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Kaufen wir sie nach meiner Reise.
Mit Jetlag würdest du nicht mitkommen und hättest keine Schuhe für die Hochzeit.
-Was ist mit denen? -Nein.
-Wieso nicht? -Die sind hässlich.
-Was ist an denen hässlich? -Alles.
-Das ist ein einfacher schwarzer Schuh. -Genau.
-Nichts gefällt dir. -Lass mich Sneaker tragen.
-Nein. -Warum nicht? Die sind schwarz.
Kaum noch. Du hast mit Tipp-Ex morbiden Kram draufgemalt.
-Das ist kein Kram, sondern Metallica. -Das geht nicht auf Hochzeiten.
Es sind Gedichte. Die liest man auf Hochzeiten.
-Dann eben neue Sneaker, ja? -Du trägst anständige Schuhe.
-Auf der Hochzeit fremder Leute. -Du kennst sie.
Du warst zwei, Judith hat dich vorm Ersticken bewahrt.
-Weiß ich nicht mehr. -Ich hatte große Angst.
Dein Gesicht war blau und deine Augen traten hervor.
-Und die da? -Nein.
Schmeckt er?
-Darf ich ein Stückchen haben? -Jedes Mal!
-Warum holst du dir nicht selbst eins? -Nur einen Bissen.
-Aber keine Glasur. -Okay.
Sechs Wochen Florida... worauf freust dich am meisten?
Hoffe, das Baby kommt nicht in der Zeit.
-Wie ist es, ein großer Bruder zu werden? -Halbbruder.
Wenn ich sein Halbbruder bin, was bist du?
Gar nichts, im Grunde.
Halb-... Stiefmutter.
Ich bin nur die Ex-Frau des Vaters und mit dem Kind,
also ihm oder ihr, nicht verwandt.
Du wolltest früher unbedingt ein Geschwisterchen.
Ja, und?
Ich dachte, du freust dich mehr darüber.
Es kriegt bestimmt einen blöden Ami-Namen wie... „Brooke“.
Das ist nicht sehr nett.
Oder „Brie“.
-„Candy“. -Ja.
Rate, wie warm es in Florida ist.
-Bestimmt ziemlich warm, oder? -Du sollst raten.
Es wird heiß sein... 31 oder 32 Grad?
30.
Auch das ist sehr warm.
Hast du genug Sommerkleidung? Schwarz heizt sich auf.
Da gibt's Klimaanlagen.
-Darf ich schalten? -Nein.
-Warum nicht? -Weil du nicht fahren kannst.
Kys Mutter lässt ihn.
-Du sagst, ich soll Neues probieren. -Das meinte ich nicht.
-Und was dann? -Ich weiß nicht...
Oliven?
In Florida lässt Dad mich sein MG Cabrio fahren.
Aber hier fährst du nicht den Opel Astra.
Hallo, Riley.
Daniel, gehst du ran?
Hallo?
Hat wohl aufgelegt... Oh, hallo, Bernie.
Ja, bestens, danke. Und...
Ja.
Nein, ihr müsst tun, was ihr für...
Ich glaube, das mache am besten ich.
Daniel.
Tut mir leid, er will nicht Danny genannt werden.
Mach ich.
Okay.
Du auch. Bis dann.
Was wollte sie?
-Möchtest du Tee? -Nein.
Was hat sie gesagt?
Dein Vater und Bernie...
Nun ja...
es ist ein bisschen verzwickt, aber...
durch das Baby wird ihnen alles etwas zu viel.
-Sie wollen mich nicht da haben. -Nein, es ist nur... schlechtes Timing.
Sie verschieben es um ein paar Monate, sodass du das Baby siehst.
Du sitzt also sechs Wochen mit mir fest, aber wir werden schon Spaß haben.
Tut mir leid. Ich weiß, wie enttäuscht du sein musst.
Sieh nur, was passiert, wenn ein Mensch zur Maschine wird.
-Seit wann hebst du Gewichte? -Seit ich heute ein Date habe.
Eislaufen mit deiner Cousine?
-Ja, ihre heiße Freundin kommt mit. -Das ist kein Date.
Ich sollte den Hut tragen.
Zieh lieber erst ein Hemd an.
-Was ist „Skull Slayer“? -Der Name meiner Band.
Du hast keine.
-Nein, aber irgendwann. -Du spielst nicht mal ein Instrument.
-Ich werde der Frontmann sein. -Klingt plausibel.
-Ist Daniel startklar? -Das mit seinem Florida-Trip tut mir leid.
Du wolltest sicher etwas Zeit für dich haben.
Ach, so was kommt vor.
Ich hoffe, du musstest nichts absagen.
Ich wollte nur den Dachboden entrümpeln. Traurig, oder?
Aber nein, ausmisten kann äußerst therapeutisch sein.
Dachboden frei, Kopf frei.
Daniel scheint das Ganze eher philosophisch zu betrachten.
Tut er das? Ehrlich gesagt glaube ich, er ist ziemlich enttäuscht.
Daniel!
Er sagt, er versteht die Lage seines Vaters und seiner Stiefmutter.
Wir sprachen beim Essen darüber.
Er ist sehr reif für sein Alter.
Meine Güte, das...
Nun, also... Freut mich, das zu hören.
Findest du nicht?
Doch, natürlich. Er...
Bei den eigenen Kindern ist es anders. Man erlebt ihre schlechte Laune...
Daniel, Schatz?
Ich komme!
Ach ja....
Ist diese immense Energie nicht einfach...
wunderbar?
Hallo, mein Junge.
Warst du etwa den ganzen Tag nicht angezogen?
-Hatte keine sauberen Klamotten. -Bist du mit Riley raus?
Wollte ich nach dem Mittag machen.
Es ist 17 Uhr! Und was isst du da, Ketchup?
Ja, wir hatten sonst nichts da.
Vielleicht könntest du einkaufen gehen?
Schwierig ohne Geld, oder?
Keine sauberen Sachen, kein Essen, kein Geld, aber viele Ausreden...
So sind halt die Fakten.
Wenn du Fakten so magst, habe ich ein paar für dich:
Ich war den ganzen Tag arbeiten, du bist noch im Schlafanzug,
der arme Hund kratzt an der Tür, und statt zu fragen:
„Hallo, Mum, wie war dein Tag?“,
gibst du mir die Schuld daran, dass du für jede Tätigkeit zu faul bist.
Fertig genörgelt, Mutter?
Rede nicht so mit mir.
Dann sei keine Zicke!
Ich will nicht hier sein!
Ich will in Florida sein, wo ich sein sollte, bei Dad!
