All language subtitles for [ Torrent9.tv ] Ce.qui.Nous.Lie.2017.FRENCH.1080p.BluRay.x264-LOST

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Original subtitles

Als ich ein Kind war,

sah ich jeden Morgen aus dem Fenster, und ich dachte Tag für Tag,

dass sich alles verändert hat.

Der Wein und der Wind

Ja, als Kind dachte ich noch, dass sich Tag für Tag alles verändert

und dass es auch ewig so bleiben würde.

Später begriff ich allerdings, dass sich hier nie etwas veränderte.

Alle meine Freunde gingen an die Uni

nach Dijon, Paris oder Montreal.

Mein Vater wollte, dass ich das Weingut übernehme,

doch ich wollte nicht hier leben.

Wir stritten jeden Tag.

Es wurde unerträglich.

Ich musste gehen.

Ich wollte die Welt sehen.

Tja...

Das ist mittlerweile zehn Jahre her, und ich habe die Welt gesehen.

Es hat zwar nicht viel gebracht, denn ich bin wieder hier,

aber ich habe es getan.

Das hat mich zumindest gelehrt,

dass die Reise eigentlich nie zu Ende ist.

He, du da vorne! - Vorsicht! Vorsicht!

Pass auf! - Vorsicht! Vorsicht!

Passt doch auf, Leute!

Meine Schwester hatte angerufen. Vater sei sehr krank.

Damals war ich seinetwegen gegangen,

und jetzt kam ich seinetwegen zurück.

Ja, bitte?

Jean?

Marcel.

Du wirst auch nicht jünger.

Du kennst dich hier ja aus.

Nimm meine Schlüssel. - Gut.

Sehen wir uns morgen? - Ja, okay.

Hallo, Juliette. - Hallo, Marcel.

Ist da jemand drin? - Ja.

Eine Überraschung.

Jean?

Juliette.

Oh, Mann, du bist es wirklich.

Du hast dich verändert.

Ich habe mich verändert?

Du hast einen Bart.

Warte.

Hallo?

Ja.

Was?

Im Ernst?

Du hättest mal anrufen können.

Weißt du, wie lange du dich nicht gemeldet hast?

Vier Jahre und elf Monate.

Und, was ist in der Zeit passiert?

Oh, Mann, es gibt sie immer noch.

Also, es gibt da eine Frau.

Sie heißt Alicia.

Ich weiß nicht, ob wir noch zusammen sind.

Es ist kompliziert.

Und du?

Nun, es gab da mehr oder weniger einen Kerl,

aber es ist kompliziert.

Papa geht es nicht gut. Er ist seit vier Monaten in der Klinik.

Und... - Ich war gestern dort.

Ach ja?

Ich war erst täglich dort, und jetzt drei bis vier Mal pro Woche.

Ich versuche, mich mit Jérémie abzuwechseln.

Es ist auf Dauer nicht einfach. Bald ist ja auch Weinlese.

Das kann ich mir vorstellen. - Ja.

Und du, machst du Wein?

Ja. - Ja?

Ich habe seit fünf Jahren ein kleines Weingut.

Es ist viel größer als hier, aber für Australien ist es klein.

Ja, klar.

Und du, Schwesterherz?

Ich mache Wein.

Ich arbeite seit zwei Jahren mit Papa.

Aber jetzt, wo er weg ist, weiß ich noch nicht,

ob ich weitermache oder weggehe.

He. - Wow, Jérémie.

Wen haben wir denn da?

Hallo.

Und was hast du so getrieben?

Nichts Besonderes. - Was?

Er hat Frau und Kind.

Du hast ein Kind? - Ja.

Du hast ein Kind?

Ja. - Oh, Mann.

Ein Junge, er ist drei Monate alt.

Wie schön.

Wenn du mal angerufen hättest, wüsstest du es.

Apropos...

Keine Ahnung, ob du es Wusstest,

aber Mama ist gestorben.

Vor fünf Jahren.

Ich hatte angerufen, damit du kommst,

aber der Herr war anscheinend zu beschäftigt in Australien.

Da kann man ja nicht kommen oder antworten.

Was soll das? - Jérémie.

Was denn? Ist das dein Ernst?

Er kommt einfach so wieder, und wir sollen...

Verdammt, seit Monaten kümmern wir uns um Papa, um das Gut, um alles.

Und er... - Was? Was weißt du denn von mir?

Ja eben, ich weiß gar nichts von dir.

Ich weiß nicht, wo und mit wem du lebst oder was du machst.

Kein Wort seit Mamas Tod. - Es war für mich auch nicht leicht.

Nicht leicht?

Du hast Mamas Begräbnis versäumt! - Hör auf, Jérémie.

Mann, ich wollte mich nicht aufregen.

He, Leute.

Feiert ihr euer Wiedersehen?

Ich komme wohl ungelegen.

Könnt ihr mir kurz helfen?

Na klar. - Wir kommen.

Geradeaus. Geradeaus weiter.

Weiter.

Nicht anstoßen, da kommen ein Hahn und ein Fass.

Du musst nicht helfen.

Ich weiß. - Weiter, noch ein Stück geradeaus.

Immer geradeaus.

Langsam. Langsam.

Ich arbeite auch bei meiner Frau mit, und dieses Hin und Her...

Und sie machen Druck wegen der Weinlese.

Weiter. - Ich bin wohl recht gereizt, sorry.

Nein, mir tut es leid.

So, jetzt hier herum.

Weiter.

Weiter. Gut.

Vorsicht, aufpassen.

Passt das?

Es eilt, die Weinlese geht bald los und der Gärkeller ist nicht bereit.

Wisst ihr schon, wann sie losgeht?

Das sollte heute entschieden werden.

Und wer entscheidet das? - Na, Juliette.

Ja, eigentlich sollte ich, aber wenn du es machen willst...

Nein, nein.

Montag?

Nächsten Montag? - Ja, nächsten Montag.

Jean, das ist nicht lustig.

Nächste Woche. - Ja.

Koste eine von der Sonnenseite.

Ich würde sagen, Donnerstag.

Donnerstag, in vier Tagen? - Genau.

Nächste Woche ist es vielleicht zu spät für die Roten.

Dann kannst du Marmelade daraus machen.

Sie sind doch schon gut.

Schmeckst du es?

Aber die Haut ist ganz dick.

Na und? - Eine dünne Haut wäre doch besser.

Dann kommt der Saft leichter raus.

Die Kerne sind kaum braun.

Ich würde warten. Es bringt mehr Fleisch.

Du willst also einen simplen Wein?

Einen wie von Papa?

Willst du nicht etwas Säure?

Doch. - Ja,und?

Wartet doch die Laboranalyse ab.

Die Ergebnisse kommen um 15 Uhr.

Koste noch mal. - Okay.

Ihr müsst die von oben kosten.

Das ist ein großer Unterschied.

In vier Tagen, das ist zu kurz, Jean. - Ist es nicht.

Hier, koste das.

Und was ist das? - Kann ich es sagen?

Kann ich es sagen? - Ja.

Mango.

Für mich ist das ganz klar Donnerstag.

Hier oben sind sie tatsächlich süßer. Was meinst du, Marcel?

Dein Vater sagte immer: "Bei Weißwein ist pünktlich im Grunde schon zu spät."

Genau.

Also?

Er hätte sicher erst Samstag oder Sonntag begonnen,

aber Jean hat recht, du entscheidest, wie der Wein werden soll.

Schau dir Wetterbericht und Mondkalender an.

Wenn wir zu lange warten, verregnet es uns die Lese.

Donnerstag?

Ja, okay, Donnerstag.

Aber wir schauen auf den Wetterbericht.

Ja?

Er war bei Papa, bevor er herkam? - Ja.

Keine Ahnung.

Wir warten noch auf Ergebnisse.

Ich weiß es vielleicht in ein paar Tagen.

Ich weiß es nicht.

Alicia, fang jetzt bitte nicht damit an.

Tut mir leid.

War das deine Freundin?

Ja, das war Alicia.

Alles in Ordnung?

