All language subtitles for Das.Syndikat.1972.German.1080p.BluRay.x264-iNKLUSiON

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Original subtitles

- Guten Tag. - Guten Tag.

Ich bin Kommissar Bertone. Ist der Präsident da?

Er erwartet Sie. Er bittet Sie, ihn zu entschuldigen.

- Das Fernsehen ist da. Bitte. - Danke.

Am Ende der Treppe.

Zur stetig wachsenden Verbrechenswelle, von der unser Land heimgesucht wird...

... möchten wir die Meinung eines international bekannten Experten einholen.

Es ist ein Mann, der den Studien über die Kriminalität sein Leben gewidmet hat.

Der ehemalige Polizeipräsident, Commendator Stolfi.

- Erlauben Sie, dass ich zu einem Buch greife? - Aber sicher doch.

„Pinocchio“.

Die Fernsehzuschauer werden sich fragen, was Pinocchio damit zu tun hat.

Er hat eine ganze Menge damit zu tun. Ich werde es Ihnen erklären.

Der arme Pinocchio wird, obwohl er nichts verbrochen hat...

... in einer Stadt namens Tölpelfalle ins Gefängnis gesteckt.

Und zwar bis der Kaiser eine Amnestie erlässt:

Alle Gauner sollen aus dem Gefängnis freikommen.

Daraufhin sagt Pinocchio zum Kerkermeister, wenn alle aus dem Gefängnis freikommen...

... möchte natürlich auch er entlassen werden.

„Du nicht“, antwortete der Kerkermeister. „Du nicht. Du darfst nicht entlassen werden.

Du bist kein Missetäter.“ „Oh, nein, verzeihen Sie bitte“, erwiderte Pinocchio.

„Sie irren sich. Auch ich bin ein Missetäter.“

„Entschuldige vielmals“, sagte der Kerkermeister.

„Wenn das so ist, steht es dir frei, zu gehen.“

Er zog ehrerbietig seine Mütze, öffnete die Kerkertür und ließ ihn laufen.

Haben Sie eine Idee, was man gegen die stetig zunehmenden...

... Raubüberfälle, Morde und Entführungen tun kann?

Mein werter Freund, gegen dieses Problem gibt es eine Reihe von Lösungsvorschlägen...

... seitens von Psychiatern und Soziologen.

Es ist eine kontinuierliche Konferenz am runden Tisch über das Verbrechertum.

Meiner bescheidenen Ansicht nach ist es das Wichtigste, dafür zu sorgen...

... dass die Bürger wieder Vertrauen in die Justiz erlangen.

Ich habe die Vorteile gesehen, ein Pensionierter zu sein.

Man kann wirklich das sagen, was man denkt.

Nun, ja, sicher.

Wissen Sie, ich habe Sie kommen lassen, weil Sie mir am Herzen liegen.

Beim Bettarini-Prozess waren Sie etwas ungestüm, wenn auch jene Lösung...

Dann sagt man am besten nichts.

Die Verbrecher kommen aus dem Gefängnis frei, und wir sagen nichts.

Bertone, Sie haben Ihre Pflicht erfüllt. Sie haben Bettarini verhaftet.

Aber machen Sie sich nicht unnötig Feinde unter den Richtern.

Hast du mir ein Streichholz?

Sehr schön.

Sag mal, wie viel verdienst du im Monat?

Bregadier...

Unterschreib das hier.

Dottore, die Journalisten sind da. Soll ich sie hereinlassen?

- Ist Bettarini hier? - Da ist er ja.

- Na, Bettarini, endlich bist du wieder frei. - Erzähl was. Du kommt auf die erste Seite.

Mach auch ein Foto vom Anwalt und bring es in die Redaktion.

- Jetzt kannst du gehen. Du bist frei. - Bettarini...

- Bettarini, gibst du eine Erklärung... - Nein, mein Klient gibt keinerlei Erklärung ab.

Und ich ebenso wenig. Der Freispruch der Richter von heute früh spricht für sich.

- „Aus Mangel an Beweisen“. - Ja, genau.

Aber wir kämpfen um eine vollständige Rehabilitierung.

- Wir wollen komplett zufrieden sein. - Wollen Sie in Berufung gehen?

Sie haben schon einen beachtlichen...

Der Freispruch ist ein harter Schlag für die Polizei.

- Kommissar, eine Stellungnahme dazu? - Ich leite nicht die Mordkommission.

Das macht Bertone. Fragen Sie ihn.

- Bettarini, geben Sie eine Erklärung ab? - Was soll ich Ihnen denn sagen?

Wie ich im Prozess sagte, habe ich nichts mit dem Raub auf das Fotogeschäft zu tun.

Ebenso wenig habe ich den Nachtwächter kalt gemacht.

Das ist alles... Möchte ich meinen.

Dottor Bertone, haben Sie etwas zum Freispruch Bettarinis zu sagen?

Ja.

Schreiben Sie, dass der getötete Nachtwächter Vater von vier Kindern war.

Und heute Morgen wurde er nochmals ermordet.

Schreib das nicht. Bertone steckt schon ziemlich in der Patsche.

- Magst du etwas Wein? - Nein, ich trinke morgens nicht.

- Sollen wir was sagen? - Siehst du nicht, was für 'ne Visage der hat?

Misch dich nicht ein!

Bleib hier, Mario!

Mario!

- Toll gemacht! Nicht mal das Geld hast du! - Schnauze, du Arschloch! Gib Gas!

Ein Auto! Haltet ein Auto an!

Achtung! Achtung! Raubüberfall an der Piazza dei Fornari!

An alle Einsatzwagen des ersten Bezirks:

Gesucht werden 2 Männer auf einem Motorrad.

Sie sind gefährlich und bewaffnet. Sie haben zwei Leute erschossen. Vorsicht!

Wend um!

Fahr schon!

Dottor Bertone, wie konnten sie Ihnen entwischen?

Und wieso haben die Polizisten an der Absperrung nicht geschossen?

Meine Leute trauen sich nicht mehr zu schießen.

Jedes Mal, wenn sie das Pech haben, einen Verbrecher zu erwischen, gibt's Stunk.

Allen voran von euch Journalisten.

Aber das waren zwei Raubmörder. Keiner hätte etwas einzuwenden gehabt.

Wir gehen auf euch los, wenn ihr auf Studenten einprügelt.

- Oder auf Arbeiter schießt. - Oder Anarchisten aus dem Fenster werft.

Im Falle von Pinelli gibt es ein laufendes Verfahren.

- Wer Fehler gemacht hat, wird bestraft. - Ach, komm.

Erinnern Sie sich mal an den Fall des Banditen Cinino.

Bei ihm handelte es sich weder um einen Studenten noch um einen Arbeiter.

Dennoch wäre fast eine Untersuchung gegen Capitano Valente eingeleitet worden...

- ... weil er auf den Ärmsten geschossen hatte. - Dottor Bertone, reden wir Klartext.

Die Leute in der Stadt sind sehr verängstigt. Sie fühlen sich nicht beschützt.

Wir erhalten tonnenweise Protestbriefe, in denen man sich fragt...

... was die Polizei tut, um uns gegen diese ausufernde Gewalt zu schützen.

Ich weiß, die Leute fühlen sich nicht von der Polizei geschützt. Das stimmt.

Aber auch wir fühlen uns nicht beschützt, von denen, die uns den Rücken decken sollen.

Wir haben sie alle gegen uns, mit dem Gewehr im Anschlag. Alle!

Richter, Zeitungen, Parteien.

Manchmal kommt's einem so vor, als seien wir die Verbrecher.

Bertone, keiner sagt, dass es deine Schuld sei, aber sag mal...

... wie viele Leute wurden allein dieses Jahr in dieser Stadt ermordet?

Es sind zu viele, ich weiß.

Aber du weißt, dass ich auch viele Mörder hinter schwedische Gardinen gebracht habe.

Das werde ich auch mit diesen hier tun. Hoffe ich zumindest.

- Nimm mich mit. - Wer bist du überhaupt?

- Steig sofort aus oder ich rufe den Polizisten. - Du rufst niemanden.

Sobald es Grün wird, fährst du los, verstanden?

- Los, es ist Grün, fahr los. - Bist du übergeschnappt?

Na los! Fahr schon!

Was wollt ihr überhaupt von mir? Lasst mich in Ruhe, ich habe nichts getan!

- Was habt ihr mit mir vor? - Hände weg von mir!

Ich hab nichts verbrochen, also nehmt die Hände weg von mir.

Gib Bescheid, dass die Verdächtigen vom Raubüberfall an der Piazza dei Fornari da sind.

Holt die Zeugen für die Gegenüberstellung.

Ruhe. Ruhe!

Vor- und Nachname?

- Also? - Sartana.

Runter mit dem Hut! Hier wird nicht geraucht!

- Italo Scorceletti. Ziehst gern Leute auf, was? - Sartana ist mein Künstlername.

- Was machst du mit der hier? - Damit führ ich den Hund Gassi.

Ruhe!

Hey, ich bin nicht vorbestraft! Es ist das erste Mal, das ich hier bin.

Und was sind diese Narben hier?

Na ja, ich bin gestürzt. Auf einen Rosenstrauch.

Lasst mich raus! Ich bin Steuerzahler!

- Ihr könnt keine braven Bürger festhalten! - Wir haben Rechte!

Wenn ihr mich nicht mit meinem Anwalt sprechen lasst, zeig ich euch an!

Ihr wollt raus? Na schön. Ihr seid alle frei! Auf geht's!

Los, alle Mann raus hier!

Verzeihen Sie, Dottore. Wir müssen noch ihre Papiere überprüfen.

- Wir haben sie gerade erst hergebracht. - Wer hat hier das Sagen?

Hast du den Befehl gehört? Ja oder nein? Lass diese Herren gehen!

- Ganz ruhig, die Herrschaften. Sachte. - Darf ich mal vorbei? Was ist denn hier los?

Die haben die Mörder von der Piazza dei Fornari verhaftet.

Zurück! Zurück, habe ich gesagt!

Ganz ruhig, die Herrschaften. Verschlimmern wir nicht die Lage.

Seht mal. Was wollen die denn?

