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Henriette Höffner
Konrad Eckstein
Agentur für Arbeit, Loibinger.
Hier ist Henriette Höffner. - Frau Höffner, wie geht's Ihnen?
Ja, nicht so gut.
40 Grad Fieber. Der Arzt sagt, 3 Wochen Bettruhe.
Eine schwere Bronchitis. - 3 Wochen?
Frau Höffner, Sie waren letzte Woche schon ...
Ich hab's wohl verschleppt.
Aber Sie reisen nicht wieder ans Ende der Welt?
Nein, wie kommen Sie darauf?
Na ja, Sie haben noch diese Seite im Netz, Kindermädchen weltweit.
Exklusive Betreuung, qualifizierte, multilinguale Betreuerinnen.
Und so weiter ...
Ja, das muss ich löschen. - Ich wünsche Ihnen gute Besserung.
Schicken Sie Ihre Krankmeldung. - Ja, Herr Loibinger.
Welcome on bord on flight FB 7 ...
Frau Höffner.
Verzeihen Sie, 40 Fieber? Sind Sie denn flugtauglich?
Das mit dem Fieber war bisschen übertrieben.
Aber flugtauglich bin ich eh nicht, letztes Mal war es turbulent.
Fliegen ist die sicherste Art zu reisen.
Ja.
Tschuldigung.
(Durchsage) We'll be landing at Rand International Airport.
Welcome to South Africa.
Herr Eckstein?
Grüß Gott, Henriette Höffner. Sie haben mich bestellt.
Sind Sie das Kindermädchen?
Ja, stimmt was nicht?
Sind Sie nicht ein bisschen alt dafür?
Soll ich wieder nach Hause fliegen?
Kommen Sie, Sie sind zu spät.
Warten Sie, Herr ...
Das fängt ja gut an.
Wie weit ist es denn noch bis zu Ihrem Auto?
Was für ein Auto?
Da steige ich nicht ein. - Das kann nicht Ihr Ernst sein.
Ich nehme mir ein Taxi.
Da fährt Sie kein Taxi hin.
Keine 10 Pferde.
Haben Sie ein Handy?
Wieso? - Ja oder nein?
Haben Sie keins? - Wo ich wohne, geht es nicht.
Entweder Sie steigen da ein, oder Sie geben mir Ihr Handy.
Ein Kindermädchen hast du engagiert? - Ja.
Du bist unmöglich. Du könntest die Zeit mit deinen Enkeln verbringen,
sie richtig kennenlernen.
Ich muss mich um meine Tiere kümmern.
Klar, die sind dir wichtiger als die Familie.
Kommst du oder nicht? - Na gut.
Ich bringe sie auf die Farm.
Beeil dich, ich will nicht lange warten mit diesem Weibsbild.
Du verbringst 4 Wochen mit ihr. - Schon gut.
Meine Tochter kommt gleich.
Wann hat mein Vater Sie angerufen?
Vorgestern.
Dann hat er es nicht lange ausgehalten mit seinen Enkeln.
Meine Söhne Anton und Linus sind nicht oft bei ihm.
Aber wir haben keinen Urlaub gekriegt.
Was heißt nicht so oft?
Tja, ist eine lange Geschichte. - Verstehe.
Ihr Vater ist nicht gerade ein Sonnenschein.
So kann man es auch ausdrücken.
Niemand kann was für seine Eltern.
Das stimmt.
Die erste Schlacht gegen meinen Vater haben Sie gewonnen.
Sie sind nicht in seinen Flieger gestiegen,
und er musste klein beigeben.
Na ja, ich werde mir Mühe geben.
Waren Sie schon mal in Afrika?
Nein, noch nie.
Und Sie, sind Sie hier geboren?
Mein Geburtshaus.
Mein Urgroßvater stammt aus einem Ort nahe der belgischen Grenze.
Er kam vor dem 1. Weltkrieg und war Goldgräber.
Verzeihen Sie, ich komme nicht mit rein.
Oh, so schlimm?
Kümmern Sie sich gut um meine Jungs. - Ja klar, keine Sorge.
Und rufen Sie an, falls es nicht mehr geht.
Mit meinem Vater. Er ist leider ein wenig ...
Eigensinnig, das habe ich schon mitgekriegt.
Das kriegen wir schon hin.
Vielen Dank, Wiederschauen.
Ich hatte eine Farm in Afrika.
Das ist mein Tablet. - Nein, gib's mir zurück.
Geht's noch? - Wer sind Sie denn?
Euer Kindermädchen. - Welches Kindermädchen?
