All language subtitles for Gladbeck - S01E02 - Episode 2.deu

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Original subtitles

.

Da kam gerade ein Telex aus Gladbeck.

Banküberfall mit Geiselnahme.

Ich wurde um 8.22 Uhr mit der Einsatzleitung betraut.

"Wir wollen 300.000 Mark."

Hans-Jürgen Rösner, 31, seit fast zwei Jahren auf der Flucht.

Und dieser andere hier, Degowski: IQ von 79 ...

"Kirstein, Hamburger Abendblatt".

"Mein Gott, man kann Sie einfach anrufen."

Hans Meiser, deutsches Fernsehen.

Wer sind Sie denn? Wer wohl, der Bankräuber.

Wir unterwerfen uns der Taktik der Täter.

Sie wollen Wildwestmethoden!

"Da ist eine Frau ins Auto gestiegen, die kennt die Täter."

Ich werde nicht das Leben zweier unschuldiger Menschen riskieren,

nur damit die Täter einen Tag eher gefasst werden.

Mach auf da!

Ja, ihr seid jetzt unsere Geiseln.

Bleibt ruhig, dann passiert auch nichts.

*Er pfeift.*

Marion! Komm rüber!

*Piepsen, Rauschen* "Wir kriegen gerade 'ne Meldung."

"Was? Nein! Die haben den Bus gekapert."

*düstere Musik*

(Mann, außer Atem) Herr Meise?

Herr Meise! Herr Meise!

Die haben in Bremen einen Linienbus gekapert.

30 Fahrgäste, da sind Kinder und Jugendliche drunter.

*düstere Musik*

(Mann) Mir ist übel. Ich hab außerdem Feierabend.

Ich kann das übernehmen, ich bin auch Busfahrer.

Ja, wer Feierabend hat, der hat Feierabend.

Der kann auch gehen.

Der Opa da hinten kann auch nach Hause!

Raus.

Sie durften einfach gehen?

Ja, er sagte: "Wer Feierabend hat, darf nach Hause gehen."

"Die Straße muss zugemacht werden."

*Menschen reden durcheinander.*

Hier ist keine Absperrung. Da laufen Kinder rum.

Die wollen so nahe wie möglich an den Bus ran.

"Streife ist angefordert."

Warum greifen wir nicht zu? So viele Gelegenheiten.

"Keine Kurzschlusshandlungen."

Wo ist denn die Führung?

"Was?" - Die Führung.

*Martinshorn*

Was ist los? - Ich komm da nicht näher ran.

Komm Kleiner, hau ab. Geh nach Hause, du.

Da kommt keiner.

Erst wollen sie groß verhandeln und dann trauen sie sich nicht.

*dynamische Popmusik*

*Hupen*

Du musst die Hände nicht hoch nehmen.

Komm rüber!

Wir schaffen eine Beruhigung im Bereich Huckelriede.

Wir führen die Täter damit

in eine tatsächliche und geistige Isolation.

Und was ist mit der Verhandlungsgruppe?

Ja, die wird dann übernehmen.

(TV) Wir haben vor allen Dingen ein Bild vom Ort des Geschehens.

Es hat ja im Feierabendverkehr, ca. 19.20 Uhr, begonnen.

Wer sich da auskennt, weiß auch, wo das ist.

Wir sehen da hinten,

dass verhandelt wird an der offenen Tür des Busses.

Der Mann im T-Shirt rechts im Bild an der Tür,

das ist einer der Geiselnehmer.

Wir haben uns natürlich gefragt,

was bewegt diesen Menschen so etwas zu tun.

Roland für den 7221. "7221 hört."

Ich denke, die Absperrung steht. Da ist ja totales Chaos.

"Hier sind nur zwei Streifenwagen."

Der Platz sollte doch geräumt werden.

"Ist nicht geschehen."

Wo ist die Bereitschaftspolizei? Auf dem Weg.

Wie lange? Halbe Stunde.

*Sie reden durcheinander.*

Herr Meyer, was ist los? - Gibt's was Neues?

Die fordern jetzt ein Fahrzeug und zwar eins,

das nicht mit ... mit Wanzen ausgestückt ist,

sondern ein Fahrzeug ...,

was von den Pressekollegen hier zur Verfügung gestellt wird.

Und dann fordern sie einen Polizisten ohne Waffe,

Hände auf den Rücken gefesselt.

Und eine zusätzliche Handschelle für eine weitere Geisel.

Im Austausch gegen die Geiseln im Bus.

Ja, und dann ist auch Ruhe.

Jetzt muss ich einen von der Kripo finden.

Gar nicht so einfach. Doch gut, Sie.

Die fordern jetzt hier ein neues Fluchtfahrzeug.

(lacht) Und zwar eins ohne Wanzen.

Am besten eins hier von den Pressekollegen.

Und so lange bleiben die stehen?

Ja, und so lange tun die auch nichts.

Gut, geb ich so weiter.

Ja, ich lass quasi hier

die Scheine von dem Kassierer überprüfen.

Äh, weil da können sie auch so Miniwanzen einsetzen, ne.

Damit wir sicher sind, dass da nichts drin ist.

Damit wir nicht weiterhin verfolgt werden.

(Reporter) Können Sie das noch einmal sagen, Herr Rösner?

(Löblich) ... Sie gehen einfach hier runter

und dann hier auf direktem Weg raus.

Ist der Kreislauf, ne?

*spannungsvolle Musik*

Kann ich raus, kann ich weggehen? - Gehen Sie weg.

(Löblich) Ich hab zwei Mädels und einen Jungen.

Die Leila, meine erste Tochter, die ist behindert, ne.

Und dann kommt die Nicole. Und dann der Pierre.

Und das ist der Jüngste, ne?