Ja, alles in Ordnung. Alles okay.

Und?

Ein 99er?

Nicht schlecht, er hat es fast.

Um drei Jahre daneben.

Ein 2002er? - Ein 96er.

Ein 96er? Aber ja, klar.

Ist das ein Premier Cru?

Ja, ein 96er Cailleret.

Ach ja, Meursault. - 99er und 2002er sind nicht so mächtig.

Ab nächsten Sonntag geht es richtig los.

Wir werden öfter solche Blindverkostungen machen.

Du hast noch große Lücken.

Anselme, lass gut sein.

Es geht um das olfaktorische Gedächtnis. Man muss üben.

Ich weiß, aber...

Wir hatten davor schon andere probiert. Ich war nicht...

Es wundert mich.

Hat dein Vater nie Blindverkostungen mit dir gemacht?

Er hat es schon verstanden, Schatz.

Aber man muss so etwas lernen, sonst wird das nichts.

Ein Winzer braucht ein Minimum an... - Ich weiß.

Ist doch wahr. Wein ist Arbeit.

Jetzt kostet mal den 85er.

Ihr werdet sehen, das war ein Spitzenjahr.

Jérémie, du tunkst nur den Finger ein. - Okay.

Also, womit fangen wir an?

Dem Geruch? - Der Farbe.

Ach ja, mit der Farbe. - Jérémie?

Es ist ein Weißwein? - Ja.

Ja, es ist ein Weißwein. Das ist mein Sohn.

Er riecht nach Scheune. - Genau, er riecht nach Stroh.

Trinkt mal.

An welche Frucht erinnert euch das?

An Zitronen? - Sehr gut, Juliette.

Er hat etwas zu viel Säure.

Und nach der Zitrone, schmeckt ihr da noch eine Frucht?

Birne?

Aber nein, Jean.

Komm, überleg mal.

Das Obst, das es beim Chinesen gab? - Genau.

Litschi? - Richtig.

Ja, sehr gut.

Sie sind gut, was? - Sie haben Talent.

Ihr werdet alle drei einmal sehr gut.

Jean.

Jean, wach auf.

Jean.

Was ist denn los?

Er ist...

Es...

Es ist vorbei.

Wir alle haben ihn sehr geschätzt.

Jetzt müssen wir uns daran gewöhnen, dass er nicht mehr unter uns ist.

Ich kam nicht zu Mamas Begräbnis, weil ich Vater wurde.

Das Kind kam an ihrem Todestag zur Welt.

An dem Tag, als du mich angerufen hast.

Warum hast du nichts gesagt?

Ich war mit Alicia im Krankenhaus.

Sie lag in den Wehen.

Ich habe deine Nachricht bekommen, aber...

Ich konnte einfach nicht weg. Ich wollte bei meinem Sohn bleiben.

Aber das hättest du uns sagen müssen.

Denkst du, das war einfach? - Warum hast du später nichts gesagt?

Ich habe mich drei Tage später gemeldet. Du hast nicht geantwortet.

Ja, weil ich so sauer war, dass du nicht gleich geantwortet hast.

Ich verstand dich auch nicht.

Wie alt ist dein Sohn?

Vier Jahre und elf Monate.

Guten Wein machen, das konnte Papa.

Der ist groß geworden.

Er ist noch besser als letztes Mal.

Wann hast du den 90er Pommard denn mal gekostet?

Weihnachten vor fünf Jahren.

Und du erinnerst dich daran? - Ja.

Wie machst du das?

Gib mal Opas Wein.

Danke.

Opa war romantischer und idealistischer.

Da wären noch die Corvées, 1,80 Hektar Aligoté, das ist nicht viel.

Dann haben Sie drei Premier Cru,

18,44 Ar Perrières,

26,60 Ar Rugiens

und 35,80 Ar Sous le Dos d'Ane.

Von den 17 Parzellen

sind drei Premier Cru, fünf Village und der Rest Appellation Regionale.

Rot- und Weißwein sind über vier Gemeinden verteilt.

Nicht zu vergessen das Haus. Alles im Miteigentum.

Was bedeutet "Miteigentum"?

Bei Miteigentum haben mehrere Personen dieselben Rechte an einer Sache.

Wenn etwa einer der Eigentümer seinen Anteil verkaufen will,

können die anderen sich zwar nicht widersetzen,

haben aber ein Vorkaufsrecht auf diesen Anteil.

Es bedeutet in etwa, dass Sie drei gemeinsam die Eigentümer sind,

ohne dass das Eigentum geteilt werden kann.

Wenn einer von Ihnen etwas entscheiden will,

braucht er die Zustimmung der beiden anderen.

Wenn beispielsweise einer von Ihnen verkaufen will,

dann geht das nur mit der Zustimmung der anderen.

Nun zu dringenderen Dingen.

Zunächst müssen Sie die Erbschaftssteuer zahlen.

Ja, und wie viel wäre das in etwa?

In Ihrem Fall etwa 500.000.

500.000? - Ja.

Können Sie das Geld aufbringen? Haben Sie Ersparnisse?

In Ihrem Fall gibt es drei klassische Optionen.

Die erste wäre, die Weinbestände zu verkaufen,

also die Fässer und Flaschen im Keller.

Ich fürchte, das wird nicht reichen.

Zweitens könnten Sie ein paar Parzellen verkaufen.

Oder Sie verkaufen nur das Haus.

Haben wir hier eine Schätzung zum Wert der Weinbestände?

Hier. Er beträgt etwa 300.000.

Ich wusste doch, das reicht nicht.

Und wenn wir das ganze Weingut verkaufen?

Ich sage Ihnen ganz offen, es würde die Sache stark vereinfachen,

wenn Sie drei das Gut komplett verkaufen würden.

Die Grundstückspreise im Burgund sind explodiert.

Die Ertragsfähigkeit eines Weinguts wie des Ihren

liegt bei einem Prozent des Grundstückspreises.

Das bedeutet, mit dem Weinbau verdienen Sie nur ein Prozent dessen,

was Sie bei einem Verkauf der Grundstücke erhalten würden.

Was ist der Marktpreis?

Grob geschätzt würde ich sagen, er liegt knapp über sechs Millionen.

Ja, durchaus.

Käme das für Sie auch infrage?

Auf der Heimfahrt sprach niemand.

Beim Erben sagt man sich, dass man zwar jemanden verloren hat,

aber dass mit dem Erbe etwas bleibt und man etwas gewinnt.

Hier war das anders.

Uns wurde klar, dass wir nach dem Verlust unseres Vaters

noch viel mehr zu verlieren hatten.

Einige hier sind alte Hasen. Für die Neuen wiederhole ich die Regeln.

Erstens, wir entscheiden, wo wer hingeht, nicht ihr selbst.

Zweitens, ihr schneidet immer links, nie rechts.

Entschuldigung?

Entschuldigung? Das hier ist wichtig.

Ihr schneidet immer links, okay?

Schneidet nichts Verdorrtes ab.

Das sind diese roten Enden. - Lasst auch den Verjus dran.

Was ist der Verjus? - Das ist...

Das ist alles, was oben wächst.

Das sind diese kleine Trauben. Lasst sie dran, die sind noch unreif.

Wer Fragen hat, geht zu den Teamchefs, das sind Marcel, Didier,

Vincent und Jean-Michel.

Das ist ein besonderes Jahr für uns, denn...

unser Vater ist vor Kurzem gestorben.

Ja, also...

Aber...

Wir werden unser Bestes tun, und es wird schon alles klappen.

Also, ich wünsche allen eine gute Lese.

Gut. - Danke.

Jeder holt sich Eimer und Schere.

Vincent, teilst du sie ein?

Haben alle, was sie brauchen?

Hier lang. - Na, dann los.

Es geht los.

Warte, warte.

Schneid nicht den Zweig ab.

Mach erst die Blätter ab, damit du besser siehst.

Schneid da am Grünen ab.

Okay. - Okay? Probier es mal.

Genau. Hast du mal gekostet? - Nein.

Koste mal.

Gut, oder? - Ja.

Okay.

Danke. - Iss nicht alle auf.

