als mein Leben. Aber jetzt, ich weiß nicht.

Was weiß ich? Ich beobachte ihn jeden Tag.

Und alles scheint mir verdächtig. Seine Augen. Die Nase. Die Hände.

Er hat nichts von mir.

Perhan, auch darin sind wir Brüder.

Beide wurden wir von den Frauen betrogen.

Azra!

Azra!

Azra!

Azra!

Azra!

(Mystisch, klagender Frauengesang)

(Azra stöhnt.)

(Baby schreit.)

Ein Junge. Herzlichen Glückwunsch. Deck ihn zu. Schnell!

(Dzamila) Sieh doch, Perhan. Ein Junge. Ein Prachtkerl.

Dass du ihn nur nicht verhext.

Azra.

Azra!

Azra!

Azra!

Azra!

Azra!

Nein, Azra! Nein! Azra!

Bitte, du darfst nicht sterben.

Ich fleh dich an. Azra!

Nein! Azra!

(Off) Liebe Großmutter.

Nach dem, was passiert ist, hat das Leben keinen Sinn mehr.

Gott hat mich bestraft.

Da schaute er mir zu, wie ich meine Schätze am Kanal versteckte

und wartete, bis ich reich war.

Dann fesselte er meine Seele und ließ es zu, dass die Flut mein Geld,

mein Gold, mein Silber und meine Dukaten wegschwemmte.

Erst beschenkte er mich, um mir am Ende alles zu nehmen.

Auch meine Seele.

Ich hatte genug Geld, um ein großes Haus zu bauen.

Von dessen Dach aus hätte man den Mond berühren können.

Ich hatte so viel Geld,

dass man die Wände damit hätte tapezieren können.

Ein böses Schicksal hat mich getroffen und je länger

ich darüber nachdenke, desto verwirrter werde ich.

Siehst du, Hatizda? Vielleicht werden deine Worte jetzt wahr.

Als ich sagte, ich glaube niemanden mehr, da hast du gesagt:

"Wenn du niemanden glaubst, wendet Gott sich von dir ab

und du wirst weder Gott noch den Menschen etwas bedeuten."

Genauso ist es gekommen. Das Schicksal hat sich erfüllt.

Der Mensch, an den ich mehr glaubte als an Gott, hat mich betrogen.

Ahmed war Gott und Vater zugleich für mich.

Ich hab dir ja geschrieben,

dass Danira im Krankenhaus in Ljubljana geblieben ist.

Wenn du wüsstest,

wie dieser Dreckskerl von Ahmed mich getäuscht hat.

(Krankenschwester) Wie heißt das Mädchen? Was? Danira Feric?

(Off) Ich hab mich betrügen lassen von ihm.

Er hat Danira aus dem Krankenhaus entführt,

um an ihn zu verdienen.

Dzamila!

Wo ist er? - Weg!

Wohin? - Was weiß ich? Er hat mich verlassen.

Dzamila, sag mir, wo er ist!

Dieser Scheißkerl hat sich versöhnt mit seinen Brüdern.

Sie sind zusammen weg. Mehr weiß ich nicht.

Du warst es, ja?

Genau. Du warst es, der sie aus Ljubljana geholt hat.

Hör auf damit, du Idiot! Lass ihn los!

- Sie ist in Rom. In Rom!

(Frau) Viel Glück, schenken Sie mir doch 100 Lire.

Viel Glück in der Liebe, bei der Arbeit,

im ganzen Leben bis an die 100 Jahre.

Das ist sehr freundlich!

Viel Glück! Viel Glück!

Dein ganzes Leben, es soll glücklich sein! Gott segne Dich.

Kennst du das Mädchen?

Nein, ich kenne sie nicht, noch nie gesehen.

Zigeunerhure! - "Zigeunerhure! Zigeunerhure!"

Verpiss dich, Scheißkerl!

(Off) Du hast selbst gesagt,

ohne Danira brauch ich nicht nach Hause zu kommen.

Ich hab sie überall gesucht, aber bisher nirgendwo gefunden.

Auch Ahmed such ich jetzt seit vier Jahren und würde mein Leben

400 Jahre dauern, ich möchte nur leben, um ihn zu töten.

Meine Träume haben sich in Asche verwandelt.

Und was ist ein Zigeuner ohne Träume?