Das ist der Kleinste, das ist mein Nesthäkchen, ne.

*spannungsvolle Musik*

Den Typen musst du mal gucken.

Das ist 'n Aufriss hier, hm?

Scheiße.

*Er flüstert etwas auf Italienisch.*

Hört mal! Wenn die Bullen uns einen von sich schicken,

dann seid ihr alle frei.

Dann könnt ihr alle sofort gehen.

Da können wir lange rumfragen. Das macht keiner der Kollegen.

Mit gefesselten Händen ...

Auch die Gladbecker Kollegen

raten dringend von einem Geiselaustausch ab.

Rösner hat wohl immer davon geträumt,

einen "Bullen mitzunehmen".

Das ist ein Todeskommando.

Wir müssen was unternehmen. - Wir tun doch was.

Es sind fast 30 Menschen im Bus.

Wir nehmen über den Busfunk Kontakt zu den Tätern auf.

Das läuft bereits, ja? Meines Wissens ja.

Und wir stellen denen 'nen präparierten Fluchtwagen.

Wir müssen nur hoffen,

dass die irgendwann einsteigen und weiterfahren.

Kommt keiner.

Können wir nicht mal 'n Interview machen?

Das ist Ollendorf von Radio Bremen. Tagesschau.

Wie lange wollen Sie das noch fortsetzen?

Ja ... Wir werden einige Forderungen stellen,

und werden die nicht erfüllt, knallt es.

Wollen Sie das wirklich auf sich nehmen?

Wir haben abgeschlossen mit dem Leben.

Wir sind jetzt seit über 30 Stunden auf der Flucht.

Und die verfolgen uns, die Bullen.

Und die sind ziemlich fertig, die Bankangestellten.

Vor allem die Frau will nach Hause.

Das geht jetzt nicht, kommen Sie bitte mit. Nein, kommen Sie mit.

*Surren*

Meinen Sie nicht, es ist besser aufzugeben?

Nee, aufgeben auf keinen Fall.

Ich kann ganz konkret sagen: Dann knallt es.

Mein Kumpel ist brandgefährlich.

Und ...

das Letzte ist dann ...

*schnelles Klicken*

Diesen hier, ne.

Ich hab elf Jahre Knast weg, ich hab 13 gehabt.

Ich war von Anfang an in Erziehungsheimen

und so 'ne Scheiße.

Ich scheiß auf mein Leben. Ganz im Ernst.

Ja, aber die anderen, die Unschuldigen?

Pff.

Kann ich nichts für, ne.

Welche Chance rechnen Sie sich aus, davonzukommen?

Für mich ist das absolut sicher, dass ich davonkomme.

Entweder da oder weg. So einfach ist das.

"Zugriff nur, wenn zwei Täter das Fahrzeug verlassen haben."

"Kein Risiko für die Geiseln."

"Das ist doch Blödsinn." - "Vorgabe der Einsatzleitung."

War da spontan der Wunsch, zu viel Geld zu kommen?

Ja, ich bin von Hause aus Verbrecher, also innerlich.

Für mich gibt's auch keine Arbeit

und keine Moral und so 'ne Scherze da, ne.

Ich will nach vorne kommen, ich will leben.

Und das hängt aber auch alles mit ...

mit der ganzen politischen Scheiße zusammen so, ne?

Nehmen Sie die Hand vor.

*düstere Musik*

Die will ich nicht, die Kiste. Die ist präpariert.

Ihr braucht 'ne größere Karre.

"Wir haben den Degowski, aber kein freies Schussfeld."

"Verstanden."

"20 für 10." - "20 hört."

"Habt ihr die Löblich?"

Können wir wegmachen. Aber nur begrenztes Schussfeld.

"Schussfreigabe nur, wenn wir alle drei Täter gleichzeitig erwischen."

Der Benz da hinten. - Sagen Sie denen, das geht klar.

Aber versuchen Sie, das noch hinauszuzögern.

Wir brauchen noch ein paar Minuten.

Ich hab ihn. - Wir können den Rösner plätten.

"Was?" - "Wir haben den Rösner drauf."

"In welchem Bereich?" - "Mitteltür."

Ich kann die Löblich wegmachen.

10 für 30. Freies Schussfeld auf die Löblich.

Ist Degowski draußen auf der anderen Seite?

Schorschel!

Hab ihn. In der Mitte, hinter der Löblich, vorne beim Fahrer.

Wir können Degowski plätten. - "20 für 10. Seid ihr drauf?"

"Ja, freies Schussfeld auf Rösner."

"30 für 10?" - "30, bin auf Löblich."

"40 für 10?" - "40, bin auf Degowski."

Wir können die drei ausschalten.

Die Schützen sind aus Niedersachsen.

Die können die jetzt töten. - Das geht nicht.

Die haben 30 Geiseln in ihrer Gewalt.

Ist das angemessen?

Bisher ist doch niemand zu Schaden gekommen.

Noch nicht. Das war doch Glück.

Es darf nur geschossen werden,

um Personen angriffs- oder fluchtunfähig zu machen.

Dann machen wir sie kampfunfähig. Und wenn das nicht klappt?

Die Kollegen sind treffsicher. Wir schießen auf Arm oder Bein.

Es fehlt die passende Munition. Wir müssen ins Kleinhirn schießen.

Das Bremer Gesetz ist eindeutig: Finaler Rettungsschuss nur,

um eine gegenwärtige Gefahr an Leib und Leben abzuwenden.

Aber hier ist es doch legitim.

Das haben wir doch aus unserer Geschichte gelernt:

Ein deutscher Staat

darf nie wieder willkürlich auf seine Bürger schießen.

Keine Feuerfreigabe. Aber bereithalten für Notzugriff.

"Abbruch, Abbruch."