Bis später. - Bis später.

Träger, bitte. - Träger!

Träger! - Ich komme!

Ich komme ja schon!

Ich kann nicht überall sein.

Los!

Sie sind gut, oder? - Ja, aber man muss aufpassen.

Seht euch das an.

Gib Ruhe. - Ist ja gut.

Kommt, es geht los.

Entschuldige. Wie heißt du? - Lina.

Lina. - Warum?

Ach, nur so.

Kommt deine Schwester zurecht, so ohne deinen Vater?

Ja, ich glaube, es geht schon.

Was soll ich machen? Nur Zucker, Gesamtsäure und pH-Wert?

Genau, Zucker, Säure und pH-Wert.

Und?

Die Basses Gouttes haben stark zugelegt.

Dann fangen wir mit denen an. Und dann die Charons.

Ja, am Nachmittag. - Das ging aber fix.

Warte noch kurz.

Heute nehmen wir Kisten statt Hotten. Kommt, es geht los.

Na los, ihr faulen Socken. - Selber faul!

Charlène! - Was ist?

Zieh dein Top aus, das motiviert uns. - Halt den Mund.

Das hättest du wohl gern. - Hilfst du mir mal?

Schön weiterschneiden, Mädels! - Soll ich dich mal beschneiden?

Fanny ist wohl heiß. Aber ich bin schon beschnitten.

Weißt du? - He, du Arsch, hör auf.

Hier, das ist für das "du Arsch".

Hör auf, Marouane! - Das ist, weil du nie kuscheln kommst.

Charlène, zieh dein Top aus.

Auf in den Kampf!

Das bedeutet Krieg!

Nicht auf die Haare.

Nicht auf die Haare! - Oh, verdammt.

Hört auf!

Aufhören!

He, hört auf, mit Trauben zu werfen! - Aufhören!

Hört auf! - Hör auf!

Schluss! - Hör sofort auf!

Wie heißt du? - Marouane.

Lass doch den Quatsch.

Das war Fanny, sie steht auf mich.

Hör auf! Willst du mich verarschen?

Nerv nicht, das war doch nichts.

Ich soll nicht nerven? Du bist hier nur angestellt.

Ich bezahle dich nicht, um mit Trauben zu werfen.

Es tut mir so leid, Chefin.

Du Chefin, ich Sklave.

Willst du mich schlagen? Los, schlag mich.

Geh doch, wenn du nicht hier sein willst.

Was soll das? Du machst Stress wegen drei Trauben?

Das waren nicht nur drei Trauben.

Und wenn es 100 waren, wo liegt das Problem?

Hör auf, Marouane. - Nein, warte.

Seit einer Woche schuften wir für euch.

Seit sechs Tagen schleppe ich Trauben.

Das ist kein Grund. - Na und?

Wegen 15 Trauben machst du uns so an?

Was macht das? Sag mal. Zehn Euro? - Nein, es...

Nein, sag schon.

Du musst doch wissen, was deine Trauben kosten.

Hier, 20 Euro. Reicht das? - Nein, schon gut.

Schon gut. - Los, nimm es.

Du tust mir leid mit deinen Spießer-Problemen.

Was ist los? Alles okay?

Ich weiß nicht, ob ich für das hier gemacht bin.

Wieso?

Ich habe einfach nicht das Zeug zur Chefin.

Liebst du Wein? - Ja, ich liebe Wein.

Du liebst Wein, also mach ihn.

Du redest Schwachsinn. - Ja.

Los, komm. - Idiot.

Warte mal. Was machen Gérards Leute da?

Das ist unsere Zeile!

Verdammt, sie ernten dort.

Verdammt. - Stimmt etwas nicht?

Aufhören.

Aufhören, das ist unsere Zeile.

Was ist passiert? - Dasselbe wie die letzten Jahre!

Deine Leute ernten in unserer Zeile.

Oh ja, tatsächlich. - Oh ja.

Also, ihr beide. - Wir?

Das gehört uns nicht, hier ist Schluss.

Also, ab.

Es war ja nicht viel. - Nimm den Eimer.

Gib mir den Eimer.

Das macht er immer, der Arsch.

Wie bitte? - Sie sagte: "Der Arsch."

Das hast du gesagt, oder? - Ja.

Ja, das hat sie wohl gesagt. Sie hat gesagt: "Der Arsch."

Ach ja? - Ja.

Hau ab! - He, nicht!

Was ist? - Du Arsch!

Die spinnt.

Gehst du danach nach Australien zurück?

Ja, ich denke schon.

Aber ehrlich gesagt weiß ich es noch nicht.

Hast du nicht Lust bekommen, hierzubleiben?

Ich weiß ja nicht, was ihr machen wollt.

Ich will hier jedenfalls nicht leben.

Moment, was soll das heißen?

Was meinst du?

Wenn du wieder weggehst, verkaufst du deinen Erbteil?

Meinen Erbteil? - Ja.

Der alte Müller hinterließ dem Ältesten die Mühle,

dem Zweiten den Esel und dem Jüngsten seine Erbteile...

Lass den Mist. Ich habe dich etwas gefragt.

Wolltest du etwa die ganze Zeit schon verkaufen? Jean?

Ja, Sohnemann? Alles klar?

Das darf doch nicht wahr sein.

Er haut einfach ab.

Nein, nein, die Arbeit ist geschafft.

Ja, ich komme zurück. Ich bin bald zurück.

Aber... hat Mama dir das erklärt?

Halt das Lenkrad gerade.

Schau nach vorn. Wichtig ist, wo du hinfährst.

Eins, zwei, drei.

Jetzt lenkst du allein.

Willst du beim Entrappen echt 50/50 machen?

Ja, so hatten wir es gesagt.

Dein Vater hätte bei dieser Sorte wohl mehr entrappt.

Er hätte vielleicht 70/30 gemacht, aber nicht mehr.

Papa ist nicht mehr da. Du entscheidest jetzt.

Wir bleiben bei dem, was wir gesagt hatten.

Zu Befehl.

Dann hören wir auf zu entrappen.

Juliette!

Komm mal her. - Was ist denn?

Was bedeutet das?

Gibt es Regen? - Das zieht zu uns.

Nein, es gibt keinen Regen.

Die Wolke zieht nach Chalon. - Ach ja?

Fragen wir Didier. Didier! - Ja?

Komm mal. - Aber...

Was ist? - Warte mal.

Gibt es Regen?

Nein. - Nein?

Nein, die Wolke zieht entweder zur Saône oder hinter die Berge.

Es besteht kein Risiko. - Das sage ich doch.

Also los.

Komm ausleeren.

Das klingt gut, sing das heute Abend auf dem Weinfest.

Los, wir haben es gleich geschafft. - Marouane!

Marouane! - Ja, ich komme.

Ich brauche mehr Zeit? Oh nein, du brauchst mehr Zeit.

Kann ich bitte mit Ben reden?

Hallo, mein Schatz.

Ich weiß, ich bin schon lange weg.

Mein Papa ist doch gestorben, da muss ich ein wenig hierbleiben.

Ja, ich vermisse dich auch.

Ja, ich weiß.

Nicht weinen, Ben.

Ben.

Ich gehe dann, Juliette. Es geht schon los.

Was ist denn los, Juliette? Sag mal.

Du weinst auch. Was habt ihr denn?

Habt ihr euch etwa abgesprochen?

Es sind schon alle da.

Keine Tränen heute Abend, versprochen?

Los, ich helfe euch noch kurz.

Komm, Juliette.

Ich sollte zum Weinfest von Océanes Familie, aber...

Wein her!

Wer will? Es ist noch etwas da!

Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht.

Das ist heiß! - Vorsicht, heiß und fettig!

Juliette, Jean, ich fahre jetzt.

Océane hat angerufen, ich soll kommen.

Jérémie. - Ja?

Koste mal. - Marcel, ich muss weg.

Erst musst du kosten. - Nein.

Ein 95er Perrière.

Ein 95er? - Ja, los, koste ihn.

Aber nur ein kleiner Schluck.