Morgen!
Ich habe eine wunderbare Idee.
-Du suchst dir einen Ferienjob. -Nein.
Schreib einen Lebenslauf und verteile ihn heute Nachmittag.
-Okay. -Keine Diskussion, tu es bitte einfach.
Ich sagte „okay“.
Gut.
Dann hab einen schönen Tag.
Mr Porter, richtig?
Wir kennen uns von Daniels Elterntag.
Ja, natürlich.
Daniel Bagnold, das ist mein Sohn. Klasse 10J.
Schön, Sie wiederzusehen, Mutter von Daniel Bagnold.
Sue. Das dumme Ding verdreht sich immer.
Vielleicht sollte ich es falsch anlegen, damit es sich richtig herum dreht.
Und, Sue, genießt Daniel die Sommerferien?
Eigentlich nicht.
Er wollte zu seinem Vater nach Florida, aber Bob ist nicht sehr zuverlässig.
Oh, das tut mir leid.
-Es ist ziemlich hart für ihn. -Für Sie ist es sicher auch nicht leicht.
Ach, na ja, wir schlagen uns so durch.
Amerikanische Geschichte? Ist das Ihr Lieblingsthema?
Nein. Ehrlich gesagt pauke ich selbst gerade.
Einiges vom neuen Oberstufenlehrplan habe ich seit dem Studium nicht angesehen.
Der Zweite Weltkrieg ist mein Ding.
Fünf Wochen Unterricht für 400 Jahre. Halten Sie das für machbar?
Da bleibt sogar noch Zeit übrig.
Ihre Einstellung gefällt mir, Sue Bagnold.
Wollen Sie nur diese drei ausleihen?
Genau genommen würde ich Sie auch gern für einen Abend ausleihen.
Das läuft sicher über ein anderes System.
Mich? Das... Das ist sehr... Du liebe Güte...
-Warum scannt dieses blöde Ding nicht? -Abendessen?
Ein, zwei Gläser Wein?
Das wäre...
ja, sehr schön.
Fertig.
Sie haben bis zum 19.
Bitte sehr, Mr Porter.
Nennen Sie mich bitte Douglas.
Douglas.
Und rufen Sie mich bitte an.
Meine Nummer.
Danke.
Aber zuerst habe ich ein Date mit den Gründervätern.
Tun Sie nichts, was ich nicht auch täte.
Sonst noch was?
Einen Cheeseburger mit Pommes und Cola.
Maximenü für 60 Pence mehr?
Ja, klar.
-Erfolg gehabt heute? -Nein.
-Wo hast du gefragt? -Überall.
-Auch bei den Zeitungskiosken? -Sagte doch, überall.
Hast du dieses T-Shirt getragen?
Warum?
Es ist für den ersten Eindruck vielleicht nicht ideal.
Ich hab meinen Lebenslauf geschrieben und verteilt, wie du wolltest.
-Warum maulst du mich an? -Tu ich nicht.
Ich frage mich nur, ob deine Chancen mit weniger grausiger Kleidung besser wären.
Das ist diskriminierend.
Nein, das ist nur gesunder Menschenverstand.
Wenn jemand mit einem Shirt, auf dem jemand per Stromschlag stirbt, in...
Man darf keinen wegen seines Glaubens verurteilen.
Musik ist meine Religion.
-Nun bist du albern. Ich will nur helfen. -Du sagst, ich seh grausig aus.
Ich sagte nicht, du siehst grausig aus, sondern dein T-Shirt...
-Ich bin zu müde dafür. -Dann geh ins Bett.
Ja, im Tiefkühler ist Pizza.
-Hab keinen Hunger. -Das wäre mal ganz was Neues.
GESUCHT: Sänger für Metalband, muss Sabbath, Anthrax, Napalm Death mögen
-Mit der Kleinen lief also nichts? -Sie stand auf mich.
-Tatsache? -Sie ist auch nur ein Mensch.
Bullshit. Du hast bestimmt nicht mal mit ihr geredet.
Doch, hab gesagt, dass ich Frontmann von Skull Slayer werde.
-Scheiße, hast du nicht. -Sie will mich in Aktion sehen.
-Tja, Pech. Ich gründe vielleicht 'ne Band. -Ist klar. Ist klar.
-Mit wem? -Ach, kennst du nicht.
-Von unserer Schule? -Du kennst sie nicht.
-Weil es sie nicht gibt. -Das wirst du wohl abwarten müssen.
Den Lärm ertrage ich ja gerade noch.
Nur dieses ständige Hinterhergepfeife macht mich wahnsinnig.
Ich hoffe, bei dir war's nicht so.
Mir hat noch nie jemand hinterhergepfiffen.
Das wäre eher ein Kompliment.
Hat schon mal jemand deine hübschen Augen gelobt? Erlaubst du?
Meine Güte... Sieh sich dich mal einer an!
-Darf ich? -Sie ist vermutlich recht stark.
Die passt nicht zur Form meines Gesichts.
-Nicht? -Es ist zu eckig.
Nicht so hübsch und rund wie deins.
Aber ganz im Ernst, Sue, trägst du manchmal Kontaktlinsen?
Eine Schande, deine schönen Augen zu verstecken.
Ich mag deinen Armreif. Ist der aus Bambus?
Ist er nicht fantastisch? Er ist aus nepalesischem Teakholz.
Hallo?
-Ja, hallo, ist da Mr... Douglas? -Am Apparat.
Hier ist Sue, wir haben uns neulich...
Sue... hallo?
Daniel?
Moment, ich glaube, Daniel versucht...
Sue Bagnold, die reizende Mutter von Daniel in der 10J.
Mr Porter?
Daniel, ich telefoniere, Schatz.
Das tut mir sehr leid, Mr Po... Douglas. Kann ich dich zurückrufen?
Natürlich, bis bald.
Tschüss.
Möchtest du eine Tasse Tee?
Was telefonierst du mit meinem Geschichtslehrer?
-Douglas kam in die Bibliothek... -Douglas?
Dachtest du, sein Vorname wäre „Mr“?
Wir haben uns unterhalten und wollen uns treffen.
Wie, ein Date?
Na ja, Abendessen.
Ist es so unfassbar, dass jemand mit mir ausgehen will?
-Ja. -Na, vielen Dank auch.
Daniel, das ist keine große Sache.
Wir haben nur ein bisschen geflirtet.
Hör bitte auf zu reden.
-Wenn dir das unangenehm ist... -Ist es.
...reden wir darüber.
-Darüber zu reden, macht es ja unangenehm! -Okay, okay.
