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Rose Marie (1954) dTV - WDR - 31. August 2013
Musik
Hey da.
Junge.
Hey da.
Junge.
Hey.
Hey.
Komm her, Junge.
Hey.
Weißt du, wo das Haus des Trappers Lemaitre ist?
Ich frage, ob du weißt...
Ich kann nicht so weit rufen, komm doch mal ein bisschen näher.
Hast du Angst vor mir, mein Junge? Ich beiß dich nicht.
Noch ein bisschen.
Kannst du mir sagen, wo das Haus des Trappers...
Junge, Junge.
Du bist ja gar kein Junge.
Ich suche nämlich ein Mädchen, die Tochter des Trappers Lemaitre.
Sie heißt, äh...
Ach, du bist Rose Marie. Rose Marie Lemaitre.
Ich bin Mike, Mike Malone.
Dein Papa hat mich sicher schon mal erwähnt.
Vorigen Herbst, als er krank war und spürte,
dass er es nicht mehr lange machen würde...
Da hat er mich gebeten, ich möchte kommen
und mich um seine Tochter kümmern, wenn es mit ihm aus ist.
Du bist hier ganz allein, das ist nicht gut.
Deswegen brauchst du dir keine Sorgen mehr machen.
Hey. Bleib doch hier.
Rose Marie.
Musik
Rose Marie.
Musik
Rose Marie.
Musik
Rose Marie.
Musik
Rose Marie.
Jetzt hör erst mal zu, dann kannst du mich immer noch erstechen.
Du glaubst doch nicht im Ernst, dass du mit einem Gendarmen fertigwirst.
Wir kriegen immer unseren Mann, und wenns ein Mädchen ist.
Hör zu. Du willst nichts mit mir zu tun haben und ich nichts mit dir.
Aber wir sind aufeinander angewiesen.
Ich bring dich runter nach Fort McCoy.
Aber mach ja keine Sachen.
Bitte lassen Sie mich gehen, ich bitte Sie!
Du hast wirklich Angst.
Aber das brauchst du nicht, ich bin dein Freund.
Der Inspektor nimmt sich deiner an.
Ich kann fertigwerden von selbst. - Darüber reden wir noch.
Jetzt kommst du erst mal mit.
Monsieur, bitte. Je vous implore.
Du kannst hier nicht allein hausen.
Das machen Männer, aber keine Kinder.
Der Wald ist meine Heimat, und ich liebe ihn.
Ich habe keine Furcht.
Ich liebe ihn auch, doch für ein Mädchen ist das nichts.
Das weiß jeder, davon gibts sogar ein hübsches Lied.
Ist kein Platz für ein Kind.
(singt) * Wo der Wasserfall grünt und der Nordwind bläst
und die Schneeflocken ziehen im Wind.
Wo ein Mann die Gefahren verhöhnt, dort ist kein Platz für ein Kind.
Wo die Wildente schreit vom gefrorenen Strom,
und der Schnee macht dich müde und blind.
Diese Welt ist für Männer ein Traum,
dort ist kein Platz für ein Kind.
Ein Kind verlangt so manches Ding, das hier im Walde nicht zu kaufen.
An diese Finger, da muss ein Ring,
doch sie sind nicht geeignet zum Raufen.
Je älter du wirst, je mehr du verstehst,
eines Tages dich ein Mann gewinnt.
Und im Arm dieses Mannes, im Arm deines Mannes,
dort ist dein Platz,
schönes Kind. *
Und nun los.
Musik
Aufschrei
Möchtest du so zum Fort reiten oder willst du im Sattel sitzen?
Im Sattel.
Musik
Trompetensignal
Fort McCoy zur Meldung vollzählig angetreten, Sergeant.
Danke, Korporal.
Augen geradeaus!
Stimmengewirr
(Stimmen verstummen abrupt)
Augen geradeaus!
Setz dich.
Johnson. - Jawohl, Sergeant.
Nur ran.
Männer, wir haben einen neuen Rekruten, Rose Marie Lemaitre.
Sag mal Guten Tag.
Sie möchte liebenswürdig sein, aber sie ist noch ein Kind.
Bei Kindern sind ja bekanntlich Taten wichtiger als Worte.
Lachen
Augen geradeaus!
Musik
McCorkle!
Schon da, Serge. - Sergeant, Herr Sergeant.
Ich bin also befördert? - Befördert? Wieso denn?
Immer nur Versprechungen.
Wenns mit rechten Dingen zuginge, wäre ich längst Feldmarschall.
Hiermit möchte ich ankündigen, dass ich zum 1. kündigen werde.
Aber einstweilen hast du einen neuen Gefangenen, einen zähen Burschen.
Den gibts nicht, der zu zäh wäre für Barney McCorkle.
Ich werd ihn am Schlafittchen packen.
Gib nur gut acht auf deine Finger. - Finger?
Er meint wohl, ich soll mich maniküren lassen.
Na Freundchen, was hast du denn ausgefressen?
Ein Mädel.
Ein Mädel bei mir im Knast.
Laissez-moi aller, laissez-moi aller, ouvrez!
Geht ja ganz schön ran.
Bitte, netter, netter Mann, du hast ein Gesicht so lieb.
Du lässt gehen mich, ja?
(spricht mit französischem Akzent)
Schau, Süßes, wenn ich lass gehen dich, er lässt gehen mich.
Dann verliert netter Mann seine Pension.
Wie heißt du, Süßes?
Mimmi?
Fiffi?
Lilli?
Marseillaise?
Du kannst deine Muttersprache wohl besser verstehen.
(spricht gebrochenes Französisch)
Que est-ce que c'est que votre Vorname?
Moi Barney, et vous? - Moi Rose Marie.
Rosi, ein poetetischer Name.
Wir werden uns großartig verstehen, mein Kind.
Ich freue mich, deine Bekanntschaft zu machen.
Was willst du denn? Hände weg!
Schrei
Musik
Gesang: * Nehmt euch in Acht, denn die Truppe der Gendarmen bewacht.
Wer im Lande den Frieden bedroht,
der solls büßen mit Gefängnis und Tod.
Allezeit bereit, so gehen wir vor für die Ehre von Kanada.
Hier wacht das Rot der Gendarmen von Kanada.
Hier kommt die Mannschaft, die sich der Waffe verschwor.
Tief durch die Schlucht, auf Berges Kuppe.
Hoch über der Bucht reitet die Truppe.
In Krieg oder Frieden.
Da klingt unser Gesang über den Paukenklang.
Nehmt euch in Acht, denn die Truppe der Gendarmen bewacht.
