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Das ist Max de Winter. Der Herr auf Manderley.
Es heißt, er komme nicht über den Tod seiner Frau hinweg.
Sie ist ertrunken. In einer Bucht unweit Manderley.
Ich weiß nicht mehr über sie als am erste Tag, als wir uns begegneten.
Wollen Sie, dass ich gehe?
Die Sache ist doch ganz einfach, entweder Sie fahren nach New York
mit Mrs. Van Hopper oder nach Manderley mit mir.
Suchen Sie eine Sekretärin oder sowas?
Seien Sie auf der Hut, Cinderella,
vielleicht erweist sich der Prinz am Ende als gar nicht so charmant.
Das heißt also "ja"?
Ja, Maxim.
Um den Haushalt brauchst du dich nicht zu kümmern,
Mrs. Danvers ist dafür zuständig.
Darf ich Sie jetzt zurück begleiten? In Ihren Flügel des Hauses.
Es geht ihr gegen Strich, dass du hier bist.
Wieso?
Sie empfindet dein Hiersein als persönliche Beleidigung.
Ich dachte, Maxim hätte es dir erzählt. Sie hat Rebecca geradezu vergöttert.
Erzählen Sie mir, wie es geschah.
Sie war auf ihrem Boot, einer kleinen Jacht mit Kajüte.
Doch spätnachts, das Boot kenterte...
Mr. De Winter hat sie identifiziert. Er bestand darauf.
Ich wollte nicht in diese Bucht, ich gehe nicht einmal in die Nähe
von diesem verdammten Strandhaus! Das würdest du auch nicht,
wenn du meine Erinnerungen hättest.
Ich habe einmal durch das Fenster geguckt, sie wurde sehr böse und sagte:
Du hast nichts gesehen, mach das nie wieder.
Ich weiß nicht, wen Sie meinen, Ben.
Ich muss leider in den nächsten Tagen nach London, ich habe
dort einige Besprechungen. Dass ich dich gerade jetzt alleine lassen muss...
Willst du mich nicht vorstellen, Dany? Das gehört sich doch so, nicht wahr?
Der Braut die Referenz zu erweisen.
Das ist Mr. Favell, Madam. Mrs. De Winters Cousin.
Sie würden mir einen großen Gefallen tun, wenn Sie meinen kleinen Besuch
vor Max nicht erwähnen. Er schätzt mich nicht gerade übermäßig.
Warum, weiß ich auch nicht.
Und die arme alte alte Dany könnte sich einen Rüffel einhandeln.
Man kann gar nicht glauben, dass sie tot ist, nicht wahr?
Ich spüre ihre Gegenwart überall. Sie doch auch, nicht wahr?
Maxim!
Sie kennen meine Standpunkt, ich habe ihn ein für alle mal klar gemacht.
Darf ich fragen, wie Sie davon erfahren haben?
Woher ich es weiß, tut nichts zur Sache.
Ich weiß nun mal, er war hier, heute Nachmittag, als Sie wussten, ich würde
nicht im Haus sein! Ich dulde nicht, dass Jack Favell das Anwesen betritt.
Richten Sie ihm aus, dass er sich von hier fernhalten soll!
Wenn Sie sich mit ihm treffen wollen, dann außerhalb von Manderley.
Ist das klar?
Ich werde Ihnen das nicht noch einmal sagen.
Maxim, sag doch "ja."
Sei nicht so verbohrt. Es wäre einfach himmlisch.
Genau was du brauchst, um dich als neue Herrin von Manderley in Szene zu setzen.
Der Kostümball war stets das Ereignis des Jahres. Die Krönung.
Ein herrlicher Anblick. Manderley hell erleuchtet.
Ich liebe Feuerwerk.
Das hört sich ein wenig beängstigend an. - Das schaffst du schon.
Halb so aufregend, wie es sich anhört.
Sie müssen nur die Gäste begrüßen und die Nacht hindurch tanzen.
Mit all den Charlie Chaplins und Napoleons.
Ja, bei Gott, die ganze Grafschaft macht sich zum Narren.
Er murrt und knurrt jedes Mal, aber am Ende genießt er es.
Tu ich das? - Das bedeutet "ja".
Jippie, alter Junge.
Was wirst du tragen, Maxim?
Ich kostümiere mich niemals. Das ist das einzige, worauf ich bestehe.
Aber was ist mit dir? Puck aus dem Sommernachtstraum?
Alice im Wunderland. - Nein, nichts dergleichen.
Was dann?
Wartet es doch ab.
Vielleicht wird das die Überraschung deines Lebens, Maxim.
Oh Gott.
Ich helfe, alles zu organisieren.
Nein, das überlasst du alles Frank und der alten Danvers.
Die sind mit allem vertraut.
Ganz recht. Nur nicht freiwillig melden. Zurücklehnen und still genießen.
Komm, sie es dir an, Clarice.
Welches gefällt dir am besten?
Oh, Madame, sie sind wunderschön!
Ich weiß nicht so recht.
Madame, es ist so aufregend. Mr. Frith sagt, es wird wie in alten Zeiten sein.
Und wenn Sie erst meine Mutter hören würden. Sie ist völlig aus dem Häuschen.
Ich will, dass es etwas ganz besonderes wird.
Madame, es ist wundervoll.
Sie suchen nach etwas, das Sie auf dem Ball anziehen könnten, Madame?
Nichts scheint mir so recht geeignet, Mrs. Danvers.
Warum kopieren Sie nicht ein Kleid von Manderleys Gemälden?
In der Galerie.
Daran habe ich noch gar nicht gedacht.
Es kommt mir nicht zu, Vorschläge zu machen, aber wenn Sie erlauben,
Sie bewunderten einmal das Porträt einer jungen Dame in Weiß,
wenn ich mich recht erinnere.
Ja, das stimmt. Danke, Mrs. Danvers.
Dann brauche ich, außer dem Kleid, natürlich auch eine Perücke.
Ich kenne ein paar Läden in London, die Dinge wie diese führen.
Aber es muss ein Geheimnis bleiben. Eine Überraschung für Mr. De Winter.
Ich denke, ich weiß ein Geheimnis zu wahren, Madame.
Ich möchte wissen, was du gerade denkst.
Nichts.
Du siehst aus, als führtest du was im Schilde. Was ist los?
Nichts, wirklich.
Was Frauen in ihrem krausen Verstand so aushecken, ist immer wieder verblüffend.
Auch wenn du für mich nicht eine Frau wie andere Frauen bist.
Da seid ihr ja endlich. Hierher mit den Leitern.
Da kommen die Rosengirlanden. - Geht vorsichtig damit um.
Du nimmst dir den hier vor, Jack.
In Ordnung, schon dabei, Sir.
Sehen Sie, Madame. Packen wir es gleich aus?
Da auf den Tisch.
Der Blumenschmuck auf den Kamin.
Es sitzt wunderbar, Madame. Wie für eine Königin.
Zauberhaft. - Oh ja, ist es. Ist es, Clarice.
Das ist es.
Jetzt die Perücke, Clarice.
Bist du soweit?
Beatrice! Du kannst jetzt nicht reinkommen.
Ich brenne darauf, dich zu sehen.
Komm schon, bevor alle anderen eintreffen.
Nur noch eine Minute. Warte unten auf mich, ja?
Hoffentlich lohnt sich das Warten.
Jetzt der Hut.
Oh Madame, Mr. De Winter wird staunen.
Oh ja, er wird staunen.
Keine Ahnung, was sie so lange macht, sie ist seit Stunden da oben.
Ihr großer Auftritt, alter Junge.
Kommen Sie, Madame.
Miss Caroline de Winter.
Was zum Teufel hast du da ausgebrütet?
Nach dem Gemälde. Das weiße Kleid.
Geh und zieh das sofort aus, bevor die anderen kommen.
Ausziehen?