Ich lasse es erst mal gut sein.
-Wenn du bereit bist, sag Bescheid. -Werde ich nie sein.
-Du kannst jetzt Ky anrufen. -Wollte ich gar nicht.
Warum glaubst du, ich rufe nur ihn an?
-Entschuldige, wen denn dann? -Niemanden.
-Ein Mädchen? -Nein!
-Einen neuen Freund? -Das geht dich nichts an!
Okay.
Gehst du jetzt bitte raus?
Daniel, Tante Carol und Katie sind da.
Möchtest du was trinken, Katie? Cola? Orangensaft?
Gern einen Kaffee.
Warte, ich habe bestimmt irgendwo welchen.
Sue trinkt lieber Tee.
-Nur, wenn's keine Umstände macht. -Nein, gar nicht. Ah, hier ist er ja.
„Mindestens haltbar bis Ende 2011.“ Ob der noch gut ist?
-Da bin ich nicht sicher. -Dann nehme ich einen Tee. Danke, Sue.
Hast du Mandelmilch?
Mandel-„Milch“?
Dann einfach schwarz.
-Hey. -Na?
Hast du 'ne Freundin?
Nein.
Ich date gerade wen.
Ryan.
Sag's nicht meiner Mum, er ist 19.
Echt?
Er glaubt, ich wäre 18.
Er hat drei Autos.
-Aha. -Immobilienmakler.
Willst du ein Foto sehen?
Was sagst du?
Er ist nicht so mein Typ.
Das war ziemlich witzig.
Im Ernst, sag's nicht deiner Mum, damit meine es nicht erfährt.
Werde ich nicht.
Er verbringt so viel Zeit alleine.
Du warst früher auch nicht gerade gesellig.
Ehrlich gesagt bis heute nicht.
Das ist nicht fair. Mit mir kann man... Spaß haben.
Ach ja? Wann warst du zuletzt abends aus?
Ich war mit Esther von der Arbeit auf zwei Drinks im „White Horse“.
Wann?
Im März.
Genau das meine ich.
Daniel wird sich schon finden. Er ist etwas ruhig, aber nicht... seltsam wie...
wie dieser Freak aus der Jungenschule, der auf dich stand. Wie hieß er?
-Da gab es keinen. -Doch.
Er folgte dir ständig. Du weißt schon, wer.
Er trug immer eine Plastiktüte und einen dünnen Oberlippenbart.
Ian.
Das war ein... Um den musste man sich Sorgen machen.
Hey.
Rauchst du Gras?
Eigentlich nicht.
Ryan könnte was klarmachen, wenn du willst.
Ich glaube, ich verzichte, danke.
Alle Gruftis in meinem Jahrgang kiffen.
Ich bin kein Grufti.
Okay.
Was bist du dann?
Keine Ahnung.
Mach den Pony nicht zu kurz, er soll nicht wie vom Frisör aussehen.
-Weißt du, nach wem du dich anhörst? -Nach wem?
Nein, sag's nicht.
Sie ging auch nicht gern aus. Unsere Familie hat Eremitengene.
Ich bin kein Eremit. Ich habe Arbeit, einen Sohn und einen Ex,
dessen letzte drei Unterhaltsschecks in der Post verloren gingen.
Hab ich erzählt, dass er einen MG fährt?
-Wer, Bob? -Ein Cabrio. Der protzige „Du-weißt-schon“.
-Der protzige Mistkerl. -Carol.
Als Daniel das erzählt hat, war ich ziemlich angefressen.
Es ist unheimlich.
Was?
Genau wie Mum. Du könntest ihr Klon sein. Bis hin zur Brille.
Prima, genau das brauche ich jetzt.
Douglas Porter ist unterwegs. Hinterlassen Sie eine Nachricht.
Douglas, hier ist Sue Bagnold aus der Bücherei.
Ich hoffe, es geht dir gut.
Meinen Berechnungen nach müsstest du mitten im Bürgerkrieg stecken.
Eine furchtbar blutige Sache, oder?
Ich wollte nur fragen, ob du Lust auf ein Abendessen oder einen Drink hast.
Freitagabend?
Ruf mich einfach zurück. Es hat keine Eile.
822 - 496.
Bis dann.
Douglas Porter ist unterwegs. Hinterlassen Sie eine Nachricht.
Ja, hallo.
Mir wurde gerade klar, dir sicher auch, dass ich deine Nummer vorgelesen habe.
Und nicht meine. Dumm von mir.
Meine ist:
823 -
771.
Sue.
Bagnold, um genau zu sein.
Wieder einmal. Tut mir leid.
Okay, tschüss.
Hallo?
Oh, Bob. Ja, er ist hier.
Nur kurz: Hast du den Scheck noch mal verschickt? Er ist immer noch nicht...
Okay.
Moment.
Dein Dad ist dran.
Hey, Dad. Hast du meine Mail bekommen? Ich hab dir Songs geschickt...
Na ja, Halbschwester.
Mir geht's gut. Tschüss.
Und?
Es ist ein Mädchen.
Das kam früher als erwartet, aber...
Ist alles in Ordnung? Hat sie einen Namen?
-Hat er nicht gesagt. -Und was hat er gesagt?
Hat mich immer Danny genannt.
Er ist nur aufgeregt. Als du geboren wurdest...
Ich gehe raus.
Schade, dass es mit deiner Fantasie-Band nicht klappt.
Wer sagt, dass es nicht klappt?
Sag nicht, du verarschst dich immer noch selbst.
-Rate, wen meine Mum datet. -Oh, sie trifft noch jemanden?
Reichte der Ky-Boy ihr etwa nicht?
Mr Porter. Sie nennt ihn „Douglas“.
Na ja... Als alte Single-Frau würde ich ihn nehmen.
Was redest du da?
Er ist für sein Alter gut in Form.
Und er liest, das passt zu einem Bücherwurm wie Mrs B.
Und wenn er mein Stiefvater wird?
Er müsste dir alle Antworten für Geschichtstests geben, damit du ihn magst.
Ach, weiß nicht.
Wo warst du? Ich habe mir Sorgen gemacht.
Bei Ky.
Warum bist du noch wach?
Es ist erst 22 Uhr.
Fühlt sich aber wie Mitternacht an.
-Hattest du einen schönen Abend? -Ja, war super. Danke, Mum.
Mum...
Wie geht's dir, Mum?
Gut, danke, Daniel. Hast du was gegessen?
Nein.
-Möchtest du ein Sandwich? -Ja.
Mit Käse?
Ja. Ich liebe Käse.
