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Original subtitles

(düsterer, mystischer Kehlgesang)

(Pulsierender Rhythmus setzt ein.)

(Kehlgesang und pulsierende Musik)

(Musik schwillt an.)

(Er ächzt.)

(Ächzen)

(leise, spannungsvolle Klänge)

(entfernte Jahrmarkts-Musik)

Danke.

(Stimmengewirr, entfernte Jahrmarkts-Musik)

(TV)...erleben die Menschen den geplanten Aufbau Ost

überwiegend als das genaue Gegenteil.

Betriebe werden geschlossen, Industrien in andere Regionen verlagert.

Der Konjunktur-Abschwung ließ im ganzen Osten...

Patrick Stein.

Oh, wir dachten, Sie kommen nicht mehr.

Es stand 'ne Kuh im Weg. - (Sie lacht.)

Ihr Zimmer haben wir schon vergeben. - Und jetzt?

Schlafen Sie bei Ihrem Kollegen im Bett. Der ist schon da.

Ich sag Ihnen Bescheid, wenn wieder was frei wird, ja?

(N)...sagte Waigel, er sei bereit, Kompromisse einzugehen,

sie müssten aber vernünftig sein.

Der Ausweg in die Schuldenfalle sei mit ihm nicht zu machen...

Hallo?

(Tür quietscht.)

(Er schreit auf.)

Polizei. Pech gehabt. - Ich auch. Patrick Stein.

Ich hab kein Zimmer mehr bekommen. - Ausweis?

Rechte Gesäßtasche. (Er stöhnt.)

Entschuldige. Kenne keinen Polizisten, der so mies kämpft.

Ich hab andere Qualitäten. - Mhm. Markus Bach, Hauptkommissar.

Polizei Görlitz.

Sag Markus. Ich mag das Gesieze nicht.

Wir müssen morgen früh raus. Wir essen noch was und gehen schlafen.

(Frau) Ich vermisse dich jetzt schon. - Ich dich auch. Sehr.

(seufzt) Ey Mann...

Wie geht's dem Kleinen im Backofen? - So weit okay.

Was sagt der Arzt? Heute war Vorsorge. - Wärst du da gewesen, wüsstest du's.

Mir passt das auch nicht. - Sag halt mal Nein.

Er ist der Polizeipräsident!

Ich war keine halbe Stunde in Rostock, da wurde ich schon weitergeschickt.

In dieses verdammte Kaff hier. - Patrick, du nimmst das zu persönlich.

Die ganze Führungsetage erscheint mir korrupt.

Ich muss Schluss machen. Schlaf gut. - (Polizist) Hallo.

Leg dich nicht wieder mit allen an. - Zur Geburt bin ich da, versprochen.

Patricia ist die Ältere. Sie ist 17. Nadine ist 15, glaube ich.

16. - (Bach) Sag mal, Meli

machst du mal die Luft raus?

Danke schön. - Wo wurden sie zuletzt gesehen?

Am Ortsausgang. Ihr Vater ist Fährmann über die Neiße.

Sie wohnen außerhalb von Löwitz und gingen vom Jahrmarkt nach Hause.

Eine Nachbarin sah sie gegen Mitternacht in ein Auto steigen.

Sie hat die Mädchen als Letzte gesehen. - Das Auto, welche Marke?

Vermutlich VW Golf.

Modell? - Keine Ahnung.

Sie war sich nicht sicher. - Wie lange ist das her?

Zwei Tage.

Leckere Würstchen. Gibt's einen Fleischer im Ort?

Mhm. - Und der Senf? - Bautz'ner.

Können die Westler nicht. Können sie einfach nicht.

Sind sie zum ersten Mal weg? - Na ja, sie haben einen Ruf.

Aber sie waren immer vor eins zu Hause. - Was für einen Ruf?

(Polizist) Na ja, einen Ruf halt. Sie wissen schon.

Nein. Erklären Sie es mir.

Die amüsieren sich halt gern. - Und Sie nicht?

Es sind Flittchen. Weiß hier jeder.

Gibt's noch 'nen Korn?

(Stimmengewirr, Kreischen)

(Bach) Noch mal zehn. Für beide.

Zieh nicht so 'nen Flunsch. Das hast du dir selber eingebrockt.

Für ein paar Gramm Koks nimmt man nicht den Bruder des Chefs hops.

Läuft das hier so? - Bei euch auch, wie es scheint.

Da hast du recht. Die DDR ist voller Staatsverbrecher.

Aber im Westen ist mit Verbrechen gut Staat zu machen. - Stimmt.

Ihr Westler kauft uns dummen Ossis das Land weg mit der Verbrecherkohle.

Wenigstens hat die Spitzelei ein Ende. - Jaja, träum weiter.

Jedenfalls darf ich zur Belohnung mit dir ermitteln.

In den blühenden Landschaften. - Kein Enthusiasmus für den Aufbau Ost?

Aber klar doch. Das wird super. "Deutschland einig Vaterland."

Dich hat dein Zynismus hergebracht, hm? - Für mich ist das hier keine Strafe.

Ich bin kein toller West-Kommissar, der den Helden spielen will.

(Schuss)

Nein, du hängst lieber in Bars rum und zockst Nutten ab, was man so hört.

PH'. was hast du noch über mich gehört'?

Reicht doch.

Kämpfen kannst du nicht. Und schießen kannst du auch nicht.

Ich nehme den Wein und zwei Becher, bitte.

Nur einen Becher.

Stimmt so. Gute Nacht.

Gute Nacht - Ich schlaf am Fenster. - Ja.

Prösterchen.

(Es läuft sanfte Popmusik.)

Äh, Sigi, was trinken die denn dahinten?

Wodka. - Ich geb 'ne Runde.

Reicht das?

So geht auf mich.

Wie, wie spät ist es denn?

Spät. Steh auf.

Ich hab deinen Wagen aus dem Sumpf ziehen lassen. Ist in der Werkstatt.

Morgen kannst du ihn abholen. Man hat uns einen Wagen geliehen.

(Durchsage) Freunde und Mitbürger, kommt alle morgen zum VEB

und unterstützt unseren Streik für sichere Arbeit und faire Löhne.

Der Niedergang des VEB wäre der Niedergang von Löwitz...

Ich hab gehört, dass die Mädchen hier wegwollten.

Von wem? - Die Leute reden gern.

Wenn sie besoffen sind.

Ja, hier.

Und wo wollten sie hin? - Einfach weg.

Die beiden hatten angeblich viel Streit mit ihrem Vater.

(spannungsvolle, beunruhigende Klänge)

(Hund bellt.)

Sch!

Katharina!

Katharina, bring den Herren zwei Bier.

(leise) Guten Tag. - Guten Tag.

Guten Tag.

(unheimliche Klänge)

Oh, das ist aber lieb.

Danke schön. - Bitte.

Was riecht denn hier so gut? - Ragout fin.

Mit Worcester-Soße?

Ja, seit kurzem gibt's ja auch echte zu kaufen.

Was wollen Sie wissen? - Wo ist das Zimmer der Mädchen?

(Stein) Darf ich?

Haben Sie eine Ahnung, wo sie hingegangen sein könnten?

Gab es Ärger?

Wissen Sie, ob etwas fehlt? - Ein Sparbuch, das den Mädchen gehörte.

Kleidung.

Wissen Sie, warum sie wegwollten?

Meine Mädchen wollten nicht weg. - (Bach) Hm...

Wurden Ihre Töchter bedroht?

Neues Auto? - (Vater) Gebraucht gekauft.

