All language subtitles for Preis der Freiheit (1)

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Original subtitles

(Welsch) "Ich bin nicht sicher, ob ich mich an alles richtig erinnere."

"Aber wer tut das schon?"

"An jenem Abend war alles ruhig."

"Unauffällig - von außen."

(Radio) "Der von der DDR-Justiz mit Haftbefehl international gesuchte

frühere Staatssekretär Schalck-Golodkowski

hat sich in Westberlin den Behörden gestellt."

"Er befindet sich in Moabit in Untersuchungshaft."

* Telefon *

(Welsch) "Und dann plötzlich ging es los."

* Demonstranten rufen Parolen. *

* Telefon *

* spannungsvolle Musik *

(Radio) "Mit der Devisenbeschaffung

machte er sich verdient für seinen Staat."

* Radio wird übertönt von hektischer Geräuschkulisse. *

Es ist so weit?

(TV) "Schalck-Golodkowski hatte sich gestern Abend gestellt."

"Nach Angaben seines Anwalts hat er seine Schweizer Konten aufgelöst

und 60 Millionen D-Mark auf ein Konto der DDR überweisen wollen."

* dramatische Musik *

(Welsch) "Das war der Anfang vom Ende."

(Ilja) Beeilt euch. Planwirtschaft ist vorbei.

(Welsch) "Aber um mich ging es gar nicht."

* aufgebrachte Rufe *

(Welsch) "Ich war nur das Ablenkungsmanöver."

* spannungsvolle Musik *

Hey! Steig aus!

* Protestparolen *

(Welsch) "Oder war diese Nacht nur das Ende vom Anfang?"

* Musik: "Sweet Dreams" von Eurythmics *

Lotte Bohla

Margot Spindler

Ina Winter

Ziehst du dich noch um? Mhm.

Ich warte draußen vorm Haus, ja?

Und beeil dich! Ja, Mutti.

* Fahrzeuglärm *

Ich warte noch auf meine Kohlen. Kommen die noch?

Keine Ahnung. Ich bin nicht der Weihnachtsmann.

Ah. Dann hoffen wir mal das Beste.

(Mann) Hilfe! Hey!

Hilfe! Lasst mich los! Ihr sollt mich loslassen!

Haltet ihn doch auf!

Stehen bleiben! - Halt! Stehen bleiben!

Haltet ihn auf!

Der hat mein Fahrrad geklaut! Sie wohnen hier?

Ja, Bohla. Buchladen. Dann erstatten Sie \u0027ne Anzeige.

Gegen wen denn? Gegen unbekannt!

Alles in Ordnung, Mutti?

Wir müssen los. Was ist mit deinem Fahrrad?

Hab ich verliehen.

* lustvolles Stöhnen *

* erregtes Keuchen *

Besser? Ja.

* Klopfen *

Ja?

Margot, es gibt ein Problem. Kommst du?

Und Ilja? - Ja?

Der Neue wartet schon.

Herzlich willkommen bei der Kommerziellen Koordinierung.

Markus Welsch.

Sehr gutes Zeugnis von der Ökonomiehochschule.

Hier läuft alles etwas anders. Es gelten strikte Regeln.

Kein Informationsaustausch zwischen den Behörden.

Absolute Vertraulichkeit.

Heute ist dein Glückstag.

Glaub Ilja nicht alles. Er neigt zur Übertreibung.

Den wirst du nie vergessen.

Du weißt, woran hier alle arbeiten?

Sicherung der Zahlungs- und Wirtschaftskraft der DDR.

Genau. Gut aufgepasst. Und du wirst mich nun unterstützen.

Wir sind die KoKo, die Kommerzielle Koordinierung,

der kapitalistische Anker, an dem unsere Planwirtschaft hängt.

Wir wickeln die Vermögen von Ausreisehäftlingen ab,

wir beschlagnahmen und so weiter und so fort.

Wir bringen die Devisen, ohne uns wäre der Laden hier pleite.

Aber da das keiner versteht, halten wir die Klappe. Kapiert?

* mysteriöse Musik *

Und damit kann ich wirklich ...

Rüber - und wieder zurück.

Und das jederzeit.

Rein dienstlich natürlich.

* spannungsvolle Musik *

Wo ist sie? Margot. Schön, dich zu sehen.

Es gibt klare Absprachen zwischen euch und uns.

Und warum werden sie dann laufend von der KoKo missachtet?

Ich will sie sehen. Jetzt.

Ich brauche Mechthild Schuster.

Sie steht ganz oben auf der Liste, das weißt du genau.

Nein, Margot. Nein?

Wir machen die Listen, ihr verhaftet die Leute -

klare Aufgabenteilung.

Der Westen tanzt euch auf der Nase rum.

Die bestimmen schon zu 70 Prozent, wen ihr verkauft. 70 Prozent!

Strauß will Schuster. Willst du das verantworten?

Ihr Mann war BND-Spion mit Zugang bis zu Honecker.

Genau: war. Dafür habt ihr schon gesorgt.

Wir verantworten die Sicherheit im Land.

Mechthild Schuster weiß mehr, als sie sagt. Sie kommt nicht raus.

* Türöffner surrt. *

Frau Schuster,

Sie sollen im Rahmen der deutsch- deutschen besonderen Bemühungen

in die BRD überführt werden. Sie müssen noch was unterzeichnen.

Hiermit geben Sie Ihre DDR-Staatsbürgerschaft auf.

Bitte.

Passen Sie auf mich auf.

Frau Schuster, unterschreiben Sie hier.

Sie werden heute Nacht in die BRD ausreisen.

Verstehen Sie das?

Ja.

Danke. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

* schicksalhafte Klänge *

* David Bowie im Radio *

Hallo, Paul.

Hallo. Entschuldige die Verspätung.

Kommt rein. Alle sind schon da bis auf Margot.

Die hat noch zu tun. - Ist ja wie immer, ne?

Wie immer.

Ist das Bowie? - Hey, Cousin!

Ich flipp aus! - Ja, Mann!

Ja, das ist drüben vorm Reichstag.

Was machen wir noch hier? - Oma hat Geburtstag.

Mach das mal aus, bitte.

Weißt du, wer übermorgen spielt? Genesis!

Genesis! - Darf ich da hin, Mutti? Bitte!

Bitte, bitte, bitte! Reden wir später drüber.

Mutti, alles Gute zum Geburtstag! Eierlikör!

Das kann Lotte wie keine andere.

Der Abend ist gerettet. - 100 Jahre sollst du werden.

Jetzt können wir uns setzen. Ich hab Hunger.

Else, wie soll ich meinen Laden denn führen?

Mit uralten Maschinen, ohne Ersatzteile?

Wie soll\u0027n das gehen?

(Else) Stimmt das? Ist das so, Margot?

Paul übertreibt, Mutter.

\u0027tschuldige, Mutti.

\u0027tschuldige, dass ich zu spät bin.

Du bist immer genau da, Margot, wo man dich braucht.

(Else) Einen Eierlikör? Ja.

(Else) Bitte.

* sanfte Musik *

Auf dich, Else.

Wir haben dir alles zu verdanken.

Du hast uns durch den Krieg getragen.

Und im Frieden gelehrt, was richtig und was falsch ist.

Auf dich, Mutter.

Auf Else. - Auf dich, Oma.

Auf den Frieden. Auf uns alle.

(Roland) Und auf Mutti.

Morgen wäre auch ihr Geburtstag.

Ja.

Zur Feier des Tages möchte Christa eine gute Nachricht verkünden.

Christa?

