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- (mit Akzent) Mit Brille oder ohne? - Mit. Siehst du klug aus.
Aber die Haare gehen gar nicht, Diallo. So kriegst du keine Arbeit.
- Haare? - Haare Katastrophe.
(Disco-Musik l�uft weiter)
(Videospiel-Ger�usche)
(Musik l�uft weiter)
So volles Haar...
So kr�ftig.
(schmachtend) Mhh.
Hey, cooler Style, Diallo.
(Musik klingt aus)
- Was du machen da, Diallo? - Ich... Arbeit.
Du musst nicht machen das. Die haben ihre Leute.
Bist du ihr Sklave oder was?
(spricht Arabisch)
Ihr seid verwirrt.
(melancholische Musik)
(Vogelzwitschern)
(Schnarchen)
(schnarrendes Schnarchen)
(er schnarcht weiter)
(schnarcht weiter)
(Katze miaut)
Monsieur? Wo bist du?
(keucht angewidert) Monsieur!
- (Monsieur miaut) - Ksch! Schhh!
Monsieur, geh weg da. Hau ab!
Angelika, Katzen fressen nun mal M�use.
Nein, eben nicht.
Wozu kaufen wir ihm das Futter, das teure?
- Bring mir ein bisschen K�se. - Spezielle W�nsche?
Camembert? Appenzeller? Vielleicht hat die Maus Laktoseintoleranz.
Richard, provozier mich nicht. Hilf mir lieber, verdammt!
Ach, da ist ja das M�uselein. Ah...
Oh, ich glaube, sie ist tot.
Wann ist die Beerdigung?
Geli, du kannst nicht die ganze Welt retten.
(Quietschen)
Wann reparieren wir endlich diese Schei�t�r?
(beschwingte Musik)
Lass mich blo� in Ruhe.
- (Monsieur kreischt) - B�se Katze.
(Song: "The News" von Adriano)
(Song l�uft weiter)
- (Mann) Morgen. - (Frau) Hi.
- Morgen. - Morgen.
Hallo.
Herr Dr. Hartmann. Entschuldigen Sie die Versp�tung.
Kommen Sie jetzt direkt aus der Disko in den OP, oder wie?
Nee, ich hab diese Sportgruppe mit Fl�chtlingen.
- Einer hat sich verletzt. - Fl�chtlinge?
- Ja. - Wahrscheinlich weibliche, so um die 22.
Bitte, Herr Dr. Berger. Machen Sie nicht auf Mutter Teresa. Das bringt nichts.
Was?
(Richard) Da. Schau, wie sie ihn anhimmeln.
Diese bl�den H�hner. Wie die Teenager.
Alles okay zu Hause?
Na klar, ist alles okay. Was soll nicht okay sein?
Richard, genie�t doch das Leben. Spielt Tennis, fahrt nach Italien.
Wie viele Knie willst du aufschneiden?
Bitte, Georg, nicht wieder dieses Gespr�ch.
Ich bin noch kein Rentner, beerdige mich doch gleich. Da gehe ich ein.
Ich arbeite hier, solange es geht.
Entschuldige mich. Ich habe heute zwei Knie, eine H�fte und drei Schultern.
Letztes Mal hatten wir uns ausf�hrlich mit dem vegetativen Nervensystem besch�ftigt.
Dieses Kapitel wird definitiv Teil der finalen Klausuren sein.
Gibt's dazu jetzt noch Fragen?
(Klingelton: "All That She Wants" von Ace of Base)
Oh.
Frau Hartmann, h�re ich von Ihnen mal was anderes als Ihre Klingelt�ne?
- Das nervt. - Ähm... Es tut mir leid, ich...
Gehen Sie doch einfach raus, bitte.
(T�r knallt)
- Hallo, Mama. - Hallo, mein Herz. St�re ich dich?
Kommst du wirklich am Sonntag?
- Klar komme ich. - Wie sch�n.
Ich wollte nur sagen: Vergiss nicht, wie gut es dir geht.
Wie gut es uns allen geht, und wie dankbar wir sein m�ssen.
Ja, klar. Ich wei�, was du meinst.
Hi.
Ach du Schei�e.
Was? Was ist denn?
Ich hab nur jemanden gesehen, der mich seit Neuestem verfolgt.
Sophie, nicht schon wieder.
Ich glaube, der ist harmlos. Mach dir keine Sorgen.
- Ich hab dich lieb. Bis Sonntag. - Hab dich auch lieb.
Hallo, Sophie. Toll siehst du aus.
Gutes Outfit, gute Haare... Es passt.
Äh... Danke, Kurt.
- Was machst du hier? - Ich wollte dich nach Hause bringen.
Damit du nicht in der U-Bahn mit den Assis fahren musst.
Mein Taxi steht drau�en.
Das ist nett, Kurt, aber...
- Ich hab noch 'ne Vorlesung... - Ich warte.
Ich bleibe hier stehen, wie angewurzelt.
Wie ein Baum... dein Baum.
(gleichm��iges Piepen)
Naht vorbereiten.
Herr Doktor, da ist eine Restspaltbildung im Innenmeniskushinterhorn.
Da sollten Sie noch mal nachresizieren.
Meinen Sie, ich sehe das nicht? Nat�rlich tun wir das.
- Unglaublich. - Das war jetzt nicht b�se gemeint.
Sie sollen hier lernen, Dr. Berger,
und nicht den Nobelpreis im Klugschei�en gewinnen.
- Jetzt �bertreiben Sie aber. - Seien Sie endlich still, Herrgott!
Sie machen hier alle nerv�s. Punch!
Den gebogenen Punch, Frau Hegele.
Mein Gott, was ist denn heute hier los?
(heitere Musik)
(Musik l�uft weiter)
Birgit, dann ruf halt die Diakonie an.
Kann doch nicht so schwer sein. Ja, wir brauchen mehr K�chenpersonal.
Ja. Ich rufe dich gleich noch mal an.
- Hallo. - Guten Tag.
Aha, Sie bringen uns wohl Kleider vorbei.
Hoffentlich keine Designerklamotten, das gibt immer Streit.
Eigentlich brauchen wir gerade nicht viel, aber vielen Dank, Frau...
Hartmann, Frau Hartmann.
Ich bin Lehrerin. Äh, ich war Lehrerin... Direktorin.
Ich wollte fragen, ob Sie jemanden brauchen,
f�r den Deutschunterricht zum Beispiel.
Lehrer haben wir mehr als genug.
Die ganzen Rentner rennen uns f�rmlich die Bude ein.
Aber wenn Sie helfen wollen, es gibt jede Menge zu tun.
Vielleicht m�chten Sie sich drau�en ein bisschen informieren und...
M�gen Sie einen Cappuccino?
Angelika, das gibt's nicht. Heidewitzka!
H�tte nie gedacht, dass ich dich hier mal treffe.
Geli, wie geht's dir? Hast Klamotten gebracht?
Und Sexy Hexy Bernd hat dir gleich 'nen Cappuccino... Schmuckes Kerlchen, ne?
- Wie geht's denn Richard? - Richard geht's gut.
- Super. Super. - Danke, Heike. Und was machst du hier?
Ich... Ich bin hier every day. Deutschunterricht.
Deutsch? Hast du nicht Erdkunde und Sport unterrichtet?
Was? Das bisschen Germanistik rei�e ich doch auf der linken Arschbacke runter.
Und ich mache Tanztherapie. Total wichtig.
Na ja... ich muss jetzt. Tsch�ss, S��e, mach's gut.
- Soll ich dich mit in die Stadt nehmen? - Lass mal, ich bin nicht so der Autofan.
Ich fahre ein ganz kleines Auto.
Die Sache ist die, Geli.
Wenn wir weiter die Umwelt so verpesten,
wollen bald Hunderte von Millionen Klimafl�chtlinge zu uns.
Hurricanes, Tsunamis, Erdbeben... Alles Schuld des Westens.
- Erdbeben auch? - Na ja, vielleicht nicht direkt, aber...
- Ich st�psle mich mal ein bei dir. - Kann man das?
Na logo. (afrikanische Popmusik)
Ist das nicht 'ne geile Mucke?
Heike, entschuldige. K�nnten wir uns die Deutschklasse nicht teilen?
Nee, das f�nde ich nicht so gut, du.
Meine Fl�chtlinge haben sich so an mich gew�hnt, das w�rde die nur verwirren.
Bist du sonst aktiv? Engagiert ihr euch?
Mal ehrlich, was macht ihr mit eurem ganzen Schei�geld?
- Sag mal, wo genau setzt du an? - Richard, ich mache das 20 Mal am Tag.
- Das kann nicht wehtun. - Ja, dir nicht.
- Entspannen Sie sich, Herr Hartmann. - Verzeihung, ich bin selber Arzt.
Carla, holst du uns mal zwei Cappuccini?
(elektronische Lounge-Musik)
Carla hat recht, Richie. Musst ein bisschen chillaxen.
Wie kannst du dich konzentrieren bei den ganzen jungen Dingern hier?
Die machen weniger Aufstand als du wegen so einer Minisache.
Ich meine, es ist Hyaluron. Das kriegen in Amerika die Babys.
- Die Amis sind pervers. - Ja, sind sie. Jetzt halt still.
- Achtung. - (wehleidig) Ahh!
So, ist alles gut.
Und deine Haare? Von alleine werden die auch nicht besser.
Du guckst mir auch genau von oben auf den Kopf.
Das ist eine extrem ung�nstige Perspektive.
Angereichertes Eigenblut, in die Kopfhaut gespritzt. Drei bis f�nf Sessions.
So k�nntest du eine Haartransplantation vermeiden.
- Ah! - Schon gut, das war's schon.
Gut.
(st�hnt) Ich wei� nicht, ob ich so was brauche.
Na ja, wenn du dich so wohlf�hlst...
(Richard) Gibt's doch nicht.
Geli, wei�t du, wo meine Lederjacke ist? Die braune aus L.A.
Gehst du heute noch weg? Ich dachte, wir schauen einen Film an.
Ich trinke ein Bier mit Sascha, hab ihn lange nicht gesehen.
Du siehst anders aus, komm mal n�her.
Ach bitte, Geli, ich muss gleich los. Sag mir einfach, wo die Jacke ist.
Die Jacke... Ich glaube, die Jacke ist im Fl�chtlingsheim.
Was? Wie, Fl�chtlingsheim?
Das ist meine Lieblingsjacke, das wei�t du.
Die habe ich in den USA gekauft, als ich 25 war.
Du bist aber nicht mehr 25. Und du siehst in der Jacke aus wie eine Leberwurst.
Ein bisschen...
Also, das macht mich jetzt richtig sauer. Richtig sauer macht mich das.
Das war meine Lieblingsjacke!
Verdammt!
(melancholische Klaviermusik)
(T�r knallt zu)
We've changed paragraph 143-B of the SPA draft in order to accommodate the board.
If at this point Mr. Milsteen or Mr. Gao on the other end have any doubts...
(laut) B�mm! ...we hit them with the numbers.
Thilo, hallo. "B�mm" hei�t "B�mm"!
Wozu proben wir das? Her damit.
Come on, guys, wake up!
Focus, everybody. Focus!
(Klingelton)
Focus!
Mama?
Focus!
Philipp, bl�de kleine Sache. Wie kann man noch mal auf DVD umschalten?
- Frag doch Papa. - (genervt) Der ist nicht da.
Warum haben wir f�nf Fernbedienungen?
Wieso? Warum? Entschuldige bitte, dass ich dich so sp�t anrufe.
Bei mir ist es sieben Uhr fr�h, ich bin in Shanghai.
Ah... Ja, nat�rlich.