Ja, zieh das aus, du wirst schon irgendwas anderes finden, egal was.
Was stehst du denn noch herum? Hörst du nicht, was ich sage?
Natürlich wusste ich sofort, dass es ein unglücklicher Zufall war.
Du konntest unmöglich davon wissen, woher auch?
Wissen? Was?
Das mit dem Kleid.
Das Gemälde, dein Vorbild.
Das gleiche Kleid hat Rebecca beim letzten Kostümball getragen.
Haargenau.
Du standest da oben auf der Treppe und einen grässlichen Augenblick lang
glaubte ich wirklich...
Na ja, es ist ja jetzt vorbei.
Armes Mädchen, woher solltest du das auch wissen?
Ich hätte es wissen müssen. - Unsinn.
Keiner von uns konnte ahnen, dass dir sowas einfallen würde.
Darum war es ja auch ein solcher Schock für uns.
Und Max...
Ja? Maxim?
Nun, Maxim glaubt, weißt du, dass du das absichtlich gemacht hast.
Weil du gesagt hattest, du wolltest ihn überraschen, weißt du noch?
Und für ihn war es ein ganz furchtbarer Schock, wie du dir vorstellen kannst.
Ja. Ich hätte es einfach wissen müssen.
Nicht doch. Mach dir keine Vorwürfe.
Du wirst ihm das alles in Ruhe erklären können, wenn ihr allein seid.
Es renkt sich alles wieder ein, wirst sehen.
Und den anderen sagen wir einfach, man hätte das falsche Kostüm geliefert.
Und darum kämst du eben im Abendkleid herunter.
Also, suchen wir was Hübsches raus.
Na gut. Such irgendwas raus.
Was macht es schon. - So ist es recht.
Maxim zuliebe.
Sie ist so völlig anders als ich dachte.
Ihr Kostüm soll ihm gar nicht gefallen haben.
Wenn ich noch an die Bälle von früher denke...
Hab gehört von dem Malheur mit dem Kostüm.
Setzen Sie den Laden auf Grund. Ich würde es tun!
Ohne lange zu fackeln. England und Manderley erwarten das, verdammt nochmal!
Sie haben ein Wunder vollbracht, gutes Kind. Ich sage es Ihnen.
Und dieses hübsche Kleidchen. Wie niedlich.
Das ist unsere Nacht, Josefine.
Bedaure, de Winter, kaiserliches Privileg.
Mr. De Winter ist nicht gerade in bester Stimmung.
Red schon. - Ach Schatz.
Entschuldigung. Dieser stürmische Prinz macht sich besser hoch zu Ross.
Darf ich bekannt machen: Colonel Julyan. - Sehr erfreut, Mrs. De Winter.
Macht nicht gerade den Eindruck einer Säule der Rechtschaffenheit
für einen Polizeirichter. Keine Müdigkeit, Charly.
Auf ein Neues.
Kapitales Feuerwerk, gut gemacht.
Machen wir uns nichts vor, du liebst nicht mich, du liebst Rebecca.
Du hast sie niemals vergessen.
Du denkst immer an sie, Tag und Nacht. Rebecca, Rebecca, Rebecca.
Da irrst du dich.
Was bedeutet es dir, dass ich dich liebe? Und wie empfindest du für mich?
Wie für ein Kind? Wie ein Schoßhündchen? - Nein.
Du suchst etwas, was ich dir nicht geben kann. Was du mit ihr hattest.
Noch immer gehörst du Rebecca.
Wenn du wüsstest... - Nein! Rühr mich nicht an.
Ich bin nicht Rebecca.
Sie ist hier. In diesem Zimmer.
Ich rieche den Duft ihres Parfüms.
Bitte! - Nein! Nein!
Ich bin nicht Rebecca.
Guten Morgen, Madame. Es ist bereits abgetragen,
falls Sie jedoch noch frühstücken möchten...
Nein, ist schon gut, Frith. Es ist schon spät.
Hat Mr. De Winter gefrühstückt?
Nein, Madame.
Ist er in der Bibliothek?
Nein, Madame, ich habe Mr. De Winter heute morgen noch nicht gesehen.
Guten Morgen. - Guten Morgen, Madame.
Wir haben Ihnen durch das Fest viel Extraarbeit gemacht.
Solange sich jeder amüsiert, und darauf kommt es doch an,
meinen Sie nicht, Madame. - Ja, gewiss doch.
Haben Sie Mr. De Winter gesehen?
Nein, Madame, heute Morgen noch nicht. - Danke.
Gibst es irgendwas?
Ich suche Maxim, haben Sie ihn irgendwo gesehen?
Im Verwaltungsbüro ist er noch nicht gewesen.
Wahrscheinlich unternimmt er einen ausgedehnten Spaziergang.
Der Morgen danach, wissen Sie. War sicher recht strapaziös für Sie.
Er hat sich nicht zu Bett gelegt, Frank. Ich war gestern außer mir,
ich habe ihm Dinge vorgeworfen... - Sie sind übernächtigt.
Ruhen Sie sich etwas aus und warten Sie, bis er zurückkommt.
Sie brauchen sich keine Vorwürfe zu machen.
Sie konnten das mit dem Kleid doch nicht wissen.
Hören Sie, ich muss wieder weiter.
Sorgen Sie sich nicht zu sehr um Max,
er taucht schon wieder auf, wenn er sich beruhigt hat. So ist er nun mal.
Sie haben erreicht, was Sie bezweckt haben.
Sind Sie jetzt zufrieden, Mrs. Danvers?
Sie haben mir dieses Kleid eingeredet,
Sie wollten Mr. De Winter kränken. Sie wollten ihn leiden lassen.
Hat er nicht schon genug gelitten?
Glauben Sie, sein Schmerz bringt Rebecca wieder zurück?
Was schert mich sein Schmerz? Hat er sich je um meinen geschert?
Wie ist mir wohl zumute, mit ansehen zu müssen, wie Sie ihren Platz einnehmen.
Dinge berühren, die ihre Hand berührt hat.
Wie meinen Sie, war das für mich in all den Monaten,
wenn die Dienstboten Sie Mrs. De Winter nannten?
Während meine Mrs. De Winter tot und vergessen in der Familiengruft liegt.
Geschieht ihm recht, wenn er leidet. Muss er ein junges Ding wie Sie heiraten?
Kaum 10 Monate später! Dafür muss er jetzt büßen.
Er hat sich seine Hölle selbst geschaffen.
Er hat sich seine Qualen selbst zu verdanken.
Das ist nicht wahr! Wir waren glücklich miteinander.
In den Flitterwochen? Er ist doch ein Mann.
Natürlich hat er sein Vergnügen.
Wie können Sie es wagen, so mit mir zu sprechen?
Immerhin eine Spur von Temperament.
Temperament.
Keiner konnte es mit meiner Herrin darin aufnehmen.
Ich habe sie umsorgt seit ihrer Kindheit.
Die Männer sahen ihr schon hinterher, starrten sie an,
als sie erst 12 Jahre alt war. Sie wusste schon immer,
dass sie einmal eine Schönheit werden würde. Was für ein Paar.
Sie und ihr Cousin Mr. Jack.
Sie taten, was ihnen in den Sinn kam. Sie besaß die Kraft einer jungen Löwin.
Ich weiß noch, wie sie einmal auf einen der Hengste ihres Vater kletterte,
ein Tier, von dem es hieß, keiner könne es reiten.
Ich sehe sie noch vor mir. Mit wild wehendem Haar auf ihn einschlagend.
Ihm die Sporen gebend. Sie ritt ihn, wie er geritten werden musste.
Sie machte, dass er am ganzen Leib zitterte, Schaum vor dem Maul,
Blut an den Flanken. Das wird ihm eine Lehre sein, Danny, sagte sie.
Und genau so packte sie auch das Leben an. Bis in den Tod.
Sie ist tot.
Sie ist tot.
