All language subtitles for Fanny.Hill.1983.German.SDH.DVDRip.Retail

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Original subtitles

(Fanny) Um mich erst mal vorzustellen, mein Name ist Francis Hill.

Alle, die mich kennen, nennen mich Fanny. Geboren wurde ich in einem kleinen Nest,

etwa 200 Meilen von London entfernt. Meine Eltern waren arm, aber ehrlich.

Sie starben beide an den Pocken, als ich noch ein ganz junges Mädchen war.

Mittellos und ohne jede Erfahrung stand ich plötzlich den Realitäten

des Lebens gegenüber. Das Riesenvermögen, das ich in meinem Geldbeutel mitschleppte,

bestand nur aus 17 Silberschillingen. Wie auch mein gesamte Hab und Gut

bequem in eine kleine Reisetasche passte. Die Fahrt mit der Kutsche nach London

konnte ich bezahlen. Und so entschloss ich mich eines Tages,

mein Glück in dieser fernen, großen Stadt zu versuchen.

Die ärmliche Erziehung, die mir auf dem Land zuteil wurde, hatte mich keinesfalls

gegen irgendwelche Überraschungen gefeit, die alle noch vor mir liegen sollten.

Instinktiv spürte ich nur, dass ich einige dieser sogenannten Überraschungen

nicht unbedingt haben musste.

(Musik)

Oh, das tut mir Leid. Ich hab das nicht mit Absicht getan.

Es geht schon wieder. - Arm ist gefallen.

Es tut mir wirklich Leid, Sir. Es war unbeabsichtigt. Ich wollte...

Sie gehen mir besser aus dem Weg. Sie haben mir schon genug Ärger bereitet.

Ja, danke. Es geht schon.

Können wir denn vielleicht helfen? - Nein, vielen Dank.

Hey! Moment mal. Das gehört mir! - Haltet die Diebe!

Meine Börse und Uhr wurden gestohlen! - Das war das junge Mädchen, Sir!

Haltet sie! Haltet diese Diebin! Ich brauch doch meine Uhr!

Wo ist sie denn? - Haltet sie auf!

Wo ist das Biest! - So was hab ich ja noch nie erlebt!

Da vorne läuft sie! Haltet sie!

Haltet sie! Sie hat mich bestohlen!

Sollen wir sie denn aufhängen? - Ja!

Fehlt Ihnen was, mein Kleines? - Ja, ich bin bestohlen worden.

Meine Tasche ist weg. Es war alles, was ich hatte. Jetzt hab ich nichts mehr.

Ich bin völlig mittellos. - Ach was, was du brauchst, ist ein Job.

Wie soll ich einen Job kriegen? - Das sollte doch wohl kein Problem sein

für ein so junges, hübsches, kräftiges Mädchen wie du. Ich bin der Meinung,

dass du da drüben Arbeit finden würdest. Das ist ein Vermittlungsbüro.

Für die Vermittlung nehm ich 2 Schilling. - Ich hab fast gar nichts mehr.

Aber Kindchen, das reicht doch. Und den Schilling, den du noch übrig hast,

gibst du der Dame da drin. - Kann ich denn das, was sie verlangt?

Da wirst du erst hinterkommen, wenn du da drin warst. Also, zieh los und viel Glück!

Danke.

Los, da rüber.

Was willst du? - Verzeihen Sie, Madam. Ich suche Arbeit.

Und wo ist dein Schilling? - Hier, Madam.

Name? - Fanny. Fanny Hill.

Und wo wohnst du? - Nirgends. Ich bin grad erst angekommen.

Freude oder Verwandte in der Stadt? - Nein. Hab ich nicht.

Nun. Also, kräftig siehst du nicht aus. Harte Arbeit ist wohl nichts für dich.

Ich würde alles tun, was man verlangt. - Ja, schön, ich weiß. Setz dich dahin.

Du wirst warten, bis ich dich aufrufe. - Ein Momentchen mal, bitte!

Drehen Sie sich mal um, Kleines. Rumdrehen!

Sie sind auf Suche nach einer Stellung? - Wissen Sie, ich möchte alles tun,

um andere glücklich zu machen. - Tja, das würdest du schon.

Ich such nämlich eine Hausangestellte. Wie heißen Sie denn, mein Kind?

Fanny, Madam. - London ist ein verdorbenes Pflaster.

Bei Gott, eine gottlose Stadt. Ich hoffe, Sie haben keinen schlechten Umgang.

Nein. Ich kenne überhaupt niemanden hier. - Na, das ist doch gut!

Das ist ein Zustand, der sich ändern kann.

Ein kleines Entgelt für Ihre Bemühungen.

Danke. Es ist immer wieder eine Freude, für Sie zu arbeiten, Mrs. Brown.

Dann kommen Sie. Wo sind Ihre Sachen? - Oh, die sind gestohlen, Madam.

Ich hab nichts, außer dem, was ich anhab. - Du meine Güte, das ist ja schrecklich!

Da müssen wir sofort etwas unternehmen! Fannylein, kommen Sie, meine Kleine.

Beeilen Sie sich.

Was für ein wundervolles Haus! - Tja, es gilt im Allgemeinen

als eines der feinsten Häuser in ganz London. Eine feine Adresse.

Ah, Martha, kommen Sie runter. Ich möchte Sie Fanny Hill vorstellen.

Ich habe sie gerade eingestellt als... Sie kümmert sich um das Bettchen

und die Wäsche, meine ich. - Wie schön, Madam.

Ich verlange, dass Sie Fanny mit genauso viel Respekt behandeln wie ich das...

von Ihnen gewöhnt bin. Denn ich mag Fanny. Ich hab sie sehr gern.

Sitzen die Mädchen alle auf dem Leisten, ich meine, sind sie ausgelastet?

Phoebe ist frei. Und zwei von den Neuen. - Wie schön! Dann soll sie sofort...

zu uns kommen. Wir müssen doch unsere neue Mitbewohnerin kennen lernen.

Ich hole sie.

Sagen Sie, Madam, sind Phoebe und die anderen Mädchen auch Hausangestellte?

Diese Bezeichnung trifft nicht so ganz zu. Sie sind so etwas wie Mitarbeiter, nicht?

Oder nahe stehende Verwandte sogar. Wenn man das so umschreiben kann.

Kommt rein. Wir haben einen kleinen verträumten Neuzugang. Das ist Fanny Hill.

Guten Tag, Miss Fanny. - Guten Tag.

Es wird dir hier bei uns gefallen. - Da haben Sie aber ein heißen Teilchen

an Land gezogen, Madam. Schon trainiert oder noch ungeknackt?

Das herauszufinden werde ich wohl besser dir überlassen, meine liebe Phoebe.

So, Kinderchen, nun bringt die liebe Fanny nach oben, damit sie weiß,

wo ihr Bettchen steht. Und macht ihr das Eingewöhnen so angenehm wie möglich.

Unser Haus soll eine Keimzelle der Liebe sein. Weißt du,

ich finde, das Mädchen hat irgendetwas, was man bei euch nicht findet.

Das muss etwas ganz Spezielles sein. Für so was hab ich einen Riecher.

Falls Sie ihre Unschuld schnuppern können. - Ich glaube nur, dass der erste Knall

einen guten Preis erzielen wird. Vielleicht auch für ein oder zwei.

Oder sogar für drei. Und so was wär.. - Ja! Ein gutes Turnierpferd!

Wie redest du denn?

Komm doch her. Tu nur warmes Wasser dazu! - Komm, Fannylein.

(Fanny) Was Polly und Jane an Lobreden über ihre gute Herrin abließen,

kam mir von Anfang an verdächtig vor. So ein entzückendes Geschöpf,

wie sie es sein sollte, gab es nicht. Was haben sie mir alles erzählt.

Was für ein unwahrscheinliches Glück ich gehabt hätte, gerade Mrs. Brown

getroffen zu haben. Sie haben mich so richtig zugesülzt. Jeder andere

hätte es sofort bemerkt. Nur ich Dummkopf nicht, der ich damals noch war.

Noch so unberührt. - Und hier ist auch nicht ganz ohne!

Nanu, was machst du denn da? Mit den Wonneproppen wirst du noch

viel Freude unters Volk bringen! - Das weiß sie noch nicht, was das ist.

Sie ist fertig. - Na, wie hat dir dein Bad gefallen?

Sehr gut. - Dann komm jetzt raus, Kleines.

Polly, Jane, Sie werden im Salon erwartet. - Danke, Martha. Gute Nacht, Fanny!

Gute Nacht! - Gute Nacht, Phoebe!

