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Er hatte kein Dynamit.
Tut er dir leid?
Wenn wir hier aufgewachsen wären, wären wir auch Partisanen.
Willst du überlaufen?
Und wenn schon.
Ich hab gesagt, dass wir uns wiedersehen.
Erinnerst du dich?
Das Eichhörnchen.
Wir müssen vorsichtiger sein,
damit wir diesen Krieg überleben.
Diese scheiß Partisanen kappen die Telefonleitung
und ihr lasst euch beim Baden abknallen.
Wie blöd seid ihr?
Wir werden kommen und Rache nehmen.
Ihr habt keine Chance.
Komm mit mir!
Wir können auf der richtigen Seite kämpfen.
Er will wissen, wer hat umgebracht Pfarrer.
Er war's.
Er hier.
*Schuss*
Warum hast du es getan?
Ich wusste nicht, dass es dein Bruder ist.
Dann schieß.
*Schüsse*
(Dumpf) Dann geh.
*Dumpfer Schuss*
*Dumpfe Stimmen*
Bitte nicht.
*Stöhnen und Husten*
*Wind pfeift*
Aufwachen.
Du, aufwachen.
*Bedrohliche Streicherklänge*
*Stöhnen und Husten*
(Gefangener) Lassen Sie mich los!
*Schrei*
*Aufprall auf Wasser*
*Angestrengtes Atmen*
*Stöhnen*
Nein.
Nein.
*Winseln*
Nein.
Nein!
Nein!
(Wolfgang) Stopp! Stopp!
Walter ...
Walter.
Walter, du lebst.
-Du lebst. -Wolfgang.
*Schnelles Atmen*
Ich kenn den. Das ist Walter Proska, ein guter Kamerad.
Ich bürge für ihn.
Gut.
*Arzt spricht russisch*
(Wolfgang) Tut's noch weh?
Nein, geht.
*Wolfgang spricht zum Arzt*
*Arzt antwortet*
Ab nächster Woche musst du wieder selber laufen.
*Arzt spricht auf Russisch*
In ein paar Tagen überqueren wir die Oder.
Wir kehren nach Hause zurück und wir leben.
Haben wir das verdient?
Warum?
Weil gute Deutsche lieber in Kriegsgefangenschaft sterben?
Ich hab nachgedacht.
Ich glaub man wird uns ...
... verachten.
Wer?
Alle. Sogar die Russen.
Niemand wird dich verachten, Walter. Höchstens du selbst.
Wir haben einen Eid geschworen.
Wir sind Überläufer, Verräter, Kameradenschweine.
-Willst du das sagen? -Ja.
Die Männer hier sind wie du und ich.
Bauern, Schuster, Studenten, Tischler, Lehrer.
Alles arme Hunde mit Heimweh und dem gleichen Wunsch.
Wir sind keine Verräter, Walter.
Wir haben nur begriffen, wer im Krieg der Feind ist.
Das ist nicht der Russe, sondern die, die uns hergeschickt haben.
Die dafür sorgen, dass Bauern auf Bauern schießen.
Der Feind, das ist die Clique in Berlin. Verstehst du?
Wer sagt, ich bin gegen den Krieg, und nichts tut,
dass er aufhört, der gehört ins Museum.
Was wir hier tun, das ist aktiver Pazifismus.
Ich verstehe nicht, was noch passieren muss,
damit dir endlich die Augen aufgehen.
Wolfgang.
Wolfgang.
Wolfgang.
Bist du sicher?
Womit?
Dass das hier das Richtige ist.
Ganz sicher.
Gut. Ich bin dabei.
Du wirst erst beweisen müssen, dass man dir vertrauen kann.
Du weißt, dass man mir vertrauen kann.
Ich schon, aber die Russen nicht.
Und? Geht?
Geht.
Sind Sie bereit?
Bereit.
Dann gehen wir.
*Schüsse*
*Rufe auf Russisch*
Gib ihm eine Schallplatte.
Was dir gefällt.
*Heftiges Kreuzfeuer*
Wie heißt sie?
Ein Freund, ein guter Freund.
Na dann los.
Männer.
Männer!
(Lautsprecher) Hört zu, hier spricht ein Bruder zu euch.