Ich werde auch in die Partei eintreten.

Da wär deine Mutti sicher sehr stolz gewesen.

Es reicht, Lotte.

Was willst du damit sagen?

Silvia, also eure Mutti,

hatte einfach andere Vorstellungen vom Leben.

Aber das wird hier in der Familie ja totgeschwiegen.

Silvia war alles zu viel und alles zu wenig.

Sie war nie zufrieden. Und auch keine gute Mutter.

Du musst keine Tote bekämpfen.

* Klirren *

Jetzt halten alle ihr Maul!

Sonst werfe ich euch zu den Schweinen!

* schnelle Schritte *

* Türknallen *

\u0027tschuldigung.

* melancholische Klänge *

Roland?

Was soll das, hm?

Warum muss Margot immer auf Mutti rumhacken?

Warum fängst du denn damit an?

Weil sie mir fehlt.

Du kannst dich doch genauso wenig an sie erinnern wie ich.

Doch.

Aber Margot würde sich das nicht einfach ausdenken.

Du glaubst sowieso immer alles, was sie sagt.

* bedrückende Klänge *

* Pfeifen *

* Schmunzeln *

(Mann) Durst?

Hast du kein Zuhause?

Bei dir schmeckt das Bier besser.

* angespannte Musik *

Warum bin ich hier mitten in der Nacht? Und wo ist Krimling?

Der Genosse Generalmajor hat mich beauftragt.

Nierenversagen.

Heute Nachmittag war sie noch kerngesund.

Sie muss heute Nacht noch über die Grenze.

Sie ist nicht transportfähig. Spritzen Sie ihr was.

Das wird nicht gehen. Wie hoch ist das Risiko?

Sie würde es nicht überleben.

* Namen werden aufgerufen. *

(Vogel) Frau Spindler, Sie hier?

Herr Dr. Vogel. Gibt es Probleme?

Sonderhäftling Schuster ist nicht transportfähig.

Was? Der Bus muss vor Morgengrauen in Gießen sein, mit Schuster.

Sie werden das lösen. Ich will Sie nicht stören, die Nächte sind kurz.

Selbstverständlich, Frau Spindler.

Sagen Sie dem Genossen Generalmajor,

das wird nicht folgenlos bleiben, Riese.

Wird gemacht, Genossin Spindler.

* Motor wird gestartet. *

(Vogel) Meine Damen und Herren,

Sie haben eine weite Reise vor sich.

Ich möchte Sie bitten, über diese Aktion zu schweigen.

Verraten Sie weder Presse noch Fernsehen,

wie Sie in den Westen gekommen sind.

Wir wollen noch mehr Menschen den Weg in die Freiheit eröffnen.

* Seufzen *

Mir geht der Mann nicht ausm Kopf.

Du hättest nichts für ihn tun können.

Ich hab ihm mein Fahrrad gegeben.

Du hast was?

Was hat der denn gemacht?

Was hat der gemacht?

Es reicht doch schon, \u0027nen Ausreiseantrag zu stellen.

Oder ein doofer Nachbar will dir was anhängen.

Da kommen die mit \u0027nem Gemüsewagen statt Polizeiauto?

Ich werde dir mal \u0027n paar Leute vorstellen.

* düstere Musik *

(Welsch) "Die Geschäfte der KoKo machten an der Mauer nicht halt."

"Im Gegenteil: Die Mauer war unser Geschäft."

"Je undurchlässiger die Grenzen, desto lukrativer der Handel."

"Aber das war längst nicht alles, was im Osten niemand wissen durfte."

* spannungsvolle Musik *

(Verwaltungsleiter) Willkommen in der Bundesrepublik!

In dieser Richtung finden Sie WCs und Waschräume.

Dann geht es weiter zur Registrierung.

(Frau) Ich bin so überglücklich.

(Verwaltungsleiter) Danach werden Ihnen noch einige Fragen gestellt.

(Mann) Ich hab den Ausreiseantrag zurückgezogen! Ich will zurück!

Ich will zu meiner Familie!

Zu meiner Familie!

Sie sind?

Ina Winter. Ministerium für inner- deutsche Beziehungen. Guten Tag.

Vogel.

Laut meiner Behörde erwarten wir eine Mechthild Schuster.

Schuster? Tut mir leid, die steht nicht auf meinen Listen.

Auf meiner schon.

Mehr weiß ich nicht. Bedaure.

Herr Schalck-Golodkowski hat meinem Vorgesetzten, Staats...

Frau Sommer, grüßen Sie den Staatssekretär,

das sollten die Herren miteinander ausmachen. Ich empfehle mich.

In Gold, ja? Jeder wie er kann, nicht?

(Schalck) Die Müllgeschäfte laufen gut.

Die Berliner wollen die Kontingente erhöhen.

Das wird schwierig. - Aber es muss sein.

Sprich mit Klein. Und triff dich mit dem Schweizer.

Wir brauchen jede Devisenquelle. - Ich tu, was ich kann.

Unser Staat kann nur überleben, wenn wir zahlungsfähig sind.

Dafür sind alle Mittel recht.

Alle.

Margot?

Strauß ist sehr ungehalten.

Ich hab ihm persönlich zugesichert,

dass Mechthild Schuster umgehend geliefert wird.

Ich möchte nicht mehr hören, warum das nicht geht.

Ich verlasse mich auf dich. Regel das.

Die Beträge für Häftlinge und Familienzusammenführungen

sind in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken.

1985 waren es 301 Millionen, 1986 nur noch 195 Millionen

und in diesem Jahr, also bis jetzt, 148 Millionen.

Die Zahlungen müssen steigen.

Die Humanisierung des Systems durch Geld

steht ganz oben auf der Liste der Bundesregierung.

Glauben Sie, dass wir so Humanisierung erreichen?

Die stopfen doch einfach ihre Löcher mit unserem Geld.

Verhökern gekaufte Rohstoffe an internationalen Börsen weiter.

Das können wir nicht beeinflussen. Das sollten wir aber.

Warum sonst machen wir das? Wie, bitte?

Warum unterstützen wir die?

Sie sind lange genug im Geschäft, das muss ich nicht erklären.

Warum stabilisiert die Bundesrepublik ein System,

das Menschen die Freiheit raubt?

Danke für Ihre Einschätzung, Frau Winter. Das war\u0027s für heute.

Frau Winter, begleiten Sie mich bitte zu meinem Wagen.

Wir arbeiten an einem großen humanitären Projekt.

Geht\u0027s dabei nicht vor allem um Geld?

Mir geht es dabei um die Menschen. Ja, mir auch.

Dann denken Sie an die, denen wir helfen.

Die vielen, die wir glücklich machen.

Aber sie schicken uns mittlerweile

nicht nur noch Dissidenten und Regimegegner,

Nein, gerne auch Schwerkriminelle.

Ja. Mittlerweile kriminalisieren sie sogar die,

die nur einen Ausreiseantrag gestellt haben.

Frau Winter, ich will und kann mir keine Einzelschicksale anhören.

Das sind keine Einzelschicksale. Der Osten nimmt uns aus.

Die verdienen sich an uns \u0027ne goldene Nase.

Und manche sogar \u0027nen goldenen Mercedes.

Vertreten sie mich diese Woche

bei den Diakonieverhandlungen in Stuttgart.

Mit den Unterhändlern der DDR?

Keine Emotionen. Nur Fakten.

Und was die Schuster betrifft: Bleiben Sie hart.

Diese Ausreisetypen machen Radau,

um verhaftet zu werden und rüberzukönnen.

Die sollen gefälligst hierbleiben und hier was tun.