Ist das der 95er Perrière? - Ich koste schnell, dann gehe ich.

Ja, der ist wirklich gut.

Schneller!

Trinkt noch was!

Wie lange warst du dort? - Zwei Jahre lang.

Ich war auf einem Weingut bei Mendoza.

Dann ging ich nach Chile und anschließend nach Australien.

So herumzureisen, das ist toll.

Ich würde das gern machen, aber mir fehlt der Mut.

Dazu braucht es keinen Mut. - Doch.

Warum? - Man lässt doch alles hinter sich.

Bei mir war es eher eine Flucht.

Wovor wolltest du denn fliehen?

Vor dem Burgunder.

Ich wollte vor dem Burgunder fliehen, vor all dem hier.

Vor meinen Wurzeln.

Aber du bist zurückgekommen. - Das stimmt.

Und warum willst du weg?

Ich bin aus Finistère in der Bretagne.

Weißt du, was "Finistère" heißt? - Nein.

"Das Ende der Welt".

Ich hatte immer das Gefühl, am Ende der Welt zu sein, wo nichts ist.

Vielleicht reise ich deshalb so gern.

Ich war noch nie im Burgund. - Ein exotisches Land.

Offensichtlich.

Hallo? Ja, einen Moment.

Ich gehe dann. - Okay.

He, wie lief es mit... - Okay, Alicia, was redest du da?

Nein, ich weiche nicht immer aus.

Juliette? Entschuldige, kann ich... Kann ich dich mal kurz sprechen?

Schon gut, ich beruhige mich. Ich beruhige mich ja.

Warte. Warte doch mal fünf Minuten.

Kann ich morgen zurückrufen?

Zugabe, Zugabe!

Zugabe, Zugabe!

Alles okay? - Nein, ich...

Ich gehe.

Das kommt nicht infrage. Komm, bleib hier.

Na los.

Komm.

Wir trinken noch was. - Nein, keine Lust.

Oh doch, du trinkst noch was mit mir.

Da muss man mittanzen.

Sie ist kurz vor dem Sprachverlust. Weißt du noch?

Was ist? Was redet ihr...

Was redet ihr zwei ständig über mich?

Was denn?

Ich sagte, du bist kurz vor dem Sprachverlust.

Gar nicht. - Doch.

"Gar nicht." - "Gar nicht."

Jérémie, warum braucht man...

Was? - Warum?

Warum braucht man die Sprache immer?

Tja, das ist eine gute Frage.

Weißt du, was? - Was?

Heute Abend pfeifen wir auf die Sprache.

Wir pfeifen drauf. - Die nervt.

Die nervt. - Ganz genau.

Apropos, du brauchst auch noch was.

Nein, wirklich nicht. - Los, mach dich locker.

Du tanzt echt toll. - Danke.

Wirklich. Ich kenne mich aus.

Was erzählt er ihr da wohl?

"War das ein Konzert."

"Brauchen Sie auch frische Luft?" - "Unbedingt, Marouane."

"Die Mauer hier ist schön kühl."

"Ja, es tut mir leid. Wirklich."

Er entschuldigt sich. - Schlechter Moment.

"Ich liebe..." - "Ich liebe grüne Bohnen."

"Ich liebe Käse aller Art." - "Wenn er reif ist."

"Ich kann nicht mehr denken. Ich brauche Abstand."

"Marouane, Sie Zauberer."

"Dann übernehme ich Ihren Platz an der Mauer."

"Es tut mir so leid." - "Ich verliere die Kontrolle."

"Ich verliere die Kontrolle."

"Hören Sie, Juliette." - "Wow, haben Sie den Himmel gesehen?"

"Diesen Sternenhimmel? Er ist übersät mit Sternen."

"Sie sind ein Stern, Juliette."

"Ich hingegen bin nur ein Kieselstein, ein kleiner Regenwurm..."

"Ein Wurm, ich bin nur ein..."

Was tut er da?

Nicht so hastig.

Tja, also...

Trinken wir noch was?

Ja, also... - Na gut.

Océane.

Waren wir nicht verabredet? - Sorry.

Was habe ich getan? - Was weiß ich.

Ich habe Mist gebaut. - Ja, und wie.

Sorry. - Du hättest anrufen können.

Meine Eltern... - Du verstehst das nicht.

Ich bin nur wegen meiner Geschwister geblieben.

Das sehe ich. - Nein, nein... Sie... Es war...

Der Trauerprozess... - Ja.

Er ist nicht einfach, und ich glaube... - Djalil!

Ich glaube...

Ich fühle mich gegenüber meinen Geschwistern...

Ja? - Ich fühle mich schuldig, weil...

Mir fällt es wirklich schwer...

Es ging ihnen echt mies, und ich dachte, ich sollte bleiben...

Also bin ich geblieben.

Aber es fällt mir auch schwer...

Ich kann nie Stellung beziehen. - Das ist nicht schlimm. Hör zu...

Du glaubst mir nicht, aber es stimmt. - Doch.

Ihnen ging es wirklich mies.

Ich schwöre es. - Es sieht nicht so aus.

Ich schwöre, ihnen ging es mies. - Schon gut.

Es tut mir so leid. - Macht nichts, es war nur ein Weinfest.

Es tut mir so leid.

Das riecht gut.

Was kommt jetzt dran?

Der Rugiens? - Ja.

Okay, los geht's. - Komm.

Ich weiß nicht, ob ihr das auch so seht,

aber es wäre wohl das Beste, das ganze Gut zu verkaufen.

Es geht immerhin um sechs Millionen.

Du... Ich weiß nicht.

Lässt es dich völlig kalt, unser Elternhaus zu verkaufen?

Die Erinnerungen, das Land, der Wein, all die Arbeit von Papa und Mama...

Das ist dir wohl egal. - Nein, aber ich war zehn Jahre weg.

Ich lebe nicht hier. Wie soll ich das sagen?

Ich habe Schulden und brauche Geld.

Bei wem? - Bei der Bank.

Außerdem ist das nicht deine Sache.

Oh doch, denn hier geht es auch um mein Leben.

Deine Entscheidung hat große Auswirkungen auf mein Leben.

Du bist zwar schon lange hier weg,

aber heute ist deine Sache auch meine Sache.

Also erklär es mir bitte gut.

Wenn ich mein Leben ändern soll, will ich auch wissen, warum.

Sie hat recht.

Außerdem müssen wir ja zustimmen.

Ich bin seit sechs Jahren mit Alicia zusammen.

Wir lernten uns in Brasilien kennen.

Danach waren wir in Argentinien, sind etwas herumgereist,

sind nach Australien gezogen und haben ein Weingut gekauft.

Und? - Was und?

Dafür braucht man eben einen Bankkredit.

Ich muss pro Monat 1000 Mäuse zahlen.

Früher ging das, aber jetzt eben nicht mehr.

Ich bin nicht mal dort.

Ich habe kein Geld, keine Frau, nichts.

Ich habe kein Zuhause, nicht mal ein Land.

So sieht mein Leben aus.

Wann willst du wieder zurück?

Keine Ahnung, aber ich muss zurück. Ich weiß es nicht.

Alicia will mich nicht mehr sehen.

Und dein Sohn? - Aber...

Bist du dir sicher? - Ich weiß gar nichts, okay?

Wenn wir eine Parzelle vom Village und den Aligoté verkaufen, reicht es.

Oder wir verkaufen vier Zeilen Perrière oder den Rugiens und behalten den Rest.

Spinnst du, das geht nicht.

Dann verkaufen wir eben nur die zwei Premier Crus.

Ich brauche aber die Premier Crus. Ich will nicht nur Aligoté machen!

Wir suchen doch nur eine Lösung. - Es gibt aber keine!

Also, gehst du? - Nein, geh du.

Das war nun unser Erbe.

Keiner von uns hatte wirklich Geld.

Dennoch hatten wir plötzlich die Probleme reicher Leute.

Das ist der Salon. Hier finden Verkostungen statt.

Wie groß ist er? - Etwa 32 Quadratmeter. Hallo.

Stören wir? - Ach, hallo.

