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Personen und ihre Farben:
Sara Bender, Angestellte Peter Koch, ihr Freund
Silvia, Saras ältere Tochter Seelig, Saras Vorgesetzter
(Mann) Was ist?
Wohnt hier Marek? Ich ... Ich möchte gratulieren.
Guten Morgen. Guten Morgen.
Kommen Sie.
Wollen Sie etwas trinken? Nein, danke.
Das ist er.
He! Aufwachen!
Viel Glück.
Hallo?
Ich habe Ihnen etwas mitgebracht.
Ich wollte gratulieren.
Wir haben hier drinnen viel Ungeziefer. Gehen wir spazieren!
Guten Morgen!
Ihr Schlafmützen!
Heraus aus dem Bett! Ich glaube das nicht ...
Aufstehen, meine Schätze! Die Matratze brennt!
Noch fünf Minuten. Du bist gemein.
Ja, sehr gemein. Los! Aufstehen, ihr Mäuse!
Schöner wird es nicht.
Mama!
Kann ich deinen Lippenstift benutzen?
Ich auch.
Ich habe die schönsten Töchter der Welt.
Jede Mutter sagt das. Bei euch stimmt es.
Wir erfüllten unser Plansoll für das 1. Quartal mit 113 Prozent.
Vier Prozent mehr als in unserer Selbstverpflichtung!
Aber im März haben wir eine Lücke. 50 Stück vom K 1520 gingen hier raus.
Der VEB Außenhandel bekam aber nur 46 Stück. Was sagst du dazu, Britta?
Wir übernahmen die Zahlen von der Produktion.
Vier Rechner fehlen. Ich will keinen beschuldigen, aber ...
Hör auf, Horst! Diese Rechner gibt es nicht.
Sara! Nicht wieder unsachliche Zwischenrufe!
50 ist eine schöne Zahl. Passt genau ins Plansoll.
Das kommt nicht ins Protokoll!
Frau Bender wird von den Besprechungen ausgeschlossen.
Dann kann ich länger schlafen.
Genossin Sandfuß, bei dir gibt es eine Überprüfung.
Britta tut mir leid.
Seelig schikaniert sie, seit ihr Freund in den Westen ging.
Ich glaube, sie trinkt heimlich.
Sie war wohl sehr verliebt in den Kerl. Meldete er sich von drüben?
Frag Britta selbst. Hast du den Datenträger? Ja.
Telefon
Bender.
(lacht) Ja, ich komme.
Genosse Koch? Ja.
Dann viel Spaß.
Es waren nur 46 Stück! Ich machte die Endkontrolle.Seelig kennt die Zahlen.
Er hat ein dickes Parteibuch. Du sagtest kein Wort!
Ich war mit meinen Gedanken woanders. Ich weiß.
Hast du überlegt, wie du aus der Sache wieder rauskommst?
Sag so etwas nicht.
Mit unserer Hochzeit verstehst du keinen Spaß.
Herr Koch, die Meldungen müssen raus. Ich muss sowieso gehen.
Danke, Frau Kunze.
Tschüs!
Tschüs.
Klaviermusik
Die Nächste bitte.
Danke.
Hallo, meine Schätze! Ihr seid schon da!
Wie war es in der Schule?
Oh! Erdkundearbeit zurück?
Was ist, kleines Veilchen?
Heute war das Vortanzen für die Leistungsgruppe.
Sie haben mich abgelehnt.
Ich bin nicht gut. Das ist nicht wahr.
Katja wurde aufgenommen. Sie kann viel weniger als ich.
Katja Grambow? Ich kann dir das erklären.
Ich in der Leistungsgruppe: Das sollte meine Überraschung sein.
Zur Hochzeit! Danke, Schatz.
Wir kommen zu spät!
Wie lange dauert das noch? Sara!
Was treibt ihr drei dort nur?
Wir müssen noch die Blumen abholen!
Mädchen singen den Hochzeitsmarsch.
Entschuldigt bitte.
Guten Morgen! Guten Morgen!
Hallo, Mutti! Na, mein Junge?
Guten Morgen.
Wie geht es dir? Gut. Nervös?
Ich habe weiche Knie. Ich freue mich für dich.
Wenn ich nun ohnmächtig werde? Ich fange dich auf.
Warum kommt ihr so spät? Wir wollten die Spannung steigern.
Du bist verspannt. Saras Rock ist zu kurz.
Dann hast du etwas zum Aufregen.
Wo ist mein Vater? Ich sah ihn noch nicht.
Er wollte nachts losfahren.
Die Familien Bender und Koch bitte ins Trauzimmer!
Mein Vater ist nicht da. Dann müssen wir ohne ihn heiraten.