Wer im Lande den Frieden bedroht,
fürchte sehr die Farben Blau, Scharlachrot.
Allezeit bereit, so gehen wir vor für die Ehre von Kanada.
Hier wacht das Rot der Gendarmen von Kanada.
Hier kommt die Schar, die sich der Waffe ganz und gar verschwor. *
Fort McCoy vollzählig angetreten.
Scheint mir höchste Zeit, dass ich mal komme.
Besser rasieren.
Knöpfe schlecht poliert.
Besser rasieren, Steigbügel zu lang.
Besser rasieren.
Keinen blauen Dunst, was rasieren heißt.
Das nennt man rasieren. - Jawohl.
Musik
Sind Sie jetzt völlig verrückt geworden?
Bitte?
Ich sagte, sind Sie verrückt geworden?
Ich weiß nicht, weshalb ich Sie degradieren soll,
wegen Aufsässigkeit oder völliger Idiotie.
Ich kann Ihnen nicht ganz folgen, Herr Inspektor.
Ist Ihnen in Ihrem kindlichen Gemüt nicht aufgefallen, dass
diese Wildkatze, die im Wald wohnt, in Wirklichkeit gar kein Mann ist?
Sondern ein voll entwickeltes Weibsbild?
Ich warte.
Ein voll entwickeltes?
Aber sie ist doch noch ein Kind.
Sie ist eine Frau, mit allem, was dieses Wort umfasst.
Sie meinen...
...dass dieses Kind kein Kind ist, sondern eine erwachsene Frau.
Haben Sie das noch nicht begriffen?
Eine Frau? Ich muss sagen, darauf wäre ich nie gekommen.
Dann fangen Sie gleich an, sie als Frau zu behandeln.
Oder nein, lassen Sie es lieber.
Fräulein, kommen Sie rein.
Bonjour Monsieur.
Weißt du, was Harold tut, wenn ich geh zu ihm und geb ihm sein Diner?
Isst mit wunderbarem Appetit, dann küsst er mich hier.
Bitte Monsieur, ist noch ganz rot.
Was habe ich gesagt? Wer ist Harold? - Ihr Gaul, Sir.
Ein feiner Gaul. Alt, aber gut erhalten.
Wie Sie, Monsieur. - Äh, ja, also, hören Sie mal.
Der Sergeant und ich haben eben über Sie gesprochen.
Sie sprechen von mir mit Mike? - Natürlich.
Sie lieben Mike.
Lieben? Natürlich, ich bin ganz verrückt nach ihm.
Ich bin auch verrückt.
Zuerst ich hasste diesen Mann, aber dann er lehrte mich Harold reiten.
Und jetzt ich nicht schieße den Mann, ich liebe ihn.
C'est la vie, wie es so geht.
Apropos gehen: Da ist die Poststation Maple Rock,
etwa 20 Meilen flussaufwärts.
Da leben ein paar Dutzend Farmer und eine Cousine von mir.
Wenn Sie dort mit ihr leben würden, wie wär das?
Das wäre ganz schlecht.
Ob Sie mögen oder nicht, Sie werden morgen zu ihr gehen.
Es wird Ihnen gut gefallen.
Dort kriegen Sie eine richtige Frisur, hübsche Kleider
und werden eine feine, kleine Lady.
Nein, ich will nicht werden Lady.
Ich will sein frei, frei wie der Wind,
der weht durch den ewigen Wald.
Frei wie ein Ruf, der die Berge durchhallt.
(singt) * Nicht wie ein Rösschen, das Zaumzeug geschnallt.
Nein, saget nicht, ich muss sein wie die Damen, das sei meine Pflicht.
Manche, die hofft ja zu werden wie sie, doch nicht Rose Marie.
Ach, wie ich hasse geschminkt und gepudert,
Komödiantinnen gehen so in Stadt.
Lieber ein hässlicher Finke im Wald
als ein schillernder Pfau hinter Draht.
Nein, nein, nein.
Ich lieb das Land, wo die Berge und Ströme gut Freund mit mir sind.
Niemand befiehlt mir, ich fang, was ich find, in Freiheit für mich.
Fragt den kleinen tauben Matz, der da sitzt am Fensterplatz,
was er sagt, gebt ihr ihn nicht frei.
Ob es euch gelingt, zähmen dieses flinke Ding?
Nein, es sagt euch dasselbe wie ich.
Und auch du sagst dasselbe wie ich.
Lasst mich doch fort, ich will frei sein und gehen,
wie die Wolke dort zieht.
Frei wie der Sturzbach, der schnell weiterdrängt,
ich will nicht sein an die Kette gehängt.
Nein, ganz und gar,
ob der Regen mich wäscht und der Sturm zerrt mein Haar.
Fischen und jagen, so wie ichs gelernt,
in Freiheit für mich. *
Bitte, Monsieur, ich darf hier sein, ja?
Nein, Sie müssen fort, und zwar morgen in aller Früh.
Der Sergeant wird Sie begleiten
und bei meiner Cousine in Maple Rock abliefern.
Musik
Ein Pech, wäre ein guter Gendarm geworden.
Holen Sie sie. - Jawohl.
Je sais, ce que vous voulez: un bon boisson de l'eau froide.
Musik
C'est bien.
Musik
Nein, lassen wir das Armband diesmal.
Mike, ich habe einen großen Wunsch: nicht reiten nach Maple Rock, bitte.
Wenns nach mir ginge...
Das ist nur der Mann mit dem Gesicht.
Ich hasse ihn für mein Leben gern. - Aber was willst du machen?
Totschießen. - Totschießen?
Ist ganz leicht.
Ich zeige ihm, wie ich treffe seinen Hut auf 20 m,
aber werde nicht schießen den Hut, sondern den Mann.
So sprichst du von einem Mann, der dir grade ein Pferd geschenkt hat?
Harold?
Er schenkt mir Harold? - Mhm.
Dann tu ich ihn nicht ermorden, sondern nur verwunden.
Ich weiß, dieser Mann denkt an mich, als ob ich eine Frau wär.
Aber du denkst doch nicht als eine Frau von mir.
Nun, ich...
Mike, du hast mir doch gesagt, wir sind wie ein Vater und sein Sohn.
Aber es geht doch nicht darum,
was ich denke, sondern was die anderen denken.
Schau mal, eines Tages wirst du erwachsen.
Du bist schon erwachsen, jetzt sehe ich es auch.
Was siehst du?
Nun, äh, schau, mein Kind,
es kommt eine Zeit, da wird eine Frau auf einmal anziehend.
Ich versteh gar nichts.
Nun, anziehend für einen Mann. - Welchen Mann?
