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Hier ist das Erste Deutsche Fernsehen mit den tagesthemen.
Herzlich willkommen zur Live- Untertitelung des NDR (16.07.2018)
Heute im Studio: Pinar Atalay
Guten Abend!
Europa, China, Russland – alles Gegner.
So sieht es zumindest der US-Präsident.
Mit einem der Gegner hat er heute einen ganz guten Tag verbracht.
Donald Trump und Wladimir Putin trafen in Helsinki zusammen -
die wohl mächtigsten Politiker der Welt.
Sie waren nach vier Stunden bemüht, immer wieder zu betonen,
dass sie ein besseres Verhältnis zueinander wollen.
Die Staatsoberhäupter präsentierten sich als ein Bündnis,
das die Lage auf der Welt verbessern will.
Man fragt sich,
wie lange diese zarte Annäherung halten kann.
Handfeste Ergebnisse wurden kaum bekannt.
Vier Stunden hat das Treffen in Helsinki gedauert.
Die Präsidenten zogen ein positives Fazit.
Unsere Gespräche haben in offener Atmosphäre stattgefunden.
Wir können das als Erfolg bezeichnen.
Als Nuklearmächte trügen beide Länder eine besondere Verantwortung.
Er habe Trump ein Papier zur Rüstungskontrolle überreicht.
Trump ging ebenfalls auf das Verhältnis zu Russland ein.
Unsere Beziehungen waren nie so schlecht wie heute.
Aber das hat sich vor vier Stunden geändert.
Auch strittige Fragen seien angesprochen worden -
zum Beispiel der Krieg in Syrien.
Beide Seiten bestätigten, die Militärs arbeiteten zusammen.
Die Etablierung eines Friedens und der Wiederaufbau in Syrien
könnte ein Testfall für unsere Beziehungen sein.
Offen ausgesprochen wurde der Vorwurf,
Russland habe die US-Wahlen beeinflusst.
Präsident Putin hat bestritten, sich eingemischt zu haben.
Er machte ein Angebot.
Er hat vorgeschlagen,
dass unsere Ermittler mit seinen Leuten zusammenarbeiten.
In der Frage des Anschlusses der Krim an Russland
beharrten beide Seiten auf ihren Standpunkten.
Donald Trump hat seine Position verteidigt.
Er steht auf dem Standpunkt, der Anschluss sei illegal.
Unsere Sicht ist anders.
Wir haben ein Referendum nach internationalen Regeln abgehalten.
Eines stand am Ende fest:
Helsinki soll der Auftakt für einen engeren Dialog werden.
Unsere ARD-Studioleiter in Washington und Moskau
haben das Treffen in Helsinki beobachtet.
In den USA gibt es Empörung wegen des Auftritts von Trump.
Stefan Niemann, warum sind die so sauer?
Demokraten und Republikaner sind entsetzt,
dass Trump in Helsinki nicht härter aufgetreten ist.
Er hat sich nicht vor den Geheimdienst gestellt.
Es ging die Frage, ob Trump mehr Vertrauen in den Geheimdienst
oder den russischen Präsidenten habe.
Es ging um die mutmaßliche russische Einmischung
in den US-Wahlkampf.
Trump ist da ausgewichen.
Das wird in Amerika als schändlich gewertet.
Warum war Trump so handzahm?
Das war verwunderlich, das fragen sich auch US-Kollegen aus der Presse.
Die Frage ist, warum er nicht härter aufgetreten ist.
Er wird schon länger in den USA kritisiert,
dass er Putin mit Samthandschuhen anfasst.
Es gibt Spekulationen darüber, dass Putin etwas in der Hand hat.
Was könnte das denn sein, Udo Lielischkies?
Es gibt verschiedene Mutmaßungen.
Es geht um ein mutmaßliches Treffen Trumps mit Prostituierten in Moskau.
Dies wird in einem Dossier geschildert.
Von amerikanischen Geheimdiensten
wird das als glaubwürdig eingeschätzt.
Es soll ein Video existieren.
Es ist sehr brisant.
Es gibt Vermutungen, dass russische Gelder
in sein Immobilien-Imperium geflossen sind.
