All language subtitles for Mein Job - Dein Job-Niederbayerische Hotelangestellte in Nepal-1131077763

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Original subtitles

.

Untertitelung: BR 2018

Verrottetes Wellblech und verwittertes Holz

zwischen den Bergen des Himalaya

gegen gehobene Genüsse

und moderne Wellnesslandschaft im Bayerischen Wald.

Heute bei MEIN JOB - DEIN JOB:

Wie werden Gäste in Niederbayern betreut?

Wie im asiatischen Hochgebirge?

Furcht einflößend, wenn der so grimmig schaut.

Darf ich das mitnehmen? - Sicher.

Das wird ja ein Brot, das sind die Fladen.

Im Bayerischen Wald liegt Rosenau.

Mittendrin seit 150 Jahren der Postwirt.

Ursprünglich ein einfacher Gasthof, heute ein modernes Wellnesshotel.

Servus, Buben, wie schaut's aus, wie weit sind wir für heute Mittag?

Oberster Postwirt ist Josef Beck.

Das Hotel übernahm er von seinen Eltern.

Seinen Führungsstil brachte er selber mit.

Meine Mitarbeiter sollen an der Arbeit Spaß haben

und gerne mit dem Gast kommunizieren und mit uns zusammenarbeiten.

Der Gast ist unser Leben.

An der Seite von Josef steht seine Frau Gabi.

Sie ist Organisationschefin und verantwortlich für die Rezeption.

Sie wird die ausländischen Tauscharbeiter

in der anstehenden Woche bei der Arbeit betreuen.

Wir sind kein Kinderhotel, kein Golfhotel, kein Wanderhotel,

kein Businesshotel, sondern wir sind eines für alle.

Jeden Morgen verteilt Chefin Gabi die Tagesaufgaben an die Mitarbeiter.

Auch an ihren Sohn.

Ich hab da ein paar Dinge aufgeschrieben.

Die müssen dringend erledigt werden.

Ganz oben steht z.B: Tischplatte abgefallen.

Was auch immer man sich darunter vorstellen mag.

Bitte schleich dich und komm in 10 Minuten wieder und regel es.

Der 20-jährige Josef ist nicht nur der Jüngste der Familie,

sondern auch Mann für alle Fälle.

Aushilfe an der Theke, im Gastraum, Hausmeister,

oder eben Tauscharbeiter.

Das Besondere an unserem Betrieb ist,

dass wir den Spagat zwischen Tradition und Moderne

gut geschafft haben.

Auf alles kann man stolz sein, was man da vorfindet.

Josef reist nicht alleine. Begleiten wird ihn Edith Schuster.

Sie lässt sich nicht so leicht einschüchtern.

Ängste und Bedenken habe ich gar keine.

Ich glaube, dass ich meinen Beruf so weit beherrsche,

dass ich das auch im Ausland gut mache.

Vielleicht nicht ganz so, wie es dort gehandhabt wird,

aber sie können sich vielleicht von mir auch was abschneiden.

Um das Können ihrer Mitarbeiter wissen natürlich auch die zwei Chefs.

Gerade deswegen schicken sie sie auf die unbekannte Reise.

Wir lassen jetzt den Josef gehen, das ist unser jüngster Sohn.

Er ist so der kleine, kreative und auch intelligente Kopf bei uns.

Ich hoffe, dass er das auch in der Ferne umsetzt.

Was Josef an jugendlichem Leichtsinn in die Paarung bringt,

soll Edith mit ihrer Erfahrung wettmachen.

Edith kennt unseren Betrieb von Anfang bis Ende.

Wenn irgendjemand das leben kann, dann ist das die Edith.

Ansonsten wie immer: Let's fetz.

Edith kennt Josef schon als Kind

und hat ihn im Postwirt aufwachsen gesehen.

Beide kennen die Eigenarten des jeweils anderen in und auswendig.

Heimweh wird nicht groß aufkommen.

Bei mir vielleicht schon ein wenig.

Ach, Josef ...

Aber es gibt ja die modernen Medien, mit denen man Kontakt halten kann.

Wenn sich Josef da mal nicht täuscht.

Hier auf 2600 Metern Höhe, versagt der Handyempfang.

Vom Internet ganz zu schweigen.

Das Trekking-Hotel wird von zwei Frauen geleitet: Jhangmu und Lhakpa.

Es wird schwer für die Bayern sein, weil sie unser Leben nicht kennen.

Gegessen wird gemeinsam mit den Gästen

im einzigen beheizbaren Raum des Hotels.

Sherkandu und Kami, werden als Tauscharbeiter nach Bayern reisen.

Sie sind beide in dieser Region geboren. Ein hartes Leben.