(Fanny) Phoebe versuchte mir klarzumachen, was ungefähr an Dienst mich im Hause

der Mrs. Brown erwartete. Zunächst mal sollte ich die Gesellschafterin werden.

Und damit ich mich dabei zurechtfinde, sollte ich mich ganz in Ruhe

an mein kuscheliges Nestchen gewöhnen. Und noch nicht in Erscheinung treten.

Und da zu jedem Topf der passende Deckel parat liegen muss, musste ich...

auf meine Garderobe warten. Die für mich extra angefertigt werden sollte.

Ach, ist das schön weich und bequem! In so einem Bett habe ich noch nie

in meinem Leben gelegen. Was ist denn das für ein Krach hier?

Mrs. Brown hat Gäste. Und offensichtlich beginnt man jetzt, sich zu amüsieren.

Ein bisschen weniger Lärm, wenn ich bitten darf!

Phoebe hat oben Besuch in ihrer Kemenate! - Ja, wo steckt die denn überhaupt?

Warum ist die denn nicht hier? - Sie hat eine sehr wichtige Aufgabe...

zu erfüllen. Sie spielt nämlich den Vor... - Phoebe hat 'ne Zunge wie ein Waschbär!

Kaum ist die mit der Zunge an der Kugel, schon ist die Muschi perforiert.

Du wirst hier wunderbar schlafen. - Davon bin ich überzeugt.

Was wäre aus dir geworden, wenn unsere Herrin dich nicht an Land gezogen hätte?

Das ist richtig. Vielleicht wäre ich in einem Hurenhaus gelandet.

Na ja. Zum Glück bist du bei uns.

Ich sag dir, du bist ein Glückspilz. Und ganz entzückend bist du auch.

(Fanny) Phoebe, das sollte ich im Laufe der Zeit noch lernen, war jederzeit da,

wenn es um erotische Lüsternheit ging. Egal, ob Männlein oder Weiblein.

Wenn sie küsste, dann küsste sie. Und das ging einem bis in die Strümpfe.

Vielleicht war das hier in London so. In den Kreisen gibt es eine Herzlichkeit,

die sich auf die Art und Weise ausdrückt. Ich erwiderte ihre Küsse und Umarmungen

mit all der Hingabe, zu der ich damals noch als Unschuld fähig war.

Aber das wird sie sicher ermutigt haben, denn jetzt ließ sie ihren Händen

freien Lauf. Sie huschten und tanzten über meinen ganzen Körper.

Es waren nicht nur Berührungen, es waren Liebkosungen, die an Deutlichkeit

nichts zu wünschen übrig ließen. Ja, im Moment war ich etwas schockiert.

Oder sagen wir, erschrocken. Aber andererseits muss ich sagen,

hat es mir schon sehr gut gefallen. Es war ja das erste Mal, dass sich jemand

auf diese Art mit meinem Körper abgab. Die schmeichelnde Bewunderung,

wie sie mich liebkoste, ließ mich völlig passiv werden.

Und da ich nichts Böses ahnen konnte, denn Phoebe war ja eine Frau,

hatte ich auch überhaupt keine Angst. Und dass sie eine Frau war,

daran konnte kein Zweifel bestehen. Sie war ein Urweib, was sich zum Beispiel

in ihrem Traumbusen ausdrückte. Den ich nun auch zu streicheln begann.

Als ich ihren Busen berührte, floss zum ersten Mal

ein ganz merkwürdiges Gefühl durch meinen Körper.

Es war ein schönes Gefühl. Ich wusste es nur noch nicht richtig einzuordnen.

Du bist ja so was von unsagbar niedlich. Ich beneide jetzt schon den Kerl,

dem es vergönnt ist, aus dir eine Frau zu machen. Ich finde es richtig traurig,

dass ich dieser Mann nicht sein kann.

(Fanny) Um ehrlich zu sein, ich war verwirrt über meine Gefühle.

Das war zu viel für mich. Meine erhitzten und aufgescheuchten Sinne

waren so durcheinander, dass ich überhaupt keinen klaren Gedanken mehr fassen konnte.

Ich wusste nicht, was sie mit mir machte. Aber sie verzauberte mich.

Nein, nicht! Du musst dich mir ganz offenbaren, mein süßer, kleiner Engel.

Wenn ich dich schon nicht nehmen kann wie ein Mann, dann gestatte wenigstens

meiner Fantasie freien Lauf. Du hast so einen herrlichen Busen.

Ich kann nicht anders.

Ich kann nicht genug von dir kriegen. So könnte ich monatelang mit dir schmusen.

Was bist du denn für ein ungezogenes, neugieriges kleines Mädchen? Du, du, du!

Aber wenn du schon mal hier bist, dann kuck ruhig noch mal durch.

Du hast festes, so geschmeidiges Fleisch überall. Das macht mich ganz irre.

Und dieser kleine Bär hier. Lass ihn mich küssen, einmal nur.

Diesen süßen, kleinen Bären.

Du machst mich fertig. Ich halt das nicht mehr aus. Ich kann einfach nicht anders.

Die geht ja voll ran!

(Fanny) Mrs. Brown hatte einen Besucher. Ein reicher Kaufmann sollte das sein.

Wie ich später erfuhr, machte Mrs. Brown mit diesem Mann Geschäfte.

Es ging um wertvolle Handelsware. Was es nun genau war, wusste ich nicht.

Mr. Crofts, Madam. - Ich habe Ihre Depesche bekommen.

Das ist wirklich noch eine Jungfrau? Die sind seltener als ein guter Job!

Ja, da haben Sie völlig Recht. Daher sind sie auch so teuer, Mr. Crofts.

Wie viel wollen Sie mir dafür rausleiern? - 50 Guineas.

Nur für das Vorspiel. Und wenn Sie sie besprungen haben, noch 100.

150? Ich glaub, ich steh auf'm Schlauch! - Wenn Sie schon draufstehen,

dann wird es Zeit, dass Sie herkommen.

Ich kann überhaupt nicht glauben, dass ich das bin! Wie schön.

Ich danke dir, mein Liebling. - Bedank dich bei Mrs. Brown dafür.

Mrs. Brown erwartet euch dann im Salon. - Wir werden gleich unten sein.

Mrs. Brown möchte dich im Salon sehen. - Ich möchte mich gern bei ihr bedanken.

Dazu kriegst du Gelegenheit. Sie möchte, dass du ihren Cousin, Mr. Crofts,

kennen lernst. Ein echter Gentleman. Ein ausgereifter Mann. Wie alter Portwein.

Und reich ist er auch.

Ich bin sehr beschäftigt. Ich werd an der Börse erwartet. Und ich bin schon zu spät.

Wenn sich eine Dame anzieht, Mr. Crofts, sollten Sie nie dazwischen fuhrwerken.

Wenn sie dann aber angezogen ist, ist das 'ne andere Sache.

So. Hier sind wir, Madam. - Phoebe, wie süß sie aussieht!

Fanny, darf ich dir eine Art Verwandten vorstellen? Mr. Crofts.

Du bist also die kleine, junge Fanny? Komm, dreh dich mal.

Ich will dich beschnuppern.

Ja, kommt echt stark.

Diese kleine, geschäftliche Angelegenheit, Mrs. Brown, die wir besprachen, also,

ich sehe jedenfalls keinen Grund, warum wir die Transaktion

nicht stattfinden lassen sollten. - Die Firma dankt.

Die Lieferung erfolgt nach Absprache. Dass die von uns gelieferte Ware

die höchsten Qualitätsansprüche erfüllt, versteht sich von selbst.

Aber dieser Termin muss heute noch eingehalten werden.

Die Ware könnte ja beschädigt werden. Falls sie zu lange herumsteht.

In heutigen Zeiten werden selten Angebote schneller geknackt, als einem lieb ist.

Sagen wir, heute um 7? - Abgemacht! Der Ecki ist bald wieder da!

Nicht anquatschen lassen. 7 Uhr bin ich wieder da. Ach, ist das ein Herzlein!

Steht noch voll im Saft, der alte Typ, hm? - Der ist alt. Und hässlich ist er auch.

Ach was. Unsinn, mein Kleines. Er hat ein Herz aus purem Gold.

Er will es an passender Stelle platzieren. - Nun geh wieder in dein Zimmer,

mein Häschen, und ruh dich ein wenig aus. Und noch was, Fanny.

Merk dir eins: Wenn man bisher noch nie schwimmen gelernt hat,

dann wäre es durchaus zu empfehlen, einfach einen Sprung ins tiefe Wasser...

zu wagen. Auf diese Art lernt man das Schwimmen am schnellsten.