Ich hätte Sie vorwarnen sollen. - Nein, schon gut.

Vom Salon geht es direkt...

...in die Küche.

Hallo. - Hallo.

Stören wir? - Nein, nein.

Oh, Verzeihung. - Verzeihung.

Jetzt kommen wir wieder in den Eingangsbereich.

Es gab viele Besichtigungen,

doch man merkte, die Leute wollten nicht nur das Haus.

Interessant waren vor allem die Weinberge, in denen es lag.

Hallo, Jérémie. - Alles klar?

Ja.

Ich helfe dir. - Danke.

Hallo. - Hallo, Jérémie.

Den Amis gefiel es offensichtlich.

Ja? - Ist doch toll.

Ach, du findest das toll? - Ja, schon.

Warum schuften wir dann noch? - Weil das jetzt gemacht werden muss.

Warum stellen wir auf Bio-Anbau um,

wenn wir in zwei Wochen an die Amis verkaufen?

Dem Weinberg ist egal, wem er gehört. - Ja, ja.

Marcel, wenn wir alles verkaufen müssten...

Also das Weingut, was würde aus dir?

Wieso, steht das an? - Nein, ich denke nicht, aber...

Aber was, wenn es so wäre?

Weißt du, ich lasse die Dinge immer auf mich zukommen.

Gibst du mir den Messzylinder?

Hallo, Juliette, wie geht's? - Hallo. Gut.

Ich wollte fragen, ob wir uns mal zusammensetzen können?

Einfach so, um mal zu reden.

Ich weiß, was du reden willst, Gerard. Aber ich habe keine Zeit und keine Lust.

Ich verkaufe nicht, besonders nicht an dich.

Okay.

Tja, dann tschüss.

Tschüss.

Ich hatte vergessen, wie der Winter hier ist.

Ich hatte vergessen, dass er ewig dauert.

Erst wenn man Land bearbeitet und es pflegt,

entwickelt man das Gefühl, dass es einem gehört.

Es geht nicht um Papiere, Familien oder Besitzurkunden.

Doch so, wie man fühlt, dass einem das Land gehört,

fühlt man seltsamerweise auch, dass man ihm gehört.

Es sind schon fünf Monate, Alicia.

Diese Telefonate waren schlimm.

Ich wollte nur bei ihr sein und sie in die Arme nehmen.

Und doch machte ich ihr immer nur Vorwürfe.

Ich wollte doch nur von ihr hören, dass sie mich braucht.

Du schaffst das nicht alles allein.

Gibt es in Australien auch vier Jahreszeiten?

Ja, klar. - Ja?

Aber sie sind nicht so ausgeprägt. Es ist etwa wie in Kalifornien.

Und auf der Südhalbkugel sind sie ja entgegengesetzt.

Müsstest du nicht diesen Monat fahren?

Ja, aber ich bleibe wohl. - Echt?

Ja.

Es ist nicht ganz klar. Ich weiß nicht, was sie will.

Sie sagte, sie braucht etwas Zeit. - Und was ist mit deinem Sohn?

Ja, das ist schwer.

Ich denke ständig an ihn.

Der kleine Krabbelkäfer krabbelt und krabbelt,

und er macht killekille.

Willst du das haben?

Das sieht echt gut aus.

Aber füg ein paar Wände hinzu.

Sonst frieren wir im Winter.

Ein Dach wäre auch nicht schlecht. - Ja.

Kannst du... Du lenkst mich ab. - Okay.

Essen!

Ich mache nur schnell noch was fertig!

Ist es schon acht Uhr? - Ja.

Hallo, Ben, hier ist Papa.

Ich weiß, es ist noch früh.

Aber ich wollte anrufen, bevor du in die Schule gehst.

Ja, mir geht es gut.

Nein, sprich Französisch. Ich rede weiter Französisch.

Was treibst du denn so?

Du hast ein Lied gelernt?

Kinder!

Kinder!

Kinder?

Kinder.

Océane.

Verdammt. - Océane, ich bin's, Mama!

Ja, Mama'.!

Es ist Sonntag!

Es ist erst neun Uhr!

Ja, und das Frühstück ist fertig.

Kommt zum Essen. - Ja doch.

Das darf doch nicht wahr sein.

Es gibt Crêpes.

Ich gehe nicht hin.

Sag ihnen, ich bin krank. - Ist ja gut.

Jeden Tag geht das so, verdammt!

Soll der Papa dich nehmen? - Schon gut.

Nimmst du ihn mal kurz? - Ja, komm her.

Sag ihnen das. Am Sonntag schläft man aus.

Ja, schon gut.

Julien. Kuckuck, Kuckuck.

Danke, Jérémie. Komm. - Wir warten!

Du machst den Small Talk. - Ja.

Ich rufe schon zum dritten Mal! - Wir kommen ja.

Dann antworte doch. Jetzt ist alles kalt.

Soll ich dir helfen? - Nein, geht schon.

Fräulein Vermillard? - Nein.

Zimmerservice!

Ist jemand da?

Ah, da ist ja wer. - Oh ja.

Oh ja. Ich stelle das mal hin.

Oh, wow.

Warum macht ein Bruder das auch nach 20 Jahren noch

und ein Typ immer nur ein paar Wochen?

Hör auf, ich mache das nie für meine Frau.

Es ist eine Schande.

Wir trinken einen kleinen Kaffee.

Ich nicht, danke. - Ach komm.

Es ist ein Tarrazu aus Costa Rica.

Danke.

Jérémie, ich komme gleich zur Sache.

Du weißt, Océane plant schon

die neue Raumaufteilung und Gestaltung der alten Mühle.

Das Projekt liegt unserer Familie sehr am Herzen.

Ich weiß. - Gut.

Seit ein paar Monaten sehe ich dir zu,

mache mit dir Verkostungen und lasse dich entscheiden.

Ich ließ dir freie Hand bei zwei oder drei Cuvées.

Aber seien wir mal ganz ehrlich.

Du bist dafür nicht gemacht.

Aber ich... Wie meinen Sie...

Aber ich weiß noch, als Sie die Cuvées verkostet haben,

sagten Sie doch, Sie wären ganz zufrieden mit meiner...

Nein? - Nein.

Ich habe nachgedacht.

Du könntest das Management der Mühle übernehmen.

Da gibt es ein Restaurant,

einen Verkostungsraum, ein Hotel und ein Spa.

Das wird ein umfassendes Projekt,

und ich bin überzeugt, dass dir das sehr gut gefallen wird.

Ja, also...

Gut, ich werde darüber nachdenken.

Ich weiß auch von den Problemen, die du und deine Geschwister habt,

und Chantal hat mich dazu überredet, euch zu helfen

und einige Parzellen vom Gut deiner Eltern zu kaufen.

Aha.

Das wollt ihr doch, oder? - Ja, ja.

Im Grunde haben wir... Ja, also... - So haben alle etwas davon.

Ich bekomme die Weinberge in der Domaine de la Pousse d'Or zurück,

und für euch bleibt es in der Familie.

Die Gärung ging sehr schnell. - Ja, bei allen roten.

Danke.

Danke.

Er ist noch schwach. - Das ist normal. Lass ihm Zeit.

Aber man merkt jetzt schon, dass du eine gute Wahl getroffen hast.

Der Anteil 50/50 beim Entrappen gibt ihm Struktur.

Er ist sehr rund, das ist gut.

Das merkst du? - Ja, ganz deutlich.

Er ist gut, oder? - Finde ich auch.

Er ist raffiniert. Ich hole den Pommard.

Tja, also...

Wir drei müssen mal reden.

Der Notar ruft ständig an.

Die Erbschaftssteuer ist fällig, und wir müssen das mit dir klären.

Anselme hat vorgeschlagen, Parzellen zurückzukaufen.

So müssten wir das Haus nicht verkaufen.

Und es bliebe in der Familie.

In welcher Familie?

Na, in unserer Familie.

Ach ja, klar, in unserer Familie.

Wäre dir das lieber?

Nein, ich würde es lieber anders machen, aber...

Weißt du das noch, Jean?