Noch immer leiden die Menschen

unter den Nachwirkungen des verheerenden Erdbebens,

das 2015 das Land verwüstet hat.

Bei uns gab es auch heißes Wasser,

aber das Erbeben hat unsere Solaranlage

und alles andere zerstört.

Auch drei Jahre nach dem Beben sind die Zerstörungen immer noch zu sehen.

Weil es an Geld mangelt,

konnten die Häuser nur durch Wellblechhütten ersetzt werden.

Und jetzt also Bayern.

Deutschland habe ich schon oft gehört,

aber Bayern habe ich noch nie gehört.

Zurück in Niederbayern erfahren Edith und Josef jetzt,

wo es für sie hingeht.

Mindestens ebenso aufgeregt wie die zwei, sind ihre Familien.

Die Frage, wie es euch geht, erübrigt sich,

weil ihr grade so blass seid.

Sollen wir mal mit dem Öffnen anfangen?

Kurz und schmerzlos.

Es ist tatsächlich kurz hinter Passau.

Jetzt komm. - Auf geht's.

Helambu in Nepal.

Ist das gut oder schlecht?

Ich weiß nicht, ob das ein gutes Zeichen ist,

dass Nepal rückwärts gelesen "Lapen" heißt.

Ganz so cool wie sich Josef gibt, ist er aber doch nicht.

Mich von meiner Familie zu verabschieden

und ihnen Tschüss zu sagen, das wird sicher nicht einfach sein.

Das ist für mich als Mama beruhigend,

dass da jemand dabei ist, dem ich vertrau.

Praktisch der Mamaersatz.

Die bringt ihn mir schon wieder mit heim.

Es ist so weit.

Auf Edith und Josef wartet bereits der Flieger Richtung Asien.

Gabi fällt der Abschied von ihrem Jüngsten schwer.

Ein mulmiges Gefühl habe ich jetzt dann schon,

weiß aber auch nicht, warum.

Zwar mit einem mulmigen Gefühl,

aber mit viel Vorfreude auf das Unbekannte

startet für sie das Tauschprojekt.

Auch in Nepal sind die Koffer gepackt.

* Gesang *

Wenn ein Nepalese auf Reisen geht,

ist es Tradition, dass der lokale Lama kommt.

Ich weine vor Freude und ich freue mich,

dass die beiden für diese weite Reise ausgewählt wurden.

Nicht nur Chefin Jhangmu tut sich schwer mit dem Abschied,

auch Sherkandu ist nicht ganz wohl bei dem Gedanken an die Abreise.

Das eigene Dorf zu verlassen macht mich schon unglücklich.

Und dann macht sie sich gleich auf eine rund 6500-Kilometer-Reise

in den unbekannten Bayerischen Wald.

Viele neue Erfahrungen warten auf die zwei Nepalesen.

Nepal, das Land der Berge.

Acht der vierzehn Achttausender liegen hier.

Darunter auch der höchste Punkt der Welt, der Mount Everest.

Vor allem Wanderer kommen in den Himalaya.

Am nächsten Tag haben es auch die zwei Bayern nach Nepal geschafft.

Von Kathmandu, der Hauptstadt, geht es noch einmal sechs Stunden

mit dem Jeep über Stock und Stein den Berg hinauf.

Am Ortseingang werden die beiden bereits

von ihren neuen Chefinnen erwartet.

Hier treffen zwei Kulturen aufeinander.

Zur Sicherheit, sollte es mit der Sprache nicht klappen,

haben Edith und Josef die Übersetzerin Anu mitgebracht.

* Sie sprechen in ihrer Sprache. *

Es war eine aufregende Reise bis hierher.

Ich glaube, es waren zehn Stunden. Also in echt.

Ehrlich? - Ja, knappe zehn Stunden.

Wir haben einen Stopp gehabt und eine Autopanne hatten wir auch.

Ganz geschafft haben es Edith und Josef aber immer noch nicht.

Die letzten 300 Meter zum Hotel müssen sie zu Fuß bewältigen.

Zu Fuß kommen auch Gabi und Josef

in Niederbayern am Bahnhof in Rosenau an.

Der ist vom Hotel gerade mal ein paar Hundert Meter den Berg hinunter.

Josef hat schon eine genaue Vorstellung

von seinen neuen Mitarbeitern.

Ich hoffe, sie kommen in Landestracht,

das würde mir am besten gefallen.

Hast du eine Ahnung, was da Landestracht ist?

Die haben da Kleidung, die ist doch ein bisschen wie bei den Chinesen,

so buddha-mäßig.

Echt?

Heute ist ein besonderer Tag in Rosenau.

Der Zug hält hier nur, wenn es wirklich sein muss.

Eine Bedarfshaltestelle.