(Mann) Hallo, hallo, hallo, hallo!

Hallo. Das ist Lotte.

Lotte, das ist die Umweltbibliothek.

Hallo.

Äh, ja, ich bin Lotte. Also, Lotte Bohla.

Ich hab den Buchladen in der Schwedter Straße.

Bohla? Roter Adel. Deine Schwester ist so \u0027ne 150-Prozentige, nicht?

Ja. Aber dafür kann ich ja nichts.

Leute, Lotte möchte genau das Gleiche wie wir.

Dass sich was verändert. Wir können gerade jeden gebrauchen.

Dann kann Sie ja vorne die Hefte verteilen

und den nächsten Konzertabend organisieren.

Marion, soll sie hier die Schülerarbeit machen, oder wie?

Was heißt Schülerarbeit? Ist doch \u0027ne ganz normale Arbeit.

Also, ich bin für Lotte. Ich bin die Nachbarin Ihrer Schwester und

kenne deren Ziehkinder, Roland, Christa. Sind in Ordnung.

* wildes Diskutieren *

(Mann) Leute! Hey! Hey!

Machen wir \u0027ne Abstimmung, so wie immer.

Lass mal.

Nee, wir können doch ... Wir stimmen ...

Ihr tickt nicht richtig. Ihr tickt nicht richtig!

(TV) "Seit Mittag versammeln sich in Westberlin

auch heute wieder unzählige junge Menschen vorm Reichstag."

"Sie alle fiebern dem Konzert

der Gruppe Genesis aus Großbritannien entgegen."

"Es ist der dritte Abend des diesjährigen Pfingstkonzertes,

bei dem Künstler wie Eurythmics und David Bowie bereits gastierten."

* jubelnde Menschenmenge *

Es geht los!

Komm!

Hey, Speiche! - Hey! Dachte, ihr kommt nicht.

Ingo.

* "Land Of Confusion" von Genesis *

Wisst ihr was? Irgendwann will ich das mal von vorne sehen. Frontal.

Und zwar immer, wenn wir wollen. - Ja!

(Welsch) "Mit dem Wunsch waren sie nicht allein."

Lass das, Mensch.

(Welsch) "Dabei war die Mauer immer durchlässig -

für einige wenige zumindest."

"Für uns aber war sie schlicht nicht existent."

* unruhige Musik *

Auf geht\u0027s.

(Welsch) "Aber wie gesagt: Das galt nur für wenige."

(Lautsprecherdurchsage) "Achtung, hier spricht die Volkspolizei."

"Räumen Sie umgehend das Gelände! Begeben Sie sich nach Hause!"

Was soll\u0027n das werden?

* laute Unmutsbekundungen *

Die Mauer muss weg!

(alle stimmen ein) Die Mauer muss weg!

* Sirenen *

Hey, Speiche! Sei leise! Da!

(alle) Die Mauer muss weg!

* unruhige Musik *

(Welsch) "Drüben hatte ich mir alles anders vorgestellt."

"Aber dann war er plötzlich da:

der Westen."

* wütendes Gekreische *

* unruhige Musik *

Hey, Ingo!

* Getragene Musik überlagert Gesang. *

Schneider.

* dramatische Musik *

Hey, komm! - Ich geh nicht ohne Ingo!

Wir müssen weg! - Ich gehe nicht ohne Ingo!

Jetzt komm!

Die Mauer muss weg!

Die Mauer muss weg!

Halt!

Hier übernehme ich.

Los, verschwinde!

Vor laufenden Kameras die eigene Jugend verprügeln.

Das kommt in der freien Welt ganz schlecht an.

Keine Politik. Wir machen Geschäfte.

Und die machen wir besonders gerne mit euch.

Mein lieber Schneider, Großrechner braucht ihr. Wie soll das gehen?

Wir reden über Embargowaren. - Seit wann interessiert euch das?

Großrechner verstoßen gegen Nr. 53, Militärregierungsgesetz.

CoCom-Bestimmungen.

Auch bei uns sind diese Geschäfte äußerst schwierig.

Euch Schweizern ist doch egal, woher das Geld kommt, solange es genug ist.

(Welsch) "Margot war die Einzige, die immer einen Auftritt hatte."

"Sie kam nur rüber, wenn es wirklich wichtig war."

Guten Abend.

Frau Spindler.

Stimmt es, dass Sie sich nicht einig sind? Guten Abend.

Gnädige Frau, ihr Herr Dr. Schneider

ist etwas kompliziert in letzter Zeit.

Oder soll ich sagen: etwas zickig? Verlangt nach Rechnern.

Obwohl wir noch nicht mal die Müllfrage geklärt haben.

Eins geht nicht ohne das andere. Für den Müll zahlt ihr zu wenig.

Bei den Rechnern können wir über Bargeld nachdenken,

wenn es Ihr Leben erleichtert.

Es kann über andere Wege laufen. Nicht wahr, Ilja?

Was schaut ihr mich an? Sie ist der Boss.

Abgemacht?

Abgemacht.

Also gut, abgemacht. - Abgemacht.

Abgemacht.

Verkauft doch einfach die Mauer und lasst die Leute rüber.

Vielleicht kann die Schweiz helfen.

Wie viel kostet die Mauer denn? Unterhalt?

316 Millionen - pro Jahr.

(Sängerin) Dann seid froh, wenn ihr sie los seid.

Ich kann Ihnen auch den Material- wert sagen, wenn Sie bar zahlen.

Für die Mauer etwa 7,5 Millionen,

für den Stacheldraht mindestens 6,5 Millionen.

Aber da bekommt ihr Nachlass, weil er aus dem Westen kommt.

Die Materialkosten insgesamt 21 bis 22 Millionen - D-Mark.

Wollen Sie die Mauer kaufen?

Ich? - Kauf doch die Mauer.

Vorerst muss sie aber noch ein bisschen stehen bleiben.

Ihr liebt uns doch eingesperrt. Als Billiglohnland.

Bine? - Ja?

Ich dachte, du wurdest eingepackt.

Nee.

Ich hab mich losgerissen, bin gerannt.

Wahnsinn. - Ja.

Ich lass mich von denen nicht unterkriegen.

Du, ich schlaf heute hier.

Willst du noch reinkommen?

Nee. Ich geh mal lieber hoch.

Na, denn. Gute Nacht.

* Radio: "Wenn ein Mensch lebt" von Puhdys *

Roland? Kannst du mal?

Die Pumpe funktioniert wieder nicht.

Na, du? - Ey, lass das, verdammt!

Was\u0027n los mit dir?

Du blutest ja.

Zeig mal her.

Diese Scheißbullen. Dieses Scheißland.

Sie machen dich fertig.

Egal, was du machst, sie machen dich fertig.

Zieh mal die Hose aus.

* schmerzerfülltes Stöhnen *

Lass uns abhauen.

Jetzt halt mal still.

* geheimnisvolle Klänge *

(Radio) "Es waren Auseinandersetzungen,

wie sie Ostberlin bislang nicht kannte."

"Die Polizei ging mit Schlagstöcken gegen Tausende Jugendliche vor,

die in Sprechchören den Abriss der Mauer forderten."

"Vor der Sowjetbotschaft riefen sie \u0027Gorbatschow, Gorbatschow\u0027

und stimmten ironisch die Internationale an,

denn die erkämpft das Menschenrecht."

"Dabei hatte alles ganz friedlich und harmlos begonnen."

"Hunderte Jugendliche waren zum Brandenburger Tor gezogen,

um ein paar Fetzen von der heißen Musik zu hören,

die nicht nur der Wind von der anderen Seite rüberwehte."