Eine Kirche ohne Dach. Ein Poet ohne Worte.

Dein Perhan.

(Papst spricht Italienisch.)

Danira!

(Er hustet.)

Perhan.

Mein Bruder!

Gott, bin ich froh, dass ich dich gefunden hab.

Und dein Bein? Tut es weh? - Ja.

Iss jetzt. Iss!

Weißt du, was sie getan haben?

Was? - Ahmeds Bruder hat gesagt,

in Italien gäb's Krankenhäuser, die sind besser als in Ljubljana.

Sie haben mich über die Grenze gebracht

und dann haben sie mich gezwungen, für sie betteln zu gehen.

Die Brüder sind wieder alle zusammen.

Der eine von ihnen heiratet heute. - Ahmed?

Ja.

Und du hast einen Sohn.

Er sieht genauso aus wie du.

Er ist vier Jahre alt. Du kannst ihn sehen, wenn du willst.

Perhan!

Perhan!

(Perhan) Was?

(Hupen und Musik)

Wie heißt du? - Perhan? Und du?

Perhan.

Lüg mich nicht an. Wieso lügst du mich an?

(Danira) Beeil dich. Ahmed darf uns nicht sehen.

(Sie lachen.)

Gefällt dir das?

Los, umarm ihn! Er ist dein Vater.

Ich muss kurz weg. Bin aber gleich wieder da.

Bitte, Perhan. Lass uns nicht allein.

Ich muss noch ein Geschenk für Großmutter kaufen.

Man kommt nicht mit leeren Händen.

Versuch auch einen Schwamm fürs Geschirrspülen zu finden.

Und vergiss nicht mein Akkordeon. - Das tu ich nicht.

Wenn ich den Zug verpasse, steige ich am nächsten Bahnhof zu.

Nimm das. Bis gleich.

Was ist?

- Ich bin traurig. - Das brauchst du nicht.

Daddy!

Daddy! - Perhan! Bleib hier!

Daddy, ich bin ganz schön böse auf dich.

Wieso? - Du kommst nicht zurück.

Ja, und du kaufst mir auch kein Akkordeon.

Ich werd ein Hund sein, wenn ich nicht zurückkomme.

(Sie lachen.)

Und jetzt geh rein.

Geh rein.

(Feierliche, orientalische Musik)

Irfan! Irfan!

Perhan! Bist du es?

Ich brauch Hilfe. - Kein Problem.

Hast du was zu rauchen?

Gute Zigaretten, was?

Du passt auf.

Verlass dich auf mich.

Ahmed, viel Glück für euch beide.

(Mann) Ahmed, los, komm und tanz.

Komm her, Ahmed.

(Mann) Ahmed!

(Sadam) Oh, der kleine Chef.

Sieh mal, Ahmed! - Ja, Perhan.

Mein einziges Kind.

Ich diene dir bis ins Grab.

Du bist mein Vater. Du bist mein Gott.

Ich bete dich an. Ich bitte dich. Nehm mich auf oder töte mich.

Ich soll dich töten? Wieso das? - Bestraf mich. Bitte, ja.

Ich bin auf so böse Gedanken gekommen.

Bringt ihn weg und gebt ihm zu essen.

So dünn wie er ist, ist er für nichts zu gebrauchen.

(Braut) Wer ist das? - Ein Dummkopf. Ein armer Teufel.

(Schreie)

Friss die Torte! Friss die Torte!

Stirb in deiner Scheiße.

(Schmerzenslaute)

(Irfan) Ich hab gesagt, ihr sollt zurückbleiben.

Hört ihr nicht? Keinen Schritt weiter!

(Panisches Stimmengewirr)

(Schuss)

(Durchgängige Autohupe)

(Kind weint.)

Beeil dich. Auf die Brücke da.

Schnell!

Ich schwör dir, ich töte dich. Du hast meine Hochzeit zunichte gemacht!

(Schuss)

(Zughorn)

Hau ab! Los!

Du hast mein Leben ruiniert. Jetzt werd ich deins ruinieren.

Ich werde dich kriegen.

Selbst wenn du dich in einen Vogel verwandelst.

Flieg, du dreckiges Schwein.

(Schuss)

(Klagender, orientalischer Gesang)

(Regenprasseln)

(Abspannmusik)

Untertitel: OMNIMAGO GmbH 2019

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