Einige glauben, Trumps Wunsch ist es, zu beweisen,
dass er mit Menschen verhandeln kann,
die sonst nicht am Verhandlungstisch sitzen.
Es gibt viele Erklärungen.
Das Treffen hätte für Putin nicht besser laufen können.
Die russischen Medien haben vor dem Gipfel gejubelt.
Sie haben ihn als Erfolg gepriesen.
Putin wird u.a. scharf weltweit kritisiert für die Annexion der Krim.
Er hat dennoch dem amerikanischen Präsidenten
auf Augenhöhe gegenübergestanden.
Das ist ein Riesenerfolg.
Danke nach Helsinki.
Wladimir Putin ist der mächtige Mann in seinem Land.
Er hat in zwei Jahrzehnten einige US-Präsidenten gesehen.
Doch die Konstellation mit Trump ist eine besondere.
Da trafen sich zwei, die sich auf Augenhöhe begegneten.
Zwei, die sich in manchen Dingen sehr ähnlich sind.
Beide eint auch,
dass man nie sicher kann, was noch in ihnen steckt.
Welche Umdrehung werden sie noch nehmen?
Zwei mächtige Präsidenten -
und was möglicherweise in ihren Köpfen vorgeht.
Putin und Trump - der Russe und der Amerikaner.
Staatsmänner und Weltmacht-Lenker.
Egozentriker.
Ihr Image pflegen beide.
Trump inszeniert sich als erfolgreicher Geschäftsmann.
Alles dreht sich immer um Deals.
Er interessiert sich für Statussymbole.
Bei ihm ist alles Gold -
vielleicht ist es auch die Idee bei der Frisur.
Was Putin wichtig ist, inszeniert er offensiv:
Körperlichkeit und Kampfkunst.
Er sendet die Botschaft: Ich kann jeden bezwingen!
Maskuline Muskelspiele.
Aber Kraft oder Geld - was ist mehr wert?
Beide leiten aus diesem Verständnis ihre Macht ab.
Einer baut Macht militärisch aus - zum Beispiel auf der Krim.
Einer sucht wirtschaftlich den Erfolg.
Er droht mit Handelskriegen und pflegt Allianzen.
Bei Trump ist es klar: "America first!"
Er möchte das Land groß machen.
Und er versucht alles, um zu dokumentieren:
Es gelingt mir gut.
Das ist seine Art, Macht zu demonstrieren.
Putin hat auch das Interesse, das Land zu stärken.
Er will Russland nach vorne bringen.
Aber er macht das unauffällig.
Geheimagent versus Showman.
Für diplomatische Auftritte auf der Weltbühne
hat Putin bessere Startvoraussetzungen.
Er bewegt sich länger auf internationalem Parkett.
Doch zu wichtigen Treffen wird er nicht eingeladen -
G7 statt G8.
Trump wirkt eher wie der Elefant im Porzellanladen.
Er schiebt alle aus dem Weg und düpiert Staatsoberhäupter.
"Ich bin Entscheider. Ich sage, was ich wie finde."
Er kritisiert seine Bündnispartner und hält nicht hinter dem Berg.
Der twittert ständig.
Putin beschwert er sich eher dezent, wie die NATO mit ihm umgeht.
Aber er macht Dinge so, wie er die für richtig findet.
Er baut seine Macht aus.
Bei politischer Professionalität ist der Russe vorne.
Erfolge hatten beide.
Trump gelang der Gipfel-Coup:
Er traf Kim Jong Un.
In den USA wächst die Wirtschaft.
Die Börsen sind auf einem Höhenflug.
Putin kontrolliert die Lage in Syrien.
Er spielt eine Rolle im Nahen Osten.
Und er wird für die WM gefeiert.
Alle anderen Regierungen kuschen.
Sie versuchen, beide nicht zu verärgern.
Sie haben ein wesentliches Ziel erreicht:
Sie bestimmen die große Linie.
Und sie bestimmen die Deutung ihres Treffens:
Es war für beide ein Erfolg.
In Neu Delhi begrüße ich Niels Annen.
Er ist SPD-Staatsminister im Auswärtigen Amt.
Guten Abend! Guten Abend!