(Fanny) Mrs. Brown und Phoebe verbrachten den Rest des Tages damit, mir Mr. Crofts,

dieses alte Ekel, schmackhaft zu machen. Als er pünktlich zur Zeit ankam,

eröffneten mir beide, dass sie noch ein dringendes Rendezvous hätten.

Sie überließen mich voller Vertrauen seinen feinnervigen Händen.

Crofts war alles andere als feinnervig. Mit Präliminaren hielt er sich nicht auf.

Im Gegenteil. Er griff voll hinein ins Menschenleben.

Wirst du wohl herkommen, du kleines Biest. Da schmuggel ich mich extra in die Stadt.

So was hier zu erleben. Jetzt krieg ich dich.

Jetzt hab ich dich. - Eine Ratte, du Penner!

Da bist du? Ich hab für dich bezahlt. Also zier ich nicht so.

Teures Geld hab ich für dich ausgegeben. Dafür verlange ich Leistung.

Warte, jetzt hab ich dich. Jetzt reicht's mir aber.

Runter, runter mit dem ganzen Gefummel. Man kommt sich ja vor,

als ob man 'ne Zwiebel im Arm hätte. Attacke!

Einen Freier haben wir geschafft. - Ist dir irgendwas passiert?

Von wegen Jungfrau! Hornhaut muss die haben!

Ich nehme an, dass sie schon irgend so ein Kirschenpflücker entjungfert hat!

Draußen auf dem Land! Ich werd mir meine Kohlen von deiner Mrs. Brown zurückholen.

Das war ja wohl ein Schuss in den Ofen. Und ich war grad so in Form.

(Fanny) Mrs. Brown, der ich die ersten 50 Guineas Verdienst beschert hatte,

war bereits ungeheuer aktiv, um mich unter ihre Kunden zu bringen.

Sie hatte Vorbereitungen getroffen, um den Gebrauchsartikel, für den Mr. Crofts

schon eine hohe Zahlung geleistet hatte, ein zweites Mal zu verwerten.

Mein sehr geschätzter, viel diskutierter und heiß umkämpfter Qualitätsbesitz

wurde jetzt von ihr für ein Mitglied des Hochadels reserviert,

das in den nächsten Tagen in der Stadt zurückerwartet wurde.

Hey, Fanny. Fanny, komm mal her.

Pst, wir müssen aber ganz leise sein. - Was ist denn?

(Fanny) Eines Nachts, als sich wieder Gäste bei Mrs. Brown angesagt hatten,

ergriff Phoebe die Gelegenheit, meine Erziehung konsequent fortzusetzen.

Komm mal hier über das Loch.

Kuck dir das mal an.

Was glaubst du, was sie da machen? - Die küssen sich.

Was sucht er denn da? - Das Portemonnaie sicher nicht.

Komm mal hier rüber. - Warte mal. Ich muss sehen, was er sucht.

Ist hier vielleicht 'n Zahn schärfer. Hier kann man ins Nebenzimmer kucken.

Na?

Hey, Fanny. Hier, das ist auch nicht schlecht.

Komm mal her.

Kannst dir mal ansehen, wie man so 'n blöden Herrscher unter Strom setzt.

Fanny, komm her.

Dreh dich besser um. Dann muss ich nicht so ein freundliches Gesicht machen.

Und ab geht's durch den Notausgang!

Was macht er da? Warum schubst er die so? - Na, damit sie nicht aus dem Bett fällt.

Donnerlittchen!

(Fanny) Erregt und irgendwie wachgerüttelt durch das, was ich in der letzten Nacht

gesehen hatte, erwachte in mir ein Gefühl der Erwartung.

Wie spät ist es? - Oh, es ist gerade 6 Uhr durch, Sir.

Schöner Mist. Ich habe die halbe Nacht verschlafen.

Ich hab zuviel getrunken. Gerade, als er gerade war,

da brach er ab, was schade war. Na ja. Warum hab ich dich nicht gesehen?

Ich hab oben geschlafen. In meinem Zimmer. - Allein?

Ja, allein. - Du schläfst hier? Und arbeitest hier?

Und bist nachts nicht im Einsatz? Warum lachst du denn so?

Weil Sie das zu überraschen scheint. - Ich bin auch überrascht.

Du siehst nicht wie die anderen aus, die hier als Profis arbeiten.

Für was für eine Sorte Mädchen halten Sie mich denn?

Du bist süß. Und du wirkst ziemlich ungeknackt.

Ich würde dich gerne küssen, wenn ich darf.

Darf ich?

(Fanny) Nachdem Charles gegangen war, so hieß der junge Mann,

ging ich wieder ins Bett. Aber ich fand leider keinen Schlaf mehr.

Ich drehte und wälzte mich von einer Seite unruhig auf die andere.

Ich wurde den Gedanken an ihn nicht los. Wer ist da?

Ich bin's, Martha. Ein Gentleman gab gerade diesen Brief für dich ab.

Aber Mrs. Brown darf nichts davon wissen. - Gib her!

Ist das geil! - Was sagst du da?

Ach nichts, Liebling. - Typisch. Ich kann wieder dumm sterben.

Das werde ich dir nie vergessen. - Wir leben unter dem selben Dach,

und ich habe Durchblick, glaub mir. - Ja, den trau ich dir zu.

Schlaf schön, Martha. - Gegen wen?

Ach herrje!

Die Liebe hat zugeschlagen.

Wenn ich dir irgendwie helfen kann, gib mir ein Zeichen.

(Fanny) Am nächsten Morgen, kurz bevor die Sonne aufging, schlich ich nach unten,

schloss leise die Vordertür auf, und floh aus dem Haus von Mrs. Brown.

Na, da bist du ja. Ich hab schon gedacht, du hörst den Wecker nicht.

Wir müssen uns nämlich beeilen, sonst kriegen wir 'ne Portion Ärger.

So. Vollgas, mein Junge!

(Musik)

(Fanny) Wir fuhren ein paar Meilen zu einem Gasthaus außerhalb der Stadt.

Charles hatte es fertig bekommen, ein Zimmer für uns beide zu mieten.

Jetzt würde es nicht mehr lange dauern. Das erste Mal, wo ich in den Armen

eines Mannes liegen würde, stand kurz bevor.

Ich hatte so viel gesehen im Haus von Mrs. Brown. Aber ich wusste so wenig.

Hoffentlich hatte Charles Geduld mit mir.

(Romantische Musik)

Ich hab dir doch nicht wehgetan, oder? - Etwas. Aber das war nicht so schlimm.

Warst du etwa noch... - Ich war, ja.

Das kann ich noch auf meine alten Tage? - Es war die wunderbarste Sache.

Ich bin dir sehr dankbar. - Du bist ein echt süßes, kleines Ding.

Ich hab dich zwar nicht für ausgebufft gehalten, aber für so unschuldig?

(Musik)

Ich könnte dich immerzu nur ansehen.

Und besteh ich vor dir? - Beklagt sich der, der im Lotto gewann,

über den großen Haufen Glück?

(Fanny) Im Laufe der Zeit lernte ich meinen Liebhaber etwas näher kennen.

Nicht nur körperlich. Sein Vater war ein ziemlich reicher Reeder.

Der aber nicht sehr viel für seinen Sohn übrig hatte.

Der Sohnemann war ihm zu wild. Mir nicht.

(Musik)

Du bist ein Nimmersatt. - Ich möchte nur den Zustand der Liebe

niemals abstellen. Aber ich will nicht unverschämt sein.

Ich gehöre dir sowieso. - Für ewig?

Für immer und ewig.

(Musik)

(Fanny) Wir beide hatten vor, uns eine gemeinsame Zukunft zu bauen.

Für Charles gab es aber ein noch nicht erledigtes Geschäft, was er hinter sich

bringen wollte. Da er aus meinen nicht so glücklichen Erfahrungen in den Händen

von Mrs. Brown gelernt hatte, suchte er den Rat eines Rechtsanwaltes

seiner Großmutter. Ein ziemlich gerissener Vogel mit Namen Widdlecomb.

Mrs. Brown ist für Sie da, Sir. - Ach ja.

Ach, Mrs. Brown! Nein, wie entzückend Sie aussehen, Mrs. Brown.

Welch ein verblüffendes Complet. Bitte kommen sie doch herein.

Nehmen sie Platz oder bleiben Sie stehen. Bitte sehr. Nun, liebste Mrs. Brown,

ich bin erfreut zu sehen, dass Sie klug genug waren, meiner Einladung,

mich zu besuchen, Folge zu leisten. - Es war nicht so sehr Ihre Einladung,

der ich folgte. Sondern der Gentleman, der Ihre Botschaft abgab,

machte es überdeutlich. Er sagte, Sie würden mir den Gerichtsvollzieher

auf den Hals hetzen! - Gerichtsvollzieher, Korkenzieher.