Hat euer Großvater euch nix gesagt? - Nö.
Hey, gib mir das Tablet. - Und wo ist euer Großvater?
Herr Eckstein?
Hallo?
Herr Eckstein?
Kein Netz.
Boah, ich hasse dich.
*Soundtrack eines Videospiels*
Buh! - Hey, geben Sie das wieder her.
Das können Sie doch nicht ... - Hinsetzen.
Hinsetzen.
Du bist Anton, oder?
Und du bist Linus?
Gut. Das ist vorerst konfisziert.
Aber ... - Verstanden?
So, wann wart ihr das letzte Mal an der frischen Luft?
Keine Ahnung.
Was heißt keine Ahnung?
Ich gehe nicht raus, da lauern wilde Tiere.
Ist doch wahr. - Hab doch gar nichts gesagt.
Nicht streiten.
Draußen lauern wilde Tiere und die 2. Frage ...
*Tierlaute*
Was für wilde Tiere?
Gefährliche.
Oh.
Aha.
Also Frage Nummer 2: Wann habt ihr zuletzt was Anständiges gegessen?
Heute früh. - Und was?
Chips. - Chips?
Und die wichtigste Frage: Wo ist euer Großvater?
*Flugzeuggeräusche*
Der fliegt seine Runden. - Was für Runden?
Er denkt, er muss alle Tiere der Welt retten.
Er ist Tierarzt und Wildhüter im Auftrag der Regierung.
Oh, mhm?
Um Tiere kümmert er sich, und seine Enkel lässt allein.
Kann ich euren Großvater irgendwie erreichen?
Wir dürfen gar nicht in sein Zimmer. - Todesstrafe.
Hat er das gesagt?
Wie geht denn das an? - Mit dem roten Schalter.
Herr Eckstein, können Sie mich hören? Hallo?
Verschwinden Sie aus meinem Zimmer.
Wir müssen reden.
Das Funkgerät ist nur für Notfälle. - Das ist ein Notfall.
Gehen Sie aus der Leitung. - Herr Eckstein, ich ...
Wo ist hier der nächste Supermarkt? - Supermarkt?
Danke.
Ich glaube, Sie müssen den Schlüssel da reinstecken.
Ach, ja.
Hoppa.
Vielen Dank.
Au, wartet.
Darf ich mal? - Ja.
Ja.
Das wird ein gutes Abendessen.
Hier.
Und zum Nachtisch gibt's ...
Ich dachte, der hatte keine Nougatcreme.
Der wollte sie uns nur nicht verkaufen.
Sie haben sie geklaut?
Nein, ich habe ihm ordentlich Trinkgeld gegeben.
*Eine Tür fällt zu.*
Guten Abend.
Wo ist denn das Geschirr hin?
Abgespült und im Schrank, wo es hingehört.
Bitte, gern geschehen.
Ein Dankeschön hätte gereicht.
Ich bin nicht die Putzfrau, sondern nur das Kindermädchen.
Die Jungs haben mir geholfen beim Aufräumen.
Anton, warte.
Danke.
Diese Nichtsnutze.
Was ist denn das?
Springbocksteak.
Schweinsbraten haben sie leider keinen gehabt.
Und Salat. - Ich esse keinen Salat.
Schon mal von Vitaminmangel gehört? Ich dachte, Sie sind Arzt.
Tierarzt. Tiere haben so was nicht, wenn man sie artgerecht füttert.
Aber Salat ist artgerecht. Wo gehen Sie denn hin?
Hab noch zu tun.
Wollen wir nicht zusammen essen?
Gibt's ja nicht.
Guten Appetit.
Der Kerl ist unerträglich. Johanna soll ihre Jungs abholen.
Ach ...
Toby, ich brauche deine Hilfe.
Kein Internet.
*Schnauben*
*Der Elefant trompetet und schnaubt.*
Komm, komm, komm.
Ja. Das magst du.
Ja, hier, da.
So ist gut.
Äpfelchen? Du magst gerne Äpfelchen.
Noch mal.
Ja, so.
*Tierlaute*
Guten Morgen.
Noch eine Wasserrechnung.
Eine Frage, sind die Löwen gefährlich?
Kommt drauf an, wie hungrig die sind. - Klar.
Kann ich einen Kaffee bekommen? - Da ist die Kanne.
Und die Jungs?
Schlafen noch. Die haben nur Zocken und Schlafen im Kopf.
*Tierlaute*
Keine Sorge, die Löwen kommen nicht ins Haus.
Da bin ich beruhigt.
Da sind Frösche viel gefährlicher.