Von einem direkten Dialog sprachen die Präsidenten.
Das sei ein neuer Weg zum Frieden.
Wie gefällt Ihnen die Annäherung?
Im Prinzip ist es gut,
wenn die Vereinigten Staaten und Russland miteinander reden.
Aber ich wäre optimistischer, wenn ich gewusst hätte,
dass diese Gespräche vorbereitet gewesen wären.
Das war nicht der Fall.
Jetzt haben wir ein paar Statements.
Wir haben gute Stimmung zwischen den Präsidenten.
Aber wir wissen nicht, was verabredet worden ist.
Der Wolf hat Kreide gefressen.
Und das beim Treffen mit einem anderen Wolf.
Ein diplomatischer Trump.
Warum ist er bei Putin ganz anders als bei Deutschland?
Das scheint ein Muster zu sein.
Er hat sich auch bei Kim Jong Un wohlgefühlt.
Das ist nicht der Fall im Kreise von Verbündeten.
Deutschland steht im Mittelpunkt seiner Kritik.
Das hängt zusammen mit Handelsfragen.
Aber die Europäische Union bezeichnet er jetzt als "Feind".
Das zeigt, dass wir uns auf unsere Kraft besinnen müssen.
Wir konnten uns früher darauf verlassen,
dass die Vereinigten Staaten unsere Interessen auch vertreten.
Das scheint bei Trump nicht der Fall zu sein.
Die Antwort kann nur ein starkes Europa sein.
Aber warum kann Trump mit Merkel nicht ähnlich sprechen?
Was man von den Gesprächen der beiden hört,
ist ja gar nicht so negativ.
Da wird auch über Abrüstung gesprochen.
Wir erwarten von Trump,
dass er bei Putin auch etwas für unsere Sicherheit erreicht.
Aber geht es um die öffentliche Kommunikation,
dann hat man einen ganz anderen Tonfall.
Kritikpunkte des amerikanischen Präsidenten
werden hinter verschlossenen Türen gar nicht angesprochen.
Diese Doppelzüngigkeit macht US-Politik schwer berechenbar.
Wir haben es mit einem Präsidenten zu tun,
der für die Europäische Union eine Herausforderung ist.
Aber er ist nicht einziger Repräsentant seines Landes.
Wir haben viele Freunde in den Vereinigten Staaten.
Der Senat hat sich starkgemacht für die Beziehungen zu Deutschland.
Mit diesen Kräften müssen wir sprechen.
Beginnt da nicht dennoch eine neue Ära,
in der die USA als Führungsmacht ausgedient haben?
Was kommt dann? Die Frage ist berechtigt.
Mit dieser Frage beschäftigt sich die ganze Welt.
Sind die USA noch "Führerschaft der freien Welt"?
Will Trump das noch?
Man hat den Eindruck, er möchte das nicht.
Er schaut nach innen.
Jede Botschaft geht nur an seine Wähler.
Die Ordnung, an die wir uns gewöhnt haben,
wird von den Vereinigten Staaten nicht mehr verteidigt wie früher.
Deshalb müssen wir das übernehmen.
Deutschland ist darauf angewiesen,
nach internationalen Regeln zu arbeiten.
Wir sind Handelsnation.
Wir konnten uns in der Sicherheit daran orientieren.
Das ist eine neue Ära.
Es sind sehr gefährliche Zeiten wenn eine alte Ordnung erodiert.
Deswegen müssen wir einen kühlen Kopf bewahren.
Wir dürfen uns nicht durch Tweets aus der Bahn stupsen lassen.
Vielen Dank.
Das Gespräch haben wir vor der Sendung aufgezeichnet.
Rainald Becker vom Südwestrundfunk kommentiert das Treffen.
Ein offener Dialog und der Beginn eines neuen Weges.
So lauten diplomatische Floskeln nach dem Gipfeltreffen.
Man könnte auch sagen:
Viel Lärm um so gut wie nichts.
Natürlich gibt es positive Absichtserklärungen.
Und Putin sagt:
Russland habe sich nicht in die US-Wahlen eingemischt.
Helsinki war vor allem eine Ego-Show der beiden Machtmenschen.