Sie sind krank, Mrs. Danvers.
Sie sollten sich hinlegen und den Arzt rufen.
Lassen Sie mich in Ruhe!
Was kann es Ihnen schon bedeuten, wenn ich meine Gefühle zeige?
Ich schäme mich ihrer nicht.
Ich schließe mich nicht in mein Zimmer ein, um zu weinen, wie Mr. De Winter.
Oh ja, ich habe ihn hinter seiner verriegelten Tür gehört,
wie ein gefangenes Tier. - Bitte hören Sie auf damit.
Er war verrückt nach ihr. Wie jeder Mann, der sie nur ansah.
Und wie eifersüchtig er war! Er ist es noch immer.
Deshalb lässt er nicht zu, dass Mr. Jack herkommt.
Ich will nichts mehr hören!
Es ist sinnlos, nicht wahr?
Sie werden sie niemals ausstechen.
Selbst im Tode ist sie nach wie vor die Herrin hier.
Sie ist und bleibt die wahre Mrs. De Winter.
Warum überlassen Sie Manderley nicht ihr?
Er möchte wieder mit ihr allein sein.
Sie sollten besser tot sein.
Warum springen Sie nicht einfach?
Es ist ganz leicht. Es tut nicht weh.
Springen Sie.
Und alles ist vorbei.
Dann werden Sie nicht mehr unglücklich sein.
Nur zu. Haben Sie keine Angst.
Es ist zu Ihrem Besten.
Was war das eben? Was ist passiert?
Signalraketen. Da muss ein Schiff unten in der Bucht sein.
Ein Schiff sitzt auf dem Riff fest!
Die Besatzung muss von Bord geholt werden!
Trommeln Sie die Männer zusammen, ich lauf schon runter...
Wenn Sie mit Mr. De Winter sprechen, Madame, sage Sie ihm,
dass für die Männer eine warme Mahlzeit bereit stehen wird, zu jeder Zeit.
Danke, Frith.
Bitte wundern Sie sich nicht über mich, ich habe eine Stärkung nötig.
Wünschen Madame, dass ich nach Clarice schicke?
Vielleicht möchten Sie ein wenig ruhen?
Nein, nur einen Moment noch, dann gehe ich runter zur Bucht.
Alle sind bereits dort. - Ja, in der Tat.
Sehr wohl, Madame.
Gibt es Verletzte?
Nichts ernsthaftes. Es wird nicht allzu schnell sinken.
Die Rettungsboote liegen schon längsseits.
Sehen Sie ihn - Ja, ich sehe ihn.
Maxim ist immer sehr beherzt in solchen Situationen.
Setzt sich voll ein. - Glaube ich gern.
Ich werde jetzt mal alles weitere veranlassen.
Die Rettung muss gebührend gefeiert werden.
Bleiben Sie noch? - Ja.
Männer von Bord!
So, runter.
Wir legen ab. - Die Flut kommt!
Alles klar? Hier geht es gleich runter.
Ich komme. Bin gleich da.
Auseinander brechen wird sie, auseinander brechen.
Es wird nicht auf Grund sinken wie ein Stein.
Die Fische haben sie inzwischen aufgefressen.
Wovon sprechen Sie, Ben?
Von ihr, der anderen. Ich habe durch das Fenster geguckt,
sie hat gesagt, sie bringt mich in die Anstalt.
Sie kann es nicht mehr. Die Fische haben sie gefressen.
Haben sie doch, oder?
Sie brauchen keine Angst zu haben, Ben.
Fertig!
Da kommt Mr. De Winter. Er hat zwei Männer im Boot.
Wir kommen! Wir kommen schon.
Wird schon werden.
Gab es Verletzte auf dem Schiff?
Ja, aber keiner ist schwerverletzt.
Das Rettungsboot bringt die übrigen in den Hafen.
Und wie geht es dir? Müde siehst du aus.
Ich habe nicht geschlafen. Bin herumgewandert.
Die ganze Nacht?
Kannst du mir verzeihen? All das, was ich gesagt habe.
Kannst du mir verzeihen?
Können wir noch mal von vorne anfangen?
Mit Vertrauen zueinander.
Bitte, Maxim. Ich bin erwachsen seit gestern Nacht.
Ich werde nie wieder wie ein Kind sein.
Wirklich nicht?
Mr. De Winter, Sir! Ich muss Sie sprechen! Dringend!
Wiederhole: Ich muss Sie sprechen, Mr. De Winter! Dringend.
Was ist denn jetzt wieder? Das ist mein Küstenabschnitt.
Vielleicht wegen Absperrungen oder sowas.
Weiß der Himmel, worum es geht. Kümmern Sie sich um alles, Frank.
Ja, gewiss.
Nichts ernstes.
Kann ich Sie unter vier Augen sprechen, Sir?
Ziemlich heikle Angelegenheit, die erstmal unter uns bleiben sollte.
Hören Sie, es liegt mir nichts ferner, als Ihnen Unannehmlichkeiten zu bereiten.
Ich weiß, nicht schön für Sie, dass die Vergangenheit wieder aufgerührt werden,
wird, aber es wird sich nicht vermeiden lassen, wie die Sache aussieht.
Wir haben einen Taucher runtergeschickt und er hat was gefunden,
was keiner von uns erwartet.
Das Segelboot, dass der ertrunkenen Mrs. De Winter gehörte.
Aber das ist noch nicht alles. In der Kajüte liegt eine Leiche.
Nur noch ein Skelett, verständlicherweise.
Tut mir leid, Mr. De Winter, aber es ist meine Pflicht, es ihnen zu sagen.
Und ich muss den Fund melden, offiziell, sie verstehen.
Ja, natürlich.
Rebecca war doch angeblich allein?
Dann muss sie also jemanden bei sich gehabt haben.
Ohne dass es jemand wusste. - Sieht ganz so aus, Madame.
Aber die Zeitungen waren doch damals voll davon.
War denn niemand als vermisst gemeldet?
Bitte nicht jetzt. - Es werden Fragen gestellt werden.
Wird einiges Aufsehen erregen, fürchte ich. Geht sicher vor Gericht.
Maxim, wie furchtbar für dich.
Muss mein Mann das alles denn noch einmal durchmachen?
Ich muss den Fund der Leiche melden.
Zu spät. Es gibt kein Glück mehr für uns.
Nicht doch.
Es ist passiert, was ich immer ahnte. Jetzt ist es passiert.
Ich wusste es.
Wenn ich daran denke, wie sie mich angesehen hat, als sie starb.
Sie wusste, es würde so kommen.
Rebecca wusste, dass sie am Ende siegen würde.
Wovon sprichst du?
Die Leiche im Boot ist niemand anderes als Rebecca.
Hör zu, die Frau, die in der Gruft beigesetzt wurde, ist jemand,
der nirgendwo hingehörte. Eine Namenlose, die keiner vermisste.
Es war kein Unfall. Ich habe Rebecca getötet.
Sie ist nicht ertrunken.
Ich habe sie umgebracht, im Strandhaus.
Habe ihre Leiche auf das Boot gebracht und es versenkt.
Kannst du mich noch lieben, nachdem du das weißt?
Nein.
Was bin ich für ein Narr, so etwas zu fragen.
Es ist vorbei. Alles.
Maxim, schau mich an.
Schau mich an, Maxim.
Wir dürfen einander nicht verlieren.
Ich liebe dich, Maxim.
Das ist alles, was zählt.
Oh Gott, ich liebe dich.
Ich liebe dich!
Ich hasste sie. Es war keine wirkliche Liebe.
Sie war gar nicht fähig, zu lieben, so wie sie war.
All die Jahre war es nur Schein?
Man hielt mich für den glücklichsten Mann der Welt, als ich Rebecca heiratete.
War sie nicht wundervoll? So kultiviert, so amüsant.
Sie sagte mir fünf Tage nach unserer Hochzeit die Wahrheit.