Er steht bestimmt im Grenzstau. Wir warten.
Das kann noch Stunden dauern! Er hätte sicher nichts dagegen.
Dieser Tag ist ihm sehr wichtig. Ich heirate nur, wenn er da ist.
Guten Morgen! Bitte kommen Sie. Ich muss meine Termine einhalten.
Können Sie dieses Paar vorziehen? Das ist nicht üblich.
Vielleicht als Ausnahme? Ich habe keine Entscheidungsgewalt.
Entscheidungsgewalt? Wir wollen nicht in den Krieg ziehen!
Frau Bender!
Sie brauchen ein neues Aufgebot, wenn Sie den Termin versäumen.
Ein Bote brachte das. Ich musste dafür unterschreiben.
Du kannst nicht einfach da reingehen! Ich kann.
Halt. Halt! Bleiben Sie stehen! Warten Sie,bis Sie aufgerufen werden!
Ein Notfall! Mein Vater ist verunglückt.
Er liegt in Helmstedt im Krankenhaus.
Ich brauche eine Besuchserlaubnis für die BRD. Ein Notfall, bitte!
Sie tun sich damit keinen Gefallen. Um mich geht es nicht.
Sie haben einen Sperrvermerk. Was heißt das?
Sie sind bei uns bekannt. Sie lesen kapitalistische Zeitschriften.
Sie hören westliche Musik. Das ist lächerlich.
Ich habe Berichte über staatsfeindliche Äußerungen.
Ich sage im Kombinat nur die Wahrheit.
Sie wurden ausgeschlossen von den Brigadeversammlungen.
Sie beleidigen Staat und Partei. Ich habe eine eigene Meinung.
Keine Sorge, ich komme wieder. Ich habe zwei Kinder.
Ich sehe einer Mutter nicht an, ob sie ihre Kinder liebt.
Bitte lassen Sie mich zu meinem Vater.
Er liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Bitte!
Hier steht nicht "schwer verletzt". Sonst schickt man kein Telegramm.
Der Telegrammm-Trick ist alt. Denken Sie etwa ...
Hier waren schon sehr begabte "Schauspieler"!
Ich glaube nicht, dass die Bindung zu Ihrem Vater so stark ist.
Sie sind bei Ihrer Mutter aufgewachsen.
Eine tüchtige Genossin.
Ihr Vater ging ohne Familie in den Westen. Sie waren neun Jahre alt.
Waren Sie nicht enttäuscht? Er war ein Republikflüchtling.
Mein Vater ging aus beruflichen Gründen.
Meine Mutter wollte ihre Heimat nicht verlassen.
Er bereute immer, dass er mich nicht mitnahm.
Bereuen Sie das auch? Ja!
Stellen Sie einen Antrag.Schriftlich. Die Bearbeitung kann Wochen dauern!
Dieser Oberleutnant wusste alles, die kleinste kapitalistische Entgleisung!
Klar, wer im Betrieb der Spitzel ist.
Darum kam Silvia nicht in die Leistungsgruppe!
Haben Sie hier noch zu tun? Nein.
Doch! Ich nehme die Ablehnung nicht hin.
Verlassen Sie das Haus. Ich gehe zum Ministerium!
Wir müssen Sie sonst festnehmen.
Ich kann jetzt nicht heimgehen!
Du fällst auf, darum bekommst du keine Ausreise.
Vielleicht geht es deinem Vater besser. Wir versuchen anzurufen.
Sara?
Sara?
Dramatische Musik
Wo warst du?
Vor einer halben Stunde kam ein Anruf für dich.
Aus Helmstedt.
Ich muss in der Schule anrufen, dass die Mädchen nicht kommen.
Im Betrieb Bescheid sagen, dass ich heute nicht arbeite.
Ich mache das für dich.
Warte, Sara. Geht es?
Es tut mir leid.
Es tut mir sehr leid.
Ist Opa tot?
Er kam aus dem Büro und seufzte ... Guten Morgen.
Herzliches Beileid. Ich dachte oft an dich.
Danke, Britta.
Mir tut es auch sehr leid.
Wie alt war dein Vater?
Er war Ingenieur bei Siemens. Richtig?
Es ist schwer, den Vater zu verlieren.
Ersticke nicht an deiner Falschheit. Wie bitte?
Du schriebst Berichte über mich! Was redest du?
Darum konnte ich meinen Vater nicht mehr sehen!
Du bist selbst schuld. Quertreiber dürfen eben nicht reisen.
Musst du nicht aus Ekel vor dir selbst ständig kotzen?
Hattet ihr meine Sonnenbrille?