Keinen bestimmten, ganz allgemein.
Dann werd ich auf einmal anziehend für einen Mann?
Ja, das bist du schon.
Du hast recht, ich bin anziehend. - Allerdings.
Und jetzt, wo du es weißt, wirst du merken, dass ein Mann es auch ist.
Nimm mal an, eine Sommernacht im Wald, ein hübsches Fleckchen,
du bist froh, singst ein Lied...
Was für ein Fleckchen? - Irgendein Fleckchen.
Wie dies Fleckchen? - Ja.
Dann ist er bei dir, der Mann.
Und auf einmal weiß er,
was er für dich empfindet und spricht mit dir darüber.
Was wird er sagen?
Es gibt vieles, was ein Mann zu einem Mädchen sagen kann,
wenn er was für sie empfindet.
Sag doch.
Nun, z.B. wird er sagen...
(singt) * Oh, Rose Marie, seit ich dich gesehen,
da gehst du stets durch meine Träume.
Dein Antlitz so hell, die Venusgestalt... *
Die Venusgestalt? Was ist das?
D.h. du hast eine schöne Form.
Aber ich hab doch gar keine Form.
In dem Anzug nicht. Aber bestimmt in Frauenkleidern.
(singt) * Du bist schlank wie diese Pinien im Wald.
Ist dein Atem eines Engels Hauch,
sitzt doch auch ein Teufel dir im Ohr. *
Unsinn, aber nett, noch mehr.
Oh, Rose Marie, ich lieb dich.
Das schwör ich, drum erhör mich.
Der Mann, der dich erringt, ist zu beneiden.
Der Mann will ich sein und dich nimmer meiden.
Wenn ich dich meiden wollte,
was wär mir wert des Lebens Müh?
Ich will nur, was die Liebe krönen sollte.
Ein Leben mit Rose Marie.
Das ist z.B. etwas, was ein Mann dann sagt.
Und wann sagt er das? - Wenn er dich liebt.
Mike. - Hm?
Ich denke, dann will ich doch lieber lernen, eine Frau werden.
Mike, hast du schon mal gesprochen von Liebe zu irgendeiner Frau?
Nein. - Warum denn nicht?
Weil ich noch niemals verliebt war. - Warum warst du nicht verliebt?
Es ist leider nicht so einfach für einen Gendarmen, sich zu verlieben.
Zuerst muss man einen Antrag stellen beim Inspektor,
dann braucht man die Genehmigung von Edmonton.
Und dann noch die vom Hauptquartier in Ottawa.
Hörst du auch zu? - Natürlich.
Was hab ich denn gesagt?
Du hast gesagt, du musst fragen,
ob du dich verlieben darfst, Herrn Edmund und Otto.
Und wenn sie es erlauben...
...keine Ahnung.
Fauchen
Ich wollte dir erklären, was unsereiner durchzumachen hat,
wenn er heiraten will.
Erst muss er... - Ach, Mike.
Mike, mir tuts an 2 Plätzen weh. - Wo denn?
Hier ist es so hungrig, und da ist es rau.
Gegen das hilft dies.
Wo es rau ist, das ist deine Sache.
Nimm dich zusammen, du wirst in Maple Rock zu essen bekommen.
Schuss
Warte hier.
Bonsoir Monsieur, guten Abend Malone.
Wie siehts aus in Fort McCoy?
Das Gewehr, Duval. - Das ist mein Eigentum.
Das war es mal, jetzt ist es nur ein Beweisstück.
Eine Hirschkuh abschießen und außerhalb der Jagdzeit,
das geht zu weit, selbst für jemanden wie Sie.
Das Schlimme ist, dass Leute wie Sie von Leuten wie mir
immer nur das Schlimmste annehmen.
Erzählen Sie das dem Richter. - Wusste ich, dass Sie das sagen.
Merkwürdig mit solchen Biedermännern wie Sie.
Man kann immer sagen, was sie sagen werden, bevor sie es sagen.
Dürfte ich mal erzählen...
...wie es dazu gekommen ist? - Hab ja Augen.
Die Augen sehen nur die Hälfte.
Also bitte.
Ich musste sie erschießen, sie hatte sich das Genick gebrochen.
Wovon? - Ein Puma.
Er sprang auf sie runter von dem Baum, vor dem Sie stehen.
Ich hab auf ihn geschossen und getroffen,
aber er zog ab in den Wald.
Dann hab ich der Hirschkuh den Fangschuss gegeben.
Ich seh keine Kratzwunden, keine Bisswunden.
Der Puma zog sofort ab, wie ich auf ihn feuerte.
Faule Fische, Ihnen ist schon was Besseres eingefallen.
Ich hab ne üppige Fantasie mitbekommen.
Los, aufgesessen.
Et bien.
Wiehern
Harold!
Duval!
Musik
Festhalten!
Ruhe. Festhalten.
Harold.
C'est bien.
Oh, mille mercis, Monsieur.
Ist gern geschehen, was hat ihn erschreckt?
Ein Puma, so ein großes Tier, springt auf ihn von dem Busch.
Wiehern
C'est bien, Harold, n'ayez pas peur.
Fauchen
Ich habe ihn, ich habe ihn mit dem Messer getroffen.
Sehr schön, bist du heil? - Mhm.
Ich sag ja: ein Puma. Der Wilderer ist ein Puma.
Ich hab ihn nur verletzt, aber das Blei muss drinstecken.
Sind 2 Kugeln drin.
Ich habe ihn nicht getroffen?
Nein, du hast ihm nichts getan.
Na schön, Duval.
Und danke.
Es war mir ein Vergnügen, bis nächstes Mal.
Au revoir Monsieur. - Au revoir Mademoiselle.
Musik und Gesang
Pfiff
Kommt her, kommt mit, heute geht alles auf Kosten des Hauses.
Alles mitkommen.
Heute geht alles auf Kosten des Hauses, Herrschaften.
Wisst ihr auch, warum?
Wisst ihr nicht, wer wieder hier ist?
Barney McCorkle.
Jubel
Ruhe, er muss sofort kommen.
Gebt ihm einen tollen Empfang, wenn er die Nase zur Tür hereinsteckt.
Jubel
Lasst mich sofort los.
Gesang
Barney, du Teufelsbraten. - Nein, nein, nicht sprechen.
Lass mich dich ewig so betrachten, wie du jetzt vor mir stehst.
Wie denn? - So edel, so majestätisch.
Deine Augen wie 2 stille Bergseen,
dein Festgewand glitzernd wie Morgentau im Mondschein.
Ich glitzere prächtig, nicht?
Das machen die Schuppen von den Karpfen aus der Bristol-Bucht.
