All language subtitles for Lidice (2011).DEU

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Original subtitles

"Wenn die kommenden Generationen fragen werden,

für was wir gekämpft haben, erzählt ihnen die Geschichte von Lidice."

Frank Knox Marineminister USA (1940-1944)

Der Pfarrer war heute da. Honig holen.

- Hat er dich verdammt? - Nein...

Er sagte, es käme Krieg.

Dann sind wir alle verdammt, oder?

Geh lieber über den Garten.

Lasst euch den Kuchen schmecken, den ich im Namen des Dorfes

und dem Fußballclub Lidice, mit Freude übergebe.

Doch diese Ehre gebührt unserem zweiten Bürgermeister.

František...

Komm.

Was fällt dir ein, du Schlampe?

Halts Maul, du Lümmel.

Wie wagst du es?

- Wen nennst du Lümmel, du Drecksau? - Halt einfach dein Maul!

Dir ist egal, dass alles es wissen, das gefällt dir wohl noch.

Sagst du nichts? Sprich mit mir.

Geh heim! Verpiss dich!

- Geh! - Ich, ich bring dich um!

Einen Arzt!

- Lass ihm die Erde leicht sein, Herr. - Und das ewige Licht mit ihm.

- Möge er in seligem Frieden ruhen. - Amen.

Anežka, denken sie an Gott.

Unseren letzten gemeinsamen Job habe ich mir anders vorgestellt.

Jungs, ihr wollt wirklich nach England?

Na und du? Überlegst du es dir noch?

Jaruš würde mich umbringen.

Mit ein bisschen Glück, sind andere da schneller.

Aber du hättest für uns gekämpft.

Und du, Karel?

Jetzt, wo mein Bruder tot ist und Vater im Gefängnis

kann ich Mutter nicht alleine lassen.

Ich gab ihm das Messer.

Eda war besoffen, in Kämpferlaune, der wusste gar nicht, was er tut.

Und František holte aus mit dem Messer.

Möchte der Angeklagte etwas zu seiner Verteidigung sagen?

Der Angeklagte, František Šíma, ist schuldig,

seinen Sohn Eduard, erstochen zu haben.

Wegen Totschlags wird er

zu viereinhalb Jahren Zuchthaus, verurteilt. Ohne Bewährung.

- Wie läufts, meine Herren? - Gleich fertig, Herr Wächter.

Ich bat sie doch nach jemanden aus meiner Branche, was leichtes,

und sie stecken einen Mörder zu mir! Einen Sohn-Mörder!

Gerade brachten uns einen,

der tötet zwei Mädchen und schmiss sie in einen Teich.

Immer noch besser als, den eigenen Sohn erstechen, oder?

- Wie ist der andere drauf? - Welcher andere?

Na der mit den Mädchen. Weil der hier ist schrecklich.

Sagt nichts, starrt vor sich hin, keiner weiß, was in ihm vorgeht.

Sie haben nicht gemerkt, dass sie im Gefängnis sind, oder?

- Doch, doch. - Glauben sie, sie haben die Wahl?

Wie auf einem Schulausflug?

Sie sitzen hier in einem Flügel für Schwerkriminelle,

also verhalten sie sich auch so.

Es scheint, es gibt noch schlimmere Verbrechen.

Petiška, Šíma, raus! Nehmt eure Sachen.

Dieser Flügel wird geräumt für die Deutschen.

Gewöhnlichem offensichtlich weniger gefährliche Verbrecher

wie Mörder und ihresgleichen, kommen in Flügel B.

Hier rein kommen jetzt richtige Schurken.

Politische. Los gehts.

- Kann ich das noch das Bild...? - Nein!

Stehen bleiben!

Gefangener 2037.

Ihr neuer Kollege, Kowalski.

Petiška, hierher.

Hoffe sie werden hier nicht über schlechte Gesellschaft klagen.

Habe ich mir anders vorgestellt.

Vieles wird hier anders sein, als wir es uns vorstellten.

Eine örtliche Legende. 1 -A Fälscher.

Hat Zocker um Millionen gebracht.

Aber die Geschworenen waren total verwirrt,

weil er seinen ganzen Gewinn unter Armen und Waisen verteilte.

Ein echter Spinner.

Nicht alles. Ausgaben habe ich mir erstattet.

Wie wurden sie erwischt?

Ein Waisenhaus meldete mich. Die Summe hatte sie geschockt.