Da sind sie! Diese verfluchten Mörder!

Meine Fresse! Was ist da los?

Na los, geht schon.

Geht jetzt!

Geht nach draußen!

Raus! Na los doch! Wird's bald?

- Wieso macht ihr jetzt keine Späßchen? - Los, habt ihr gehört?

Also, worauf wartet ihr noch? Los, macht schon! Ab in die Freiheit!

Los! Geht jetzt!

Wer rummault, dem breche ich die Knochen. Los, rein mit euch!

Wir sorgen selbst für Gerechtigkeit!

DIE HÄNDLER WOLLEN BESCHÜTZT WERDEN

Überlasst sie uns!

Ach, mir war völlig klar, dass keiner von den Typen den Mut gehabt hätte, zu gehen.

Und wenn es einer gewagt hätte, wären wir zur Stelle gewesen.

Denn falls du es nicht weißt, zu unserer Aufgaben gehört auch...

... dieses Gesindel vor einem eventuellen Lynchmord zu beschützen.

Sogar auf unsere Gefahr hin.

Fängst du wieder mit der Leier vom Risiko an, den deine armen Männer eingehen?

Was haben sie gedacht, was sie tun würden, als sie angeheuert haben?

Als Kindermädchen fungieren? Was du hast, nennt sich Betriebsblindheit.

- Hör doch auf. - Ja, ein Polizist ist ein Heiliger.

Und ein Bursche, der eine Mandarine stiehlt, ist gleich ein Krimineller.

Keiner behauptet, dass wir Heilige seien.

Polizisten sind Menschen, wie alle anderen auch.

Und wenn sie auf die Straße müssen, machen sie sich auch ins Hemd.

Ich fänd's schön, wenn du begreifen würdest, dass auch Verbrecher nur Menschen sind.

Man kommt nicht als Krimineller auf die Welt, sondern wird zu einem.

In einer ungerechten Gesellschaft wie der unseren muss man sich nicht wundern...

... dass es viele Verbrecher gibt; eher schon, dass es noch viele anständige Menschen gibt.

Donnerwetter! Wenn man dich so reden hört, könnte man meinen, man liest gerade Zeitung.

Jeder deiner Sätze ist wie eine Überschrift über vier Spalten.

Ist das etwa Betriebsblindheit?

Mach dich nicht lustig, Dickschädel. Ich spreche über ernsthafte Dinge.

Ernsthafte Dinge ruinieren einem immer den Abend.

Wollen wir an etwas anderes denken?

- Manchmal könnte ich dich echt ohrfeigen. - Tja, das wäre Art. 336 des Strafgesetzbuchs:

„Gewaltanwendung gegenüber einem Beamten bei der Ausübung seiner Pflichten.“

- Aber du bist ja jetzt nicht im Dienst. - Ach ja, richtig.

Woran denkst du gerade?

Ich versuche mich in die Typen zu versetzen, nach denen wir gerade fahnden.

Im Juwelierladen konnten sie kein Geld erbeuten.

Und ohne Geld ist es schwer, sich zu verstecken.

Denn die Verbrecherwelt hilft einem nur, wenn man bezahlen kann.

Sonst lässt sich dich links liegen, und manchmal verpfeift sie dich sogar.

- Ich muss ja unheimlich faszinierend sein. - Was?

Sag mal, bringt du mich nach Hause, oder bist du gerade auf Streife?

Was? Ach ja. Tut mir leid. So, wir sind fast da.

So, da wären wir. Oh, entschuldige kurz. Ja?

Hier spricht die Zentrale. Bertone, hörst du mich?

- Ja, hier ist Bertone. Schieß los. - Hier Santalamenti.

Ein Verkehrspolizist ist hier und sagt, er habe einen der Raubtäter gesehen.

Okay, verstanden. Behaltet ihn dort. Ich bin gleich da.

- Tja, Sandra, weißt du, sie haben da leider... - Verstanden.

Tut mir leid.

- Ruf mich später an, falls es was Neues gibt. - In Ordnung. Wiedersehen.

Sandra!

Es tut mir mehr leid als dir.

Ach, fahr schon los, du Dickschädel.

- Also, wieso meldest du dich erst jetzt? - Er hatte Angst, er würde stören.

- Hast du ihn gesehen? - Dottore, ich weiß nicht, ob er es war.

Mir war das Mädchen aufgefallen, da es hübsch war.

Ja, ich habe mich sogar gefragt, was die mit so einem Gammler will.

Er stieg einfach zu ihr ins Auto und ich dachte, es wäre nichts dabei.

Dann fingen sie aber an, sich zu zanken.

Ich war abgelenkt, da der Verkehr heute Morgen das reinste Chaos war.

- Ja gut, und weiter? - Nun ja, ich merkte, da stimmt was nicht.

Daher notierte ich mir das Autokennzeichen.

- Habt ihr das Nummernschild überprüft? - Wir sind gerade dabei.

- Der Polizeipräsident ist am Apparat. - Danke. Komm mit.

Chef, hier sind die Phantombilder. Das sind wahre Meisterwerke, was?

Hab noch nie erlebt, dass jemand aufgrund eines Phantombildes geschnappt wurde.

Wir haben 10 Zeugen und 10 verschiedene Beschreibungen.

Mach aber Kopien davon und verteile sie an alle.

Auch an die Journalisten. Hallo, Herr Polizeipräsident?

Nein, wir haben lediglich eine Spur, die wir gerade verfolgen.

In Ordnung. Wenn ich etwas Genaueres weiß, halte ich Sie auf dem Laufenden. Gute Nacht.

Chef, wir haben was zu dem Kennzeichen.

Dem Kommissariat von Monteverde liegt eine Anzeige vor.

In dem Auto, einem grauen Morris Mini, war ein 18-jähriges Mädchen...

... die seit 12 Uhr Mittag nicht mehr nach Hause gekommen ist.

- Sie heißt Annamaria Sprovieri. - Gut, fahrt sofort zu ihr nach Hause...

- ... und besorgt sämtliche Fotos von ihr. - Ist gut.

Schaut dann, ob der Trottel von Verkehrspolizist sie wiedererkennt.

- Aber alles ohne viel Aufhebens, klar? - Jawohl.

- Bertone, da wär aber noch was. - Was denn?

Wenn wir diesen Typen finden, sollen wir dann schießen?

- Zuerst muss er gefunden werden. - Ja, aber gesetzt den Fall.

Santalamenti, machen wir uns nichts vor. Das Mädchen steckt wie wir im Schlamassel.

Weißt du, was los wäre, sollte sie draufgehen?

- Was tust du? - Lass mich gehen.

- Steh auf! - Ich kann nicht mehr.

Sei still! Sei still, hörst du? Komm schon!

Lass mich laufen. Mir ist schlecht.

Ich bitte dich.

Sei still.

- Was willst du eigentlich von mir? - Schnauze.

- Bitte, lass mich wieder nach Hause. - Nach Hause? Bist wohl schwer von Begriff?

- Das kannst du dir fürs Erste abschminken. - Meine Eltern sind schrecklich in Sorge.

Hörst du mal mit dem Gejammer auf? Das lässt mich völlig kalt.

Ich bin echt müde und möchte jetzt schlafen.

Komm rauf.

Komm schon rauf!

Was hast du denn verbrochen? Wieso bist du auf der Flucht?

Zieh dich aus.

Ich habe gesagt, du sollst dich ausziehen.

Reg mich nicht auf! Ich sagte, du sollst dich ausziehen!

Du sollst alles ausziehen.

Hast du verstanden?

Alles.

Geh da rein, und lass die Sachen auf dem Boden.

Du widerliches Schwein!

Hör zu, du gehst mir am Arsch vorbei.

Ich will nur schlafen und sicher gehen, dass du nicht abhaust.

Sagst du mir endlich, wieso du fliehst?

Du willst es wirklich wissen? Ich hab einen Raub verübt.

Ist schief gelaufen und ich habe zwei Leute kalt gemacht.

Jetzt, da du es weißt, reiß dich zusammen.

- Schubsen Sie nicht. - Los, rein da.

Schicken Sie eine Kopie an die Staatsanwaltschaft.

- Na, sieh mal an, wen wir hier haben. - Wir haben ihn am Bahnhof geschnappt.

Sehen Sie mal, was er bei sich hatte.

- Nicht schlecht. Eine 635er. - Die gehört mir nicht.

- Sie war in deiner Tasche und ist nicht deine? - Vielleicht hat sie jemand da hingetan.

- Wär ja nicht das erste Mal. - Weißt du, mit was für einer Waffe...

... die Zwei an der Piazza dei Fornari erschossen wurden?

- Keine Ahnung. - Mit einer 635er.

Oh, was für ein Zufall. Na und?

- Reiß ruhig deine Witze. - Ich geb Ihnen einen freundschaftlichen Rat:

Immer schön sachte. Ich kenne die Piazza dei Fornari nicht mal.

- Ach, du kennst sie nicht? - Ihr habt's wohl auf mich abgesehen.

Sobald ihr mich seht, verurteilt ihr mich. Ihr könnt einfach nicht anders.

Wollt ihr euch wieder blamieren? Hier bin ich, nur zu!

Nehmt ihn an die Kandare und bringt die Waffe ins Labor.

Gehen wir.

Bettarini hat diesmal nichts damit zu tun.

Der Mörder von der Piazza dei Fornari ist ein junger Kerl, ein Gammler.

Ferner haben wir den Zeugen die Steckbriefe der üblichen Verdächtigen gezeigt.

- Keiner hat Bettarini wiedererkannt. - Dottore, es geht wieder los.

- Er will einen Anwalt. - Stopf ihm lieber das Maul.

- Nein, sachte, sachte. - Der Typ ist schon per sé eine Nervensäge.

Wenn jetzt auch noch so ein Winkeladvokat hier aufkreuzt...

Santalamenti, wir beide haben die Gesetze nicht gemacht, aber es gibt sie nun mal.

Gut, besorg ihm einen Anwalt.

Brauchst du das Telefonbuch oder hast du die Nummer des Anwalts im Kopf?

Ich kenne sie auswendig.