Nach dem Film Fernseher ausmachen. Benehmt euch!
Gib mir bitte die Brause.
Telefon klingelt.
Bender.
(Männerstimme) Gespräch aus Hannover. Ich verbinde.
Papa? Frau Bender? Hier ist Marlene Engel.
Ich besuche bald eine Cousine in Dresden.
Ich möchte Sie gern kennenlernen. Kein Interesse.
Ihr Vater ... ... ist tot. Auf Wiederhören.
Er hätte sich sehr gefreut.
Wollen wir lieber hierbleiben? Nein. Ich bin so weit.
Tschüs, ihr Schätze! Ja, tschüs.
Ich war als Kind mit meinen Eltern an der Ostsee.
Mein Vater sagte, dass es hinter dem Horizont immer weitergeht.
Das war sehr aufregend.
Auf dem Heimweg stritten sich meine Eltern.
Drei Wochen später war mein Vater weg.
Na, was ist? Es ist noch viel zu kalt.
Sei nicht wasserscheu. Komm!
Gewitter. Es donnert kräftig und lange.
Ich glaube, das geht schnell vorbei.
Ich will einen Ausreiseantrag stellen.
Ach so.
Ich wünsche mir, dass du das auch tust.
Wir wollten heiraten. Ja. Aber nicht mehr hier.
Wissen die Kinder davon? Ich sage es ihnen erst, wenn es geklappt hat.
Ich bin 42 Jahre alt, hier geboren und aufgewachsen.
Mit 24 wollte ich unbedingt weg. Damals starb mein Vater.
Hier ist nicht alles toll.
Aber wir können nicht alle weglaufen!
Wir sind ein Land im Aufbau ...
Ich mag meine Arbeit. Drüben muss ich wieder von vorn anfangen.
Meine Mutter ist nicht mehr jung.
Ich möchte sie nicht allein lassen. Sie ist gern allein.
Ich will nicht gehen ohne dich. Die Mädchen auch nicht.
Gut. Fangen wir ein neues Leben an.
Was?
Ich dachte nicht, dass es so einfach ist.
Ich tue alles für dich.
Guten Morgen, Horst! Ich muss Ihnen etwas mitteilen.
Nichts Nettes, wenn du "Sie" sagst.
Sie arbeiten ab sofort in der Abteilung Verpackung.
Ich glaube, ich bin dafür überqualifiziert.
Räumen Sie bitte Ihren Platz.
Wie viel verdiene ich dann?
610 Mark. Üblich für Hilfsarbeiten. Die Hälfte meines jetzigen Gehalts!
Ziehen Sie den Ausreiseantrag zurück.
Dann können Sie wieder als Technische Leiterin arbeiten.
Wie kleinlich ihr seid ...
Auf Wiedersehen. Tschüs.
Genosse Hailer!
Ihr Platz.
Ja.
Kinder singen mit klaren Stimmen das "Lied vom kleinen Trompeter".
Silvia und Sabine Bender! Gesang verstummt.
Kommt ihr bitte?
Ich muss euch sagen, dass ihr nicht ins Pionierlager dürft.
Warum nicht? Wir haben nichts gemacht!
Tut mir leid.
Dann geht ihr gar nicht mehr hin. Aber Mama!
Ich will studieren und Ärztin werden. Ich muss hingehen!
Du wirst Ärztin. Ich verspreche es.
Und jetzt weiter Zähne putzen!
Ich sehe etwas Schwarzes, hinten in der Ecke. Bei dir auch!
Guten Tag! Guten Tag. Moment, Frau Bender!
Ich habe etwas für Sie.
Volkspolizei, Pass- und Meldewesen.
Und? Können Sie Ihre Koffer packen?
Guten Morgen, Herr Koch. Guten Morgen.
Dann bekomme ich den Brief auch bald. Ich stelle immer wieder Anträge.
Bis sie uns rauslassen.
(beide) Guten Morgen! Guten Morgen.
Sie lassen uns nicht gehen. Sara, komm endlich zur Vernunft!
Du hast mit der Absage gerechnet! Sara ...
Du willst nicht ausreisen! Nicht so laut.
Ich kann mich mit bestimmten Dingen abfinden.
Ja. Ich finde mich nicht mehr ab.
Türklingel
Hallo! - Guten Tag.
Bist du Sabine? - Ja.
Mama! Hier ist eine Frau aus dem Westen!
Ja?
Hallo, Frau Bender. Ich bin Marlene Engel. Guten Tag.
Ich versuchte Sie anzurufen ... - Unser Anschluss ist gesperrt.
Ich habe es gemerkt. Darum komme ich selbst.
Ich bin offiziell bei einer Cousine in Dresden.