* düstere Musik *

(Paul) Margot?

Hast du das am Brandenburger Tor mitbekommen?

Ja. Wie die Rattenfänger locken die unsere Kinder an.

Rattenfänger! Nur weil sie ein bisschen Musik hören wollten.

Die jungen Leute sehnen sich ... Nach was?

Nach oberflächlichem Getue? Geld? Glitzer?

Leerem Gefasel?

Ich weiß, wie\u0027s drüben ist.

Bin jedes Mal froh, wenn ich wieder hier bin.

Wir verlieren sie alle, wenn wir so weitermachen.

Alle.

Roland und auch Christa.

* lautes Surren, Schreie *

(weinend) Bitte lassen Sie mich gehen.

Bitte, ich will nur nach Hause. Ich hab nichts gemacht.

Bitte, ich hab nichts gemacht. Ich hab nichts gemacht.

Nichts gemacht.

Ist das so? - Ja.

* Plätschern *

* dreckiges Lachen *

Wie alt bist du?

16.

16? Was für Schweine!

(Mann) Glatze.

Junge, riechst ja wie \u0027n Wallach.

* Gelächter *

Du machst dich erst mal sauber.

Keine Sorge, bei uns bist du sicher.

* Er weint zitternd. *

(Radio) "... Montagabend etwa 2000 Anhänger der Rockmusik versammelt,

die ein Konzert anhören wollten,

das vorm ehemaligen Reichstags- gebäude in Westberlin stattfand."

Lotte? Du bist es.

Hab was für dich.

Vier Stück? Kann doch nicht sein, dass ich 999 bestellen muss,

um überhaupt was zu kriegen.

Hat aber funktioniert.

So funktioniert hier gar nix mehr. Pass auf, was du sagst.

(Radio) "Die Polizei hat einzelne Ruhestörer festgestellt,

die die Situation ausnutzen wollten."

"Niemand ist verhaftet worden."

Wo warst du? Ich war so besorgt. Frau Bohla.

Sie müssen besser auf Ihren Jungen aufpassen.

Er hat sich zu Straftaten anstiften lassen.

Rowdytum. Wir werden auch die Schule informieren müssen.

Tun Sie, was Sie tun müssen.

Willst du drüber reden, was passiert ist?

Ich versteh dich vielleicht besser, als du denkst.

Ach ja? Ich weiß, wie du dich fühlst.

Und dass es so nicht weitergehen kann.

Warum ist es dann so?

Ihr seid doch die Erwachsenen! Warum macht ihr nichts dagegen?

Weil\u0027s nicht so einfach ist. Hör auf mit den Scheißsprüchen.

Dieser rote Drecksstaat, verstehst du?

Er macht uns alle nieder und du schaust zu, genau wie alle anderen!

Ingo, lass uns reden. Mann, lass mich in Ruhe!

* Welsch gibt Anweisungen. *

Wenn das ein bisschen schneller geht, wäre ich sehr dankbar.

Machen wir jetzt \u0027nen Feinkosthandel auf?

Saddam Hussein hat einen Teil der Lieferung

in Datteln statt in Erdöl bezahlt.

Wie bitte? Schaff das Zeug hier weg, Welsch! Aber sofort!

Die Kaufhallen sind alle voll, aber die sind sehr lange haltbar.

Beruhig dich. Wir kriegen das verkauft.

Vogel ist krank, du vertrittst ihn in Stuttgart.

Mein diplomatisches Geschick ist das eines Elefanten.

Dann kann\u0027s nicht schaden, dich in den Porzellanladen zu schicken.

(Mann) Frau Winter, bitte fassen Sie zusammen.

Gut.

Die Liste der Bayerischen Staats- kanzlei enthält 403 Häftlinge,

die Härtefallliste des Kanzleramts 167

und die bayerische Liste ... Bei mir stehen hier 170 Personen.

Ja, diese drei Herrschaften stehen unter dringendem Spionageverdacht.

Da sind uns die Hände gebunden. Wie geht es denn Frau Schuster?

Also gesundheitlich.

Seit Monaten warten alle hier Anwesenden auf ihre Überstellung.

Frau Schuster ist doch die Frau eines überführten Spions.

Das läuft auf einer anderen Ebene, dazu kann ich nichts sagen.

Ich möchte aber um eine Erhöhung des DDR-Kontingents

auf 40 Prozent bitten und um eine Preisdifferenzierung.

Jetzt geht das wieder los. - Es geht um zwei Chirurgen.

Für die wollen sie wieder nur die üblichen 95.847 D-Mark zahlen.

Die beiden hatten auf Kosten der DDR eine langjährige Ausbildung.

Daher wäre eine Sonderzahlung von 200.000 pro Häftling angemessen.

Diese beiden Fachkräfte fehlen uns.

Wohl nicht, sonst hätten sie die nicht für 20 Monate weggesperrt.

Im Rahmen der Kontingenterhöhung fordere ich ...

Kontingente, Preise -

hier geht es nicht um eine Ware, es geht um Menschen.

Ihre Preistreiberei ist würdelos. Würdelos?

Sie wollen doch Menschen kaufen. Die DDR ist kein Bittsteller.

Beide deutsche Staaten haben den Krieg verloren,

aber nur wir sollen dafür zahlen.

Lesen Sie nach, was wir an die Sowjetunion abführen.

Uns ist da noch was aufgefallen. Was denn?

Was ist mit den Ausreiseantragstellern?

Was soll mit denen sein? Na ja, es kommt uns so vor,

als verhafte man Menschen, um sie hinterher nur zu verkaufen.

Wollen Sie unsere humanitären Bemühungen

in den Dreck ziehen? Ist das Ihr Ziel?

Natürlich nicht. Aber ich hätte gerne \u0027ne Antwort auf meine Frage.

Sorgen Sie lieber dafür,

dass der Bus nicht von TV-Teams empfangen wird.

Wir sind ein freies Land, ebenso unsere Presse.

Wir empfinden das als Desavouierung unserer gemeinsamen Bemühungen.

Ihre Geschäftemacherei, die Art und Weise ekelt mich an.

Gut. Wir können gerne abbrechen.

Gut.

Wird diese Meinung von allen geteilt?

Nein. Wir wollen ja alle keinen Streit und dass es weitergeht.

Das wird\u0027s auch. Der Staatssekretär ist da bei uns.

Ist er nicht. Ich bin hier als seine autorisierte Vertretung.

Solange Mechthild Schuster nicht überstellt wird,

liegt die Verhandlung auf Eis. Meine Herren.

Frau Winter? Auf Wiedersehen.

Herr Schneider, das war nicht abgesprochen.

Herr Schneider, vielleicht könnten wir mal über die Zahlen ...

Kaum taucht eine schöne Frau auf,

sind alle humanitären Bemühungen beim Teufel?

Mein lieber Schneider,

die Winter macht ihren Job zwar erst seit Kurzem,

aber sie ist eine kompetente Fachkraft.

Vielleicht. Aber keine Führungskraft.

Die Winter ... Die ist doch auch von drüben.

Sehen Sie mal, was für Langzeitfolgen das hat.

Ah, Frau Winter, das ist Ihr Auto? Ja.

Das ist aber schick.

\u0027n Spider. Den hätten Sie so in der DDR nicht bekommen.

Das gebe ich zu.

Darf ich?

Geflohen oder verkauft?

Darüber möchte ich mit Ihnen nicht sprechen.

Also war\u0027s schlimm? Sehr?