Gabi und Josef sind sehr gespannt, wer gleich aus dem Zug aussteigt.

Übersehen kann man die beiden Nepalesen nicht.

Übersetzer Onsol begleitet sie.

Oh, super. Hi.

Kami. - Servus.

Gami? Gabi.

Die haben uns an den Klamotten erkannt.

Also ich finde die beiden cool.

Ich freu mich, wenn wir im Hotel sind.

Ich bin gespannt, wie unsere Mitarbeiter reagieren.

Die werden aus allen Wolken fallen.

Nach langer Reise heißt es für die beiden Tauscharbeiter jetzt:

Ziel erreicht.

So, da ist die Rezeption.

Wer von euch traut sich das zu, Check-in, Check-out zu machen?

Can I go inside?

Die Frage ist definitiv beantwortet.

Noch schnell die Kollegen kennenlernen.

Darf ich euch zwei neue Mitarbeiter vorstellen.

Der erste Rundgang endet im Wellnessbereich.

Hast du auch so ein großes Bad zu Hause?

So etwas haben wir noch nie gesehen.

Den Kami tun wir gleich mal als Oberkellner da rein.

Damit da mal Tempo reinkommt.

Der ist so quirlig, das ist unglaublich.

Im Tauschhotel in Nepal angekommen,

haben Edith und Josef erstmal einen kleinen Kulturschock.

Mit dem Postwirt in Rosenau hat das nur wenig zu tun.

Im Vergleich mit zu Hause ist es was ganz anderes.

Das krasse Gegenstück vom Hotelfach.

Nicht nur die neue Umgebung wirkt fremd.

Aber Edith und Josef haben ja noch zwei Kollegen,

die sich hier bestens auskennen.

Das sind unsere zwei anderen Angestellten.

Wir müssen alle zusammenarbeiten.

Wir müssen die Zimmer in Ordnung halten.

Bis zum letzten Tag haben wir viel zu tun,

bis dahin müssen wir gute Arbeit zeigen.

Ich hoffe, wir können helfen, das wird sicher interessant.

Auf geht es zum ersten Rundgang durch die sieben Zimmer des Hotels.

Insgesamt können Jhangmu und Lhakpa hier 17 Gäste beherbergen.

Ich denke, das ist ganz gemütlich hier.

Edith und Josef erkennen schnell,

das Hotel ist in einem außerordentlich gepflegten Zustand.

Zwar einfach eingerichtet, aber unglaublich sauber.

Lhakpa und Jhangmu

liegt die Zufriedenheit der Gäste sehr am Herzen.

Das ist unsere Toilette.

Das muss man sauber halten und mit dem Wasser hier spülen.

Wenn man das im Gesamten betrachtet,

hat es viele Vorteile dem unseren gegenüber.

Du hast einfach nicht so viel Inventar, keine Lampen, Fernseher,

Vasen, Blumen, sonst irgendwas, was rumsteht.

Deswegen wird das relativ einfach mit Rauskehren,

weil ich weiß nicht,

ob das mit dem Feucht-Durchwischen groß irgendwas ist.

Bürste und Wasser.

Auch in Bayern

steht die Zufriedenheit der Gäste an oberster Stelle.

Also muss auch hier alles sauber und ordentlich sein.

Dafür sorgen sollen Sherkandu, Kami und Kollegin Elena.

Das ist ein Bleibezimmer.

D.h., ihr müsst das Bett sauber machen,

schauen, dass am Boden nichts ist, kurz durchlüften.

In 20 Minuten soll das Ganze fertig sein.

Am Anfang werden wir die Bettwäsche machen,

dann müssen wir kehren.

Das werden wir schon schaffen. - Ja. Das schaffen wir.

Sherkandu versucht es erst mal mit dem Bett.

Zur gleichen Zeit widmet sich Kami der Toilette.

Hier scheint Elena zunächst zufrieden zu sein.

Doch was da im Schlafzimmer passiert, stößt nicht auf ihre Zustimmung.

Ein bisschen anders und zwar folgendermaßen:

Erst mal gut aufschütteln.

Anschließend folgt die genaue Einweisung

in die bayerische Zweimal-Falten-Dann-Wende-Technik.

Im Bad hat Kami die Bürste für sich entdeckt.

Gut, dass Elena diesen eigenwilligen Einsatz der Klobürste

nicht gesehen hat.

Die ist immer noch bei Sherkandu im Schlafzimmer.

Dafür stehen dort jetzt die Kissen, wie sie sollen.

Can I help you?

This one is not for the toilette.

For the toilette is this one with water.

Sorry. - No problem.

Thank you.