"Keine Schussfreigabe durch die Einsatzleitung."

Das gibt's doch wohl nicht.

*schwungvolle Popmusik*

Ciao!

Ciao.

Tatiana!

Tatiana!

(Mutter) Tatiana!

Rein! Runter! Tür zu! Tür zu!

Runter, runter, runter!

Du oben bleiben! Oben bleiben! Bleib oben!

Oben bleiben!

Oben bleiben!

Die Kleine auch!

Komm, fahr los jetzt!

*Motor wird gestartet.*

Da ist er! Da oben ist er! Halt an!

Mensch, halt den Bus an jetzt!

Alte Drecksau, geh da oben weg,

sonst knall ich dir eine rein, du Penner!

Deckung!

*Sie rufen durcheinander.*

Das war die letzte Warnung!

Der Nächste fliegt aus dem Bus raus!

Die Verhandlungsgruppe konnte bis jetzt

noch keine Verbindung zum Bus aufbauen.

Man hat mit den Tätern bisher nicht verhandelt?

Ich habe keine Rückmeldung.

Mensch, die erschießen da gleich jemanden!

Die Verhandlungsgruppe Hoyaer Straße, bitte.

Die bauen jetzt 'ne Funkbrücke auf.

Wie, da meldet sich niemand?

Ja, da geht gerade keiner ran bei den Kollegen.

Gleich noch mal versuchen. Ja. Was machen wir jetzt?

Muss einer rüberlaufen.

Hans, einmal Hoyaer Straße, bitte. Das gibt's doch alles gar nicht.

Willkommen im 20. Jahrhundert!

Die Verhandlungsgruppe soll sofort Kontakt zu den Tätern suchen.

Gleiche Forderung - bei Verfolgung wird geschossen,

Handschellen auf dem Rücken, ein Kriminalbeamter muss her.

"Wir bemühen uns, jemanden zu finden, aber ..."

*Rauschen* Das tut nicht richtig.

Ich warte nicht mehr lange, dann fällt der Erste aus dem Bus.

*Rauschen*

Die Kleine da. Die Kleine!

Lass sie los!

Los, raus, raus!

Raus!

Wenn jetzt hier keiner kommt, dann knall ich sie weg.

Tot!

*Kameras klicken.*

*schweres Atmen*

Was ist jetzt?!

Ihr dreckigen, feigen Bullen, ihr!

*Kameras klicken.*

Ihr feigen Schweine!

*Stimmengewirr*

(mit Akzent) So 1,30, braune Haare.

Acht Jahre alt ist sie.

Tatiana Di ... Giorgi. So?

Ja.

Gab's irgendwo einen Verkehrsunfall oder sonst was?

Guten Abend, hören Sie bitte zu. Ich bin der Revierleiter.

(im Hintergrund) Bitte bewahren Sie Ruhe ...

Vielleicht gehen Sie da mal rüber.

Danke schön.

(Revierleiter) Am Busbahnhof Huckelriede wurde ein Bus entführt.

Vielleicht sind Ihre Angehörigen in dem Bus.

Wir haben einen Mitschnitt

vom Fernsehen zur Verfügung gestellt bekommen.

Können Sie alle gut sehen?

Wenn Sie eine Ihnen verwandte Person entdecken,

sagen Sie bitte "Stopp".

Ich starte jetzt den Mitschnitt.

Das ist meine Tochter. Tatiana.

(leise) Halten Sie das fest.

Herr Meyer kommt raus und kommt jetzt auf uns zu.

Return to sender.

Das mochte er nicht. Der will direkt mit euch reden.

Tja, und jetzt?

Plan B?

Gib ihm mal die Nummer von der Verhandlungsgruppe.

Da soll er sich jetzt mal melden. - Gut, richte ich so aus.

*Freizeichen*

*Freizeichen*

Da geht keiner ran.

Scheiße, das gibt's doch nicht.

*Freizeichen*

Lass sie doch frei.

Komm zu mir ins Auto.

Komm, das ist doch Wahnsinn.

(Mann) Würde ich mir gut überlegen.

Da waren die Bullen dran.

Keine Ahnung.

*Martinshorn*

Schmeiß die Kiste an, wir fahren weiter.

Los, alle aufstehen da hinten! Los hoch, alle hoch!

*Motor wird gestartet.*

*Freizeichen*

Warum geht da keiner ran?!

81 statt 80!

Ich ruf unter der 362 an, und da geht keiner ran!

Ja, Herr Meyer, der Bus fährt weg. Geradeaus.

(Meyer) Das gibt's doch nicht!

So viele Möglichkeiten haben sie nicht,

müssen hier irgendwo raus.

"Der Bus fährt stadtauswärts Richtung Autobahn."

Scheint so, als würde der Kelch an uns vorübergehen.

Wir werden natürlich die Verfolgung aufrechterhalten.

Hast du einen Abschnittsleiter vor Ort?

Muss ich noch sehen. (Mann) Bus hat die Stadt verlassen.

*Hupen*

*düstere Musik*

*Er atmet schwer.*

Dich nehm ich mit.

Der nimmt dich nicht mit.

*düstere Musik*

*sphärische Musik*

(TV) Wie kaltblütig die Geiselnehmer sind,

zeigte sich vor gut drei Stunden.

Einer der Kidnapper gab meinem Kollegen Günter Ollendorf

in unglaublich zynischen Worten Auskunft.

Ein makaberes Dokument.

Es fällt uns nicht leicht, dieses Interview auszustrahlen.

Doch wir halten es, wie gesagt, für ein Dokument.

Ist es nicht besser aufzugeben? Aufgeben auf keinen Fall.

Ich kann ganz konkret sagen, wie das dann abläuft.

Dann knallt es. Mein Kumpel ist brandgefährlich.