Das tut mir leid.

Kann ich Ihnen einen Kaffee spendieren?

Wir haben uns beide etwas erregt. Nein, danke.

Passen Sie gut auf sich auf, Frau Winter.

* geheimnisvolle Musik *

Ich kam nicht früher weg.

Du hast der Sache geschadet, Krimling.

Und mich mit deiner Starrköpfig- keit in eine Scheißlage gebracht.

Prinzipientreue. Prinzipientreue? Nein.

Vor deiner Zeit starb mein Vater im Kampf gegen die Faschisten.

Margot, wir kämpfen doch für dieselbe Sache.

Aber Schalck und Schneider auch?

Du kennst meine Meinung: Der Westen kauft uns.

Wach endlich auf. Der Westen ist gierig. Wir nicht.

Das hilft uns.

Norbert.

Die Schuster muss nur lebend rüberkommen.

Ich denk drüber nach.

* dramatische Musik *

(Mann) Mahlzeit.

(Klein) Nee, so kann man das nicht rechnen, Herr Direktor.

Oder soll ich sagen: Genosse Kombinatsleiter?

Mir egal, wie Sie mich nennen. Aber so kommen wir nicht zusammen.

Ein richtig schönes kaltes, leckeres Kölsch.

Es gibt nichts Besseres.

Prost, meine Herren. Ich bin der Rudi.

So, worüber reden wir?

Wir reden hier über 10.000 Kühlschränke in zwei Monaten.

Keine Ahnung, ob ihr das überhaupt hinkriegt.

Aber bei so \u0027nem Auftrag sabbern bei uns drüben alle vor Glück.

Und ihr seid bockig?

Ich glaub\u0027s nicht.

(Paul) 30 D-Mark für ein Gerät, das Sie fürs Zehnfache verkaufen?

(Klein) Nee, sagen wir mal 200, \u0027ne ganz normale Marge.

Und 30 Westmark sind für euch 300 Ostmark. Richtig Schotter!

So kann man das nicht rechnen.

Drei Millionen Ostmark in zwei Monaten,

für einen Klump, der nach drei Jahren auf den Müll wandert.

Wer ist sonst so gut zu euch? - Mach mal \u0027nen Punkt.

Unter 70 reden wir nicht. - Wir brechen ab.

Ilja, sag dem Herrn, wir reden respektvoll, auf Augenhöhe!

Und sonst gar nicht!

(Mann) Vielleicht hätten wir doch ...

(Paul) Gar nichts hätten wir! Halsabschneider!

Der kommt wieder. Nicht unter 80.

85. Das ist für die auch noch billig.

Mann, pass doch auf!

Idiot!

Ist dir was passiert

Du bist mir übern Fuß gefahren. - Was? Echt?

Na ja, fast.

Ich muss zur Materialbeschaffung.

Warum?

Du bist vielleicht neugierig.

Vielleicht weil ich die Materialbeschaffung leite?

Ah, du machst also auch alles. Kaffee, Kuchen, Assistenz, wie ich.

Du heißt?

Markus. Markus Welsch.

Was sollst du denn abladen?

Ich hab im Kofferraum Trommelwellen für Waschmaschinen,

für Herrn Spindler, von Thyssen. Beste Qualität.

Wir nehmen nichts an. Boykott gegen kapitalistische Ware.

Nee, jetzt. Oder?

Egal. Ich lad das teure Zeug jetzt einfach auf den Hof.

Trag das Zeug ins Lager.

Markus.

Wie heißt du? - Christa.

Genosse Schürer.

Gab\u0027s letztes Jahr nicht Sekt?

Nächstes Jahr gibt es möglicherweise gar nichts mehr.

Aber auf mich hört eh keiner.

Wenn man nicht mal mehr dem Chef der Plankommission zuhört.

Ich überbringe eben immer nur schlechte Nachrichten.

Auf die Zukunft.

Ich musste mir eben vom Genossen Honecker anhören,

es fehlt an Kinderschuhen in unseren Kaufhäusern.

Kinderschuhen!

Genosse Jendrich,

was macht Ihr denn da im Schuhkombinat?

Seit wann müssen wir Valuten ausgeben,

um Kinderschuhe im Westen zu kaufen?

Die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik,

sagt dir das noch was, Genosse Jendrich?

Ich erwarte deine Stellungnahme.

Ich wette, es fehlen Schnürsenkel und Leder.

Eigentlich fehlt ja immer Leder.

(Mann) Wir müssen höhere Standards erreichen,

völlig neue Wirk- und Arbeitsprinzipien,

neue Technologien erkunden und praktisch beherrschen.

Lass mich mal raus. Das viele Wasser.

Und auf diese Weise einen ... Genosse Spindler?

Wie ich höre, habt ihr einen Großauftrag

über drei Millionen sausen lassen?

Das Angebot war in keiner Weise akzeptabel.

Wir hätten unsere Arbeit weit unter Wert verkauft.

Und das hat wer entschieden, Genosse Spindler?

Das hab ich entschieden.

Dieser Großauftrag ist ein Großauftrag,

der der Volkswirtschaft verloren gegangen ist!

Das sage ich dir, der ZK-Sekretär der SED für Wirtschaftsfragen.

Hast du dagegen etwas einzuwenden? - Nein.

Nein. Aber Genosse, was bringt ein Großauftrag,

wenn wir unter unseren Gestehungskosten arbeiten?

Ich empfehle dir, dich mal wieder

mit marxistisch-leninistischer Wirtschaftstheorie zu beschäftigen.

Das hilft, Genosse.

* Gelächter *

Ich habe mich beschäftigt

mit marxistisch-leninistischer Wirtschaftstheorie,

da hast du noch Heil Hitler gerufen.

* angespannte Musik *

(Mann) Sie haben sich nicht an die Verabredung gehalten.

Statt sich auf Fakten zu konzentrieren,

haben Sie alle mit Ihren Emotionen aus der Fassung gebracht.

Ich habe gesagt, was ich denke.

Was in diesen Kreisen einem Erdbeben gleichkommt.

Außerdem stimmt ... Nichts außerdem!

Sie haben einen Aufstand losgetreten.

Plötzlich haben sich alle bewegt.

Sie können stolz sein.

Sie haben einen Durchbruch erzielt. Gratuliere.

Dass Schuster in dieser Woche noch freikommt,

ist vor allem Ihr Verdienst.

Danke.

* Musik: "Lebenszeit" von Puhdys *

* Pfiff *

Jawoll, ich dachte schon, ich muss verhungern.

Ist Ingo schon da? - Hörst du doch.

* lauter werdendes Trommeln *

Na?

Erzähl mal, wie du dich gewehrt hast gegen die Bullenschweine.

Richtig auflaufen hat er sie lassen. Ist doch so, Ingo?

Bist du jetzt unser Hero hier? - Hey, Speiche. Ist gut.

Kommt, Jungs. Los geht\u0027s!

* Sie spielen "She\u0027s Lost Control" von Joy Division. *

* Ingo hämmert wild auf dem Schlagzeug rum. *

Was\u0027n los, Kleiner? - Scheiße klingt\u0027s, was du spielst.

Vielleicht weil du nicht zählen kannst.

Hey! Mensch! - Hey, Ingo! Mensch!

Beruhig dich!

Wir können nix dafür!

Ihr kotzt mich an! Alles hier kotzt mich an!

Dann lass uns abhauen!

Wie jetzt?

Na ja, raus hier. \u0027n Bierchen trinken.

Ich bin noch verabredet.

Mensch, Ingo!