Bei der Genauigkeit, z.B. Bettlaken richten und Kopfkissen aufschütteln,

da gibt es sicher noch Verbesserungsbedarf.

Genauso wie beim Verwenden von verschiedenen Putzlappen.

Aber sie machen es gut.

Wir haben ein paar Fehler gemacht, weil wir die Arbeit nicht kennen.

Jetzt machen wir uns Sorgen, was die anderen über uns denken.

Wir haben uns nicht so gut angestellt.

Mal sehen, was sie denken.

In Nepal haben sich Edith und Josef umgezogen.

Sie tragen nun die traditionelle Kleidung der Region.

In den Klamotten fühlt man sich viel mehr zu Hause.

In Deutschland sagt man dazu "Presssack".

Die sehen aus wie bei uns auf dem Dorf.

Die erste Aufgabe im neuen Hotel ist das Beackern des Spinatfeldes.

Aber Achtung, es ist das einzige Feld.

Ein Fehlgriff und die Teller der Hotelgäste bleiben leer.

Im Hotelfach in Bayern muss man am Feld zum Glück nichts mehr machen.

Da kommt der Lieferant und bringt den Salat.

Da wäre auch keine Zeit mehr dafür.

Nach der kurzen Einführung durch die Chefinnen Jhangmu und Lhakpa,

wird es für Edith und Josef ernst.

Erst verschwindet Lhakpa, dann auch noch Jhangmu.

Ein großer Vertrauensvorschuss für die beiden Bayern.

Wenn man etwas auf dem Feld falsch macht,

z.B. die Wurzel der Pflanze abschneidet,

würde nichts mehr wachsen.

Daher müssen sie sehr aufpassen und genauer sein bei dem, was sie tun.

Hier hast du etwas Kleines ausgelassen.

Das Gelbe hier muss auch raus.

Und das Unkraut muss immer raus.

Ich fand es gut, dass sie pingelig waren

und zeigen, was wir besser machen können.

Es geht um ihre Existenz.

Die haben sonst nichts und müssen das essen und davon leben.

Wenn die wegen uns einen Ernteausfall haben,

wird da, glaube ich, ganz schnell Ernst draus.

In Bayern ist der erste Arbeitstag zu Ende.

This is a white "Punsch". You know?

Das könnte Alkohol sein.

Sweet and hot alcohol.

Das gibt es bei uns auch.

Wir trinken es auch heiß, aber wir tun noch Butter rein.

Taste good?

Prost!

Ich habe ein gutes Gefühl mit den beiden.

Wenn wir die beiden einen halben Tag haben,

sind die auf unserem Standard.

Nachdem wir uns kennengelernt haben,

sind wir uns sympathisch und haben Spaß zusammen.

Während in Bayern der Tag schon zu Ende ist,

steht in Nepal noch eine letzte Überraschung für Edith und Josef an.

Normalerweise betet Jhangmu im Stillen und ganz für sich alleine.

Heute macht sie jedoch eine Ausnahme für ihre Gäste.

Dem Buddhismus gehören in Nepal rund 10% der Bevölkerung an.

Im Buddhismus kennt man weder das Paradies noch den einen Gott.

Josef versucht die fremde Religion zu verstehen.

Wenn ihr Probleme habt, wie vor zwei Jahren das Erdbeben,

kommt ihr dann hierher und betet, dass euch Gott weiterhilft?

Das Erbeben hat unser Haus zerstört und wir wurden verschüttet.

Aber dank unserer Gebete ist uns nichts passiert.

Mit dieser Form des Glaubens scheint Edith sich anfreunden zu können.

Vielleicht landet jeder beim gleichen Gott,

nur hat er einen anderen Namen.

Nach so vielen neuen Eindrücken

geht es für Edith und Josef in ihre neue Unterkunft.

Einen Aufpasser haben sie auch,

der in der finsteren Nacht vor ihrer Tür wacht.

Ein Hund ist auch noch da.

Während in Nepal die Lichter ausgehen,

gehen sie in Bayern schon wieder an.

Chef Josef hat Sherkandu und Kami für das Frühstück eingeteilt.

Wir beide machen einen Leberkäs fürs Frühstücksbuffet.

Sherkandu ist derweil für frisches Brot verantwortlich.

Während Kami nach genauer Vorgabe von Josef arbeitet,

entscheidet sich Sherkandu für nepalesisches Fladenbrot.

Wasser, Hefe und Mehl sind die Hauptzutaten.

Und der Teig wird nach Omas Rezept gemacht.

Einfach ein bisschen so und ein bisschen so.

Das dachte ich mir, ich koche meistens auch so.

Scheint zu funktionieren.

Während Sherkandu Brote backt, kommen Josef Gedanken an Nepal.