Und das Letzte ist dann ...

Diesen hier.

Ich war elf Jahre im Knast, ich hab 13 gehabt.

Ich war von Anfang an in Erziehungsheimen

und so 'ne Scheiße und alles.

Ich scheiß auf mein Leben. Das meine ich ernst.

Ein unglaublicher Zynismus.

(TV) Ho! *Schüsse, Wiehern*

Schlimm, nicht?

Schlimm ist, dass die so was zeigen.

"Makaberes Dokument" - selber makaber!

Ich ruf da morgen an und beschwere mich.

Deutsches Fernsehen!

Hab ich gerne.

Mann, wir sind hier in Deutschland und kommen nicht in Kontakt.

Wir fahren nach Holland. Da ist die Polizei humaner.

Hat mir einer im Knast erzählt.

Wenn wir da rausfahren ... Wo geht's denn nach Holland?

Passt mal auf, da sind ein paar, die müssen dringend mal auf Klo.

Die sollen auf die Treppe machen. Ich muss auch mal.

*Schluchzen*

(Blank, leise) Es wird alles gut.

Es wird alles gut.

(Funk) "... versuch mal, näher ranzukommen."

"Der Reporter verlässt jetzt die Zielperson."

"Ja, es fehlen nur noch Sekt und Käsehäppchen."

"Das ist hier 'n Volksauflauf."

*Rauschen*

Kriegt ihr das nicht stabilisiert? Die sind zu weit weg.

Prost Mahlzeit! So kann man doch nicht die Führung übernehmen.

Mit so einer Funkverbindung.

Wir wissen gar nicht, was vor Ort passiert.

Das ist schon ein Fall für Niedersachsen.

Die haben die Landesgrenze längst überschritten.

Ich rufe Willner in Lüneburg an. Der soll das übernehmen.

Das ist Wolfgang Kempf von der BILD.

Moin. - Er würde mitmachen.

Ja, dann komm mal rein.

Ihr könnt gehen.

*sphärische Musik*

Alles in Ordnung, ich bin von der Polizei.

Darf ich Ihnen Kaffee anbieten?

"Der Abschnittsleiter ist in Bremen geblieben."

In Bremen? Und wer führt uns jetzt?

Weiß ich auch nicht. Wir uns selber.

Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

Die Dicke zuerst, Tanja hinterher. Du bleibst kurz hier stehen, ja?

"Eine Täterin ist jetzt aufm WC. Mit Waffe."

"Soll ich sie abfischen?"

Wenn's dir möglich ist, hol sie.

"Was?" - Ja.

*sphärische Musik*

Warum haben Sie den Bus genommen anstatt das Auto der Journalisten?

Weil die was aushecken.

*sphärische Musik*

(leise) Jetzt.

Ja, komm.

Sind Sie wirklich bereit, zu töten? Ja.

Wie geht es Ihnen mit der Pistole am Hals?

Na ja, eigentlich gut.

Mir ist das alles gar nicht so bewusst irgendwie.

Zu jung.

Können Sie sich vorstellen, dass er wirklich abdrückt?

Nö.

Waffe, Waffe! - Hab ich!

*entfernte Schreie*

Was war das?

Was war das für ein Schrei?

*Er pfeift.*

Scheiße.

Hört mal, habt ihr Handschellen dabei?

Warte, hier.

Frau Löblich?

Marion? - Psst.

*Marion ächzt.*

*düstere Musik*

"Roland für den 7221." - Roland hört.

"So, eine Täterin haben wir momentan gefasst, mit Waffe."

Bitte wiederholen.

"Eine Täterin ist gefasst. Was jetzt?"

"Wir sollten jetzt mal ran an den Bus."

Ja, da komm ich gleich wieder.

Hier ist 'ne Festnahme erfolgt im Bereich des Grundbergsees.

*düstere Musik*

... ich sag doch,

wir haben keine Möglichkeit auf einen gesicherten Zugang.

(leise) Peter! Jetzt nicht.

Nein, ich hör Sie.

Ja.

Ja, ist gut.

Die ist wohl noch auf der Toilette. Wo ist sie?

Ja, weiß ich nicht. Ist sie da oder nicht?

Ich ... kann da ja nicht so richtig reinschauen.

Das ist das Damenklo.

Du holst die jetzt da raus.

So eine Katastrophe! - Völlige Eigenmächtigkeit!

Wer ist festgenommen worden?

Die Täterin. Man hat die Täterin festgenommen.

Was? Wieso? Was ist denn da passiert?

"Wir müssen die anderen auch plattmachen."

Sind noch Geiseln im Bus? Alle.

Wer hat denn die Führung vor Ort?

"Noch keine Freigabe von uns."

Die Täterin ist zum Bus zurückzubringen.

Man sollte sie zuerst fragen, ob sie zurück will.

Das SEK muss jetzt mal raus.

Der Meyer kommt.

Ich kann die nicht mehr länger hinhalten.

Die Löblich muss sofort freigelassen werden.

Jaja, die ist aufm Weg. Wieder hierher.

"0411 an Roland."

"0411 hört."

*unverständliche Durchsage*

"Bitte noch mal wiederholen."

"Wenn Löblich zu den Tätern will, dann kann sie gehen."

"Verstanden."

*düstere Musik*

Die haben die Marion verhaftet.

Aber die kommt gleich wieder zurück.

*düstere Musik*

Dieter!

Du, komm rein!

Ich werd wahnsinnig! Die sollen rauskommen!

Wenn der Frau einer was macht, dann ...

Das hätten die nicht tun sollen, die dreckigen Schweine!

Verstehe ich auch nicht. Völlig behämmert ist das.

Wenn Marion nicht zurückkommt, dann drück ich ab.