Was denn für Frösche? Hallo?
Warten Sie, Herr Eckstein. Wir sollten ein paar Worte reden.
Oh.
Könnten Sie mich nach Johannesburg zur Physiotherapie bringen?
Ja, klar.
Na, ihr Süßen?
Sind die nicht gefährlich?
Ihr braucht keine Angst vor der Frau zu haben, sie ist ganz harmlos.
Dieser Kerl.
Gib her. - Ich bin dran.
Lass sofort los, ich hasse dich.
Aufhören, aufhören.
Er hat angefangen. - Das ist mir ganz egal.
Immer schön cool.
Ich bin cool.
Macht mal einen Vorschlag, wie wir den Tag verbringen ohne Streit.
Vergessen Sie's. - Wieso?
Wir haben kein Internet, wie Sie vielleicht schon bemerkt haben.
Ihr könnt ruhig du zu mir sagen.
*Freizeichen*
Agentur für Arbeit, Loibinger.
Denken Sie noch an mich, Frau Höffner?
Ja, natürlich, Herr Loibinger.
Der Arzt sagt, ich bin mindestens 2 Wochen krank.
Und der Weiterbewilligungsantrag? - Weiterbewilligungsantrag ...
Auf Weiterbewilligung der Leistungen nach SGB 2.
Den müssen Sie bekommen haben. - Oh ja ...
Da fällt mir ein, wohnen Sie nicht gerade bei Ihrer Tochter?
Und mit der verstehen Sie sich so gut?
Ja.
Und das ist doch ein großes Glück.
Ja, meine Tochter ist ein absolutes Goldstück. Wenn ich die nicht hätte!
Dann verlängern wir das Ganze noch mal um 3 Wochen.
Ich notiere mir Ihre Arbeitsunfähigkeit.
Und die Krankmeldung reichen Sie nach, okay?
Natürlich, Herr Loibinger. Wiederschauen. - Wiederschauen.
Manchmal muss man ein bisschen schummeln.
Aber niemals bei Menschen, die einem wichtig sind.
Ah, du musst mich nicht reinbringen. - Oh.
Das ist keine Physiotherapie, oder?
Mama will nicht, dass Opa es weiß, dass ich zum Psychologen gehe.
Ich sag nix.
Probleme in der Schule?
Du bist ein ganz feiner Junge.
Ich mag dich. - Ich dich auch.
Oh, Johanna.
Darf ich?
Es war so eine dumme Idee. - Was war eine dumme Idee?
Wir wollten erst alles zwischen uns klären,
bevor wir es den Jungs sagen.
Deshalb sind sie jetzt bei meinem Vater.
Mein Mann und ich lassen uns scheiden.
Das tut mir leid.
Nein, wir streiten nur noch.
Großartig, wie Sie auf meine Jungs aufpassen.
Das mache ich gerne, das sind tolle Jungs.
Kann ich irgendwie helfen?
Das tun Sie bereits. Sie hatten nie eine Oma.
Jetzt haben sie eine wundervolle, wenn auch nur für ein paar Tage.
Und wie war's? - Therapie eben.
Und was hast du so gemacht?
Nix, bin ein bisschen rumgeschlendert.
Du hast dich mit Mama getroffen, richtig? Ich hab euch gesehen.
Man darf doch nur bei Leuten schummeln,
wenn sie einem nicht wichtig sind. - Da hast du recht.
Sie hat dir von der Scheidung erzählt, richtig?
Erwachsene glauben, wir Kinder checken gar nichts.
Na ja, du bist anders.
Hat auch Vorteile. Wir haben schon besprochen, wer zu wem geht.
Anton zu Papa, ich zu Mama.
Dann streiten wir nicht mehr so viel.
Und wenn wir uns am Wochenende sehen,
werden wir totale Sehnsucht aufeinander haben.
Ach, ich habe eine Idee.
Okay.
Und?
Es funktioniert. Es funktioniert.
Hey, Anton. - Papa.
Vertragt ihr euch? - Nicht wirklich, aber passt schon.
Wie geht's dir? - Alles cool.
Wir müssen nur den Router verstecken.
Opa wird gar nicht checken, dass wir Internet haben.
Macht sofort dieses Ding aus.
Ihr habt nur Zocken im Kopf und bekommt nicht mit,
was im richtigen Leben passiert.
Wie Mama und Papa.
Das ist unsere Schuld. - Ach, Quatsch.
Sie haben mir nicht zu sagen, was ich tun soll.
*Scheppern*
Er hat sie umgebracht.