Philipp, Sch�tzchen, genie� es.
Aber du kommst doch am...
- Ja, ich fliege �bermorgen. - Du sagst oft, du kommst.
- Und in letzter Sekunde... - Diesmal wirklich. Versprochen.
Ich muss jetzt wirklich aufh�ren.
- Ich freue mich auf Sonntag. - Ja, sch�n.
- (Kusslaut) - Ciao.
- Hast du vorhin Nachrichten gesehen? - Nachrichten? Pah.
Die ganze Welt, Sascha, au�er Kontrolle.
Genau, deswegen gucke ich keine Nachrichten mehr.
Ich lasse mir doch nicht morgens die Laune versauen.
Da hab ich keinen Bock drauf. Wir m�ssen das Leben genie�en.
Yolo! Spa� haben! Chillaxen, Mann.
Bist du endlich auf Facebook, Snapchat oder Instagram?
Ach, Richie. Sei doch mal mit dabei.
Be part of it. Hm?
- (Nachrichtensignalton) - Oh. Warte mal.
Guck mal, wer da ist. Hey, hey.
Drei Nasen, sechs Br�ste. Alle von mir.
Setzen wir uns r�ber, komm.
(r�uspert sich) Jetzt mal ganz unter uns.
Wann hast du das letzte Mal Sex gehabt?
Manchmal wei� ich nicht, was sinnloser ist: mein Blinddarm oder mein Schwanz.
Was, du hast noch deinen Blinddarm?
(Nachrichtensignalton)
(Kurt liest vor)
(sanfte Gitarrenmusik)
Hallo.
- Mein Herz. - (leise) Hallo, Mama.
Na, du? Wie geht's dir?
(Sophie) Warum, Mama? Warum bin ich so ein Psychomagnet?
Woher hat dieser Mensch deine Nummer?
Ach, das war so 'ne ganz bescheuerte Geschichte.
Ich war vor zwei Wochen feiern und auf dem Heimweg...
- Hey, Baby, komm mal her! - Zier dich nicht!
Ey! Lasst die Frau in Ruhe, ihr Assis! Oder in drei Sekunden sind die Bullen da.
Komm, steig ein.
- Wir sind hier nicht in K�ln! - Hau ab!
(Kurt) Das war knapp.
Eine Frau wie du sollte in diesen Zeiten nicht allein unterwegs sein.
Mit all den kriminellen Fl�chtlingen und so.
Wenn du willst, fahr ich dich �berall hin.
Bis ans Ende der Welt, hm?
Irgendwie hat er meine Nummer rausgefunden.
Jetzt kriege ich die ganze Zeit Fotos von dem.
(Ausl�serklicken)
Du Arme.
Und diese Typen, die dich auf der Stra�e bel�stigt haben, waren das Fl�chtlinge?
Nein. Also, ja. Keine Ahnung.
- Es waren auf jeden Fall Arschl�cher. - Ach Gott.
Es ist alles so verwirrend heutzutage.
Ich w�nsche mir so, dass du wieder bei uns einziehst.
- Mama, bitte. - Nein, das Haus ist leer ohne euch Kinder.
Und ich w�nsche mir, dass... Dass du endlich jemanden...
- Dass du ankommst. - Ich wei�.
- Ich werde nicht j�nger. - Ach, Mama.
- Na, ihr zwei? - Papa.
- Hallo, Schatz. - Hallo.
- Hier riecht's lecker. - Gut siehst du aus. Irgendwie anders.
Ich mache viel Sport. Und du?
Wie f�hlt man sich kurz vor der Pr�fung? Ich k�nnte dich abfragen, wie fr�her.
Ähm... ich habe nicht mal meine B�cher dabei.
Moment mal.
Deine finale Klausur ist in f�nf Wochen, und du hast die B�cher nicht dabei?
Wie lange soll dieses Trauerspiel mit dir noch gehen, Sophie?
Oh, Papa, bitte fang jetzt nicht...
Guck mal, da ist Philipp. Und Basti.
- Ich hoffe, es hat geschmeckt. - Es war super, Mama.
(Sophie) Richtig gut, wie immer.
Siehst blass aus, Philipp. Du arbeitest zu viel.
- Esst ihr auch regelm��ig? - Es ist alles gut, Mama.
Ich k�nnte doch �fter f�r euch beide kochen.
- Wo Katja dich endg�ltig verlassen hat. - Mama.
Ich hab's gewusst.
Es w�re toll, wenn Basti �fter bei euch wohnen k�nnte.
Ja, das w�re doch wunderbar. Nat�rlich.
- Da freuen wir uns. - Klar.
Was macht denn deine Musik? Dieser Hip-Pop?
- Hip-Hop, Oma. Nicht Hip-Pop. - Äh....
- Wir drehen jetzt ein Gangsta-Rap-Video. - Cool. Kann ich dabei helfen?
Du hast die n�chsten Wochen keine Zeit, Schatz.
"Gangsta-Rap".
- Hoffentlich ohne frauenfeindliche Texte. - Nee, total pussyfreundlich, Oma.
Wir sind total pro Pussy.
- Das reicht. Zeit f�rs Bett. - (Sophie lacht)
- Ich zock noch 'n bisschen. Gute Nacht. - Nee, du zockst nicht. Du schl�fst.
- (Angelika) K�sschen. - Gute Nacht.
Tut mir leid, der geht gerade durch 'ne schwierige Phase.
Wer nicht in diesem Land?
Ich hab nicht ganz verstanden, was genau du machst in Shanghai.
Ist auch kompliziert: Drei gro�e Finanzdienstleister
wollen ihre Synergien in einer Holding b�ndeln.
Klappt der Deal, gehe ich n�chstes Jahr ganz nach Shanghai, als Senior Partner.
- Senior Partner. - Das klingt nach extrem viel Kohle. Wow.
Das ist der Sinn des Lebens, Papa, nicht? Ganz viel Geld verdienen.
Besser, als mit 32 auf Studentenpartys zu gehen.
31. Und wenn du nach Shanghai gehst, wo ist dann Basti? Bei Katja?
Nein, Basti kommt mit. Da gibt's eine super internationale Schule.
Na toll. Und hast du ihn mal gefragt, ob er das will?
- Warum bist du so unentspannt? - Ich bin unentspannt?
Du brauchst 'nen Freund. Oder hast schon einen aus der Psychiatrie.
He, bitte. Wir wollen nicht streiten, ja?
Wir sind heute hier zusammen, gesund. Und daf�r sollten wir dankbar sein.
- Ja. - Wir wollen in die Zukunft schauen.
Ich m�chte euch etwas sagen, was unsere Zukunft angeht.
Also, ich... habe mich entschlossen,
dass wir einen Fl�chtling aufnehmen.
- Was? - Fl�chtling.
Ja, ich... Ich hab's geh�rt. Mama, das...
Das ist nicht dein Ernst, oder? Das ist ein Witz.
Das ist nicht witzig. Denkst du, das Leben dieser Menschen ist ein Witz?
Wir wissen gar nicht, wer diese Menschen sind, Mama.
Die sind teilweise nicht mal registriert.
Bei der Einwanderung sagen sie dies, im n�chsten Bundesland das.
Wir haben die Kontrolle �ber die Lage verloren.
Sie sind hier bei uns.
- Das ist die Realit�t. - Mama, wei�t du, was Realit�t ist?
Nicht alle Fl�chtlinge sind die Engelchen,
von denen ihr am Hauptbahnhof getr�umt habt.
Es war richtig, dass wir am Bahnhof waren.
Du warst nicht da. Du hast wegen einer Party verpennt.
- Ich wollte. - Du wolltest.
- Wo warst du, auf 'ner Pegida-Demo? - Pass mal auf.
Bitte.
Philipp, du magst in manchem recht haben. Vielleicht waren wir naiv, gut.
Aber wir m�ssen nun alle mithelfen, dass die Integration gelingt.
- Wenn diese Menschen bleiben... - Stopp.
Hast du v�llig den Verstand verloren?
Wie stellst du dir das vor? Wo soll der Fl�chtling leben?
- Im Schuppen? - Nat�rlich nicht. Wir haben...
Sorry, aber das diskutiere ich nicht ernsthaft mit dir.
Es gibt keine Fl�chtlinge hier im Haus. Philipp hat recht.
Frau Merkel hat die Dritte Welt zu sich eingeladen. Wir machen das nicht.
Also, Geli, Schluss, aus. Ende der Diskussion.
Sieh mal einer an, der gro�e Diktator.
Der Obermufti, wie charmant. Das ist auch mein Haus, Herr Hartmann.
Wie redest du eigentlich mit mir? "Ende der Diskussion".
Ich will diesen Menschen helfen, und du...
Richard, was ist aus dir geworden?
L�sst dir die Falten wegspritzen f�r viel Kohle und hast kein Herz...
So, jetzt reicht es. Es reicht, Angelika!
(Monsieur miaut)
(Sophie) Ähm...
- Ich find's richtig, was Mama gesagt hat. - Weil ihr beide am Helfersyndrom leidet.
Besser als am Arschloch-Syndrom.
- Hol doch mal 'nen Wodka. - Sieht gut aus.
- Hm? - Hier.
Na!
(er wiederholt einen chinesischen Satz)
(wiederholt den Satz)
Guten Morgen.
Angelika, es tut mir leid, dass ich gestern so...
Nat�rlich k�nnen wir �ber alles reden.
Nur... Du bist manchmal sehr emotional in deinen Entscheidungen.
Opa, ihr nehmt einen Fl�chtling auf? Krass, Digga.
Guten Morgen, Basti.
Macht ihr dann so 'ne Art Casting oder so? "Deutschland sucht den Super-Fl�chtling"?
Es ist noch nichts entschieden.
Wir haben um 14 Uhr einen Termin im Fl�chtlingsheim.
Hey, h�rt mal auf da unten!
- Es reicht! - (Mann) Schei�-Afrikaner!
Rayhan. Ja, geh du mal runter vom Gas, Mensch!
Immer dasselbe mit dir. H�rt jetzt auf!
Wahnsinn...
- Sorry. - Kommt das h�ufiger vor?
Es ist kein Kindergeburtstag hier, Herr Hartmann.
Deswegen brauchen wir Leute wie Sie.
Ja, zun�chst wollten wir uns nur informieren.
Also, wie l�uft das Ganze denn dann ab, theoretisch?
Ich meine, k�nnen wir uns einfach einen aussuchen? Oder...
Das ist hier nicht das Tierheim, Herr Hartmann.
Die Leute stellen sich dann vor bei Ihnen.
Ja, ganz normal. Man stellt sich vor. Vorstellungsgespr�ch.
(lebhafte Musik)
Äh... You want to live here? I mean, all of you?
All... people?
We are family. Not separate again, please.
We're all together.
- Sofa ist sch�n, sehr sch�n. - Gut Sofa.
(Mann) Das... sehr sch�n.
Wir zusammen.
(er spricht Arabisch)
(er ermahnt weiter lautstark)
- Ich habe f�nf Kinder. - Ah...
Arbeite Heimk�che. Habe geh�rt, ist hier Zimmer frei.
Aber nur f�r Fl�chtlinge.
Nur f�r Fl�chtlinge? Nicht Italiener?
Bist du kein Fl�chtling, bist du Italiener, kriegst du nix.
Ich kriege immer nix.
Da steht, dass Sie 15 Jahre alt sind.
Das stimmt. Ich bin ein frecher Teenie.
- Diallo, ist ein sch�ner Name. - (s�uerlich) Ja.
Danke f�r... die Tee.
"Den" Tee.
Warum sind Sie gerade nach Deutschland gekommen?