Ich denk, dass die da einfach Feuer unter einer Eisenplatte macht,

die Brote da draufschmeißt und dass das Ganze dann recht heiß wird,

wie in einem Pizzaoffen.

Damit die Dinger schnell fertig sind.

Auch in Nepal ist inzwischen ein neuer Tag angebrochen.

Und auch hier heißt es: Frühstück für die Gäste vorbereiten.

Auf dem Ofen steht irgendwie ein Öl oder so was.

Öl oder Schmalz.

Ich denke, es wird irgendein Hefeteig sein.

Das wird ihr Brot, das werden die Fladen, ja das kann sein.

Aber Brot alleine?

Vielleicht denkt Edith ja grad an zu Hause.

Ich hätte eine Idee. - Erzähl.

Dass wir vielleicht einen Obatzten machen.

Habt ihr Käse da?

Habt ihr Camembert oder so etwas Ähnliches da?

Du kannst kochen, was du willst.

Käse, Butter, etwas Milch.

Ob Jhangmu weiß, auf was sie sich da einlässt?

Paprika-Gewürz gibt es nicht, dafür aber Chilipulver.

Ich mische mal durch.

Da darfst du ruhig noch etwas rein tun.

Petersilie bräuchten wir noch.

Gibt's auch nicht, dafür aber Schnittlauch.

Der schmeckt gar nicht schlecht. - Schmeckt gut.

Ich glaube, den können wir den Gästen servieren.

Apropos Service, auch Kami und Sherkandu

müssen jetzt in den direkten Kontakt mit dem Gast.

Wenn die Gäste noch am Tisch sitzen,

dann gehen wir zu den Gästen und fragen, ob es geschmeckt hat

und ob wir schon was mitnehmen dürfen.

Natürlich auf Bairisch.

Bella wird zur Sprachlehrerin.

Hat es geschmeckt?

Hat es geschmeckt? - Ja, es hat geschmeckt.

Darf ich das mitnehmen?

(Wort für Wort) Darf ich das mitnehmen?

Oje, komplizierter als gedacht.

Zur Sicherheit besser aufschreiben.

Dann geht ihr zu den beiden und holt die Sachen

und fragt, ob es geschmeckt hat.

Hat es geschmeckt? - War sehr gut, danke.

Darf ich das mitnehmen?

Sehr gerne.

Ein bisschen schäme ich mich schon, weil ich die Sprache nicht verstehe.

Dann dürfen Sie den beiden Gästen das anbieten.

Auf zu Runde zwei.

Möchten Sie probieren?

Das frisch gebackene nepalesische Brot will verkostet werden.

Was ist das? - Roti.

Danke.

Klar kann man mit Körpersprache sprechen,

aber wenn man es nicht richtig aussprechen kann, ist es schwierig.

In Nepal können auch Edith und Josef ihren Obatzten den Gästen servieren.

Wir haben etwas für euch zubereitet.

Probiert es und lasst es euch schmecken.

Das lassen sich die Gäste nicht zweimal sagen

und langen ordentlich zu.

Das hat sehr gut geschmeckt.

Die Gäste kannten das nicht und wollten wissen,

wie das gemacht wird.

Ich glaube, der Josef und ich

haben uns in die Herzen der Nepalesen gekocht.

Aber auf ihren Lorbeeren ausruhen können sich die beiden nicht.

Sie bekommen gleich den nächsten Auftrag:

Im Nachbardorf sollen sie Milch besorgen, Büffelmilch.

Wir geben unser Bestes, probieren das und schauen,

dass wir Jhangmu und Lhakpa nicht enttäuschen.

Das ist stark vom Büffel selbst abhängig.

Wir werden da nicht viel Einfluss drauf haben.

Drei Liter werden wir schon rausbringen.

Die erste Zuversicht verfliegt jedoch schnell wieder.

Besonders freundlich scheinen die Tiere nicht zu sein.

Es ist etwas Furcht einflößend, wenn der so grimmig schaut.

Mit den Hörnern ...

Die zwei Tauscharbeiter nehmen all ihren Mut zusammen

und trauen sich näher ran.

Doch da kommt schon ein neues Problem auf die Bayern zu:

Bauer Meme hat schlechte Nachrichten für Edith und Josef.

Sie ist schon gemolken und lässt sich kein zweites Mal melken.

Der Büffel gibt uns keine Milch mehr? No milk?

Ja, das geht kein zweites Mal.

Er sagte, dass er den Büffel schon gemolken hat.

D.h., wir können ihm hoffentlich eine Milch abkaufen.

Aber mit was? - Das ist die nächste Frage.

Wir brauchen unbedingt Milch und du kommst morgen zum Essen vorbei.

Wir laden dich zum Essen ein, dafür bekommen wir Milch.