Fräulein? Hier spricht Bettarini. Stellen Sie mich zu Anwalt Armani durch.

Guter Junge.

Herr Anwalt, man hat mich erneut verhaftet.

Ach ja? Und weshalb?

Keine Ahnung. Sie spielen auf den Raub an der Piazza dei Fornari an.

Außerdem sagen sie, sie hätten eine Pistole in meiner Tasche gefunden.

Das sagen sie.

Natürlich.

Er sagt, das Ganze sei ein Witz. Das ist doch kein Witz, oder?

Ihr Schweine! Ihr Dreckskerle!

Die bringen mich um, Herr Anwalt!

Was tut ihr da?

Lasst ihn los, ihr Schwachköpfe! Begreift ihr nicht, dass er genau das will?

Hallo?

Hallo?

Ihr seid wie Pappnasen in die Falle getappt.

- Bist wieder davongekommen, was? - Was ist? Wollen Sie mich auch schlagen?

Laut ärztlichem Befund liegt ein Nasenbeinbruch vor.

Des Weiteren sind drei Rippen angebrochen.

Außerdem eine Platzwunde auf der Kopfhaut, sowie viele Blutergüsse am ganzen Körper.

Herr Staatsanwalt, man hat ihn misshandelt unter dem Vorwand, er habe angefangen.

Ich habe Ihnen bereits gesagt, wie es sich zugetragen hat, Herr Staatsanwalt.

Ja, aber zum Glück genügt das Wort eines x-beliebigen Polizisten nicht mehr...

- ... um einen lebenslänglich einzubuchten. - Genau, heute reicht das eines Vorbestraften.

Meine Herren, ich bitte Sie, keine Polemik.

Der Anwalt hat eine rechtmäßige Anzeige gegen Sie eingereicht.

Bettarini behauptet, misshandelt worden zu sein.

Es ist eine niederträchtige Verleumdung seitens einer niederträchtigen Person.

Dottor Bertone hat etwas Persönliches gegen meinen Klienten.

- Zum Teufel, Herr Anwalt, wenn Sie nicht... - Bertone!

Entschuldigen Sie.

Herr Anwalt, mit Ihnen wäre ich dann fertig.

Ja, und wie sieht es mit dem Gesuch aus, ihn auf Kaution freizulassen?

Immer schön sachte, Bettarini war bewaffnet unterwegs.

Ja, aber das ballistische Gutachten ergab, dass es sich nicht um die Tatwaffe handelte.

Herr Anwalt, mir liegen alle Fakten vor, um die Sachlage Ihres Klienten zu bewerten.

- Sobald ich entschieden habe, meld ich mich. - In Ordnung.

- Auf Wiedersehen. - Ist gut, Dottor Ricciuti. Dankeschön.

Und... ich empfehle mich. Ich empfehle mich.

Bereiten Sie jetzt ein Verfahren gegen mich vor?

Bettarinis Anzeige lässt mir kaum eine andere Wahl.

Wir jagen die Verbrecher und die Staatsanwaltschaft jagt uns.

Mäßigen Sie Ihre Worte, Kommissar! Wir sind hier im Justizgebäude!

Tolle Justiz! Bettarini wird freigesprochen, obwohl jeder weiß, dass er schuldig ist.

Sie haben wohl nie Zweifel, was Bertone?

Haben Sie mich kommen lassen, damit ich dem Club beitrete?

Bertone, Sie sind noch nicht aus der Polizei ausgeschieden.

Na ja, viel fehlt da nicht mehr. Haben Sie keine Zeitung gelesen?

Aber sicher doch. Ich verfolge die Sache mit großem Interesse.

Darum wollte ich Sie ja auch sehen. Ich glaube, ich kann Ihnen von Nutzen sein.

- Hoffe ich zumindest. - Ich danke Ihnen. Aber ich wüsste nicht wie.

Diesen Ricciuti kenne ich nicht, aber ich habe noch Freunde unter den Richtern.

Hören Sie, was ist an dieser Sache mit der Misshandlung von Bettarini dran?

Nun, Bettarini ist ein Verbrecher. An den Anschuldigungen ist nichts dran.

- Das versichere ich Ihnen. - Ich verstehe, dass Sie beunruhigt sind.

Ich stand auch unter Anklage, als ich Polizeipräsident war.

Da kann ich Sie trösten.

Ich bin es mittlerweile auch leid. Ich habe kein Vertrauen mehr.

Die Arbeit bei der Kriminalpolizei ist zur Farce geworden.

Uns sind die Hände gebunden.

Die Verbrecher halten uns zum Narren und die Journalisten geben uns den Rest.

Hören Sie auf meinen Rat. Vertrauen Sie mir.

Ziehen Sie Ihr Ding durch und lassen Sie sich nicht von denen beirren.

Man darf sich nie von der Presse unterbuttern lassen.

Gehen Sie zum Gegenangriff über.

Ich habe in der Tat eine Pressekonferenz nach meinem Geschmack im Sinn.

Bertone, willst du uns verschaukeln?

Wie kommst du darauf, eine Pressekonferenz in einem Autobus abzuhalten?

Schnallst du es nicht? Man will uns alle einbuchten.

Hören Sie mir mal gut zu. Sie alle kennen Rom bei Nacht.

Aber ich denke, keiner kennt Rom so wie ich, da ich hier seit 25 Jahren als Polizist tätig bin.

Ich möchte Ihnen zeigen, wie die Polizei heutzutage arbeitet.

Bertone, machen Sie jetzt etwa PR für das Polizeipräsidium?

Mensch, ist das kalt heute Abend.

Saporito, da du gerade nichts tun kannst, bitte die Zwei da, mal kurz einzusteigen.

Sofort, Dottore.

So, ich erläutere Ihnen jetzt mal...

... wie es heutzutage im sogenannten ältesten Gewerbe der Welt so zugeht.

Das ist Ines, alias „Das Mädchen aus dem goldenen Westen“.

- Ich ging nur gerade spazieren, Kommissar. - Ja, ich weiß, du gingst gerade spazieren.

Nun, wie Sie wissen, wird diese nächtliche Schönheit von der „Legge Merlin“ geschützt.

Wenn sie nicht in dem Moment erwischt wird, in dem sie gerade einen Kunden anlockt...

... kann sie soviel anschaffen gehen, wie ihr der Sinn steht.

Zumindest solange, bis sie nicht umgebracht wird.

Es steht ihr also frei, auf den Strich zu gehen, aber es steht ihr nicht frei, damit aufzuhören.

Wenn dieses arme Ding auf die Idee käme, den Job zu wechseln, oder schlimmer noch...

... ihren Zuhälter anzuzeigen, würden wir von der Mordkommission sie zweifelsohne...

... mit aufgeschlitzter Kehle oder eingeschlagenem Schädel auffinden.

Aber sie wird vom Gesetz geschützt.

Ihr Zuhälter dagegen wird von den neuen gesetzlichen Vorschriften...

... zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit geschützt.

Nur ein Richter darf entscheiden, ob er ihn einsperren lässt oder nicht.

Aber der Richter entscheidet nicht- beziehungsweise, er kann nicht entscheiden...

... es sei denn, das Mädchen zeigt den Kerl wegen Zuhälterei an.

Aber wie Sie bereits wissen, würde es niemals dazu kommen.

Ja, vor der „Legge Merlin“ waren die Mädchen frei.

Frei, von einem Bordell zum nächsten zu gehen.

In dem Fall war der Staat der Zuhälter, oder meinetwegen die Polizei.

Keiner hat behauptet, dass die Dinge früher besser liefen.

Eins ist aber sicher: Prostitution ist heutzutage ein wenig die Bank der Verbrecherwelt.

Man spricht von einem Umsatz - verzeihen Sie den Begriff-

... von etwa 350 Mrd. Lire im Jahr.

Wie Sie wissen, um einen Raubüberfall oder Coup zu organisieren, bedarf es Geld.

Und Raubüberfälle ziehen oftmals auch Morde mit sich.

Leider können wir aber das Übel nicht an der Wurzel packen...

... weil wir eben nichts, oder fast nichts, gegen Prostitution und Zuhälterei tun können.

So, das wär's.

Gut, Ines, du kannst gehen. Tschüss.

- Sind Sie fertig? - Klar bin ich fertig. Steig schon aus!

Weiter geht's.

- Hey, du Schwuchtel! - Glotz den Arsch von deiner Mutter an!

Ach, du meine Güte! Heute Abend steht richtig viel Arbeit an.

- Was für tolle Hechte. - Hallo, Schätzchen.

Freie Auswahl!

Hey, du! Ja, ich meine dich, Prinzessin. Steig mal kurz ein.

Los, steig ein.

Hey, Pfoten weg. Der gehört mir.

Schauen Sie sich jetzt mal dieses Prachtexemplar an.

Man nennt ihn „Prinzessin“, aber sein wahrer Name ist Otello Palumbo.

Klar, für viele ist es anstößig, und auch mir dreht sich bei gewissen Anblicken der Magen.

Ach, komm...

Die Leute schreiben auch den Zeitungen, und fragen sich, wieso das Polizeipräsidium...

... ein solch unflätiges Treiben erlauben kann.

Nun, ich werde Ihnen mal die Geschichte dieses jungen Mannes erzählen.

Dieser junge Mann verdient seinen Lebensunterhalt...

... mit dem Schweiß seines verlängerten Rückgrats.

Er bessert sein Gehalt zudem damit auf, indem er große Persönlichkeiten erpresst...

... die ähnliche Vorlieben haben.

Manchmal gehen diese Persönlichkeiten auf die Erpressungen ein, und sagen nichts.

Hin und wieder fassen sie sich aber auch Mut, und zeigen ihn an.

Aber da dieser warme Bruder - nichts für ungut-

Ach, i wo.

Dieser warme Bruder hatte mal das „Glück“...

... dass das Sittendezernat ihn in flagranti mit einem Minister erwischt hat.

Daher droht er immer damit, mit dieser Geschichte nach außen zu gehen.

So verschwinden die Anzeigen, die Richter werden befördert...

... und die fleißigen Beamten riskieren, nach Sardinien versetzt zu werden.