*Rauschen*

*Piepsen*

"Haben Sie mitbekommen,

dass wir die weibliche Täterin festgenommen haben?"

Ja, die soll zurück zu den Geiselnehmern.

"Die Täterin muss sofort zurück."

"Die Täter wollen ein kleines Mädchen erschießen."

Das gibt's doch alles nicht!

Das hab ich doch bereits vor fünf Minuten angeordnet.

"0411 für Roland." Hier Roland.

*Rauschen*

"Hier Roland. Wer hat gerufen?"

"Wo bleibt das MEK-Fahrzeug mit der Täterin?"

Hier ist der 25. Was gibt's?

"Die Täterin ist zum Bus zurückzubringen."

Wird ausgeführt. Von wem kommt das?

"Von Roland!" Wird eben ausgeführt.

*bedrohliche Musik*

Diese Scheißbullen!

*Flüstern auf Italienisch*

Sch! Sch!

*Tatiana wimmert.*

Tati, sch! Halt die Fresse da hinten!

Wenn die Marion in fünf Minuten nicht da ist,

dann knallt das hier!

*stumme Szene*

... dann stirbt jemand! - Verstanden.

Die Frau kommt, sie ist nur schon weit weg.

Ich sag Bescheid.

Sie kommt hierher. - Ja.

"0411 für den 25. Die Täter haben ein Ultimatum gestellt."

"Wo bleibt die Frau?"

"Hab ich gerade gesagt. Die kommt zurück."

"Vielleicht sagt mal einer im Bus Bescheid."

"Wem Bescheid sagen?" - "Geh doch mal aus dem Funk raus!"

"Was?" - "Den Tätern Bescheid sagen."

Ich brauch den Schlüssel für die Handschellen.

"Welchen?" - Den von den Kollegen.

Die muss jede Minute da sein. - Das haben die versprochen.

*Sie atmet schwer.*

Komm! Hast du?

Nein, der sieht aus wie unserer, passt aber nicht.

*Tatiana wimmert leise.*

*Er flüstert auf Italienisch.*

Weißt du was, pass mal auf ...

Du bist der Nächste, der stirbt! Ich trau dir nicht!

Hör auf! Da kommt die Marion doch!

Bis du panne? Die Marion ist schon da!

Raus da!

Auf! Auf! Mach da auf!

Und alle runter!

Nein, runter, die schießen!

Die haben mich geschlagen und getreten!

Bullenschweine! Was ist mit dem Jungen?

Den hab ich abgeknallt. Ist eh nur ein Kanake.

Ich kann nicht verlieren, ich seh gern Gehirne spritzen!

*Junge hustet.*

Ab jetzt wird sofort geknallt, wenn das nicht läuft.

Ich kann ihn nicht mehr sehen. Schafft ihn raus hier!

*Sie kreischt.*

Sch! Halt's Maul!

Wer hier schreit, den leg ich um.

*Journalisten reden durcheinander.*

Heb doch mal den Kopf an! Ja, super.

Nach hinten rüber! ― Ja, vielen Dank.

Noch ein bisschen.

(Meyer) Wir brauchen den Krankenwagen.

Den Krankenwagen!

Hey, wir brauchen den Krankenwagen!

Haben wir bereits durchgegeben. - Ist hier keiner?

*Motor wird gestartet.*

*Hupen*

*Hupen*

*Reifen quietschen.*

*leise Funksprüche im Hintergrund*

Wieso ist denn da kein Krankenwagen vor Ort?

Ist nicht mitgeführt worden.

Ja, wie lange dauert das jetzt?

Mensch, der Junge verblutet uns doch!

Er ist jetzt unterwegs.

(Mann) Emanuele? Geht mal ein Stück zurück, bitte!

Ein Stück zurück, ja?!

Emanuele?

Alles gut, die kommen gleich! Hilfe kommt gleich, ist gleich da.

*Martinshorn*

*sphärische Musik*

*Sie schluchzt.*

Die ganzen Geiseln - wir wollen ein kleines Fahrzeug.

Die sollen das Auto an die Grenze bringen.

Sag denen das!

(Busfahrer) Das ist doch ein ganz guter Vorschlag.

Egal. Nichts mehr. Nichts. Ich hab das Kommando übernommen.

Jetzt will wieder eine auf Toilette.

Die sollen auf die Treppe machen. - Auf die Treppe.

(Löblich) Jedenfalls hab ich den dann beim Seitensprung erwischt,

mit der besten Freundin.

Und der Zweite, der war auch nicht besser, ne.

Gut, aber im Endeffekt war das auch eher 'ne Art Zweckbündnis,

die ganze Geschichte, ne.

Und dann kam der Ralf.

Und der hat halt Schulden gemacht bis obenhin, ne.

Und gesoffen hat der, wie 'n Loch.

Ist dir kalt?

Schenk ich dir.

Ich meine, im Endeffekt ist das natürlich auch 'ne Frage vom Glück.

Hast du Glück, hast du keins.

*Plätschern*

*Stimmengewirr*

*Telefon klingelt.*

(Mann) Zehntes Polizeirevier. Hallo, guten Abend.

Ja. Ein Moment.

Ihr Schwager.

Okay. Claudio?

*düstere Musik*

(Mann) Mhm. Also, um es nochmal klar zu sagen:

Dem Herrn Innenminister ist ausdrücklich daran gelegen,

dass unsere Spezialkräfte

die Geiselnahme auf deutschem Boden zu Ende bringen.

Ich verstehe.

Mhm, gut. Gute Nacht.

Den Haag weigert sich. - Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass die Täter die Landesgrenze passieren.

Zum nunmehr dritten Mal. Wieder unbehelligt.

Das bedeutet,

dass wir weiterhin tatenlos zusehen müssen,

wie diese Bestien Unschuldige, Frauen, Kinder

quälen und traumatisieren.