Die stehen mir besser zu Gesicht als den Fischen.
Ich sag dir, der Gedanke an dich plagt mich Tag für Tag,
nagt an mir des Nachts und verfolgt mich im Zwielicht.
Barney, du romantischer Gockel. - Nein, bitte.
Der Inspektor schickt mich her,
um Recht und Ordnung wiederherzustellen.
Nicht, um der Liebe zu frönen.
Als wenn ich das nicht wüsste, hab ich ihm doch selbst eingeredet.
Du?
Natürlich, ist doch ein Stiefvetter von mir.
Er sagt, es wäre eine gefährliche Person hier.
Ist auch, und zwar ich.
Schließlich ist Frühling, und wie ist dir denn zumute im Frühling?
Da lass ich die lange Unterhose weg.
Du Strolch, was willst du trinken?
Nehmen wir mal ne Prärieauster mit Zyankali.
Ein Hoch auf den gefährlichen Mann,
der auch den schwarzen Mann übermannt.
Auf den bissigen Bluthund Barney McCorkle.
Jubel
Halb so wild.
(singt) * Ich verfolge meinen Fall, wohl über Berg und Tal.
Und ich reit, reit, reit, sodass der Hirsch zischt.
Habe Schmach und Charme, was bin ich für ein Gendarm.
Ein Gendarm, welcher niemals einen erwischt.
Ist ein Großalarm, zu Pferde nun, Gendarm.
In den Sattel, Mann, jeder zeigt, was er kann.
Doch was sagt mein Boss, wenn ich runterfall vom Ross?
Und ich falle herunter dann und wann.
Sitz im Sattel, ich wie n Semikolion, schreien die Burschen:
Guck mal den Napoelon.
Was meint ihr, wie mich anschauen all die Frauen?
Für euch bin ich stets der gute Barney.
Für die bin ich nichts als ein Clown.
Aber ich reite im Tross schon viel länger als mein Ross.
Und da fragt ihr, warum lässt man dir die Chance?
Weils ohne mich gar nicht geht, denn ich kann, was keiner versteht.
Was denn?
Jeden Vers des Gendarmen-Marschgesangs.
Und nun marsch, marsch, marsch und zu Pferd, Pferd, Pferd.
Nun zu Fuß, zu Pferd, es ruft die Pflicht.
Ist ein langer Weg zur schönen Stadt Quebec,
das riskier ich lieber nicht.
Aber einmal hätte ich beinahe einen Mann erwischt.
Erzähl uns das mal.
Damals war ich noch jung und knusprig.
Saskatoon Dan war sein Name.
Er kam von einem der Fingerseen, darum nannten wir ihn "Pfote".
Das war vielleicht ein heimtückischer Bursche.
Sagte alles hinter deinem Rücken, z.B.: Hände hoch, Gendarm.
Pfote war verknallt in ein Eskimomädchen namens Ungunga.
Eines Tages aß er etwas zu viel Bärenfleisch,
da wurde er übermütig.
So schlich er sich in Ungungas Hütte, doch sie schmiss ihn raus.
Das war ihm nichts Neues, denn er war selbst Rausschmeißer von Beruf.
Aber Ungunga liebte einen Eskimojüngling namens Fongalonga.
In einem Anfall von Eifersucht schnitt der Kerl ihr die Nase ab.
Nur damit sie keinen anderen mehr küsste.
Sie ist jetzt entsetzt und er entwetzt.
Da haben sie mich hinter dem Schurken hergehetzt, aus.
Also marsch, marsch, marsch und zu Pferd, Pferd, Pferd.
Ich suche nach Saskatoon Dan.
Doch ich ziehe nicht ein als ein Held in Walhall,
und ich werde niemals Generalfeldmarschall.
Ich bin ein Fischer, der keinen Fisch fischt.
Ich bin der Mann, der wohl niemals kriegt seinen Mann oder Weibchen.
Der Gendarm, welcher niemals einen erwischt. *
Serge. - Sergeant, Herr Sergeant.
Das ist ja langweilig. - Barney!
Rosi!
Was machst du denn hier?
Ich verfolge eine gefährliche Person, Serge, Herr Serge.
Barney!
Eine schöne Empfehlung vom Inspektor, Lady Jane, Rose Marie.
Das ist das junge Küken, das eine Dame werden will.
Ganz recht.
Aber passen Sie auf Ihre Finger auf.
Mike, ist nicht nett von dir,
ich hab doch niemand gebissen seit 4 Monaten.
Du ahnst es nicht.
Musik
Auf Wiedersehen Mike.
Musik
Sergeant, seien Sie nett,
Sie machen uns ganz schwach mit dem Papier.
So geht das Abend für Abend seit 14 Tagen.
Wenns Ihnen schwerfällt, wollen wir Ihnen gerne helfen.
Briefschreiben ist keine Kunst.
Man denkt sich ein paar schöne Worte aus.
Dann schreibt man sie hin.
Sehr liebenswürdig, aber ich hab genug Fantasie und Orthografie.
Nur die Anrede ist so schwer.
Dann schreiben Sie "Geehrter Herr".
Pfeifen
Pfeifen
Gesang: * Der Mike, der schreibt ein Briefchen,
die Liebschaft zu vertiefen.
Der Kerl, der schwere Jungens in die Knie zwingt,
geht in die Knie, weil ihm kein Wort für sie klingt.
Denn Mike, der ist kein Dichter, hat kein Talent für Poesie.
Er lernt es nie, drum bald zusammenbricht er.
Aus Liebe... *
Schrei
Was soll das?
Oh nein.
Es ist unanständig, ohne Korsett zu gehen.
Jane, ich tu doch alles, was du mir sagst, um eine Lady zu sein.
Nicht wahr? - Ja, mein Kind.
Dann bitte lass mich zufrieden mit diese schlimme Chose.
So geht es schon.
Du hast doch alle Sachen am richtigen Platz.
Damit kommst du dir nun vor als erwachsenes Weibsbild.
Und so sehe ich aus bei die Tanz heute Abend?
So siehst du aus bei die Tanz.
Siehst genauso aus, wie meine Tochter aussähe.
Wenn ich eine hätte.
Aber jetzt hab ich eine. - Oh, Jane.
Schon gut.
Jetzt halten wir Kriegsrat.
Du tanzt die Polka mit... - Arthur.
Und die Masurka mit... - Tom.
Und walzt den Walzer mit... - Johnny.
Und wenn du mit einem der Herren näher bekannt werden möchtest?
Dann mach ich so mit der Taschentuch und dann so mit der Fächer.