Keine Lust mehr auf den alten Trabi, hm? - Ich hatte kein Auto.

15 Jahre Wartezeit. Was wollen Sie hier?

Wir wollen Ihre Töchter finden. - Ach was.

Niemand interessiert sich für meine Mädchen.

Hier. Das hab ich aus dem Ofen gefischt.

Wenn er das rausbekommt, bringt er unsere Mädchen um.

Er schämt sich schon so wegen ihnen.

(düstere Klänge)

Waren sie allein unterwegs oder mit jemandem zusammen?

Hm?

Eure Freundinnen sind verschwunden. Ist euch das egal?

So, jetzt macht euer Maul auf.

Sonst könnt ihr in der Zelle überlegen, ob euch was einfällt, also...

Waren die Schwestern allein?

Ja.

Hast du mit ihnen gesprochen? - Sie waren weit weg.

Wir waren später kurz zusammen.

Am Autoskooter. Danach sind wir heim.

Das war kurz vor Mitternacht, weiß ich genau.

Wo habt ihr euch getrennt? - An der Kreuzung am Ortsausgang.

Sie müssen ein Stück weiter als wir, zum Fährhaus.

Wisst ihr, ob sie einen Freund haben? - (zögernd) Nein.

(Bach) Sie wollten weg von hier. - Wer will das nicht?

Ich will nicht weg. - (Mädchen) Du bist ganz schön blöd.

Und du bist nur neidisch.

Haben sie erzählt, wohin sie wollten? - Wo es besser ist als hier.

Kennt ihr einen Freund, der einen Golf hat? In Blau?

Vielleicht hat Corinna was gesehen. Die alte Frau wohnt am Ortsausgang.

(Klacken)

(kichernd) Der schöne Charlie! - Was habt ihr?

Der Freund von ihr ist da.

Können wir jetzt gehen?

Ja.

(düstere Klänge)

Der schöne Charlie.

(Bach) Ihr Sohn? - Ja.

Er ist vier Wochen nach dem Mauerfall weg nach München, wegen Arbeit.

(Bach) Und das? - Meine Tochter Elvira.

Sie studiert in Leipzig. Und das ist mein Jüngster.

Er ist vor zwei Monaten weg nach Berlin wegen Arbeit.

Sagen Sie mir bitte noch mal, was Sie gesehen haben.

Dahinten beim Ortsschild hat er angehalten.

Haben Sie gesehen, wie viele Leute im Auto waren? - Nein.

Wurden die Mädchen gezwungen, einzusteigen?

Ich denke, sie kannten den Fahrer.

Ich habe Lachen gehört. - Wer hat gelacht? Der Fahrer?

Oder die Mädchen?

Äh ja.

Aber der Fahrer war definitiv ein Mann?

Ich hab ein paar Skizzen gemacht.

Das hier ist ein Golf I mit rechteckigen Heckleuchten.

Das hier ein Golf II mit abgerundeten Heckleuchten.

Na, darauf habe ich nicht so geachtet.

Ich denke der.

Der? Golf II.

(Auto hupt und rast vorbei.)

Wer sind die? - (Corinna) Kurzarbeiter aus Polen.

Unsere Kinder haben keine Jobs, weil die für ein Drittel arbeiten.

Vielleicht wollen Ihre Kinder so eine Arbeit gar nicht mehr machen?

Sie kennen ihn. Bestimmt ist er von hier.

Oder er ist ein Saisonarbeiter, der jedes Jahr kommt.

Oder es ist jemand, der auf dem Jahrmarkt arbeitet

und regelmäßig hier ist.

Der Vater der Mädchen hat einen Golf II in Schwarz.

Stand hinterm Haus. Nachts wird Schwarz zu Blau.

Anthrazit und Grau gibt's häufig.

Hören Sie. Da ist jemand, der will mit Ihnen reden.

(spannungsvolle, rhythmische Klänge)

(mystischer Kehlgesang)

Angelique ist Hellseherin. Sie sieht Dinge.

Wenn sie schläft, redet sie mit den Toten.

(mystischer Kehlgesang)

Setzt euch.

Hab heute Nacht mit meiner toten Mutter gesprochen.

Gott hab sie selig. Sie hat die beiden Mädchen gesehen.

Bei dem Bauernhof zwischen Dallgow und Löwitz.

Das Gesindehaus am Abzweig nach Pritt.

Was ist? (düstere Musik)

Nichts.

(sphärische, bedrückende Klänge)

(Poltern) - (Bach) Patrick, komm mal her!

(bedrohliche, pulsierende Klänge)

(anschwellender Klang)

(schriller, unheimlicher Klang)

Helft mir mal, ich hol sie raus.

Habt ihr mich? - (Polizist) Ja.

(ächzend) Es reicht nicht. Noch tiefer. - (Polizist) Vorsicht.

(Stein ächzt.)

Noch ein Stück.

(ächzend) Vorsicht. Ja.

Ich hab... Noch ein Stück.

Ja. Ich hab sie! - (Polizist) Hast du sie? - Ja.

(spannungsvolle, dissonante Klänge)

(düstere, pulsierende Klänge)

(Klappern)

(Stein) Bleib stehen!

Nicht schießen! Bitte! - Wieso läufst du denn weg?

Ich... Ich hab doch keine Jagd-Erlaubnis.

Woher bist denn du? - Aus Löwitz.

(Stein) Ach steh auf.

Wie heißt denn du? - Richy.

Also, Erich Horn. Aber alle hier nennen mich Richy.

Kennst du mich noch von der Bar? - Von dem Wodka brummt mir der Schädel.

Wie kommst du hierher? - Na, zu Fuß.

Sehr weit vom Dorf. - Ich kenne die Pfade.

Hast du jemanden gesehen? Im Gesindehaus?

Ich mag den Ort nicht. - (Polizist) Hey, du Idiot!

(Bach) Was kriegst du für das Schwein? - Zehner das Kilo.

Du verkaufst das nicht. Lass es zubereiten.

Mit einem Salat dazu. Du schuldest uns was.

(Stein) Lauf. Lauf!

(Polizist) Verpiss dich!

Verdammtes Arschloch! Verschissener Penner!

Habt ihr was rausbekommen?

Nichts. - Und im Brunnen?

Müll. Sonst nichts.

(Pfiff) (Mann ruft) Hier drüben!

(Bach) Nadine.

Patricia.

Geh mal ins Auto. Ich hab da mein Notizbuch vergessen.

(leise, beunruhigende Klänge)

(Klänge schwellen an.)

(Stein übergibt sich.)

Wo war denn das? - Da unten.

Warum legst du es dann hierhin? - Na, zu den anderen Sachen.

Damit nichts verloren geht.

Ich kann's auch wieder zurückbringen. - Nein, fass einfach gar nichts mehr an.

(Mann) Na los, berichten Sie.

Mehrere Verletzungen am Brustkorb. Ein paar Schnitte.

Vermutlich Stichwunden.

Schwere Verbrennung an der linken Hand.

Sie wurde auf jeden Fall gefesselt, über längere Zeit.

(flüstert) So was haben wir sonst nicht. - Und die zweite Leiche?

Schnittwunden am Hals, Abdomen, Brustkorb.

Hand links, drei amputierte Finger. Anzeichen vaginaler Verletzungen.

Sie wurde wahrscheinlich vergewaltigt, wie ihre Schwester.

Helfen Sie mir mal, den Körper umzudrehen.

(Ächzen)

Auch am Anus schwere Verletzungen.