- Wär ja auch mal an der Zeit. - So ist das. Die Show ist vorbei.

- Danke, Prinzessin. Du kannst gehen. - Gute Nacht.

- Ihr auch. - Schönen Abend, Kommissar.

- Schönen Abend. - Schönen Abend.

Na los.

- Habt ihr den Schnucki gesehen? - Schade, dass sie wegfahren.

- Hey! Wiedersehen! - Beehren Sie uns mal wieder, Kommissar.

Die waren aber süß!

Hinter den Wänden dort sind zirka 2.000 Häftlinge...

... die auf ihre Gerichtsverhandlung warten.

Diebe, Zuhälter, Bankrotteure, Mörder, Denunzianten, Bankräuber, und so weiter.

Um jeden von ihnen der Justiz zu übergeben, musste die Polizei, wie man so schön sagt...

... sich im Schweiße ihres Angesichts abmühen.

Nun, wie viele von denen erhalten wohl Ihrer Meinung nach einen regulären Prozess...

... und werden rechtskräftig verurteilt? Ich sag's Ihnen: 10%, wenn's hochkommt.

Denn die Richter ziehen das Ganze, in Absprache mit den Anwälten, in die Länge.

Sie warten auf die nächste Amnestie, die uns dann früher oder später...

... auf einen Schlag 2.000 Verbrecher beschert, die da drin ihr Handwerk perfektioniert haben.

Wie Sie wissen, ist der Knast die „Universität des Verbrechens“.

Dottor Bertone hat uns auf eine schöne Spazierfahrt mitgenommen...

... aber er vergisst eine Sache.

Erzählen Sie uns doch, wieso die Staatsanwaltschaft Sie anklagt...

... einen Festgenommenen misshandelt zu haben?

Ich muss Ihnen etwas über die Justiz in Italien sagen.

Sie können ruhig schreiben, dass sie in puncto Misshandlung seltsam vorgeht.

Sie stellt sie unter Anklage, und schenkt einem Vorbestraften Glauben.

Das ist aber noch nichts.

Sie entlässt nämlich Nonnen aus der Haft, die Kinder ans Bett fesseln.

Schreiben Sie das ruhig. „Gezeichnet, Bertone.“

Kommen Sie, Chef. Sehen Sie sich das mal an.

- Warst du das? - I wo, ich habe ihn nicht angerührt.

Ich habe ihn so vorgefunden und habe einen Spitzel angerufen.

Der sagte mir, der Typ hier wüsste etwas über das Motorrad.

- Er ist wohl ein Geschäftemacher. - Bertone, hier ist das Motorrad.

Sie haben das Kennzeichen abmontiert und die Fahrgestellnummer entfernt.

Wenn der Typ nicht redet, dauert es ewig, den Besitzer ausfindig zu machen.

Ist gut, niemand soll etwas anfassen, bis die von der Spurensicherung da sind.

In Ordnung.

Behandelt ihn gut, als sei er das Christkind persönlich.

Ich brauche ihn.

Behaltet ihn gut im Auge.

Gehen wir. Und verständigt die Staatsanwaltschaft.

Guten Tag.

Also, wieso war das Motorrad unter einer Abdeckung versteckt?

Hör zu, jede Minute, die verstreicht, könnte dich ein Jahr mehr im Knast kosten.

Also, wem gehört das Motorrad?

Ich habe es euch bereits gesagt, woraufhin ihr mich kaputt geschlagen habt.

- Nochmal legt ihr mich nicht rein. - Waren sie es, die dich so zugerichtet haben?

- Wer ist denn das schon wieder? - Der stellvertretende Staatsanwalt Ricciuti.

- Hören Sie, Dottor Ri... - Beantworte meine Frage!

Wer hat dir die Verletzungen zugefügt?

Dottor Ricciuti, ich ermittle wegen zweifachen Mordes und Menschenentführung!

Ein Mädchen ist in der Hand eines Mörders, der zu allem fähig ist!

- Lassen Sie mich jetzt meine Arbeit machen? - Machen Sie weiter, Dottor Bertone.

Ich warne Sie aber, ich werde überprüfen, wer den Mann so zugerichtet hat.

Ich frage dich ein letztes Mal. In einer Stunde weiß ich ohnehin, wem das Motorrad gehört.

Dann hast du die Chance verspielt, eine Anklage wegen Beihilfe zu vermeiden.

Mit euch rede ich nicht. Ich sag es dem Richter da.

Das Motorrad gehört einem gewissen Mario.

- Mario, und weiter? - Sag schon.

Ich weiß nicht, wie er mit Nachnamen heißt.

Gut, und wo wohnt er?

In der Via Tuscolana, in der Nähe der Straßenüberführung.

Und was macht er beruflich?

Er schlägt sich durch.

Das sind dürftige Informationen. Wie soll ich so einen Mario finden?

Fragt nach dem, der als Statist in Westernfilmen mitspielt.

- Jeder kennt ihn. - Gehen wir.

Wegen diesem Hinweis krieg ich jetzt sicher Ärger.

- Also, wer hat dich so zugerichtet? - Zwei Bullen.

- Die von eben? - Nein, es waren zwei andere.

Sie haben mich verprügelt, und verschwanden blitzschnell...

... als ich ihnen sagte, wem das Motorrad gehört.

Aber es waren zwei merkwürdige Polizisten.

Nichts, drüben ist keiner.

- Nun, Signora, wo ist Mario? - Das wisst ihr doch besser als ich.

Wir haben ihn nicht verhaftet. Wie oft soll ich das noch wiederholen?

Jedenfalls waren zwei Typen da und haben ihn mitgenommen.

Was wollt ihr jetzt von uns?

Jemand ist uns offensichtlich zuvorgekommen.

- Erst beim Mechaniker und jetzt hier. - Vielleicht die Carabinieri?

- Gut, bring sie ins Polizeipräsidium. - Los, Signora, wir chauffieren Sie gratis.

Ach, sollen wir etwa bezahlen, um eingebuchtet zu werden?

- Gehen wir. - Na los doch.

Hey, runter mit den Pfoten!

In keinem Kommissariat weiß man etwas.

Dann frag auch bei den Carabinieri nach.

Also, wer waren die Typen, die ihn mitgenommen haben?

- Kommissar, es waren Polizisten. - Sie sagten, sie seien von der Polizei.

Hier spricht Kommissar Santalamenti von der Mordkommission.

Ich bräuchte eine dringende Auskunft.

Haben Sie einen gewissen Mario Staderini, wohnhaft in der Via Tuscolano 840, verhaftet?

- Mario Staderini? - Ja.

Einen Moment, ich sehe mal nach.

Also, Signora, nochmal das Ganze. Versuchen Sie sich, genau zu erinnern.

Diese Typen haben angeklopft, und sagten: „Polizei“. Richtig?

- Die Kleine ging aufmachen. - Ich bin keine „Kleine“?

Ja, gut, Entschuldigung. Das Fräulein ging aufmachen. Okay?

- Sie traten herein. - Sind Sie sich sicher?

- Denn es ist wichtig. - Möchten Sie, dass wir es erneut überprüfen?

Du sagtest, du hättest sie genau gesehen. Dann kannst du sie uns ja beschreiben.

Wie sahen sie aus? Waren sie groß, klein, dünn, dick?

- Die Carabinieri waren's nicht. Was tun? - Was will man tun?

Frag mal beim Rauschgiftdezernat nach. Vielleicht hat er ja Drogendelikte begangen.

Also?

- Keine Ahnung, es waren zwei Typen. - Das habe ich verstanden.

Aber was haben sie mit Mario gemacht? Haben sie ihn geschlagen?

- Und ob sie das getan haben. - Chef, ich habe Fotos gefunden.

- Ich meine, Fotos von Staderini. - Ja.

- Ist es das? - Ja, das ist er.

Sieh mal.

Bald hat es sich für ihn ausgeblödelt.

Der Gruppenführer der Komparsen, von dem ich die Bilder habe, kennt ihn gut.

Er hat aus dem Nähkästchen geplaudert. Dieser Mario ist Handtaschenraub-Spezialist.

Darum darf er nicht mehr beim Film arbeiten.

Die Schwester geht auf dem Strich, die Mutter verwaltet die Einnahmen.

- Eine italienische Bilderbuchfamilie... - Gut, schick sie nach Hause.

Lass 1.000 Kopien davon machen und sie verteilen, auch an die Presse.

- Befrag auch die Augenzeugen der Raubtat. - Ja.

Santalamenti?

- Was hältst du von dem Ganzen? - Wir bewegen uns endlich von der Stelle.

Ja, aber scheinbar kommt jemand anders schneller voran.

Dürfte ich erfahren, wo zum Henker ihr mich hinbringt?

Seid ihr etwa ein Team von Taubstummen?

Wo bringt ihr mich denn hin? Hey, ich will einen Anwalt!

Habt ihr verstanden? Einen Anwalt!

Hände weg von mir!

Glaubt ihr echt, ihr macht mir Angst, mit dieser blöden Masche?

Wenn du willst, kannst du jetzt ein Gebet sprechen.

Was habt ihr denn vor?

Was tut ihr da? Was habt ihr mit mir vor?

Nein, bringt mich nicht...

Nein! Nein!

Feuer!

Eine Abrechnung, wie sie im Buche steht.

Sie haben wohl zu fünft oder sechst mit 9 x 19 mm-Pistolen auf ihn geschossen.

Es gleicht einer Hinrichtung von einst, wie sie im Buche steht.

- Trauern Sie der Todesstrafe nach? - Ich kümmere mich nur um die Delikte.

Mit den Strafen habe ich nichts am Hut.

Aber... Verzeihung, vielleicht erinnern Sie sich auch daran:

Plädierte nicht erst kürzlich jemand in Italien für die Wiedereinführung der Todesstrafe?

- Haben Sie eine konkrete Idee, Kommissar? - Nein, nur eine vage Vermutung.

Das Ganze riecht doch sehr nach Fanatismus.

Na ja, das wäre dann doch eine weit hergeholte Erklärung.

Vielleicht wollte er seine Freunde verraten, und die haben ihm das Maul gestopft.

In Rom? Das wäre seltsam. Das ist nicht die Art der Unterwelt Roms.