- Und sie, meine Herren? - Nichts besonderes.

Ich habe ein paar Geldschränke auf dem Konto und Síma ist ein Mörder.

Hmm, eine etwas andere Art Gottes Werk zu vollenden.

Setzen, Šíma. Setzen!

Niemand weiß, dass ich hier bin.

Hättest nicht kommen sollen.

František...

Nicht grabschen, Šíma! Noch eine Minute.

Keine Drucksachen.

Dass ich es nicht zurücktragen muss.

Bitte lese sie.

Ist es dafür nicht ein bisschen zu spät?

Wie geht es Karel?

Hast du ihn gesehen?

Ich lebe dieser Tage eher zurückgezogen.

Zvolský sagt, deine Alte sei ein echter Hingucker.

Du tötest ihr das Kind und sie bringt dir noch Eier.

Und eine Bibel. Komische Familie, ihr.

Kann ich?

Hier, Johannesevangelium. Kapitel drei, Vers 16.

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab,

dass alle, die an ihn glauben nicht verloren werden...

Du Schwein!

Ich bring dich um!

Dein Vater hat da drüben geschafft beim Hochofen.

Ich war ein paar Mal hier. Als kleines Kind.

Wie geht es ihm da drin?

Schreibt er?

Das dürfen die jetzt nicht.

Echt? Jára, der seine Schwiegermutter erdrosselt hat,

schreibt die ganze Zeit, vor allem um Essen und Zigaretten.

Achtung! Eine Eilmeldung!

Heute, in den frühen Morgenstunden, haben Einheiten der Wehrmacht

die Grenzen des bolschewistischen Russlands überquert.

Panzerdivisionen schlagen sich leicht durch die chaotische Verteidigung...

Das ist für deine Mutter.

Was ist da drin?

Sag nicht, dass es von mir ist.

Wenn du dich um die Bienen sorgst, haben deine Mutter und du Honig.

Als Kind hat das dir Spaß gemacht.

Karel!

Du solltest mal zu deinem Vater.

Der Pfarrer hat gefragt, ob du ihm bei der Messe helfen würdest.

Du hast doch so gerne Orgel gespielt.

Seidls haben doch ganz andere Hühner.

Weiß nicht, vielleicht auch solche.

Solltest du nicht lernen?

Solltest du nicht Vater besuchen?

Ich glaube wir haben gerade genug andere Sorgen.

Ob die Besuche überhaupt erlauben? Im Krieg gelten ganz andere Regeln.

Ganz andere nicht. Er ist immer noch unser Vater.

Hurra!

Na kommt, damit ihr ein Andenken an die Tore habt!

Jungs, kommt her und stellt euch hin!

Gut, ja so.

Niemand versteht, dass ich ihnen eigentlich helfe.

Wenn es keiner von uns tun würde Ginge es uns noch viel schlechter.

Danke, fertig.

Glauben sie, mir macht es Spaß hier zu sein?

Jemand muss ja über öffentliche Veranstaltungen wachen.

Wegen denen bin ich hier. Damit sie sich amüsieren können.

Sie verstehen das doch.

Sie wissen doch, wie das ist, wenn euch alle anstarren.

Die wären ein schönes Paar.

Mit so einer Schande würde ich nicht mal meine Nase rausstrecken.

Marie! Die Hühner legen gute Eier.

Da Horák und Stříbrný weg sind, hast du mehr zu tun.

- Möchten sie tanzen? - Jetzt, wenn ihr fertiggespielt habt?

Meine Freundinnen warten auf mich.

Ja, dann gehen sie.

Ich betrinke mich noch ein bisschen,

dann frag ich sie nochmal.

Du kriegst nichts mehr.

Wenn ich saufe, dann bin ich nicht so schüchtern.

Nur aber ich dann totalen Unsinn.

Sei froh. Willst du Frau und Kind, wie ich?

Undankbares Pack!

Ihr hasst mich auch, nicht wahr?

- Wir sind nur Musiker. - Wir schämen uns nur für sie.

Und haben ein bisschen Angst. Ein bisschen...

Jungs, und wieviel Angst habe ich?

Hier ist der Spaß nämlich vorbei.

Der Führer und Reichskanzler hat als Ersatz für den kranken

Reichsprotektor, Konstantin von Neurath,

den SS-Obergruppenführer Heydrich bestimmt.