Jungs, könnt ihr mal kommen?
Ich brauche eure Hilfe.
Hexenschuss.
Sie müssen die Beine hochlegen. - Halten Sie den Mund.
Jungs, hebt mal seine Beine hoch.
Sie brauchen einen Arzt. - Nein, ich bin selber einer.
Ich dachte, Sie sind Tierarzt.
Lassen Sie mich jetzt in Ruhe.
Jungs, lasst uns mal allein.
Wenn ich jetzt nicht mehr auf die Beine komme ...
Sie kommen auf die Beine.
Irgendjemand muss sich um die Tiere kümmern.
Das können wir doch machen.
Sie?
*Eckstein stöhnt.*
*Tierlaute*
Aufstehen, ihr Schlafmützen.
Es ist mitten in der Nacht. - Was ist los?
Wir übernehmen die Farm.
Oh ja, Tiere füttern. - Wir sind doch nur blöde Stadtkinder.
Streber.
Guten Morgen, ihr Süßen.
Guten Morgen.
Hier.
3 Löffel mischen mit Jack Futter ...
Hier. - Zebra-Futter.
Das ist lecker, he?
Du machst das gut für ein Stadtkind, Anton.
Der Elefant kommt.
Elli.
Ja, hier.
Sie liebt Pfefferminze.
Schauen Sie nicht so blöd.
Du sollst doch im Bett bleiben.
So kann's nicht weitergehen.
Ich hab's.
Das ist es.
Wir brauchen ein großes Brett und Seile.
Niemals.
Probieren Sie es wenigstens mal aus.
Ein altes bayerisches Hausmittel von meiner Großmutter.
Ersparen Sie mir die Geschichte Ihrer Großmutter.
Gut, dann eben nicht.
Jungs, wir lassen euren Großvater mal allein.
Hallo, ihr könnt mich doch nicht so ...
Hallo.
Bitte, ich brauche Hilfe.
Der hat sich's anders überlegt.
Jetzt.
Und?
Ihre verdammte Großmutter ...
Tut das gut.
Oh mein Gott, tut das gut.
Hast du gekocht? - Zusammen mit Henni.
Und alle Tiere leben noch.
Wer hätte das gedacht?
Was ist? - Nix.
Kann ich morgen mit, wenn du deine Runden drehst? Kann dir helfen.
Ich brauche keine Hilfe. - Dein Rücken ist kaputt.
Mein Rücken ist wieder in Ordnung.
Ach, Opi.
Du sollst mich nicht Opi nennen, ja?
Mama meinte, wir sollen uns besser kennenlernen.
Sagt sie das?
Da draußen gibt's aber kein Internet.
Ich überlebe das,
Opi.
*Tierlaute*
Toby, so schön, dass du wach bist. Wir hatten hier kein Internet.
Wieso flüsterst du, Omi? - Ich will die anderen nicht wecken.
Und? Wie ist es da so?
Das ist toll.
Wir sind ja mitten in der Wildnis.
Mit Elefanten und Löwen und allem, was du dir vorstellen kannst.
Ich vermisse dich.
Ich dich auch.
Was ist mit Mama? Hat sie nach mir gefragt?
Sie ist noch sauer, gell?
Was hat sie gesagt?
Sie hat gesagt, dass du feige bist.
Weil du wieder abgehauen bist, ohne mit ihr zu reden.
Mama sagt, dass du schuld daran bist.
Das hat sie gesagt?
Und bist du es?
Nein, also nein ...
Bisschen vielleicht.
Wenn ich wieder in München bin, rede ich mit ihr, versprochen.
Ach, Omi.
Was ist denn?
Opa, ich habe Angst.
Wovor hast du Angst?
Ich habe Angst um dich.
Um mich? Wieso das denn?
Darf ich zu dir ins Bett kriechen?
Ja, klar, komm.
Heute war ein schöner Tag.
Mit den Tieren und so.
Mit Henni und Anton und mit dir.
Ja, schon gut. Schlaf mal schön.
Gute Nacht.
Anton, warte.
Danke, Henni.
Na, mein Süßer?
Viel Spaß.
Weißt du, was wir zwei jetzt machen?
Wir backen einen Geburtstagskuchen. - Für wen denn?
Für wen? Hast du keine Ahnung? - Nein.
Das darf doch nicht wahr sein.
Immer auf Spuren achten, ja?
*Tierlaute*
Schau mal.
Da im Wasser.
Flusspferde. - Genau.
Komm.
Hier.
Hier habe ich Elli gefunden. Da war sie ...