Die Weltpresse blickte auf Männer mit der Vorliebe für Macho-Posen.
Hoffentlich wird das nicht der Beginn einer Freundschaft,
die für den Rest der Welt unheilvollen ist.
Trump und Putin ergänzen sich erschreckend gut.
Trump unterscheidet nicht
zwischen politischen Interessen und persönlichem Wohlgefühl.
Er giert nach Schmeicheleien.
Putin gilt als kühl berechnender Meister der Manipulation.
Er zögert keinen Moment,
um Bauchpinselei strategisch einzusetzen.
Da haben sich zwei Gefährliche gesucht und gefunden.
Gefährlich, weil beide kein Interesse an einem starken Europa haben.
Gefährlich, weil Friedens- und Sicherheitspolitik
abhängig wird von Deals, Tweets und Sprüchen.
Zwischen Trumps Bauchpolitik und Putins Machtpolitik
könnten Europas Interessen buchstäblich geschreddert werden.
Wenn Freunde und Partner durch einen Tweet zu Gegnern werden,
dann ist die Weltordnung aus dem Lot.
Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen:
Es ist wichtig, dass Politiker miteinander reden.
Der Gipfel von Helsinki ist gut.
Allerdings müssen die Ergebnisse über den Tag hinaus belastbar sein.
Nicht nur bis zum Tweet von morgen.
Rainald Becker kommentierte.
Es war in Helsinki.
1975 wurde mit der KSZE-Schlussakte ein neues Kapitel aufgeschlagen
im Verhältnis der Staaten des Ostblocks und des Westens.
Aus der KSZE ging die OSZE hervor,
die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.
Im Osten der Ukraine herrscht noch keine Ruhe,
prorussische Rebellen und die ukrainische Armee bekämpfen sich.
Seit März 2014 läuft die OSZE-Mission.
Schon länger werden OSZE-Leute von russischer Seite behindert.
Jetzt werden sie auch ausspioniert.
Unterwegs mit OSZE-Beobachtern im Osten der Ukraine,
nahe der Stadt Switlodarsk.
Schusssichere Westen sind Pflicht.
An der Konfliktlinie des Landes
stehen sich ukrainische Einheiten und prorussische Separatisten gegenüber.
Granateinschläge und Schusswechsel sind Alltag - trotz Waffenruhe.
Es ist bedenklich,
dass die Kinder zum Teil nicht mehr reagieren.
Die spielen draußen, da kommt was, und die spielen weiter.
Offiziell unterstützt Russland die Mission.
Immer wieder gibt es Probleme
zwischen OSZE-Beobachtern und prorussischen Separatisten.
Was Zugänge der Mission zum Konfliktterritorium anbelangt,
zur russisch-ukrainischen Grenze.
Hier spielt Russland oft keine konstruktive Rolle,
weil es die Position der Separatisten unterstützt.
Das wohl auch mithilfe des russischen Geheimdienstes FSB.
Dem wurde, mutmaßlich von einem OSZE-Mitarbeiter,
hochsensibles Material zugespielt:
Lagepläne von OSZE-Einrichtungen, Überwachungskameras, Telefonnummern
und Blutgruppen der Mitarbeiter wurden abgeschöpft.
Offenbar erstellte der Geheimdienst über OSZE-Mitarbeiter Kurzdossiers.
Da heißt es zum Beispiel:
Betroffen ist auch der stellvertretende Missionsleiter.
Durch die ARD-Recherchen erfährt er,
dass seine internen Schreiben beim Geheimdienst gelandet sind.
Erst Stunden später, das ARD-Team ist schon auf dem Rückweg,
äußert sich Alexander Hug zu dem Verdacht.
Wir sind besorgt über Verstöße gegen unsere Sicherheit,
über die von Ihnen gemachten Behauptungen.
Wir brauchen weitere Details,
damit wir die Angelegenheit prüfen und Maßnahmen ergreifen können.
Noch immer fordert der Konflikt Opfer.
OSZE-Beobachter geraten immer wieder zwischen die Fronten.
Der Abfluss interner Dokumente dürfte die Sicherheitslage verschlechtern.