Was habt ihr und Ky heute Abend so getrieben?
Das Übliche.
Billard, Xbox...
Und wer hat beim Billard gewonnen?
-Ich gehe in mein Zimmer. -Willst du dein Sandwich nicht?
Ich fühle mich ein bisschen...
Nimm wenigstens deine Haare zur Seite.
Muss was Falsches gegessen haben.
Mir geht's kacke.
Das wird wieder, Schatz.
Die Sache ist...
Kaum einem ist klar, dass man viel länger an der Benotung und am Papierkram sitzt,
als man unterrichtet.
Ja, absolut.
Jeden September kommen die Absolventen mit feuchten Augen von der Uni
und wollen inspirierende Lehrer sein, an die sich die Schüler ewig erinnern.
Und ich sage mir: „Wartet nur. Noch vor Weihnachten seid ihr Zombies wie wir.“
Der Optimismus der Jugend.
Ich nehme an, bei dir ist es genauso.
Die Leute glauben, du sortierst den ganzen Tag Bücher,
aber tatsächlich jonglierst du Planziele, Ankreuz- und Zuschussformulare.
Vergiss nicht das Beheben von Papierstaus in Kopierern.
Aber manches macht Spaß, wie die Lesegruppen...
Das hier musst du probieren.
Okay, danke.
-Ja? -Ja.
Ja?
-Echt lecker. -Ja.
-Wie ist deins? -Sehr gut, danke.
Würdest du gerne probieren?
Ich dachte, du fragst nie.
Aber meine Entscheidung war richtig.
Ach, was soll's.
Ich habe mir erlaubt, noch Wein zu bestellen.
Mr Porter, ich werde noch betrunken.
Unsinn, Damen sind nie betrunken, nur angeheitert.
Na dann...
cheers.
Auf dich, Sue Bagnold.
Als du im Bad warst,
fiel mir ein, dass ich an der Uni einen Bagnold kannte.
Mir fällt nur beim besten Willen sein Vorname nicht ein.
Paul? Robert?
Mein Ex-Mann heißt Robert. Bob. An welcher Uni warst du?
Oxford.
Dann nicht, Bob und ich waren an der Hull.
Wäre komisch gewesen, oder? Wenn wir uns schon damals gekannt hätten
und uns nach all den Jahren wiedersehen.
Ein Pfad, dem wir nicht gefolgt sind.
Nun ja, ich bin vielen Pfaden nicht gefolgt.
Oh, du warst eine umtriebige junge Dame, was?
Liebe Güte, so meinte ich das nicht.
Es scheint nur manchmal so willkürlich, wie die Dinge verlaufen.
Wenn man bedenkt, dass Bob jetzt mit einer 36-jährigen Frau eine Tochter hat
und ein verdammtes MG Cabrio fährt, während ich...
Richard „Dickie“ Bagnold. Dickie Dickie Bagnold.
Naturwissenschaften, kräftig gebaut, hat viel Rugby gespielt.
Ich glaube, die sind nicht verwandt. In Bobs Familie sind alle eher hager.
Hast du mal darüber nachgedacht, deinen Mädchennamen wieder anzunehmen?
„Bagnold“, ob du's glaubst oder nicht, ist eine Verbesserung.
Ehrlich?
Dann muss ich ihn einfach wissen.
Sneed.
Also dann...
danke für den wunderbaren Abend, Douglas.
Ich...
Ich sollte wirklich reingehen.
Ich könnte auf einen Absacker mitkommen.
Da Daniel zu Hause ist, lassen wir das besser... diesmal.
Als Mann musste ich es versuchen.
Hallo, ich bin zu Hause.
Daniel?
Du warst gestern aber früh im Bett.
Japp.
Ich dachte, ich würde dich noch sehen.
War müde.
-Willst du wissen, wie mein Abend war? -Nein.
Da bin ich fünf Minuten weg, und schon ist meine Schwester sexsüchtig.
Ach, sei still.
Erzähl mir alles.
Es gibt nicht viel zu erzählen.
-Wir waren essen, haben Wein getrunken... -Lief was?
Carol!
Du warst mit einem geilen Mittfünziger aus.
-Was frage ich da wohl? -Wer sagt, dass er geil ist?
Er war mit 'ner Bibliothekarin aus!
Was soll das heißen? Du meinst, er... alles, was sich bewegt?
Nein, aber du forderst Dates nicht gerade heraus.
-Vielen Dank auch. -Sei nicht eingeschnappt.
Ich sage nur, er war auf der Pirsch. Los jetzt, raus damit.
Also... wir haben im Taxi ein bisschen gekuschelt.
-Gekuschelt? -Uns umarmt, geküsst, was weiß ich?
Im Taxi?
Ich hatte zu viel Wein getrunken, und er ist sehr charmant.
Küsst er gut?
Keine Ahnung, ich habe seit Bob keinen geküsst.
-Und, triffst du ihn wieder? -Warum nicht? Er würde gern.
Warum auch immer er die olle Bibliothekarin will.
-So meinte ich es nicht. -Ein bisschen schon. Sei ehrlich.
Egal, du hast jetzt einen Freund!
Mit 52 Jahren.
Daniel sieht mich nicht gern mit seinem Lehrer.
Du hast acht Jahre wie eine Nonne gelebt und darfst Spaß haben.
Noch sind wir kein Paar, aber...
Vor deinem nächsten Date verpasse ich dir Highlights.
Nein, aber ich mache dir blonde Extensions rein.
Das lässt du bleiben!
Mum!
Hier oben!
Riley hat gekotzt.
-Machst du's weg? -In meinen Schuh.
-Meine Güte... -Es stinkt.
Okay, stell ihn an die Waschmaschine, ich erledige das.
-Warum habe ich die nie gesehen? -Hast du doch.
Nein, daran würde ich mich erinnern.
Diese Latzhose... die hattest du von meiner Schulfreundin Maureen.
Warum versteckst du sie hier?
Tu ich nicht, alle alten Fotos liegen hier.
Von dir und mir stehen unten Tausende.
Das ist keine heimliche Verschwörung meinerseits,
wir sind nun mal keine glückliche Familie.
Aber er ist mein Vater, auch wenn er nicht mehr dein Mann ist.
Das weiß ich, und ich habe nie behauptet, dass er für dich nicht sehr wichtig ist.
Du sagst gemeine Sachen über ihn.
Nein... Tu ich das?
Dass er nie anruft und dir 'ne Menge Geld schuldet.
Wann habe ich von Geld geredet?
Immer, wenn du mit ihm oder Tante Carol redest.