Guten Tag, Frau Klapprath!
Kommen Sie.
Hast du uns etwas mitgebracht? - Ja, habe ich.
(beide zugleich) Was wollen Sie? Ich weiß, Sie ...
Sie sind so anders als meine Mutter.
Ich verstehe, wenn Sie mich nicht mögen.
Ich kenne Sie nicht.
Aber der Gedanke, dass mein Vater im Westen ein neues Leben hatte ...
Sie waren der wichtigste Teil dieses Lebens.
Milch? Nein, danke.
Ich habe Ihnen etwas mitgebracht.
Danke. Meine Tochter mag diese Kekse sehr. Ich weiß.
Aber das ist mehr etwas für Sie.
Sie sollten das bekommen, wenn Ihrem Vater etwas passiert.
Er bekam den Anhänger geschenkt. Als junger Mann.
Er war im Krieg in Irkutsk. Er erzählte mir davon,als ich klein war.
Wie ist er gestorben? Waren Sie bei ihm?
Hat er nach mir gefragt? Er kam nicht mehr zu Bewusstsein.
Sara weint.
Sara, wenn Sie und die Mädchen Hilfe brauchen: Sie können auf mich zählen.
Danke, Frau Engel. Es tut mir leid, wenn ich ... Vergessen.
Ich bin Marlene.
Das ist ein schöner Vogel. Schlafe weiter, mein Schatz.
Was ist hier Großartiges? Unser Haus.
Ich verstehe nicht ... Wir wollten ein neues gemeinsames Zuhause suchen.
Aber kein Haus!
Es ist wunderbar. Es ist verfallen. Woher hast du das?
Sieh nur! Ganz alte Obstbäume! Ich befürchte es.
Komm. Sieh nur, wie viel Platz!
Silvia kann hier ganze Ballettvorstellungen geben!
Die Tapete ist feucht. Sie braucht nur frische Luft.
Schau dir den Fußboden an. Wir legen neuen.
Vielleicht finden wir einen Schatz unter den Dielen.
Hier brauchen wir einen.
Wir bekommen das Haus ganz billig. Sonst wäre es eine Frechheit.
Ich habe etwas gespart. Ostgeld reicht nicht.
Du hast Devisen. Wie bitte?
Ich hatte Hunger auf Kekse. Ich will dieses alte Haus nicht.
Wir können etwas daraus machen. Mit viel Arbeit.
Ich gebe das Geld nicht dafür aus. Was planst du damit?
Du sagtest selbst, sie lassen uns nicht gehen.
Jetzt bist du völlig verrückt. Ein solches Risiko!
Für ein Leben in Freiheit.
Hinter dem Horizont geht es immer weiter ... Sara!
Du glaubst an einen Wunschtraum. Drüben ist es nicht besser.
Dieser Staat krankt wie unserer an der Unvollkommenheit der Menschen!
Warum schreist du mich an? An was glaubst du? Für was lebst du?
Wenn du diesen Weg gehst ...
Sexuell klappt es gut. Schon das dritte Kind ...
Wollt ihr noch Kinder? Jetzt habt ihr ein Haus.
Das ist noch nicht sicher. Ich dachte, alles ist klar.
Peter hat abgenommen. Im Gegensatz zu mir.
Wann holt ihr eure Hochzeit nach? Später.
Silvia erzählte, sie geht nicht mehr zum Ballett. Ja.
Sich ein bisschen anpassen: Das ist nicht schwer.
Ich sage auch nicht alles, was ich denke.
Wenn ich mich ärgere, backe ich einen Kuchen.
Ich habe dich lieb, Eva. Aber ich kann nicht backen.
Fangt ihn ein!
Der Braten ist gerettet. Braten?
Nur ein Scherz.
Ich kann nicht anders.
Peter ...
Ich hole morgen meine Sachen.
Britta?
Hallo.
Stimmt es, dass Jochen jetzt meine Stelle hat?
Ja. Aber wir haben ständig Reklamationen.
Er ist zu blöd, Rechner zu kontrollieren.
Er muss die Kollegen kontrollieren. Klassische Doppelbelastung.
Können wir uns kurz unterhalten?
Kanntest du die Fluchtpläne deines Freundes?
Die Stasi fragte mich das drei Wochen lang. Und?
Ich wollte mit, aber ...
Ich bekam Angst.
Ich habe ihm geholfen.
Frag nach Marek. Sag, du willst ihm gratulieren.
Das Bad.
Wohnt hier Marek?
Ich wollte gratulieren.
Scheiße!
Der Weg führt über Rumänien, Jugoslawien, Österreich.