Ich liebe Manuel Neuer.
Sie kamen wegen Manuel Neuer nach Deutschland?
(lachend) Nur Spa�.
Nicht nur Manuel Neuer. Ich liebe ganze Land.
Gute Leute. Ich dankbar. Will hier leben... ich hoffe.
Nur, ich manchmal... ein bisschen verwirrt.
Ja, darum geht es ja. Wir wollen Menschen helfen, weniger verwirrt zu sein.
Hier anzukommen, sich zu integrieren...
Ja, ich... h�tte da noch ein paar Fragen.
Wir m�ssen uns nat�rlich absichern.
Es gibt immer Schafe unter den Schwarzen, �h, Schwarze unter den Schafen.
Also, schwarze Schafe unter den...
Kriminelle.
Äh, Sexualstraft�ter, Einbrecher...
Ich sage, man soll sie stecken in Flugzeug,
�ber W�ste fliegen und sie rauswerfen.
Kein uninteressanter Gedanke, aber...
wie steht es mit dem Thema Islamismus?
Ich meine, was haben Sie denn genau erlebt in Nigeria?
Ich... nicht dar�ber spreche, Herr Hartmann. Bitte.
- Wir m�ssen auch nicht dar�ber sprechen. - Ach? Gar nicht?
Meine Familie...
ich hab nicht mehr.
Ich ganz allein.
Da haben Sie eine gute Wahl getroffen.
Diallo ist ein guter Typ, Handwerker, aus einem Dorf nahe Kamerun.
Hatte es nicht immer sehr einfach hier,
denn auch unter Fl�chtlingen gibt es leider Rassisten.
Aber er wird doch Asyl bekommen, nicht wahr?
Das ist leider nicht so sicher heute.
Die Entscheidung �ber sein Asylverfahren f�llt in vier Wochen.
Und bis dahin w�r's verdammt wichtig, dass er in Ruhe und Frieden leben kann.
Wir sollten Diallo einem Backgroundcheck unterziehen.
W�rdest du mal f�nf Minuten deine Paranoia abstellen?
Besser paranoid als tot.
Aber wie sagen wir den Leuten ab, die wir nicht nehmen?
- Das k�nnte ich ja dann machen. - Hi! Hallihallo!
Mach mal auf! (lacht euphorisch)
Richard! Geli! Mensch, was h�r ich da?
Ich bin so stolz auf euch, ja, dass ihr Fl�chtlinge aufnehmt.
- Nicht Plural, "einen" Fl�chtling. - Das ist vielleicht erst der Anfang.
Was haltet ihr davon, wenn ich 'ne Willkommensparty organisiere?
W�r das was? (Hupen)
Und jetzt fahrt los mit eurem H�llenmobil!
- Zischt ab mit eurer Feuerrakete! - (energisch) Fahr.
Ja, fahrt los! Yes! (Hupen h�lt an)
Mein Gott, wie tragisch. Die war auf Pilzen oder Ecstasy!
- Ich dachte, die Drogen w�ren �berwunden. - Heike ist eben Heike.
Sie ist mit ganzem Herzen bei der Sache.
Sie engagiert sich so sehr f�r die Fl�chtlinge.
Die Armen.
Samir, brauchst du meinen Wasserkocher?
Danke, sehr nett. Danke.
Es ist Wahrheit, ja, dass du mit Ungl�ubigen unter einem Dach wohnst?
- Wir alle wohnen unter ihrem Dach. - Ja, genau.
- Wir sind in ihrem Land. - Deshalb m�ssen wir nicht werden wie sie.
Du, du, du. Ihr nicht wisst, wer ihr seid.
(spricht Arabisch)
(T�rklingel)
(T�r wird ge�ffnet)
Da ist er.
Willkommen bei den...
(alle) Hartmanns!
Bringt das Amt noch Ihre restlichen Sachen?
Das... alle meine Sachen.
Richard, mein Mann, der hat noch so viel Zeugs... wenn Sie was brauchen.
So, sorry. Jetzt mach ich's wirklich aus.
Danke... f�r alles.
Ich sehr gl�cklich.
- Sch�nes Haus. - Ja.
Danke f�r die Kuchen.
"Den" Kuchen. Gern geschehen.
Diallo, haste Bock, in 'nem Hip-Hop-Video mitzumachen?
- Basti, das ist unpassend. - Was denn?
Ich finde es gut, wenn Bastian zur Integration beitr�gt.
Vielleicht k�nnt ihr mal am Wochenende rollerbladen.
Rollerbladen ist voll schwul, Oma.
Bastian, diese Sprache m�gen wir nicht in diesem Haus. Nein, nein.
Ja, sehr richtig. Wir dulden keine Diskriminierung.
Weder von Schwarzen, also Farbigen oder Dunkelh�utigen, noch von Schwulen.
Was... schwul?
Schwul?
Das ist ganz einfach. Schwul ist...
- Ja? - Wenn zwei M�nner sich lieben.
- Also auch k�rperlich, sexuell. - Auch sexuell.
- (Basti) Mhm. - Ja.
- Ich nicht schwul. - Nein, hat niemand behauptet.
Das haben wir nicht gesagt. Wir meinen nur:
In Deutschland ist es okay, schwul zu sein.
- Absolut. - V�llig okay in Deutschland.
Okay, aber ich nicht schwul.
- Auch gut. - Kann jeder machen, was er will.
Geht auch.
Das war einfach nicht so besprochen.
Er hat sich f�r den Keller entschieden.
Du wirst dir doch wohl das Bad mit ihm teilen k�nnen.
- Das ist eine sehr intime Situation. - H�r mal auf mit deiner Homophobie.
Bist ja schlimmer als die Taliban.
(er kichert)
Was wird das?
Nix, ich streichle deine Hand.
- (Monsieur miaut) - Ja, wer ist denn da?
(unwirsch) Ja. Gut, dass du 'ne Katze hast.
Oh, eifers�chtig. Komm zu mir. (Monsieur schnurrt)
(Explosionen)
(Angstschreie)
(Miauen)
(Mann) Was ist mit diesen Einbr�chen in Pfarrkirchen?
- Wir tippen auf Albanerbanden. - Pullach, Vaterstetten?
Alles ruhig.
Über F�rstenried sollten wir reden.
Von IP-Adressen des Internetraums
wurden Aufrufe von radikal-islamistischen Seiten registriert.
Ich meine nicht den Kinderkram: verschl�sselte IS-Foren,
Splitterbombenbau...
- Was sagt der Verfassungsschutz? - Bisher wenig.
Wir haben die Personen ermittelt, die im Internetraum waren.
Wie viele denn noch?
Die Informationen sind mal wieder verwirrend.
Schwer zu sagen, ob die wirklich Gef�hrder sind, aber...
Oh, guten Morgen, Diallo.
- Ich hoffe, ich hab Sie nicht geweckt. - Morgen.
Wenn Sie auch mal das Ger�t benutzen wollen, null Problemo.
(entspannte Musik)
Diallo! Sch�n, dass du's noch geschafft hast. Guten Morgen.
Okay, Leute, auf geht's.
(Musik l�uft weiter)
(Angelika) Guten Morgen, Diallo.
- Guten Morgen. - Fr�hst�ck steht dort.
- Morgen. - M�chtest du einen Saft?
Ja, bitte.
Gehst du jeden Tag joggen?
Nein, nur einmal in Woche... mit Gruppe.
Ah.
- Kann ich dir etwas fragen, Sophie? - Ja, klar.
Wo sind eigentlich deine Kinder?
Äh... meine Kinder? Ich hab keine.
Warum nicht? Du sehr... alt.
(er lacht)
Bei uns in Deutschland muss eine Frau nicht sofort Kinder kriegen.
Hier kann eine Frau erst mal studieren, eine Ausbildung machen...
Oder mehrere.
Hier kann erst mal jeder sich selbst suchen
und herausfinden, was man wirklich machen will.
- Und du noch verwirrt? - Na ja, also, ich... Jaaa.
Heutzutage ist doch jeder verwirrt irgendwie.
Was ist denn mit dir? Hast du Kinder?
Nein, ich nicht.
Ich zu arm f�r Frau in meinem Dorf.
Eine Frau ich sehr gern mag, aber sie heiratet anderen Mann.
Jetzt ich hier, neues Leben, neue Arbeit, ich hoffe.
Wenn ich dir helfen soll, Formulare auszuf�llen...
Diallo braucht keinen Babysitter, und du musst lernen.
Papa, kannst du aus deiner Zeitmaschine aussteigen?
- Ich bin keine 15 mehr, verdammt! - Sophie.
Nicht so schreien mit dem Papa, bisschen Respekt.
Er ist alter Mann.
(Sophie lacht unterdr�ckt)
Also, liebe Kollegen, welche Diagnose stellen wir anhand des R�ntgenbildes?
Dr. Berger vielleicht?
Ich erkenne massive Kniegelenkarthrose
und Knochenkontakt am lateralen Gelenkspalt.
Typischer Verlauf bei �lteren Patienten �ber 65.
Soso. Und welche operative Methode schlagen Sie demnach vor?
Einsatz einer Kniegelenk-Vollprothese.
Alter und Lebensstil entsprechend kann er das Knie wieder belasten,
wobei ich von Breakdance abraten w�rde.
Sie ma�en sich also an, zu entscheiden,
was dieser Mann mit seinen Knien noch bew�ltigen m�chte und was nicht.
Haben Sie mit ihm geredet?
Vielleicht m�chte er ja noch etwas leben, bergsteigen, rumh�pfen.
- Sie wollten meine fachliche Meinung. - Schenken wir ihm einen Rollstuhl.
Und sagen: "Jetzt k�nnen Sie bequem sitzend auf den Tod warten."
Vielleicht noch eine Überdosis Schlaftabletten dazu.
(schreiend) W�re das nicht eine tolle L�sung?
Alles in Ordnung, Herr Doktor?
(ruhige Musik)
Herr Dr. Hartmann?
- Wollen Sie? - Danke. Mir geht's gut, keine Sorge.
Wir haben uns schon mal kennengelernt, Herr Doktor.
- Ach ja? - Vor etwa 20 Jahren.
Ich war eingeladen auf der Geburtstagsparty Ihrer Tochter Sophie.
So 'ne kleine Diskoparty war das.
- Ach wirklich? - Ja.
Wir waren auf derselben Schule. Ich war damals ziemlich verknallt in Ihre Tochter.
Kann es sein, dass Sie ein rotes T-Shirt anhatten
und in unserem Wohnzimmer Fu�ball gespielt haben?
(Lied: "All That She Wants" von Ace of Base)
Das war eine Porzellanvase aus Venedig.
Ein Erbst�ck meiner Mutter.
Tut mir leid, Herr Doktor.
Ich bin sicher, das kommt nie wieder vor.
Da haben Sie verdammt recht. Ich bin auch sicher,
dass Sie mein Wohnzimmer nie wieder betreten.
Und das Eichh�rnchen brachte die N�sse zur�ck in sein Nest.
- Da kam der kleine Specht... - Äh... So schwierig. Ich nicht verstehen.
Diallo, du schaffst das.
Sprache ist der Schl�ssel zur Integration.
Was... Eichh�rnchen?
(betont) Eich-h�rnchen.
Buchs-b�umchen.
Rasen-m�her.
- Glockenblume. - Eins mit Stern.
(Tastent�ne)
- Klavier. - Klavier.
(ruhige Musik)
- Lederjacke. - Lederjacke.
Bilderrahmen.
Familie.
Sch�ne Familie.
(gef�hlvolle Musik)
Das sind sch�ne Erinnerungen.