Wir fuhren einmal die Küste entlang. Bei Monte Carlo, weißt du noch?
Du fragtest mich, ob ich schon einmal dort gewesen wäre.
Da hat sie mir alles über mich erzählt.
Die Affären, die sie hatte, mit welcher Sorte Männer.
Alles, bis in die Einzelheiten.
Und dass sie nicht vorhabe sich zu ändern.
Hör zu! Ich werde ein Abkommen mit dir treffen.
Ich werde um deinetwillen meinen Pflichten auf Manderley nachkommen, Max.
Ich werde es zum berühmtesten Schauplatz im ganzen Land machen.
Die Leute werden uns beneiden, als das glücklichste
und schönste Paar in ganz England.
Was für ein Triumph! Man wird uns als das Traumpaar feiern!
Was für ein Spaß! Ich werde sie alle zum Narren halten.
Und du? Du spielst doch mit? Natürlich spielst du mit.
Deinem Stolz zuliebe und um der Ehre deines Namens willen.
Und wegen Manderley. Natürlich spielst du mit.
Sie hatte Recht. Ich spielte mit.
Ich war ein Feigling.
Ich hätte eine öffentliche Demütigung nicht ertragen.
Sie war gerissen.
Alle hier bewunderten sie. Die Dienstboten, Freunde, Verwandte!
Keiner von ihnen ahnte, wie sehr sie alle verachtete.
Sie begrüßte die Gäste auf einer Gartenparty, Arm in Arm mit mir.
Mit einem Lächeln im Gesicht, wie ein Engel.
Und tags darauf verschwand sie nach London in ihre Wohnung
und nahm dort ihr lasterhaftes Leben wieder auf, fernab von Manderley.
Du brauchst nicht weiter zu erzählen.
Monate, jahrelang nahm ich es wegen Manderley hin.
Was sie in London trieb berührte mich nicht, weil es Manderley nicht schadete,
wie ich mir einredete.
Doch dann brachte sie ihre fragwürdigen Freunde hierher.
Zu Mitternachtspicknicks im Strandhaus.
Vor allem ihren Cousin, diesen Jack Favell. Ich konnte das nicht dulden.
Nicht hier. Nicht ihn!
Ich sagte ihr, ich würde ihn umbringen,
wenn ich ihm irgendwo auf Manderley begegnen sollte.
Es war schon spät, als ich eines Abends nach Hause kam.
Sie war am Morgen nach London gefahren und zu meiner Überraschung
war sie bereits zurück, wie ich an ihren Sachen in der Halle sehen konnte.
Ich wusste, wo ich sie finden würde. Und war sicher, dass er bei ihr war.
Ich konnte es nicht länger ertragen.
All die Lügen, Vorspiegelungen. Ich musste dem ein Ende machen!
Sollte sie mit ihm in London leben. Von mir aus!
Mit ihm oder irgendeinem der anderen Männer. Aber nicht hier!
Nicht auf Manderley!
Sie sollte gehen. Es war vorbei für mich, zu ende.
Du täuscht dich, Max! Leg den Revolver weg!
Er ist nicht hier. Niemand ist hier.
Und es ist nicht vorbei. Ich bin nicht bereit, einfach zu gehen.
Ich lasse mich von dir scheiden!
Und was willst du gegen mich vorbringen?
Wir beide vor Gericht? Nicht auszudenken!
Wir führen doch eine Musterehe, nicht wahr, Max? Jeder weiß das.
Ich werde Beweise vorlegen.
Nein, wirst du nicht. Keine Chance!
Wir beide haben unsere Rollen zu gut gespielt. Wir sind ein Liebespaar.
Wir beten uns an.
Nicht einer der Dienstboten würde irgendetwas anderes sagen.
Nimm Dany. Kann man sich eine ergebenere Zofe vorstellen?
Sie würde vor Gericht jeden Meineid für mich schwören.
So leicht wirst du mich nicht los!
Ich könnte dich umbringen!
Angenommen, ich hätte ein Kind, Max,
wer könnte beweisen, dass es nicht deins ist? Niemand!
Wäre das nicht der Kick deines Lebens, Max, mit anzusehen,
wie mein Sohn als dein Erbe aufwächst? - Das wird nicht passieren!
Das wäre der Witz! All die armseligen Pächter und selbstgefälligen Leute,
die vor dir katzbuckeln, wie werden die sich freuen!
Darauf haben wir schon lange gehofft, Mrs. De Winter!
Ich werde die perfekte Mutter abgeben, Max! Genau so wie die perfekte Ehefrau!
Und kein Mensch wird jemals erfahren, dass...
Ich schleppte sie in die Kajüte,
steuerte das Boot hinaus in die Bucht
und mit einem Spleißdorn stieß ich Löcher in die Bodenplanken.
Dann stieg ich in das Beiboot.
Ich wartete so lange,
bis das Boot in den Fluten verschwand.
Wie eine Ewigkeit kam es mir vor.
Das Boot sank zu dicht am Ufer.
Ich kam nicht weit genug heraus. Wenn ich es bis jenseits des Riffs
hätte bringen können, hätten sie es nie gefunden.
Wenn der Dampfer nicht gestrandet wäre, wäre das nie passiert.
Es war zu dicht am Riff.
Es hat mir nichts genützt, dass ich dir begegnet bin.
Dass ich dich liebe hat nichts verändert.
Sie wusste, letztlich würde sie mich vernichten.
Rebecca ist tot! Sie kann dir nichts mehr anhaben!
Man hat sie gefunden. Man wird sie identifizieren.
Anhand ihrer Ringe, möglicherweise an Kleidungsstücken.
Die Leiche trieb ja nicht in der See, zerschmettert an den Felsen.
Wenn sie wirklich feststellen, dass es Rebecca ist, musst du sagen,
dass du dich bei der ersten Leiche geirrt hast.
Die beigesetzte in der Gruft war die falsche.
Als du sie identifiziertest seist du verwirrt gewesen, im Schock.
Du hättest nicht gewusst, was du tust. Du hättest dich getäuscht.
Das wirst du doch sagen? Ja, Maxim? - Ja! Ja, werde ich!
Ich habe Rebecca getötet. Es ist nicht zu ändern und ich bereue es nicht ein mal.
Aber was ich dir angetan habe, bereue ich.
Er ist verschwunden, dieser drollige, jungmädchenhafte,
verträumte Blick von damals, den ich so liebte.
Erloschen, unwiderruflich!
Auch den habe ich getötet.
Wir haben einander.
Sie können dir nichts beweisen.
Niemand hat dich in jener Nacht gesehen.
Niemand weiß davon. Nur du und ich, Maxim.
Als die beiden einzigen Menschen in der Welt.
Du musst es für uns tun.
Sie sagten, es sei nichts Ungewöhnliches, dass Ihre verstorbene Gattin
nachts mit ihrem Boot hinausfuhr.
Ganz und gar nicht ungewöhnlich! Das war eines ihrer größten Vergnügen im Leben.
Und sie war eine erfahrene Seglerin? - Absolut!
Sie war perfekt, in allem, was sie tat.
Ich fragte speziell nach ihrer Befähigung im Umgang mit einem Segelboot!
Sie war sehr geübt darin.
Was soll denn das jetzt noch, so ein Blödsinn? Reine Zeitverschwendung!
Ich verbitte mir jedweden Kommentar zu meiner Beweisaufnahme!
Reiß dich zusammen, Mädchen!
Segeln erfordert ein sorgfältiges Abwägen der Wetterbedingungen, nicht wahr?
Gewiss doch.
Würden Sie die verstorbene Mrs. De Winter als leichtsinnig bezeichnen?
Ganz gewiss nicht!
Aber sie stand, wie ich weiß, im Ruf, ziemlich draufgängerisch zu sein.
Wie meinen Sie das? - In sportlicher Hinsicht, Mr. De Winter!