Sie brauchen Visa für Rumänien. Wir besorgen die übrigen Papiere.
Kein Wort zu den Kindern! 30.000 Mark West. 5000 Anzahlung,den Rest drüben.
Viel Geld im Voraus. Kommen wir jetzt ins Geschäft?
Das ist für mich kein Geschäft!
So war das nicht gemeint.
Ist etwas passiert?
Das darf nicht wahr sein! - Was machen wir jetzt?
Wieder aufhängen. Das Mikrofon muss natürlich woandershin!
Herrgott!
Schau, was Mama gemacht hat! O je.
Das ist meine Haarspange. Es ist spät!
Meine Spange! Mach deine Glubschaugen auf.
Ich habe keine Glubschaugen. Guck dich an!
Das ist meine. Werft nicht immer eure Sachen herum!
Silvia hat meine Spange verloren. Was habt ihr da gemacht?
Nichts.
Typisch! Immer die Kleine!
Bekomme ich deinen Lippenstift? Nicht für die Schule.
Stimmen sind zu hören.
Die Strecke hat sich geändert. Der Übergang ist in Severin.
Gibt es Probleme? Haben Sie das Geld?
Wird alles klappen?
Hier ist die Reisestrecke. Sie sind am Dienstagnachmittag in Severin.
Warten Sie im Hotel Seberina. Seberina ...
Der Kontaktmann führt Sie alle zu einem Treffpunkt am Donauufer.
Ein Boot bringt Sie nach Jugoslawien. Was ist, wenn ich ...
Niesen
Gesundheit. Scheißwetter!
Gehen Sie lieber in den Süden. In der BRD ist das Wetter so wie hier.
Ich wünsche Ihnen viel Glück.
So, hier geht es los.
Dann geht es von da oben über Brasov, Bukarest direkt ans Schwarze Meer.
Toll! Das Pionierlager ist nur in der Heide
Kommt Peter mit? Nein. Er bekam keinen Urlaub.
Hinter Teplice machen wir die erste Pause. Für Broiler mit Pommes.
Hier fahren wir weiter. Das ist die 41A.
Diese Karte geht weiter auf der 48.
Du sagst mir, wo es langgeht. Dann verfahren wir uns nicht.
Peter?
Ach! Genosse Koch ist heute im Dresdener Werk.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Urlaub, Frau Bender. Danke.
Vielleicht sind Sie danach nicht mehr so nervös.
Genosse Hailer macht die Arbeit nicht so gut wie Sie.
Ich würde mich dafür einsetzen, dass Sie Ihren Posten wiederbekommen.
Denn Sie sind eine gute ... Tschüs, Horst.
Ich wünsche dir alles Glück dieser Welt, kleine Kerstin.
Ich will, dass du auch glücklich bist.
Vielleicht ist der Abstand gut für dich und Peter.
Ich habe etwas für dich.
Bist du verrückt? Für die schlaflosen Nächte.
Aber das ist deine ...
Sara.
Ich muss jetzt los.
Ich wusste, dass dieser Tag irgendwann kommt.
Türklingel
Ich wollte dir nur sagen: Ich nehme dir deine Entscheidung nicht übel.
Ich liebe dich.
Komm nach. Komm nach! Ich bin feige.Darum verlässt du mich.
Ich verlasse nicht dich. Nicht dich!
Aufstehen, meine Schätze! Die Matratze brennt!
(beide) Nein ... Es ist noch so früh. Wir fahren nach Rumänien.
Ich habe etwas für euch. Oh, süß!
Na ja ... Kommt, aufstehen.
Das sind besondere Äffchen. Glücksäffchen!
Ihr müsst immer auf sie aufpassen. Habt ihr das verstanden?
Versprochen?
Also zieht euch an!
Silvia!
Wo bleibst du? Komm endlich!
Wir brauchen ihn nicht mehr. Richtig?
Aua! Du nervst! Gib das sofort her!
Ich fahre los. Ihr könnt dann zu Fuß nachkommen.
Hier! Ich habe das extra für euch eingemacht!
Warum sagst du nicht vorher Bescheid? Ich habe nur vertrocknete Kekse.
Das gab es in zehn Jahren nicht. Wann warst du das letzte Mal hier?
Du hörst mir gar nicht zu.
Entschuldigung.
Sie war nichts für dich. Aber hättest du auf meine Warnung gehört?
Sara ist eine Unruhestifterin. Du verstehst davon nichts.
Kamst du, um mich zu beleidigen? Ich wollte heute nicht allein sein.
Koskovje. Ilkusk. Severin. Das Hotel heißt "Seberina". Wiederholen Sie.
Gut. Dann kann es losgehen.