Das bedeutet, dass wir völlig machtlos sind.

Das ist ... scheiße.

Die Holländer waren eindeutig.

Wie stehen wir jetzt da?!

*Hupen*

Der macht Platz.

Da rechts.

*Hupen, Grölen* Macht Platz da!

Deutsche Polizei. Politie. - Können nicht rein.

Wie waren doch angekündigt.

Ja, okay.

Dank u wel. Tot ziens.

*aufgebrachte Rufe*

Was für Vollidioten, ey.

*Jemand klingelt Sturm.*

Ja, ich komme schon.

Walters, Kripo Bremen.

Herr Bischoff? - Ja?

*ruhiges Atmen*

Wie geht das Ding? Wo muss ich da drücken.

*Sie sprechen italienisch.*

No! Emanuele no! No! Emanuele no!

*Sie schreit und schluchzt.*

"Hallo? Das Ding war irgendwie weg gerade."

"Wir wollen 'nen BMW haben, hab ich ja gerade schon gesagt."

(mit Akzent) Keine Kompromisse.

Sie kriegen den BMW und lassen die Geiseln frei.

"Nein, nein, so läuft das nicht."

"Von euch lassen wir uns nicht verarschen."

"Sonst knallt das hier. Aber richtig!"

Sie lassen alle Geiseln frei.

Kinder und Jugendliche zuerst, als Goodwill-Aktion.

Um fünf Uhr früh ist ein großer BMW da.

Wenn ich mal was sagen darf ... Das ist riskant.

Die haben gestern einen Jugendlichen erschossen.

Ich hab's gehört. Das war euer Desaster.

Wir machen das hier anders. Okay?

*Mann spricht italienisch.*

Ave Maria, piena di grazia ...

*Gemurmel*

(TV) ... der Komplizin hat ja unmittelbar

zum Tod des Jungen geführt.

Wer hat den Einsatzbefehl gegeben?

Soweit wir das zurzeit überprüfen können,

gibt es keinen Zusammenhang

zwischen dem Tod des Jungen und der Festnahme.

(Frau) Warum haben Sie die nicht sofort gehen lassen?

Die Polizeibeamten schwebten ja unmittelbar in Lebensgefahr.

Die Pistole war geladen, entsichert, der Hahn war gespannt.

Sie hätte also ganz bequem nicht nur diese beiden,

sondern auch weiter entfernte Polizeibeamte erschießen können.

*Telefon klingelt.*

Ja?

"Herr Di Giorgi?" - Ja, ja.

Mein Name ist de Vries, niederländische Staatspolizei.

Sie sind der Vater von Tatiana?

Ja.

"Moment."

"Papa?"

Tatiana!

É Tatiana!

*sphärische Musik*

"Papa?"

*Vögel zwitschern.*

Die lassen uns frei.

*Schuss, Schreie*

Du Esel, du hast mich getroffen!

*Degowski brüllt herum.*

*Schuss, Klirren, Schreie*

Actie!

*Schreie, Schüsse*

(Funk) "Die Niederländer rücken auf den Bus vor."

Hör auf, Dieter! Hör auf! Das war ich doch, Mann!

Runter, Dieter!

Hier spricht die Polizei.

Kommen Sie mit erhobenen Händen und ohne Waffen aus dem Bus.

Wenn Sie dem nicht nachkommen, werden wir den Bus stürmen.

Das war doch 'n Versehen! "Haben Sie Verletzte?"

Nein! - "Gut, aber ich warne Sie."

"Behalten Sie die Kontrolle."

"Afbreken, afbreken!"

*Sie atmet hektisch.*

Ja bitte, bitte. Ja. Weiter.

Die muss auf jeden Fall mit hier.

Ja.

Was willst du mit der Silke?

Mit der Silke hab ich was vor.

Ich komm mit.

Ich lass dich nicht allein.

*laute Musik*

*Er gackert wie ein Huhn.*

(kreischt) Ein Vogel! - Was soll das?

*sphärische Musik*

*Er atmet zitternd.*

*sphärische Musik*

(TV)... wird ein 16-jähriger Junge in den Kopf geschossen.

Er hat es nicht überlebt.

Ein Rettungswagen war nicht in der Nähe.

Er kam nach 20 Minuten ...

Ach, haben Sie schon? - Jaja.

Das ist ja ein irres Ding mit Gladbeck.

Ja. Die stehen da unten.

Wie, die stehen da unten?

*spannungsvolle Musik*

(Mann) Den Führungsstab habe ich vor zwei Stunden eingerichtet.

Ich halte es für geboten,

dass ich die Einsatzleitung übernehme.

Die Umstände vor Ort erfordern eine ortsnahe Führung.

(Mann) "Ich müsste Rücksprache mit dem Innenministerium halten."

Ja, der Innenminister kennt meine Fähigkeiten.

"Ich weiß. Sie kriegen von mir grünes Licht."

Gut, wenn es so geht, umso besser.

Und jetzt?

*Er murmelt etwas.*

*Stimmengewirr*

*düstere Musik*

(Mann) Wie würden Sie reagieren,

wenn Polizei auftauchen und absperren würde?

Dann wird 'ne Geisel sofort erschossen, ne.

Ihr wollt auf jeden Fall weitermachen?

Wird sofort erschossen.

Würdet ihr mit der Polizei verhandeln?

Die trauen sich nicht mal an den Wagen ran.

Mit der Polizei verhandeln bringt nichts.

Ich will jetzt durch die Medien sprechen

und dass die Polizei einen Rückgang macht.

Ich merke das, ob die 'nen Rückgang macht oder nicht.

Warum nehmt ihr das alles auf euch?

Ich meine, das ist doch auch für euch gefährlich.