Ich glaube, das ist wahr. Eine ängstliche Frau war sie nicht.
Kann man wohl sagen! - Benimm dich, Be!
Also eine willensstarke Frau, Mr. De Winter?
Es lässt sich durchaus sagen, dass sie wusste, was sie wollte.
Sie sind James Tent, der Bootsbauer? - Ja.
Uns Sie sagen, Sie haben die Segeljacht der verstorbenen Mrs. De Winter,
ein ursprünglich französisches Fischerboot,
seinerzeit zu einer Kajütjacht umgebaut? Ist das korrekt?
Ja, Sir!
War das Boot seetüchtig, als Sie es ihr übergaben?
Das war es, als ich es im April letzten Jahres überholt habe.
Es war Mrs. De Winters vierte Saison damit!
Ist Ihnen bekannt, ob das Boot jemals zuvor gekentert ist?
Nein, Sir! Und wenn, hätte Mrs. De Winter mir das sicher gesagt.
Ich nehme an, es erforderte viel Erfahrung und Geschicklichkeit,
um das kleine Boot bei rauhem Wetter zu segeln?
Nun, es war kein wackeliges, kleines Ding. Es war solide, lag gut im Wasser.
Mrs. De Winter ist damit durch weit schlimmere Wetter geschippert,
als in jener Nacht.
Sie waren also überrascht, dass das Boot in jener Nacht unterging?
Ich konnte es nicht verstehen. Und das habe ich immer wieder gesagt.
Es ist aber untergegangen, das steht nun mal fest!
Falls nun aber Mrs. De Winter in die Kajüte ging, etwa um sich etwas überzuziehen,
und eine plötzliche Böe von der Landseite kam,
das würde doch das Boot zum Kentern bringen können?
Nein! Nein, nicht meiner Meinung nach.
Aber genau das ist allem Anschein nach geschehen!
Niemand will Ihnen was nachsagen! Ich akzeptiere Ihre Aussage,
dass Sie das Boot in einwandfreiem Zustand übergeben haben,
das ist alles, was ich von Ihnen wissen wollte.
Offenbar war Mrs. De Winter einen Augenblick lang unaufmerksam
und verlor so ihr Leben.
Unfälle wie diese haben sich in unseren Gewässern schon vorher ereignet.
Bitte um Verzeihung, Sir!
Aber da ist noch etwas anderes! - Ach ja? Und was genau?
Nachdem das Boot gehoben war, gestattete mir der Hafenmeister, es zu inspizieren.
Was ich wissen möchte ist, wer stieß die Löcher in die Planken?
Was will der Bursche uns denn da weismachen?
Meinen Sie vorsätzlich?
Ja, Sir! Ich sage, das Boot ist nie und nimmer gekentert!
Es wurde versenkt!
Wie kann er so etwas sagen?
Mr. De Winter, wissen Sie etwas über die Löcher in den Planken?
Nicht das Geringste, Euer Ehren! - Es ist ein schock für Sie, nicht wahr?
Es war bereits ein Schock, festzustellen,
dass ich mich bei der Identifizierung vor zwölf Monaten irrte.
Jetzt erfahre ich, dass meine Frau nicht nur in ihrer Kajüte ertrunken ist,
sondern, dass das Boot vorsätzlich beschädigt wurde, damit es untergeht.
Ist das ein Wunder, dass das ein Schock für mich ist?
Mr. De Winter, wir alle empfinden tiefes Mitgefühl für Sie,
aber ich muss dieser Sache nachgehen, und ich werde das auch.
Ich tue das nicht zu meinem eigenen Vergnügen.
Ganz offensichtlich!
Nicht, Maxim, nicht die Beherrschung verlieren!
Angesichts der zurückgelegten Strecke kann nur der Segler selbst
die Planken durchlöchert haben. Sonst wäre das Boot schon früher gesunken!
Das scheint mir auch so. - Höchst merkwürdig, finden Sie nicht?
Sicher! - Haben Sie irgendeine Erklärung dafür?
Nein, keine!
Mr. De Winter, so schmerzvoll das auch für Sie sein mag,
es ist meine Pflicht, Ihnen eine sehr persönliche Frage zu stellen.
Bitte, nur zu!
War Ihre Ehe mit der verstorbenen Rebecca de Winter uneingeschränkt glücklich?
Das ist ungeheuerlich!
Würde sich bitte jemand meiner Frau annehmen?
Wir bringen sie raus. - Sie braucht etwas frische Luft.
Geht es dir besser?
Na gut.
Wie dumm von mir. Dass mir das auch passieren musste.
Es war so stickig da drin.
Und dieser unverschämte Kerl mit seinen lächerlichen Fragen.
Was denkt der sich eigentlich dabei? - Gehört zu seinem Beruf!
Wo ist Maxim? - Er ist noch da drin!
Vermutlich wird jetzt noch mal alles durchgegangen.
Ich werde Sie jetzt nach Hause bringen. - Nein! Ich muss bei ihm bleiben.
Maxim hat mich gebeten, Sie nach Hause zu bringen.
Giles und Beatrice bleiben noch hier.
Fügen wir uns Maxims Wunsch.
Und du, altes Mädchen, benimmst dich da drin gefälligst!
Der Richter hat sie schon verwarnt. - Dieser Einfaltspinsel!
Hör sich an, was dieser Bootsbauer daherredet.
Wie soll man nach so langer Zeit feststellen, woher die Löcher stammen?
Gehört nun mal zu seinem Beruf.
Sicher ein Kommunist, dieser Bootsbauer! Stiftet Unruhe!
Das einzige, was die können, nicht?
Dieser Jack Favell, was hat der da zu suchen?
Rebecca war seine Cousine. - Und warum kam er mit Mrs. Danvers?
Er kennt sie schon von früher Kindheit an.
Das weiß ich, Frank! Aber was will er da?
Wird er eine Aussage machen? Etwas, das gegen Maxim spricht?
Ich kann mir nicht denken, was.
Favell und Mrs. Danvers. Eingeweiht in Rebeccas anderes Leben.
Das macht mir Angst. - Sie sollten sich etwas ausruhen.
Das war zu viel für Sie.
Sie wissen doch, was jeder Mann hier weiß, Frank!
Wir wird es Ihrer Meinung nach ausgehen?
So lange Maxim ruhig Blut bewahrt und sich nicht vom Coroner verleiten lässt,
was zu sagen, was er nicht bedacht hat, wieso sollte es nicht genau so ausgehen
wie schon ein Jahr zuvor? Es war schon immer ein Puzzle.
Sie war allein auf dem Boot und ist ertrunken.
Ein rätselhafter Unfall. - Ist das alles, was Sie wissen?
Sie ruhen sich jetzt etwas aus, nicht wahr?
Ich sollte eigentlich bei ihm sein.
Er wird doch wieder nach Hause kommen, oder?
Bitte! Ruhen Sie sich etwas aus.
Nur zu! Haben Sie keine Angst!
Ich bin froh, dass ich sie getötet habe!
Ich habe sie getötet! Ich bereue es nicht!
Er ist verschwunden, dieser drollige, jungmädchenhafte,
verträumte Blick von damals, den ich so liebte.
Erloschen, unwiderruflich!
Auch den habe ich getötet!
Es wurde auf Selbstmord erkannt.
Ohne ausreichenden Beweis für eine Gemütserkrankung.
Überstanden! - Noch nicht ganz!
Frank und ich müssen in die Kirche und sie beisetzen.
Nur wir beide und der Vikar. Dann ist es überstanden.
Geh rein! Ich muss los!
Ja, bitten Sie ihn herein, Frith! - Sehr wohl, Madam!
Nett, dass Sie mich nicht im Regen stehen lassen.
Noch nicht zurück, der gute Max, was?
Letzte Formalitäten und all das.
Hab gerade die alte Dany hergebracht.