Du hast alle Namen aus Papas Klasse aufgeschrieben.

Ich war das? - Ja, das ist deine Schrift.

Mich wundert immer, wie du so etwas noch weißt.

Ich habe das aufgeschrieben? - Ja, weißt du das nicht mehr?

Du warst in der zweiten Klasse, wie Papa auf dem Foto.

Du hast ihn nach den Namen seiner Klassenkameraden gefragt.

Du kannst es wegwerfen.

Im Ernst? Das kann man doch nicht wegwerfen.

Das ist Papas Kindheit und ein schönes Andenken für uns.

Lass nur, Jean will alle Brücken hinter sich abbrechen.

Warte, kann ich mal sehen?

Danke.

Die hat er in den letzten Jahren ständig getragen.

Nicht übel, oder?

Oder? - Ja.

Jean? Jean. Jean! - Ja?

Kann ich auch mitklettern? - Nein, Jérémie, du bist zu klein.

Los, eins, zwei, drei.

Los, Jérémie.

Du solltest doch auf den Kleinen aufpassen.

Du bist wohl verrückt geworden!

Schau nicht so!

Du bist total verantwortungslos!

Wieso muss ich immer auf sie aufpassen?

Halt den Mund! Du bist der Älteste, oder?

Schrei ihn nicht so an.

Er ist immer noch ein Kind.

Alles gut, Jérémie?

Na komm, ist schon gut.

Kommt her, lasst euch drücken.

Ein Weinberg trägt nur selten länger als hundert Jahre.

Den hier hatte mein Großvater angelegt.

Er war 85 Jahre alt und warf nichts mehr ab.

Juliette wollte Papa seit Jahren überreden, ihn zu roden,

aber es kam nie dazu.

Wir brauchen Bedenkzeit.

Wenn wir die Bestände verkaufen, können wir schon Steuern abzahlen.

Das haben wir doch schon besprochen, das reicht nicht.

Es nützt nichts. - Ich weiß nicht.

Wir müssen nur Océanes Vater zusagen.

Hör auf. - Aber du warst doch dagegen?

Ich bin auch dagegen, aber wenn es nicht anders geht...

Was hätte wohl Papa getan?

Hör auf, Juliette. - Was denn?

Warum musst du immer an Papa denken?

Und warum schreist du hier immer so rum?

Ich schreie nicht. - Doch. Was hast du gegen Papa?

Was hat er dir getan? - Was? Du bist lustig.

Für euch war das alles viel leichter.

Ich war der Älteste und habe immer alles abbekommen.

Ich musste euch sagen, was ihr tun sollt.

Wenn ihr nicht gehorcht habt, war ich schuld. Ist das normal?

Nie konnte ich es ihm recht machen.

Darum bin ich gegangen. Ich konnte nicht mehr.

Ich habe ihm danach einen Brief geschrieben.

Er hat nie geantwortet. Ich war ihm einfach egal.

Jean. - Was ist?

Ich sag es ja nicht gern...

Er hat dir nie eine Antwort geschickt,

aber schau mal, was ich in seiner Jacke gefunden habe.

Du warst ihm wohl doch nicht egal.

Er spricht nicht, aber Sie können mit ihm reden.

Hört er mich? - Wir sind nicht sicher.

Wir denken, er kann Sie hören und verstehen.

Papa?

Jetzt kannst du wohl nicht mehr reden?

Das ist bestimmt ungewohnt.

Früher hast du immer überall deinen Senf dazugegeben.

Du hast nie zugehört.

Warum hast du meinen Brief nie beantwortet?

Mein Sohn.

Denn auch wenn du weit weg bist, bist du immer noch mein Sohn.

Wie kann ich auf all deine Fragen antworten?

Ich wusste nicht, warum du gegangen bist.

Als ich den Brief las, verstand ich, dass ich viel falsch gemacht habe.

Ich war dir immer egal.

Doch wenn ich an die gemeinsame Zeit denke,

wie ich dich in die Weinberge mitnahm...

Ich war eigentlich immer stolz auf dich.

Es stimmt, ich hätte es dir sagen sollen und habe es nie getan.

Wir beide waren wohl eher verstockt.

Ich dachte mir...

Das kannst du mir vorwerfen...

Ich dachte mir: "Zum Glück hat er nicht geantwortet."

...aber nun ist es eben so.

Du warst immer intelligenter als ich, jedenfalls besser mit Worten.

Jetzt bist du fort, und mir wird klar, was ich dir alles hätte sagen sollen.

Aber wenn du zurück bist, reden wir. Wir haben alle Zeit der Welt.

Verdammt, jetzt bin ich hier, um dich zu sehen.

Damit wir uns endlich mal aussprechen.

Von Mann zu Mann.

Papa, alles okay?

Papa.

Papa.

Nutze deine Reise.

Ich hoffe, du triffst viele Menschen und lernst viele Dinge.

Dinge, die ich dich nicht lehren konnte.

Geh hinaus in die Welt, das wolltest du schon immer.

Ich hoffe, du kommst danach wieder.

Ich hoffe das, denn obwohl ich weiß, dass du böse auf mich bist,

liebe ich dich

und werde dich immer lieben.

Alicia.

Hallo? - Hallo? Alicia?

Ja, mit wem spreche ich?

Sprechen Sie Französisch? - Nur ein wenig.

Ist Englisch besser? - Ja, bitte.

Hallo, hier ist Juliette, die Schwester von Jean.

Hat er dir gesagt, du sollst mich anrufen?

Nein, er weiß nichts davon.

Tut mir leid, es ist sehr schwierig, aber...

Ich wollte dir nur sagen...

Jean liebt dich.

Und...

Ich weiß es, denn ich kenne meinen Bruder,

und ich habe ihn noch nie so erlebt.

Ich wollte nur wissen,

ob für dich Schluss ist?

Also endgültig?

Ich verstehe, warum du anrufst, Juliette.

Es ist sehr nett von einer Schwester, so etwas zu tun.

Aber ich weiß nicht, was ich darauf sagen soll.

Mami?

Juliette, kann ich dich zurückrufen?

Okay, tschüss. - Okay.

Juliette wollte das Haus doch behalten.

Wir hatten nach wie vor Geldprobleme, aber das Haus konnte nicht so bleiben.

Jérémie, soll das raus? - Das Holz? Ja.

Okay.

Los, los, schneller. - Mache ich doch.

Los, weiter.

Und, was hat er gesagt?

Er will sich nur unsere Premier Crus wiederholen.

Echt? - Ja.

Und, was hast du ihm gesagt?

Dass jemand das Spa übernehmen muss.

Und? - Es interessiert ihn nicht.

Ach, es interessiert ihn nicht?

So, bitte sehr.

Gebt mir eure Teller.

Es muss aber nun mal jemand das Spa übernehmen.

Papa, Jérémie ist 24, ich bin 24, wir sind nun mal...

Was seid ihr? - Na ja...

Wir sind erwachsen und keine Kinder mehr.

Sie haben recht, Anselme. Sie sind keine Kinder mehr.

Anselme. - Papa.

Kinder!

Océane!

Ich bin's, Mama.

Papi!

Du hast ja einen Bart! - Ja.

Hallo. - Hallo.

Was machst du denn hier?

Wir wollen dich besuchen.

Das sind mein Bruder Jérémie und meine Schwester Juliette.

Hallo. - Hallo.

Hallo. - Hallo.

Das sind Alicia und mein Sohn Ben.

Hallo. - Hallo.

Hallo, Großer. - Hi.

Hallo. Also, willkommen.

Ben, komm mal her.

Hilfst du mir? - Ja.

Komm mal hier rüber.

Dreh dich um. Gut.

Du hängst das da oben ein, okay? - Okay.

Fertig? Eins, zwei, drei.

Ehrlich gesagt...

Als du anriefst, weil euer Vater krank war,

war ich irgendwie erleichtert, dass Jean zu euch nach Frankreich fuhr.

Und warum?

Willst du sie testen? - Ja.

Ja? Dann komm.

Ich brauchte Zeit.