So, wie die Körper angeschwollen sind,

waren sie ein bis zwei Tage im Wasser.

Am Nacken finden sich Brandwunden.

Die kleineren Verletzungen stammen wohl von Kleintieren.

Wohin führt dieser Weg? - Zur Kläranlage.

Klärt den Schiet von Löwitz, Dallgow, Pritt und Bednarz.

(Kamera klickt.)

Hey! Hey, hey, hey. Für wen sind die Fotos?

Hey! - "Barnimer Tagblatt".

Wer hat dich angerufen? - Quellenschutz.

Verschwinde. - Ich kann helfen.

Verschwinde, du Aasgeier. - Geben Sie mir Informationen! Hey!

Das ist jetzt ein freies Land.

Pressefreiheit. Schon mal gehört? - Ja, morgen wieder.

Kommen Sie mal, Herr Stein.

Na, kommen Sie.

(leise, spannungsvolle Klänge)

Klären Sie das schnell auf, und zwar mit äußerster Diskretion.

Wir haben schon genug Ärger mit dem ganzen...

Mit dem Streik. Wir brauchen nicht noch mehr Chaos.

Nicht noch mehr Verunsicherung, hm?

Kommen Sie, wir fahren. Zentrale in Rostock.

Wir müssen Bericht machen.

(Bach flüstert) Sie wurden nicht hier ermordet.

(Stein) Er hat sie aus dem Auto geworfen.

Es gibt zwei Reifenspuren. Die wollten zur Kläranlage und drehten hier um.

Vielleicht hat er jemanden gesehen und wurde nervös.

Vielleicht war er nicht allein.

Ihr benachrichtigt die Eltern. Euch kennen sie. - Nein.

Macht ihr das. Wir begegnen denen jeden Tag.

Ihr seid bald weg. Aber wir müssen hier weiterleben.

Ich mach's.

(spannungsvolle, bedrückende Klänge)

(unverständlich)

(Mutter schluchzt.)

(Mutter weint heftig.)

(spannungsvolle, bedrückende Klänge)

(Stein) Danke.

(elektronische Musik)

Bringst du den Herren dahinten 'ne Flasche Wodka? Ich zahle.

So, mein Kleiner, ab ins Bett.

(TV) Die Löhne im Osten liegen nur bei 82 Prozent des Westniveaus...

Ah, hallo! Ähm, das ist heute für Sie angekommen.

Und, Herr Stein, Ihre Frau möchte, dass Sie sie zurückrufen.

Danke.

(N) Im letzten Jahr ist die Bevölkerung im Osten um sechs Prozent geschrumpft,

Ostberlin ausgenommen.

Dieser Trend sei inzwischen gestoppt, sagt der Ost-Beauftragte der Regierung.

Er sieht jedoch trotz aller Erfolge auch viel Skepsis und Unzufriedenheit.

Dabei sei die größte Herausforderung der demografische Wandel,

der den Osten früher und härter treffen könnte.

Manchen Regionen droht eine regelrechte Vergreisung...

(bedrohliche Klänge)

(schrille, bedrohliche Klänge)

(Jemand hämmert an die Tür.)

Ein Mann will Sie sprechen. Er ist betrunken und hat ein Gewehr.

(leise, pochende Klänge)

Wer seid ihr?

(Stein) Wir sind von der Polizei.

Ihr seid keine Bullen. Was wollt ihr hier?

Wir schlafen nicht in Uniform. - Bleib weg!

(Stein) Willst du meine Marke sehen?

Bleib weg. - Ich zeig dir jetzt meine Marke.

Siehst du?

Hier. Jetzt gib uns dein Gewehr.

Sie ist nicht geladen.

Es tut mir leid. Wir müssen mit jemanden reden.

Sie war meine Freundin.

Er hat sie umgebracht.

Theresa.

Meine Freundin ist auch vor einem Jahr verschwunden.

Wie seine.

Er tötet sie, zerstückelt sie und wirft sie in den Fluss.

Deswegen hat man auch nur ihren Fuß gefunden.

(Bach) Was denn für einen Fuß? - Es war ihr Schuh.

Ich weiß es!

Ich hab ihr die Schuhe vor zwei Jahren auf dem Jahrmarkt gekauft.

Sie hat gesagt, dass sie zurückkommt. - (Bach) Von wo?

Berlin. Sie hatte Arbeit gefunden in 'nem vornehmen Hotel.

Sie wollte zurückkommen.

Sie hat mich geliebt.

Niemand bringt sich mit 'nem Koffer in der Hand um.

Es war ihrer. Man hat ihn treibend im Fluss gefunden.

Rolf.

Wer, glaubst du, war das?

(düstere Klänge)

(Er seufzt.)

(Er stöhnt.)

(Tröpfeln)

(Er keucht heftig.)

(Er stöhnt leise.)

(düstere Klänge)

(Schnabel-Klappern)

(düstere, bedrohliche Klänge) (Krächzen)

(Krächzen)

(Düstere Klänge schwellen an.)

Wir kamen erst spät zurück. - (Frau) Was heißt spät?

Na ja, sehr spät heißt sehr spät. - Du denkst nur noch an die Arbeit.

Fang nicht damit an. - Dir ist alles andere egal.

Mensch, ich arbeite hier! - Bleib ruhig.

Ich bin ruhig. Du bist nicht ruhig! - Guten Morgen!

(Stein) Wie, Krankenhaus? Was ist denn passiert?

(Frau) Zur letzten Untersuchung. Weißt du das nicht mehr?

(Stein) Ah.

Ich stehe hier so unter Druck. Mein Kollege ist ein merkwürdiger Vogel.

Tut mir leid. Ich will nicht stressen. - Ich ruf dich an.

(leise, spannungsvolle Klänge)

Ja, wir haben von dem Vorfall letzte Nacht gehört.

Was ist dran am Verschwinden von Theresa, Rolfs Freundin?

Das Mädchen war krank im Kopf. Kein Wunder, dass die ins Wasser ging.

Mit Koffer? - Wurde die Leiche je gefunden?

Der Fluss ist lang. - Und der abgetrennte Fuß?

Mal die Schiffsschraube von einem Kohle-Transporter gesehen?

Wer ist Katrin?

Ein Mädchen, das das Dorf verlassen wollte und es auch getan hat.

Der Autopsiebericht ist angekommen.

Und eine Liste aller VW Golfs, die in der Gegend gemeldet sind.

Alles wie heute Morgen besprochen. - Mhm.

Sag mal, schläfst du auch manchmal?

Sperma-Spuren auf den Strümpfen von Patricia. Gruppe AB.

Die haben Messer und Kneifzangen benutzt.

Wir müssen uns diesen Koffer von Theresa anschauen.

Ein Fischer hat ihn nahe des Fähranlegers gefunden.

Laut Gerichtsmedizin war es eine Schiffsschraube.

(spannungsvolle Musik)

(Bach) Hm...

Niemand aus Theresas Familie wusste, dass sie weggehen wollte.

Merkwürdig.

Das lag doch auch im Zimmer der Schwestern.

Wir müssen mit den Angehörigen sprechen.

(spannungsvolle Musik)

(Bach) Na, Richy, nicht auf der Jagd?

Wir suchen das Haus von Rolfs Freundin Theresa.

Wir können es auf der Karte nicht finden.

Was ist für mich drin?

(Bach knurrt.) Mann, Mann, Mann.

Hab doch gesagt, dass hier keiner mehr wohnt.

Hey.

Soll ich aufmachen?

(Fliegen summen.)