Da ist der Philipp. (sie lacht leise)
Und das ist Sophie an ihrem ersten Schultag.
Ach, sie war so aufgeregt.
Ja, und das sind wir. Da haben wir geheiratet.
Da waren wir so gl�cklich.
(mit erstickter Stimme) Das ist meine Mutter.
Das meine Mutter.
Ach, das tut mir so leid.
(Musik verklingt)
Entschuldigung.
Plan mich nicht zum Abendessen ein.
Ich gehe noch zum... Tennis.
- Ja. - Aber Richard, �h...
Wei� dein Papa, du spielen so was?
Meinem Papa ist schei�egal, was ich mache.
Au�er es dreht sich um Schule.
Oh, fuck.
Tot. Willst du auch mal?
Lieber anderes Spiel.
Macht Spa�. Supercool.
Mhh... Echt total cool.
(schnelle Rockmusik)
Goal!
(Basti rappt in Aufnahme)
- Und das hast du gemacht? - Ja, meine Kumpels und ich.
Haste Bock, n�chste Woche mitzumachen bei unserem Musikvideo?
- W�r doch voll cool, oder? - Ja, okay.
- Und bitte bring deinen Ausweis mit. - Warum?
Äh, einfach so.
Gut Gef�hl, Arbeit.
Du wei�t gar nicht, wie gl�cklich du mich damit machst.
Hier im Haus gibt es einiges zu tun,
wobei du mir helfen kannst, wenn du willst.
Okay.
(schwungvolle Musik)
Ah!
(Musik l�uft weiter)
Wenigstens ist der junge Mann flei�ig bei der Arbeit.
Fragt sich nur, bei welcher.
Ammoniumnitrat. Mit dem gleichen Zeug hat die Sauerlandtruppe Bomben gebaut.
Das bisschen D�nger...
B�ckerei.
- Gr�� Sie. - Darf ich vorstellen?
- Das ist Diallo, unser Fl�chtling. - Mei, ist der lieb.
Nehmen Sie einen Krapfen, Herr Diallo?
Hm? Als kleines Hallo. Schmeckt fein, mhm.
Hm! Wirklich.
Sehr gut, hui.
Seit drei Tagen ist sie mit ihm fast nonstop unterwegs.
Sie zeigt ihm die ganze Stadt.
Ich sag dir, Frauen in dem Alter driften total ab.
Verlieren ihre Balance. Das versuchen sie durch so Projekte zu kompensieren.
Mit Inge und mir fing es damals genauso an.
By the way, Richie.
Du hast in den letzten zwei Wochen 'ne Menge Haare verloren.
Du, da m�ssen sie mal durcharbeiten. Ich hatte die letzten Jahre kaum Schlaf.
In ein paar Wochen sind wir durch. Ja? Wir sehen uns dort.
Basti.
Nimm die Kopfh�rer ab, wenn ich mit dir rede.
Du redest ja nicht mit mir.
- Der Fahrer ist da. - Ja, bin sofort da. 'nen Kaffee.
- Roger. - Du musst unseren neuen Track anh�ren.
Der ist richtig...
Was ist das?
- Gras. - Das wei� ich.
Warum fragst du dann?
Das hat deine Lehrerin in eurem Hip-Hop-Raum gefunden.
- Chill mal dein Gesicht, Papa. - Ich chill mein Gesicht �berhaupt nicht.
Wir wollten probieren, wie so 'n Tee schmeckt.
Pass mal auf, Snoop Dogg. Deine Noten sind miserabel.
Und jetzt willst du noch kiffen. Basti, du bist 12, ein Kind.
In deinem Alter hatte ich Lego und sa� in Baumh�usern rum.
- Jetzt wird's peinlich. - Ich sag dir, was....
- Sorry. - Ja...
- Der Flieger wartet nicht. - Ich komme.
Nimm dir ein Taxi nach Hause. Ruf mich an, wenn du dort bist. Tsch�ss.
(Philipp) Herr Burghart, ich habe nichts unterschrieben.
Sie wissen, die Forderungen sind utopisch.
Richten Sie meiner Frau aus, dass unser Sohn bald f�r Heroin auf den Strich geht.
Falls sie das in ihrer Schei�-Wellnessoase interessiert.
Ah, Frau Sobrowitsch, guten Tag.
(lacht) Ich wollte Ihnen...
Darf ich Ihnen jemanden vorstellen?
Das ist Diallo, aus Nigeria. Der wohnt jetzt bei uns.
Frau Hartmann, Sie k�nnen bei sich machen, was Sie wollen.
Hammel grillen, rumtrommeln, Kinder verheiraten...
Nur sorgen Sie daf�r, dass der Muselmann niemals dieses Grundst�ck betritt.
- Sonst hole ich die Polizei. - Frau...
Diese Kreaturen inszenieren sich als Opfer, um hierherzukommen.
(hysterisch) Dann vermehren sie sich, um uns auszurotten.
Jetzt reicht's aber! Halten Sie Ihre Klappe, Frau Sobrowitsch.
Gott segne Sie, Frau Hartmann.
Versteh das nicht falsch. Die meisten Christen hier sind sehr, sehr nette Leute.
Frau Sobrowitsch ist in einer Sekte. Au�erdem ist sie ein Arschloch.
In allen Religionen gibt es Arschl�cher.
Das wisst ihr am allerbesten, aber bei uns in Deutschland...
Da ist Religion wie eine Meinung. Du kannst sie haben oder nicht.
Du darfst nie einem Menschen vorschreiben, was er glauben soll.
Das w�re Faschismus, und davon hatten wir genug.
Und was deine Religion?
(Schumanns "Sinfonie Nr. 3" erklingt)
H�r dir diese Kraft an, diese Sch�nheit.
Wenn es einen Gott gibt, dann spricht er so zu uns, durch die Musik.
Durch Poesie.
"Über allen Gipfeln ist Ruh.
In allen Wipfeln sp�rest du
kaum einen Hauch.
Die V�gelein schweigen im Walde.
Warte nur, bald ruhest du auch."
Das ist ein Abendlied von Goethe.
(T�rklingel)
- Geli, Party! - (Jubelschreie)
(Rasseln und Trillerpfeifen)
Lass doch Angelika ihr Fl�chtlingsding machen.
Aber mach du auch dann dein Ding.
- Mach dein Projekt. - Was ist denn mein Projekt, Sascha?
Na, du. Du selbst.
Übrigens, Clarissa steht tierisch auf dich.
Clarissa?
Ja, die Blonde da hinten mit den...
Die gerade hier so...
Ist bei mir in der Buchhaltung. Hat schon zweimal nach dir gefragt.
Du bist genau ihr Typ.
- Echt? - Ja.
(dynamische elektronische Musik)
Danke.
Und Sie arbeiten als Chefarzt im Harlachinger Krankenhaus?
- Was? - Das ist total interessant.
- Was? - Ich sagte, das ist total interessant.
Was ist was? Ich versteh kein Wort.
Dass Sie Chefarzt sind.
Chefarzt!
Chefarzt! Bin ich, ja, ja.
- Ja, das ist total interessant. - Ja, ja.
Wir h�tten den Sex-and-the-City-Fanclub mit zu mir nehmen k�nnen.
Ich habe drei Stunden kein Wort verstanden von dem, was irgendeiner gesagt hat.
Ist doch schei�egal, Richie.
Wir hatten endlich mal wieder Spa� trotzdem, oder? Ist doch okay.
Du, ihr seid schon vorsichtig, ja?
- Hm? - Ist Geli jetzt allein mit dem Fl�chtling?
Lass ihn nicht zu nah an deine Tochter ran.
- Was soll das hei�en? - Richard, ich bin Arzt.
Ich war zehn Jahre in S�dafrika und wei� Bescheid.
Die Afrikaner haben eine ganz andere Art Trieb als wir.
Ja? Die wollen ficken und feiern, die k�nnen nicht anders.
So ein Quatsch, Sascha. Diese Klischees finde ich bescheuert.
Das ist einfach nur ein "Fact".
Sie k�nnen mich da vorne rauslassen. Ich brauche frische Luft.
Alles klar. Spa� gehabt?
(Tr�ten, Gel�chter)
(Rapmusik)
(Musik wird lauter)
(Heike) Komm her, Richard!
Bist du verr�ckt geworden? Du kannst nicht einfach 'ne Party feiern.
Bei aller Liebe, es gibt Regeln hier!
Ich die Leute nicht kennen. Freunde von Heike.
- H�? - Aus Afrika-Klub.
Von die Yoga, Zumba, Salsa...
Zirkus.
(T�rklingel)
Ich muss erst mal Ihre Personalien aufnehmen.
Wie oft soll ich es noch sagen? Es ist nicht meine Party.
- Ihr Haus, Ihre Party. - Wer hat Sie gerufen?
Wir haben eine Anzeige wegen L�rmbel�stigung erhalten
und Drogen gefunden: Marihuana, Ecstasy, Koks, Pilze, Opium.
Und Sie brauchen eine Genehmigung f�r das Zebra.
Also, wer wohnt noch in Ihrem Haus? Sie, Ihre Frau, wer noch?
- Niemand. - Was ist mit diesem Herrn Diallo?
Ach Quatsch, der hat absolut nichts damit zu tun.
(T�rklingel schrillt)
Sophie, ich wei�, dass du zu Hause bist und flei�ig lernst.
Aber du musst auch mal Pause machen. Ich hab Eiscreme besorgt.
- Willst du Eiscreme? - Kurt, es ist zwei Uhr nachts!
Ja, eben!
(T�rklingel schrillt)
(ruhige Gitarrenmusik)
Sophie!
W... W... Wow!
Hallo, Diallo.
Sophie.
Scheint 'ne krasse Party gewesen zu sein. Wieso war ich nicht eingeladen?
- Du jetzt wieder wohnen hier? - Nee, nur so tempor�r.
Ich hab gerade Stress wegen Examen und so 'nem Typen und...
Sophie... du musst haben Kinder.
Heiraten, sonst du ungl�cklich.
So einfach ist das nicht bei uns.
Wir werden nicht einfach verheiratet, wir suchen selbst den Richtigen aus.
Irgendwie habe ich das Talent, immer den falschen Mann zu finden.
Und wenn ich mal doch einen guten Mann kennenlerne,
geistig gesund, erfolgreich, dann ist es auch nicht einfach mit mir.
Warum nicht?
Die sehen dann die kleine, hilflose Ewigstudentin in mir
und haben einen Plan f�r mich.
Na, und dann bin ich ihr Projekt.
Ich verstehe. Ich auch ein Projekt.
(Zweige rascheln)
- Da steht ein Zebra. - Ja.
- Ist das dein Zebra? - Nein, von Freunden von Heike.
(Soulmusik)
Gut sieht das aus, Leute. Noch mal alles geben.
Saïd, das schaffst du. Jeder, wie er kann.
Ein super Tag, um sich auszupowern.
Okay.
Pause und Wechsel danach. Trinken nicht vergessen, es ist warm.
Tarek, kann ich dich was fragen?
Klar, Diallo.
Bist du eigentlich... verheiratet?
Äh...
- Nein, momentan bin ich Single. Wieso? - Aber du alt.
Sehr alt.
Na ja, also, so alt bin ich auch wieder nicht.
Du brauchen Frau. Warum nicht haben Frau?
Hierzulande ist es nicht so einfach, die Richtige zu finden.
Du brauchst Gl�ck, das richtige Timing.
- Ich bin noch auf der Suche sozusagen. - Hm.
Ich vielleicht...
habe Frau f�r dich, sehr nette Frau.
Ach wirklich, ja?
Okay...
- Äh... Das ist lieb von dir. - Klar.