Es war damals hart mit deinem Bruder.

Ja, ich verstehe.

Ich danke dir jedenfalls.

Wofür?

Dafür, dass ihr hier seid.

Wo schläft sie denn?

Keine Ahnung.

Schlaft ihr im selben Zimmer oder nicht?

Ben hat mich gefragt, wo er schlafen wird.

Keine Ahnung, das...

Wo...

Wo ich schlafen will? - Ja.

Ich weiß nicht.

Schau mich nicht so an.

Ich werde mich nicht entschuldigen.

Okay, es tut mir leid.

Ich habe mich um alles gekümmert.

Die Pflege, die Lese, das Personal, die Bank...

Du warst nicht da. Habe ich je was gesagt?

Ich... - Ich habe nichts gesagt!

Ich wollte bei dir sein, hast du das vergessen?

Du sagtest, du brauchst mehr Zeit.

Ich sollte nicht kommen.

Ich weiß, dass ich das gesagt habe.

Ich wollte wissen, ob ich dich brauche.

Und? Hast du mich gebraucht?

Nein. - Nein? Du...

Oh nein. Ich kam klar.

Es tut mir leid.

Es tut mir leid.

Es war nicht so gemeint.

Mami.

Papi?

Komm, wir lassen Mama schlafen.

Kann ich reinkommen? - Ja.

Soll ich mit Ben ins Freibad fahren?

Wohin? - Ins Freibad nach Beaune.

Ja, gern.

Und, was sagst du?

Wozu?

Sind wir zusammen oder nicht?

Ich weiß es nicht.

Verrückt, der Weinbau hier im Burgund

ist ganz anders als der bei uns in Australien.

"Bei uns."

Das ist das erste Mal, dass du Australien "bei uns" nennst.

Warum ist er so anders?

Hier macht man keinen Wein für die nächsten zwei Jahre,

sondern für in zehn oder zwanzig Jahren.

In Australien soll alles immer neu sein.

Nichts hat Bestand.

Und was ist dir lieber?

Beides hat etwas für sich, mein Schatz.

Mein Schatz. - Mein Schatz.

Was ist? - Ich weiß nicht.

Ich weiß nicht, woran ich bei dir bin.

Warum?

Am Anfang hast du zu mir gesagt,

das Beste an einer Liebesgeschichte sei der Beginn.

Die ersten Monate.

All das wirkt jetzt so weit weg.

Ich habe das vielleicht mal gesagt.

Aber nach der langen Zeit ohne dich denke ich jetzt anders.

Mit der Liebe ist es wie mit dem Wein.

Sie braucht Zeit.

Sie muss sich entwickeln.

Sie kann mit der Zeit auch besser werden.

Also, was sagst du? - Wozu?

Sind wir nun zusammen oder nicht?

Da wären wir.

Sehr gut.

Hallo. Ich bin ganz verliebt in Ben.

War es schön? Hat es dir gefallen?

Was?

Na, das Freibad. - Ja.

Hast du viel entrappt? - Nein, ich habe 50/50 gemacht.

Gute Wahl.

Wir waren dieses Jahr vorsichtig und haben mehr als 70 Prozent entrappt.

Darum sind unsere Weine einfacher. Hätten wir es mal wie du gemacht.

Juliette, ich komme gleich zur Sache.

Dein Bruder weiß, wenn ich eine Chance sehe, ergreife ich sie.

Ich würde die zwei Parzellen zurückkaufen,

aber du kümmerst dich weiterhin um sie und machst den Wein.

Wäre das eine denkbare Lösung für dich? Oder für euch drei?

Hat sie weiterhin freie Hand?

Ja, darum geht es ja.

Aber Sie wären mein Chef.

Das Land würde mir gehören, aber du machst den Wein.

Es ist dein Wein. - Ja, er wäre dein Chef.

Es wäre kein Wein vom Weingut Vermillard.

Hört zu, ihr könnt es euch überlegen.

Aber ich finde, es wäre für alle Seiten ein guter Kompromiss.

Ich mache es.

Juliette, du musst dir sicher sein, dass du mit meinem Vater klarkommst.

Anselme kann auch ganz cool sein. - Papa? Cool?

Ich würde es nicht cool nennen. - Nein, ich meine...

Man kommt mit ihm aus. Sie könnte mit ihm auskommen.

Ich glaube das ja eher nicht.

Natürlich wird er dir immer genau sagen, was du zu tun hast.

So ist er nun mal.

Manche Leute sind einfach gern der Chef.

Ja, mein Schwiegervater ist so. Er muss immer der Chef sein.

Was kann man da tun? - Sag doch: "Fick dich."

"Fick dich"? Oh nein. Nein, nein.

Ein 2012er Clos? - Gern.

Bitte sehr. - 2012 war ein schwieriges Jahr.

Dieses ganze Theater macht den Wein auch nicht besser als unseren.

"Hör zu."

"Von hier aus halte ich gern nach Chancen Ausschau,

und wenn ich eine sehe, ergreife ich sie."

"Da drüben baue ich einen Flughafen zwischen die beiden Bäume."

"Hier kommen ein Freibad und ein Trampolin hin."

"Und ich lasse den Hügel da versetzen. Er kommt neben das Spa."

Danke.

Da sind sie ja. Ach, diese kleine Grillparty.

Ich habe Juliette unsere Parzellen gezeigt.

Super, was?

Ah, das ist der 2009er Bouchère. Gut, oder?

Darf ich ehrlich sein? - Natürlich.

Ich bin mal so frei.

Ich würde sagen, ihm fehlt am Anfang die Säure.

Dafür übertreibt er es im Abgang ein klein wenig.

Er ist fruchtig. Sehr, sehr fruchtig. Vielleicht etwas zu fruchtig.

Dazu noch Sauerkirsche und Johannisbeere

und Litschi und gebratener Reis.

Ein Feuerwerk an Früchten. Sie sind überall.

Eine echte Geschmacksexplosion.

Vielleicht etwas viel Alkohol, was?

Euer Bruder ist wohl etwas angeheitert.

Warum denn? Ihr Wein ist wohl so rein?

Er macht wohl nicht betrunken? Ist er zu rein dafür?

Ich habe noch keine Antwort von euch.

Nein, wir verkaufen nicht. - Wie das?

Seid ihr alle dieser Meinung? Ich dachte, gerade er will verkaufen?

Ja, aber nicht an Sie.

Der 2009er ist aus. Wir bräuchten neue Flaschen.

Komm mal mit in den Weinkeller.

Kommst du jetzt, Jérémie?

Was hat dein Bruder denn, ist er sauer auf mich?

Keine Ahnung, ich glaube nicht.

Anscheinend hat er ein Problem.

Tja, Jean ist eben so.

Hat er nicht gelernt, dass man beim Verkosten ausspuckt?

Unfassbar, er führt sich auf wie ein Flegel.

Ich spucke auch nicht aus.

In meiner Familie tut man das nicht.

Das hat uns unser Großvater beigebracht.

Er sagte, nur Weicheier spucken aus.

Wir trinken eben gern.

Willst du mir etwas sagen?

Nein, aber... Nein.

Obwohl, doch.

Doch, das will ich.

Das geht so nicht, Anselme.

Wie Sie mich immer behandeln...

Was soll diese Geschichte mit dem Ausspucken?

Was soll das?

Wenn wir nun mal nicht ausspucken wollen?

Das ist alles.

Wollen Sie wissen, was ich wirklich denke?

Natürlich.

Es ist dasselbe wie mit dem Spa.

Wenn ich aber nun mal nicht will? Wenn ich eben nicht...

Jean ist genauso. Wenn er keine Lust hat...

Er macht, was er will. Wir sind nicht da, um...

Es ist immer dasselbe mit Ihnen.

Denken Sie nicht immer...

Denken Sie nicht immer, dass alles, was Sie meinen,

und alles, was Sie wollen...

Dass dann jeder...

So läuft das nicht.

Das ist wie mit dem Tarrazu, verdammt! Ich mag keinen Tarrazu!

Ich meine,

wir haben nun mal nicht denselben Geschmack.