Tut mir leid, dass du das gehört hast,
aber ich finde es mies, dass er ging, als du erst acht warst,
und nur Geld schickt, wenn es ihm passt, also fast nie.
Für dich war er nur ein Bankkonto, sonst wäre er vielleicht noch da.
Moment mal, Daniel.
Ich hatte einen Vollzeitjob, während er unser Erspartes in Schnapsideen steckte.
Und dann sagst du, dass er ein MG Cabrio hat.
-Entschuldige, dass er mir nicht leidtut. -Mir aber.
Er musste mit dir leben. Kein Wunder, dass er weg ist.
Wenn du das so siehst, kann ich's auch nicht ändern.
-Wo willst du hin? -Einen Typen wegen 'ner Band treffen.
Du bist so 'ne Sackwarze! Lass es doch einfach.
-Woher weißt du, dass es hier ist? -Ky hat seine Augen überall.
-Sieh einer an. -Okay, können wir gehen?
Bleib locker. Ich will sie nur spielen hören.
Klingt nach einer Mischung aus Megadeth und den frühen Priest.
Nicht schlecht, oder?
Haben wohl immer noch keinen Sänger. Das können wir ändern.
-Scheiße, Ky, lass es. -Vertrau dem Kyster.
Bitte!
Wie ich höre, sucht ihr...
Kinder... einen Leadsänger.
Mein Freund... mein Klient Mr Bagnold hätte womöglich Interesse.
Er hat's drauf, das volle Programm. Seht ihn an, er ist eine Art Gott.
Da steht aber keiner.
Was?
Douglas Porter ist unterwegs. Hinterlassen Sie eine Nachricht.
Hallo, hier ist Sue aus der Bibliothek... und von neulich Abend.
Bagnold.
Also, ich fand den Abend sehr schön
und wollte fragen, ob du Lust hast, mich dieses Wochenende zu sehen.
Wir könnten einen Film anschauen oder wieder nur was essen.
Also, nicht „nur“, es war wunderbar.
Daher...
Wie dem auch sei, du hast meine Nummer. Hoffe, wir hören voneinander.
Hi, Schatz.
-Die kannst du auch in der Schule tragen. -Nein.
Versuch zu beschreiben, was akzeptabel wäre.
Das weiß ich, wenn ich sie sehe.
Ich hätte zum neuen Halbjahr mehr Auswahl erwartet.
Sind noch welche übrig, die du nicht abgelehnt hast?
-Die würde ich tragen. -Welche?
Keine Sneaker auf einer Hochzeit.
-Unterm Anzug sehen sie anders aus. -Da mache ich nicht mit.
Wieder eine Verschwendung meiner Zeit und Ener...
-Was? -Nichts.
Was machst du?
Hier sitzen, um dich nicht angucken zu müssen.
Da vergeht mir der Appetit.
Charmant.
Oh, hallo, Ky.
Ist Daniel da?
Lass mich nachsehen. Warte doch bitte kurz hier.
Daniel, Ky ist hier und möchte dich sehen.
Ich bin nicht da.
Was soll ich ihm sagen?
Dass ich nicht da bin.
Willst du wirklich nicht mit ihm reden?
Wie oft denn noch?
Entschuldige, Ky, er muss unterwegs sein.
-Wo könnte er sein? -Ich glaube, er ist mit dem Hund raus.
Okay.
Danke trotzdem, Mrs B.
-Soll ich ihm was ausrichten? -Nee...
Sagen Sie ihm nur, dass der Ky-Man hier war
und dass er „Ciao“ gesagt hat.
Mach ich.
Mach's gut, Ky.
Es soll morgen schön werden.
Ich dachte, wir könnten einen Ausflug machen.
Wohin?
Ans Meer?
-Da du nicht nach Florida konntest. -Ich hasse Strände.
Es ist ja kein richtiger Strand. Nicht wie die im Ausland.
-Am Meer könnte es schön sein. -Ich gehe nicht ins Meer.
-Nein, du brauchst... -Oder auf den Sand. Ich hasse Sand.
Es ist ein Kiesstrand, glaube ich. Du weißt schon, Steine.
Was sagst du dazu?
-Auf Steinen rumsitzen klingt super. -Ach, komm schon, Daniel.
Wir können Fish and Chips essen, ins Teehaus gehen und Riesenrad fahren.
Vielleicht gibt es gute Schuhgeschäfte.
-Ich gehe nicht in Schuhläden. -Okay, keine Schuhgeschäfte.
Ist das ein Ja?
Zum Strand... ich meine zum Meer?
Ja, von mir aus. Wie du willst.
-Ich dachte, wir unterhalten uns etwas. -Worüber denn?
„Ich sehe was, was du nicht siehst“ spielen?
Weißt du noch, wie wir im Auto gesungen haben?
Halt an.
Warum?
-Ich fahre per Anhalter nach Hause. -Sei kein Spielverderber.
Ky ist gerade außen vor, aber willst du nicht einen anderen Freund einladen?
Aus der Schule?
Nein.
Was ist mit dem von den Pfadfindern, Matthew?
Ist nach Australien gezogen.
Schade, ihr habt euch gut verstanden.
Ja, bei den Pfadfindern, als wir 12 waren.
Kann ich jetzt Musik hören?
Schätze schon.
Willst du die den ganzen Tag tragen?
Was?
Schon gut.
Die Geschichte dieser Gegend ist faszinierend.
Kennst du die neolithischen Feuersteinminen hier?
Nein.
Aus dem 5. Jahrtausend vor Christus, das ist ziemlich heftig.
„Heftig“.
Im eigentlichen Wortsinn.
Nicht dem der inhaltsleeren Hülse, die ihr benutzt.
Ich habe neulich gelesen,
dass die Erde bis vor 2,5 Milliarden Jahren fast komplett von Meerwasser bedeckt war.
Heftig.
2,5 Milliarden Jahre...
Da fühlt man sich unbedeutend, oder?
Da frage ich mich, warum wir uns abmühen.
-Womit abmühen? -Keine Ahnung. Mit allem.
Sei nicht so nihilistisch.
Bist du doch auch. Wäre dir irgendwas wichtig, würdest du es anpacken.
Tust du aber nicht, weil es sinnlos ist.
Was meinst du denn zum Beispiel?
Du sagst immer, du solltest den Grünen beitreten, mehr Nachrichten lesen,
Sport machen und neue Sachen kochen.
Du führst also Liste über meine Fehlschläge.
Du hast ja gefragt.
Dann vertrag dich doch mit Ky, wenn wir ohnehin nichtige Krümel sind.