Ein Baby, ihre Mutter wurde von Wilderern umgebracht.
Komm.
Schau mal da.
Siehst du das?
Wow. - Ja.
Jetzt gehen wir rückwärts, ganz langsam.
Und wir drehen uns nicht um, ja?
Wie wird man eigentlich so wie du?
Du meinst Wildhüter? - Ja.
Am besten, du studierst Tiermedizin. - Wie Mama.
Ja, wie deine Mutter.
Aber überleg dir das gut.
Siehst du diese Spur?
Weißes Nashorn.
Stehen bleiben, Vorsicht.
Wilderer. - Klar.
Solange die Menschen so arm sind,
sind Nashörner und Elefanten gefährdet.
Die zahlen 70.000 Dollar für 1 kg Horn auf dem Schwarzmarkt.
*Musik: "Satisfaction" von den Rolling Stones*
Warum haben wir früher nie solche Ausflüge gemacht?
Ich habe mir immer gewünscht, einen Opa zu haben.
Und jetzt habe ich einen.
Das war noch richtige Musik.
Ist cool.
Was soll denn das?
Was mischen Sie sich in mein Leben ein?
Wieso einmischen?
Ich habe mit Ihrem Enkel nur einen Geburtstagskuchen gebacken.
Ich feiere meinen Geburtstag nicht.
Wovor haben Sie solche Angst, verdammt?
Ich und Angsthase?
Wovor soll ich denn Angst haben?
Dass Ihnen vielleicht jemand zu nahe kommt.
Sie verkriechen sich hier und lassen niemanden an sich heran.
Ihre Enkel wissen nicht mal, wann ihr Großvater Geburtstag hat.
Woher wissen Sie das eigentlich?
Das ist doch jetzt egal. - Was schnüffeln Sie hier rum?
Sie sind doch der Chaot, der alles liegen lässt.
Ihre Tochter traut sich noch nicht mal auf Ihren Hof.
Was ist mit Ihrer Tochter? Kommt sie gern auf Ihren Hof?
Was? Woher ...
Was hat das mit meiner Tochter zu tun?
Ich habe auch Ohren. Aber okay.
Okay, ich setze mich an diese Tafel unter einer Bedingung.
Morgen früh um 7 steigen Sie mit mir in mein Flugzeug.
Dann zeige ich Ihnen, wofür ich jeden Tag kämpfe.
Sie mischen sich in mein Leben ein,
ich mich in Ihres.
*Musik: "The Time Of My Life" aus Dirty Dancing*
186 Punkte.
Scheiße.
Jetzt.
*Musik: "Let's Twist Again" von Chubby Checker*
Schlafen sie?
Äh, ja.
Ja?
Gute Nacht.
Gute Nacht.
Es war eine schöne Party, danke. - Oh ja, gern geschehen.
Morgen ...
Gute Nacht.
Ein Schritt weiter, und ich schieße Ihnen Ihren geilen Arsch weg.
Das haben Sie sich so gedacht, einfach abhauen.
Wer ist denn hier der Angsthase?
Keine Angst.
Können Sie das überhaupt? Sie haben bestimmt noch Restalkohol.
Das Baby fliegt von allein. Das kann jeder mit etwas Übung.
Es sieht aus wie ein Huhn, aber fliegt wie ein Adler
und landet wie eine Ente.
Gemma.
Oh ...
Machen Sie doch Ihre Augen auf.
Sie verpassen doch das Beste.
Früher waren hier viel mehr Tiere, aber es werden immer weniger.
Jetzt wird's richtig schön.
Es ist so still hier.
So schön.
Warum gibt es in diesem Paradies keine Frau Eckstein?
Meine Frau ist bei der Geburt meiner Tochter gestorben.
Das tut mir leid.
Sie hat's gewusst. Was hat sie gewusst?
Sie war krank, schon lange vor der Geburt meiner Tochter.
Kinderkriegen war für sie gefährlich.
Das hat sie mir verschwiegen. Sie ist das Risiko eingegangen
und hat verloren.
Wenn ich das gewusst hätte.
Ich hätte niemals ein Kind haben wollen.
Warum reden Sie nicht mit Ihrer Tochter? Sie kann doch nichts dafür.
Ich habe auch meine Probleme mit meiner Tochter, oder sie mit mir.
Kennen Sie den Unterschied zwischen Menschen und Tieren?
Tiere lügen nicht.
Zum Glück haben Sie mich getroffen, ich lüge nämlich nie.
Sie sind eigentlich ein toller Mann.
Kommen Sie.
Wir haben den Kindern versprochen, zum Abendessen zurück zu sein.