Okay, Diallo, lass uns weiter Sport machen.
- Wo ist denn Sophie? - In ihrem Zimmer. Lernt, glaube ich.
Wohnt sie wieder hier? Dann k�nnen wir die Stadtwohnung k�ndigen.
Richard, hast du gewusst, dass das wirklich im Koran steht?
Was?
"Und t�tet die Ungl�ubigen, wo immer ihr sie findet."
Na klar, da stehen noch ganz andere Sachen drin.
In der Bibel stehen auch furchtbare Sachen.
Ja, aber wie viele Selbstmordattent�ter sprengen sich und rufen: "Jesus ist gro�!"
Wir hatten eine Aufkl�rung, der Islam liegt 600 Jahre zur�ck.
Ja, der Islam braucht eine kritische Auseinandersetzung mit sich selbst.
Nat�rlich. Ich bin auch gegen die Burka.
Dann sag mir: Was am Islam ist denn so bereichernd f�r uns?
- Hm? - Menschen.
- Menschen k�nnen bereichernd sein. - Aber nicht alle, die zu uns wollen.
- Manche sind gef�hrlich. - Ich diskutiere das nicht wieder mit dir.
(TV-Sprecher)...mehrere Verhaftungen
von islamistischen Terrorverd�chtigen in einem Fl�chtlingsheim...
Gr�� Gott, Frau Stu...
Salam alaikum, Frau Hartmann.
Wenn Sie zu uns kommen, tragen Sie bitte Ihre Burka.
Oder Ihren Niqab. Haben Sie Respekt.
(orientalische Musik)
(Muezzin singt)
He, Frau! Wo ist deine Burka?
Wo ist dein Kopftuch? Wo ist dein Schei�kopftuch?
Richard...
(Monsieur miaut)
Monsieur...
- Guten Morgen, Diallo. - Guten Morgen.
Ich repariere die...
- (betont) Ge-m�-se-beet. - Gem�senbeet, ja.
Ich hatte heute Nacht einen Albtraum.
Es ist mir etwas unangenehm.
Ich hab getr�umt, dass Deutschland vom Islamischen Staat besetzt war.
Verstehst du?
Ich wei� auch nicht, warum ich das getr�umt hab.
Anscheinend habe auch ich... unbewusst...
irgendwo... ein bisschen Angst.
Ich hatte diesen Albtraum auch, Angelika.
Er war meine Leben, deswegen ich hier.
Nat�rlich.
(ruhige Klaviermusik)
(Basti) Jo, D! Hier!
Hier unten!
Hey, D. Sch�n, dass du da bist.
- Das sind meine Kumpels, Sammy... - Digga, what's up?
- Und Olaf. - Yo, Peace, Bro.
Diallo ist aus Afrika.
Wir alle sind aus Afrika.
From the Motherland.
Ist nett von Schule, euch zu geben die Zimmer.
Alter, hier gibt's 'nen muslimischen Gebetsraum.
Einen Jesusraum, einen mit Buddhas. Einen Ökoraum.
Da kann es wohl einen verdammten Hip-Hop-Raum geben.
Wir meinten, wir f�hlen uns sonst diskriminitiert.
- "Diskriminiert". - Hab ich doch gesagt.
Und ihr wollt ein Musikvideo drehen?
Ganz genau, D. Dazu brauchen wir deine Hilfe.
Wir haben lange gespart und ein paar Homegirls engagiert.
Die kommen nur, wenn ein Erziehungsberechtigter dabei ist.
So wie du, D.
Was f�r... Homegirls?
(eindringlicher Beat)
(Basti) Let's go. Yeah.
- (Olaf) Yeah. - (Basti) Yeah.
Hey, Partypeople, ja, hier sind wir.
Befruchtungszwerge in ihrem Revier.
Drei Typen, so cool und frisch.
Mit Eiern in der Hose und Guns unterm Tisch.
Also chillt mal das Gesicht, Leute. Kommt mal runter.
Die Welt geht dieses Wochenende noch nicht unter.
Kauft euch Zuckerwatte, macht euch frei.
Wir machen Schei� heute, ihr seid dabei.
An alle s��en M�dels, die MILFs und die Honeys,
die Sugargirls, die Chicas und Bunnys.
Wir sind die Chillers, die Ladykillers.
Lauter als die lautesten Urwaldgorillas.
Chill mal dein Gesicht, Mann. Komm mal runter.
Die Welt geht dieses Wochenende noch nicht unter.
Chill mal dein Gesicht, Mann. Mach dich frei.
Chill mal dein Gesicht, Mann. Komm mal runter.
Die Welt geht dieses Wochenende noch nicht unter.
Chill mal dein Gesicht, Mann. Mach dich frei.
Was ist denn hier los?
Wer hat hier die Aufsicht?
Thilo, pass auf.
Fahr schon vor, ich hab hier 'ne private Situation.
Check ein, ich beeil mich, okay?
Wirf dich vors Flugzeug, belaber die Tante am Gate. Irgendwas.
Entschuldigung, Herr Dr. Becker. Es ist gerade verr�ckt.
Aber ich verstehe nat�rlich, dass Sie sich gewisse Sorgen machen.
Ihr Sohn hat f�nf Prostituierte in unsere Schule geholt.
Stripperinnen, das ist ein Unterschied.
Er hat �ber zehn Fehltage in den letzten acht Wochen.
Und wer ist dieser Afrikaner, der dabei war? Ein Zuh�lter?
Welcher Afrikan... Nein, nein, das ist unser Fl�chtling.
Wir engagieren uns sehr f�r Fl�chtlinge.
Mein Sohn geht gerade durch 'ne schwierige Zeit.
Meine Frau und ich lassen uns scheiden, er soll mit nach Asien.
Er kommt in eine wunderbare Schule, aber es w�re hilfreich,
wenn er diese Klasse schafft.
Was ist, wenn er dieses Referat macht? Dann packt er das doch.
Hm?
Ah, ist das der Spendenkreis f�r die neue Turnhalle?
Darf ich das mitnehmen?
Kontonummer ist drin? Gut. Vielen Dank.
- Dr. Becker. Frau Scherer. - Sch�fer.
Sch�fer, richtig. Vielen Dank f�r Ihre Zeit.
(T�r knallt zu)
Bastian, ich erwarte, dass du dich verh�ltst wie ein erwachsener Junge.
Hast du dir das Video angesehen? Ich hab's dir geschickt.
Du w�rst eben fast von der Schule geflogen wegen des verdammten Videos.
Hast du's dir jetzt angesehen oder nicht?
Nein, ich hab gerade anderes zu tun.
Basti?
Herr Dietrich, ich muss seit acht Minuten am Flughafen sein. Geht es schneller?
Ich riskiere nicht Ihretwegen meinen F�hrerschein, Herr Hartmann.
Gut. Fahren Sie bitte rechts ran.
(treibende elektronische Musik)
(Reifenquietschen)
(Reifenquietschen)
(unverst�ndlich)
(Musik l�uft weiter)
(Sicherheitsbeamter) Die Bordkarte, bitte.
- Das schaffen Sie nicht mehr. - Wenn Sie sich beeilen, schon.
Komm jetzt.
(Musik verklingt)
Kommen Sie bitte mit. Wir machen einen Wischtest auf Sprengstoff.
- Dauert nur zwei Minuten. - Die habe ich nicht.
Der Zufallsgenerator hat Sie gew�hlt.
Sagen Sie dem Generator, dass ich zuf�llig keine Zeit habe.
Sie kommen jetzt mit.
Sie haben den Koffer gerade durchleuchtet.
- Sie k�nnen den Test nicht verweigern. - Machen Sie keinen Terror.
- Lassen Sie los. - Das ist doch keine Bombe, verdammt!
Petra, ruf die Bundespolizei.
(lauter Aufschlag, Musik setzt wieder ein)
(Alarmsirene)
Back-up! Ich brauche Back-up!
Lasst mich los! Ich mach euch fertig!
Lasst mich runter! Lasst mich runter, ich bin Anwalt!
(Bastis Videoclip l�uft)
Also, auf Low-Profile macht er nicht gerade.
Ich fasse es nicht. Jetzt hat sich die Ausl�nderbeh�rde erkundigt.
Was war da los mit den Drogen?
Diallo lebt gerade mal zwei Wochen bei Ihnen.
Das ist alles meine Schuld.
Ich h�tte Heike die Willkommensparty nicht erlauben d�rfen.
Und die Stripperinnen in der Schule? Da wurde auch die Polizei gerufen.
Das war mein Enkel, der Basti.
Die wollten ein Musikvideo drehen, so mit Gangsta-Rap und Hip... Hop.
Bitte passen Sie auf, dass Diallo in keinem Polizeivermerk mehr auftaucht.
Das w�re ganz schlecht f�r sein Asylverfahren, verstehen Sie?
Wir brauchen jetzt absolute Ruhe f�r Diallo.
Nat�rlich.
Jetzt geht das schon wieder los. Ich glaub's nicht.
Geht das schon wieder los? Und nat�rlich du, Rayhan.
Lass die Leute in Ruhe, h�rst du?
Du sollst die Leute in Ruhe lassen. Go away, Rayhan!
- You go away! - Go away! Himmel, Arsch und Zwirn!
Ich hatte schon mit Hunderten Leuten zu tun, aber noch nie mit so einem Typen.
Frauen sollen nicht zum Sprachunterricht, die Leute keine Musik h�ren.
Ich wei� nicht, was er in Europa will. Er hasst alles, was wir sind.
Ich wei� nicht, warum wir solche Typen ins Land lassen.
- Die Leute haben Angst vor dem Schei�kerl. - Der tr�gt die Lederjacke von meinem Mann.
Geli! Sorry, dass die Party aus dem Ruder gelaufen ist.
Und Richard und du, habt ihr euch noch gestritten?
Oh Schei�e, das tut mir so leid.
Aber der Zirkus holt das Zebra n�chste Woche ab.
Ich lasse euch nicht allein. Ich helfe euch.
- Kommt doch mal zur Tanztherapie. - Lass mal, Heike. Das bringt gar nichts.
Geli, das bringt's!
Geli...
Fuck.
Trinken, Diallo. Viel trinken, Kinder.
Salat steht im K�hlschrank. Morgen mach ich deinen Lieblingsapfelkuchen.
Danke, Mama. Wo ist eigentlich Papa?
Wei� nicht.
Du bald Pr�fung, ja? Welche?
Psychologie. Manchmal glaube ich, das ist Quatsch.
Ich habe gute Nachricht f�r dich, Sophie.
- Sehr gute Nachricht. - Ach, echt?
- Ich hab vielleicht Mann f�r dich. - Oh, Diallo...
Du meinst das konstruktiv, aber so l�uft das nicht.
Er ist sehr netter Mann, toller Mann.
Starker Typ.
Starke Typen hab ich so oft kennengelernt,
und dann entpuppen die sich als die verlogensten,
manipulativsten Arschl�cher.
(Telefon klingelt)
Ja, hallo. Hier bei den Hartmanns.
Ja, ich bin seine Schwester.
Wie, eingeliefert?
Ich kenne meine Rechte.
- Sie k�nnen mich nur 24 Stunden festhalten. - Sie haben 24 Stunden geschlafen.
Oh Gott. Ich brauch mein Handy. Ich brauch mein Handy!
Herr Hartmann, Sie leiden an akutem Burnout-Syndrom.
- Quatsch. - M�glicherweise psychotische St�rungen.
Ihr Handy ist tabu f�r die n�chsten 48 Stunden.
F�r die n�chsten Tage? Ich muss seit Tagen in Shanghai sein.