Ist das Leben nicht zu kurz für Groll?
Es ist zu kurz, um mit Arschgeigen abzuhängen.
Es ist mir ein Rätsel, wie er dich so verärgert haben soll.
-Ging es um ein Mädchen? -Nein.
-Einen Jungen? -Nein! Meine Fresse...
Ich will es nur verstehen.
Würdest du nicht, also lass es.
Du hast gefragt, warum wir uns abmühen...
Leg nicht jedes kleine Wort auf die Goldwaage.
Es ist aber keine Kleinigkeit, wenn du in nichts einen Sinn siehst.
Und doch sind wir noch hier.
So schlimm können wir es nicht verbockt haben.
Wir beide?
Ich meinte die gesamte Menschheit, aber...
Was?
-Du willst Kuchen, oder? -Wenn du mir welchen anbietest...
-Na gut. Aber keine Glasur. -Ja, ich weiß.
Lassen wir Steine flitschen?
Nein danke.
Der Trick ist, aus dem Handgelenk zu werfen.
Nein...
Ist es so besser?
Nein.
Okay, das könnte...
Willst du's nicht versuchen, Daniel?
Daniel!
Daniel!
Ich hab mit dir geredet. Lach nicht, ich bin echt sauer.
Das waren fünf Sekunden.
Lässt mich mit mir selbst reden. Sehr erwachsen, vielen Dank.
Fahren wir jetzt nach Hause?
Wir waren noch nicht im Fudge-Laden.
Und was gibt's da?
Was glaubst du, was es im Fudge-Laden gibt?
Er soll interessant sein, die führen was vor.
Klingt spannend.
Warum bist du mitgekommen, wenn du nur herumstarrst?
-Du hast mich gezwungen. -Gezwungen?
Ich wollte mit dir Spaß haben, aber stimmt, das war dumm.
Denn klar, du bist nur gemein und undankbar.
Du bist halt der langweiligste Mensch der Welt.
Wir haben uns früher immer gut amüsiert.
Ja, bevor du ultranervig wurdest.
Ich gehe zum Fudge-Laden. Komm mit oder lass es.
Es ist mir wirklich sch... so was von egal.
Alles klar, wer hat Lust, Fudge herzustellen?
Als Erstes brauche ich einen Freiwilligen.
Wie wäre es mit diesem Wonneproppen da?
Kein Interesse? Zu cool für Fudge?
Und Sie, werter Herr?
Hat Angst vor dem Fudge-Vorführer...
Und der mysteriöse Gentleman im Hintergrund?
„Komm raus, komm raus, wo du auch bist.“
Ich sehe dich! So ganz in schwarz. Los, komm rüber.
Tritt aus dem Schatten und hilf mir.
Etwas schneller vielleicht?
Lassen wir die Show beginnen. Hallo! Wie heißt du?
-Daniel. -Schön laut.
-Daniel. -Daniel! Dan, unser Mann.
Der Mann, der's kann. Zieh dir das über den Schädel.
Bedecke deine fettigen Locken. So will es das Gesundheitsamt.
Es steht dir. In meinen Augen eine Verbesserung!
Und, Dan, wie ist dein Tag am Meer bisher gelaufen?
Gut.
Hui... Sehr gesprächig, was?
-Bist du am Strand spazieren gegangen? -Ja.
Ja, abgehakt.
-Hast du Fish and Chips gegessen? -Ja.
Abgehakt.
Und hier steht er nun wie der letzte Depp
mit einer hässlichen blauen Mütze und macht Fudge.
Damit hast du beim Aufwachen nicht gerechnet, was?
-Ja. Ich meine, nein. -Natürlich nicht.
Also, schnapp dir den Löffel, wir rühren los.
Das Zeug rührt sich nicht von selbst. Mit wem bist du hier?
Deiner Freundin?
-Nein. -Nein?
Rühr weiter. Mum und Dad?
-Nur mit meiner Mum. -Nur mit Mum.
-Und wo ist die Mutter von unserem Dan? -Hier.
Hallo.
Und, was halten Sie von dieser Nummer?
Das ist seine Entscheidung.
Was ist mit Dad? Er sieht das vermutlich weniger locker.
Ich hatte auch mal so langes Haar, hielt mich für den Größten.
Doch dann sagte mein Dad zu mir: „Du siehst damit aus wie ein Vollidiot.“
„Ab damit.“ Und das tat ich.
Abgeschnitten, Neuanfang. Manchmal ist weniger mehr. Seht!
Er lächelt, er kapiert es.
Na dann... Du hast mit dem Rühren ganz aufgehört.
Sollen wir es lassen? Leg den Löffel da hin.
Sehr schön. Und darf ich um Applaus bitten?
Super. Ab mit dir, danke. Oh, warte.
Geh weiter. Ganz prima.
Grauenhaft.
Wirklich gruselig. Das Ding kommt in die Tonne.
Das hat Spaß gemacht, oder?
Der Kerl war aber echt anstrengend.
Danke fürs Melden. Ich dachte schon, er wählt mich.
Ich hab mich nicht gemeldet.
-Was machst du da? -Ich will hinten sitzen.
Und ich soll für dich den Chauffeur machen?
Will mich nur hinlegen.
Du passt nicht auf die Rückbank, nur total gequetscht.
Willst du sicher nicht vorne sitzen?
Ganz sicher.
Das verstehe ich wirklich nicht.
Die Ferien können nicht früh genug zu Ende sein.
Wem sagst du das!
Katie war in den zwei Wochen jede Nacht weg, manchmal bis 2 oder 3 Uhr.
Und ich weiß nicht, wo sie sich rumtreibt und mit wem.
Daniel geht seit Tagen kaum noch raus.
Er hatte einen mysteriösen Streit mit Ky und redet seitdem kaum noch mit mir.
-Tauschen wir? -Ja, bitte.
Was ist mit deinem Freund, dem Lehrer?
Sollte ich von weiteren Taxi-Eskapaden wissen?
Nein. Ich habe seitdem nicht mehr von ihm gehört.
Ist wahrscheinlich besser, wegen Daniel und so.
-Vielleicht macht er Urlaub. -Oder hat kein Interesse.
Tja... sein Pech.
Möchtest du Frühstück? Ein Speck-Sandwich?
Du hast Post, von deinem Dad, glaube ich.
„Willkommen auf der Welt, Miley Jo Bagnold.“
So ein süßes Baby.
Was hältst du vom Namen?
-Schrecklich. -So schlimm ist er nicht.
Doch. Schmeiß sie weg.
Später willst du die Karte vielleicht.