(leise, spannungsvolle Klänge)

Wie es aussieht, sind sie weg. Von jetzt auf gleich.

Die sind weg, als ihre Tochter in den Fluss gegangen ist.

Wollten danach ihr Haus nicht mehr betreten.

Hab gehört die sind jetzt irgendwo in Ungarn.

(spannungsvolle Klänge)

Kennst du die?

Das ist eine der toten Schwestern, Patricia.

Und das ist Theresa.

Und Katrin, die ist auch weg.

Und das ist Charlie.

"Drei Engel für Charlie".

(Richy kichert.)

Weißt du, wo Katrin wohnte?

(Richy) Bei den Fischen.

Sie war die Erste, die vor ein paar Jahren weg war.

Wohnte noch bei ihrer Mama.

Gleich sind wir bei der Fischfarm.

(Bach) Weit draußen. Wie die anderen Mädchen.

(melancholische Musik)

Na, du Flitzpiepe. Wie heißt denn du?

Markus. Und du?

Markus.

Oma!

Oma!

(Frau) Vor drei Jahren ist sie weg, als Jahrmarkt war.

Das hat sie von mir.

Das bringt ihr Glück, hat sie gesagt. - (Stein) Schön.

Na, Markus?

Willst du den Herren mal sagen, wer das ist?

Meine Mami. - Genau.

Wie alt war er, als sie ging?

Nicht mal ein Jahr.

Sie hat nicht gesagt, wohin?

Arbeit suchen in Berlin.

Sie hat gesagt, sie kommt zurück, wenn sie was gefunden hat.

Sie könnte ihre Meinung geändert haben. - Was?

Sie könnte ihre Meinung geändert haben! - Haben Sie Kinder?

Fast. Seine Frau ist schwanger.

War irgendetwas ungewöhnlich, bevor sie verschwand?

Sie war sehr traurig,

weil Charlie sie verlassen hat.

Charlie? - Ja, Charlie!

Der schöne Junge aus Bednarz.

(Bach) Ging sie noch zur Schule in Löwitz?

Na klar. Sie wollte ja studieren.

Deswegen hat sie zusätzlich auf der Abendschule

gelernt.

(Bach) Dürfen wir uns ihre Schulsachen ansehen?

Danke schön.

(leise, beunruhigende Klänge)

(Bach) Dürfen wir uns das ausleihen?

Aber verlieren Sie das nicht.

Sie wird es brauchen, wenn sie zurückkommt.

(düstere Klänge)

(Pausen-Klingel)

(Rabe krächzt.)

(düstere, bedrohliche Klänge)

(düstere, bedrohliche Musik)

Was macht ihr hier? Wer seid ihr?

Wer seid ihr?

Ist gut, ist gut! Ist gut, es reicht. Keine falsche Bewegung.

Kanntest du Nadine und Patricia? - Ja.

Wie jeder hier. - Welche Beziehung hattet ihr?

Ich war mal mit Patricia zusammen. Aber das wisst ihr ja.

War sie nicht ein bisschen zu jung?

Zu jung für was? - Und Nadine?

Wir waren gute Freunde. - Hast du Fotos von ihnen gemacht?

Seh ich aus wie ein Fotograf? - Willst du noch eine?

Wo warst du, als sie verschwanden? - Bei einer Freundin.

Braune lange Haare, 16 Jahre alt?

Was ist das? Ist das sein Geschmack?

Verdammter Wichser! - Ey!

Ist gut. Ey, ist gut. Ist gut, es reicht. Ist okay!

Ist okay. - Also, wo warst du?

Bei Nicole, die ganze Nacht. - Woher kennst du die?

Kenn ich nicht.

Und die? - Kenn ich auch nicht, tut mir leid.

(Stein) Du bist auf dem Foto. - Hab sie wohl getroffen an dem Abend.

Kann ich jetzt gehen? - Verpiss dich.

Aber das ist mein Messer.

Dann hol's dir. Tu mir den Gefallen, komm.

Hm?

(Stein) Sie waren alle gleich alt. - Viel zu jung.

Sie sind alle während dem Jahrmarkt verschwunden

1989, 90, 91 und jetzt.

Alle nach dem Mauerfall. - So was gab's schon vorher, glaub mir.

Morde wurden hier gern unter den Tisch gekehrt.

Gab's ja nicht im Sozialismus.

Das wäre schon ein großer Zufall, wenn alle Mädchen gerade dann weggehen,

wenn hier endlich mal was los ist.

Zum Jahrmarkt sind viele Leute im Ort. Es wird mehr getrunken.

Es dauert, bis jemand vermisst wird. Man lernt leichter Leute kennen.

Alle Mädchen kannten Charlie. Und alle wollten weg.

Hast du seine Tätowierung gesehen? - Mhm, wie auf dem Foto.

Sag mal wie heißt denn da die Dame in Bleu?

(Barkeeper) Das ist Daniela. - (unverständlich)

(Bach) Bringst du ihr das?

Und ein Getränk ihrer Wahl. - Seltsam.

Er ist der Platzhirsch hier, könnte alle haben.

Warum macht er das?

Siehst müde aus. Geh schlafen.

Woher wusstest du, dass meine Frau schwanger ist?

Ich hab gute Ohren.

Kannst das Auto haben. Ist mir egal, ich geh zu Fuß.

Ich hätte gern noch zwei Pakete Red Leaf.

(Frau) Lass das, Carsten.

Ach, komm schon.

Nur zum Spaß. - Hör auf! Ich will das nicht.

Nein, Finger weg. Du bist scheiße!

(Carsten lallt) Mann, was stellst du dich so an?

Verzeihung, soll ich dich heimbringen?

Finger weg. Durchatmen.

(sphärische Musik)

(Er keucht.)

(Stein) Evelin? Hör mir zu. Pack deine Sachen und verlass die Stadt.

(Evelin) Was? Wieso? - Hier passieren merkwürdige Dinge.

Du bist vielleicht in... Du bist vielleicht in Gefahr.

In Gefahr? Was hast du gemacht? - Hör zu! Verlass Hamburg.

Fahr zu deinen Eltern, bis ich zurück bin.

Aber das Baby kann jederzeit kommen.

Es sind nur noch zwei Wochen bis zum Termin...

Evelin, es ist ernst.

Bring das Kind und dich in Sicherheit, verstanden?

Ja. - Gut. Tschüss.

(düstere Klänge)

(Klopfen)

Ich bin allein.

Kommen Sie rein.

Was können Sie mir dazu sagen?

Dass die Linke schöne Titten hat.

Das ist Nadine, und sie ist tot.

Dass Sie schöne Titten hatte.

Was wollen Sie wissen? - Alles, was Sie mir dazu sagen können.

Woher haben Sie das? - Das ist unwichtig.

Ich bin Journalist. - Ich lach mich tot.

Hier, dann schick es doch nach Schwerin in die KTU.

Hier. - Ich hab keine Zeit.

Was wollen Sie?

Etwas, das ich noch nicht weiß.

Sie wurden gefoltert. - Auch vergewaltigt?

Ich habe von Ihrer Geschichte in Hamburg gehört.

Mit Ihrem Boss. Sie trauen sich ja was.

Ein Mann mit Idealen.

Noch vor einigen Jahren hätte ich Sie zum Gewinner geschrieben.

Ah, ist Import. Ein seltenes Fabrikat.

Ich glaube nicht, dass viele hier in der Gegend dieses Material benutzen.

Ich kann sicher feststellen, wer.

Mhm. - Ich will Fotos von den Leichen der Mädchen.

Vom Gerichtsmediziner.