Die Ermittlungen des Erkennungsdienstes und der Bescheid des Gerichtsarztes bestätigen...

... dass der Gangster von der Piazza dei Fornari an der Tiberpromenade...

... von einem wahrhaftigen Exekutionskommando getötet wurde.

Man erhofft sich jedoch durch den Fund der Leiche...

... wertvolle Anhaltspunkte über die Identität des anderen Raubmörders zu erhalten.

Letzterer hält sich immer noch versteckt, mit einer jungen Frau als Geisel.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Francesco Bettarini auf Kaution freigelassen.

Das ist der Vorbestrafte, der im Anschluss an den Raubüberfall festgenommen wurde...

... weil er eine Pistole bei sich trug.

Das ballistische Gutachten hat ihn vollkommen entlastet.

Wir erinnern uns, dass Bettarini...

Hey, was gibt's? Was wollt ihr denn? Wer seid ihr?

Bettarini war es auch, der den Leiter der Mordkommission...

- Ich habe verstanden. Ist gut. - Nun die anderen Nachrichten.

- Ist gut. - In der Gegend um Viterbo hat ein Erdrut...

Nicht schon wieder! Langsam geht ihr einem auf den Sack!

Ihr geht einem echt auf den Sack!

Wie oft soll ich noch sagen, dass ich an dem Tag nicht an der Piazza dei Fornari war?

- Ich war da nicht! - Es geht nicht um die Piazza dei Fornari.

Was wollt ihr dann?

Du hast den Nachtwächter des Fotogeschäfts umgebracht.

Hast du das etwa vergessen?

Habt ihr vergessen, dass ich bereits zweimal freigesprochen worden bin?

Eine rechtskräftige Entscheidung. Wisst ihr, was das heißt?

Was denn?

Dass man für dasselbe Verbrechen nicht zweimal belangt werden kann.

Das heißt es.

Wenn ihr etwa jetzt auf die Idee kämt, zu sagen, dass ich es gewesen bin...

- ... könntet ihr mir nichts mehr anhaben. - Wieso sagt du es uns dann nicht?

- Das würdet ihr gern wissen, was? - Wir würden es nicht gern wissen.

Wir wissen es.

Was wisst ihr?

Was wisst ihr denn?

Wo sind wir denn?

Wo gehen wir denn hin? Wo bringt ihr mich hin?

Hilfe!

Wer seid ihr denn? Was habt ihr mit mir vor?

Nein.

Nein! Nein!

Was habe ich denn getan?

Nein! Nein! Was habe ich euch getan? Was habe ich euch denn getan?

Nein! Lasst mich gehen! Habt doch Mitgefühl!

Welchen Zusammenhang siehst du zwischen den Morden an diesem Mario und Bettarini?

Nun, bis jetzt nur den Zusammenhang, dass beide Mörder waren.

Und zufällig sind es beides Mörder, die der Justiz entkommen sind.

Hör mir gut zu.

Angenommen jemand will zeigen, dass unser demokratisches System...

... die Unterwelt nicht in Schach halten kann, und nimmt sich entsprechend vor...

... auf seine Weise reinen Tisch zu machen; was glaubst du, würde er dann als Erstes tun?

Genau das. Es schnappt sich die ersten beiden Schurken...

... die zuletzt die Verbrechensschlagzeilen beherrscht haben und macht sie kalt.

Und zwar, um ein Exempel zu statuieren, und um die Öffentlichkeit wachzurütteln.

Na, hast du die Bombe platzen lassen? Und wenn es ein Fehler war?

Die Journalisten wollten meine Meinung, und ich habe sie kundgetan.

Wenn der Polizeichef morgen die Zeitung liest, trifft ihn der Schlag.

Was heißt hier „Anonima Anticrimine“, „Anonyme Verbrechensbekämpfung“?

Wie kommen Sie dazu, solche Sachen zu sagen?

Als ob die Presse nicht schon genug Unfug schreiben würde.

Verzeihen Sie, aber das ist meine Meinung. Und diese habe ich vor der Presse geäußert.

Wie schön für Sie, Bertone, dass Sie immer so unverfroren sind.

Aber was soll ich jetzt dem Polizeichef sagen?

Ich habe alle Zeitungen gelesen. Es ist wirklich lächerlich.

Erst die Mafia in Sizilien, dann die „Anonima Sequestri“ in Sardinien...

... und jetzt diese „Anticrimine“ in Rom. Erklären Sie's dem Minister.

Bitte, treten Sie ein. Wir haben leider nicht viel Zeit, da ich gleich weg muss.

Ich kann nur wenige Minuten bleiben.

Sie können gehen.

Ich will gleich klarstellen, dass die Regierung diese unglaubliche Geschichte zurückweist.

Die Polizei ebenso.

Aber ich persönlich bin besorgt.

Das Problem existiert.

Die Menschen hier stehlen, töten und begehen Raubüberfälle.

Die Versuchung, Selbstjustiz auszuüben, besteht seit geraumer Zeit.

Herr Minister, Sie wissen, wie die Dinge stehen.

Sie wissen auch, dass uns von der Polizei die Hände gebunden sind.

- Ändern Sie das, und Sie werden sehen... - Was meinen Sie damit?

Wir befinden uns in einer Notlage. Es müssen entsprechende Maßnahmen her.

- Zum Beispiel? - Wenn wir etwa gewisse Rechte aufheben...

... die das Gesetz bei Festnahmen und Vernehmungen vorsieht.

Innerhalb von 24 Stunden wird sich der Unterschied bemerkbar machen.

Die Polizei verfügte einst über eine außerordentliche Macht.

Das machte den Kriminellen das Leben schwerer. Das ist richtig.

Aber anständigen Bürgern machte es das Leben zur Hölle.

Dottor Bertone...

Man sagt, Sie glauben wirklich an die Existenz dieser Organisation.

Unabhängig davon, ob diese Organisation existiert oder nicht...

... glaube ich, dass eine noch nie dagewesene Gewaltwelle im Anmarsch ist.

- Und, wollt ihr euch vergnügen? - Steig ein.

Ach, ihr seid zu viert? Ihr wisst aber schon, dass das mehr kostet?

Und? Ihr sagt ja nichts...

ROM IST AUCH DEINE STADT- HILF UNS, SIE SAUBER ZU HALTEN

- Du beharrst also darauf... - Ich bitte dich ja nicht, es umsonst zu tun.

Du bist nett zu mir, dann bin ich nett zu dir. Aber das Geld im Voraus geht nicht.

Ach ja? Gut, wenn du nicht erst die Kohle rausrückst, kannst du's vergessen.

Verstanden? Das ist doch echt nicht zu fassen.

Ich bezahl dich doch auch. Und nicht zu knapp.

Ach, du gehst mir echt auf den Sack! Wie oft soll ich es noch sagen?

Erst das Geld, sonst läuft nichts.

- Hey, du! - Wer, ich?

- Komm mal her. - Ach, er. Er meint dich. Geh schon.

Ja, genau du.

- Was wollt ihr? - Los, beweg dich, wir haben's eilig.

Wer seid ihr?

Seid ihr etwa die Sittenpolizei? Wie viel wollen Sie, um mich laufen zu lassen?

Ich kann bezahlen.

Du bist widerlich!

Was heißt da, „du bist widerlich“?

Ich hab doch nichts Schlimmes verbrochen.

Sind Sie sich sicher? Ich hab doch nur mit dem Jungen geredet...

- Guten Tag, Dottore. - Hallo.

Das waren wieder die, die Rom „säubern“ wollen, was?

In Ordnung, das reicht. Bedeckt ihn jetzt.

Ich habe verstanden. Die „Anticrimine“ war das also.

Hören Sie, Bertone, Sie sind doch der Leiter der Mordkommission.

Wissen Sie etwa nicht, wie viele Prostituierte in Rom seit Kriegsende umgebracht wurden?

Und wie vielen Päderasten dasselbe Schicksal ereilte?

Na gut. Aber bei diesem dritten Getöteten ist es etwas Anderes.

Erinnern Sie sich an den Arbeiter Pietro Nardini, der verdächtigt wurde...

... einen Polizeibeamten getötet zu haben?

Das war bei einem Zusammenstoß während eines Streiks.

Nun, er ist das Opfer.

Wir bewegen uns also nicht mehr im Bereich der Verbrechensschlagzeilen...

... sondern das Spektrum erweitert sich.

Ja, im Bereich der Mutmaßungen. Ohne, dass es dafür einen Nachweis gibt.

Aber was...?

Ja gut, ich verstehe. Danke. Verzeihen Sie die Störung.

Lieber Bertone, ich gehe mit Ihnen konform. Ihre Theorie ist nicht aus der Luft gegriffen.

Es muss diese Organisation geben.

Und ich halte es für offensichtlich, dass sie wie ein echter Geheimbund vorgeht.

Natürlich können solche Organisationen, wie etwa auch die Mafia...

... keine halben Strafen verhängen.

Sie können also keine halben Sachen machen, wenn sie jemanden bestrafen wollen.

Sie werden den Grund verstehen.

Sie sind perfekt organisiert, aber nicht mit dem Staat gleichzusetzen.

Sie verfügen nicht über Gefängnisse.

Darum müssen sie, wie heute Nacht, die Höchststrafe, also Todesstrafe, anwenden.

Gut, aber wieso ausgerechnet diese drei Opfer?

Nun, ich finde das alles recht eindeutig.

Die Auswahl der Opfer in diesem Fall ist rein symbolischer Natur:

Die Prostituierte, die an jeder Straßenecke das Stadtbild besudelt.

Der Päderast, der junge Menschen verdirbt.

Und schließlich haben sie sich einen Extremisten vorgeknöpft.

Ein aktenkundiger Umstürzler, stets bereit, die bestehende Ordnung anzugreifen...

... und der zudem verdächtigt wird, einen Polizisten getötet zu haben.

Und vergessen Sie nicht das Plakat:

„Rom ist auch deine Stadt- Hilf uns, sie sauber zu halten.“

Sie wollten ein Exempel statuieren.

Eine etwas drastische Maßnahme, die ihren Zweck wohl erfüllt haben dürfte.