Jetzt zwar nicht, aber wenn du sie erst triffst...
Werde ich nicht.
Bernie sieht gut aus, und das so kurz nach der Geburt.
Bob sieht aus wie Bob, nur gebräunt und... mit falschen Zähnen?
Oder hat er sie bleichen lassen?
Ich sagte, wirf sie weg!
Du brauchst nicht laut zu werden.
-Bist du ganz sicher, dass du... -Meine Post, meine Entscheidung.
Ich will, dass du sie wegwirfst.
Also dann, wo waren wir? Speck.
Soll ich ein Ei dazutun?
Eins? Zwei?
Ich mache dir zwei.
Daniel, ist alles okay?
Mir geht's gut.
Schlaf nicht in der Wanne ein.
15-JÄHRIGER VERBRINGT STUNDEN IM BAD
TEENAGER, GESCHIEDENE ELTERN, TRAURIG
Vielleicht liegt's am Alter, und vielleicht überreagiere ich,
aber er scheint sich völlig zurückgezogen zu haben.
Er spricht nicht darüber, was mit Ky war,
und womöglich fühlt er sich angesichts der Geburt des Babys...
Ich weiß auch nicht.
Er war nie der Gesprächigste, aber...
Stille Wasser sind tief.
Ich glaube, dass er großen Schmerz mit sich herumträgt.
Und möglicherweise...
ist er da nicht der Einzige.
Was?
Du meinst mich? Um mich geht es hier nicht. Mir geht es gut.
Ihm geht gerade viel durch den Kopf, er lotet Dinge aus.
Diese Musik, die er mag, ist so...
...ehrlich?
Glaub mir,
ich weiß, wie schwer es ist, allein einen Teenager aufzuziehen.
Ky ist ein toller, wunderbarer Junge,
talentiert, künstlerisch begabt und einfühlsam, aber...
an manchen Tagen ist es wirklich ganz schlimm,
da sind deine Chakren einfach...
Ja! Ja, ganz genau.
Wo wir gerade von Chakren reden...
Du weißt, was ich sagen will.
Ja...
Weiß ich das?
Komm zu einer Reiki-Sitzung, 25 Prozent Rabatt.
Du wirst dich wundern, wie bereichernd es sein kann.
Das ist nicht so mein Ding, aber...
Warum nicht? Man lebt nur einmal.
Na ja...
Mum?
Riley ist heute nicht aufgestanden.
Er hat nichts getrunken oder gegessen.
Haben die Tierärzte schon zu?
Er scheint keine Schmerzen zu haben.
Lass uns die Nacht abwarten, und morgen können wir mit ihm...
Glaubst du, er wird sterben?
Nein.
Ich weiß es nicht.
Vielleicht.
Er lässt schon seit einer Weile nach, nicht?
Ist mir nicht aufgefallen.
Hast du was gegessen?
Ich mache Sandwiches.
-Weißt du noch, wie Dad ihn mitbrachte? -Ja, ich war fuchsteufelswild.
Aber wir haben uns arrangiert.
Ihr zwei habt immer zusammen gespielt.
Ja, WWE.
-Was? -Du weißt schon, Wrestling.
Ach ja. Weiß nicht, ob ihm das gefallen hat.
Hat es wohl. Ist doch so, nicht wahr, Riles?
Vielleicht sollten wir ihn allein lassen und ein bisschen schlafen.
Mach du nur, ich will nicht.
Au weia...
Wie konnte ich das Ding an der Uni nur ständig tragen?
Sieht genau wie deine anderen Pullover aus.
Machst du Witze? Diese üble Farbe würde ich nicht mehr tragen.
Ich dachte, früher zogen sich die Leute cool an.
Ich eindeutig nicht.
Warst du früher oft high und so?
-Nein. -Waren in den 70ern doch alle.
Ich war noch ein Kind, als die 70er endeten.
-Dann halt in den 80ern. -Viele haben was genommen.
Aber das war nichts für mich.
Warst du vor Dad mit Jungs zusammen?
Eigentlich nicht.
Mit niemandem?
Ich war eine Weile mit einem von der Jungenschule zusammen,
aber er stellte sich als gestört heraus.
-Musste er ja sein, wenn er mit dir ging. -Es war echt traurig.
Er ist gestorben.
Was ist passiert?
Er hat sich umgebracht.
Ich weiß nichts Genaueres, es gab wohl Probleme in seiner Familie.
Er war kein besonders fröhlicher Mensch.
Scheiße...
Mum.
Er ist tot, Schatz.
Du solltest deinem Vater Bescheid sagen.
Dürfte ihm nicht viel ausmachen.
Tja, das ist für ihn alles längst abgehakt.
Er hat jetzt Fische.
Ach so?
Ja, tropische Fische. Einer gehört zu einer gefährdeten Art.
Schön, dass er sich für die Umwelt einsetzt.
-Er lässt das Aquarium reinigen. -Klingt nach ihm.
-Es ist riesig. -Klingt nach ihm!
Mum, wir haben keine Milch mehr.
Und?
Soll ich... welche kaufen gehen?
Ja, bitte!
Haben schon viele vorgesungen?
Nee...
Wir lassen uns Zeit und warten auf den Richtigen.
Okay.
Kennst du „Gates of Hell“ von Death Certificate?
Ja.
Okay. Bereit, wenn du es bist.
Ich soll es einfach singen?
Ja. Ich zähle dich ein.
Okay, cool.
Okay.
Bin bereit.
Okay, Jungs.
Eins, zwei. Eins, zwei, drei, vier.
Wir haben die Sache besprochen
und uns entschieden.
Du bist in der Band.
-Cool. -Willkommen, Bruder.
Fehlt nur noch ein Bandname. Ideen?
Weiß nicht, so was wie...
Keine Ahnung, wie wäre es mit...
Skull Slayer?
Was?
Skull Slayer. Weiß auch nicht...
Skull Slayer...
Kein Plan...
Wir stimmen als Band ab.
-Soll ich hier warten, oder... -Nein, du bist jetzt in der Band.
Alle, die für „Skull Slayer“ sind, heben die Hand.
-Oh, ja. Ich war unsicher, ob ich... -Ja.
Einstimmig. Wir nennen uns Skull Slayer.
Zurück an die Arbeit, Jungs.
EIN STÄRKERES, GLÜCKLICHERES ICH
Wie kommst du ohne deinen Ronny zurecht? Du musst ihn schrecklich vermissen.
Ach, Riley. Ja, es ist seltsam. Ich vergesse es immer wieder.
Tja, das Haus ist immer noch von seinem Geist erfüllt.