Ist es noch sehr weit? Es kann nur noch Tage dauern.
Wir suchen einen netten Platz und essen. Gut? Ja.
Junge Dame, bitte lächeln! Wir sind im Urlaub!
Ist schon Picknick?
Papiere!
Was wollen Sie in Rumänien?
Ferien. Wir machen Urlaub in Konstanzia.
Konstanza.
Viele gute Urlaub.
Danke.
Na, meine Schätze? Geht es euch jetzt besser?
Viel besser. Mir ist nur sehr warm. Baden wir heute Abend im Meer?
Wir fahren nicht ans Meer.
Wohin dann? Nach drüben.
Denkst du, ich bin blöd? Wir wollen in den Westen. Glaube ich nicht.
Es stimmt, Bine.
Das heißt "Republikflucht". Streng verboten!
Fahren wir nie mehr nach Hause? Wir finden ein neues Zuhause.
Wo wollen wir wohnen im Westen? Anfangs in Opas Wohnung.
Marlene wartet schon auf uns.
Wir fahren zurück, wenn ihr nicht wollt.
Quatsch. Blöd, dass du nichts gesagt hast.
Ihr hättet vielleicht etwas verraten. Du denkst, wir können gar nichts.
Esst auf, wir müssen weiterfahren.
Könnt ihr mir helfen?
Vorsicht, die Finger!
Du siehst aus wie der Weihnachtsmann! Hilf lieber deiner Schwester.
He, der Koffer ist schwer! Also Silvia!
Guten Tag. Ich bin Sara Bender. Ich habe reserviert. Ein Dreierzimmer.
Moment.
Bitte schön. Danke.
Hat jemand nach uns gefragt? Nein.
Zimmer zwei ... Da entlang? Ja, ja.
Danke.
Wie können wir dich jetzt nennen? Leonhard? Nein, das ist blöd.
Vielleicht ... Kurt! Das ist ein guter Name.
Mein Affe heißt jetzt Kurt. Und deiner? Vielleicht Otto?
Beknackt.
Hallo, ich bin Otto.
Wie lange müssen wir noch warten? Ich weiß es nicht.
Wer bekommt mein Spielzeug in Erfurt?
(rumänisch) Ein Bier.
Bitte? Zwei Limonaden.
(Wirt) Bitte schön.
Spricht rumänisch.
Ich zahle alles zusammen. Mama, er hat deine Tasche!
Bleib stehen, du Schwein!
Verdammt!
Haben wir jetzt kein Geld mehr? Unsere Ausweise waren in der Tasche.
Müssen wir jetzt zurückfahren? Nein, keine Sorge.
Name?
Sara Bender.
Ich brauche dringend Ersatzausweise! Ich schreibe schon. Oder nicht?
Gehen Sie morgen damit in Ihre Botschaft für neuen Pass.
Ich brauche die Papiere heute! Heute noch?
Nein.
Frau Bender! Sie haben einen Anruf!
Hallo?
(Männerstimme) Das Jazzkonzert fällt heute aus. Haben Sie verstanden?
Ja, verstanden.
Spricht rumänisch.
Ja, in Ordnung. Bis bald!
Also: Adresse?
Woher kommen Sie? Aus Hannover. Timmermannstraße 17.
Bürgerin der BRD?
Ja.
Hannover, BRD.
Zum Wohl! Danke.
Egal, wer fragt: Wir sind aus Hannover, Timmermannstraße 17.
Man darf nicht lügen! Du hast recht, aber es muss sein.
Nur dieses eine Mal.
So! Wir sprachen mit Frau Marlene Engel.
Sie bestätigte, dass Sie dort wohnen. Natürlich.
Sie sind in Hannover nicht gemeldet.
Wir zogen erst im Mai dorthin. Ich schaffte die Ummeldung noch nicht.
Wir wohnen in Hannover!
Ich warte hier mit meinen Töchtern, bis wir unsere Ausweise bekommen.
Jetzt nicht mehr herumzappeln. Komm ein bisschen näher heran.
Sabine, du drückst auf den roten Knopf. Stillhalten!
Sie müssen noch ein Ausreisevisum bei der Miliz beantragen.
Aufwachen! Wacht auf.
Danke.
Danke, Frau Sonnenfeld. Viel Glück.
Beeilt euch! In zehn Minuten geht unser Zug nach Wien.
Wie lange fahren wir? Die ganze Nacht.
Und bis Hannover noch einmal so lange. Dann ist es geschafft.
Schade, dass das Auto hier bleibt. Wir kaufen ein neues, richtig tolles.
Darum machen wir das hier nicht.
Tschüs, mein Kleiner. Hast uns brav gefahren.