- Hallo. - Hallo.

Dann erzähl mal. Vielleicht schaffe ich es noch, die Zeitung anzurufen.

Nein, ich kann dir keinen Exklusivbericht zu den drei Taten von heute Nacht geben.

Das wäre nicht fair deinen Kollegen gegenüber.

Aber wir könnten einen Deal vereinbaren, und du dir so einen Exklusivbericht verdienen.

Wie du weißt, habe ich mich in dieser Angelegenheit weit aus dem Fenster gelehnt.

Aber ich glaube, dass ich Recht habe.

Wenn du mir gewisse Informationen besorgst, garantiere ich dir einen journalistischen Coup.

- Einen richtig großen. - Worum geht es denn?

Hör zu...

Vor einiger Zeit hat eine Rechts-Zeitung einen Artikel mit einer Umfrage veröffentlicht.

Dabei ging es um die Notwendigkeit, die Todesstrafe in Italien wiedereinzuführen...

... um die Kriminalität einzudämmen. Erinnerst du dich?

Ja, ich erinnere mich genau daran.

Der Verfasser ist ein Freund von mir - von politischen Ansichten mal abgesehen.

Nun, laut der Zeitung wurde eine Reihe von bedeutenden Persönlichkeiten interviewt...

... die aber nicht genannt werden wollten.

Jedenfalls, ich möchte diese Namen wissen.

Wenn ich meine Leute zu der Zeitung schicke, würde der Zeitungsdirektor sie fortjagen.

Daher muss ich unauffällig vorgehen.

Normalerweise werden die Originalberichte im Archiv aufbewahrt.

Vielleicht stehen die Namen im Originalbericht drin.

Ich will wissen, zu welchen Spendenaktionen die Zeitung die letzten Jahre aufgerufen hat.

Ferner brauche ich eine Liste von Geldgebern und die jeweiligen Summen...

... die Personen, Bewegungen, Einrichtungen, etc. erhalten haben.

Ich weiß nicht, ob ich es mache. Als Journalistin arbeite ich nicht für die Polizei.

Ah...

Dann sieh mal her...

Erinnerst du dich an Pietro Nardini?

Und ob.

Er wurde des Mordes an einen Polizisten beschuldigt.

Man verurteilte ihn nicht, da das Ganze aufgebauscht zu sein schien.

Gut.

Scheinbar ist da jemand anderer Ansicht.

Er ist einer der drei Mordopfer von heute Nacht.

Er ist eingetroffen.

Sachte mit den Fragen. Zurzeit ist er ein wenig angespannt.

Wer befragt ihn zum Plakat?

- Haben Sie schon Hinweise? - Bis dato nur recht spärliche.

Ein schwarzes Auto mit falschem Kennzeichen und vier dunkel gekleidete Männer...

... mit recht vagen Merkmalen.

Interessante Sache, das mit dem Plakat:

„Rom ist auch deine Stadt- Hilf uns, sie sauber zu halten.“

Bertone, es ist doch nicht der Bürgermeister, der das Ganze in Auftrag gibt?

Keine Bestätigung oder ein Dementi vom Leiter der Mordkommission.

Haben Sie eine Theorie bezüglich der „Plakatmorde“?

Theorien brauchen wir in unserer Branche nicht.

Wie viele Leute hat die „Anonima Anticrimine“ bis dato kalt gemacht?

Stimmt es, dass eine Reihe von Gesuchten sich freiwillig gestellt hat?

Fühlen die sich etwa in einer Arrestzelle wohler?

Immer wenn es ein Erdbeben gibt, verlassen die Ratten die Kanalisation.

Kommen Sie doch mal mit. Ich zeig Ihnen einen alten Bekannten.

Folgen Sie mir. Da ist er auch schon.

Das ist die letzte Ratte, die die Kanalisation verlassen hat.

- Erinnern Sie sich alle an ihn? - Aber das ist doch Raf Valenti.

- Ja, das ist er. - So ist es.

Seit 2 Jahren war ich auf der Jagd nach ihm: Bewaffneter Raubüberfall und Mord.

Na, Valenti, wie fühlst du dich am Rockzipfel von Mutter Polizeistation?

Valenti...

... du riskierst eine lebenslängliche Freiheitsstrafe.

- Wieso hast du dich gestellt? - Das kann ich Ihnen sagen.

Heute Nacht hat man versucht, ihn wie die anderen um die Ecke zu bringen.

Aber es ist ihm gelungen, zu entwischen, und ins Polizeipräsidium zu flüchten.

Er sagt, er will lieber im Knast an Altersschwäche sterben...

... als sich wie ein Huhn den Hals umdrehen lassen. Stimmt's, Valenti?

- Kommt er ins Gefängnis Regina Coeli? - Fürs Erste nicht.

Valenti und ich haben uns eine Menge zu erzählen.

- Du hast mich gerufen. Was gibt's? - Ach ja.

Ich hab das Phantombild von dem Typen, der dem Schwulen das Genick gebrochen hat.

Der Stricher hat ihn genau gesehen, und sagt, es ähnelt dem Typen. Hoffentlich.

- Vertraust du jetzt etwa Phantombildern? - Es ist der einzige Anhaltspunkt, den ich hab.

Es ist der erste Fehler, den die Organisation gemacht hat.

- Welchen Fehler? - Den jungen Kerl nicht zu töten.

Sofern es ein Fehler ist.

Zentrale, verstanden.

Dottore, diesmal schnappen wir den Mörder von der Piazza dei Fornari.

Wir haben einen Hinweis erhalten und das Versteck ausfindig gemacht.

- Und wo ist er? - Am Lungomare Traiano, in Ostia.

Geh mal nachsehen.

Ein Typ hat das Mädchen von außen erkannt, woraufhin Derenza die Stellung bezog.

Er sagt, er sei sich seiner Sache sicher.

Schnapp dir 50 Männer und lass den Komplex vom örtlichen Kommissariat absperren.

Die sollen nichts unternehmen, bevor ich eintreffe.

Benachrichtigt den Polizeipräsidenten und den Staatsanwalt.

Achtung, Zentrale ruft das Kommissariat von Ostia!

Achtung, Zentrale ruft das Kommissariat von Ostia!

Die wollen mich reinlegen.

Verfluchte Scheiße!

Diese Hurensöhne! Die haben das ganze Militär hergeschickt.

Was willst du jetzt noch tun? Gib doch auf.

Spinnst du? Bereit dich lieber mal auf deinen Part vor.

Na los, auf geht's.

- Zurücktreten, es ist gefährlich! - Los, zurücktreten!

Da drüben ist er.

- Na, endlich. Ich habe auf Sie gewartet. - Was haben Sie vor?

Zuerst fordere ich ihn auf, sich zu ergeben. Treten Sie zurück.

Nein, ich bleibe hier. Vorwärts.

Hier spricht Kommissar Bertone.

Du bist umzingelt. Du hast keine Chance zu entkommen.

Lass erst das Mädchen frei, und komm dann mit erhobenen Händen raus.

Du hast zwei Minuten Zeit.

Und was gedenken Sie zu tun, wenn die zwei Minuten vorbei sind?

- Riskieren. - Was, auf dem Rücken des Mädchens?

Was soll ich sonst tun? Der Typ ist in Freiheit jederzeit in der Lage, ein Blutbad anzurichten.

Würden Sie das Risiko auch eingehen, wenn Ihre Tochter dort drin wäre?

- Die zwei Minuten sind um. - Dann mal los.

- Chef, soll ich gehen? - Nein, du bleibst hinter mir.

Bertone, Sie übernehmen eine große Verantwortung.

Das weiß ich!

Nicht schießen!

Er will einen Polizeiwagen vor die Tür gestellt haben.

Ein einzelner unbewaffneter Polizist soll ihn vorfahren.

Er soll sich dann sofort entfernen, und die Wagentür offen lassen.

Niemand soll uns folgen, sonst bringt er mich um!

Haben Sie gehört? Er will sogar eine Kutsche vor der Haustür.

Jetzt stelle ich Ihnen die Frage: Was wollen Sie tun?

- Wir müssen tun, was er verlangt. - Aber dann nimmt er das Mädchen mit...

... und wir fangen wieder von vorne an. Wenn wir's versuchen, sind die Chancen 9:1.

Sie können auf Ihr Leben Wetten abschließen, aber nicht auf das von anderen.

Man darf nicht mehr mit ihnen verhandeln. Ansonsten können wir einpacken.

Wenn wir weiter auf Erpressungen eingehen, sind wir Geiseln in den Händen der Unterwelt.

Achtung!

Hier spricht der stellvertretende Staatsanwalt. In Ordnung, wir akzeptieren die Bedingungen.

Ein unbewaffneter Polizist wird allein den Wagen vor die Tür fahren.

Vorwärts.

Esposito, mach du das.

Wir haben ihn mit dem Teleobjektiv fotografiert.

- Seht nach, ob er aktenkundig ist. - Ist gut.

Also dann.

Es gab keine andere Wahl. Wir konnten nicht das Mädchen opfern.

- Das hatte keiner vor. - Jedenfalls ist sie fürs Erste außer Gefahr.

Fürs Erste...

Achtung, ich wiederhole! Achtung, ich wiederhole!

Er ist mit seiner weiblichen Geisel unterwegs. Er ist bewaffnet und identifiziert.

Es handelt sich um Michele Settecamini, 20 Jahre alt, gefährlich und vorbestraft.

Er ist 1,75m groß, schlank, und hat lange schwarze Haare.

Festnahme am 17.2.1969 wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

Er bekam drei Monate Haft.

Festnahme am 2.4.1970 wegen Verdachts auf Besitz und Handel mit Drogen.

Entlassen.

Festnahme am 23.11. letzten Jahres wegen Verdachts auf...

... Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung und mehrfachem Diebstahl.

Entlassen aus Mangel an Indizien.

Hübsches Register.

Der Polizeipräsident hat bereits zirka zehn Mal versucht...

... eine Sicherheitsverwahrung für ihn beim Richter zu beantragen. Ohne Erfolg.

Dottore, da ist jemand am Apparat, der seinen Namen nicht nennen will.