Ich habe Familie, Mann. Die brauchen zu futtern.

Weiß Ihre Familie, was Sie machen?

Die denkt, ich sei der nächste Stefan Heym.

Ein Autor. Vielleicht haben Sie von ihm gehört.

Finde es heraus.

Ich glaube, ich kenne auch deinen Kollegen.

Weißt du, ob er in Bautzen gearbeitet hat?

Grüß ihn von mir.

(spannungsvolle Klänge)

(Pfarrer) "Der Herr behütet euch,

der Herr ist euer Schatten über eurer rechten Hand..."

Gibt es was Schlimmeres, als die eigenen Kinder zu beerdigen?

Ich dachte, du hast keine?

Mein Beileid. - Mein Beileid.

Ich hab das Sparbuch meiner Töchter gefunden.

Es war im Handschuhfach vom Auto.

Mein Mann hat es dort versteckt.

Können wir es haben?

Ja.

(beunruhigende Klänge)

Wir haben das im Auto gefunden.

Was ist passiert, Henner?

Ich hab 'ne Menge Schulden und kann sie nicht bezahlen.

Bei wem?

Einem Kredit-Hai.

Wieso?

Ich wollte meine Töchter aus diesem Dorf rausholen.

Die ganze Familie.

(Bach) Hm...

Du nimmst einen Kredit auf für deine Töchter.

Und dann klaust du deren Sparbuch?

(Er sperrt die Tür ab.)

(Aufschrei)

(Er stöhnt.) - Was ist passiert? Sag's mir.

Zum letzten Mal. Sag's mir.

Vor zwei Monaten fand ich ein Päckchen.

Am Ufer der Neiße. - Was für ein Päckchen?

Pillen. Ecstasy. So hat es angefangen.

Wie viel? - Ein Kilo.

Was hast du damit gemacht? - Verkauft. - An wen?

Hier im Ort. - Wo ist das Geld?

Hab's ausgegeben.

Wofür? - Für das verdammte Auto!

Denkst du, dass man deswegen deine Töchter umgebracht hat?

Weiß ich nicht. Die sind gekommen, um sich ihr Geld zu holen.

Kühlschrank, Waschmaschine und Fernseher haben sie schon.

Wenn ich nicht zahle, dann nehmen sie mir noch Auto und Fähre weg.

Wir müssen die örtliche Polizei aktivieren.

Die sollen den Fluss und die Ufer streng überwachen.

Dann erfahren wir vielleicht, wer die Typen sind.

Ich übernehme den Fluss. - Ich kümmere mich um Charlie.

(Er ächzt.)

Schick mich nie wieder vor die Tür.

(Bach keucht.) - Ich mag deine Methoden nicht.

Ohne diese Methoden hätten wir ihn nicht geknackt.

(spannungsvolle, pulsierende Klänge)

(Ein Auto nähert sich.)

(düstere, pulsierende Klänge)

(unverständlich)

(Raben- und Möwengeschrei)

(Er stöhnt auf.)

(Er stöhnt und ächzt.)

(Er atmet schwer.)

(Schnabel-Klappern)

(Krächzen)

(Schnabel-Klappern)

(Krächzen)

(spannungsvolle, bedrohliche Klänge)

Ja, gut. Dann auf Wiederhören.

Nicole ist zu Hause.

Die Mutter sagt, es geht ihr gut.

Die Dorfpolizei steckt da mittendrin. Die informieren die Schmuggler für Geld.

Das ganze Dorf raucht Schmuggelware.

Vom Abwracken und Krabbenpulen allein können die nicht leben.

Setz dich hin. - Ich stehe lieber.

Du setzt dich hin.

Was hast du heute im Jagdhaus gemacht? - Ich war mit meiner Freundin zusammen.

Wollen Sie Details? - Ja, das möchte ich.

Hat Sie niemand aufgeklärt?

Wer ist der Mann mit dem Hut?

Welcher Mann? - Der nach dir ins Haus ging.

Außer Nicole und mir war da niemand.

Sie wollten mein Blut, oder?

Dann rufen Sie einen Arzt. Ich warte.

Hättest Schlafsachen mitbringen sollen. Du übernachtest nämlich hier.

(Schuss) - (Glas splittert, Bremsen quietschen.)

(Schuss) - (Stein) Bist du okay?

(ruft) Bist du okay? - Verdammte Scheiße, ja.

(düstere, pulsierende Klänge)

(Bach) Ein Bier und 'nen Wodka. - (Stein) Ich auch.

Wir haben geschlossen.

(Pfiff)

(düstere, pulsierende Klänge)

Ist gut. Komm, er ist es nicht wert.

Verdammte Scheiße. Alle Reifen aufgeschlitzt.

Da siehst du, was passiert, wenn man sich alles gefallen lässt.

Na, und jetzt? Immer noch Kuschelkurs?

Nur weil das früher funktioniert hat, kannst du nicht ewig Stasi spielen.

(Aufschrei) - Halt's Maul, Besserwichser.

(Kampfschrei)

(Sie ächzen und stöhnen.)

(Beide keuchen.)

(Bach schreit auf.)

(Beide atmen schwer.)

Das sind die Resultate des Bluttests von Karl Gross, genannt Charlie.

Seine Blutgruppe ist nicht die gesuchte. Dies ist jetzt eine Demokratie.

Wenn Sie jemanden einsperren wollen, fragen Sie mich nächstes Mal.

(seufzt) Dieses Land ist nicht mehr, was es mal war.

Die Leute haben sich viel erhofft. Und es gibt Enttäuschte.

Die Polizei steht an der Frontlinie, wie immer. Also beeilen Sie sich.

Präsentieren wir unseren Schäfchen bald den bösen Wolf.

Aus Charlie kriegen wir nichts mehr raus.

(Er ächzt.)

(Stein) Ist heute gar keine Schule? - Hab Bauchweh.

Was hast du gestern Abend gemacht?

Kino. - Schön.

Mit wem? - Mit Freunden.

Welchen? (Telefon klingelt.)

Ich bin gleich wieder da, mein Schatz.

(Mutter telefoniert.) (Bach) Nicole.

Du warst gestern im Jagdhaus. Wer noch?

Wer war der Mann mit dem Hut? - Welcher Mann?

Woher ist die Verletzung? - Welche? - Die da.

Die ist ein Ausschlag von meiner Uhr.

Lass den Blödsinn!

Wer war der Mann mit dem Hut? - Von wem reden Sie?

(Bach) Wo ist Charlie? - Keine Ahnung.

Wie? Du bist krank, und er besucht dich nicht?

(Nicole) Er weiß es nicht. - Warum? - Sieh mich an.

Weiß deine Mutter, was du da treibst im Jagdhaus, hm?

Weiß sie von Charlie?

Mama! - Sag uns, wer dieser Mann war!

Mama! Mama!

(Mutter) Was ist denn? - Ich muss mich übergeben.

(Bach) Ui, ui.

Ja, keine Sorge, wir wollten sowieso gehen.

Was hast du vor?

Glaubst du ihr ein Wort? Hier, halt mal.

Willst du ihr Telefon anzapfen?

Hast du den Polizeidirektor nicht gehört?

Hm? Das können wir nicht machen.

Nicht mehr. - Sie hat Angst. Aber warum?

Gib her.

Lust, ein Jagdhaus zu mieten?

(spannungsvolle, treibende Musik)

(Sie klopfen ans Tor.)

Kommen Sie rein. Ja, es gibt drei Schlafzimmer.