Lass gut sein. Ich wollte dir eh noch was zeigen.

* düstere Klänge *

Das Haus da, das ist so zwei, drei Meter weg vom Wasser.

Was willst du mir damit sagen?

Ja, nichts.

Na, du weißt schon. Hey!

Wir müssen nur aufs Dach kommen.

Von dort aus schafft man\u0027s über die Mauer.

Und dann? Die knallen uns ab, bevor wir rübergeschwommen sind.

Vergiss es! - Guck mal da drüben:

Was denkst du, wie viele nachts da sitzen?

\u0027n Dutzend?

Ja. Genau die sind unsere Lebensversicherung.

Einfach so abhauen?

Na ja. Viel hält uns hier nicht, oder?

Was ist mit Christa?

Denk drüber nach. Aber bloß nicht zu lange.

* schwermütige Musik *

(Welsch) "In jener Nacht gerieten die Dinge in Bewegung -

langsam."

"Kleine Risse überall."

"Wie immer hinter vorgehaltener Hand."

"Aber dann, plötzlich, auch klar und deutlich -

mit Forderungen wie ein Schlag ins Gesicht."

"Now, now the Sovjets themselves may, in a limited way,

becoming to understand the importance of freedom."

"We hear much from Moscow

about a new policy of reform and openness."

(Schweizer Akzent) Dem liegt ihr zu stark auf der Tasche.

Er kann es sich nicht mehr leisten. - (Tamara) Ruhe!

"Mr. Gorbachev, open this gate!"

* Jubel *

(Reagan) "Tear down this wall!"

Was wird dann aus unseren Geschäften,

wenn die Russen euch fallen lassen und der Laden dichtmacht?

Was seht ihr?

Fettige Fritten auf braunem Grund - Kunst?

* Klein kichert. *

Das hier, das ist die Mauer!

Aber was ist unter der Mauer?

(Schweizer) Schlechtes Fett?

Ihr seht immer nur, was ihr seht.

Und das ist euer verficktes Problem.

Deshalb braucht ihr mich.

Unter der Mauer, da sind Grundstücke.

Und zwar die schönsten, besten Grundstücke von ganz Berlin.

Das sind Tausende Hektar feinstes, bestes Bauland.

So, und wem gehört es, das Bauland?

Hm? - Der DDR.

Und wenn\u0027s die nicht mehr gibt?

(Welsch) "Keiner konnte sich so an Veränderungen anpassen wie Ilja."

Den Mutigen. Den Mutigen!

Der, der das kauft und der jetzt in die Zukunft investiert ...

(Welsch) "Er war ein Chamäleon."

Der macht das ganz große Geld. - Das würden Sie garantieren?

Ich würde euch sogar meine eigene Großmutter verkaufen.

Schaut\u0027s euch an. Riecht mal dran, an den Parzellen.

Das ist die Kohle! Riecht ihr die Kohle?

Ah, die Kohle!

(Welsch) "Er war ein Spieler -

der größte Spieler von uns allen."

* mysteriöse Musik *

Wo warst du denn?

Hm, Bandprobe.

Und dann noch mit Roland und Speiche. Bin eingepennt.

Ich hab mir totale Sorgen gemacht.

Tut mir leid. Wollte ich nicht.

Na, du Rumtreiber?

Mutti hat sich Sorgen gemacht?

Sag mir in Zukunft Bescheid, wenn du nachts wegbleibst. Verstanden?

Verstehst du eh nicht. Was?

Was hast du gerade gesagt?

Wo willst du jetzt schon wieder hin?

Schule, was sonst?

Was ist los? - Nichts.

Stimmt nicht.

Ich mach mir Sorgen um Roland und um Ingo.

Die sehen alles nur noch schwarz.

Ich kann sie leider verstehen.

Wie, du kannst sie verstehen?

Früher haben die Nazis auf meinen Bruder und Vater eingeprügelt,

weil sie Kommunisten waren.

Das kann man nicht vergleichen. - Stimmt, das kann man nicht.

Aber Gewalt gegen Andersdenkende ist Gewalt.

Ist gegen die Menschen, gegen die Freiheit.

Und was sagt Margot dazu?

Ich hab da noch was für Sie. Für Ihre kleine Tochter.

Hab ich extra für sie aufgehoben.

"Die kleine Ameise". Vielen Dank.

Ich, ähm ... Ich hab da auch etwas für Sie.

Leider.

Wie? Ingo wird nicht zum Abitur zugelassen?

"Unsozialistisches Verhalten", was soll das denn heißen?

Ich mag Ingo, aber er war bei staatsfeindlichen Krawallen dabei,

hat Volkspolizisten angegriffen. Blödsinn. Wer sagt so was?

Ingo selber. Er prahlt damit sogar.

Kann es sein, dass Sie

ihn in letzter Zeit etwas aus den Augen verloren haben?

* bedrückte Klänge *

Du sagst Oma die Wahrheit, ja?

Wenn dir jemand helfen kann, dann sie.

Du musst mit, ich gehe nicht allein rein.

Du gehst da jetzt rein.

Los.

Das hättest du dir vorher überlegen müssen, Ingo.

Mensch, Oma. Bitte. Ich hab gar nix gemacht!

Wenn du mit der Schulleitung redest ...

Mama?

Mama! Ich hab dich noch nie um was gebeten.

Hilf ihm, du kannst das doch.

Es geht aber darum, was man will.

Das hast du leider nie begriffen.

Ingo hat die bewaffneten Organe angegriffen.

Leute, die uns beschützen. - Beschützen? Schweine sind das!

Dreckige, brutale Schweine!

Deinen Opa haben Nazis totgeschlagen. Für seine Ideale.

Er ist ein Vorbild für uns alle. Auch für dich.

Da siehst du\u0027s.

* keuchendes Husten *

Mama?

Mama!

Hast du das öfter?

Warst du mal beim Arzt? Ach, was. Arzt.

Ist bestimmt der ganze Ärger hier.

Ingo hat \u0027nen Fehler gemacht und es tut ihm leid!

Sie reißen ihm nicht den Kopf ab. Er wird nur nicht studieren.

Er kann einen guten Beruf erlernen. Arbeit schändet nicht.

Die wollten einfach Musik hören

und wurden von unseren eigenen Leuten verprügelt.

* Fahrradklingel *

Schau, da kommt der Kaminsky mit meinem Hackepeter.

(Ingo) Tschüss, Vati.

Ingo, warte mal! Ach, lass ihn mal.

(Kaminsky) Guck mal, unser Kleiner wird erwachsen.

Ja. Scheint so. Geht\u0027s dir gut?

Danke, dass du dich noch um Mutti kümmerst.

Leider nicht mehr lange. Hm?

Ich muss hier weg. Mein Haus wird abgerissen.

Sie brauchen Platz für die Mülldeponie.

Machst du Witze? Nee!

Ha! Die, die kommen aus dem Westen und kippen hier ihr Gift ab.

Ich hab im Kreisamt einen ganzen Ordner Eingaben.

Aber nix passiert! Es kommt noch mehr!

Wovon redest du?

Komm mal mit. Komm mit, ich zeig dir mal was.

* unheimliche Klänge *

Unfassbar.

Wir müssen das fotografieren.

Hab ich doch schon längst.

* Tür wird geöffnet. *

Ich dachte, sie ist wieder fit.

Es sollte doch vor allem schnell gehen.

* düstere, angespannte Klänge *

Frau Schuster,

im Namen der Bundesrepublik heiße ich Sie herzlich willkommen.

Wir werden uns jetzt um Sie kümmern.