Okay, ich komme morgen zum Essen.

Wir essen Reis mit Milch.

Namaste.

Ihr habt den schweren, weiten Weg bis hierher gemacht, ich freue mich.

Und ihr habt sogar den Eimer mitgebracht.

Ich freue mich und ich tanze vor Freude.

Mission erfüllt:

Edith und Josef kommen nicht mit leeren Händen nach Hause.

Vielen Dank.

Wir hoffen, unsere Gastgeber sind damit zufrieden.

Wir freuen uns, wenn er morgen vorbeikommt.

Namaste.

Im Bayerischen Wald haben Gabi und Josef

für ihre Tauscharbeiter einen Ausflug organisiert.

Sie sollen kennenlernen, was die Region ausmacht.

Damit sie den Hotelgästen Ausflugstipps geben können.

Es geht in eine kleine Glasmanufaktur.

Vater und Sohn arbeiten hier Hand in Hand.

Ich würde sagen, wir machen zusammen einen Trinkbecher.

Jeder kann seinen Becher selbst formen.

Kami scheint von der Idee begeistert.

Er legt sofort Hand an.

Sherkandu hat noch Angst vor dem heißen Glas

und versteckt sich hinter Kami.

Rein und nach oben ausheben.

Und ins Wasser rein.

Jawohl, super.

Das werde ich später meinem Sohn schenken.

ich werde aufpassen, dass es nicht zerbricht.

Trotz aller Bedenken überwindet sich Sherkandu doch noch

und startet einen Versuch.

Begeistert ist sie jedoch nicht.

Gleichmäßig ausgeben.

Ich hatte Angst, dass ich es nicht schaffen würde.

Das war typisch:

Kami war sofort Feuer und Flamme, im wahrsten Sinne des Wortes,

und Sherkandu: "Ich mag nicht, ich mag nicht."

So, schaut mal, das sind eure Becher.

Sie sind super geworden.

Bitte schön. Und der von dir.

Thank you.

Im Hotel in Nepal

wartet Chefin Jhangmu bereits mit den nächsten Aufgaben.

Es gibt noch genau zwei Dinge zu tun:

Butter herstellen und Reis reinigen.

Ich mache das vor und sie machen es nach.

Wie gut es wird, liegt an ihnen.

Als die Chefin Edith und Josef zum Arbeiten holt,

hat dieser bereits eine Idee, was nun ansteht.

Jetzt müssen wir Butter machen, glaube ich.

Okay, kein Ding.

Wir mussten ja vorher schon Milch holen.

Was kann man auf die Schnelle daraus machen?

Es war schnell klar: Butter, Sahne oder Joghurt.

Zum Butterschlagen brauchst du 1,5 Stunden.

Während sich Josef der Butter annimmt,

bekommt Edith eine weitere Aufgabe.

Das ist Dreck. Diese kleinen Teile musst du rausnehmen.

Der wird gereinigt.

Die Steine im Reis sind sehr klein und anfangs wusste ich nicht,

wo ich genau suchen muss.

Mittlerweile habe ich das rausbekommen.

Und wie sieht es bei Josef aus?

Ich mache das schon eine ganze Weile, gefühlt schon drei Stunden.

Man merkt, dass es zäher wird.

Aber wirklich viel hat sich noch nicht verändert.

Doch Josef gibt so schnell nicht auf.

Etwas zäher wird es nun auch bei Edith.

Bei ihr machen sich von der ungewohnten Arbeit

erste körperliche Beschwerden bemerkbar.

Das ist eine sehr anstrengende Arbeit.

Du musst in der Sonne sitzen und ein bisschen Reis sortieren.

Gestern von der Feldarbeit hat mir der Rücken wehgetan

und heute geht es in die Knie.

Gerade rechtzeitig hat es Edith geschafft.

Sie hat den Arbeitstag gut überstanden.

Du hast heute gut gearbeitet.

Ist bei Josef aus der Milch schon Butter geworden?

Das, was ich da fabriziert habe, schaut schon mal butterähnlich aus.

Es ist schon mal ausgeflockt.

Ich weiß nicht, wie es weitergeht.

Ich glaube, es wird schon butterähnlich.

Wie schaut es aus?

Gar nicht mal schlecht.

Die Buttermasse kann abgeschöpft werden.

Hart wird sie dann von ganz alleine.

Dazu muss sie nur kaltgestellt werden.

Man ist stolz, wenn man nach so harter Arbeit

endlich das Ergebnis in den Händen hält.

Ich konnte es leider nicht probieren,

ich habe eine Allergie gegen Milchprodukte,

aber die können das gut verwerten.

Gute Arbeit.

Kami und Sherkandu sind wieder im Postwirt.