Tot sein ist schöner als wie ohne Geld. Hm?

Gut. Danke.

"Tagesschau", darf ich Sie mal was fragen?

Ja. Was machen Sie jetzt in Köln?

Den Kölner Dom besichtigen.

Und wie soll's nun hier weitergehen?

Wie, hier? Können wir irgendwas für Sie tun?

Ja, das hab ich ja schon gesagt, ne.

Informiert die Polizei,

dass die auf keinen Fall irgendwas unternehmen.

Sonst sind die Mädchen tot, ne.

Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Wollt ihr noch 'nen Kaffee? Geht aufs Haus.

(Löblich) Ja.Ja.

(Mann) Alles drauf? Okay. Andere Seite.

Ich brauch eine Geisel. Rüber hier!

Oh, seid ihr auch schon da. - Psst!

Ich bräuchte mal deine Kamera.

Aber nur kurz, ne.

Hey.

(Mann) Wie sehen Sie Ihre Chancen? Lebend kriegen die mich nicht.

Mit dem Leben haben Sie abgeschlossen?

Total. Anders geht's nicht.

Und in die Kiste hab ich keinen Bock.

Sie setzen das Leben der Geiseln aufs Spiel.

Das ist mir uninteressant.

Ich setz ja mein Leben auch aufs Spiel.

Und wie geht's Ihnen? - Gut.

Ich hab bloß Angst, dass die Polizei ...

Noch mal, bitte. Wie geht's Ihnen?

Gut, ich hab bloß Angst, dass die Polizei

da nicht drauf eingeht und noch mal jemand umgebracht wird.

Was würden Sie der Polizei jetzt raten?

Das zu machen, was die wollen, nicht wieder dazwischenzufunken.

Da hätte ich Angst vor.

Glaubst du, du bist gefährdet, wenn die Polizei so weitermacht?

Ja, das ist auch irgendwie rücksichtslos, finde ich.

Ja? - Ja.

Darf ich auch ein Foto machen?

Von Ihnen auch, ja?

Ein Zugriff ist problematisch.

Da sind Dutzende Schaulustige, Reporter.

Die ersetzen wir sukzessive durch SEK-Beamte in Zivil.

Zugriff, sobald es möglich ist.

Beide Täter haben den Finger am Abzug der vorgespannten Waffe.

Degowski hält seine Waffe auf Silke Bischoff.

Entwaffnung durch einen Trickgriff halte ich für nicht vertretbar.

Davon spreche ich nicht. - Sondern?

Ich gebe den Schusswaffengebrauch ausdrücklich frei.

Finaler Rettungsschuss eingeschlossen?

Und das Lebensrisiko für die Geiseln?

Ist hinzunehmen. Wir bringen das auf Kölner Boden zu Ende.

Die Fehler in Gladbeck und Bremen wiederholen wir nicht.

Die erste Reihe geht ohne Waffen.

Ihr zieht drei Kollegen von der Presse nach hinten.

Drei aus der zweiten Reihe tauschen ihre Klamotten mit der Presse

und schieben sich dann wieder an den Wagen.

Exakt auf dieselbe Position wie der Reporter.

Jochen, du gehst auf den Rösner.

Peter, du auf den Degowski, und Kalle, du auf die Löblich.

Kommando zum Zugriff kommt von mir. Okay?

(Mann) Räumen Sie den Bereich. Runter vom Dach. Runter bitte.

Haben Sie den Eindruck, dass mittlerweile Ihre Geiseln

mit den Nerven völlig runter sind?

Nein, die sind ... Also, sie ist zwar sehr müde,

aber sie scheint mir hier sehr fit zu sein.

Es geht ihnen gut, wir tun denen nichts.

Das Missgeschick von gestern wäre nicht passiert,

wenn die Polizisten mich nicht festgenommen hätten.

(Mann) Halt dem Mädchen noch mal die Pistole an den Kopf.

(Mann) Vorsicht, bitte. Vorsicht. Lassen Sie mich doch mal durch.

Mensch, sag mal, würdet ihr 'ne Austauschgeisel akzeptieren?

Wen denn?

Der Bischof Hengsbach vielleicht.

Der hat ja schon mal in einer Entführung vermittelt.

Ja.

*Reporter reden durcheinander.*

Entschuldigung. Entschuldigung. Einmal kurz da rüber.

Gibt es noch zusätzliche Geldforderungen?

Nein, sonst werden die ja noch bestusster.

Die werden ja immer heißer hinter uns her.

Obwohl ich schon einen umgelegt habe.

Wie kam es zu der Idee,

in die Innenstadt von Köln zu fahren?

Ja, das hab ich ja schon gesagt. Fragen Sie doch die anderen.

Ich muss jetzt voll konzentriert sein.

(Löblich) In der "Bild" steht das alles drin.

Wir sind die ganze Nacht unterwegs, da haben wir keine Zeit zum Lesen.

Sag mal, hast du Kinder? - Darüber möchte ich nicht reden.

Bitte? - Das gehört hier nicht her.

Go.

Darf ich mal bitte? 'tschuldigung, Polizei.

Die beiden sind die Gangster. Warum nehmen sie mich fest?

Durchlassen. Bitte durchlassen.

(Löblich) So ist das zu der Katastrophe gekommen, ne.

Da hätten sie mit rechnen müssen, ne.

Bis zum Schluss hat der Junge nicht geglaubt,

dass er erschossen wird.

Direkt gezielt und er war tot! So war das. So war das.

Bitte lassen Sie mich durch. - Stellen Sie sich hinten an.

Kann ich mal Ihren Dienstausweis sehen?

*Reporter rufen durcheinander.*

Was soll der Quatsch? - Immer mit der Ruhe!