Sie scheinen die Terrorismusgesetze nicht zu kennen.
Sie bleiben hier, ich erstelle ein psychiatrisches Gutachten.
F�llt das schlecht aus, fliegen Sie nirgendwo mehr hin.
Dann kommen Sie auf die No-Fly-List.
(Arzt) Mhm.
Diallo, was ist los?
- Schlechte Nachrichten, Tarek. - Was?
Die Frau, von der ich erz�hlt habe, die Frau f�r dich... Gibt Problem.
- Ist sie doch nicht so nett? - Doch, ist sehr nett.
Aber auch sehr schwierig, glaube ich. Kompliziert.
Und bisschen... verr�ckt.
Willkommen in Deutschland, Diallo.
Diallo, hast du eine Freundin?
Nein, ich kein Gl�ck mit Frau.
Das sehe ich aber anders.
Die junge Frau in dem gr�nen Shirt, ich glaube, die mag dich.
Nicht umdrehen. Schau nach vorne. Die hat dich lange angesehen.
Ich glaube, ich sie kenne. Arbeitet in B�ckerei.
- Sehr nett. - Na also.
Was ich jetzt machen? Mit wem ich sprechen?
Na, mit ihr. Du musst dich nicht bei ihrem Vater vorstellen.
Ich ihr Nachricht schreibe, auf Facebook, ja?
Quatsch, Facebook. Geh einfach hin und sag Hallo. Oder Servus.
- Servus, ja. - Servus!
- Servus. - (Tarek lacht)
(schreit auf)
(ruhige, klassische Musik)
Ja, es w�re total sch�n, wenn du mir...
- Dann schneidest du die sch�n klein... - Entschuldige bitte.
K�nnte ich kurz dein Handy benutzen? Das w�re dringend.
Klar.
Papa, ich ruf dich sp�ter noch mal an.
Danke.
Aber nicht zu lange, ja?
(Arzt) Herr Hartmann.
Sie haben Besuch.
Ruf in der Kanzlei an. Sprich mit Schmidt, nicht Reinhardt. Die tratscht.
Wir haben einen Familiennotfall.
Die sollen mir einen Flug am Mittwoch aus Frankfurt...
- Du bist wirklich verr�ckt geworden, oder? - Schreib mit.
- Schreib's auf. - Ich spiele hier nicht deine Sekret�rin.
- H�r auf, �ber deinen Job nachzudenken. - Nicht so laut.
H�r auf damit.
Dein Arzt sagt, du hast neurologische St�rungen.
Das ist echt krank, Philipp.
- Wem musst du dauernd was beweisen? - Spiel jetzt nicht die gro�e Psychologin.
Oh Gott. Und erz�hl bitte Mama nichts davon, oder Papa.
Und auch Basti nicht, ja?
Ich bin in Shanghai, alles ist super.
Wei�t du, dass Papa 'nen Facebook-Account hat?
- Was? - So 'n richtiges Weibchen-Anlock-Profil.
Total peinlich.
Ich mach mir Sorgen um die beiden.
Du kennst sie. Die haben sich immer wieder zusammengerauft.
Gib mir mal dein Handy.
Nur ganz kurz, gib mir bitte... Bitte, Sophie.
- Kramer. - Thilo, Gott sei Dank erreiche ich dich.
Du musst mir den Arsch retten, ich h�nge fest...
- Lass dir Zeit. - "Lass dir Zeit"?
- Die Verhandlungen laufen wie geplant. - Nichts l�uft wie geplant.
Warte mal. Wer f�hrt die Verhandlungen?
(Tastenton)
Thilo?
Thilo, das ist mein Deal!
Das ist mein... Das ist mein... Verdammte Schei�e!
Herr Hartmann, beruhigen Sie sich.
- Nicht! - Kommen Sie.
(er schreit)
Lasst mich los, ich mach euch fertig!
Mein Handy...
Nein, ich m�chte nicht �ber diese Party sprechen.
Okay, ich rufe zur�ck. Und Heike...
Hol endlich dieses d�mliche Zebra ab.
Dr. Hartmann, eine Frage zur Schulter von Herrn Eckstein.
Meiner Meinung nach sollten wir die Diagnose...
Dr. Hartmann!
Ich finde das unh�flich, wie Sie mit mir umgehen.
- Wie bitte? Was wollen Sie von mir? - Nein, was wollen Sie von mir?
Mir reicht's langsam. Wir arbeiten zusammen, ich bin Arzt.
Sie sind in der Facharztausbildung, vergessen Sie das nicht.
Seien wir ehrlich. Um was geht's hier?
Was hab ich Ihnen je getan au�er dieser bescheuerten Vase?
Kein Grund, laut zu werden.
Egal was ich tue, irgendwas passt Ihnen nicht an mir.
Was k�nnte das sein? Bin ich Ihnen zu dunkel?
F�rchten Sie, dass ich Ihre Kinder esse oder einen Bombeng�rtel trage?
Nennen Sie mich jetzt einen Rassisten, oder was? Das ist unversch�mt!
Sie kennen mich gar nicht!
Au�erdem, nur um das klarzustellen:
Ich habe einen Fl�chtling zu Hause.
- Sie haben... einen was? - Einen Fl�chtling, ja.
Wir duschen sogar zusammen.
- Wie bitte? - Nat�rlich nicht gleichzeitig.
Er benutzt dieselbe Dusche wie ich, im Keller.
Wow. Er darf im Keller wohnen.
Gro�z�gig.
Darf er auch dasselbe Wasser wie Sie trinken?
Jetzt reicht es mir, Sie unversch�mter Kerl!
Ich bin kein Rassist, Sie Arsch!
Nur weil Sie einen Fl�chtling "haben",
k�nnen Sie den Rest der Welt nicht wie Schei�e behandeln, Herr Dr. Hartmann.
(H�mmern)
Hey, Schatz. Wo ist das Zebra?
Wurde heute abgeholt. Ich vermisse es etwas.
Diallo, was machst du denn da Sch�nes?
- Ein Vogelh�uschen. - Das ist aber nett.
Ja.
Wie kleine Moschee.
Mini-Moschee, f�r Moscheenv�gel.
(lachend) Nur Spa�, Herr Hartmann.
Das ist richtige Dach.
Unterricht, Diallo. Pause zu Ende.
Hey, D, tut mir echt leid wegen dem Video. Dass du Anschiss bekommen hast.
Ist okay. Ist cool Video.
Das ist saukrank.
Warum werden manche Seiten nicht gesperrt?
Total crazy, schau mal.
- Warum du das? - Na ja, wegen dem Referat.
Da geht es ja um Islamismus und Fl�chtlinge und so.
W�rdest du mit in die Klasse kommen und ein bisschen erz�hlen von dir?
- Ich wei� nicht. - Ich falle sonst durch, Alter.
Das... deine Mama?
- Ja. - Deine Mama, wo ist jetzt?
Auf Mallorca. Sie war da mal im Wellnessurlaub,
jetzt ist sie mit 'nem spanischen Hoteltrottel zusammen.
Ich sollte nach Mallorca ziehen, aber ich wollte bei meinem Dad bleiben.
- Du viel machen mit deinem Papa. - Na ja...
Fr�her.
Ich verschreibe Ihnen zun�chst Insidon.
Davon nehmen Sie ab jetzt jeden Tag drei St�ck.
- Und dann... - K�nnen wir von Mann zu Mann sprechen?
2000 Euro, wenn Sie mich heute fliegen lassen.
- Das ist eine Unversch�mtheit. - 3000 Euro.
Ich habe f�nf Kinder.
5000 Euro?
Was du machen?
Ich sammle meine alten Puppen.
Ich will sie endlich wegbringen, die vergammeln sonst nur.
Hm.
Ich sehr traurig f�r dich, Sophie. Ich hatte Mann f�r dich.
Sehr guter Mann, starker Typ.
Ich kann das so nicht. Dazu bin ich zu romantisch.
- Wie, romantisch? - Ich war immer eine kleine Prinzessin.
Ich wollte meine Puppen b�rsten und Hochzeit spielen.
Ich bin der totale Albtraum f�r die Gender-Forschung.
Und ich schaute immer bescheuerte romantische Filme mit meiner Oma.
So... Rosamunde Pilcher und so.
Rosamunde Pilcher?
Ich liebe dich, Lisa.
Ich m�chte den Rest meines Lebens mit dir verbringen.
Willst du meine Frau werden?
Siehst du? Gleich kommt der Rosamunde-Pilcher-Moment.
Ja.
(romantische Musik im Film)
(P�rchen lacht)
Lustig.
Klar, schon.
(T�rklingel)
Ach du Schei�e. Einfach ruhig bleiben.
Pst.
Hey, Sophie. Alles klar?
- Darf ich reinkommen? - Kurt, was machst du hier? Spinnst du?
Was ist denn hier los?
- Bleib stehen, oder ich hole die Polizei. - Wer ist der Typ?
- Lass die Sophie in Ruhe. - Stay back! Stopp!
Black person! Ganz ruhig, Sophie. Keine Angst.
- Sind hier noch mehr Geiseln? - Halt deine crazy Fresse und verpiss dich!
Ich lasse dich nicht mit diesem Islamisten allein!
- Du musst hier raus. - Nein! Hilfe!
- Lass sie los! - Stay back!
(unverst�ndlich)
H�rt auf. Ich... Ah!
(Sophie) Ah!
(Sophie) Aua!
Ah! Au, du Arschloch!
Was willst du? Was willst du?
Was willst du? (Tastent�ne)
Ja, ist da die Polizei? Hier passiert gerade ein Mord.
Dieser Terrorist hat mich angegriffen. Ich erstatte Anzeige.
Ich mach dich fertig. Sophie, ich lass dich nicht allein mit dem Neger.
Dieser Mann ist geistesgest�rt und verfolgt mich seit Wochen.
Wir nehmen erst mal nur die Personalien auf, Frau Hartmann.
Herr Makabouri, Ihre Papiere, bitte.
Was'n hier los?
Das darf doch nicht wahr sein. Wie sieht es denn hier aus?
Papa, das Wichtigste ist, dass Diallo da absolut...
Sophie, es geht jetzt nicht um Diallo. Es geht um dich.
Du solltest 24 Stunden am Tag lernen.
Aber du l�sst dich wieder von M�nnergeschichten ablenken.
H�rt denn das bei dir nie auf?
Willst du die Pr�fung auch versemmeln und nie volle Leistung bringen?
Also, das finde ich jetzt... Das finde ich jetzt nicht okay, Papa.
Das finde ich wirklich nicht okay.
Sophie...
Ich will nicht, dass du irgendwann einsam, ohne Job, ohne Mann,
mit 40 Katzen wohnst, wie Brigitte Bardot, verdammt noch mal!
Ich hasse dich! Du bist so gemein!
- Was ist denn hier los? Ist alles okay? - Nein, nichts ist okay.
Wo warst du, wenn man fragen darf?
Auf einem Diskussionsabend mit Bernd und anderen Lehrern.
Ach, wie nett. Kleines Date mit Bernd, charmant.
Und dabei hast du dich volllaufen lassen.
Vielleicht noch LSD genommen, mit Heike.
Ach, du trauriger alter Mann.
Wie bitte?
Wei�t du: Egal was du auch tust, ob du dir ein Facebook-Profil zulegst
oder dir die Falten wegspritzen l�sst,
du bist und bleibst ein alter Mann.
Ja, du bist alt, Richard.
Und ich bin auch alt.
Und darum hasst du die ganze Welt.
So, jetzt reicht es. Es reicht, Angelika!
Es reicht mit deinen Beleidigungen. Mir steht's bis hier!