Er möchte nur mit Ihnen sprechen.

Ist gut, stell ihn durch.

Hallo?

Bertone, hör zu, wenn du vorhast, uns zu stören, irrst du dich.

Ach ja?

- Wer ist denn dran? - Sagen wir mal, die „Anonima Anticrimine“.

Wie du weißt, nennen uns die Zeitungen so.

Ah...

- Dann hör mal gut zu... - Nein, hör du mir zu.

Wir haben nichts gegen dich.

Wir erledigen nur die Arbeit, die man euch von der Polizei nicht tun lässt.

Ich habe schon viele Verbrecher in den Knast gesteckt.

- Und mit euch tue ich dasselbe, keine Sorge. - Vergiss es.

Wir sind stark. Viel stärker als du denkst.

Wir kommen überall hin, Bertone. Ein Beweis gefällig?

- Und zwar? - Grüß Raf Valenti von mir.

Hallo?

Hallo?

Wir konnten ihn nicht orten. Er hat aus einer Telefon...

- Wo ist Valenti? - Unten im Parterre.

- Ist Valenti noch dort? - Ja, er isst gerade.

- Das Essen kam aus der Trattoria. - Mach auf!

Sie haben ihn vergiftet.

Unfassbar, da war soviel Zyanid drin, um einen Elefanten kalt zu machen.

Hör zu, unsere Leute sagen, diese „Anticrimine“ kommt uns doch gelegen.

- Was soll das heißen? - Es war an der Zeit, reinen Tisch zu machen.

- Das erspart uns eine Menge Ärger. - Die kriegen Ärger mit mir...

... wenn sie weiter solchen Unfug daherreden.

Sie sollen sich um ihre Arbeit kümmern, sonst mach ich noch reinen Tisch.

Nicht zu fassen, was ich da...

Entschuldige, aber gewissen Dinge solltest du wissen.

Drüben sind alle einer Meinung.

Sie sagen, sie haben keine große Lust, etwas gegen diese Leute zu unternehmen.

Sie haben keine Lust?

Hört mal her! Was ist hier los?

Worauf habt ihr keine Lust?

Santalamenti hat mir einige Dinge erzählt, die mir gar nicht gefallen!

Leite ich hier eigentlich eine Truppe von Polizisten oder von Hosenscheißern?

Hört mir gut zu, denn das ist das letzte Mal, das ich über diese Sache spreche.

Für mich, und damit auch für euch, ist diese „Anonima Anticrimine“...

... oder wie sie zum Henker heißt, nur eine Verbrechervereinigung...

... die eine nicht endende Reihe von Morden auf dem Gewissen hat!

- Verstanden? - Verzeihung...

Ich hab dich nicht nach deiner Meinung gefragt!

Ich werde jeden einzelnen von euch nach Sardinien versetzen...

... wenn ich weiterhin solch einen Unfug höre!

Ist das klar?

An die Arbeit, Jungs. An die Arbeit.

Wagen 9, verstanden. Wagen 9, verstanden.

Und?

Er ist mit einem gestohlenen Motorrad und dem Mädchen auf der Flucht.

- Wo hat man ihn gesehen? - Im EUR-Viertel.

Halt an! Ich hab jetzt genug!

Halt an!

Hier spricht Bertone.

Vorsicht, Jungs, ihr wisst, wer der Typ ist. Wir dürfen uns keinen Fehler erlauben.

Verfolgt ihn weiter, ohne zu dicht an ihn heranzufahren.

Wir errichten derweil weitere Straßensperren.

Er fährt Richtung Ostiense. Der Verkehr nimmt zu.

Sollen wir ihn stellen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet?

Aber ohne Waffengebrauch.

- Auch wenn er schießt? - Auch dann nicht!

Halt jetzt an! Es hat doch keinen Sinn!

Sei still!

Wir sind auf der Via del Mare, und haben eben Kilometer 10 passiert.

Er fährt schnurstracks auf die Straßensperre von Ostia zu.

Bleibt an seinem Hinterrad.

Achtung, Santoro!

Wenn er jetzt abbiegt, kommt er direkt auf dich zu!

Wagen 9 ruft Zentrale! Wagen 9 ruft Zentrale!

Wir sind jetzt auch hinter ihm.

Wir sind auf der Umgehungsstraße zum Flughafen.

In Ordnung, Jungs. Denkt an die zahlreichen Seitenstraßen!

Wir müssen ihn jetzt schnappen, sonst war's das.

Wir sind direkt hinter ihm.

- Halt an! Du bist eh aufgeschmissen. - Das sagst du.

Nein! Nein!

Nein! Nein!

Nein!

Hallo, hier spricht die Zentrale. Meldet euch.

Hallo! Meldet euch. Man hört nichts mehr.

Hallo, hier spricht Bertone! Meldet euch!

Ich habe davon gehört. Es tut mir leid.

Zu viel Blut, selbst für einen, der meinem Beruf nachgeht.

Die Presse wird euch morgen vorwerfen, den Tod des Mädchens zu verantworten.

Sie werden sagen, ihr tötet Unschuldige, und lasst die Schuldigen davonkommen.

Das Schlimmste ist, dass es auch meine Männer wissen.

Wenn sie diesen Settecamini zu fassen kriegen...

... lassen sie ihn nicht am Leben.

Ich hab alles gefunden.

Die Namen derer, die man zur Todesstrafe befragt hat.

Die Liste mit den Spendenaktionen, usw.

Ich glaube, ich fange allmählich an zu verstehen.

Ich habe Dottor Bertone wichtige und dringende Mitteilungen zu machen.

- Sagen Sie's mir. - Nein, ich muss mit ihm reden.

Diese Informationen würden vielen den Posten kosten.

- Anwalt Armani ist hier draußen. - Und was will er?

- Das will er nur dir sagen. - Gut, einen Moment.

- Dann gehe ich lieber mal. - Ja, tut mir leid. Sandra...

Du hast ganze Arbeit geleistet. Danke.

Behalt die Informationen für dich. Mit diesen Leuten ist nicht zu spaßen.

Bis morgen. Tschüss.

- Auf Wiedersehen. - Schick ihn rein.

Treten Sie ein.

- Gestatten Sie? - Bitte.

Verzeihen Sie die ungewohnte Stunde.

Setzen Sie sich.

Es geht um Settecamini.

- Wieso, sind Sie auch der Anwalt von dem... - Mein Klient ist am Ende seiner Kräfte.

Er ist von Panik erfasst.

Kurzum, er kann nicht mehr.

- Er will sich also stellen? - Genau.

Ich hoffe, Sie sind mir dankbar. Es war nicht leicht, ihn zu überzeugen.

- Gut, bringen Sie ihn her. - Oh nein, Kommissar.

Mein Klient will sich stellen, und nicht Selbstmord begehen.

- Was soll das heißen? - Wir fordern Zusicherungen.

Allen voran wollen wir keinerlei Leute dabei haben.

- Fürchten Sie etwa Publicity? - Ach, kommen Sie, Herr Kommissar.

Es liegt Lynchjustiz in der Luft, und Sie wissen das besser als ich.

In Ordnung.

Es werden nur meine Männer anwesend sein, einverstanden?

Nein, Kommissar, damit bin ich nicht einverstanden.

Wir haben auch vor Ihren Männern Angst.

Sie sind sehr gereizt, und ein Schuss ist schnell mal abgefeuert.

In diesen Zeiten wird schnell mal kurzer Prozess gemacht...

Herr Anwalt, was fordern Sie für den Gauner? Ein Komitee vom Roten Kreuz?

Nein, Sie sollen ihn sich selbst holen kommen. Ganz allein, ohne Geleitschutz.

Sie werden dafür sorgen, ihn lebendig zur Staatsanwaltschaft zu bringen.

Ohne Zwischenstopp auf dem Polizeipräsidium.

Wo ist er?

Es steht alles hier drin geschrieben.

Wagen 5 ruft Wagen 6. Wagen 5 ruft Wagen 6.

Santalamenti, hörst du mich?

Was ist, Bertone? Over.

Verzieh dich jetzt. Ich sagte dir, ich muss das alleine machen.

Herrgott, was tust du da? Du kannst da nicht allein hin.

Zieh jetzt Leine, habe ich gesagt! Das ist ein Befehl.

In Ordnung, ich fahre zurück.

Die Pistole.

Gehen wir.

Los, geh schon.

- Haben Sie eine Zigarette? - Ich rauche nicht.

- Ja, hier Bertone. Was ist? - Halt an und lass den Verbrecher aussteigen.

Wir kümmern uns um ihn. Weißt du, wer dran ist?

- Erkennst du uns wieder? - Leckt mich am Arsch!

Es stimmt, Kommissar. Da sind sie. Die wollen mich.

Bertone, überlass uns das Schwein. Du weißt, was er getan hat.

Er muss bestraft werden. Er kriegt dieselbe Abreibung wie sein Kumpel.

Was ist hier los, Kommissar? Ich will...

Bleib jetzt ruhig, okay?

- Sie können nicht schneller fahren. - Sei still!

Wenn die mich erwischen, bringen sie mich um.

Dir ist doch klar, dass wir nichts gegen dich haben.

Gib uns den Jungen. Zum letzten Mal:

- Raus hier. - Zwing uns nicht dazu, Gewalt anzuwenden!

- Die bringen mich um. - Rühr dich nicht.

- Aber die kommen. - Ruhe!

Sie haben mich erwischt! Sie haben mich erwischt!

Wenn du wieder auf eigene Faust vorgehst, leg ich dich um.

Bleib in Deckung.

- Da sind sie. Sie müssen mir helfen. - Sei still.

Die Schüsse kamen von drinnen.

Egal, ob von drinnen oder draußen, sie kamen jedenfalls von da drüben. Los, fahr.

- Nach da? - Ja.

Zischen wir ab. Wir können kein weiteres Risiko eingehen.

Los, gehen wir. Na, mach schon.

Hallo, hier spricht Bertone. Santalamenti, kannst du mich hören?

- Ja. Wie ist es gelaufen? - Ich habe den Jungen. Er ist hier bei mir.