Der Reichsprotektor hat sein Amt angetreten.

Auf der Prager Burg wurde er von K.H. Frank begrüßt.

Danach inspizierte der Reichsprotektor

Wehrmachts- und SS-Einheiten, sowie die Polizei.

Welcher Depp war das? Wollt ihr, dass sie uns alle einsperren?

Da, die gefällt mir auch. Die links.

Ist sie nicht hübsch?

Dann mach, geh ihr nach.

Schau du nur zu.

Mädels, kann ich kurz mit euch sprechen?

Ich bräuchte, dass ihr etwas für mich tut.

Es ist eine einfache Aufgabe. Aber geheim.

Könnt ihr etwas für mich in Lidice ausrichten?

Könnt ihr diesen Knopf weitergeben? Niemand darf davon wissen.

Bringt ihn den Horáks. Das Bauernhaus hinter der Kirche.

Sagt ihnen, dass es Pepík gut geht. Ja?

Wenn es so wichtig ist, ja.

Schaut da lieber nicht hin. Mein Kumpel gibt mir ein Signal.

Also, tschüss.

Los, starr jetzt hin.

Das wird bei ihr wirken. Warte nur ab.

- Guten Tag, ich suche die Horáks. - Das sind wir.

Ich habe eine Nachricht für sie. Ich bin nur der Überbringer, aber...

Ich soll ihnen das geben

und ihnen sagen, dass es Pepík gut geht.

Danke, sagen sie ihm, dass er Pepík in England ausrichtet...

...mein liebes Kind...

dass es uns gut geht und wir stolz auf ihn sind.

- Papa, komm her. - Was ist los?

Hier das Fräulein...

Pepík geht es gut.

Komm.

- Danke. - Danke, Fräulein.

- Sie müssen mir nicht danken. - Doch, Fräulein.

DER ENDSIEG DES DEUTSCHEN REICHES IST IN REICHWEITE

Auf Befehl des neu ernannten Reichsprotektors Heydrich

wurden die folgenden tschechischen Patrioten hingerichtet...

Herr Wächter, muss das Radio wirklich hier bei uns stehen?

Wenn sie das rausfinden...

Petiška, nur Ruhe.

Šíma, gehn sie zur Tür. Wenn jemand kommt, schreien sie.

Achtung!

Was krakeelen sie hier rum? Sind sie verrückt geworden?

Warum arbeiten sie nicht?

Alte Armeeangewohnheit. Ein Offizier...

Was für ein Offizier?

Was ist das?

Ach, die nächsten.

Herr Wächter, wir haben wohl einen Fehler hier.

Da steht, sie wurden hingerichtet, aber da steht auch...

das Datum von morgen.

Ja, das ist korrekt.

Scheiße! Wissen die das?

Würdest du es wissen wollen?

Hier ist es.

- Warten wir noch auf jemanden? - Nein.

Wir müssen einen kleinen Job erledigen.

Helena, helfen sie mir?

Helena hat unpassende Schuhe an. Ich komme hoch.

Und was macht ihr da oben?

Eine Karte.

Breite sie mal aus.

- Ist das für die Fallschirmspringer? - Genau.

Dann sollten wir die Strommasten einzeichnen.

Und wozu braucht ihr uns?

Allein würden wir hier im Feld auffallen.

Da kommt jemand.

In Uniform!

- Vlček... - Den schaffen wir.

Verdammt Jungs, was macht ihr hier?

Was ist das für eine blöde Idee? So durch die Wälder streichen.

Die suchen doch überall nach Fallschirmspringern.

Ich habe lieber nichts gesehen.

- Die haben uns das abgenommen! - Hmm.

- Was ist mit ihr los? - Sie kann nichts dafür.

Wenn sie irgendetwas brauchen, ich helfe gerne.

Lassen sie eine Nachricht an der Fabrikpforte.

Tschüss.

Helena, warte!

Was hätte ich denn tun sollen? Die andere ist doch auch ok.

Aber Anička, die hat was. Die fürchtet weder Tod noch Teufel.

Warte!

Es ist schon spät. Zwei Minuten.

Du siehst anders aus.

Du auch.

Wie läuft es zuhause?

Hier, von den Jungs aus der Arbeit. Sie lassen dich grüßen.

Du hast mit ihnen gesprochen?

Ich spreche jetzt jeden Tag mit ihnen.