Einer, der sich auskennt.
Macht Schluss mit dem Krieg, es ist vorbei!
Was seid ihr?
Bauern, Schneider, Tischler, Lehrer?
Wisst ihr, auf wen ihr schießt?
Auf Bauern.
Schneider.
Tischler.
Und Lehrer.
Seht in den Himmel.
Wir haben nur einen Himmel über uns.
Und wir alle haben nur einen Wunsch.
Werft eure Gewehre weg und kommt aus diesem Loch.
♪ Lachendes Ziel, lachender Start, und eine herrliche Fahrt
Rom und Madrid nehmen wir mit. So ging das Leben im Taumel zu dritt
Über das Meer, über das Land, haben wir eines erkannt:
Ein Freund, ein guter Freund
Das ist das Beste, was es gibt auf der Welt
Ein Freund bleibt immer Freund
Und wenn die ganze Welt zusammenfällt
Drum sei auch nie betrübt
Wenn dein Schatz dich nicht mehr liebt
Ein Freund, ein guter Freund ♪
*Spannungsvoller Unterton*
Kommt raus!
Ihr könnt mir glauben, es wird euch nichts passieren!
*Soldat spricht auf Russisch*
Walter.
Walter.
Was geschieht jetzt mit ihnen?
*Spricht auf Russisch*
Ist nicht deine Sache, Proska.
*Rufe auf Russisch*
Was vermissen Sie am meisten, Proska?
Da könnt ich stundenlang erzählen.
Fangen Sie an.
Meine Schwester.
Die Pferde auf dem Hof.
Durch den Wald reiten.
Laut lachen ohne Angst zu haben, dafür erschossen zu werden.
Die Würste, die mein Schwager macht.
Wieder selbst entscheiden, was ich heute mache oder nicht mache.
Wissen Sie, wie man das nennt, was Sie sagen?
Wie?
Frieden.
Vermissen Sie den Frieden nicht?
Doch.
Aber der Krieg ist mein Beruf, auch wenn er schrecklich ist.
Proska.
Jetzt feiern wir, dass du bist einer von uns.
*Russische Stimmen*
Wolfgang.
Ich muss mit dir reden.
-Jetzt? -Ja, jetzt.
-Woher willst du das wissen? -Jegorow hat's mir gesagt.
-Was soll er auch sonst sagen? -Walter, man muss vertrauen können.
Das sind Russen. Woher weißt du, was die mit unseren Leuten machen?
Wir sind jetzt auch Russen.
Nein. Wir haben nur eine russische Uniform an.
Das ist im Krieg dasselbe.
Ich will nur, dass der Krieg vorbei ist.
Vertraust du mir?
Vertraust du mir?
-Natürlich vertraue ich dir. -Gut.
Dann lass dir sagen, dass du heute 100 Männer gerettet hast.
Nenn sie Kameraden, ehemalige Kameraden, welche Rolle spielt das?
Das sind Männer, die tot wären, wenn du nicht wärst.
Du solltest dich freuen und stolz auf dich sein.
Du hast das Richtige getan. Du bist ein Held heute.
Vielleicht zum allerersten Mal in diesem scheiß Krieg.
Komm.
*Durchatmen*
*Stimmengewirr*
Proska!
Der Krieg hat uns alle zu Zweiflern gemacht.
Ich verstehe dich, aber wenn wir an nichts mehr glauben,
wie soll es dann jemals besser werden?
Ja.
Auf dich, Proska.
Guter Mann.
*Geigen-Tanzmusik*
Nastrowje.
*Musik wird schneller*
*Musik hört auf*
*Ruhige Klaviermusik*
*Applaus*
-Wanda. -Still.
*Soldaten singen auf Russisch*
(Walter) Wanda?
*Geheimnisvolle Klavierklänge*
Dieses Mal habe ich mich geirrt.
Ich dachte, ich sehe dich nie wieder.
Wolltest du mich denn wiedersehen?
Ja.
Und ich habe mich dafür gehasst.
Du hast dich ziemlich verändert.
Du dich auch.
Bist du es wirklich?
Und du?
Ich weiß nicht.
Ich weiß nicht, wer ich noch bin.