Ja, mein Sekretär kann sehr taktlos sein. Wie auch immer, jetzt sind Sie ja hier.

Ich meine, Sie wissen, Mrs. Brown, woher der Wind pfeift. Mein Mandant hier

hat mich mit einer privaten, persönlichen Angelegenheit beauftragt,

was Sie und Ihr Etablissement betrifft. - Wissen sie, was bei mir

in meinem Haus passiert, das geht nur mich und meine Gäste etwas an.

Und Sie werden doch wohl nicht in meine Intimsphäre eindringen wollen,

oder irre ich mich da etwa? - Niemals möchte ich in Sie eindringen.

Sie wissen nicht, was Ihnen entgeht. Was meinen Sie, wie viel Dankschreiben

ich hab? Nicht nur von früher. Sie wissen, Erfahrungen sind manchmal besser...

als der Putz. - Kennen Sie eine gewisse Fanny Hill?

Ja, ich hab den Namen schon mal gehört. Aber ich kann mich nicht genau entsinnen.

Ist die junge Dame so eine Sensation, dass ich sie kennen müsste?

Ich würde sie nicht abweisen, allerdings aus anderen Gründen als Sie.

Sie wollten sie verschachern. Ihre Unschuld...

für den schnöden Mammon verkloppen.

Oh, ja, jetzt weiß ich, wen Sie meinen. Die Kleine hat mal bei mir genächtigt

und gespannt. Sie machte sich eines Morgens aus dem Haus.

Mit einem Spitzennachthemdchen bekleidet. Ist das nicht die Wahrheit, Martha?

Verzeihen Sie. Ich kann aber nicht lügen. Es war aus Leinen, nicht aus Spitze.

Eingeleint oder zugespitzt, egal. Jedenfalls lief das Balg weg.

Sie lief weg? Wovor? Gut, gut.

Sie brauchen sich um keine Antwort bemühen.

Ich werde es Ihnen sagen. Sie lief fort vor einem...

sie belästigenden Mitglied des anderen Geschlechts, um es kurz zu sagen.

Ein hässlicher Affe. Er sollte die Braut besteigen, um ihr die Unschuld,

die unschuldige, zu rauben. Und Sie haben diesen triebhaften Bock vermittelt.

Schon gut. Es gibt Dutzende dieser Fälle. Leider weitaus mehr Fälle,

als es tatsächliche Jungfrauen gibt. Sehen Sie, wir haben hier ein Buch,

wo alles niedergeschrieben ist, was womit zu bestrafen wäre, wenn, etc.

Die Schwarte ist voll mit Gesetzen, wo in Old Baily jährlich Tausende von...

Schwerverbrecherinnen abgeurteilt werden. Es sind auch immer ein paar Damen dabei,

die das gleiche Gewerbe betreiben wie Sie. Die Strafen? Hängen, auspeitschen,

Deportation. Kopftransplantation.

Alles nicht zum Totlachen. Ich glaub, der Pranger wäre für Sie das Beste.

Nein! Bitte, Sir, nicht! Haben Sie Mitleid mit einer alten Puffmutter...

mit einer alten Frau, die nur versucht, ihre Rente aufzubessern.

Haben Sie Erbarmen mit dem alten Vogel. Sie versorgt doch nur den Adel

mit strammem Kalbfleisch. - Ich glaub, wenn Sie auf die richtige Art

mit Mr. Widdlecome reden, wird man eine Einigung erzielen.

Stehen Sie doch mal auf, Mrs. Brown. Sie sehen so bescheuert aus!

Ja, Sir. Ich tue alles, was Sie wollen. Wenn Sie wünschen, ziehe ich mich aus.

Wir wollen Wiedergutmachung. - Ja, das klingt doch gut.

Machen Sie alles wieder gut. - Alles ist nur eine Frage des,

wie profan, des Geldes. - Ich hör wohl nicht richtig.

Von was für 'nem Geld reden Sie? - Ich rede von den Kohlen, die Sie...

dem Mann mit dem Trieb abgenommen haben. - Das war doch nur 'ne Kleinigkeit.

Trinkgeld! - Kommt nur drauf an, was man trinkt.

40 vielleicht... - 50?

Ja, Schillinge. - Guineas.

Sie haben Sie wohl nicht alle! - Sinnlos. Rufen Sie den Wachtmeister.

Moment. Warten Sie! Hier haben Sie Ihre 50 Guineas.

Werden Sie damit selig!

Und das alles wegen diesem Flittchen! - Vorsicht!

Ich empfehle mich! Es ist alles nur deine Schuld. Du dummes Schwein.

(Fanny) Mit dieser Mitgift versehen, die, obwohl unfreiwillig, von Mrs. Brown kam,

gründeten Charles und ich einen Hausstand. Wir zogen zusammen.

Ich hatte nach meinem Herumirren und meinen zweifelhaften Abenteuern

endlich das Gefühl, dass ich einen sicheren Hafen erreicht hatte.

In diesem für mich fremden, ungewohnten Leben der häuslichen Glückseligkeit

fand ich mich aber schnell zurecht. Leider musste Charles viel seiner Zeit

getrennt von mir verbringen. Aber 3 Tage in der Woche schliefen wir zusammen.

Mein ganzes Dasein baute sich um diese 3 Tage bzw. um diese 3 Nächte herum auf.

Und ich machte Todesqualen vor Ungewissheit durch,

bis er dann doch endlich nach Hause kam.

(Musik)

(Fanny) So wurden aus Tagen Wochen. Die Wochen verwandelten sich in Monate.

Ich war unsagbar glücklich. Und mein Glücksgefühl wurde dadurch übertrumpft,

dass ich ein Kind erwartete. Charles freute sich genauso wie ich.

Obwohl das Verhalten seines Vaters ihm gegenüber noch strenger geworden war.

Aber wir hofften, dass es das Schicksal uns eines Tages erlauben würde...

zu heiraten. Wenn es eine Schlange in unserem Garten Eden gegeben hat,

so war das Mrs. Jones, der alte Besen. Von der wir die Wohnung gemietet hatten.

Kann ich Sie einen Moment sprechen? - Ja, Mrs. Jones. Was gibt es denn?

Fragt, was es gibt. Sie sind im 3. Monat, wenn ich das richtig beurteile.

Gute beobachtet. Aber was hat meine Schwangerschaft mit Ihnen zu tun?

Das sag ich Ihnen. Ich habe die Wohnung an 2 Leute vermietet und nicht an 3.

Wenn's ums Geld geht, fragen Sie Charles. Er wird nachher da sein.

Er kommt selbst? Wie schön. Und wann? - Er wird heute Abend schon...

in meinen Armen liegen, Mrs. Jones.

(Fanny) Ich wartete 2 volle Tage auf ihn. Dann ging die ewig neugierige Mrs. Jones

in das Büro seines Vaters, um diskrete Nachforschungen anzustellen.

Die Wahrheit war noch schrecklicher, als ich befürchtete hatte.

Unter einem falschen Vorwand wurde er auf eines der Schiffe seines Vaters gelockt...

und sollte unterwegs nach Indien sein. Sein Vater hatte nämlich etwas...

über unsere Verbindung gehört. Und daraufhin sofort beschlossen,

dieser Affäre ein Ende zu setzen. Armer Charles! Was muss er gelitten haben!

Er hatte nicht mal mehr die Möglichkeit, mir eine Nachricht zukommen zu lassen!

Ich hatte eine Fehlgeburt. In dieser Zeit war ich dem Tode näher als dem Leben.

Ich war niedergeschlagen. Denn der Verlust meines Kindes war das einzige Bindeglied

zu meinem geliebten Charles. Ich wollte selbst sterben.

Ich hatte keine Lust zu leben.

Nachdem das Schlimmste überstanden war, trat doch die gesunde Natur in mir,

der Wille zum Leben, an die Oberfläche. Und schließlich, nach einiger Zeit,

begann ich wieder, mich für andere Angelegenheiten zu interessieren.

Unfassbar, was ein Mensch erleiden kann, ohne darüber zu zerbrechen.

Ich muss Sie jetzt aber ernsthaft bitten, diese kleine Rechnung hier zu begleichen.

Wie viel ist es denn? - Einschließlich der Miete, Essen,

Medikamente, Krankenhaus usw. beläuft sich alles auf eine Gesamtsumme

von 23 Pfund, 17 Schilling und 6 Pence.