Ihr habt bestimmt schon Hunger.
Da ist eine Frau, die wartet auf dich.
Frau Nonjabulo, so spät noch unterwegs?
Ich warte seit 4 Uhr, Mr. Eckstein, wir hatten einen Termin.
Sie wissen es noch?
Hi. - Grüß Gott, Henriette Höffner.
Oh, sehr erfreut, mein Name ist Nonjabulo.
Ich arbeite für die Parkverwaltung.
Sie leben wieder in einer Beziehung?
Das Kindermädchen. - Oh, Verzeihung.
Mr. Eckstein, Sie sind über 60.
Was hat das damit zu tun? - Das ist doch alles viel zu viel.
Für jemand ganz allein, noch dazu in Ihrem Alter.
Tun Sie nicht so, ich habe hier alles im Griff.
Vom Gericht, Sie zahlen Ihre Rechnungen nicht mehr.
Herr Eckstein, Sie sollten sich um einen Nachfolger kümmern.
Wir sind für Vorschläge offen. - Sind Sie das?
Opa, willst du ein bisschen Salat?
Nee, danke.
Wie war denn euer Ausflug mit dem Flieger?
Schön.
Euer Großvater hat mir den "Elephant Savannah Plane" gezeigt.
Da müssen wir zusammen hin, da gibt es lauter wilde Tiere.
Zebras, Wasserbüffel, wir haben eine Elefantenherde gesehen.
Und eine Hyäne.
Hier, Elli. Ja, was Leckeres.
Die letzten zwei.
Was machen Sie denn hier?
Zugucken.
Hier.
22 Monate sind die trächtig, Elefanten.
Fast 2 Jahre.
Na? Ja. - Ist sie trächtig?
Sie läuft hier frei rum und war mal ein paar Tage weg.
Kam immer wieder zurück,
und eines Tages war sie trächtig.
Und jetzt muss ich sie auswildern.
Weit weg von hier.
Na? Hier.
Damit sie nicht wieder zurückkommt?
Sie soll ihr Baby draußen bekommen, nicht auf der Farm.
Das wird schwer für Sie beide, hm?
Wie geht's Ihnen sonst so?
Mir? - Mhm.
Wie soll's mir gehen?
Wegen der Sache mit der Parkverwaltung.
Ach so.
Ich habe mir überlegt, Ihre Tochter könnte die Farm übernehmen.
Die ist auch Tierärztin.
Sie hat den Beruf aufgegeben wegen der Kinder.
Ich habe sie hier aufgezogen ohne Mutter.
Und dann haut sie einfach ab in die Stadt.
Und lässt mich einfach sitzen.
Ja, es ist nicht immer einfach mit den Kindern.
Aber man muss sie gehen lassen.
Angsthase.
*Tierlaute*
"Mit einem Tracker sehen Sie, wo sich Ihr Tier gerade aufhält."
Der Sender für große Tiere kostet 39 Dollar.
Zahle ich von meinem Taschengeld.
Und mit der App fürs Tablet wissen wir immer genau,
wo Elli gerade rumstreunt.
Sehr gut.
*Schnauben*
*Grollen*
Komm, Elli.
Elli, komm.
Guck mal hier.
Du bist frei.
Darf ich?
Langsam, Vorsicht.
Geht mal da rüber, sie hat ein bisschen Angst.
Komm, Elli.
Elli, komm.
Na? Gut.
Also geh, Elli.
Geh, pass gut auf dich auf.
*Schnauben*
*Elli trompetet.*
"Happy birthday to you, Aprikose im Schuh.
Marmelade in der Hose und'n Arschtritt dazu."
Danke, Omi. - Ausblasen.
Das Geschenk gibt's, wenn ich wieder da bin.
Ich bin so gespannt. - Kannst du auch sein.
Du, Toby, weißt du, wann ich Geburtstag hab?
Keine Ahnung. - Das ist nicht dein Ernst.
Ach, doch.
2. November?
Glück gehabt.
Wieso? - Das erzähle ich dir später.
Wie nennen wir das verwaiste Mungojunge?
Little Lucy, wär das okay? - Ja.
Mal gucken, was wir ihr zu fressen geben. Wir müssen es aufziehen.
Das Wasser, da kommt keins mehr.
Was? - Da kommt kein Wasser mehr.
Das passiert manchmal. Ich bringe das Windrad zum Laufen,
oder wir nehmen Wasser aus dem Brunnen.
Ja, und ...?
Hier, pass du mal auf Little Lucy auf.