Sie fühlt sich ein bisschen angeschlagen. Das Ganze nimmt sie sehr mit.
Was wollen Sie?
Nun, fürs Erste wär mir ein Whisky mit Soda durchaus recht!
Was dagegen, wenn ich mich selbst bediene?
Was wollen Sie von Maxim?
Sie können auf den guten Max wirklich stolz sein. Toll, was er da abgezogen hat.
Er stand da wie ein Fels! Welche Würde! Niemals hob er die Stimme.
Neben ihm nahm sich der Spürhund von einem Coroner
wie ein kläffender Straßenköter aus, mit seinen bohrenden Fragen.
Was für Fragen?
Ach, nichts aufregendes.
Auch wenn er ständig herumstocherte.
Ob Rebecca vielleicht finanzielle Schwierigkeiten gehabt hätte.
Finanzielle Schwierigkeiten, lieber Gott!
Die gute Rebecca würde sich totlachen, wenn sie es nicht schon wäre.
Wäre es nicht besser, wenn Sie morgen Früh in der Verwaltung anrufen,
wenn Sie Maxim unbedingt sprechen müssen?
Nicht doch, jagen Sie mich nicht fort!
Sie halten mich wohl für den bösen Wolf?
Der bin ich nicht! Wirklich!
Ich bin nichts weiter als ein völlig normaler, harmloser Bursche.
Und ich finde, Sie machen Ihre Sache wirklich großartig!
Führen ein Haus wie dieses.
Verkehren mit Leuten, denen Sie früher nie begegnet wären.
Nehmen es mit Max und seinen Launen auf.
Und dann finden Sie auch noch die Wahrheit heraus.
Sie kennen sie, genau wie ich.
Deswegen wurden Sie im Gerichtssaal ohnmächtig, richtig?
Ich verstehe nicht! Sie gehen jetzt wohl besser!
Ich werde der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen! Selbstmord! Mein Gott!
Was sind das für Geschworene? Sind die alle aus der Klapsmühle?
Raus hier! Das hat man dir doch schon mal gesagt!
Langsam, Max! Ich bin hier, um dir zum Ausgang der Verhandlung zu gratulieren!
Ein Glas auf deine Unverfrorenheit zu heben! Oh, was dagegen, wenn ich...
Muss ich dich erst rauswerfen lassen? - Hör lieber, was ich dir zu sagen habe, Max!
Ich könnte dir Knüppel zwischen die Beine werfen,
dass es dich den Hals kosten könnte.
Und wie das?
Also, hör zu, Max. Legen wir die Karten auf den Tisch.
Ich nehme an, zwischen dir und deiner Frau gibt es keine Geheimnisse.
Und wie es aussieht, ist Crawley der Dritte im Bunde.
Willst du nicht lieber gehen? - Nein! Das will ich nicht! Ich bleibe!
Also, ohne Umschweife! Ihr alle wisst, dass Rebecca und ich ein Verhältnis hatten.
Ich habe es nie geleugnet, werde es nie leugnen.
War ein Schlag für mich, als sie ertrank.
Ganz schöner Schlag.
Bis heute dachte ich, es sei ein Unfall gewesen, ein furchtbares Unglück.
Dachte ich! Jetzt weiß ich es besser!
Es war kein Unglücksfall, nicht wahr, Max?
Selbstmord! Gerichtlich abgeklärt!
Ich habe Beweise anderer Art.
Das hier sind die letzten Zeilen, die Rebecca mir geschrieben hat.
Mit einem Datum und Uhrzeit versehen.
Der Nachmittag vor ihrem Tod. Hör zu:
"Ich wollte dich von der Wohnung aus anrufen, aber du warst nicht da.
Jetzt mache ich mich nach Manderley auf. Heute Abend bin ich im Strandhaus,
und wenn du das erhältst, komm doch bitte mit dem Wagen nach.
Ich werde im Strandhaus übernachten und die Tür für dich offen lassen.
Ich habe dir etwas zu sagen
und möchte dich so bald wie möglich sehen. Rebecca!"
Ich möchte dich so bald wie möglich sehen!
Schreibt man das, wenn man vorhat, Selbstmord zu begehen?
Ich habe dir etwas zu sagen! Und sich dann ertränken?
Zu dumm, dass ich auf einer Party durchgemacht hatte.
Ich fand das hier erst am nächsten Morgen.
Als ich mich dann ans Telefon hing, erfuhr ich von Dany, was passiert war.
Da war mein Kater gleich verflogen!
Wenn ich das heute dem Coroner vorgelesen hätte,
wäre es für dich ein bisschen kitzelig geworden, nicht war, Max?
Warum hast du es nicht?
Na ja, zum einen weiß die alte Dany noch nichts davon.
Und ich denke, das wollen wir auch gar nicht, oder?
Ich meine, wenn die gute, alte Dany erfährt, dass jemand anders
das Boot durchlöchert hat, dass jemand ihre geliebte Rebecca umgebracht hat
und zwar du, Max, in rasender Eifersucht. Wenn ich ihr das erzählte,
ich glaube, die alte Dany würde wie von der Tarantel gestochen
aus ihrem Schaukelstuhl springen. Und Gott weiß, wozu sie fähig wäre.
Du und die Deinen wären nicht mehr sicher, Max!
Selbst wenn du vor Gericht davon kommen solltest, was ich bezweifle.
Maxim!
Das sind lediglich Theorien! Sie haben keine Beweise!
Guter, alter, treuer Frank! Stets bereit, seinem Herrn in den Hintern zu kriechen.
Das reicht, Favell! Was also willst du?
Ich will dich nicht ans Messer liefern, Max.
Gott weiß, du warst mir nie ein Freund, aber das nehme ich dir nicht weiter übel.
Alle Ehemänner von hübschen Frauen sind eifersüchtig! Etwa nicht?
Und manche spielen dann eben den Othello. Ich werfe ihnen das nicht vor.
Ich bedauere sie viel mehr.
Ich begreife nicht, warum Männer ihre Frauen nicht miteinander teilen können,
anstatt sie umzubringen. Was macht das schon? Man hat noch immer seinen Spaß!
Eine hübsche Frau ist kein Autoreifen, sie verschleißt doch nicht!
Je mehr sie rangenommen wird, umso geschmierter läuft sie.
Halten Sie Ihre Zunge im Zaum, Mann!
Du heuchlerischer Tugendbold! Du hast dein Glück bei Rebecca versucht
und bist nicht bei ihr gelandet, nicht wahr? Du glaubst, du hast es einfacher
bei der neuen Braut! Sie auffangen, wenn sie in Ohnmacht fällt.
Und sie wird dir so dankbar sein! - Maxim, nicht!
Nicht doch, nicht doch! Lassen Sie ihn!
Sie wollten es ja so!
Ach wirklich?
Wie wäre es mit Geld, Max? - Wofür?
Dass ich den Mund halte? - Nicht einen Penny!
An wie viel haben Sie gedacht, Favell?
So zwei, drei Tausend im Jahr! Auf Lebenszeit! Durchaus erschwinglich für dich,
billig genug, deinen Hals zu retten. - Erpressung? Niemals!
Versicherung! Die beste, die du jemals hattest!
Frank, er soll sich das Blut abwaschen und dann raus mit ihm!
Kommen Sie! - Max! Alles spricht gegen dich!
Rebeccas Zeilen, die Art, wie du mich behandelt hast, deine krankhafte Eifersucht,
die dich dazu brachte, Rebecca zu töten! Wenn ich zur Polizei gehe,
wird man dich auf der Stelle verhaften!
Niemand wird mich aufgrund deiner blutigen Nase verhaften!
Ein Berufsrisiko, oder nicht? Bei deinem Lebensstil!
Max, ich bitte dich! Stell dich nicht so an, mach mir ein Angebot.
Sonst...
Während du dir das Gesicht abwäschst, werde ich Colonel Julien anrufen.