(Sanitäterin) Können Sie mich hören?

(Arzt) Zugang legen. - (Sanitäterin) Ja.

* lautes Piepen *

Atemstillstand. Was ist mit ihr?

Frau Schuster? Die Infusion, schnell!

Sie kollabiert! Die haben ihr was gegeben!

Bitte bleiben Sie ruhig! Das ist doch kein Zufall!

* angespannte Klänge *

Frau Schuster hatte einen Herzstillstand.

Das tut mir leid.

Bei uns oder drüben? Drüben.

Aber deshalb bist du nicht hier. Nein.

Schau es dir in Ruhe an. Ich habe Zeit.

Da wart ihr aber fleißig.

Meine ganze Familie.

Lotte Bohla:

"verkauft verbotene Bücher unterm Ladentisch".

Na ja.

Roland:

"negativ-feindliche Einstellung".

Paul:

"altes Parteimitglied,

kritisiert Sozial- und Wirtschaftsplan".

Tatsächlich?

Tut er das? Nein, viel schlimmer.

Er hinterfragt die Autorität von ZK und Staatsführung.

Aber das hab ich rausgenommen.

Aha. Verstehe.

Da hat er ja Glück gehabt.

Christa.

Zu Christa habt ihr nichts gefunden.

Doch. Sie hat ihre Kandidatur für die Partei zurückgezogen.

Allerhand. Das weiß noch nicht mal ich.

Und was noch?

Ina Winter?

Wer soll das sein?

Eine Frau, die laut Schneider euch zurzeit in die Suppe spuckt.

Findest du nicht, sie sieht aus wie deine verstorbene Schwester Silvia?

Ich wollte Silvia damals verhaften.

Ah ja? Aber an dem Tag ist sie ertrunken.

Was willst du mir damit sagen?

Kurz darauf taucht im Westen eine Frau auf.

Mit Papieren und einer wasserdichten Legende.

Was für ein Zufall, nicht?

* ruhige, angespannte Klänge *

Margot, ich weiß das seit damals.

Ich war da, als sie in deinen Wagen gestiegen ist.

Ich hab mich an eure Fersen geheftet, bis zur Grenze.

Ich bewundere dich, Margot.

Wie du alle um dich herum lenkst. Auch mich im Übrigen.

Was willst du von mir, Krimling?

Weißt du, es herrscht eine gewisse Unruhe.

Unsicherheit.

Und es würde mir momentan sehr helfen in meiner Position,

wenn wir näher zusammenarbeiten.

Gut.

Ich wollte mich nur vergewissern, dass wir auch wirklich kooperieren.

Margot.

* Seufzen *

* Operngesang *

Was machst du denn?

Nach was sieht\u0027s denn aus?

Das soll da hin und das da.

Ist doch besser so, oder?

Was sagst du?

Ich bin ja eher das Gewohnheitstier.

Vorsicht. Eins, zwei, und ...

Au! Ach, nein!

Nein! Nein!

Margot!

Was ist denn los?

Silvia ist aufgetaucht.

Sie heißt jetzt Ina Winter.

Nicht dein Ernst! Geht\u0027s ihr gut?

Das ist deine erste Reaktion? Wie\u0027s ihr geht?

Margot, was kann sie dir denn schon tun?

Das ist 15 Jahre her.

Keiner weiß was. Wieso regst du dich nicht auf?

Kannst du dir das vorstellen? Ich bin erpressbar!

Margot.

Du hast ihre Kinder.

Ja. Komm, komm, komm.

Und sie nimmt eine so exponierte Stelle an?

Das ist doch kein Zufall.

Leichtsinn? Selbstüberschätzung? Was weiß ich?

So war sie doch schon immer.

Kinder von \u0027nem Russen, der sie sitzen lässt.

Bars, Alkohol, falsche Freunde.

Und nie, aber auch nie war Zeit für die Kinder.

Nein, nein, nein. Sie war immer sehr lieb zu den Kindern.

Ja, lieb. Lieb!

Wie oft hat die Krippe bei dir im Büro angerufen,

Christa sei nicht abgeholt worden? Wie oft?

Und hast du schon vergessen, wie die Bezirksleitung verlangt hat,

du sollst ein Auge auf deine "asoziale Schwägerin" haben?

Das war doch peinlich. Dir war das peinlich.

Und deiner Mutter.

"Eine Bohla - oh!"

Du nimmst sie natürlich in Schutz.

Wie immer. Nein.

Aber ich hab Verständnis.

Dafür, dass es Menschen gibt, die Sehnsüchte haben.

Die leben wollen.

Du solltest sie treffen.

Um was genau zu tun?

Frieden schließen.

Was denn sonst?

(Mann) Großartige Aktion! Danke! Ja, spitze!

Fünf Millionen Tonnen Müll liefert der Westen jährlich an den Osten.

Über weitere Schweinereien auf beiden Seiten

klärt uns jetzt Christoph von den Grünen auf.

Ja, wir kämpfen gegen den sauren Regen,

das Waldsterben, die Verseuchung des Grundwassers seit Jahren.

Gifte bleiben eben nicht an der Grenze.

Greenpeace geht von 400.000 Tonnen Giftmüll aus

und 200.000 Tonnen hochbelasteter Klärschlämme,

die hierher verkauft werden.

Auch in Schöneiche? - Ja.

Schwermetalle, chlorierte Lösemittel,

Trafoöle und Dioxine - die Fotos sind wichtig.

Und ein Anfang.

Wir müssen die Fotos der Presse zuspielen.

Das versuchen wir. - Halt, die Fotos hab ich gemacht.

Dann steht aber nicht mein Name drunter.

Doch, im Gegenteil. Je bekannter du bist, desto weniger können die dir.

Sehe ich anders. Das kann auch nach hinten losgehen.

Die Leute haben ein Recht darauf, zu erfahren, was läuft.

Na gut. Sonst ändert sich ja doch nie was. Mhm.

* Gelächter *

(Skin 1) Glatze, du bist so bescheuert.

(Skin 2) Alles für den Sozialismus!

(Skin 1) Herr Pillermann.

* Punkmusik aus dem Kassettenrecorder *

(Glatze) Hey!

Lass mal die Zecke da und komm zu Papa!

* Gelächter *

Komm mal rüber oder traust du dich nicht?

(Punk) Halt die Fresse, Kleiner. - Was hast du gesagt?

(Punk) Geh nach Hause, du Zwerg! Morgen ist Kindergarten!

Was? Hä? - Komm her, du Scheißwichser!

Scheißnazi!

* lautes Gepöbel der Skinheads *

(Ingo) Verpiss dich! Verpiss dich, los!

Komm nie wieder her, du Ratte! - Blöder Wichser!

Ingo?

Was machst du in meinem Zimmer?

Mann, Ingo.

Ist doch alles nicht so schlimm. Jeder baut mal Scheiße.

Wir suchen \u0027ne Arbeit für dich. Vielleicht in Rolands Werkstatt.

Damit du zufrieden bist?

Damit ich ein genauso verlogenes Leben führe wie ihr alle?

Lass mich in Ruhe. Ich mach das allein.

Lass mich in Ruhe.

Wo willst du hin? Wo willst du hin, Mann?

Lass mich in Ruhe! Mach doch keine Scheiße, Ingo!

Mach\u0027s gut. Ingo!

* hoffnungslose Klänge *

* schwermütige Musik *

Hallo, Lotte.

Du warst ja ewig nicht hier.

Ich hab nie Zeit.

Wie geht\u0027s dir?

Scheiße geht\u0027s mir. Und dir?