Du hast den Bogen raus.
Halt dich nur an das, was ich dir beigebracht habe.
Dann sollst du mal sehen, wie die Mannsbilder auf dich fliegen.
Ruh dich noch ein bisschen aus vor dem Ball.
Jim, Jim Duval, bonjour. - Bonjour Mademoiselle.
Comment ca va? - Je vais bien.
C'est bon. Sie kommen heute Abend auch zum Tanz?
Lachen
Musik
Wanda.
Nicht zu feurig, das gibt ja einen Waldbrand.
Das ist noch dieselbe Wanda.
Hast du keinen Mann genommen seit letzten Frühling?
Nein?
Es war ein kalter Winter?
Wen willst du haben von den roten Brüdern?
Mich?
Oh nein, Cherie, ich bin kein Mann zum Heiraten.
Aber ich danke dir, ist wirklich lieb von dir.
Ich hab dir was mitgebracht.
Fuchs. Hast du Fuchs gern?
Einen Fang wie den gibts nicht jedes Jahr.
Schön weich.
Ich hätte gern den Schwarzen Adler gesprochen wegen eines Geschäfts.
Du bringst mich in sein Zelt, ja?
Sag ihm, James Duval ist da.
Lautes Schimpfen
Du geben? - Ja, Häuptling.
Nimm wieder, du sollst nicht geben zu Rothaut.
Tut mir leid, Wanda.
(spricht die indigene Sprache)
Für Männer von deinem Volk und Frauen von meinem Volk
zu werden gut Freunde, nicht gut.
Langsam, Häuptling.
Ich wollte nur dich besuchen, nicht Wanda.
Das Land von dir oben am Friedensfluss will ich jetzt kaufen.
Du wolltest 400.
Hier sind sie.
Dieses Jahr 800. - Na hör mal, Schwarzer Adler.
800. - Und wenn ich keine 800 habe?
Bringe das Geld, dann ist gut.
Na warte, ich kriege es.
Musik
Danke, Rose Marie, danke, Madame Jane.
Wenns dafür ein Diplom gäbe, hättest du es dir verdient.
Ich bin eine Frau jetzt? - Und was für eine.
Aber ich tu mich gar nicht fühlen wie eine Frau.
Ich fühle nichts davon hier.
Ich tanze mit Arthur, mit Tom, ich walze mit Johnny.
Armer John, er guckt mich an, als will er sterben.
Und ich fühle nichts.
Ich putze dich äußerlich heraus wie eine Herzogin,
aber drinnen, das musst du selbst tun.
Jane, ich bin keine Frau. Ich habe doch keine Liebe.
Du hast Liebe genug, ne ganze Kiste voll Liebe,
die wartet bloß auf den Richtigen.
Eines Tages wird er kommen, der, auf den du fliegst.
Darf ich bitten, Madame?
1 und 2...
Musik
Was sagst du zu dieser Spende? - Das bringt 50 Dollar.
Rose Marie.
Wir danken nochmals
für die liebenswürdige Überlassung des Saals.
Es ist wunderbar für mich,
und auch Lady Jane freut sich mächtig von dem Abend.
Es sind über 400 Dollar in der Kasse.
Genau das, was ich brauche.
Bitte nicht sprechen, an die Wand.
Mit den Händen an die Wand, bitte.
Na los.
Danke.
Da Sie jetzt haben, was Sie wollen, warum gehen Sie nicht ab?
Einen Moment.
Vorher möchte ich Sie in den Arm nehmen.
Und mit Ihnen tanzen.
Musik
Das ist wohl ein Scherz, nicht wahr?
Nein, das ist mein bitterster Ernst.
Sie wollen nicht nehmen das Geld,
das die Leute gespendet haben für Wohltätigkeit?
Gespendet? - Jawohl.
So, da, bitte sehr, der Tanz war es wert.
Räuber. - Räuber.
Schreie
Musik
(imitiert Hundebellen)
Ach, Sie sind es.
Im 1. Moment dachte ich, es wäre Malone.
Sie sind weniger hart als der Sergeant.
Das ist reizend.
Es wäre reizend, wenn Sie mich würden absetzen.
Ist mir zu gefährlich, Cherie.
Womöglich arbeiten Sie für die Gendarmen.
Wenn ich Sie freilasse, nehmen Sie mich fest.
Das würde ich nie tun.
Da fällt mir aber ein schwerer Stein vom Herzen.
Aber wenn Sie mich nicht verhaften wollen, wozu verfolgen Sie mich?
Ich tu Sie nicht verfolgen. - Verstehe.
Sie machen nur einen Spaziergang durch den Wald.
Warum nicht? - Besonders so gegen Mitternacht.
Sie wollten die Männer berauben, warum?
Nur, weil ich unbedingt Geld haben muss.
Dann hab ich verzichtet.
Warum? - Weil Sie mich so angeschaut haben.
Sie machten einen Kuss mit mir. - Sie machten ja mit.
Das tat ich nicht.
Das merkt man doch, ob man eine Frau nur küsst,
oder ob sie den Kuss erwidert.
Und wie sie ihn erwidert.
Sie küssen gern, nicht wahr, Cherie?
Das war der 1. Kuss, den ich gemacht habe in meinem Leben.
Dann dürfen Sie nicht allein ausgehen,
und ausgerechnet im Mondschein.
Wie haben Sie bisher gelebt? - Als Trapper und Fischer.
Aber jetzt Lady Jane macht aus mir eine feine Lady.
Mit schicke Kleider und vornehmes Benehmen.
Sie werden mir nicht glauben, aber ich tat die Leute beißen.
Lachen
Das ist nicht komisch.
Gute Manieren lernen ist viel wichtig.
Haben Sie auch gelernt, wie ein Mädchen sich verliebt?
Wenn die Liebe kommt zu mir, dann ich weiß schon.
Wirklich, Cherie?
Leiser Gesang
Was ist das? - Sie haben es auch gehört?
Ja, da muss jemand sein, der ruft.
Nein, Jim, niemand.
Rose Marie, ich bin ein vernünftiger Mensch.
Wenn man eine Stimme im Walde hört, dann muss doch jemand da sein.
Nicht immer.
Wenn du eine Stimme hörst, und es ist keiner da,
dann stimmt hier was nicht.
Oder hier.
Sie sind nicht geboren in diesen Bergen, nicht wahr?
Nein, weiter oben in Yukon. - Dann kennen Sie es wohl nicht.
Es war einmal eine junge Indianerin,
sie liebte einen Mann von einem anderen Stamm.
Eines Tages der Stamm zog weit weg über alle Berge,
sodass sie ihn nie wieder sah.