Ich habe gelesen, im Zug ist ein Speisewagen.
Dort gibt es eine Spezialität aus Österreich: Sachertorte.
Ein besonderer Kuchen, mit Schokolade überzogen ...
Hallo! Sind Sie das, die mit Äffchen um sich werfen?
Danke! Er gehört uns. Bitte sehr.
Sehr nett, danke. Soll ich Ihnen beim Tragen helfen?
Wenn Sie nichts Besseres zu tun haben ... Im Moment nicht.
Dein Affe.
Ihre Ausweise. Was soll das?
Ihre Ausweise! - Was wollen Sie von der Frau?
Wir müssen zum Zug. Kommt, Kinder. Lassen Sie die Frau in Ruhe!
Ich helfe Ihnen. Weiterlaufen, weiter!
Bleiben Sie stehen! Sie kommen mit! Wir müssen unseren Zug erreichen!
Diplomat! Die drei gehören zu mir! Lassen Sie meine Töchter los!
Haut ab.
Unglaublich, dass Sie uns an der Heimreise hindern!
Setzen Sie sich. Bitte!
Sie sind Bürgerin der DDR.
Sie besorgten sich BRD-Pässe durch falsche Angaben.
Arbeiten Sie so: ehrliche Westbürger von der Straße aufsammeln?
Wird Ihr Land sonst nicht voll?
Sie werden Ihre Frechheit noch bereuen.
So, setzt euch. Lassen Sie meine Kinder in Ruhe!
Sie setzen sich hin! Danke, Genossen.
Wollt ihr etwas trinken?
Wollt ihr etwas trinken?
Also: Eure Mutti belügt uns. Das tut man nicht. Ihr wisst das sicher.
Jetzt wollen wir sehen: Wisst ihr, was die Wahrheit ist? Wie heißt ihr?
Bine.
Sabine Bender. Ich wohne in Westdeutschland.
Silvia Bender, Hannover. Ich wohne in der Timmermannstraße 17.
Gut dressiert. Wo wohnt ihr wirklich? Die Kinder gaben ihre Antwort.
Ja, ja. Schön. Ihr wisst es vielleicht nicht:
Eure Mutter beging ein Verbrechen. Das wird sehr hart bestraft.
Mit Gefängnis. Hört einfach nicht hin.
Ihr wollt sicher nicht, dass eure Mutti ins Gefängnis muss.
Ihr könnt ihr helfen, wenn ihr die Wahrheit sagt.
Also: wo seid ihr zu Hause?
Mama?
Erfurt, Rosa-Luxemburg-Straße 4.
Ihr seht: Lügen haben kurze Beine.
Fassen sie meine Töchter nicht an!
Abführen!
Hoch, aufstehen. Los, ab!
Mama. Ja?
Es tut mir leid, dass wir ... Es ist meine Schuld.
Silvia! Du darfst das niemals denken.
Müssen wir jetzt für immer im Gefängnis bleiben? Nein.
Egal, was passiert: Denkt daran, dass es vorbeigeht.
Am Ende sind wir wieder zusammen.
Schwöre! Ich schwöre es euch.
Meine Damen, es geht in die Heimat.
Das ist nicht nötig.
Aufstehen, los, los.
Gehen Sie.
Verabschieden Sie sich jetzt.
Wie bitte? Ja.
Tschüs, Otto.
Tschüs, Kurt.
Ihr seid die tapfersten Mädchen der Welt.
Ich will nur mit dir tapfer sein.
Kleiner Schatz.
Meine Große ... Passt gut auf euch auf.
Machen Sie Schluss.
Versprochen? Ja.
Kommt, Mädchen! Na, kommt.
Kommt, wir gehen. Mama!
Wir sehen uns bald wieder! Versprochen!
Hallo!
Peter ...
Kann ich reinkommen? Natürlich.
Tolle Überraschung!
Ich mache eine Pause. Willst du ein Bier?
Sie wurden erwischt. Wer?
Von wem redest du?
Macht mir nichts vor. Sie hat euch sicher eingeweiht.
Ich verstehe nichts. - Ich dachte, sie sind längst drüben.
Sara und die Mädchen? (Eva) Woher weißt du ...
Seelig hat Kontakte nach Berlin. Sara sitzt in Untersuchungshaft.
Du hast mir nichts erzählt! - Was ist mit den Mädchen?
(Männerstimme) Geben Sie zu, dass sie die Flucht lange planten?
Ich wollte mit meinen Kindern ans Schwarze Meer.
Ist das Ihre Tasche?
Sie wollten über Jugoslawien fliehen. Das klappte nicht.
Sie besorgten sich in der BRD-Botschaft falsche Papiere.