Er ist unser Polizei-Richter.
Wenn er hier ist, kannst du ihm deine Geschichte erzählen
und hören, was er von Erpressung hält!
Tja, das wagst du nicht!
Frank, bringen Sie ihn ins Badezimmer.
Colonel Julien kann in einer halben Stunde hier sein.
Nur zu, Max! Damit legst du dir die Schlinge um den Hals!
Kommen Sie, Mann, Sie sind betrunken!
Ich würde noch mal drüber nachdenken. Du hattest deine Chance.
Er weiß es. Er weiß es! - Für mich ist das Bluff!
Er will nur Geld! Gib ihm, was er verlangt, dann bist du ihn los!
Nein, er würde immer wieder kommen. Wir wären seine Gefangenen!
Wie ich der Gefangene von Rebecca war!
Ich hab solche Angst, Maxim!
Etwas Schreckliches wird passieren, wenn wir uns nicht einigen!
Es gibt nur einen Weg! Ihn aus der Fassung bringen,
bis er keine Argumente mehr hat! Dann wird er uns nichts mehr anhaben können!
Und auch Rebecca nicht! Vergiss nicht, er vermutet nur. Wissen tut er nichts!
Oh, Maxim!
Ich werde jetzt Julien anrufen.
Guten Abend! - Guten Abend, Sir!
Warum haben Sie das nicht eher zur Sprache gebracht?
Weil er hoffte, ich würde ihm Geld geben, wenn er es nicht tut.
Absurd! Als hätte ich es nötig, mich mit ihm einzulassen!
Er ist ein Mörder! Und dafür wird er büßen!
Gentlemen! Ich bin hier, weil schwer wiegende Anschuldigungen
von Ihnen beiden vorgebracht werden. Nicht, um einem Streit beizuwohnen.
Und was diesen Brief angeht, er ist kein Beweis für irgendein Verbrechen.
Da haben Sie es! - Da steckt mehr, viel mehr dahinter!
Rebecca war dir keine Ehefrau, gib es zu!
Wann hatte sie dir das letzte Mal erlaubt, sie zu berühren?
Sie wollte dir den Laufpass geben! Um mich zu heiraten!
Und du hast das kommen sehen, nicht wahr, Max?
Die zu erwartende Schmach, die öffentliche Demütigung.
Zu viel für Maxim de Winter.
Also hast du sie getötet! - Reine Spiegelfechterei!
Wer sollte das vor Gericht bezeugen? Abgesehen von Ihnen!
Ruf die Polizei! Ich bin bereit! - In der Verfassung? Das glaube ich kaum.
Geben Sie es auf, Favell! Sie haben nicht einen Zeugen.
Ach, habe ich nicht?
Dass Sie sich da nicht täuschen. Es gibt einen!
Er ist ständig im Wald rumgestrichen, in der Bucht und ums Strandhaus.
Hat viel gesehen, was er nicht hätte sehen sollen.
Wir haben ihm Angst und Bange gemacht.
Ich hab nie nichts gesagt, wirklich nicht!
Sollen wir den lieblich duftenden Ben holen, damit er uns erzählt,
was er gesehen hat, als er den Spanner spielte?
Nein, nicht!
Ich meine, können wir ihn nicht damit verschonen?
Max!
Frank, wären Sie so freundlich, Ben hierher zu holen, bitte?
Dauert nicht lange. - Ja, selbstverständlich.
Auf Manderley! Nicht, Max? Du hast das alles für diesen Steinhaufen
und deine Dienerschaft gemacht, die sich die Haare rauft.
Möchte jemand einen Drink?
Keine Angst, Ben, du hast nichts zu befürchten.
Niemand wird dir etwas tun.
Hallo Ben!
Wie war das Leben so zu dir, als wir uns zuletzt sahen?
Du weißt doch, wer ich bin, nicht wahr?
Nur zu, nimm eine. So viele, wie du willst!
Geht in Ordnung, Ben.
Also, du kennst mich. Nicht wahr?
Du hast mich im Strandhaus gesehen. Nicht wahr?
Hab Sie nie gesehen!
Was bist du nur für ein Dummkopf!
Du hast mich im Strandhaus mit Mrs. De Winter gesehen.
Ich hab Sie nie gesehen!
Frischt das dein Gedächtnis auf?
Ist er gekommen, um mich in die Anstalt zu bringen?
Antworte mir! Du hast mich mit Mrs. De Winter gesehen! Mehr als ein Mal!
Sie ist weg!
Du hast uns gesehen! Im Wald und unten im Strandhaus!
Ich hab Sie nie gesehen! - Brauchst keine Angst zu haben, Ben!
Ich will nicht in keine Anstalt! Ich will zuhause bleiben!
Favell!
Oh ja! Er ist Eigentum von Manderley! Er plappert nach, was immer ihr ihm vorsagt!
Mein Gott! Und wie er reden würde,
wenn ich die Peitsche auf seinem Rücken tanzen lassen würde!
Schon gut, Frank!
Geben Sie ihm was Gutes zu essen, Robert! Und dann bringen Sie ihn nach Haus!
Also dann, Ben! Alles in Ordnung!
Dränge ihn nicht, Robert! - Jawohl, Sir!
Raus mit dir, Favell! - Noch bin ich nicht fertig!
Holt Dany her!
Sagen wir ihr, wer Rebecca getötet hat.
Frank, tun Sie, was er wünscht!
Wie hast du es getan, Max?
Hast ihr nichts über den Schädel gehauen!
Keine Anzeichen von Gewalteinwirkung!
Hast du sie erstickt?
Erwürgt?
Oder ertränkt?
Treiben Sie es nicht zu weit, Favell!
Mrs. Danvers! Bitte treten Sie näher!
Mr. Favell würde Ihnen gern einige Fragen stellen.
Genau! Dany, erzähl, was du von mir und Rebecca weißt.
Erzählen? Was? - Das weißt du verdammt gut!
Wir hatten jahrelang ein Verhältnis. Sie liebte mich. Sag es ihnen!
Nein! Niemals!
Sie liebte weder Sie
noch Mr. De Winter oder sonst einen Mann.
Sie verachtete die Männer!
Sie stand über all dem!
Du alte Närrin!
Hat sie mich nicht im Strandhaus Nacht für Nacht erwartet?
Haben wir nicht die Wochenenden zusammen in London verbracht?
Und wenn schon. Sie hatte ein Recht, sich zu amüsieren, oder etwa nicht?
Verliebt? In Sie? In irgendeinen von Ihnen?
Es war ein Spiel für sie! Sie hat es mir selbst gesagt.
Ob sie nun mit Ihnen ins Bett ging, oder einem anderen Mann,
in Wirklichkeit machte sie sich nur lustig darüber!
Wie oft, wenn sie zurück kam, saß sie aufrecht in ihrem Bett
und schüttete sich vor Lachen über Sie und Ihresgleichen aus!
Sie waren ihr Favorit. Dennoch war es immer nur ein Spiel.
Ich
war die einzige,
die sie wirklich liebte!
Es heißt, ertrinken sei ein sanfter Tod.
Ist das so?
Ihre Zeugin, Favell!
Da sind noch immer Rebeccas Zeilen. Das war kein Abschiedsbrief!
Sie wollte mir etwas mitteilen. Was, um Gottes willen?
Das könnte vielleicht alles erklären, wenn wir das wüssten.
Das werden wir nicht mehr erfahren.
Es könnte uns verraten, was es war, warum du am Ende die Nerven verloren hast, Max!
Sie klammern sich an einen Strohhalm! Sehen Sie ein, dass es zwecklos ist!
Ich wusste nicht, dass sie in London war!
Was hat sie dort getan? Wen hat sie aufgesucht?
Zwecklos! Vergessen Sie es! - Nein, Frank!
Lassen wir ihn seinem eigenen Schwanz nachjagen, wenn er will.