Auf sie warten schon Elena und viele Gäste.

Habt ihr schon mal Bier gezapft? - Nein.

Ich zeige euch das und dann könnt ihr selber Bier zapfen.

Das ist bei uns in Bayern typisch.

Bei Elena geht das ruck, zuck:

Glas ausspülen, Bier zapfen.

Noch ein bisschen warten,

damit das Bier eine schöne Schaumkrone bekommt.

Dann noch einen Schluck obendrauf, man will ja kein geiziger Wirt sein.

Und dann genießen.

Das darf nicht stärker sein.

Lieber leichter, dann geht es leichter runter.

Etwas langsamer geht das bei Sherkandus erstem Versuch.

Sie lässt es ruhiger angehen, will sie doch keinen Fehler machen.

Für Elena etwas zu ruhig.

Es soll schön sein, aber auch schnell gehen,

weil die Gäste Durst haben.

Wir bringen das an Tisch zwei.

Wenn du an den Tisch gehst, "Servus" sagen.

Servus.

Das Bier ist für den Herrn.

Bitte schön.

Ich glaube, der Service ist ganz gut gelaufen.

Der Kami hat dabei richtig Spaß.

Zurück an der Theke kommt ein neues Problem auf, diese Schaumkrone.

Jetzt abstellen und warten.

Wir müssen schauen, dass wir mehr Schaum bekommen.

Kami hat zu viel und Sherkandu hat zu wenig Schaum.

Jetzt haben wir ein Problem.

Ein Problem, dass Sherkandu und Kami in den Griff bekommen.

Die Gäste warten schon auf ihre Getränke.

Wir haben heute viele neue Erfahrungen gemacht.

Beim Bedienen habe ich mich etwas geschämt.

Aber dank des Bieres, das ich getrunken habe,

habe ich neuen Mut gefasst.

Um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen

und als Dankeschön für die harte Arbeit,

haben die zwei Chefinnen ein Picknick

mit musikalischer Unterhaltung organisiert.

Zum Essen gibt es Kartoffeleintopf und Reis.

Gegessen wird traditionell mit den Fingern.

In Bayern isst man z.B. die Hendl auch mit den Händen.

So schlimm ist das für mich nicht, dass ich mit den Händen essen muss.

Kartoffeln flutschen dann gerne davon.

Dazu gibt es Apfelsaft.

Und vom Gitarrenlehrer eine Lektion in nepalesischer Kultur.

Das ist eine Tamjan.

Wenn wir unsere Gefühle durch die Musik transportieren wollen,

benutzen wir das.

Josefs Begeisterung hält sich schwer in Grenzen.

Hä? Nein, das.

Darf ich auch mal?

Magst du meine haben, dann bin ich erlöst.

Nein, du spielst mit.

Da, nimm mal, er ist gerade so im Flow.

Sie haben das gut gelernt und haben dann sehr schön gespielt.

Josef und Edith sind angekommen.

Sie wachsen immer mehr mit ihren Chefinnen zusammen,

aber auch mit der faszinierenden Bergnation Nepal.

In Bayern bricht der Finaltag an.

Für Kami und Sherkandu heißt das noch mal: voller Einsatz.

Guten Morgen. - Guten Morgen, super.

So, jetzt habt ihr schon so viel gelernt bei uns,

jetzt stehen wir vor der größten Herausforderung.

Unser Office, Check-in, Check-out.

Traut ihr euch das zu?

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir das so hinbekommen.

Probieren wir es einfach. Wird schon schiefgehen.

Hallo. - Guten Morgen. Servus.

Oh, so viele.

Wir würden gerne auschecken.

Du kassierst.

Du machst die Geschenke.

Ob die Rechnung am Ende stimmt?

Danke. - Vielen Dank.

Bei uns rechnen die Gäste selber ab.

Eine solche Rezeption wie hier haben wir nicht.

Wir bräuchten Hilfe mit dem Gepäck.

Wir haben die Zimmer 46 und 45.

Ich nehme die Schlüssel.

Ist es okay, wenn die beiden euer Gepäck ...

Ja, klar.

Sherkandu und Kami machen sich mit den Gästen auf zum Zimmer.

Doch da, ein unerwartetes Problem.

I need the key.

Kein Problem, dann eben ein zweiter Versuch.

Noch mal an die Rezeption, dann noch mal hoch zum Zimmer.

Mit Schlüssel klappt es dann auch.

Tschüss. - Servus! Wiedersehen.

Ah!

Bye, bye.

Von wegen, ihr beide kommt wieder.

Ich habe den Bergführer im Gebirge vor mir gesehen.

Okay, ihr müsst wiederkommen, dann können wir euch wieder helfen.