-Und dann wird mir sein Fehlen wieder klar. -Ach, Sue...
Wollen wir anfangen? Leg dich einfach hier aufs Bett.
Super.
Ich scanne jetzt deinen Körper, um Bereiche zu identifizieren,
die besondere Aufmerksamkeit benötigen.
Okay, Sue?
Habe ich recht?
Tut mir leid. Ich weiß nicht, was gerade in mich gefahren ist.
Ist schon gut.
Lass es raus.
Das ist mir so was von peinlich.
Ich habe dieses Wochenende Geburtstag.
Aus irgendeinem Grund fühle ich mich da immer so...
Tut mir leid.
Nein, mir tut es leid.
Ich konnte spüren, dass du äußerst... starke Energien kanalisierst.
Ich hätte dich warnen sollen.
Aber genau genommen...
Weißt du, was? Ich fühle mich toll.
Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal so losgelassen habe.
Gern geschehen.
Bestell dir, was du willst.
Ich probiere die Bällchen.
Was?
Die Risotto-Bällchen.
-Nimmst du eine Vorspeise? -Ja, das Knoblauchbrot.
Und als Hauptgericht?
-Pizza. -Brot und danach Brot?
-Ja, hast du was dagegen? -Nichts. Gar nichts.
-Haben Sie gewählt? -Ja, ich nehme die Arankini.
-Arancini. -Ach, „Arancini“?
Ah, verstehe. Wie bei Puccini?
Ja. Und als Hauptgericht?
Die Bandnudeln mit Wildpilzen und Estragon
in köstlicher cremiger weißer Soße.
Die Tagliatelle. Und für Sie?
Knoblauchbrot und die „Vulkan Vesuv“.
-Die ist sehr scharf. -Damit komme ich klar.
Zu trinken?
Ein Glas vom Riesling bitte, und Daniel, möchtest du ein Bier?
Ja, klar...
Ich nehme... das Lager.
Lager?
Okay.
-Wunderbar, danke. -Vielen Dank.
-Du bist ja gut drauf. -Gar nicht wahr.
Das Bier gibt es nur, weil es ein besonderer Anlass ist.
-Du hast es angeboten. -Ich habe die eine Nacht nicht vergessen.
Du weißt, welche.
Das ist Wochen her, damit kannst du jetzt nicht kommen.
Ich meine ja nur.
Ach, egal.
Das ist angenehm.
Ja.
Ist mal was anderes als... Na ja, du isst schon wieder Pizza,
also ist es mal was anderes als Tiefkühlpizza.
Genießt du deinen Geburtstag?
Ja, er ist wunderbar, danke.
-Gab's Kuchen auf der Arbeit? -Es wusste keiner.
-Wieso hast du nichts gesagt? -In meinem Alter macht man das nicht mehr.
Warum nicht?
Das verstehst du, wenn du älter bist. Allerdings läuft es bei Männern anders.
-Ist ja gar nicht sexistisch. -So ist es nun mal.
Astrid sagt, Ky geht jetzt ins Fitnessstudio.
-Ja, er will muskulöser werden. -Na so was.
Würdest du auch gern?
Alles in Ordnung?
Ja, alles bestens.
-Du sitzt ganz krumm. -So sitze ich halt.
Wie sind deine Nudeln?
Lecker. Möchtest du probieren?
-Daniel! -Tut mir leid.
-Der Wein ist ins Essen gelaufen. -Es tut mir ja leid.
Ist wahrscheinlich besser, so habe ich noch Platz für Nachtisch.
-Können wir gehen? -Warum?
-Ich bin satt. -Zu satt für Eiscreme?
Du musstest ja deine Pizza in zwei Minuten verschlingen.
Ich hätte aber an meinem Geburtstag gern Nachtisch, wenn...
Alles okay, Mum?
Ja, was sollte sein?
Sollen wir gehen?
Nein, ich hätte gerne ein Eis.
Gut, dann nehme ich auch eins.
Und noch ein Glas Wein.
Das Benoten dauert viel länger als der eigentliche Unterricht im Klassenraum.
Es ist...
Oh, hallo, Mr Porter. Dies scheint ja Ihr Lieblingslokal zu sein.
Hallo...
-Sue. -Sue, natürlich.
Was für ein komischer Zufall.
-Das ist Nancy. -Ja, die Mutter von Aaron Baker.
Ich bin die Mutter von Daniel Bagnold.
Dann lasse ich Sie mal allein.
Einen schönen Abend.
-War das Aaron Bakers Mutter? -Ganz recht.
-Ekelhaft. -Sie könnte einen Besseren kriegen.
Wer braucht den alten Rochen? Ich habe einen hübschen jungen Mann am Arm.
Komm, gehen wir heim und schauen, was im Fernsehen läuft.
DER WEG ZUR PLATIN-PLATTE
LOKALE SZENE - LANDESWEITE FESTIVALS - WELTHERRSCHAFT
Daniel, iss jetzt deinen Toast, sonst kommen wir zu spät zur Hochzeit.
Ich komme ja!
Ich trage einen Hut.
Das sehe ich.
Du siehst elegant aus.
Nein, ehrlich, du siehst schick aus.
Mein kleiner Junge ist jetzt ein Mann.
Wo ist denn der Toast?
-Schwarz steht dir, Mum. -Es soll schlanker machen.
Sieht es wirklich gut aus?
Du hast dir die Haare gewaschen.
Sieht es nicht komisch und aufgebauscht aus?
Nein, Schatz.
Isst du das Stück Hühnchen noch?
Nein, ich esse kein Fleisch.
Den Schinkenmantel hast du gegessen.
Ja, ich esse Schinken.
-Kann ich's haben? -Ja, klar.
Deine Mum sagt, du bist jetzt in einer Band.
-Ja. -Echt? Was spielst du?
-Ich bin der Frontmann. -Woher kennt man euch?
Wir suchen noch ein Label, aber unser Manager organisiert ein paar Konzerte.
-Kennst du „The Shed“? -Ja, da war ich schon oft.
-Hoffentlich dort. -Cool, ich halte Ausschau.
-Wie war der Name? -Daniel.
Seltsamer Name für eine Band.
Skull Slayer.
Cool.
Willst du das Hühnchen nicht mehr?
Bedien dich.
-Vielleicht beim nächsten. -Sagst du schon seit sechs Liedern!
Tja, hoffentlich ist das nächste gut.
Hab dir Kuchen mitgebracht.
Ich sollte zwar nicht, aber...
Ist ein Stück mit ganz viel Glasur.
Möchtest du was abhaben?
Ja, gern.
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