Wann darf ich Ihrer Zahlung entgegensehen, Miss Fanny? Ich brauche die Knete auch.

Ich meine, Schulden sind Schulden. Und Gesetz ist nun mal Gesetz.

Ich habe nun bei Gott kein Verlangen, ein so niedliches zartes Geschöpf,

wie Sie es sind, in den Knast zu schicken. - Was soll das heißen?

New Gates, so wurde mir gesagt. Da schickt man die Schuldner hin.

Leute, die nicht bezahlen wollen. Die bleiben manchmal Monate oder Jahre da.

So lange, bis sie ihre Schulden beglichen haben.

Natürlich, ich meine,

es gibt schon einen anderen Weg, wie Sie aus der Misere rauskommen könnten.

Welchen? - Zufälligerweise ist gerade...

einer meiner guten Bekannten in der Stadt. Ein Gentleman, wie es ihn kaum noch gibt.

Der könnte Ihnen vielleicht helfen. - Und, kenn ich den Herrn zufällig?

Nein, noch nicht. Aber wenn Sie möchten, dann könnte er heute noch zum Tee

bei Ihnen vorbeikommen. Er liebt Tee. Und mit Ihnen auf dem Schoß...

Nun kommen Sie, Miss Fanny. Sie sind eine erwachsene Frau. Zieren Sie sich nicht so.

Das bringt nichts. Verunzieren Sie Ihr hübsches Gesicht nicht durch die Heulerei.

Wunderbarer Tee. Kleines, dieser Gentleman hat von Ihrem Unglück gehört

und ist unter Umständen bereit, Ihnen zu helfen. Greifen Sie zu.

Er würde alle Ihre Schulden übernehmen. Dieser zauberhafte Mann.

Dafür müssten Sie sich erkenntlich zeigen. - Und wie, wenn ich fragen darf?

Fragen Sie nicht, sondern fangen Sie an. Ich hoffe, Mr. H, dass Sie...

keinen Anlass zur Klage haben werden. - Den hab ich ja bisher noch nie gehabt.

Und ich hoffe, dass diese junge Stute einen befriedigenden Ritt vorführen wird.

Wenn Ritt, Sprung und S-Dressur zu meiner Zufriedenheit ausfallen sollten,

kann sie eine neue Haferquelle haben. - Dann machen Sie mal, Fanny.

Mr. H ist ein Jäger, gewöhnt, dass sich das Wild nach einem Blattschuss hingibt.

Mr. H ist jung. Und er hat keine Flinte, die schon ein bisschen streut.

Ganz im Gegenteil. Gute Nacht, Kleines. Ich sehe Sie dann morgen früh.

Bei bester Gesundheit, möchte ich hoffen. - Ich wünsche Ihnen auch eine gute Nacht.

Ja, ich geh schon, Sir. Gute Nacht. - So. Das hätten wir dann.

Lassen Sie sich Ihren Schlaf nicht rauben. Nun dann. Waidmannsheil.

Bitte, Sir. Haben Sie Geduld mit mir. Ich habe keine Erfahrung mit Männern.

Außer meinem Mann kannte ich keinen. - Eine junge Stute kann man dressieren.

Heiß in der Hütte. Da unsere Beschäftigung auch schweißtreibend sein wird,

werden wir unsere Klamotten am besten ausziehen.

Also los. Galopp! Worauf wartest du? Los geht's mit scharfem Galopp!

So eine Jagd ist was Herrliches!

Ja, ja, hey, hey!

Ja, ja, fatal, fatal, fatal. Der Fuchs ist schon in der Röhre.

(Fanny) Zum Schlafen kam ich in dieser Nacht nicht wirklich.

Nach den gefühlvollen, zarten Liebkosungen von Charles waren die Brutalitäten...

von Mr. H ein recht harter Gegensatz. Und trotzdem muss ich zugeben,

dass mich eine Erregung erfasste, bei dem, was Mr. H mit mir trieb. Da war was.

Das hatte was. Das fand ich nicht uninteressant.

Als er mir die Chance bot, seine Mätresse zu werden, war ich einverstanden.

Als Erstes schaffte ich mir die unerfreuliche Mrs. Jones vom Hals.

Die nicht nur das Geld, das ich schuldete, sondern auch ein prächtiges Geschenk

von Mr. H einstreichen durfte.

Mein neues Zuhause richtete ich mir sehr geschmackvoll ein. Es war ein hübsches,

kleines Häuschen in Richmond. Ich bekam auch ein junges,

williges Dienstmädchen vom Land, namens Hanna, als Hausangestellte.

Oh, was für ein hübsches, neues Kleid! - Das hab ich mir auch redlich verdient.

Lange dafür geackert. Ich würde gerne ein Gläschen Wein trinken, Hanna.

Gern, Madam.

Guten Tag. - Guten Tag.

Sagen Sie nichts zu meinem neuen Kleid? - Sie kennen den Aufzug, in dem ich Sie

am meisten liebe. - Ach, das wird auch langweilig.

Weiter, weiter! Natürlich! Ja!

Superb haben Mylord das Schrot ins Korn geschossen.

Dass ein Füllen so grausam sein kann. - Auch ein Junges kann einen überraschen.

Das ist Rosemary, mein Lieblingsspringpferd.

Kein Hindernis ist ihr zu hoch. Auch das ist eine Schönheit. Angelique.

Ich könnte mir zur Jagd kein besseres Mädchen wünschen.

Anwesende Damen natürlich ausgeschlossen. (Fanny) Klar, dass Mr. H's Vorliebe...

für Damen sich auf seinen Stall ausdehnte. Es gehörte auch zu seinen Eigenarten,

dass er normalerweise kleine Vergnügen mit einem Geschäft zu verbinden wusste.

(Musik)

(Fanny) Zu meiner Zufriedenheit stellte ich fest, dass Mr. H zumindest einen...

jungen, aber vielversprechenden strammen Zuchthengst in seinen Stallungen hatte.

Unter den Geschenken war passenderweise ein prächtiger Wallach.

Und ich muss ehrlich sagen, dass meine Künste als Reiterin immer besser wurden.

Zum Ausgleich laufend geritten zu werden. Eines Tages, beim Ausritt, spürte ich,

dass es bald ein Gewitter geben würde. Also galoppierte ich so schnell es ging

nach Hause. Logischerweise kam ich früher als erwartet im Stall an.

Danke. - Gern geschehen, Madam.

(Fanny) Hanna war sehr jung. Vielleicht glaubte sie,

dass es zu ihren Pflichten gehören würde, in jeder Hinsicht zu Diensten zu sein.

Ich war nicht gerade erfreut. Entschloss mich aber, daraus das Beste zu machen.

William, mein Pferd! - Oh, Sie wollen schon wieder raus?

(Fanny) Je intensiver ich William ansah, desto mehr drängte sich mir die Idee auf,

mit William Mr. H seinen Seitensprung heimzahlen zu können. Um ehrlich zu sein,

ein Vergnügen versprach ich mir auch. William war zwar noch sehr jung,

aber die grobe Kleidung, die er trug, schien den muskulösen Körper...

eines Mannes zu verbergen.

Ja? - Es ist William, Miss Fanny.

Er hat irgendeine Nachricht für Sie. - Dann bitte ihn doch rein, Hanna.

William! - Madam?

Hanna, du kannst dich verzischen. - Gern, Miss Fanny.

Was hast du für eine Nachricht für mich? - Es ist nichts Schriftliches.

Der Herr trug mir auf, Ihnen zu sagen, dass er heute nicht mehr kommen kann,

sondern Sie morgen um 2 aufsuchen wird. - Ätzend. Da werd ich ja die ganze Zeit

alleine sein.

Warum bist du eigentlich so schüchtern? So was trägt man nicht im Zimmer.

Ich bin es nicht gewöhnt, Miss Fanny, eine Dame ohne Ihre Kleider zu sehen.

Nun, Klamotten sind dazu da, dass man sie auszieht.

Es gibt nichts an unserem Körper, weswegen wir uns schämen müssten.

Ich finde, du bist zu schlecht gekleidet, um im Schlafgemach einer Frau rumzuhängen.

Warum schmeißen wir die Plünnen nicht weg? - Nein, nicht! Was haben Sie vor, Madam?

Du bist entschieden zu schüchtern. Irgendwann musst du die Eierschalen

ja mal ablegen. Schon netter! - Madam! Aber...

Ja, aber Miss Fanny! Was machen Sie denn da? Was wird denn das?

Miss Fanny, wo soll denn das hinführen? (Fanny) Was ich da sah,

konnte ich zunächst nicht glauben. War das ein Ast, ein Geländer!