Ich weiß das.
Ich hatte Angst um dich.
Wanda.
*Klänge werden euphorischer*
Es gibt dich noch.
*Klänge blenden aus*
Wann müsst ihr weiter?
Übermorgen.
Wir haben den ganzen Tag für uns.
Was willst du machen?
Ich weiß.
Wir stellen uns vor, dass kein Krieg ist ...
... und machen einfach nichts.
Nichts Besonderes.
Nichts Besonderes.
Hm.
Dich anzusehen ist das Besonderste, was ich je gemacht habe.
*Schuss*
-Was ist das? -Ach, nichts.
Wettschießen, wenn sie besoffen sind.
*Weitere Schüsse*
Ist es nicht wahnsinnig, dass du jetzt gegen die Deutschen kämpfst?
Ist es nicht wahnsinnig, dass du ein Student bist
und plötzlich drückt dir jemand ein Gewehr in die Hand.
Er schickt dich in ein Land, in dem du noch nie warst,
damit du dort die Leute totschießt.
Wahnsinnig.
Du hast meinen Bruder erschossen.
Und ich wollte den Zug in die Luft jagen, in dem du warst.
Du wolltest den Zug nicht in die Luft jagen.
Ich wollte deinen Bruder nicht töten.
Wir tun schon lange nicht mehr, was wir wollen.
*Rufe von draußen*
(Wanda) Guten Morgen.
Morgen.
Was ist das?
Liebesbriefe,
Gedichte,
Heiratsanträge.
Ich könnte jeden Tag mindestens drei russische Offiziere heiraten.
Und warum hast du es noch nicht getan?
Der Richtige war nicht dabei.
Vielleicht kommt der Richtige ja nie.
Mhm.
Vielleicht ...
... ist er schon da.
-Mm. -Mm.
*Ruhige Streicherklänge*
Und den anderen?
Nicht so gut.
Was heißt das?
Sind alle tot.
Die Deutschen wurden gefangen genommen.
Uns haben sie aufgestellt und einfach erschossen.
Ich glaube, die Russen haben die Partisanen
noch mehr gehasst als euch Deutsche.
Und du?
Ich hab angefangen unsere Hymne zu singen,
als sie mich erschießen wollten.
Da ist der Offizier vor mir stehen geblieben
und hat zugehört.
Jetzt bin ich hier.
Genau wie du.
Eine Verräterin.
Aber am Leben.
Du glaubst, dass du auf der richtigen Seite stehst.
Es gibt keine richtige Seite mehr, Walter.
Es gibt nur überleben oder nicht überleben
Ähm ...
Der Offizier hat gesagt, ihr seid befreit worden.
Du darfst nicht glauben, was sie sagen.
Man muss auch vertrauen können.
Sagt dir immer der, der dich anlügt.
*Flotte Tanzmusik mit Gesang*
*Klatschen*
*Musik wird schneller*
*Musik hört auf*
*Applaus*
(Wanda) Ich wusste, dass wir uns wieder begegnen.
Damals im Zug ...
Erinnerst du dich?
Mhm.
Aber jetzt, ich weiß nicht warum.
Aber ich glaube, das ist unsere letzte Nacht.
Nein.
Doch.
Und wenn wir abhauen?
Hast du den Mut dazu?
Wie?
Ganz am Morgen. Wir besorgen den Schlüssel für einen Wagen.
Du steigst am Hinterausgang ein und wir fahren.
Niemand wird an eine Flucht denken.
-Und dann? -Dann verstecken wir uns.
Warten bis der Krieg vorbei ist und gehen zu meiner Schwester.
Du wirst sie mögen.
*Seufzer*
Du bist ein Träumer.
Irgendwann muss es vorbei sein.
Morgen früh.
Ja?
Ja.
*Holzdielen knarzen*
Bist du so weit?
Ja.
Ich bin mir sicher, dass es klappt.
-Ich weiß nicht ... -Ich aber.
Schau.
Das sind wir.
*Nervöses Atmen*
(Wolfgang) Walter.
Wohin fährst du?
Du enttäuschst mich.
Ich muss da noch mal rein, ich bitte dich.
Sei still.
Casanova Proska.
Setz dich nach hinten.