Aber sie liebte ihn für immer und in der Nacht ruft sie nach ihm.
Und die Berge singen das Echo.
Sie ist schon lange gestorben.
Doch die Indianer sagen, das Mädchen ist noch auf den Bergen.
Und wenn ein Mädchen liebt einen Mann
und ruft nach ihm von ganz weit, wer sie liebt, der hört den Ruf.
Ja.
Ich denke, ich kenne die Geschichte wohl.
(singt)
* Fort tönt vom Berg das Echo, und der Wald hört des Mädchens Klage,
die verweht und in der Nacht verhallt.
Wenn im März der Sturm die Bäume biegt
und heimwärts nun das Schwanenvolk fliegt. *
* Wenn der Vater Mond, golden und klar,
hütet der Sterne Traumkinderschar.
Das ist die Zeit, wo, vom Frühling beschwingt,
das Herz fast dem rothäutigen Mädchen zerspringt. *
* Und dies ist das Lied, das sie singt.
Horch, ich ruf dir zu. *
* All mein Glück bist du. *
* Du, mein Geliebter, bist du auch fern, ich bin dir nah.
Ach, wenn du schweigst, bin ich so betrübt.
Und traurig ganz und gar.
Aber wenn mein Liebesruf doch zu dir dringt.
Und wenn dann das Echo der Antwort mir singt.
Dann glaub ich,
dass mein Traum sich erfüllt.
Du bist da für mich, ich bin da für dich. *
Ich weiß genau, da ist Gold in deinem Land am Fluss.
Das will ich ausbeuten, hör meinen Vorschlag.
Du gibst mir das Land frei, ich beute es aus
und gebe Schwarzem Adler die Hälfte vom Gewinn.
Nein, Preis 800.
Ich hab nicht mal mehr die 400 Dollar.
Dollar bezahlen oder kein Land.
Du hast kein Herz in der Brust, sondern Granit.
Ich möchte dir das rote Fell mal aufschneiden,
um es dir zu beweisen.
Bonjour Malone, wie gehts? Was macht das Auge des Gesetzes?
Ich hab mir sagen lassen, dass ein edelmütiger Räuber in der Stadt war.
Edelmütiger?
Hatte offenbar hinterher Gewissensbisse.
Warum ist er so zimperlich? - Das fragen Sie mich?
Weil Sie es waren, das ist doch sonnenklar.
Aber ich will ein Auge zudrücken diesmal.
Danke für die Warnung, ich werde es mir merken.
Augenblick noch, Duval.
Was ich sagte, das ist offiziell.
Aber inoffiziell, ganz zwischen Ihnen und mir,
gehen Sie nicht noch mal in Maske und Pistole an ein Mädel heran.
Was ist das, Herr Sergeant? Da bin ich platt.
Du meine Zeit.
Wisst, auch in wilden Kriegers Brust pocht ein menschlich Herz.
Will einer seine Liebste freien, dann wirds so hart wie Erz.
Hände weg von Rose Marie, Hände weg oder...
Sind ein Abenteurer, Duval.
Aber das wäre selbst für Sie zu abenteuerlich.
Guten Abend Lady Jane. - Ohwei, das Auge des Gesetzes.
Ist Marie da? - Natürlich.
Marie.
Mike.
Na? Lass mal sehen, wie du aussiehst.
Marie, du bist ja schön. - Ja, das finde ich auch.
Die hats raus. - Madame, das war ganze Arbeit.
Mike, du bist da, das ist wundervoll.
Hast du mich vermisst? - Ich vermiss dich immer.
Hast du viel Zeit? - Nein, mein Kind.
Ich muss heute noch zum Fort zurück. - Ist wahr?
Ja, Marie, wir haben nur 10 min.
Hör mal zu, was ich dir jetzt sage.
Weißt du noch, wie ich dir gesagt habe,
was ein Gendarm alles tun muss, wenn er heiraten will?
All die Briefe, die er zu schreiben hat an den Inspektor,
den General und an das Hauptquartier.
Ja, ich weiß noch.
Ich hasse das Briefschreiben, aber ich will es tun.
Du willst machen eine Vermählung mit einer Frau?
Ja.
Darf ich wissen, welche Frau du mählen willst?
Dich.
Mich? - Ja.
Aber Mike, ich denke, du willst zu mir sein wie ein Vater zum Sohn.
Nein. - Oder zur Tochter?
Soll ich deine Tochter sein? - Nein.
Was anderes.
Du willst...
Ich will, dass du meine Frau wirst.
Das ist alles, was ich mir im Leben wünsche, dass du mir gehörst.
(singt)
* Oh, Rose Marie, ich lieb dich.
Das schwör ich, drum erhör mich.
Ich weiß genau, soweit ich immer wandre,
solang ich leb, gefällt mir keine andre.
Und ohne dich zu leben,
das wär vergebene Lebensmüh.
So kann ich denn das eine nur erstreben,
ein Leben mit Rose Marie. *
Aber Mike, ich...
So hab ich dich nie gefühlt, als Frau.
Ich weiß, aber jetzt...
Jetzt wird es höchste Zeit, dass du damit beginnst.
Ich komm bald zurück.
Musik
Wo brennts denn?
Er hat mich geküsst. - Na, so was.
Musik
Steine schlagen gegen das Fenster
Pfeifen
Halt, nicht bewegen.
Jim, du schlimmer Mensch, was willst du?
Los. Komm runter. - Nein, hab keine Zeit.
Wieso, was hast du denn zu tun? - Ich muss Brief schreiben.
Das ist doch keine Nacht zum Briefeschreiben.
Das ist eine Nacht zum... Da, schau dir das an.
Komm runter. - Nein.
Na schön, dann komm ich eben rauf. - Nein, bitte.
Ich habe keine Zeit, geh weg.
Trommeln
Hörst du die Trommeln? - Mhm.
Weißt du, was das ist? - Bitte geh runter.
Die Indianer begehen das Fest der Sommersonnenwende.
Das musst du dir ansehen, es sieht herrlich aus.
Es wäre gut, wenn du dir etwas Warmes...
Du bist der verrückteste Mensch, der mir je...
Es weht immer eine Brise vom See her.
Bist du fertig? - Nein.
Dann nicht. - Lass mich runter.
Ich will nicht ausgehen.
Lass mich.
Musik
Opal, der den Himmel hält,
vor dem ich nichts als ein Saatkorn in der Welt.
Opal, um den der Himmel kreist,
wende dich zu deinem Volke, weiser Geist.
Musik
Trommeln und Stammesgesang
Jim, bitte.
Jim.