Die aus der Schule schicken sie ins Reich. Das Geld brauchen wir.

Mama näht zwar, aber..

Karel, ich habe nachgedacht.

Verkauf mein Fahrrad. Du kannst Mamas altes nehmen.

Und kauf ihr eine Nähmaschine. Eine gute.

Du brauchst doch ein Rad, wenn...

Ich kauf mir ein neues. Ein besseres. Dir auch.

Schluss jetzt.

- Wie geht es Mama? - Nichts neues.

- Danke für die Zigaretten. - Gehen wir, Síma.

Wenn du mal wieder in der Nähe bist...

Los!

Keine Bibel oder Eier heute.

Danke.

Kann ich zwei haben?

Die sind von meinem Sohn.

Du hast noch einen?

Einen habe ich noch.

Du Schwein! Ich bring dich um!

Mein Herz sucht nach dir für alle Ewigkeit.

Oh, mein Herr Jesus.

In Armut und in Angst sei bei meiner Seite.

Ich sprach mit dem Bürgermeister.

Es ist genug Zeit vergangen, um die Berufung einzureichen.

Das Komitee muss unterzeichnen. Und deine Mutter auch.

Und er selbst, natürlich.

Sprich mit deiner Mutter. Ihr müsst das entscheiden.

Und?

Ich muss es überdenken, es ist schwer genug, wie es ist.

Gusta sagt, Vlček hätte euch mit ein paar Mädchen im Wald gesehen.

Da ist doch nichts dabei.

Was sind das für Mädchen?

Nur Mädchen. Aus der Fabrik.

Gusta sagte auch, du hättest ihn gebeten

sich nach einem Käufer für das Papas Fahrrad umzuschauen.

Und dass du eine Nähmaschine kaufen willst.

Was willst du den nähen?

Du warst also schon bei ihm?

Wenn du wieder gehst, nimm ihm die mit.

Gib mir Zeit. Ich muss das alles verarbeiten.

Ich wollte nicht, aber meine Frau schrie, sie will nicht Witwe werden.

Zwang mich in den Anzug und jagte mich aus dem Haus.

Ich bin neugierig, wie gut dieser Heydrich spielt.

- Kenne nur Bilder von Hinrichtungen. - Wusste nicht, dass er Musiker ist.

Wie spielt sich mit ihm?

Er spielt sehr gut Geige.

Lasst sie. Sie haben Angst.

Wo ist wohl der Vierte? Im Urlaub am Meer?

Da gab es so viel zu essen. Dann brachten sie uns ins Hotel.

Und am Sonntag bekamen wir alle Tickets fürs Fußballspiel.

Sei vorsichtig Karel, es sind komische Zeiten.

Wie geht es Mama?

Ich soll dich von ihr grüßen.

Ich sprach mit dem Pfarrer.

Es scheint, sie können eine Strafverkürzung beantragen.

Das Komitee ist dafür.

Und Mutter?

Sie müsste auch zustimmen.

Hast du das Rad verkauft?

Ja.

Gut.

Es gab nicht die Farbe, die sie wollten.

Die hier soll auch gut sein.

Hier sind fünf zum Spielen.

Was zählt, ist Geschwindigkeit. Morgen melden sie sich krank.

Deine Kumpels müssen ohne sie auskommen.

Stern,

Wagner,

Fischer.

Ich würde ja gerne wissen, wieviel das Schwein pro Pass bekommt.

Sei froh, dass du so einen Pass nicht brauchst.

Nie hätte ich geträumt,

dass man eine solch göttliche Arbeit im Gefängnis verrichten kann.

Die Wege des Herrn sind unergründlich.

Keine Zigaretten vom Sohnemann heute?

Na, wenigstens der Honig. Und der Honig ist gut.

Der Junge halt sich Bienen?

Ich hoffe nicht.

Es ist doch abgemacht.

Ich wollte nichts abmachen.

Du kannst die nicht sitzenlassen. Die andere ist doch auch gut.

Siehst du, sie ist allein. Sie wartet auf dich.

- Vielleicht ist die andere krank. - Ich würde nur stören.

- Schön, dass sie da sind, Anička. - Guten Tag.

Seien sie nicht böse auf Helena. Sie würde gerne helfen,

aber ihre halbe Familie ist in Theresienstadt. Sie hat Angst.

Kommen sie mit.

Hier bin ich gern, es ist so ruhig.