- Hast du den Staatsanwalt benachrichtigt? - Ja, das habe ich persönlich getan.

- Er erwartet dich in seinem Büro. - Gut, fahr auch hin und warte dort auf mich.

Hast du mich gehört?

Ist gut. Over and out.

Schick ihn rein.

- Los, vorwärts. Hier ist er! - Was ist denn passiert?

Ach, nichts, nur ein Streifschuss. Nur keine Sorge.

- Wer war das? - Ich jedenfalls nicht.

Ich weiß ja, dass man Festgenommenen kein Haar krümmen darf.

- Hast du auf die Polizisten geschossen? - Was, er? Nein, er schießt nicht auf Polizisten.

Er schießt auf alte Frauen, oder auf Väter, die sich nicht wehren können.

Und er stößt junge Frauen unter fahrende Autos.

Hör mir mal zu, du Mistkerl.

Dass ein Verbrecher einen Polizisten umlegt, verstehe ich ja noch. Das ist Berufsrisiko.

Aber eine miese Ratte wie du, die unschuldige Opfer niedermetzelt...

- ... ist der allerletzte Abschaum! - Bertone!

Lassen Sie mich in Ruhe! Ich habe mit dem Schurken noch eine Rechnung offen!

- Die Sache betrifft Sie nicht persönlich. - Wer sagt das?

Ich habe mein Leben riskiert, um ihn herzubringen.

Mein Leben betrifft mich persönlich, oder?

Ohne mich hätten sie dir mittlerweile den Kopf abgerissen, weißt du das?

- Wovon reden Sie da? - Fragen Sie ihn selbst. Sie führen das Verhör!

- Los, red schon! - Ich weiß nichts. Nichts!

Ja, jetzt ist alles vorbei. Nun bist du in Sicherheit und zufrieden, was?

- Was meinen Sie mit „alles vorbei“? - Was ich damit meine?

Ich meine damit, dass für den feinen Herren das Schlimmste vorbei ist, nicht wahr?

Irgendein Anwalt, Richter, Gutachter oder dem sonstigen kaputten Justizapparat...

... der Angst davor hat, Gerechtigkeit walten zu lassen...

... wird schon einen Schizophrenen in seinem Stammbaum finden.

Irgendjemand, der an Epilepsie litt, stimmt's?

Dazu noch eine gute Führung und Straferlass, und er kommt mit 10-12 Jahren Knast davon.

In dieser Zeit kann er seine Tätigkeit als Verbrecher perfektionieren.

Wenn er dann entlassen wird, kann er wieder von vorn anfangen, stimmt's?

Bertone, jetzt reicht's! Beruhigen Sie sich!

Kommen Sie, machen Sie jetzt nicht alles kaputt.

Wieso, was meinen Sie damit?

Ich habe das Disziplinarverfahren gegen Sie eingestellt.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Bettarini gelogen hat.

Wirklich?

Dann kann ich mich ja fast als ehrbarer Bürger betrachten.

Ich dachte, Sie würden sich darüber freuen. Oder soll ich mich persönlich entschuldigen?

Nein, danke. Das ist nicht nötig.

Ich bin ohnehin fertig mit dem Ganzen. Ich werde meine Kündigung einreichen.

Sie scheiden also aus der Polizei aus?

Von morgen an.

Etwa aus Gewissensgründen?

Ich habe mein ganzes Leben der Bekämpfung der Kriminalität gewidmet.

Und zwar, weil ich Polizist bin.

Ich habe auch strengere Gesetze gefordert...

... damit diese mir bei der Ausübung meiner Tätigkeit als Polizist behilflich sind.

In guter Absicht.

Aber jetzt ist mir klar, dass diese Gesetze...

... nicht nur gegen die Kriminalität angewandt werden.

Infolgedessen laufe ich Gefahr, zu einem reaktionären Bullen zu werden.

Natürlich stehen Ihnen die Türen unseres Clubs offen.

Hier können Sie so richtig faulenzen, wie ein echter Pensionär.

- Oder Sie widmen sich... - Nein... Der Club wird morgen geschlossen.

- Was heißt „geschlossen“? - Das, was es heißt.

Die Türen werden versiegelt.

Die „Anonima Anticrimine“ schließt ihre Pforten.

Bertone, Sie sollten nicht vergessen, dass dies ein sehr besonderer Club ist.

Es ist ein Club von ehemaligen Polizisten.

Halt! Setzen wir die Polizei nicht mit diesen Totschlägern gleich, die Sie umkreisen.

Verraten Sie mir doch lieber mal was:

Tun die's aus Fanatismus oder des Geldes wegen?

Ich habe mich nämlich über die Beitragszahler Ihres Clubs informiert.

- Jeder zahlt zig Millionen Lire im Jahr. - Wir haben eben Freunde.

Und was für Freunde: Großbankiers, Großindustrielle, hohe Beamte.

Sogar das ein- oder andere hohe Tier aus dem Vatikan.

Die „Anonima Anticrimine“ ist nur der erste Schritt zur Machtergreifung.

Erste Stufe: Eine Vereinigung von Verbrechern.

Zweite Stufe: Ein Staatsstreich.

Dritte Stufe: Rückkehr zur Diktatur.

- Sie müssen mir schon Fakten liefern. - Ich nenne Ihnen gleich mal einen.

Vor einigen Monaten erklärt eine anonyme Persönlichkeit in einer Zeitung...

... dass es dringend notwendig sei, die Todesstrafe wiedereinzuführen...

... bevor jemand unvermeidliche Maßnahmen ergreife.

Nun, ich habe das Originaldokument jener Befragung, und aus dem geht hervor...

... die interviewte, prominente Persönlichkeit ist niemand Geringerer als Sie:

Der ehemalige Polizeipräsident Stolfi.

Ich habe auch die Mitglieder des Clubs unter die Lupe genommen:

Die meisten sind ehemalige Polizisten, die bekannt für ihre Härte waren.

Sie hatten Ärger wegen Misshandlungen, Machtmissbrauchs und Beweismanipulationen.

Möchten Sie einen weiteren Fakt?

An dem Tag, an dem Sie mir die Gründe für die Tötung der drei armen Teufel erklärten...

... haben Sie einen Fehler begangen.

Woher wussten Sie, dass es sich um eine Prostituierte, einen Homosexuellen...

... und einen - wie Sie ihn definierten - Umstürzler handelte?

Ich hatte der Presse bis dato nur die Namen mitgeteilt.

Das ist aber noch nicht alles.

Erkennen Sie diesen Gorilla wieder?

Ach, kommen Sie, Bertone.

Sie kennen doch den Wert von Phantombildern.

Sie werden sicher nicht vorhaben, mir aufgrund des Fetzens da was anzuhängen.

Ich nehme nur die Festnahmen vor, und verschicke meine Berichte.

Um den Rest kümmern sich die Justizbehörden.

Festnahmen?

Nein...

Nehmen wir mal einen Moment an, ihre Theorie entspricht der Wahrheit.

Nehmen wir an, das hier sei das Hauptquartier der „Anonima“.

Glauben Sie, Sie würden diesen Ort lebend verlassen?

Machen Sie sich keine Sorgen um mich. Ich habe Vorkehrungen getroffen.

Santalamenti und meine Männer haben das Gebäude bereits umstellt.

Kompliment. Das ist das, was man gemeinhin als brillante Polizeiaktion bezeichnen würde.

Fahren Sie ruhig fort.

Im Namen des Gesetzes erkläre ich Sie hiermit als verhaftet.

Ein Jammer. Es tut mir leid.

Der richtige Mann, auf der falschen Seite.

Weiß jemand, dass er hergekommen ist?

- Niemand. - Gut, gut.

Ich habe auch die Akte gefunden.

Man wird diesmal eine Großuntersuchung einleiten.

Ach, nein, verschwende keinen Gedanken daran.

Sei unbesorgt, ich weiß, wie ich das Ganze steuern muss.

Es ist trotzdem ein Jammer. Denn er war ein tüchtiger Mann.

Sag dem Krankenwagen, er soll anhalten. Dort drüben kommt der Morast.

Die Durchsuchung war erfolglos.

In den Schubladen von Bertones Schreibtisch war keine Spur von den Unterlagen.

- Auch bei ihm zu Hause nicht. - Das ist unmöglich.

Man kann solch wichtige Unterlagen nicht einfach verlieren.

Wie's aussieht, ist es doch möglich.

Dann wird sie jemand gestohlen und vernichtet haben.

Wer soll dieser „Jemand“ sein?

Dann müsste ich ja denken, dass jemand ihn verraten hat.

- Denken Sie das etwa nicht? - Denken reicht nicht. Ich brauche Beweise.

Ist Bertones Tod nicht schon ein Beweis? Der Beweis für alles?

Leider kann Bertone nichts mehr dazu sagen.

Dottor Ricciuti!

Oh, Exzellenz.

Verzeihung, man sagte mir, dass Sie zwischen dieser absurde Sache mit der „Anticrimine“...

... und dem Tod Bertones einen Zusammenhang sehen? Es ist ein Witz, oder?

- Na ja, es wäre zumindest ein Ansatz. - Ach kommen Sie, Ricciuti.

Was denn für ein Ansatz?

Sie haben eine glänzende Karriere vor sich.

Wollen Sie die aufs Spiel setzen, um diesem Unfug nachzugehen?

Nicht, wenn das, was Sie Unfug nennen...

... auch eine persönliche und stetig wachsende Annahme darstellen würde.

Und in diesem Moment ist sie zu einer vollkommenen Überzeugung geworden.

Was wollen Sie denn in die Akte schreiben, Ricciuti?

Gegen wen soll ein Verfahren eingeleitet werden?

Gegen wen?

Gegen wen?

Vorläufig gegen Unbekannt.

Aber ich denke, die Akte wird sich bald mit Vor- und Nachnamen füllen.

Ich möchte Sie nicht von Ihrem Vorhaben abhalten.

- Beschaffen Sie sich aber viele Beweise. - Ich kenne die prozessualen Anforderungen.

- Viel Glück. - Danke.

Sind Sie Commendator Stolfi?

Könnten Sie morgen um 10 Uhr in mein Büro kommen?

Natürlich.

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