Ich ziehe aus. Morgen fr�h bin ich weg.
Ja, ist mir recht. Zieh nur aus, zieh nur aus.
Du kannst hier ein Asylheim aufmachen oder einen Wanderzirkus beherbergen!
Dann k�nnt ihr euch permanent volllaufen lassen!
(er atmet schwer)
(melancholische Klavierkl�nge)
Angelika, Ihr Mann ausgezogen.
- Wegen mir? - Nein, nein, Diallo.
Das hat nur mit uns zu tun.
Ich glaube, ich werde den Garten umgestalten.
Ich aus kleinem Dorf in Nigeria,
mein Vater arbeitet auf Baustelle.
Mutter zu Hause mit Kindern.
Boko Haram fr�her oft kommen in Dorf, um uns Kinder zu holen.
Um f�r sie zu k�mpfen.
Wir uns verstecken, aber sie holen zwei Br�der von mir.
Beide gestorben.
Boko Haram, das ist die Terrormiliz in Nigeria,
die versucht, einen islamistischen Staat zu gr�nden.
In ganz Afrika breitet sich dieser islamistische Terror aus.
(Diallo) Vor zwei Jahren sie kommen wieder.
Ich bei Arbeit in anderem Dorf. Sie die Leute aus H�usern geholt.
Meinen Vater, Mutter,
Familie...
Sie t�ten alle.
Das war das Dorf von Diallo fr�her.
So sah es danach aus.
Und sie gehen in Schule, sperren alle Kinder ein.
Und sie...
z�nden an Schule.
Sie schie�en auf Kinder, weil Kinder lernen.
Boko Haram hei�t �bersetzt: "B�cher sind b�se" oder "Bildung ist b�se".
Viele Kinder tot.
Meine kleine Schwester...
Lisha... Sie z�nden an Kinder.
Im Namen von Allah. Warum?
Das nicht Allah.
Nicht Allah.
Dann ist Diallo mit anderen geflohen.
Schlepper f�hrten ihn durch die Sahara. Einige sind verdurstet.
Aber Diallo hat es geschafft, bis nach Misrata in Libyen.
Von dort ist er mit einem Boot nach Italien gekommen.
Und dann zu uns.
(gef�hlvolle Musik)
Dann sagen wir: Vielen Dank, lieber Basti.
Vielen Dank, lieber Herr Diallo. Danke, dass Sie zu uns gekommen sind.
Danke.
(Thilo, undeutlich, auf Englisch)
Ni hao. Hello everybody. Thanks.
Mr. Milsteen.
Mr. Gao... (er spricht Chinesisch)
I am so very sorry. I had a small family emergency.
But I am back and I am very, very happy that my good friend Thilo stepped in.
Danke, Thilo.
Danke, danke, danke.
So machen wir das in Deutschland unter Kollegen. (wiederholt auf Englisch)
- Very happy. - Very happy. What's "happy" in Chinese?
- (spricht Chinesisch) - (Thilo) Haha! Aua!
Alright, so...
Where are we? Let's do this.
Du nicht.
Oh Mann, Philipp. Ruf mich endlich zur�ck, bitte.
Papa ist ausgezogen. Ist echt alles nicht so lustig hier. Ruf an!
(Tarek) Oh!
(stimmungsvolle Gitarrenmusik)
Sophie?
T... T... Tarek?
- (er lacht) - Du...
- Was machst du hier? - Äh... ich wohne hier.
- Ach, echt? - Nein, Quatsch.
Ich helfe hier aus. Ich bin Arzt.
- Ah. - Und du?
Ich nicht. Ähm... danke.
Danke sch�n. Ich wollte meine alten Sachen abgeben.
Hat dein Vater dir die Gr��e ausgerichtet?
Von dir? Nee.
(Musik �bert�nt Szene)
Letztes Jahr war ein Schultreffen. Ich dachte, ich sehe dich da.
Nein, da reden alle �ber den Job und zeigen Kinderfotos. Horror.
(er lacht)
Du hast Germanistik studiert, ne?
Hab abgebrochen und wegen 'nem Typen Ägyptologie angefangen.
Idiotisch. Dann Modedesign. Schnapsidee, ich kann nicht zeichnen.
Dann hab ich im Ausland Spanisch gelernt und mir zweimal das Herz brechen lassen.
Dann Pharmazie auf Wunsch meines Papas.
Dreimal durchgefallen, Familienschande. Jetzt studiere ich Psychologie.
Und zweifle schon wieder, ob das das Richtige f�r mich ist.
Das passt voll zu dir. Du hast fr�her alle getr�stet.
Du warst der Dr. Sommer der Schule.
Au�erdem kann unser Land momentan Psychologen gebrauchen.
(Kettens�ge r�hrt)
(dynamische Musik)
(Krachen, Vogel meckert)
Das ist aber wirklich ziemlich viel D�nger.
- Dein Vater hasst mich echt voll. - Mein Vater hasst zurzeit alles.
Er ist in so 'ner Krise, ein bisschen wie das ganze Land.
Und ehrlich... Ich wei� auch nicht, wohin das alles f�hren soll.
Fr�her hatte ich eine klare Meinung zu richtig und falsch,
und zurzeit hab ich sie einfach nicht.
Ich glaube, die ganze Krise, all die Diskussionen,
vielleicht merken wir dadurch wieder, wer wir sind, als Land.
Beziehungsweise, wer wir sein wollen.
Wir Deutschen sind immer noch so schei�verkrampft �ber unsere Identit�t.
Dabei sind wir ein freies, tolerantes, geiles Land.
Diese Werte m�ssen wir gegen�ber allen verteidigen, die sie nicht akzeptieren.
Egal, ob das Deutsche sind oder Ausl�nder, Rechte oder Linke,
egal ob das Nazis sind oder Islamisten.
Ich fand dich damals �brigens ziemlich cool.
Mit neun.
Ich fand dich damals... auch ganz nett.
(S�ngerin singt romantisches Lied)
Wo ist denn mein Lugana?
Gibt's doch nicht, ich hatte noch zwei Flaschen.
Ich wegbringe die Alkohol.
Wegbringen? Wohin?
Ich verstecke die Alkohol. Angelika, du zu viel trinken.
- Schlecht f�r Frau. - H�r mir zu, Diallo.
Ich bin eine westliche Frau und entscheide selbst, in Ordnung?
- Wo ist mein Wein? - Ich hab versteckt.
Und bleibt versteckt. Du nicht nett zu deinem Mann, wenn du trinken.
Zu viel trinken, was das? Keine Ehre.
Ehre? H�r doch auf mit dieser Ehre.
Euch kommt es nur darauf an, dass eine Frau ihrem Mann Ehre macht.
Ich pfeife auf eure Ehre. Wo ist mein Wein?
Dein Mann dich lieben, Angelika.
Dein Mann dich brauchen. Er sehr einsam.
Er sehr einsam?
Ich sehr einsam.
- Angelika! - (sie schluchzt)
Oma, ich m�chte euch nicht st�ren,
aber da sind vier Vollidioten vor unserer Haust�r, mit Fackeln.
(Vogelzwitschern)
Was erlauben Sie sich?
Sie k�nnen hier nicht stehen. Ich hole die Polizei.
Wir halten hier Mahnwache, bis der Islamist verhaftet ist
und wieder Sicherheit herrscht.
Wir wollen Sicherheit.
Sicherheit!
Sicherheit! Sicherheit!
Frau Sobrowitsch...
Sicherheit! Sicherheit!
(dynamische elektronische Musik)
(Musik �berlagert Dialog)
Ich hab geh�rt, dass du ausgezogen bist.
- Was? - Ausgezogen. Du.
Ja, ja, stimmt. Ich wohne jetzt bei Sascha.
- Hast du da ein eigenes Zimmer? - Was?
- Deine Tochter ist da. - Was?
Tochter!
Sophie! Was machst du hier?
Papa?
Was ist denn hier los?
- Du kommst mit nach Hause. - Herr Doktor...
Mit Ihnen rede ich �berhaupt nicht.
Lass mich los, Papa. Du spinnst wohl.
Aua, das tut voll weh!
Dein Examen ist in zwei Wochen, und du feierst hier rum.
- Was ist los mit dir da oben? - Was ist los mit mir?
- Ja! - Was ist los mit dir da oben?
Was machst du hier? Was ist das f�r ein komisches Outfit?
Und diese Schuhe... Seit wann...
Mit wem bist du da? Mit wem bist du da?
Sascha.
Mit strohdummen, operierten Tussis,
die ihr flachlegen wollt?
- Was ist los mit dir da oben? - Sophie, bitte.
Verschiebt euer Gespr�ch auf morgen, und ich bringe...
Sie bringen niemanden irgendwohin, Sie...
Wir sprechen uns eh noch. Und wir gehen nach Hause.
Ey, Richard, was wird das hier?
Ich warte da drin, und du haust einfach ab.
Verstehe. Ich bin dir wohl zu alt, ja?
H�r zu, Tussi. Das ist mein Gaul, verstanden?
Geh und such dir deinen eigenen Daddy.
Das ist mein Daddy, du Kleinhirn!
- Sophie! - Sch�nen Abend noch, Herr Dr. Hartmann.
- Was br�llst du so? - Lass mich in Ruhe.
- Was machst du... - Lasst mich in Ruhe!
Alle!
(Tarek) Sophie!
Warte doch bitte mal.
(S�ngerin singt melancholisches Lied)
Hallo, Diallo. Na, wie geht's?
Also...
Leider habe ich keine guten Nachrichten, und das tut mir aufrichtig leid.
Aber sie haben dein Asylgesuch abgelehnt.
Vielleicht hat das Bundesamt deine Story nicht geglaubt,
vielleicht liegt es an den polizeilichen Geschichten, ich wei� es nicht.
Und jetzt... ich zur�ck Nigeria?
Nein, ich hab in deinem Namen Einspruch eingelegt.
Es gibt in zwei Tagen ein Eilverfahren beim Verwaltungsgericht.
Also, wir haben noch eine Chance.
Ist aber dann die letzte Chance.
Äh, du hast doch einen guten Rechtsanwalt, oder?
(traurige Musik)
- Diallo... Hallo. - Hallo.
Gehst du auch gern hier spazieren? Es ist sch�n hier, hm?
Setz dich doch.
Das Leben ist merkw�rdig.
Alles.
Ja, sehr merkw�rdig, Deutschland.
Ich nicht verstehen.
Du auch sehr merkw�rdig f�r mich.
Ich?
Warum du nicht zu Hause?
Du musst nach Hause kommen zu deiner Angelika.
Ist dein Frau, Richard. Geh�rt dir. Nicht allein lassen.
Nein, nein, nein. Sie geh�rt mir nicht. Sie ist nicht mein Eigentum.
- Das ist anders bei uns... - Doch, deine Frau geh�rt dir, Richard.
Ist deine Frau. Du lieben deine Frau.
Ja, ja, schon, aber... sie geh�rt nicht mir.
Verstehst du? Man kann Schuhe besitzen oder ein Auto.
Aber keinen Menschen.
So ist das bei uns in Deutschland.
Wenn �berhaupt, dann geh�rt meine Frau "zu" mir.
- Deine Frau geh�rt "zu" dir? - Ja, so nennen wir das.
Sie geh�rt zu mir, wir geh�ren zueinander.
Oder: Wir sind zusammen.
Warum du dann nicht zu Hause?
We handed over the percentages to the board,
so I reckon we'll have the final draft in the next 24 hours.
- But Mr. Hartmann? - Yes?
We need to speak about the liability factors.
Yes, we address this on page number 14...
(rhythmisches Piepen)
- Yes. - (Frau) Mr. Hartmann, phone call for you.