Jedes mit zwei Betten. Schauen Sie sich um.

Ich habe Zustellbetten, falls Sie mehr Personen sind.

Es gibt Hundezwinger, Wasser, Strom. Alles da.

Schon mal in der Gegend gewesen? Kennen Sie sich hier aus?

Ist das Ihr Haus? - Pff! Schön wär's.

Hier ist ein Schlafzimmer. Schauen Sie sich ruhig um.

Wer hat denn das Haus zuletzt gemietet?

Hab ich vergessen. Es war ja lange geschlossen.

Es ist Schonzeit.

(düstere Klänge)

Mhm, Schonzeit. Ich war gestern hier.

Und da gingen drei Personen ins Haus.

(leise, spannungsvolle Klänge)

Die Marke gefällt mir. - Ach ja?

Aua! Sie tun mir weh! - Ich werde nicht gerne angelogen.

(Frau ächzt.) - Wer war gestern hier?

Ich kenne ihn nicht. Ich weiß nicht, wer es mietet.

Du vermietest das Haus an Unbekannte? - Nur tageweise.

Er ruft mich an und hinterlegt das Geld!

(Sie schreit.) - Nicht so laut!

Wer ist der Mann mit dem Hut?

Hm? (dramatische Musik)

Wer? - Ah!

Die bezahlen, damit ich mich raushalte.

(Sie wimmert.)

Was machst du da?

(Tür wird geöffnet.)

Was machen Sie hier?

Nichts, alles in Ordnung.

Sie haben sich das Haus angesehen, aber Setzt gehen sie.

Ja, Wiedersehen. - Tschüss.

Kennst du den?

Der Wachmann? - Mhm.

Nie gesehen. Vielleicht kommt er aus Polen rüber?

Wir müssen Charlie finden.

Hab da so eine Idee, wo der sein könnte.

Geh spielen, Richy. Verpiss dich. (bedrohliche Klänge)

Waffen her. Ich zeig euch, wo es langgeht.

Was wollt ihr von uns? - Die Fragen stellen wir. Los, Abfahrt.

(spannungsvolle, treibende Klänge)

(Mann) Na los, runter da.

Macht's euch bequem.

(Mann) Frik, gib denen was zu trinken. Die Herren haben sicher Durst.

Die Pillen, die Henner gefunden hat, gehörten mir.

Da lief eine Übergabe nicht so, wie sie hätte sein sollen.

Aber ich hab keinen getötet. Erst recht keine Mädchen.

Das ist Hugo.

Seine Frau Angelique kennt ihr. Sie ist keine Hellseherin.

In der Nacht, als die Mädchen ermordet wurden,

war Hugo auf dem alten Gehöft.

Er kennt den Brunnen und hat noch mehr gesehen.

Aber die Information kostet was. - Was heißt das?

(Mann) Ihr zieht die Polizei am Fluss ab und lasst uns in Ruhe. - Okay.

(Mann) Rede, Hugo.

Ich hab gesehen, wie ein Mann die Tasche in den Brunnen geworfen hat.

Wie sah er aus?

Es war zu dunkel, um sein Gesicht zu sehen.

Ansonsten ganz normal, durchschnittlich eben.

Warum warst du da? - Ich hab auf ein Paket gewartet.

Fünf Uhr morgens. Am Tag, als die Mädchen verschwanden.

(Stein) Hast du sein Auto gesehen? - Ein Golf.

Blasses Blau, fast Grau.

Sicher? - Er fuhr direkt an mir vorbei.

Ich sah sogar den Aufkleber am Heckfenster.

Was für ein Aufkleber? - Ein Mädchen mit langen Haaren und Hut.

Die Haare, wie lang waren die? So bis hier?

Bisschen kürzer.

Und der Hut? Wie sah der aus?

Groß, mit sehr breiter Krempe.

Etwa so?

Ja, das kommt hin.

(Bach) Wo hab ich das schon mal gesehen?

Und sonst noch was? - Mehr weiß ich nicht.

Ich hab gesehen, was Sie getan haben.

Sie werden kommen und Sie holen. Bald ist es so weit.

(beunruhigende Klänge)

Halt mal kurz an.

(spannungsvolle, pulsierende Klänge)

Komm.

Sie sprach viel von dem netten Kollegen, der ihr die Aufkleber mitgebracht hat.

Diese Handtücher sind auch von ihm.

Aus dem Hotel in Berlin, wo er gearbeitet hat.

Wie hieß Katrins Kollege? - Janosch.

Nachname? - Ist er aus der Gegend?

Weiß ich nicht. - Haben Sie ihn je gesehen? - Nein.

Sie hat viel von ihm erzählt.

Er hat ihr geholfen, als das mit Charlie war.

Danke.

Danke schön.

Tschüss, kleiner Markus.

(Stein) Ja, am frühen Abend bin ich bei Ihnen.

Janosch Junckers. Arbeitet nicht mehr im HOTEL KOSMOS.

Wurde entlassen. Aber er hat da noch Sachen.

Ich fahr hin, morgen früh. - Absacker?

Nein, ich will noch zu meinem Kontakt wegen der Fotos.

Ist vielleicht 'ne Spur.

Gut. Lass dich nicht aufhalten.

Niemals.

Meli, gibt's noch was? Ich hab Hunger.

Und Durst.

(leise, spannungsvolle Klänge)

Die Fotos der Mädchen wurden mit so einem Material gemacht.

Es gibt in der Gegend nur einen Laden, der diese Marke verkauft.

Wo? . Ja! WO?

Wo sind meine Autopsie-Bilder?

Die hab ich leider noch nicht. - Was hast du dann?

ADLER FOTO in Rostock.

Jemand bestellt sie dort jeden Monat gegen Vorkasse.

Wer? - Offenbar ein "gut aussehender Kerl".

Ein Kerl namens Carlos oder Charlie.

Mh, die entwickeln sie auch dort,

wollten aber nicht sagen, um was für Fotos es sich handelt.

Bestimmt keine Konfirmationsbilder. - Auf diesem Foto...

Da sind nicht nur die Mädchen drauf.

Den, der das Foto gemacht hat, sieht man im Spiegel.

Wegen dem Blitz erkennt man ihn nicht. Kann man da was machen?

Finde raus, wer das ist. Dann kriegst du deine Fotos.

Aber dafür brauch ich das Negativ. Anders ist es nicht möglich.

Vertrau mir. - Würdest du einem wie dir vertrauen?

Großes Indianer-Ehrenwort!

Und, kann er nachts schlafen? - Hm?

Dein Kollege, Bach. Ich weiß, wo ich ihn gesehen habe.

1978. Er war bei der Staatssicherheit.

Er hat meinen besten Freund Stefan verhaftet.

Stefan war auch Journalist, wollte die Wahrheit schreiben.

Die Waffe deines Kollegen

saß schon immer ziemlich locker.

Stefan wollte sich die ganze Schubserei nicht gefallen lassen.

Hat vielleicht ein bisschen gezappelt.

Und noch vor den Toren von Bautzen, da hat Bach ihn erschossen.

Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Es gab jede Menge Zeugen, aber Bach hat keine Strafe bekommen.

Nur seine Orden.

Und jetzt geht's ihm dreckig, dem Stasischwein. Und das freut mich.

(Bach schnarcht leise.)

(leise, spannungsvolle Klänge)

(düstere Klänge)

(Auto nähert sich.)

Es tut mir leid. Ich wusste nicht...

Hätte auch 'ne Falle sein können. - Ich bin zu Nicole gegangen.

Ich musste wissen, was mit meinen Töchtern los war.