Auch nicht gut.

Kannst du mir das Handtuch geben?

Danke.

Kaminsky. Wer noch?

Leute aus der Umweltbibliothek?

Seit wann interessiert sich der Außenhandel für Umweltprobleme?

Halt dich da raus, Lotte. Ich kann dich sonst nicht schützen.

* spannungsvolle Musik *

Wir gehen heute mal \u0027nen Umweg.

Komm.

Christoph? Scheiße.

Was, Scheiße?

Die haben Kaminsky verhaftet.

Und ihr habt ihm versprochen, dass nix passiert.

Ihr müsst ihn rausholen. Die Zeitungen müssen berichten,

so oft wie\u0027s geht seinen Namen nennen.

Ja, ich setze die TAZ drauf an. Gut.

Nicht nur die TAZ - alle!

Alle Redaktionen, Zeitschriften, Magazine - was du kriegen kannst.

Mach da richtig Alarm.

Das waren seine Fotos, die ihr gedruckt habt.

Jetzt müssen wir ihm den Arsch retten.

Im besten Fall erreichen wir, dass sie ihn ... ihn verkaufen.

(Mann) Wir müssen jetzt alles mobilisieren.

Die Schweine!

Das muss \u0027n Fehler sein. - Ich muss zur Armee.

Und dein Studienplatz?

Den kann ich vergessen. - Das können die doch nicht machen!

Das ist sicher \u0027n Irrtum. Rede mit Margot.

Ach, Margot. Margot, Margot! Was soll denn Margot machen?

Margot kennt Leute.

Hey.

Speiche kennt \u0027n Weg. Der ist sicher.

18 Monate.

Christa, das bringt mich um.

Wehe, du denkst drüber nach, mich hier alleine zu lassen!

Dann komm mit!

(weinerlich) Du kannst mich doch nicht alleine lassen.

* schwermütige Klänge *

Honecker hat mich zu sich gerufen.

Es gibt vertrauliche Informationen aus Moskau.

Von unserem Botschafter.

Gorbatschow will das Europäische Haus.

Das heißt?

Das wäre sehr schnell das Ende der deutschen Zweistaatlichkeit.

Die Sowjetunion will uns zum Abschuss freigeben?

Alex, das sind üble Verleumdungen.

Es gibt Dementis und natürlich Widerstand in der SU.

Aber das wäre Selbstmord für Gorbatschow, uns aufzugeben.

Der will sein Land reformieren.

Dafür braucht er Geld aus dem Westen - und das kriegt er.

Von der Deutschen Bank.

Für uns heißt das: Wir sorgen jetzt für uns selbst.

Wir verstärken unsere wirtschaftlichen Anstrengungen

und kooperieren finanziell noch enger mit der BRD.

Margot, wir müssen uns neu orientieren.

Wir sichern unser System nicht mehr mit Moskau.

Sondern?

Mit Bonn.

Das ist Hochverrat, Alex.

Nenn es, wie du willst.

Es ändert sich alles. Darauf müssen wir uns einstellen.

(Mann) Sie sollen mich in Zukunft

offiziell bei den Diakonieverhandlungen vertreten.

Aber ... Keine Widerrede.

Sie können das.

Sie sollten sich im Vorfeld der nächsten Sitzung

mit Dr. Ilja Schneider treffen.

Wegen der Verbindung von Schalck und Strauß?

Das ist alles etwas heikel und deshalb auch störanfällig.

Weil die Annäherung beider Staaten

von vielen Seiten nicht gewollt ist - dort wie hier.

Wird Schalck eigentlich vom BND bezahlt?

Also, Sie können vielleicht Fragen stellen.

Treffen Sie Schneider.

Ich will ein Stimmungsbild.

* angespannte Musik *

Ich suche einen Ilja Schneider. Nein, tut mir leid.

Wo ist denn Ihre Toilette? Hier lang.

Wir hatten \u0027ne Abmachung, Silvia.

Warum habt ihr nie auf meine Briefe geantwortet?

Weil das so besprochen war.

Warum durfte ich meine Kinder nicht sehen?

Was hast du denn geglaubt?

Dass du mal am Wochenende vorbeischauen kannst?

Was hast du ihnen gesagt?

Was abgemacht war.

Ihre Mutter Silvia Bohla ist bei \u0027nem Unfall ums Leben gekommen.

Du bist tot.

Aber jetzt bin ich Ina Winter.

Und lebendiger denn je.

* melancholische Musik *

* Schritte *

Roland?

Was machst du denn hier?

Du musst mir helfen. Ich hab das hier bekommen.

Wie du ihr ähnelst.

Wem?

Deiner Mutter.

Ich muss zur Armee. Warum jetzt?

Alle müssen zur Armee.

Roland.

Du musst Disziplin lernen.

Du warst das?

Roland.

Du kannst immer noch Musik machen, später.

Fass mich nicht an! - Was ist hier los?

Er muss zur Armee? Ich dachte, er ist zunächst befreit.

Es ist besser so.

Das ist unser Kind, verdammt noch mal!

Gibt\u0027s keine Grenzen mehr für dich?

* angespannte Musik *

* Erich Honecker im Radio, nicht zu verstehen. *

\u0027tschuldigung. Roland?

Was ist denn mit dir los?

Alles gut.

Ja? Das sieht aber anders aus, du.

Hier, von meiner Simson.

Pass gut drauf auf.

(Honecker im Radio) "... gemeinsam nach Wegen suchen,

die der heutigen wie der kommenden Generationen

einen dauerhaften Frieden sichern."

* freudiges Jauchzen, laute Musik *

Willst du nicht etwas langsamer machen?

(Christa) Warum kann man\u0027s nicht einfach mal nur schön haben?

(Welsch) Einfach einfach?

Ja, einfach einfach.

Ich will mal was Tolles erleben.

Okay. Und los!

Zieh dir mal die Decke übern Kopf und leg dich auf die Rückbank.

Ich zeig dir was.

* bedrückende, getragene Klänge *

* angestrengtes Keuchen *

* erleichtertes Jauchzen *

Hunde! Hunde!

* Hundegebell *

(Beamter) Halt! Stehen bleiben!

* schnelles, schweres Atmen *

Was machen wir denn hier? Halt sofort an!

Christa. Christa!

Ruhig! Ruhig, ruhig, ruhig.

Wer bist du denn? Wer bist du?

* Sirenen *

(Beamter) Stehen bleiben!

Hey! - Roland!

Jetzt oder nie! - (Grenzbeamter) Halt!

* Intensive Musik schwillt an. *

* Musik verstummt fast, Sirenen. *

(Bootspolizist) Halt! Anhalten! Hier spricht die Volkspolizei!

Halten Sie sofort an!

Nicht schießen!

* tragische Klänge *

(Welsch) "Die Dinge waren doch viel komplizierter, als ich erst dachte."

"Das System schlug zu - wie immer."

"Geplante Willkür und willkürliche Pläne."

"Die Risse wurden tiefer, verästelten sich

und bildeten Furchen."

"Und hätten wir damals genau gelauscht,

wäre das Grollen der Lawine bereits zu hören gewesen."

"Aber wir wollten nicht hören -

noch nicht."

* lauter Jubel *

* Musik: "No God Anymore" von Element Of Crime *

* "Sieg-Heil"-Sprechchöre *

* lauter Knall, Jubel *

(Neonazis) Juden raus aus deutschen Kirchen!

* chaotisches Schreien *

* ängstliche Rufe, schmerzerfüllte Schreie *

* bedrohliche Klänge *

Ingo!

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2019

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