Junge, Junge! So was Gewaltiges hatte ich noch nie gesehen.

Und es hörte gar nicht auf zu wachsen. Das machte mich mehr als neugierig.

Uiuiui!

Miss Fanny! Was? - Jetzt werden wir den großen Bären...

mal verstecken. Der braucht auch 'n Stall. - Natürlich.

(Musik)

Haben Sie sonst noch einen Wunsch? Irgendetwas, was ich sonst noch...

heute Nacht für Sie tun könnte? - Mir reicht's, ich bin fertig.

Und richte Hanna aus, ich wäre unpässlich und möchte schlafen. Und noch was.

Noch mal, Miss Fanny? - Um Gottes Willen, nein.

Wenn ich wieder einigermaßen laufen kann, möchte ich ausreiten.

Ich werde alles richten, Miss Fanny. - Begleitest du mich beim Ausreiten?

Nichts täte ich lieber, Miss Fanny. - Also, gute Nacht dann!

Eine Frage, wo haben Sie so viel über die Kunst des Liebens gelernt?

Ganz einfach. Ich war verliebt. - In wen?

In einen Mann, den ich wahrscheinlich nie wieder sehen werde.

Ich habe ihn wahnsinnig geliebt. - Aber wenn Sie ihn so sehr geliebt haben,

warum haben Sie ihn dann verlassen? - Das habe ich ja nicht getan!

Er ist mir weggenommen worden, kann man sagen. Reden wir nicht davon.

Verzeihen Sie, liebe Miss Fanny. Wenn ich gewusst hätte, wie sehr Sie das berührt,

hätte ich die Frage nicht gestellt. Bitte weinen Sie nicht.

Soll ich Sie ein bisschen ablenken?

Das ist schön.

Du bist so sanft.

Komm noch ein bisschen tiefer.

So ist es schön.

Ganz sanft, sagte ich. Ja, siehst du. Du lernst doch.

(Fanny) Im Laufe der Zeit machte die Erziehung Williams Fortschritte.

Es machte uns beiden riesigen Spaß. Unglücklicherweise wurde ich durch diese

kleine Affäre immer unvorsichtiger. So ergab es sich, dass ich mal vergaß,

die Tür abzuriegeln. - Die Geschichte, die mir zu Ohren kam,

ist wahr? Du Nutte! Raus aus meinem Bett! Und du, zieh dir deine Klamotten an,

und verschwinde! Und was Sie betrifft, die Miete ist bis zum Monatsende bezahlt.

Ich bin überzeugt, dass Sie sehr bald einen neuen Beschäler finden werden.

Ich wünsche ihnen alles Gute in Ihrem zukünftigen Stall. An den Gestank dürften

Sie ja wohl inzwischen gewöhnt sein. Raus! Mach, dass du rauskommst,

du Schlitzdompteur! Wenn ich sage raus, dann mein ich auch raus! Ja!

Und noch einen! - Nein, bitte nicht schlagen.

(Fanny) Wieder einmal war für mich die Zeit gekommen, die Unterkunft zu wechseln.

Ich entschloss mich, aber diesmal eine Verbesserung anzustreben.

Die Belle Etage hatte ich im Auge. - Martha!

Fanny! Was machst du denn hier? - Ich suche eine neue Bleibe für mich.

Warum bleibst du nicht bei uns? - Nicht bei Mrs. Brown.

Die schwebte nach oben, ohne Ade zu sagen. Ich arbeite für ein neues Etablissement

in Covent Garden. - Ein Etablissement?

Bei einer Modistin. Neuer Geschäftszweig. Wir machen Hüte.

Andere kleine Sachen natürlich auch. Es gibt 3 Mädchen, die Chefin und mich.

Wir könnten noch ein Mädchen gebrauchen. - Was sind das für andere kleine Sachen?

Nun, was können 5 junge Damen alles zur Verfügung stellen, die Fantasie haben?

Für wen zur Verfügung stellen? - Für die, deren Börse groß genug ist,

um unsere Fantasie anzuheizen. - Verstehe!

(Fanny) Mrs. Cole war eine Dame von bemerkenswerter Eleganz.

Die es durch eine neue Variation eines sehr alten Gewerbes zu einer großen,

erfolgreichen Unternehmerin gebracht hat. Unter den Girls war ein bekanntes Gesicht.

Phoebe gehörte auch zum Etablissement. - Hallo, Girls!

Jetzt, wo ihr alle Marthas kleine Freundin Fanny kennen gelernt habt, finde ich,

wird es Zeit, dass wir sie in unsere kleine, so liebevolle Familie aufnehmen.

Ich habe, ihr zu Ehren, heute Abend ein kleines Fest arrangiert.

Eine Art von Rudelbumsen. Was ich früher in den Kolonien eingeführt habe.

Ein ungeheurer Erfolg in jeder Beziehung. Dort wusste man es nicht zu würdigen.

Ich würde vorschlagen, dass jede von euch sich ihren Lieblingsfreier schnallt.

Obendrein habe ich mir erlaubt, einen gut aussehenden, starken jungen Mann

für dich einzuladen. Auf heute Abend. Macht euch so schön, wie es nur geht.

Es wird riesig.

(Musik)

Meine Süßen, es wird langsam Zeit. Das Bettchen ruft.

Eine Überraschung, nur zu betrachten, denn man isst auch mit den Augen.

Und ihr werdet jetzt Fanny helfen, ihre Einweihung zu zelebrieren.

Ach, wirklich zu schade, dass ich nicht an ihrer Stelle bin.

Maestro, nehmt die Augenbinden. Macht die Klüsen dicht.

Wunderbar! Die Nummer kenn ich!

Ach, ist das geil!

(Musik)

Krieg keine Luft.

Die nächste Nummer ist süß.

(Musik)

Nicht ins Gesicht

Prächtiges Ärschlein hat der junge Kerl.

Mensch, der hat ja einen Apparat, da fällt man ja von Glauben ab.

Kann man den Bengel auch mieten? Stunden- oder tageweise?

(Musik)

Ein rhythmisches Kerlchen!

Jetzt kommt eine von uns!

Geh runter, mach mit! - Gern, wenn Sie möchten.

(Musik)

Sieht aus wie mein Steuerberater. Ja, tatsächlich.

(Fanny) Dass wir ihnen allen auf der Bühne eine Nummer vorgaukeln mussten,

gefiel mir nicht so. Ich fand es schamlos, wie sie da agierten. Jetzt sollte ich ran.

Und ich hatte Angst, mich vor meinen neuen Freundinnen lächerlich zu machen.

Die nächste Nummer turn ich mit dir vor.

(Musik)

Ach, Gott sei Dank sind sie weg. Alle Männer sind wieder auf der Piste.

Feierabend. Jetzt würde ich sagen, nehmen wir erst mal 'n Drink,

und du schließt die Tür zu. Nun zu dir. Wie hat dir denn der Abend gefallen?

Ausgezeichnet. Der junge Mann, den Sie für mich ausgesucht haben,

war genau mein Geschmack. - Er hat ja auch ein nettes Stängelchen.

Aber wenn du von meiner Erfahrung, die beträchtlich ist, profitieren willst,

wirst du erkennen, dass zwar das Geschäft mit dem Amüsement zusammenlegbar ist.

Aber es muss nicht sein. Nicht unbedingt. Wenn man nämlich das Vergnügen vorzieht,

kann es äußerst gefährlich werden. - Ja, Madam, die Erfahrung hab ich auch.

Darf ich dir einen Vorschlag machen? Ich werde mich jetzt ausschließlich

um das Geschäft kümmern, und du bist für das Vergnügen da.

(Fanny) Einer der Vorteile von Mrs. Cole's offiziellem Gewerbe war,

dass man jederzeit einen Vorwand hatte, auch die Waren an den Mann zu bringen,

die von sekundärer Natur waren. War ein Gentleman an einem...

der begehrenswerten Artikel interessiert und man kam nicht zusammen,

konnte Mrs. Cole ihre anderen Aktivitäten spielen lassen. Kurz gesagt,

er konnte einen neuen Hut bestellen.

Ich habe eine weitere Bestellung von diesem netten Mr. Norbert.

Es scheint, dass er ein ganz dringendes Bedürfnis nach einem neuen Chapeau hat.

Eine Überraschung für seine Frau. Er wünscht etwas in einer besonderen Form.

Etwas in rosarot mit blondem Besatz.

Blond? Dafür dürftest du in Frage kommen. Ich glaube, Fanny, du wärst die Création.