Sie sind...

Sie waren eng befreundet.

Und? - Charlie brachte sie zum Jagdhaus.

Dort hat er sie ans Bett gefesselt, ist rausgegangen

und kam mit jemandem zurück.

Kann sie ihn beschreiben? - Sie weiß nur, dass er gut roch.

Irgendein besonderes Parfüm. Und er hatte sehr weiche Hände.

Das hat sie immer wieder gesagt.

Charlie hat Fotos von ihr gemacht und gedroht,

im ganzen Ort die Fotos rumzuzeigen, wenn sie was erzählt.

In der Nacht, in der meine beiden Töchter ermordet wurden,

war Charlie mit Nicole zusammen, aber

nicht die ganze Nacht.

Würde sie das auch einem Richter sagen? - Sie konnte es nicht mal Ihnen sagen.

(Stein) Ich fahre nach Berlin.

Der Mörder hat da vielleicht im Hotel gearbeitet.

Nehmen Sie mich mit. - Ich kann Sie nicht einfach mitnehmen.

Aber ich... Ich bin eine Zeugin. Ich könnte von Nutzen sein.

Was wollen Sie in Berlin?

Bitte. Bitte, ich muss dorthin.

Bitte. Ich bin schuld am Tod meiner Töchter.

(Er stöhnt auf.)

(Er ächzt.)

(leise, beunruhigende Klänge)

Ich hab meinen Töchtern

immer und immer wieder von meinem Traum erzählt.

Ich wollte raus in die große Stadt.

Schauspielerei, Tanz, Gesang,

Kellnern.

Hauptsache raus aus diesem Scheißkaff.

Ich hab sie nur angesteckt mit meinen Geschichten.

Sie konnten es kaum erwarten, hier wegzukommen.

(spannungsvolle Musik)

Mein Traum hat sie umgebracht.

Guten Tag. Patrick Stein.

Der Hotelmanager erwartet mich. - Einen Moment bitte.

Katharina, bitte warten Sie hier auf mich.

Ich komme mit.

Der Typ war komisch. Er hatte ein Problem mit einem weiblichen Gast.

Was für ein Problem? - Er hat sich an das Mädchen rangemacht.

Sie ist zur Polizei, glaube ich.

Und dass er deshalb so schnell weg war. Einfach so.

(Stein) Janosch Junckers, ja.

Wann war das?

Mhm.

Und er wurde nicht mehr in Dallgow gesehen?

Freunde, Familie?

Verstehe.

Ich danke dir.

(Stein legt auf und wählt eine Nummer.)

Melanie? Patrick Stein hier. Holen Sie meinen Kollegen ans Telefon.

Was? Er schläft noch?

Gut, dann gehen Sie nach oben und klopfen, ja?

Es ist wichtig, dass er Folgendes erfährt...

(beunruhigende Klänge)

Katharina Kraft hat eine neue Aussage gemacht.

Charlie war nicht die ganze Nacht mit Nicole zusammen.

Ein Unbekannter hat sie im Schloss misshandelt.

Er hat sehr weiche Hände und trägt ein teures Parfüm.

Ja, das ist alles.

Entschuldigung. Zeigen Sie mir noch Junckers' Zimmer?

Die Personalräume sind auch im Keller. Zimmer sieben.

Sie haben Glück. Steht gerade leer. Finden Sie's allein? Ich hab Termine.

(Klopfen)

Herr Bach, ich komme jetzt in Ihr Zimmer.

Herr Bach? - (Tür wird aufgerissen.)

Was wollen Sie? - Ich soll Ihnen das unbedingt geben.

(Durchsage) Der Niedergang des VEB wäre der Niedergang...

Wo finde ich den VEB? - Kommt alle morgen...

(flüstert) Wann hört das auf?

(schluchzt) Wann hört das auf?

Wann hört das auf?

Wann?

Ich weiß es nicht.

Wann hört das auf?

Wann hört das auf?

Wann hört das auf?

Wann... Wann hört das auf?

(Buhrufe)

(schwäbisch) Ihr wisst, dass euer Betrieb seit dem Mauerfall

gegen die westliche Konkurrenz ankämpfen muss.

Die Stahlpreise sind in den letzten sechs Monaten um 30 Prozent gefallen.

Wir haben die Fabrik gekauft, um sie zu retten.

Dazu müssen wir die Kosten senken und die Löhne anpassen.

Sonst überlebt die Firma nicht. - (Buhrufe)

(Charlie) Das könnt ihr uns nicht antun!

Das könnt ihr nicht machen, ihr Schweine!

Ihr Schweine! - Das ist unser Betrieb!

Herr Langhans, der neue Eigentümer, bietet euch an,

für 20 Prozent weniger zu arbeiten.

Dann kann er alle Stellen erhalten.

Wer das nicht will, kann gehen. - (Tumult)

(Arbeiter) Spinnt ihr? Verdammte Halsabschneider!

Gebt uns unseren VEB wieder!

Das ist doch alles hier nur ein Scheiß-Kapitalistendreck!

(Alle rufen durcheinander.)

(spannungsvolle Klänge)

Herr Langhans! Verzeihen Sie. Ich will mich vorstellen.

Markus Bach. Kriminalpolizei. - Karl Langhans.

Seit drei Monaten Eigentümer hier. - Ich komme wegen der Morde.

Ach ja, die toten Schwestern.

Auch. Und die anderen.

Ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung, wenn ich helfen kann. Auf Wiedersehen.

(bedrohliche Klänge)

Wir müssen zurück.

(melancholische Klänge)

(Hupen)

(Lastwagen hupt-)

(Aufprall)

(spannungsvolle Klänge)

Ja, geht klar.

Ja, mach dir keine Sorgen.

Mhm. Danke, Manuel. Danke.

Laut Vorarbeiter gibt es keinen Golf auf dem Werksgelände

oder dem Anwesen von Langhans.

Weder registriert noch unregistriert. Die Nummernschilder sind wohl gefälscht.

Starten Sie sofort eine Suchaktion. - Die Mutter sagt, Nicole ist im Kino.

Sie ist in Gefahr, und Sie tun nichts! - Ich rufe Karl Langhans an.

Wir machen morgen früh einen Bluttest. Heute ist es zu spät.

Das mit dem Mädchen überprüfe ich gleich.

Sie sollen ihn nicht anrufen, sondern einen Bluttest genehmigen.

Heute Abend. Jetzt sofort.

Ich rufe ihn an und bestelle ihn für morgen aufs Kommissariat.

Es wird keine Probleme geben.

Wir brauchen auch eine Gegenüberstellung von Langhans und Charlie Gross.

Sie sind wirklich ein Starrkopf.

Wie bitte?

Sie haben nur Indizien, keine Beweise.

Ihr Partner sah einen Mann mit Hut, sonst nichts.

Ist doch richtig, oder? - Ja, das ist richtig. Ja.

Sehen Sie. Ich trage auch einen Hut.

Bin ich jetzt verdächtig?

Wenn Sie Beweise liefern, bekommen Sie Ihre Genehmigung.

Und jetzt gehen Sie bitte.

Ich informiere Sie, sobald ich etwas weiß.

Sie schützen ihn.

Was?

Sie wissen nicht, wie es hier läuft.

Weiß ich.

So wie überall anders auch.

Hm... Sie sollten besser aufpassen mit dem, was Sie sagen und tun.

Werden Sie nicht Vater?

Jetzt raus.

Raus jetzt!

(bedrohliche Klänge)

Sag mal, warum sagst du nichts? Steckst du mit denen unter einer Decke?