Edith und Josef widmen sich in Nepal dem Tagesgeschäft im Hotel.

Toilette putzen, keine angenehme Aufgabe, aber eine nötige.

Gut, dass Lhakpa die zwei Tauscharbeiter jetzt erlöst.

Das ist gut so.

Kommt, wir müssen jetzt noch etwas anderes erledigen.

Die Gäste des Hotels sind zu einem Fest geladen.

Ehrengast des Abends ist Bauer Meme.

Das war ja so versprochen.

Edith und Josef müssen bei der Gästeunterhaltung einspringen.

Dazu haben sie Festtagskleidung angelegt.

Liebe Gäste, herzlich willkommen zu unserem Neujahrsfest.

Wir haben uns versammelt, um gemeinsam zu feiern und zu tanzen.

Ich hoffe, ich kann mir ein Bier ertanzen.

Das wird zwar für lachende Gesichter sorgen, aber es hilft ja nichts.

Da muss Josef nun durch.

Den Gästen scheint es auf jeden Fall zu gefallen.

Und auch Edith hatte bei dieser recht ungewöhnlichen Aufgabe Spaß.

Ich bin stolz auf den Josef, dass er mich nicht alleine gelassen hat.

Ich war in meinem Element, das hat mir gefallen.

Ich will gar nicht wissen, wie das ausgeschaut hat.

Ich hoffe, sie können mich noch ernst nehmen.

Josef hat es geschafft, er hat sich das Bier wirklich verdient.

Prost!

In Rosenau werden auch Sherkandu und Kami

in die Betreuung der Gäste mit eingebunden.

Auch hier wollen Gäste mit einem Lächeln

und mit Charme unterhalten werden.

Sherkandu und der Kami sind unsere neuen Gästebetreuer.

Packen wir's.

Eisstockschießen gehört zu den ältesten bayerischen Sportarten.

Gespielt wird in zwei Teams und gegeneinander.

Okay, ihr seid dran. Ihr könnt anfangen.

Und auf geht's.

Die Gäste haben verstanden und legen voller Elan los.

Kami und Sherkandu

scheinen Gefallen an ihrer neuen Aufgabe gefunden zu haben.

Die Nationalität. Wie sie sich geben. Es hat viel Spaß gemacht.

Jetzt wird es Zeit, dass wir uns mit Glühwein und Brotzeit stärken.

Das ist eine gute Idee.

Die Gäste waren heute von denen begeistert.

Das war herzlich und freundlich.

Was soll man dazu sagen? Es passt einfach.

Prost!

Wenn's am schönsten ist, soll man aufhören.

So ist es auch im Postwirt.

Familie Beck hat sich zur Verabschiedung versammelt.

Kami, Sherkandu, da tut mir das Herz schon ein bisschen weh,

dass ihr beide schon wieder heim müsst.

Und das meine ich ernst.

Es war ein Geschenk und ein Glück für unseren Betrieb

und auch für uns Menschen, die hier arbeiten.

Wir haben sie alle lieb gewonnen

und sind traurig, dass sie wieder in ihre Heimat müssen.

Es tut weh, tschüss zu sagen.

Wir waren eine lange Zeit hier und haben die Leute gut kennengelernt.

Es tut weh, sich zu verabschieden.

Ihr müsst näher zu mir kommen, weil jetzt nehmen wir uns eine Prise.

Ah!

Ich glaube, ich spinne.

Die Chefs waren uns gegenüber sehr offen und sympathisch.

Das hat uns sehr gut gefallen.

Vielen Dank.

Nach den letzten Umarmungen

geht es für Sherkandu und Kami wieder nach Hause zurück.

In Nepal müssen auch Edith und Josef Abscheid nehmen.

Die ganze Dorfgemeinschaft ist zusammengekommen.

* Gesang *

Es ist ein religiöser Abschied, aber er ist trotzdem sehr ergreifend.

Er ist mir sehr nah gegangen.

Die Menschen haben so einen starken Glauben

und die kommen mit sehr wenig aus.

Mit dem wenigen, was sie haben, sind die so glücklich.

Das tut schon weh, wenn man das alles zurücklässt

und wieder zurück nach Deutschland kommt.

Man weiß dann, wie schön man es hat,

und wie einfach die Menschen hier leben.

Ich bin einfach nur dankbar dafür,

dass sie uns das alles gezeigt haben.

Im vorherigen Leben sind wir wohl verwandt gewesen,

deswegen sind wir uns so nahe gekommen.

Und so geht es für Edith und Josef zurück nach Bayern.

Im Gepäck eine unvergessliche Erfahrung,

die die zwei Tauscharbeiter noch lange begleiten wird.

Untertitelung: BR 2018

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