Ich verliere den. - Macht nichts.
Musik
War doch amüsant, nicht wahr? - Sehr amüsant.
Es ist immer so amüsant mit dir.
Dann wirst du mich nicht vergessen, wenn ich fortgehe.
Du gehst fort?
Warum?
Du weißt doch, wie unsereins so lebt.
Der Biber und der Fuchs, die kommen nicht von selbst zu mir.
Du wirst mir fehlen, Cherie.
Aber warum willst du dann weg?
Es gibt doch vieles, was ein Mann hier tun kann.
Nicht für einen Mann wie mich.
Ich kann nicht in einer Stadt leben mit so viel Volk um mich herum
und mich in ein Haus sperren lassen.
Ich will nicht immerzu denselben Weg laufen.
Ich brauche neue Pfade.
Auf denen ich weiß,
dass ich der Erste bin, der dieses Gebiet erobert.
Eine Welt, die mir gehört.
Das mag ich auch, das mag ich über alles.
Wenn du das so gern magst, dann komm mit mir.
Du musst doch wissen, was ich für dich empfinde.
Ich liebe dich.
Nun?
Jim, ich, ich muss nachdenken.
Rose Marie, liebst du mich?
Ja. - Was gibts dann noch zu überlegen?
Ich muss nachdenken, ob ich dich auch genug liebe.
Wie du willst, jedenfalls war es heute Abend sehr amüsant.
Gute Nacht. - Gute Nacht Jim.
Jim.
Wann kommst du wieder?
Nächstes Jahr oder erst in 2 Jahren. - Oder überhaupt nicht.
Du weißt doch, wie es ist in den Wäldern.
Setz nicht dein Leben aufs Spiel, komm wieder.
Versprich es. - Wer kann so etwas versprechen?
Au revoir cherie.
Jim.
Jim.
(singt) * Warum ist mir so seltsam immer auf andere Weis?
Jetzt ist mein Herz wie Feuer, jetzt ist mein Herz wie Eis.
Ganz aus heiterem Himmel, ungeahnt und jäh
traf mich warm die Sonne.
Und ich schmelze hin wie Schnee.
Da kam die Liebe, da kam das Wunder,
es ging durch mich, der Strom dieser Himmelskraft.
Da fragte ich immerfort, immer mehr:
Kann denn geschehen, was ich einzig begehr?
Da kam ein Traum,
da kam die Wirklichkeit.
Sie sprach aus den Augen ihr.
Traum schon so wunderbar,
Traum und doch wirklich wahr,
dass ich geliebt von ihm. *
(singt) * Da kam die Liebe, da kam das Wunder,
es ging durch mich, der Strom dieser Himmelskraft.
Dass es das gibt, was man liebt, immerdar.
Das wusst ich nicht, doch nun ist es mir klar.
Denn das war kein Traum,
das wurde Wirklichkeit.
Das Wunder, es kam zu mir.
Traum, schon so wunderbar,
Traum und doch wirklich wahr,
dass ich geliebt von dir. *
Musik
Leises Summen
Jim. Jim.
Was ist denn?
Rose Marie.
Wo willst du campieren unterwegs zum 1. Mal?
Am goldenen Fels. - Ich weiß, wo das ist.
Warte dort bis Sonnenuntergang.
Ja, Cherie, ich will dort auf dich warten.
Bis dahin musst du dir überlegen, was du nun willst.
Wenn du mitkommen willst, muss es fürs ganze Leben sein.
Wenn dus nicht kannst,
dann lass mich zum Abschied noch einmal deine Stimme hören.
Dann sing mir das Lied,
das die Indianerin für ihren fernen Liebsten singt in den Bergen.
Dann verstehe ich und gehe fort ohne dich.
Musik
Komm herein, du böses Weib.
Ich dir habe gesagt, bleibe fort von weißem Mann.
Nein.
Lass mich.
Ich geh und mach meinen Rapport. Dass mir alles bleibt, wie es ist.
Wer auch der Mörder ist, wir werden ihn schnappen.
Leise Trommelschläge
Lauter Ruf
Stammesgesang
Hopp.
Stammesgesang
Trompetensignal
Stammesgesang
Stimmengewirr
Trompetensignal
Musik
Aha, das Auge des Gesetzes, wird aber auch Zeit.
Ist ja ganz von Gott verlassen, dieses Indianervolk.
Kommt in die Stadt und verscheucht mir die Leute.
Mike.
Marie, hast du das hier schon mal gesehen?
Ja, damit traf ich den Puma. Gehört Jim, nicht wahr?
Was ist passiert?
Der Häuptling ist erstochen worden.
Wissen Sie, wo Duval ist?
Jim Duval macht mancherlei, aber so was nicht.
Er hatte mit dem Häuptling einen schweren Streit,
ich habe gehört, wie er ihm drohte.
Das Messer belastet ihn schwer.
Mike, wenn ihr ihn fangt, was macht ihr dann mit ihm?
Dann wird er gehängt. - Mike, geh nicht.
Ich komme mit dir.
Ist nichts für junge Mädchen. - Er macht auch dich tot.
Sei unbesorgt, Unkraut vergeht nicht.
Mike.
Wo willst du denn hin?
Musik
Jim.
Jim.
Hallo.
Hallo.
Gesang
Echo ertönt
(singt) * Du, mein Geliebter, bist du auch fern,
ich bin dir nah.
Doch wenn du schweigst, bin ich so betrübt und traurig ganz und gar.
Aber wenn mein Liebesruf doch zu dir dringt,
und wenn dann das Echo die Antwort mir singt.
Dann glaube ich,
dass der Traum sich erfüllt.
Du bist da für mich,
ich bin da für dich. *
Schluchzen
Trommelschläge
Halt.
Kommen Sie, Malone, es ist höchste Zeit.
Jemand hat ihren Häuptling erstochen, und sie glauben,
ich wars.
Waren Sies? - Nein, ich wars nicht.
Sprechen Sie ein Machtwort.
(spricht die indigene Sprache)
Versprechen Sie den Brüdern goldene Berge, nur holen Sie mich hier raus.
(spricht die indigene Sprache)
Nett von Ihnen, Malone. Danke.
Was haben Sie ihnen versprochen? - Gerechtigkeit.
Klopfen
Der Staat gegen James Duval.
Ich hörte, wie Duval zum Häuptling sagte: Dein Herz ist aus Granit.
Ich möchte dir mal dein rotes Fell aufschneiden, um es dir zu beweisen.
Haben Sie dieses Messer schon einmal gesehen?
Ja, an dem Tag, an dem Duval mir gerettet hat mein Leben.