Das ist für sie.

Was ist das?

Das haben sie ganz allein hierher geschleppt? Was ist es?

Ich dachte, das wäre was für ihre Freunde.

Meine Tante hat geschlachtet,

ich sagte, ich schicke es Vater ins Lager.

Sie sind süß. Aber sie haben selbst genug Probleme.

Sie werden das ihrem Vater ins Lager schicken.

Vater ist schon ein halbes Jahr tot.

Nur meine Tante weiß es nicht.

Mutter schrieb, ihr nichts zu sagen. Sie hat ein schwaches Herz.

Anička...

Ich glaube nicht, dass ihr Herz später stärker sein wird.

Entschuldigen sie....

Ich will nicht weinen. Ich bin doof.

Mist, anstelle nützlich zu sein, flenn ich hier rum.

Sie wissen gar nicht, wie nützlich sie sind...

Ich wusste nicht, dass ihre Familie so Probleme hat.

Ich will sie in nichts reinziehen.

Sie wissen nicht, wie froh ich bin, dass ich etwas tun kann.

Aus diesem Grund: alle sind weg.

Das heißt aber, dass ich keine Angst um andere haben muss.

Dann fürchten sie um sich selbst.

Vorgestern. Es heißt, sie landeten beim Gehege.

Solche Nachrichten machen doch dauernd die Runde.

Wären sie wahr, wären im Wald mehr Fallschirmspringer als Bäume.

Nimm das deiner Mutter.

Was ist das?

- Spinnst du? - Das ist von Anička.

Warum schickt sie meiner Mutter Fleisch?

Weil wir Idioten sind.

- Du hättest es ihr sagen sollen. - Jetzt bist du plötzlich schlau.

Feierabend, meine Herren. Trinkt aus, wir machen zu.

Geht schon nach Hause!

Wie würde sie sich dann fühlen? Da lüg ich doch lieber.

- Für wen habe ich sie denn belogen? - Na...

Ist es meine Schuld, dass du kein Mädchen findest?

Aber es ist unfair.

Wozu brauchst du noch eins? Du hast doch alles.

Wir sollten wirklich anfangen etwas zu machen!

Das Mädchen traut sich wenigstens was!

Und sie hat so zarte Hände.

Wo gehts zum Widerstand? Ich schwöre, ich will helfen.

Ich will zu den Fallschirmspringern.

Ihr sitzt hier und glotzt! Und wir haben Krieg!

Attentat auf Heydrich!

Achtung! Achtung!

Die Öffentlichkeit wird angehalten zur Aufklärung des Attentats

des Reichsprotektors SS-Obergruppenführer Heydrich,

das am 27 Mai 1942 in Prag begangen wurde, beizutragen.

Jeder Umstand, mag er auch noch so winzig erscheinen,

kann für die Polizei von großem Wert sein.

Die Reise bezahle ich, aber sie müssen hinfahren.

Das ist jetzt nicht die rechte Zeit. Es wird andere Probleme geben.

Genau. Deshalb.

Sie haben es versprochen.

Wir bitten den Herrn in seiner Güte, unsere kürzlich hingerichteten

Brüder und Schwestern in sein Himmelreich aufzunehmen:

Karel Benda,

Dr. Max Groch,

Manuel Groff,

Dr. Jan Hruška,

Jaroslav Rákos,

Ladislav Šulc,

Václav Tollinger,

Josef Vyskočil.

...die Durchsuchungen wurden auf die Dörfer ausgeweitet.

Tausende werden festgehalten, Hunderte hingerichtet.

Die SS bemüht sich...

Jessesmaria, macht das aus. Wo glaubt ihr, dass ihr seid?

- Das Radio muss weg. - Es ist ihr Radio.

Ihr kapiert gar nichts, oder?

Von nun an wird alles anders sein. Überall und alles.

Der kleinste Vorwand wird genügen, und wir sind alle tot!

Šíma.

Gesegnet sei der Herr.

Wir haben geschrieben, dass wir einen Schmied brauchen.

Der alte Štrébl ist schon tot.

Das Komitee hat unterschrieben. Jetzt musst nur noch du.

Das schickt dir deine Frau.

Wenn es sie nicht gäbe, würde keiner einen Finger für dich rühren.

Diese Unterschriften bedeuten nicht Vergebung,

sondern Mitleid für Anežka und Karel.

Wenn es an mir läge, dann...