Sicher, mein Liebling, so was Superbes lieferst du mit links.

(Fanny) Mr. Norbert, dessen berufliche Tätigkeit mit dem Gesetz zu tun hatte,

glaubte nicht nur an die Buchstaben des Gesetzes, er lebte auch danach.

Ich lieferte prompt. Und wie es den Anschein hatte,

war der Kunde auch mehr als zufriedengestellt.

Was Mr. Norberts andere Wünsche anbetraf, so war ich laut Vertrag verpflichtet,

diese sowohl per Hand als auch mündlich zu erledigen.

Macht Spaß, nicht? - Oh ja, sicher.

Ja, jetzt wird's. Ich spür's!

Na, seht doch. - Ein Brief für Sie, Mrs. Cole.

Sicher Kundschaft. Per Depesche. Sehen wir doch mal nach.

Da sind 2 junge Gentlemen, die den Wunsch nach etwas amüsanter Gesellschaft haben,

heute Abend. Ein Ball soll es sein. Ein Kostümball.

Na, das ist doch was. Phoebe, ich glaube, du kennst einen von diesen Herren.

Aber wen schicke ich als Begleiterin mit? - Ach, Mrs. Cole,

könnte Fanny nicht mit mir mitkommen? - Oh ja!

Aber was habe ich für euch zum Anziehen? - Ah, ich weiß was. Sie haben...

dieses entzückende Schäferinnenkleid. Das würde perfekt zu euch passen.

Ja, Phoebe, es wird dir wunderbar stehen. Und was trägt Fanny?

Wenn sie als Schäferin geht, geht Fanny als Schäfer. Ein entzückender Lustknabe.

Das sind ja Titten! - Was haben Sie sonst erwartet?

Ich dachte, du wärst ein Lustknäblein! - Irrtum. Berufspech!

Igitt, und das mir. Eine Hosenpflaume. Pfui!

(Fanny) Ein paar Wochen später, als ich mal die Nachtluft in Covent Garden genoss,

was relativ unbekannt für mich war, verursachte das eine kleine Aufregung.

Diener. Stopp. Folg diesem Mädchen. (Fanny) Die betreffende Person...

sollte noch einen beträchtlichen Einfluss auf meine Zukunft haben.

Einen verehrten guten Abend, Sir. Tja, was kann ich für Sie tun, Sir?

Mrs. Cole. Ich freue mich ja so, von Ihnen empfangen zu werden.

Sie müssen mein Eindringen verzeihen. Aber ich habe gerade vor ein paar Minuten

ein solches Urweibchen in dieses Etablissement gehen sehen.

Sie war wahnsinnig attraktiv und weckte mein Interesse. Nun interessiert mich,

ob Sie mir ihren Namen nennen können. - Wenn sie von einem Urweibchen sprechen,

meinen Sie Fanny Hill. - Dann sind Sie offenbar mit ihr bekannt?

Sie ist eine entzückende, rechtschaffene junge Lady. Die in meinem Hause wohnt.

Darf ich fragen, was Sie von ihr möchten? Sie ist keine Stenotypistin.

Das wird auf jeden Fall ihre private und berufliche Existenz verbessern.

Erzählen Sie mir. Was glauben Sie denn, von ihrer derzeitigen Situation zu wissen?

Wissen Sie, Madam, das ist nicht schwer zu erraten. Wenn ein hübsches Mädchen

ein Etablissement wie dieses betritt... - Ziehen Sie keine falschen Schlüsse.

Die junge Dame, von der Sie reden, ist nämlich meine eigene Nichte.

Miss Fanny Hill. Sie ist eine junge Dame, die sehr ehrgeizig ist im Beruf.

Frei von jeglichem Laster. Der einzige echte Engel, der hier im Haus wohnt.

Sie ist nicht zufällig in einem Zustand, den man, so viel ich weiß,

mit jungfräulich bezeichnet? - Sir! Da Gott mein einziger Richter ist,

das Kind ist noch völlig unbefleckt von der Berührung eines Mannes.

Das kommt daher, dass sie Zeit ihres Lebens nur von jungen Frauen umgeben war.

Wie bald kann ich sie kennen lernen? - Nun, wenn Sie sich hier morgen...

gegen 7 Uhr einfinden würden, und wenn Ihre Absichten ehrlich sind

und Sie auch ein bisschen Moos auf der Matte haben, werd ich alles tun,

um Ihre Werbung zu unterstützen. - Das ist sehr nett.

Sorgen Sie bitte dafür. Ich bin reinweg versessen auf Miss Hill.

Und wenn sie so tugendhaft ist, dann will ich ihnen noch etwas...

über mich erzählen. Ich bin mein Leben lang Junggeselle und ziemlich betucht.

Ich sehe mich als gutes Streichholz, was darauf wartet, angezündet zu werden.

Tja, also dann, auf Wiedersehen, Madam. Bis morgen. Ich wünsche Ihnen noch...

einen schönen Abend. Ich danke vielmals. Ich freue mich schon jetzt darauf,

Sie morgen aufsuchen zu dürfen. - Passt auf,

dass er nicht auf's Maul fällt.

Diese alte Kalkleiste setzt nicht mal 'ne Hand voll Heu in Brand.

Er hat so viel von einem Romeo wie unsere Fanny von einer Jungfer.

Was ihr nicht wisst von Mr. Barville, ich bin sicher, dass das sein Name ist,

er ist immens reich. Er ist so furchtbar reich,

dass er seinen Hausbesitz nur noch nach Straßen zählen kann.

Wenn Fanny alle draußen hätte, die sie schon drin gehabt hätte,

würde sie aussehen wie ein Stachelschwein! - Das müsst ihr mir überlassen.

Edward, mein lieber Edward. Welch ein unerwartetes Vergnügen,

Sie zu sehen! - Ich hatte mir nicht vergegenwärtigt,

dass Sie eine Verabredung haben könnten. - Eine belanglose Angelegenheit.

Schön, Sie mal wieder gesehen zu haben. - So belanglos wird die Angelegenheit...

nicht sein. So elegant kleidet man sich nicht für was Belangloses.

Kommen Sie rein, mein Freund. Ich weiß nicht mal, ob ich Ihnen das erzählen soll.

Aber alten Freunden kann ich ja keine Geheimnisse vorenthalten.

Wissen sie, was mir passiert ist? Ich bereite mich für etwas vor,

dass man ein Riesenereignis nennt. - Riesenereignis?

Darf ich fragen, was für ein Ereignis? - Die Erfüllung einer Zuneigung,

die ich zu einer wunderschönen jungen Frau habe, steht bevor.

Na, sind wir da nicht etwas zu, wie soll ich sagen, zu optimistisch?

Nein. Ist alles bestens arrangiert. - Nun, in Sachkenntnis der Dinge,

und das leite ich von Erfahrungswerten ab, ist es meine persönliche Erfahrung,

dass... dass der Mensch zwar denkt, aber Gott nun mal lenkt.

Ich meine, Sie glauben, das klappt noch? - Ich habe mich noch nie in meinem Leben

fitter gefühlt! Wenn sie die Kleine nur sehen könnten, Edward.

So jung, unschuldig und völlig unberührt! - Schon wieder ein ungeheurer Optimismus!

Ich wünsche Ihnen das Allerbeste. Und viel Power bei der Action.

Na, wo sind Sie denn?

Ach, da! Da sind Sie ja, mein Kleines.

Ist es Ihnen auch warm genug, ja? - Ja, Mr. Barville.

Na gut. Wollen Sie nicht was lesen oder irgend so was Ähnliches?

Oder einen Drink? - Ich trinke keinen Alkohol.

Na gut. Ich bin 'ne Überraschung für dich, was?

Ja, Sir. - Ja, mir geht es ähnlich.

Aber etwas Glück gehört im Leben dazu. Auch im Rentenalter.

Keine Angst, mein Kleines, ich werde sehr sanft zu dir sein.

Ausgezogen würdest du mir besser gefallen. Willst du nicht 'ne Pulle Schampus?

Soll ich aufstehen und was holen gehen? - Nein.

Du schaffst das ohne? Na ja, davon bin ich überzeugt. Gib Opa einen Kuss.

Du bist ein Knaller. Und du hast das, was wir tun wollen, nie zuvor gemacht?

Nein. - Schwindel mich nicht an.

Ich weiß gar nicht, wie das geht. - Das zeig ich dir.

Mr. Barville, das ist ja ganz wunderbar. Da kann man sich ja dran gewöhnen!

Ja, hab ich dir nicht zu viel versprochen. - Teufel auch!

Ui. Ui.

(Musik)

Ganz vorsichtig, Mädchen. Der Gast ist neu.