Kennen Sie den Film "Jenseits von Afrika"?
Ja.
Robert Redford war nie wieder so gut.
Kommen Sie.
Tut mir leid, ist ein bisschen kalt. - Das kann ich schon aushalten.
Machen Sie den Kopf nach hinten. Ja.
Ja, das meinte ich gerade ...
Opa wollte, dass ich ihm zeige, wie man mit dem Tablet telefoniert.
Mit wem spricht er denn?
Mit der Frau, die ihm die Farm wegnehmen will.
Was ist los?
Grüß Gott, ich möchte zur Familie Broker.
Tschuldigung.
Frau Höffner.
Kommen Sie rein. - Störe ich?
Gehen wir auf die Terrasse.
Wow.
Wer bekommt das chinesische Geschirr? - Ich natürlich.
Wieso frage ich?
Richard, mein Mann. Das ist Henriette Höffner.
Sehr erfreut. - Henni, das Kindermädchen von Anton und Linus.
Er hat eine Nanny geholt? - Ja.
Dein Vater. - Das ist nicht lustig.
Es war eine blöde Idee zu kommen. - Ganz und gar nicht.
Ich fliege nächste Woche wieder nach Hause.
Und Ihr Vater will die Farm aufgeben, also er muss.
Sie zwingen ihn?
Ja, die Parkverwaltung sagt, er ist zu alt. Sie suchen einen Nachfolger.
Oder eine Nachfolgerin.
Ich habe so hart auf der Farm gearbeitet, meine ganze Kindheit.
Kein Wort des Dankes. Ihm konnte ich es nie recht machen.
Ich werde ihm nie gut genug sein.
Ich bin ein Spezialist in verkorksten Eltern-Kind-Beziehungen.
Aber ich weiß, dass Ihr Vater, der ist ...
Na ja, unter seiner rauen Schale steckt ein ganz weicher Kern.
Sie sind die Erste, die diesen Kern zu sehen kriegt.
Man muss nur genau hinschauen. - Genau meine Rede.
Haben Sie sich mal gefragt, warum Sie Tierärztin sind wie Ihr Vater?
Mit ihm hat das nichts zu tun.
Ich habe nie praktiziert.
Als wir die Jungs gekriegt haben, wollte ich zu Hause sein.
Ich hab auch die Ausbildung abgebrochen, als meine Tochter kam.
Und jetzt muss ich irgendwo auf der Welt Kinder bändigen.
Ich möchte eine kleine Abschiedsparty geben.
Wollen Sie nicht kommen und mit Ihrem Vater vielleicht reden?
Was? Ich mit ihm reden? Das ist nicht so einfach.
Ihre Kinder fühlen sich da mittlerweile wohl.
Vor allem, seit wir Internet haben.
Sie sind toll. - Ich habe auch meine Fehler.
Zumindest sagt das meine Tochter.
Ja, jetzt ziehst du die Winde etwas an.
Aber Vorsicht.
Okay.
Vorsicht, ja? Okay, gut so.
Mach langsam.
Du glaubst wirklich, dass meine Mutter kommt?
Pst, dein Opa weiß noch nix davon.
Wow
Kann ich auch etwas tun?
Sie können den Getränkewagen kaltstellen.
Klar.
Scheiße. - Was ist?
Sie ist weg.
Ellis Signal ist verschwunden. - Was?
Ich muss sie suchen.
Bitte, Sie können doch Morgen noch. Konrad, bitte nicht jetzt.
Ich habe Ihre Tochter eingeladen. - Was haben Sie getan?
Sie wollte reden mit Ihnen, über die Farm.
Das geht Sie nichts an.
(Richard) Komm her.
Schön, dich zu sehen.
Hi, mein Großer. - Wie läuft's? - Gut.
Kommt. - Alles klar.
Wo ist mein Vater denn hin?
Elli ist verschwunden. - Elli ist weg?
Sie ist trächtig, Opa hat sie ausgewildert.
Mit einem Tracker, jetzt ist das Signal verschwunden.
Diese blöden Mütter tun immer, was sie wollen.
Ja, aber der ist bestimmt bald wieder da.
Kommt.
Konrad, können Sie mich hören? Hallo?
Ich weiß, dass Sie mich hören. Bitte kommen Sie zurück.
Ich weiß, Elli ist Ihnen wichtig, aber ihre Tochter ... Konrad.
Verdammt noch mal, Konrad.
Bleib doch, wo der Pfeffer wächst.
Danke, dass Sie sich so toll um die Jungs gekümmert haben.
Das tut mir jetzt so leid.