*Melancholische Streicherklänge*
Walter.
*Hund bellt*
(Mädchen) Komm, schau mal!
*Soldat redet auf Russisch*
Du bist doch verrückt geworden. Du hättest uns sitzen lassen.
Wärst abgehauen, nach allem was wir für dich getan haben.
Wanda hat gesagt, es wurden keine Gefangenen gemacht.
-Die Deutschen wurden erschossen. -Ja, sagt Wanda.
Die haben mir vertraut und sich ergeben.
Und ich sag dir, denen ist nichts passiert.
Ich hab für dich gebürgt, vergiss das nicht.
Beim nächsten Mal bin ich mit dran.
(Jegorow) Proska.
Kürschner sagt, du kennst diese Gegend gut.
Ja.
Diese Brücke gibt's nicht mehr, wie kommen wir weiter?
Hier gibt es einen Weg der nicht in der Karte ist.
Da ist kein Weg.
Doch. Mein Schwager hat einen Hof in der Nähe.
Wir fahren fast daran vorbei, der Weg ist gut.
Wollen Sie Guten Tag sagen?
Jetzt?
Wann sonst?
Klar will er das.
Ja.
Dann lass uns keine Zeit verlieren.
*Melancholische Streicherklänge*
Da stimmt was nicht.
*Schuss*
Runter! Runter!
Raus, raus, raus.
*Maschinengewehrschüsse*
Gib mir Deckung.
Wenn ihr nacheinander rauskommt,
ohne Waffen, dann passiert euch nichts.
(Wolfgang) Seid ihr noch mehr?
Ob ihr noch mehr seid, hab ich gefragt.
Die anderen sind tot.
Geht zum Transporter.
Lass uns reingehen.
Maria? Kurt?
(Walter) Was sind das für Leute?
(Wolfgang) Volkssturm.
Wo ist meine Schwester?
Walter!
Nicht schießen.
Nicht schießen.
Wir nehmen jetzt alle langsam die Gewehre runter.
Und du gehst, zu deinen Kameraden. Langsam!
Gut.
Es wird dir nichts passieren, geh.
Los raus.
Vielleicht ist deine Familie schon geflohen.
(Walter) Sieht ruhig aus.
Ich geh vor, gib mir Deckung.
Ist gu...
Streifschuss, das wird.
Bleib du hier.
*Schnelles Atmen*
Ist das ...
... dein Schwager?
*Traurige Klavierklänge*
*Klavierklänge hören auf*
Maria!
Maria!
Vielleicht ist sie schon gar nicht mehr hier.
Maria!
Maria.
Maria. Maria!
-Ich bin's! -Verschwinde, lass mich in Ruh!
Verschwinde, lass mich in Ruh!
Maria.
Walter?
*Dramatische Streicherklänge*
Ich ...
Ich dachte, du bist tot.
Ich war mir so sicher, dass du nicht wiederkommst.
Wie siehst du überhaupt aus?
Was ist los?
Sprich.
Was schießen die denn auf uns?
Haben die nichts verstanden? Es ist vorbei.
Wo ist Kurt?
Hast du ihn schon gesehen?
(Wolfgang) Sie sind hier nicht sicher.
Wir sind hier zu Hause.
Wir bringen Sie in Sicherheit. Ihr Mann ist vorgegangen.
Wir wussten nicht, dass Sie auch hier sind.
Walter.
Walter, wer ist das?
Das ist Wolfgang, ein guter Kamerad.
Kommen Sie.
Walter.
Kurt?
Kurt!
Er soll mich loslassen!
Wir werden Sie in die Stadt bringen.
Ihr Mann ist auch bereits dort, oder Walter?
Ich geh nicht ohne Kurt.
Ich sagte Ihnen doch bereits, ihr Mann ist schon dort.
(Maria) Loslassen!
Kurt!
Maria.
(Maria) Was ist ...
Was?
Was seid ihr bei den Russen?
Es ist vorbei, Maria.
Kurt ist vorausgegangen.
Wirklich?
Und du?
Ich komm nach.
Kommen Sie.
*Traurige Klavierklänge*
Walter.
Untertitelung: Bewegte Bilder Medien GmbH, 2020
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