Die Russische Botschaft in Berlin erklärt sich nicht zuständig,
Auskünfte zu dem Spionageverdacht lägen außerhalb ihrer Kompetenz.
Mehr zu diesem Fall sehen Sie morgen um 21.45 Uhr in Fakt -
direkt vor den tagesthemen.
Um den Zollstreit mit den USA ging es heute in Peking.
Für den Freihandel machen sich Europäische Union und China stark.
Damit beginnen die Nachrichten mit Susanne Daubner.
Mit Blick auf die US-Strafzölle mahnte EU-Ratspräsident Tusk,
die globale Weltordnung dürfe nicht zerstört werden.
Chinas Ministerpräsident Li Keqiang betonte,
aus einem Handelskrieg gehe niemand als Sieger hervor.
Die EU und China streben eine Reform der Welthandelsorganisation WTO an.
Gesundheitsminister Spahn hat dafür plädiert,
die Pflegeberufe umfassend aufzuwerten.
Gehälter bis zu 3000 Euro im Monat sollten möglich sein.
Außerdem müsse dafür gesorgt werden,
dass die Beschäftigten der Branche wieder nach Tarif bezahlt werden.
Beim Besuch eines Seniorenheims sagte die Kanzlerin in Paderborn,
auch eine verbesserte Ausbildung sei nötig.
Zudem bräuchten Pflegekräfte vernünftige Arbeitszeiten.
Die Deutsche Bank rechnet für das zweite Quartal
mit einem überraschend hohen Gewinn von 400 Millionen Euro.
Das Geldhaus baut Stellen ab.
Mehr dazu von Anja Kohl aus der Frankfurter Börse.
Der Gewinn fällt doppelt so hoch aus, wie von Analysten erwartet.
Es liegt vor allem an niedrigeren Kosten.
Die Bank drückt aufs Tempo beim Stellenabbau.
1700 Stellen hat sie gestrichen.
Rund anderthalb Milliarden Euro soll der Umbau einsparen.
Das Investmentbanking lief zudem besser.
Doch auch hier wird gespart.
Aber womit will die Bank auf Dauer ihr Geld verdienen?
Die Ergebnisse seien ein Beleg für Stabilität ...
Es klang eher wie ein Aufruf zur Zuversicht.
Die Aktie sprang nach oben.
Dies lag auch an Spekulanten, die sie zum Spielball gemacht hatten.
Die gute Quartalsbilanz erwischte sie auf dem falschen Fuß.
Um eigene Verluste zu begrenzen, kauften sie Deutsche-Bank-Aktien zu.
Dagegen stehen jahrelange Kursverluste.
Großaktionäre wie Cerberus verlieren die Geduld.
Sie machen Druck beim Konzernumbau.
Ein Rechtsstaat wie Deutschland zeichnet sich dadurch aus,
dass Regierung und Verwaltung durch Gesetze beschränkt werden.
Und das bedeutet auch,
dass staatliche Entscheidungen von Gerichten überprüft werden.
Der Islamist Sami A., der als Gefährder gilt,
wurde aber in sein Heimatland abgeschoben.
Ein Gericht hatte gegen eine Abschiebung entschieden,
weil ihm Folter in Tunesien drohe.
Viele sehen den Rechtsstaat gefährdet.
Wurde ein Gericht bewusst hintergangen?
Oder herrschte Chaos in den Behörden?
Was wusste der Innenminister?
Der Fall Sami A. ist auch ein Spiel mit der Zeit.
Wie sehr Horst Seehofer daran beteiligt war – unklar.
Im Mai hatte er den Fall Sami A. zur Chefsache erklärt.
Mein Ziel ist es, die Abschiebung zu erreichen.
In diesem Fall, Leibwächter bin Laden.
Der mutmaßliche Bin-Laden-Bodyguard
wehrte sich seit Jahren gerichtlich gegen seine Abschiebung.
Sami A. legt Anfang Juli Einspruch gegen die Abschiebungsandrohung ein,
denn in Tunesien drohe ihm Folter.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Das Gericht fordert das BAMF auf, die Entscheidung abzuwarten.
Das BAMF teilt mit, man habe den geplanten Flug storniert.