Geben Sie das zu?
Sie verstießen als DDR-Bürgerin gegen unsere Verfassung.
Sie gefährden die Gesellschaft.
Geben Sie zu, dass Sie ein Verbrechen begingen?
Ich will in Freiheit leben mit meinen Töchtern. Das ist kein Verbrechen.
Wer gab Ihnen Mareks Adresse? Ich kenne keinen Marek.
Sie sind so stur wie Ihre Tochter. Was wollen Sie damit sagen?
Silvia isst seit Tagen nichts.
Ich glaube Ihnen kein Wort.
Ballerinen sind sehr zart und ihre Tochter will eine werden.
Aber soll Ihr "Veilchen" verblühen?
Woher wisst ihr das alles? Woher kennt ihr diesen Namen?
Frau Bender, ich kann in Sie hineinsehen wie in ein Glas.
Sie können nicht kochen, aber Sie nähen sehr gut.
Sie mögen keine Romane, weil das Leben interessanter ist.
Sie sitzen nachts am Bett Ihrer Töchter und machen sich Sorgen.
Sie wollen nicht, dass diese es am Tag merken.
Sie wollten heiraten, aber der Westen lockte. Die "Freiheit".
Sagen Sie ehrlich:
Glauben Sie immer noch an die Unendlichkeit hinter dem Horizont?
Das sind unsere Neuen: Silvia und Sabine.
Oben ist der Ausguck, unten die Räuberhöhle. Wer will wohin?
Silvia oben, Bine unten. Hopp, hopp! In zehn Minuten geht das Licht aus.
Kinder maulen.
Bleibt locker. Wir sehen nicht so schlimm aus, wie wir sind.
Nur ein Witz. - Mama holt uns bald ab.
Ja, klar.
Sie haben Besuch.
Ich ertrage diese Verhöre nicht mehr. Mein Magengeschwür meldet sich.
Wir hätten erlauben sollen, dass sie zu ihrem Vater fährt.
Jetzt ist er tot und wir brauchen sie nicht mehr.
Aber du warst damals sehr dagegen.
Du hattest immer Angst, dass sie dir wegläuft.
Du verliebtest dich in sie, das ist deine Privatsache.
Aber jetzt ist sie ein Republikflüchtling.
Dazu kommt Urkundenfälschung. Hör auf. Ich kenne den Spielraum.
Sie muss Reue zeigen, sonst kann ich nichts tun.
Du bist mein Freund, aber irgendwann ist Schluss.
Ich kann deine Gefühlswelten nicht mehr verantworten.
Sie wussten alles!
Sie haben die Rumänen angewiesen, uns Ausreisevisa zu geben.
Als Beweise! Jemand hat uns verraten. Vielleicht Eva?
Unsinn. Weißt du etwas von den Kindern?
Sie sind in einem Heim bei Dresden. Es geht ihnen gut.
Sara! Du musst mitarbeiten, alles zugeben.
Zeige Reue. Sag, du warst geistig nicht klar.
Wenn ich lüge und heuchle, dann passe ich also in euren Staat.
Das ist auch dein Staat! Nein.
Sie haben die Macht, Sara! Du kommst nie mehr los, wenn sie dich haben.
Krieche ihnen in den Arsch, verdammt! Du kannst nichts mehr entscheiden.
Warum darfst du mich besuchen? Niemand sonst darf zu mir.
Ich verspreche: Du wirst nicht angeklagt, wenn du mitarbeitest.
Du wirst kurze Zeit psychiatrisch betreut, dann kannst du nach Hause.
Die Kinder kommen nach und alles wird vergessen.
Du bist es.
Du hast uns verraten.
Erst Eva, jetzt ich? Du siehst Gespenster!
Arbeitest du für sie? Sieh mir ins Gesicht!
Ich liebe dich. Dich und deine Mädchen.
Ich will dich nie wiedersehen.
Wir haben noch eine Chance ...
Peter klopft.
(Richter) Die Angeklagte Sara Bender wird verurteilt
wegen versuchten Grenzübertritts im schweren Fall.
Das ist ein Verbrechen gemäß Paragraph 213 Strafgesetzbuch.
Die Angeklagte erhält drei Jahre Gefängnis ohne Bewährung.
Die Pflegschaft für die Kinder Silvia und Sabine wird dem Staat übertragen.
Begründung: Das strafbare Verhalten der Angeklagten
schadet dem Ansehen der Deutschen Demokratischen Republik.
Sie wusste, dass imperialistische Massenmedien solche Straftaten ...
Stimme des Richters wird leiser und verstummt.
Untertitel: Rosemarie Streibig
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