Geben sie das Anežka.

Ich weiß, es ist lächerlich.

Wozu brauche ich eine Aussteuer? Die bleibt eh im Schrank liegen.

Aber meine Mutter in Kladno glaubt, sie sei schon lange fertig,

jetzt will sie sie bei sich aufbewahren, weil doch Krieg ist.

Eines Tages wirst du sie brauchen.

Karel?

- Guten Abend. - Guten Abend.

Ich war bei ihrem Mann. Und habe den Antrag abgeschickt.

Er schickt ihnen das hier. Was machen sie hier, Mädel?

Es herrscht Ausgangssperre!

Wo ist Karel?

Entschuldigung, kann ich einen Brief hier lassen?

Was wollen sie?

Das ist für Anička Maruščáková. Es ist wichtig.

Danke. Wiedersehen.

- Du bist ein ziemliches Schwein. - Schreib ich was von Frau und Kind?

Um mir wie ein wahrhafter Held vorzukommen,

und sie sich wie eine dumme Gans, die auf mich reingefallen ist?

Du kennst sie nicht, also halt die Klappe. Ist eh deine Schuld.

- Kowalski, Schuhe an! - Was ist los?

Krieg ist los, ihr Idioten!

Los mach!

Geh.

- Ist das alles? Alles? - Ja.

Nur keine Angst. Ihnen wird es sicher gut gehen.

Sie haben sie extra angefordert. Überleben sie, melden sie sich.

Hey, ich will dir ja nichts raten, aber,

wenn du echt so ein Genie bist

dann fälsche die deutschen Pässe doch etwas falscher, so dass

die Deutschen nichts merken, aber auffliegen,

wenn sie versuchen über die Grenzen zu fliehen.

- Und du wärst wieder unschuldig. - Welche?

Danke.

Ich glaube nicht, dass ich das, nochmal brauchen werde.

Ich glaube an Gott. Ich verstehe ihn nur nicht.

Wir glauben, wir wissen, welche Rolle wir in allem spielen.

Danke...

Danke.

Der wird besser enden, als der Rest von uns.

Du weißt nichts, also halts Maul.

Hey! Sagt Maruščáková, sie soll ihren Brief hier abholen.

Anička ist krank. Sie kommt heute nicht.

Liebe Anička, verzeih, dass ich mich jetzt erst melde.

Du wirst verstehen, dass ich Arbeit und Sorgen habe.

Ich habe getan was ich musste.

An diesem Schicksalstag schlief ich im Stall.

Es geht mir gut. Treffen wir uns noch ein letztes Mal.

Lasst mich los!

Ich weiß nicht.

Wo bringen sie ihn hin?

Wahrscheinlich nach Kladno. Sag es Vater.

Pass auf dich auf!

Vašek!

Warte!

Vašek!

Kommt das auch im Kino?

Wollt ihr uns nicht auch filmen?

Růžena, komm sofort rein!

- Anežka, ist Karel bei dir? - Nein.

Dann komm besser zu mir.

Die Wehrmacht ist in den Feldern hinter dem Dorf. Im Massen!

Jungs, ihr könnt rein, aber nicht wieder raus.

Was soll der Quatsch? Wir haben Frauen und Kinder dort.

Aber warum sind da so viele von ihnen?

Das ist doch Unsinn.

Geht nach Hause. Es wird bald dunkel.

Danke.

Geh heim und hole in paar Sachen. Karel!

Geh besser durch den Garten.

Sie und ihre Eltern sind in Kladno gemeldet. Tonička!

Ich gehe mit ihm. Glauben sie, ich lasse ihn hier allein?

- Er muss auch. - Er ist erst 16!

- Alle über 15 müssen zu den Horáks. - Ich war auch schon 15.

Karel!

Schont eure Kräfte.

Wir müssen mindestens die Kinder beruhigen.

Es geht um die Fallschirmspringer. Morgen früh ist alles vorbei.

Ihr werdet sehen.

Lasst uns beten.

Vater unser, der du bist im Himmel,

geheiligt werde dein Name, dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen,

denn dein ist das Reich,

und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Alles fertig, Herr Wächter.

Šíma, was lungern sie hier rum? Los, sie haben Dienst!

- Petiška ist heute dran. - Lassen sie ihr Geschwätz. Ab!

Petiška, wir müssen fertig sein, bevor er zurückkommt.