Das Gericht geht davon aus, dass keine Abschiebung ansteht –
ein Irrtum.
Am Abend verhängt das Gericht ein vorläufiges Abschiebeverbot,
stellt es aber noch nicht zu.
Um 8.10 Uhr geht per Fax das Abschiebeverbot beim BAMF ein.
Sami A. hätte nicht mehr abgeschoben werden dürfen.
Doch er war schon in der Luft.
Gegen 9 Uhr die Landung –
die Abschiebung hätte abgebrochen werden müssen.
Es hat große Verwunderung ausgelöst.
Trotz Nachfrage wurde uns der Abschiebetermin nicht genannt.
Der Rechtstaat wird an der Nase herum geführt.
Die Rechtsanwältin von Sami A.
weist die Vorwürfe gegen ihren Mandanten zurück.
Sämtliche Ermittlungsverfahren wurden eingestellt.
Aktuell läuft kein Staatsschutzverfahren gegen ihn.
Zwar gilt Sami A. als Gefährder,
aber als solcher darf er nicht abgeschoben werden.
Sie wissen, der Bescheid ist zu spät eingegangen.
Wir sind froh, dass er nicht mehr in Deutschland ist.
Die Eilentscheidung des Gerichts, das Abschiebeverbot
wieder in Kraft zu setzen, erging erst,
als Sami A. im Flieger saß und Tunesien näher war als Deutschland.
Der FDP-Innenminister bekommt heftige Kritik.
Es hätte die Möglichkeit bestanden, das Flugzeug zurückzurufen.
Auch das wurde missachtet.
Ich kann verstehen, dass das Gericht erklärt,
es kann nicht wahr sein, dass wir hintergangen werden.
Das unterminiert den Rechtsstaat.
Das Bundesinnenministerium fühlt sich nicht mehr zuständig.
Sami A. müsste zurückgeholt werden.
Das Gericht besteht darauf.
Zwei Wochen hat das Innenministerium, um Beschwerde einzulegen.
Sie wurden von einem Fischerboot in Sicherheit gebracht.
Dann mussten die Flüchtlinge tagelang auf Schiffen ausharren.
Nun durften sie in Italien von Bord.
Noch einmal Nachrichten.
Die italienische Regierung erlaubte den 450 Flüchtlingen,
in Sizilien an Land zu gehen.
Voraussetzung war die Zusage mehrerer EU-Staaten,
jeweils 50 Gerettete aufzunehmen.
Darunter ist auch Deutschland.
Die Flüchtlinge gingen in Pozzallo von Bord.
Frauen, Kinder und Kranke waren gestern an Land gelassen worden.
Zuvor hatte sich Italien geweigert, einen Hafen zu öffnen.
Der Kapitän eines Rettungsschiffes der Hilfsorganisation "Lifeline"
ist vorerst nach Deutschland zurückgekehrt.
Claus-Peter Reisch steht in Malta vor Gericht.
Er durfte gegen Kaution bis zum nächsten Termin ausreisen.
Er soll sein Schiff ohne Registrierung
in maltesische Gewässer gesteuert haben.
Reisch kritisierte die EU:
Sie tue mehr gegen die Seenot-Rettung als gegen das Sterben im Mittelmeer.
In Schottland soll ein Weltraumbahnhof entstehen.
Es wäre der erste auf europäischem Boden.
Das teilte die Weltraumagentur UK Space Agency mit.
Im kommenden Jahrzehnt könnten Raketen
aus der Grafschaft Sutherland ins Weltall starten.
Satelliten könnten von dort direkt in eine Umlaufbahn gebracht werden.
Hunderttausende haben in Paris mit ihrer Nationalmannschaft
den Finalsieg der Franzosen bei der Fußball-WM gefeiert.
Am Nachmittag war das Team in der Hauptstadt gelandet.
Ein triumphaler Empfang auf den Champs-Elysees:
Les Bleus sind zurück, die Weltmeister von 2018.
Siegeszug im offenen Mannschaftsbus.
Die Spieler haben den Pokal gewonnen und das Herz der Nation erobert.
Hunderttausende warteten seit dem Mittag.
Nicht nur Paris, das Land steht kopf.
Fantastisch!