Meinem Vater waren Tiere immer schon wichtiger.
Wollen Sie nicht eine Nacht bleiben? - Nein.
Doch.
Bitte, Mama. Noch eine Nacht. - Das geht nicht.
Ich kann Sie so nicht gehen lassen, geben Sie mir 10 Minuten.
Wollt ihr ne Runde zocken?
Ich war mal Sprechstundenhilfe bei einem Therapeuten.
Also bei einem Therapeuten für Paare.
Da habe ich eine Menge mitbekommen.
Wissen Sie, was Paare, die sich trennen wollten, machen mussten?
Als letzte Übung vor der Scheidung musste jeder dem anderen sagen,
was er gut an ihm fand.
Haben Sie sich das schon mal gesagt?
Du bist eine gute Mutter.
Dass du deine Karriere aufgegeben hast,
dafür habe ich dir noch nie gedankt.
Danke.
Einen tolleren Vater hätte ich den Kindern nicht wünschen können.
Also Sie beide sind gute Eltern. Das ist ja schon mal was.
Noch was?
Der Sex war gut, oder?
Also Sie sind beide gute Eltern und hatten guten Sex.
Das ist schon mehr, als die meisten anderen Paare haben.
Warum versuchen Sie nicht, genau das zu leben?
Seien Sie gute Eltern und haben Sie eine scharfe Affäre.
Und das mit den Erwartungen lassen Sie einfach weg.
Und vielleicht ...
Vielleicht macht dann auch eine Farm mit lauter wilden Tieren Sinn.
So einfach ist das leider nicht.
Bleiben Sie noch eine Nacht.
Guten Morgen.
Mit Ihnen rede ich kein Wort mehr.
Aber vielleicht mit Ihrer Tochter.
Warum erzählen Sie Johanna nicht, was Sie mir gesagt haben über sie.
Hm?
Ich gehe mal die Frösche füttern.
Verdammtes Weibsbild.
Willst du einen Kaffee?
Bitte.
Henni ist mit dir geflogen? - Ja.
Eine tolle Frau, wirklich.
Was hast du ihr erzählt?
Über mich.
Ich hab dich so vermisst.
Tut mir leid. Komm.
Ich werde euch vermissen. - Wir dich auch.
Ja?
Sie bleiben wirklich noch hier?
Ja, ich habe auch gar keine andere Wahl.
Die Jungs haben mir eine tipptopp Krankmeldung gefälscht.
Was wird jetzt aus der Farm?
Anton, lass uns erst mal fahren. - Wieso?
Morgen geht die Schule los. - Und Hausunterricht?
Ja, wir müssen Opa doch helfen auf der Farm.
Wir können nicht einfach hierbleiben.
Wir besprechen das in Ruhe, ja?
Tschüs. - Macht's gut.
Und? Haben Sie Elli noch gefunden gestern?
Ich habe doch gesagt, ich rede kein Wort mehr mit Ihnen.
Lust auf einen letzten Ausflug in Ihrem Flieger?
Wir könnten nach Elli suchen in Ihrem wunderschönen Flugzeug.
Okay.
Unter einer Bedingung.
Meinen Sie, das ist eine gute Idee? - Sterben muss man eh irgendwann.
Und los.
Okay, jetzt Höhenruder langsam zurück.
Nicht so stark. - Tschuldigung.
Na? Gut jetzt.
Ich fliege.
Ich fliege.
Sie sind das verrückteste Weib, das ich kenne.
Schauen Sie da, ist das Elli?
Ja, das ist sie.
Mit ihrem Baby.
Sie sind glücklich.
Mach's gut.
Mach's gut.
*Tierlaute*
Schön, dass Sie kommen konnten. - Für Ihre Unterlagen.
Krankschreibung.
Bronchitis schreibt man nicht mit "ie".
Frau Höffner.
Sie sehen ganz schön frisch aus, dafür dass Sie so lange im Bett ...
War immer das Fenster auf, frische Luft.
Das steht Ihnen.
Ich hab da was für Sie.
Für mich?
Also das ist ja ...
Wo haben Sie das denn her?
Vom Flohmarkt.
*Handyklingeln*
Premium Kindermädchen weltweit, grüß Gott.
Tut mir leid, Fräulein Dupont ist komplett ausgebucht.
Ich kann Ihnen die Frau Höffner anbieten, das ist eine Perle.
Sofort?
Warten Sie, ich frage mal die Frau Höffner.
Frau Höffner ist gerade in einer Besprechung.
Rufen Sie später noch mal an, ja? Danke.
Untertitel Martin Burike
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