Sicher.

Fangen sie an zu setzen.

Was ist das?

Er kommt aus Lidice.

Ist das nicht etwas übersensibel? Er hat ja selbst getötet.

Er findet es ja eh raus.

Aber ich muss da nicht dabei sein.

Nichts von Frauen und Kindern. Vielleicht hat seine überlebt.

Fangt jetzt lieber damit an.

Ich hätte ihm nicht glauben sollen.

Wer weiß, was er mit der Berufung gemacht hat. Und dem Brief.

Er ist ein Pfarrer. Der darf gar nicht lügen.

Aber wenn er ihr den Brief gab, warum hat sie nicht geantwortet?

Karel war ja auch nicht mehr da.

Alles ist schwerer geworden. Keine Post, keine Busse...

- Du bist doch bald draußen. - Ich könnte schon daheim sein.

Die zeigen mir die kalte Schulter.

Vielleicht solltest du ihnen auch die kalte Schulter zeigen.

Geh woanders hin, fang nochmal von vorne an.

Das ist doch Quatsch.

Au! Scheiße...

Wir brauchen Handschuhe. Meine Finger sind total zerstochen.

Petiška, lassen sie das Geschwätz.

Seien sie froh, dass sie, auf dieser Seite des Zauns sind.

Verglichen mit dem, was kommt, ist das hier der Garten Eden.

Jedes Kind unter 16 muss ein Namensschild tragen.

Ruhe, kein Grund zur Panik.

Es ist nur zu ihrem Wohl!

Sie kommen in ein Arbeitslager.

Die Kinder werden, das ist bequemer, schon im Bus vorausfahren.

Ich gebe ihnen mein Ehrenwort, dass sie bald gesund antreffen werden.

Bitte nicht! Nein!

Es wird besser für dich sein. Růženka, bitte.

Marie, schreiben sie da nicht rein, trauen sie ihnen nicht.

Sechzehneinhalb.

Das ist einer von uns, aus Lidice.

Vašek, was ist passiert? Was machst du hier?

- Wo haben sie sie hingebracht? - Wen?

Wo ist Anička? Ich muss mit ihr sprechen.

- Wer ist Anička? - Ich muss ihr sagen...

- Wartet! - Lass ihn. Bleib da!

Karel kommt manchmal her, er kann ihr einen Brief mitnehmen.

Ich repariere das.

Lasst ihn doch.

Du bist verrückt, Šíma. Den eigenen Sohn erstichst du

und last dich wegen eines Fremden fast umbringen.

Deren Tage sind eh gezählt. Sagt jedenfalls Kučera.

Wenigstens könnte er es jetzt schon hinter sich haben.

Ich bin dran.

Das ist von der Post.

Unzustellbare Post nach Lidice. Keiner weiß, was sie damit tun sollen.

- Ich nehme es wieder mit. - Nein...

Lassen sie es hier.

- Du hättest es ihm sagen sollen. - Damit er sich gleich hier umbringt?

- Dann macht er es daheim. - Immer noch besser als hier.

Er sollte dankbar sein. So hat er noch ein paar Stunden in Frieden.

Auf Wiedersehen, Herr Šíma.

Wo gehen sie hin, Šíma? Direkt nach Hause?

Betteln werde ich nicht, wenn ich nicht mal eine Postkarte wert bin.

Ich pack mir meine Sachen und geh dann meinen Weg.

Šíma...

Viel Glück.

František!

Komm rein.

Mir ist egal, was du von mir hältst.

Mir ist egal, was überhaupt jemand von mir hält.

Ich denke nicht mehr nach.

Und das ist viel besser.

Setz dich.

Ist es nicht komisch, dass nur wir zwei übrig geblieben sind?

Du warst nicht da. Du hast noch Hoffnung übrig.

Denn du siehst vielleicht deine Frau wieder.

Sie schreiben noch immer.

Sie schreiben immer weiter.

Siehst du.

Deine schreibt.

Lieber František, ich weiß nicht, ob dieser Brief

dich zuhause oder dort findet.

Ich habe ins Gefängnis geschrieben, aber keine Antwort erhalten,

und so weiß ich nicht, ob und wie du lebst.

Die Zeiten sind schwer, schreiben mag schwer sein.

Wir überlebten den ersten Terror und schaffen das jetzt auch.

Mit Liebe und Respekt, Dir und Karel... Deine Anežka.