Wir sind alle vereint, das gibt Hoffnung.
Die Mannschaft repräsentiert die ganze Gesellschaft.
Die Franzosen sind stolz auf ihre buntgemischte Equipe.
Der Sieg stärkt das Selbstbewusstsein und den Zusammenhalt der Nation.
Frankreich bedankt sich mit einer bombastischen Inszenierung.
Die Marseillaise aus voller Kehle:
Die Mannschaft beim Präsidenten –
so sieht nationale Begeisterung auf französisch aus.
Das Meer vor Hawaii wird regelmäßig zum Konzertsaal.
Buckelwale sind Improvisationskünstler.
Sie komponieren Wassermusik, variieren verschiedene Melodien.
Sie verbreiten ihre Songs im Ozean über Tausende von Kilometern.
Die Tiere wollen den Partner betören oder Mitbewerber abwehren.
Menschen hören die Musik der Wale, um zu entspannen.
Dabei ist das nasse Element nicht gemacht für Töne.
Dänische Musiker gehen baden für die sphärischen Klänge.
Mystisch, geheimnisvoll –
jeder Künstler in seiner eigenen Unterwasserwelt.
Gemeinsam schaffen sie Klänge mit rätselhaften Instrumenten.
Wie ist das möglich?
Die dänische Künstlergruppe hat zehn Jahre daran gearbeitet,
gemeinsam mit Tiefseetauchern und Instrumentenbauern geforscht.
Es ist dasselbe Konzept wie mit Weingläsern.
Mit nassen Fingern und Reibung entsteht Klang.
Ich kann keinen Klang machen, wenn es an der Luft ist.
Die Gläser sind viel dicker.
Es braucht Konzentration, um die Töne zu treffen -
das alles bei angehaltenem Atem.
Auch dieses Instrument ist besonders.
Das Hydraulophon erzeugt Töne mit und unter Wasser.
Wenn man mit seinen Fingern das Wasser blockiert,
läuft das Wasser in das Instrument und erzeugt Töne.
Laila Skovmand hat Jahre geübt, um unter Wasser singen zu können.
Ich halte eine kleine Luftblase in meinem Mund.
Ich singe durch diese Luftblase.
Wenn die Luft raus möchte, sauge ich sie wieder zurück.
Between Music - es ist mehr als Musik.
Es ist ein Unterwassermärchen,
das physikalische Grenzen überschreiten will.
Das Ziel unseres Projekts ist,
einen Umstand zu beschreiben, der für alle Menschen gleich ist.
Ungeachtet der kulturellen oder religiösen Unterschiede –
haben wir alle diese tiefe Verbindung mit dem Wasser.
Ob das Wetter morgen eine Verbindung mit dem Wasser eingeht,
das weiß Claudia Kleinert.
Die wird es nicht geben.
Auch wenn wir die gut gebrauchen könnten in manchen Regionen.
Erst mal kommt aber nichts, bis zum Wochenende.
Gerade mal bis zu 15 Liter im Süden.
Morgen kann es ein bisschen tröpfeln.
Auch übermorgen regnet es nicht mehr.
Es kann aber ein paar Schauer und Gewitter am Alpenrand geben.
In der Nacht dichte Wolken aus Osten.
Auch im Süden ein paar Tropfen.
Morgen Vormittag gibt es viel Sonne.
Es kann einzelne Schauer und Gewitter geben.
Am Alpenrand sind erste Schauer drin.
Am Nachmittag können sich auch Schauer und Gewitter entwickeln.
Sonst scheint aber die Sonne.
Der Wind ist schwach.
Mit dem Regen im Osten hält es auch am Mittwoch an.
Ansonsten scheint die Sonne.
Wolkenloser Himmel.
Donnerstag wird für alle trocken.
Das war's von uns.
Hier geht's weiter mit der Story im Ersten,
die sich mit dem Thema Pflege befasst.
"Der Pflegeaufstand" - so der Titel der Reportage.
Um 0.20 Uhr meldet sich Anna Planken mit dem nachtmagazin.
Morgen an dieser Stelle Ingo Zamperoni.
Tschüss.
Copyright Untertitel: NDR 2018
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