Ich will nur diesen Fall lösen. Komm, lass uns das Mädchen suchen.

Du bist wie alle anderen. Du willst, dass alles so weiterläuft wie früher.

Ich weiß, was du gemacht hast, 1978 in Bautzen.

(gepresst) Gott... - Du weißt nichts. Gar nichts weißt du.

Der Typ, der dir das erzählt hat, will nur Stimmung machen.

(schwach) Lass mich los.

Es war mein Kollege.

Als der Dissident ihn angriff,

ist er ausgeflippt und hat ihn im Handgemenge erschossen.

Ich hab den Freund des Schmieranten nur festgehalten.

Hab nicht mal meine Waffe gezogen.

Patrick...

Wenn du Scheiße baust, decke ich dich auch.

Ist das so falsch?

Siehst du.

Komm.

Fahren wir zu Nicole. - (Donnergrollen)

(Band, Nicoles Mutter) ...der ist zu alt, um der Vater zu sein.

(Er spult das Band weiter.)

(Nische) Sag ihnen, ich tue alles, was sie wollen.

(Er spult zurück.)

(Telefon-Wahltöne)

(Freizeichen)

(Mann) Ja? - Hier ist Nicole. Was wird aus Berlin?

(Mann) Es gibt Probleme mit dem Vertrag. Die stellen keinen ein.

(Nicole) Rede mit ihnen. Sag ihnen, ich tue alles, was sie wollen.

Ich muss hier weg. Ich halt's nicht mehr aus.

(Mann) Wir sollten uns treffen. In einer halben Stunde am üblichen Ort.

Sie hat diese Nummer angerufen.

Das Jagdhaus.

(spannungsvolle Musik)

Nein, passt schon.

(Sie hämmern an die Tür.) - Komme!

(Stein) Bleib stehen!

Bleib stehen. - Ah!

Wer wohnt noch in diesem Haus, hm?

Niemand. Ah! - Wer?

Der Wächter. - Sein Name?

Finn.

Wo ist Janosch? - Weiß ich nicht. - Patrick.

Hör auf.

Setz dich hin.

Kanntest du die beiden Schwestern? Nadine und Patricia?

Bevor sie ermordet wurden und hier gefoltert.

Mit einem Jagdmesser.

Und da denen das nicht reichte, mit einer Kneifzange.

Man hat ihre Brustwarzen abgerissen, Finger abgeschnitten,

Gegenstände in Vagina und Anus gesteckt, bis sie geblutet haben.

Weißt du, wie viel Schmerz man aushält, bevor man ohnmächtig wird?

Das hab ich nicht gewusst. Das hab ich wirklich nicht gewusst.

(flüstert) Klar.

Hey sieh mich an.

Wie heißt der Wächter?

Janosch.

Er hat Arbeit gesucht, und ich hab sie ihm gegeben.

Ich war mit seiner Mutter befreundet. Er müsse sich verstecken, hat er gesagt.

Verstecken vor was? - Weiß nicht. Er war total verändert.

Karl Langhans, kennen Sie den? - Ja.

War er je in diesem Haus? - Wenn Gäste kommen, bin ich nicht hier!

Wo ist Janosch?

Wo ist er?

Hm? - (Sie wimmert.)

Im verlassenen Bauernhof Richtung Dammhorst.

(düstere, treibende Klänge)

Aufmachen, Polizei!

(Ein Pferd schnaubt.)

(Er atmet schwer.)

Markus!

Guck mal hier.

Ein Arbeitsvertrag zwischen Patricia und dem Hotel am Alex in Berlin.

Und mehr Verträge von anderen Mädchen. Oh, wie viele...

Hey! Da draußen ist das Auto. Er haut ab!

(düstere, treibende Klänge)

Vorsicht, Mann! Hier ist alles glitschig vom Regen.

Vorsicht!

Scheiße.

Sinnlos! Wir stecken fest! - Was ist in der Nähe?

Eigentlich nur die Kläranlage. - Gut, bring uns dahin.

(düstere, treibende Klänge)

(Schuss) - (Möwen kreischen.)

(Schuss)

Hau ab! - (Richy stöhnt.)

(Schuss)

(Schuss)

(Bach atmet schwer.)

(Schuss)

(Schuss) - (Er stöhnt.)

(Schuss)

(düstere, bedrohliche Klänge)

(Er stöhnt.)

(bedrohliche Klänge)

(Düstere Klänge schwellen an.)

Ah... Ah!

Ah!

(leise, düstere Klänge)

(mystischer Gesang)

(Bach) Ja, komm.

(Raben krächzen.)

(Tumult)

(unverständliche Schreie)

(Arbeiter) Auf den gewonnenen Streik! Denen haben wir es aber gezeigt!

(Jubel, Beifall)

(heitere Schlagermusik)

(Musik: "Im Wagen vor mir" von Henry Valentino & Uschi)

Halt! Stehen bleiben, Polizei!

Darf ich vorstellen: die Heldinnen der Revolution Mecklenburg

Vorpommern.

Sie haben den Streik gewonnen und erhalten nun mehr Lohn.

Und das ist mein Freund Patrick.

Der Held aus der Zeitung.

Schaut mal, ein hübscher Bengel.

Kriegst auch 'nen Kuss. - Markus...

Entschuldige.

Bewahr das auf und verlier es nicht.

Für dein Kind.

Versprichst du mir das? - Versprochen.

So, jetzt lass uns feiern.

(Musik: "Im Wagen vor mir")

Du bist jetzt ein Gewinner.

Danke. - Da nicht für.

Hier, deine Fotos.

Der Mann neben Charlie auf dem Foto... Ich hab alles versucht.

Man kann ihn nicht erkennen. Das Gesicht ist ganz zerblitzt.

Auf Stefan Heym!

Auf Stefan.

(Musik: "Im Wagen vor mir")

Du warst falsch informiert bei ihm. Er hat keine Schuld.

Es war sein Kollege.

Die vielen Zeugen...

Ich war einer davon.

Geschenk für dich.

Ich habe meine Verbindungen.

Sie nannten ihn "den Raben".

Er hat in Bautzen jahrelang Leute gefoltert.

(verzerrte, dröhnende Klänge)

(leise, bedrohliche Klänge)

(Stein) Ich möchte abreisen.

(Meli) Ihre Frau hat angerufen. Sie sollen sich melden. - Ja, danke.

Hey. Hallo. - (Evelin, matt) Hallo.

Schön, dass du wieder zu Hause bist. - Ich hab's geschafft.

Unser Kind.

Wir haben ein Mädchen.

(seufzt) Ein Mädchen?

Und alles gesund? - Ja.

(Sie lacht.)

Gut. - Sie sieht aus wie du.

Es tut mir so leid, dass ich nicht da war.

Schon gut. Dafür bist du jetzt ein Held.

Evelin, ich...

Ich... Ich...

Ich ko... Ich komm nach Hause, ja?

Heute Abend bin ich da.

Fahr vorsichtig.

Kannst du mich nach Rostock mitnehmen?

Ich fahr nicht nach Rostock.

Nicht?

Sonderurlaub.

Mensch, Patrick. Dein Kind?

Das ist ja großartig. Komm her!

Was ist?

Jedenfalls fahr ich nicht nach Rostock.

Aha.

Na dann bis die Tage.

Bis bald.

(Stein schließt die Tür.) - Grüß schön.

(mystischer Gesang)

(kraftvolle elektronische Musik)

Untertitel: Titelkunst, Berlin 2019

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