Wie es Hunde nun mal so tun.
Ich werde dich rankriegen, Max!
Auf die eine oder andere Weise!
Das werden Sie nicht, Favell! Nicht ohne Beweise!
Und wir wissen nicht, was sie an jenem Tag unternahm!
Ich habe ihre privaten Terminkalender.
Derlei Dinge habe ich aufbewahrt.
Mr. De Winter hat niemals danach gefragt.
Auch ein Adressbuch gibt es. Möchten Sie beides sehen?
Danke, Dany!
De Winter, was dagegen, wenn wir uns diesen Terminkalender mal ansehen?
Gehen wir ihn holen. - Ich glaube, es genügt, wenn ich gehe.
Mrs. De Winter, würden Sie mitkommen? - Natürlich!
Nun?
Wo wird uns das hinführen, Max?
Ja. Wenn es möglich wäre.
Es ist von großer Wichtigkeit.
Gut. Das wäre ausgezeichnet.
Ja.
Sie ging zu ihrem Friseur, dann in den Club zum Mittagessen
und dann zu einem gewissen Baker.
Sehr liebenswürdig! Wiederhören!
Baker ist Mediziner. Facharzt für Frauenheilkunde, wie er mir eben sagte.
Er erwartet uns morgen Nachmittag.
Du weißt, was er sagen wird, nicht wahr, Max?
Jetzt passt alles zusammen. Jetzt wissen wir, warum du die Nerven verloren hast,
in jener Nacht! Rebecca war schwanger! Mit meinem Kind!
Sie hat es dir gesagt, nicht wahr? So, wie sie es mir an jenem Abend sagen wollte,
und da bist du explodiert und hast sie getötet!
Schluss damit! Schluss damit!
Wie tief kannst du noch sinken, Favell?
Du bist erledigt, Max.
Ich bringe dich an den Galgen.
Maxim.
Sieh mich an.
Die Frau, die mich konsultierte und ihren Namen mit Rebecca Danvers angab,
war sehr krank. Todkrank.
Sie gab einen falschen Namen an, wohl um ganz sicher zu gehen,
dass Diskretion gewahrt wird,
die unser Berufsstand ohnehin zu wahren hat. Wie ein Priester das Beichtgeheimnis.
Aber ihrer Beschreibung nach war das Ihre Frau, Mr. De Winter.
Inzwischen ist sie gestorben unter außergewöhnlichen Umständen.
Nun, fahren Sie schon fort. Los doch.
Es gab zwei Konsultationen. Bei der zweiten erfuhr sie den Befund
der Untersuchung unter Einbeziehung der Röntgenaufnahmen,
die bei der ersten gemacht wurden.
Sie erklärte mir mit allem Nachdruck, dass sie die volle Wahrheit wissen wolle.
Keine Andeutungen oder Ausflüchte. - Ja, ja.
Also habe ich sie ihr nicht vorenthalten.
Sie hatte nicht länger als ein paar Monate zu leben.
Der Krebs war zu weit fortgeschritten.
Für eine Operation war es bereits zu spät.
Rein äußerlich wirkte sie wie eine kerngesunde Frau,
aber es war abzusehen, dass die Schmerzen von Woche zu Woche zunehmen würden
und sie bald Morphium nehmen müsste. Bis zu ihrem Ende.
Sie sagte, sie hätte seit geraumer Zeit so etwas vermutet.
Oh Gott.
Da ist noch etwas, was Sie vielleicht wissen sollten, Mr. De Winter.
Die Röntgenaufnahmen zeigen eine gewisse Deformation des Uterus,
was bedeutet, dass sie niemals in der Lage gewesen wäre, ein Kind zu bekommen.
Aber das war eine Sache für sich.
Hatte nichts zu tun mit ihrer Krankheit.
Danke für Ihre Hilfe, Doktor Baker.
Oh mein Gott, Rebecca.
Sag ihm, er soll sich zum Teufel scheren.
Ich kann es nicht länger ertragen, dieses verdammte Gedudel.
Ist er imstande selbst zu fahren?
Nur eine Minute, dann geht es wieder.
War ein furchtbarer Schock für mich. Krebs.
Wer hätte das gedacht?
Eine Frau wie sie. - Reißen Sie sich zusammen...
Gut gelaufen für dich, Max?
Dein Glückstag. Du hast jetzt dein Motiv für Selbstmord.
Ich werde es allerdings nie und nimmer glauben.
Das sollten Sie aber.
Niemals. - Dann behalten Sie es für sich.
Verleumdung wird schwer geahndet, falls Ihnen das nicht klar sein sollte.
Sie beide brauchen jetzt Ruhe. Ich fahre Favell nach Hause
und werde zurück den Nachtzug nehmen. Steigen Sie ein, Favell.
Damit sollte die Sache nun aus der Welt sein.
Aber Sie wissen ja, wie in Landgemeinden Gerüchte umgehen,
das ist nun mal so.
Vielleicht haben Sie Lust, eine zeitlang wegzufahren. Ins Ausland womöglich.
Sie kennen doch die Redensart: Aus den Augen, aus dem Sinn.
Nur ein Vorschlag. - Danke.
Gehab dich wohl.
Es war Lüge, als sie von einem Kind sprach.
Sie wollte, dass ich sie töte.
Das war ihr letzter Streich.
Der ungeheuerlichste von allen.
Sie kann uns jetzt nichts mehr anhaben.
Nein.
Denkst du, Colonel Julien hatte einen Verdacht?
Durchaus möglich.
Und Frank hat seit längerem etwas geahnt.
Ich glaube schon, ja.
Aber er hat nie etwas verlauten lassen.
Es ist vorbei.
Lassen wir das alles hinter uns.
Wohin geht es?
Großer Gott!
Wie spät ist es?
Der Himmel ist so rot. Ist das die Morgenröte?
Nicht die Morgenröte! Das ist Manderley.
Wir tun alles, was wir können. - Können wir es retten?
Vielleicht das Erdgeschoss! - Mein Gott, Manderley.
Wir haben gerettet, was wir konnten.
Ist jemand verletzt? Sind alle draußen? - Niemand ist verletzt, Sir.
Keiner weiß, wo Mrs. Danvers ist.
Maxim, nicht! - Vielleicht lebt sie noch!
Vielleicht will sie nicht mehr leben!
Maxim!
Maxim!
Mrs. Danvers!
"Zehn Jahre später"
Letzte Nacht träumte ich, ich wäre nach Manderley zurückgekehrt.
Das Haus war ein Grabmal.
Unsere Ängste und Qualen lagen begraben in der Ruine,
um nie wieder aufzuerstehen.
Und ich wusste, dass, wenn ich aufwachte, keine Bitterkeit in mir sein würde.
Wenn ich an Manderley denke, stelle ich mir vor, wie es hätte sein können
wäre nicht all dieser Schrecken gewesen.
Ich erinnere mich an den Rosengarten im Sommer,
die Teestunden unter dem Kastanienbaum
und das Rauschen des Meeres, das von unten über das Grün des Rasens herauf drang.
Dies alles wird mich immer begleiten.
Erinnerungen, die das Exil, das wir auf uns nehmen mussten,
weder schmerzlicher machen noch versüßen können.
Maxim werde ich nichts von meinem Traum erzählen.
Wir sprechen niemals von Manderley.
Und wir können niemals dorthin zurückkehren.
Unsere kleine Zuflucht bietet keinerlei Abwechslung.
Ein Tag ist dem anderen gleich.
Aber wir sind so zufrieden. Wir sind beide frei,
wenn auch nicht unversehrt. Wie auch?
Wir werden niemals Kinder haben, aber wir haben uns.
Nichts steht zwischen uns.
Er ist überaus geduldig und beklagt sich nie.
Nicht einmal, wenn die Erinnerung ihn übermannt,
was sicher häufiger geschieht als er vor mir zugeben würde.
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