Stimmengewirr
Da Sie für schuldig befunden wurden des Mordes,
so lautet der Spruch des Gerichtes:
Der Angeklagte James Duval wird zum Tod durch den Strang verurteilt.
Möge der Herr Ihrer Seele gnädig sein.
Ach, Sie. Ich dachte, es wär jemand anders.
Ich kann jetzt nicht mehr so wählerisch sein mit meinem Umgang.
Ich möchte Ihnen nicht lästig fallen.
Ich wollte nur... - Natürlich, natürlich.
Noch mehr Fragen, nicht?
Ich wollte fragen, ob ich etwas für Sie tun kann?
Das Einzige wäre, dass Sie mich hier raus bringen.
Damit habe ich nichts zu tun.
Dann wüsste ich nicht, was wir uns noch zu sagen haben.
Keine Bestellung, an der Ihnen liegt, oder nen Brief zu schreiben?
An wen denn?
Familie? - Ist nicht.
Freunde? - Hab ich nicht.
Ein Mädchen? - Nein, kein Mädchen.
Da war wohl eine, die wär fast meine Frau geworden.
Hat sichs aber überlegt.
Keinen letzten Wunsch also? - Doch.
Bitte um das Salz.
Wenn Ihnen sonst noch was einfällt. - Dann sage ich es schon.
Und Ihre Hinterlassenschaft? - Was ist das schon?
Mein Gewehr und mein Messer, meine Fallen und Netze,
wer sie findet, der mag sie mitnehmen.
Ich hab nichts zu vererben. Und keinen, der es erben könnte.
Nicht viel wert, aber hat mir mal jemand geschenkt.
Wer soll ihn haben?
Mir einerlei, behalten Sie ihn selbst.
Lassen Sie mich in Ruhe, Malone.
Tun Sie das zu den anderen Sachen von Duval.
Hier ist ein Brief für Sie vom Hauptquartier in Ottawa.
Sie können mir gratulieren, Korporal, Heiratsbewilligung.
Was sagen Sie das mir? Sagen Sie es ihr.
Klopfen
Schluchzen
Marie, warum weinst du? - Geh weg.
Hörst du nicht, wie sie bauen den Galgen?
Morgen wirst du den Mann umbringen.
Was kann ich denn dafür? Ich bin Gendarm, kein Richter.
Das Urteil war gerecht.
Ich habe gewusst, Jim hat den Häuptling nicht ermordet.
Ich hab dich gebeten, nicht Jagd zu machen auf hin.
Das war meine Pflicht.
Ich will nichts hören von Pflicht, von Recht und Richter.
Wenn ich einen Menschen liebe, weiß ich alles von ihm.
Und mein Herz sagt deutlich, dass Jim es nicht tat.
Musik
Schluchzen
Ich wittere Myrtenblüten.
Und hab ich nicht das Gebimmel der Hochzeitsglocken im Ohr?
Wann ist es denn so weit mit Ihnen und Rosie?
Frag sie doch.
Verlieren Sie nicht die Nerven.
Wenn Sie einen Rat brauchen über l'amour toujours...
Hör auf, Barney.
Ich werde Duvals Sachen revidieren. - Lass mich nur.
Ich hoffe immer noch,
ich finde etwas, das ihm das Schlimmste ersparen würde.
Nicht einverstanden mit dem Urteil? - Ich schon, aber Marie nicht.
Was hat das Mädchen damit zu tun?
Ach so, Jim Duval und Rosie.
Tut mir leid, Mike.
Messer, Pistole, Portemonnaie, indianischer Liebesring.
So ein Ring soll Glück bringen, Gesundheit und ein langes Leben.
In diesem Fall hat er versagt.
Vielleicht, weil die Indianerin, von der er ihn bekam,
ihn nicht mehr liebte.
Was sagst du?
Wenn sie aufhört, ihn zu lieben, ist der Zauber hin.
Womöglich ist dieses Mädchen darauf gekommen...
...dass er eine andere liebt.
Hey, wo wollen Sie hin mit dem Ring? - Schreibs auf.
Du kennst doch Jim Duval?
Er hat Streit mit eurem Häuptling gehabt.
Vor 1/2 h war ich bei ihm, als sie ihm die Schlinge um den Hals legten.
Als er gefragt wurde, ob er noch einen Wunsch hätte,
schaute er mich an und sagte:
"Kamerad, geh zu Wanda, und gib ihr das von mir.
Ich bitte sie, diesen Ring immer zu tragen, denn ich habe sie geliebt."
Das Sterben fiel ihm schwer, denn er war ja unschuldig, nicht wahr?
Schrei
(spricht die indigene Sprache)
Trommelwirbel und Trompetensignal
McCorkle, treten Sie vor.
McCorkle.
In Anerkennung Ihrer außergewöhnlichen Pflichttreue
ist es mir eine Freude, Ihnen dies zu überreichen.
Noch einen Stern? - Stillgestanden.
Und für Ihren außergewöhnlichen Beitrag zur Aufklärung
eines schweren Verbrechens befördere ich Sie zum Sergeanten.
Jubel
Nun, was machst du hier noch? - Ich warte.
Weißt du nicht, dass Jim entlassen worden ist?
Ja.
Und dass er fort ist? - Das weiß ich auch.
Ich warte auf dich. - Aber du sagtest doch...
Du hast Jim gerettet.
Dafür ich will bei dir bleiben, wenn du es willst.
Dafür ich will alles tun, was du mir sagst.
Ach so.
Jetzt kommts auf mich an.
Was du auch sagst zu mir, ich will es tun.
Dann lass uns ins Freie gehen, da können wir uns aussprechen.
Ich hol die Pferde.
Du könntest dich inzwischen umziehen.
Dieses Kleid gefällt dir nicht? - Doch, gefällt mir schon.
Aber als ich dich zum 1. Mal sah, hattest du Buxen an.
Ich hab Nachricht aus Ottawa, jetzt könnten wir heiraten.
Ganz wie du es denkst. - Ich habs mir überlegt.
Du willst nicht Vermählung mit mir machen?
Ich liebe dich, Rose Marie. Aber du passt nicht in die Stadt.
Ich bin gewöhnt an das Dasein in Zucht und Ordnung.
Aber du musst frei sein wie der Vogel im Wald.
Manche Frauen brauchen feine Kleider und Frisuren,
zu denen gehörst du nicht.
Aber ich sag doch, was du zu mir sagst, ich will es tun.
Ich weiß.
Gesang aus der Ferne Horch, ich ruf dir zu.
Nun antworte ihm, er wartet auf dich.
(singt) * All mein Glück bist du. *
Musik
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