Was machen wir jetzt mir dir?

Niemand weiß wirklich, dass hier alles verlassen ist.

Aber halte deine Augen auf.

Nichts neues,

aber ich habe das für dich.

Das kann dir doch mal etwas nützen. Oder?

Und ich will das nicht bei mir haben.

Behalte sie, oder werfe sie weg.

Liebe Tante, ich sende dir liebe Grüße aus Polen.

Bitte, ich brauche Kleidung...

Wie geht es dir? Bitte schick mir zu essen.

Sag unseren Freunden "Hallo". Schick mir zwei Stifte...

Lieber Bruder, entschuldige, dass ich erst jetzt schreibe,

- aber du weißt, wie es ist... - Lola, ich habe Angst um dich

da ich seit Monaten nichts von dir gehört habe.

Meine lieben Grüße. Wir denken an dich.

Nach Prag!

Kommt zum Rundfunkgebäude! So schnell wie möglich!

Tschechische Soldaten, Polizisten! Kommt und helft uns!

Wir rufen alle Tschechen!

František! Wo gehst du hin?

Ich muss nach Prag.

Bis du da bist, wird alles vorbei sein.

Es war klar, dass das kommt.

Kann ich eine Weile bei dir bleiben?

All die Jungs sind...

auch dein Karel...

Kennst du den alten Walnussbaum? Wo einst die Mühle stand?

In der Nähe des Flusses...

Der Krieg ist vorbei, alter Mann!

Ich hole etwas Holz.

Bürgerinnen und Bürger, die heutige Gedenkveranstaltung

soll nicht nur die Helden von Lidice feiern,

sondern auch der Beginn einer neuen Ara für das Dorf sein,

das zum stummen Zeugen, eines schrecklichen Verbrechens wurde.

Wir bauen den Frauen von Lidice ein neues Zuhause.

Ein Willkommen unseren Gästen: Den Frauen von Lidice.

Da können sie nicht hin.

- Ich bin aus Lidice. - Und ich vom Mars.

- Wirklich, ich bin aus Lidice. - Spinnen sie?

Ich habe gehört, Lidice soll wieder aufgebaut werden.

Ich könnte helfen.

Ich habe hier einen Plan gezeichnet. Nur vorläufig.

Ich erinnere mich an alles.

Und hier sind Briefe, die hierher geschickt wurden.

Kommen sie mal mit mir.

Marie...

Herr Šíma, ihr Interesse freut uns.

Aber das neue Lidice wird keine Replik des alten sein.

Wir werden doch kein altes Dorf wieder bauen.

Die Briefe geben wir weiter, soweit möglich.

Der Rest kommt ins Museum oder so ähnlich.

Ich würde gerne helfen.

Meine Frau ist noch nicht zurück...

- Ihr Name? - Anežka.

Sie ist nicht auf der Liste.

Tut mir leid.

Vielleicht wurden sie getrennt.

Herr Šíma, was betrifft, dass sie aus Lidice sind...

Hier geht es um die Pietät des Gedenkens,

und die Tatsache, dass sie da eine Rolle spielen,

die passt da nicht dazu.

Wenn sie uns wirklich helfen wollen,

dann vergessen sie Lidice. Niemand wartet dort auf sie.

Ich möchte mit ihnen sprechen. Was erlauben sie sich?

Lassen sie mich!

Bringen sie ihn weg! Und das er keine Szene macht.

Ich wusste, dass du hier bist.

Ich war bei ihr, fast bis zum Schluss. Sie war so tapfer.

Sie ging allein in den Tod. Auf ihre Art.

Du möchtest wirklich gehen?

Du willst bleiben?

Als lebendes Denkmal?

Jemand muss es tun.

František, bitte. Geh nicht zu weit weg.

Niemand sonst... weiß.

Das Schicksal von Lidice war der einzige anerkannte

Akt des Völkermords durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg.

173 Männer wurden erschossen. Im KZ starben 53 Frauen.

82 Kinder wurden vergast. Nur 17 Kinder überlebten.

Die Zerstörung von Lidice weckte eine Welle der Solidarität.

Mitglieder des "Washington Lidice Committee" waren

Albert Einstein, Charlie Chaplin, Thomas Mann.

Auf der ganzen Welt, schon während des Krieges,

nannten Eltern ihre Töchter Lidice. Ein Brauch, der bis heute anhält.

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