Ihr dürft ihm nichts verbiegen, er stammt aus einer alten Familie.

Und ist der einzige männliche Spross. Und reißt ihm nicht sein Familienstück ab.

Oh, Fanny, Fanny, komm zu mir, mein Schatz. Wie ich hörte,

hat er deutlich Interesse an dir gezeigt. - Der kommt noch gut aus'm Kittel.

Die Nächte war er fast immer in Action. - Das hab ich gehört.

Und er ist wirklich wie ein Vater zu mir. - Aber hoffentlich hast du meinen Rat

nicht in den Wind geschlagen. - Er ist wirklich nett zu mir.

Und er hat viel Geld. - Sieh mal an. So denkst du auch schon.

Und wenn du deine Karten richtig spielst, kümmert er sich noch intensiver um dich.

Ja, ich mach das schon. - Nein, du wirst die Haustochter sein.

Und ich werde das für dich managen. - Ist gut, Mrs. Cole.

Ich weiß schon, was Sie sagen wollen. Alter schützt vor Torheit nicht.

So direkt würde ich das nicht bezeichnen. Ich habe viele junge Männer...

kennen gelernt, die törichter waren. Guter Geschmack kommt aber nur zustande,

wenn Gaumen und Zunge übereinstimmen. Ich bin also nicht in der Lage...

zu bestätigen, ob Sie närrisch sind. - Ich habe mich bereits entschieden.

Auch ein alter Mann hat im Herbst seines Lebens ein Anrecht auf Glückseligkeit.

Die junge Dame soll mit dem allerbesten Komfort umgeben werden. Sie wird,

wenn ich mich dafür entscheide, sich in meinem Hause um mich kümmern.

Zu gegebener Zeit werde ich für sie eine Leibrente auf Lebenszeit aussetzen.

Oh je, oh je, oh je.

Ich muss wohl eingenickt sein. - Soll ich noch weiter vorlesen?

Nein.

Jetzt nicht mehr. - Kann ich sonst irgendwas für Sie tun?

Ich würde gern mein Nickerchen fortsetzen, wenn es dich nicht stört.

Wollen wir lieber ins Bett gehen? - Nein, nein. Heute nicht.

So viel Pulver habe ich auch nicht mehr. - Wieso? Ist irgendwas?

Nichts von Bedeutung, was dich betrifft. Aber mit mir ist irgend etwas nicht...

in Ordnung. Ein Mann in meinem Alter kann vielen Menschen etwas vormachen.

Etwas vortäuschen. Aber es gibt Zeiten, wo es besser für ihn ist zu lernen,

dass man sich nicht selbst belügt. Ich glaube nicht, dass du weißt,

wovon ich spreche. Ich werd jetzt allein mein kleines Schläfchen halten.

Und du kannst dich schonen. - Das ist wirklich lieb.

Aber es macht mir nichts aus, mit Ihnen... - Schon gut, mein Kleines. Das weiß ich.

Ich danke dir, Fanny. Du bist nett. Mein kleiner, großer Liebling. Geh jetzt.

Wenn ich ausgeschlafen bin, schicke ich nach dir.

Gute Nacht. Schlaf gut. - Ich danke dir. Es war schön mit dir.

Gott beschütze dich. Und eine gute Nacht, mein Kind.

(Fanny) Ich verließ schon mit so einem merkwürdigem Gefühl sein Zimmer.

Spät in der Nacht kam dann die Nachricht. Ich weiß nicht, ob ich sie erwartete.

Auf jeden Fall hat sie mich erschüttert.

Goodbye, John.

Asche zu Asche. Staub zu Staub.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Er war ein gütiger Mensch. Und so reich. - Die trifft es immer zuerst.

Nie wieder im Leben werde ich so viel für so wenig bekommen.

(Fanny) Nach der Beerdigung wurde ich zum letzten Mal in das Haus

von Mr. Barville gerufen.

Na, bitte, bitte kommen Sie doch herein.

Darf ich Sie bitten, Platz zu nehmen? - Verehrung, Mr. Widdlecome.

Ach, Sie müssen die Tante sein. - So ist es.

Dann sind Sie die junge Dame, um die es ging.

Kommt drauf an, von welcher jungen Dame Sie reden. Welche Sie haben wollen.

Ich wünsche und erwarte die junge Dame, auf die sich dieses Dokument,

was ich hier habe, bezieht, Madam. - Ein Dokument?

Was ist das? - Der letzte Wille und das Testament

des jüngst verstorbenen Mr. Barville. Es ist meine formelle Pflicht,

es Ihnen zu verlesen. - Wird das sehr lange dauern?

Es dauert nur so lange, wie ich brauche, um Sie davon in Kenntnis zu setzen,

dass er Ihnen sein gesamtes Vermögen hinterlassen hat.

Was? - Sein gesamtes Vermögen, Madam.

Sein Landsitz, dieses Haus hier in London, sein Landgut in Irland.

Seine Aktien und Wertpapiere und über 50.000 Pfund in Bargeld.

Sagten Sie, 50.000 Pfund Bargeld hatte er? - Ja, so verhält es sich, Madam.

Und er hat mir das hinterlassen? - Absolut jeden Penny.

(Fanny) Wie trat ich doch jetzt meine Reise in den Norden an!

So ganz im großen Stil. Wie war ich doch, und das ist nicht ganz so lange her,

zum ersten Mal nach London gereist. Und was hatte ich inzwischen alles erlebt!

Wir hatten eine lange Reise hinter uns und hielten in einem hübschen Gasthaus an,

um dort die Nacht zu verbringen. Und, wie schon vorher so oft in meinem Leben,

hatte das Schicksal wieder einmal seine Hand mit im Spiel.

Oh, einen schönen guten Abend, Mylady. Was kann ich für Sie tun?

Ich suche nur ein Zimmer für die Nacht. - Mein allerbestes Zimmer steht...

zu Ihrer Verfügung, Mylady. - Dann brauche ich noch Schlafunterkünfte

und Abendessen für meine Diener. Haben Sie sonst noch Gäste?

Jede Menge. Aber Sie werden nicht gestört. - Ich möchte morgen früh weiterreisen.

Ich werd die Pferde um 6 Uhr bereithalten. - Jetzt zeigen Sie mir mein Zimmer.

Hey, hallo, Gastwirt! Ist denn hier niemand zu Hause? Gastwirt, aufmachen!

Ich brauche eine Unterkunft für die Nacht! (Fanny) Diese Stimme kannte ich doch.

Die Stimme, von der ich all die einsamen Monate in meinem Leben geträumt hatte.

Seit er weggegangen war. Charles!

Hey, Gastwirt!

Hey, Wirtschaft. Ich brauche ein Bett für die Nacht.

Mach doch mal auf hier.

Fanny! - Charles!

Sag mal, das kann doch wohl nur ein Traum sein.

Um Gottes Willen, Mylady! Werden Sie von dem Kerl belästigt?

Allerdings. Hoffentlich tut er's. Gute Nacht und schlafen Sie gut.

Wir werden morgen früh nicht abreisen.

(Fanny) Nach vielen Abenteuern und Entbehrungen war Charles gerade erst

vor einer Woche aus Indien zurückgekehrt. Und er erfuhr, dass sein Vater...

nach einem Bankrott aufgrund verschiedener Missgeschicke gestorben war.

Und ließ Charles fast mittellos zurück. Nachdem er keine Spur von mir in London

gefunden hatte, reiste er nach Norden. Und war wieder auf dem Weg nach London,

um ein Schiff nach Amerika zu besteigen, als ihn ein glücklicher Zufall...

an meine Tür führte. Ich konnte ihn mit meinem eigenen, glücklichen Schicksal

vertraut machen. Mein Vermögen reichte ja, um uns beide bis ans Ende unserer Tage

ein Leben in Bequemlichkeit und Luxus zu erfüllen.

War alles zu Ihrer Zufriedenheit? - Oh ja, das kann man wohl sagen.

Sir? Es war bemerkenswert, zufriedenstellend, ausgezeichnet.

Danke noch. Du bleibst oben, Püppchen, das Trinkgeld ist 'ne Nummer wert!

Nein, nicht schon wieder. Ich hab grad die Betten frisch bezogen.

(Fanny) So geriet ich also endlich in einen geschützten Hafen.

Wenn ich so auf mein lasterhaftes Leben zurückblicke, da kann ich einfach nur...

diejenigen bemitleiden, die sich so völlig gleichgültig gegenüber den köstlichen...

Reizen der Keuschheit verhalten. Was sind das doch alles für arme Schweine!

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