*Stimmengewirr*

Halt ihr mal die Pistole an den Kopf.

Da ist Schmiere drunter hier.

Hey.

Warum haben Sie zugemacht? Polizei? Kann man nicht ausschließen, ne?

Wie heißen Sie? - Silke Bischoff.

Wie alt sind Sie? - 18.

Das ist hier kein Kaspertheater!

Abbruch, Abbruch, Abbruch.

Die sollen da hinten weggehen!

Wir hauen ab. Wo wollt ihr denn jetzt hin?

Jens!

Die Leute sollen mal alle weiter zurückgehen.

Kommt, los!

Ihr da hinten auch. Alle ein, zwei Meter zurück.

Würden Sie bitte aus Menschenliebe zwei Schritte zurücktreten?

Die sollen mal frei machen!

Sie können alles verfolgen. - Hände weg vom PKW!

*aufgeregte Rufe*

Sag mal, wo ist der Reporter oder Journalist oder was das da war?

Hier. Wo geht's hier zur Autobahn?

Zur A3? Kannst du uns da hinbringen?

Dann steig mal ein hier.

(Mann) Wie heißt der? - Udo Röbel.

Wie? - Udo Röbel.

Danke, ist notiert.

*Titelmelodie der "Tagesschau"*

(TV) Guten Tag, meine Damen und Herren.

Das Geiseldrama von Gladbeck hält an.

Gegen 11 Uhr erreichten die Gangster die Kölner Innenstadt.

Dort versorgten sie sich mit Getränken

und ließen sich ärztlich versorgen ...

*Er schluchzt heftig.*

Sie kommt wieder. Sie ist wie du, sie ist tapfer.

*lautes Schluchzen*

(TV) Die Täter wirken entspannt, reden freimütig mit Journalisten.

Gegen 13 Uhr verlassen sie Köln,

fahren zur Autobahn Richtung Frankfurt.

Da ist ein Anruf vom Polizeiinspektor.

Mätzler? - "Ja, Stork noch mal."

"Der Innenminister ist sehr enttäuscht,

dass die Geiselnehmer wieder auf der Autobahn sind."

"Er hat fest mit Ihrem Eingriff gerechnet."

Das war nicht zu verantworten.

"Ich lege Ihnen nahe, die Sache bald zu beenden."

*Hupen*

(Röbel) 30.000, wenn wir das exklusiv machen.

Sobald ihr in Sicherheit seid, ruft ihr mich an.

Ich regel den Rest.

Ich geb euch mal meine Visitenkarte.

Für den Fall der Fälle. So.

Scheuch die Affen weg!

Haut ab da! Hey, hey, hey ,hey!

Warum macht ihr das hier? Wo wollt ihr jetzt noch hin?

Warum gebt ihr nicht auf?

*Motor heult.*

Das haltet ihr auf Dauer doch gar nicht durch.

Das ist doch Wahnsinn!

Nimm doch bitte die Waffe weiter runter.

Du kriegst auf die Schnauze! Halt die Fresse!

*Wasser plätschert.*

*düstere Musik*

*Sie schluchzt.*

Ich übernehme die Tankrechnung.

Ja. Alles Gute, ne.

Hanusch, ich glaub, die wollen uns gehen lassen.

Das tut uns echt leid, dass wir euch mitgenommen haben.

Ihr seid viel zu jung, ne. Ihr könnt da ja gar nichts für.

Das haben wir ja nur gemacht, um die Polizei abzuschrecken.

Das meinen wir doch nicht so.

Das sollte ja nur von außen her als Bedrohung aussehen.

Wir lassen euch frei.

Heute Nacht, wenn die Polizei uns nicht mehr verfolgt.

Irgendwo hinter der Grenze.

Ihr habt's überstanden.

Auf eure Freilassung. (Löblich) Auf die Freilassung!

*Motor heult.*

"9025 für den 0610." - 9025 hört.

"Zugriff, wenn möglich, noch auf der BAB

bei nächster günstiger Gelegenheit, möglichst bei Halt."

"9025, ist das angekommen?"

Ich remonstriere.

"Bitte? Wiederholen."

Ich remonstriere gegen diese Anweisung.

Das ist zu riskant. Lebensgefahr für die Geiseln.

"Versuchen Sie alles, um das zu vermeiden."

"Aber führen Sie den Zugriff durch. Das Risiko wird hingenommen."

Verstanden.

(Löblich) Was ist? Bullen.

"0610 für den 7096." - "0610 hört."

Zielfahrzeug steht bei Kilometer 37,5 auf der Standspur.

"Verstanden. 9025 für den 0610." - 9025 hört.

"Zugriffsversuch." - Verstanden. Euse für Sperber.

"Euse hört."

Habt ihr den Zündunterbrecher für das Zielfahrzeug an Bord?

"Nein, den haben die Mekkies. Aber die sind viel weiter hinten."

Wir müssen das Zielfahrzeug im Stand treffen.

Sauberer Stoß auf die Fahrertür.

Die Schockwirkung auf den Fahrer muss gegeben sein.

*Grillen zirpen.*

Schon wieder so 'n Presseheini.

Leck mich am Arsch.

Zugriff, Zugriff, Zugriff.

*Schüsse*

Die Waffe! Gib mir die Waffe!

Halt auf Silke!

Ines, spring raus!

Spring!

Du bleibst!

Spring!

(Polizist) Gebt auf! Schmeißt die Waffen raus!

Bewegt eure Ärsche aus dem Auto!

Scheißbullenschweine!

(Polizist) Feuer frei!

Schmeißt die Waffen raus! Hier ist Schluss für euch!

Kommt raus!

*Rufe*

*ruhige Musik*

Kameras aus! - Keine Fotos!

*Telefon klingelt.*

Ja, hallo?

Ja.

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