- It's your son, family emergency. - (Mann spricht Chinesisch)
Just... two minutes?
Ich kann gerade nicht viel machen. Ich rufe in der Kanzlei an...
Das reicht nicht, du musst sofort zur�ck.
Du musst ihm bei der Verhandlung helfen.
Wir sind kurz vor Vertragsabschluss, ich kann nicht weg.
Du bist so ein Arschloch, Papa.
- Bitte? - Du hast mich genau verstanden.
Wenn du nicht hilfst, bist du eins.
Ohne Diallo h�tte ich die Klasse nicht geschafft.
Du hast das Video vom Referat gesehen, oder? Ich hab's dir geschickt.
- Nein, ich hab's noch nicht gesehen. - Du schaust nichts an, was ich schicke.
Ist dir schei�egal, was ich mache, ja?
Ich rei�e mir den Arsch auf, damit wir nach Shanghai k�nnen.
Ich schei�e auf Shanghai.
Entweder du kommst sofort, oder du bist f�r immer ein Arschloch.
(Tastenton)
Nicht Arschloch sagen zu die Papa.
(leise Klavierkl�nge)
Philipp, alles okay?
Philipp, die Leute warten.
Viel Spa�.
- Viel Spa�, Thilo. - Philipp?
Geli? Seit wann stehen die Leute da vorm Haus?
Seit drei Tagen.
- Ich hab dir Blumen mitgebracht. - Sch�n.
Ich hab nachgedacht, und ich will dir was sagen.
Richard, Diallo hat kein Asyl bekommen.
Was?
Anscheinend hat er widerspr�chliche Aussagen auf dem Asylamt gemacht.
Er redet nicht gern �ber seine Geschichte, und dann war sein Deutsch nicht so gut.
Na ja, und jetzt die Sache mit der Polizei...
- Übermorgen ist der Prozess. - Hast du Philipp angerufen?
- Der ist doch in Shanghai. - Dann helfe ich ihm.
- Du hast doch keine Zeit. - Ich hab sehr wohl Zeit.
Das wollte ich dir ja...
- Ich gehe in Rente. - Komm, du...
Doch, ehrlich. Ich mach das.
Es tut mir leid, was...
- Ich habe sehr unsch�ne Sachen gesagt. - Ich doch auch.
- Und ich... - Mama?
Papa? Wohnst du jetzt wieder hier?
Ich wollte dir jemanden vorstellen, Mama, aber ob das der richtige Moment ist?
Doch, das ist ein sehr guter Moment. Bitte.
Kommen Sie nur weiter. Herzlich willkommen.
- Hallo, Frau Hartmann. - Das ist Tarek. Das ist meine Mama.
- Das freut mich. - Mich auch. F�r Sie.
Was f�r sch�ne Blumen. Vielen Dank. (lacht)
- Ja, ihr kennt euch ja schon. - Hallo, Herr Doktor.
- Da stehen seltsame Typen vor Ihrer T�r. - Ähm...
Es stehen auch seltsame Typen im Wohnzimmer.
Das ist 'ne richtig kranke Nazidemo oder so vor unserem Haus, Oma.
Tarek? Sophie?
Wieso ihr beide?
Diallo?
Kennt ihr euch?
(T�rklingel)
- (P�bel) Sicherheit! Sicherheit! - Ihr rechtes Pack!
Widerliche rechte Ratten!
In 'ner halben Stunde ist die Antifa da!
Richard, ich regle das. Ich lass euch mit denen nicht allein.
(�ber Megafon) Ich will mit Sophie sprechen.
Ich will sehen, dass es ihr gut geht.
Schei�e! Das ist Krieg, Leute. Wir m�ssen k�mpfen!
- Ich rufe die Polizei. - Keine Bullen, verdammt!
Wir m�ssen k�mpfen!
Ich bin im M�nchner S�den in einer stillen Wohngegend vor dem Haus der Hartmanns...
Die Presse, Nazis, die Linken...
Und die Antifa!
Wenn in diesem Haus eine Bombe hochgeht, ist morgen Krieg in Deutschland.
(alle) Sicherheit! Sicherheit!
Was hei�t hier, Ihre Leute waren schon vor Ort?
Das ist keine kleine Mahnwache mehr!
Das sind 100 Leute! (Flasche zerschellt)
Wir brauchen Polizei!
- Hier! - Sicherh...
Ja, du Penner! Glatze! Du Ratte!
- S�cke! - Das sind meine Bio-Eier!
(Richard) H�ren Sie auf! Gehen Sie!
Die Polizei wird gleich... da sein.
- Heike... Bist du verr�ckt geworden? - Sei doch ruhig.
Verdammt!
- Ah! - Ah!
Wir rufen das zweite Mal an. Wir brauchen Polizei. Das eskaliert!
- Ich gehe raus. - Nein!
Nein, du bleibst hier. Wir bleiben zusammen. Oh Gott!
Ins Haus, schnell!
Oh Gott, Papa! Papa! Papa!
- Tarek! - Herr Doktor, was ist passiert?
- Was ist los? Aufs Sofa. - Aufs Sofa.
- Da drinnen gibt's Verletzte. - Bringen Sie Ihre M�nner in Position.
Wir k�nnen das Risiko nicht mehr eingehen.
(Sophie) Was ist los, Tarek? Papa...
Hol 'nen Krankenwagen. Er hat 'nen Herzinfarkt.
Basti, hol ein Glas Wasser. Schnell!
- Haben Sie Aspisol im Haus? - Nein...
- (Angelika) Richard? - Diallo, komm her.
Reden Sie mit ihm. Bei Bewusstsein halten.
Herr Hartmann, nicht sterben.
(spannungsvolle Musik)
Hey, du Islamist! Ja, ich meine dich!
Du warst bei Sophie. Mit dir hab ich noch ein H�hnchen zu rupfen.
Lass Sophie in Ruhe. Sie braucht Sicherheit.
- (Mann 1) Was soll das? - (Mann 2) Spast!
(Mann 3) Verpiss dich!
- Eine Spritze und... - (Sophie) Der Schmerz geht vorbei.
(Richard st�hnt)
- Fuck! - (Sophie) Alles ist gut.
(Mann �ber Funk) Zugriff einleiten.
(Sophie) Ruhig bleiben, Papa. Du schaffst das.
(Angelika) Diallo, sehr gute Idee.
Was macht der da? (erstaunt) Der hilft.
Wir haben den falschen Mann.
(alle schreien panisch)
Einsatzabbruch. Alle Einheiten, freeze!
- Freeze, verdammt! - Abbruch!
Entschuldigung, Sie haben die Polizei gerufen?
Ja...
Aber das ist schon 'n bisschen her.
Was'n hier los?
(ruhige Klaviermusik)
(gef�hlvoller Song)
- Ich hab dir noch was mitgebracht. - Mhm?
- Boah! - (sie lacht)
Das gibt's doch nicht.
Wie hast du die zur�ckbekommen?
Heike hat sie ihm abgenommen.
(Sprecher) Der Beschuldigte wird verd�chtigt,
Teil eines islamistischen Netzwerks in Deutschland zu sein,
das eine schwere staatsgef�hrdende Straftat geplant haben soll.
Einen Irrtum gab das LKA dagegen im Fall Makabouri zu.
Ob der nigerianische Fl�chtling trotzdem abgeschoben wird,
entscheidet sich heute beim Eilverfahren...
- Du solltest beim Prozess dabei sein. - Mh.
Ich bin jetzt hier.
Bei dir.
Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil: Der Asylantrag...
Halt, warten Sie! Ich bin hier.
Verzeihen Sie, werter Herr Vorsitzender.
Ich bin Philipp Hartmann, der Anwalt von Herrn Makabari.
- Bouri. - Bouri.
Guten Tag. Ich nehme an, Sie sind von Pro Asyl.
Sicher nicht, ich bin wahrscheinlich eher das Gegenteil.
Ich bin Corporate Lawyer, also, bis gestern war ich es jedenfalls.
Ich m�chte pers�nlich anmerken:
Ich habe nicht laut "Willkommen" geschrien,
und ich war sehr skeptisch, ich bin immer noch sehr skeptisch.
Aber wissen Sie, wo ich nicht skeptisch bin?
Jetzt bin ich aber neugierig.
Bei diesem Mann.
Bei Diallo Makabouri bin ich ausnahmsweise kein bisschen skeptisch.
Und warum? Weil er ein echter Freund meiner Familie ist.
Und meines Sohnes.
Ja, dann, �h...
h�tten wir da die Anzeigen wegen L�rmbel�stigung und Drogenbesitzes.
Die Party-Veranstalterin Heike Broscher nimmt alle Anschuldigungen auf sich...
Herr Hartmann, darum geht es hier heute gar nicht.
- Nein? - Hier geht es alleine darum,
ob Herr Makabouri Asyl bekommt.
- Ach so. - Er hat bei seiner ersten Anh�rung
sehr widerspr�chliche Aussagen gemacht.
Ich habe hier ein Video aus der Schulklasse meines Sohnes Bastian.
Da k�nnen Sie die Lebensgeschichte von Herrn Makabouri sehen.
Ich beantrage, das als Beweismittel zuzulassen...
Herr Hartmann, wir haben das Video bereits gesehen.
Was?
Vor zwei Stunden, Ihr Sohn hatte die gleiche Idee.
Insofern w�rde ich jetzt gern mit meiner Urteilsverk�ndung fortfahren.
(leise) Danke.
Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil...
(fr�hliche Soul-Musik)
Diallo, komm mal her, mein Junge.
- Willkommen bei den Hartmanns. - Super Party.
Diallo, das ist aber kein alkoholfreies Bier, ne?
Nee, Tarek. Heute gut deutsche Bier.
Prost.
- Der ist schon voll. - Ja.
Meine Bude ist klein, aber ich k�nnte Fl�chtlinge aufnehmen.
Bei mir im Kurs sind zwei Br�der, Amir und Hasan.
Der eine ist so 'n... so 'n Kr�ftiger, der bewegt sich ganz toll.
Und der andere... ganz still und sensibel und so... Ach.
Das k�nnte funktionieren, meinst du nicht?
- Ja, nat�rlich. Warum nicht? - Ja!
Ich hab diesen Sommer viel Zeit. Ich hab �berlegt, ob wir 'ne Fahrradtour machen.
- Oder zelten. - Zelten ist voll schwul, Papa.
- Chill mal dein Gesicht, Basti. - Was?
- Du bist viel zu cool f�r dein Alter. - (lachend) Ah, bitte!
Komm mal her, mein Schatz. Ich bin so stolz auf dich.
- Ja? - (er lacht wiehernd)
- Du bist mein kleines Mutzilein. - Pst.
(nuschelnd) Mein kleines Mutzilein. Du kannst doch nicht...
- Ich k�nnte euch alle knuddeln. - Papa, bitte. Du bist peinlich.
Na komm, sei nicht so verklemmt.
- Familie! Familie! - (er scratcht)
So, jetzt! (Kamera-Ausl�ser)
- Erkl�r mir nicht immer alles. - Du dr�ckst hier...
(Diallo lacht laut)
(heitere, ruhige Musik)
(Song: "Just Because" von Raphael Lake)
- Servus. - Servus.
(Song l�uft weiter)
(Song klingt aus)
- Richard, jetzt ich habe Asyl. - Ja.
Ich rufe an zu Hause, erz�hle alle meine Onkel, Tanten, Neffen und Cousinen.
Alle jetzt wollen kommen hier.
Sie alle hier wohnen, wie eine gro�e Familie.
Nur Spa�, Richard. Nur Spa�.
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