Und das wollte ich Ihnen schon immer mal sagen.

Alles okay? - Ja, alles okay.

Ich habe mit deinem Vater geredet.

Und? - Und...

Wir haben gesprochen. Ich glaube, er hat es verstanden.

Okay, hast du ihm gesagt, dass wir umziehen wollen?

Ja, ich... Nein, das habe ich nicht gesagt.

Aber ich glaube, er hat es trotzdem verstanden.

Okay. Cool.

Ja, cool.

Komm, Ben.

Zieh deine Jacke an, wir gehen raus. Los, komm.

Papa, warum redest du immer Französisch mit mir?

Weil ich Franzose bin.

Aber du kannst Englisch. - Ja.

Warum redest du dann Französisch mit mir?

Ich möchte eben, dass du es verstehst und ein wenig sprichst.

Ich lebe in Australien. Ich brauche nicht Französisch sprechen.

Du brauchst nicht, aber du musst.

Wir probieren mal was aus. Sprich mir nach.

"Ich lebe in Australien." - Nein.

Komm schon, Ben. "Ich lebe in Australien."

Ich lebe in Australien. - In Australien.

"Mein Papa ist Franzose." - Mein Papa ist Franzose.

"Er ist ein sturer Esel."

Was bedeutet das?

Es bedeutet: "Zieh die Jacke an, wir gehen raus."

Oh nein, mein Kleiner. Jetzt pass auf.

Achtung, fertig, los!

Ben!

Ben! .Ja?

Warte auf uns. - Ja.

Ich mag deine Geschwister. - Ja?

Aber es ist gerade nicht einfach mit ihnen.

Was uns verbindet, ist eine Last.

Mir persönlich ist dieses Land hier mittlerweile egal.

Wirklich?

Das sind Puligny und Chassagnes.

Die liegen hintereinander.

Das Dorf hier ist Meursault.

Volnay und Pommard habe ich dir eben schon gezeigt.

Hier in Meursault haben wir Gruyache. Da, vor dem Baum.

Und Perrière, da oben.

Perrière. - Perrière.

Gruyache.

Grü... - Gruyache.

Wo ist eigentlich Ben?

Wo sind deine Eltern? - He!

Ben!

Alles okay? Geht's noch?

Wie leichtsinnig. Da stand ein Kind daneben.

Leichtsinnig ist nur, es herzubringen.

Wir sind im Weinberg.

Wir sind in der Natur. Warum müssen Sie hier Gift versprühen?

Ach, na klar. - Das ist kein Gift.

Ach nein? - Nein.

Kein Gift? - Nein.

Dann zieh doch den Anzug aus.

Zieh den Anzug aus. - Hör schon auf, Jean.

Sag doch, warum tust du es nicht?

Weil ich Cymoxanil gegen Falschen Mehltau spritze.

Dein Vater hat das auch gespritzt.

Also mach nicht so einen Aufstand.

Du weißt aber schon, wo mein Vater jetzt ist?

Lass den Quatsch, Jean.

Du weißt, dass das schlechte Wetter Mehltau verursacht.

Wenn du weiter nur Brennnesselsud nehmen willst, nur zu.

Aber lass mich in Ruhe.

Ich will auch nichts mit dir zu tun haben.

Aber das ist unser Land.

Er soll nicht unseren Wein besprengen.

Verstanden? Wir machen Bio-Wein.

Spritz, wo du willst, aber nicht auf meinen Wein.

Verstanden?

Eric!

Er spritzt Gift auf unser Land.

He!

Ich dachte, dieses Land ist dir mittlerweile egal?

Juliette, trinkst du was? - Ja.

Warte, passt du auf Julien auf?

Okay. - Bitte.

Entschuldigt mich.

Hallo. Ja, was ist?

Ist das mein Glas? Danke.

Ben, pass auf, ja?

Ja, du...

Dein Sohn wird bald laufen.

Hast du das gesehen?

Warte mal.

Was sagst du?

Ich hoffe, ich werde nicht wie Océanes Vater.

Ich hoffe, ich werde nicht wie dein Vater.

Wie meiner? - Ja.

Mein Vater war toll.

Ben, pass auf, bitte.

So, ab ins Bett.

Du siehst müde aus.

Nein, ich bin nicht müde. - Nicht?

Komm, leg das Buch weg.

Jetzt wird geschlafen.

Na komm. Gute Nacht, mein Sohn.

Du wirst mir fehlen.

Ich komme bald nach.

Wir werden ja sehen.

Mach mir keine Versprechungen.

Es tut zu weh, wenn... - In einem Monat bin ich bei euch.

Sobald ich alles unterschrieben und das mit meiner Familie geklärt habe.

Du bist erst dann wirklich bei mir, wenn ich auch deine Familie bin.

Es geht los.

Ist das deine Frau? - Ja.

Sie ist schön. - Ja.

Und was machst du jetzt?

Bald ist der Notartermin mit meinen Geschwistern.

Wir verkaufen einen Teil des Guts.

Ihr verkauft das Weingut?

Ja, einen Teil davon.

Und warum? - Damit wir teilen können.

Ich lebe nicht mehr hier, also steht mir etwas zu.

Und was steht dir zu?

Nach einem Jahr war alles unverändert.

Aber ich hatte mich verändert. Ich hatte meinen Vater wiedergesehen.

Ich hatte meine Geschwister wiedergesehen,

meine Familie, mein Zuhause.

Doch nach einem Jahr hatte ich verstanden,

dass mein Zuhause auch am anderen Ende der Welt war.

Krass, das ist dein erster Jahrgang. - Ja.

Zeit für den Abstich. - Ja, füllen wir ihn ab.

Nein. Nein, ich mache jetzt keinen Abstich.

Ich fülle ihn noch nicht ab. - Aber warum?

Sicher? - Ja, sicher, Jérémie.

Es ist mein Wein. Ich weiß, was ich tue.

Ich brauche keine zwölf Kerle mehr, die mir sagen, was ich tun soll.

Ihr steht da mit euren dicken Eiern.

Ich habe eigene Ideen und Vorlieben.

Sind etwas Finesse und Eleganz etwa zu viel verlangt?

Was ist? - Nichts.

Akzeptiert gefälligst, wenn ich was entscheide.

Er wird jedenfalls gut, oder? - Ja.

Dein Wein ist gut. Er ist ruhig, so wie du.

Aber er ist auch kräftig. - Genau.

Nicht nur ruhig. - Und er ist zart.

Er ist komplex. - Typisch Juliette.

Dienstag?

Ja. - Okay.

Ich war letztens allein beim Notar.

Ich werde wieder nach Australien gehen.

Ich habe viel nachgedacht. Wir werden nicht verkaufen.

Ich will unser Weingut nicht kaputt machen.

Wir werden uns anders einigen.

Untereinander, unter Geschwistern.

Das wäre sicher im Sinne von Papa und Mama.

Aber ihr müsst mir helfen. - Klar.

Der Vorschlag kommt von Alicia.

Anstatt euch meinen Anteil zu verkaufen,

verpachte ich euch meine Parzellen.

Ihr gebt mir jedes Jahr eine Summe, die euch nicht umbringt.

So bleiben wir alle Eigentümer, auch wenn ich selbst nicht da bin.

Wäre das okay für euch? - Ja, sicher.

Na klar.

Alicia ist einverstanden,

dass wir für die Erbschaftssteuer etwas Bestand in Australien verkaufen.

Willkommen, schön, dass ihr da seid.

Hallo. - Willkommen.

Ich hoffe, wir haben eine gute Weinlese.

Einige von euch waren schon mal da, für die Neuen wiederhole ich die Regeln.

In den Zeilen schneidet ihr nur links, nie rechts, okay?

Schneidet weder den Verjus noch das Verdorrte ab.

Eine Frage, was ist denn der Verjus?

Ja, also...

Der Verjus,

das sind die kleinen grünen Trauben oben am Zweig.

Lasst sie dran, die sind noch unreif.

Genau.

Hallo. - Hallo.

Schön, dass du hier bist. - Finde ich auch.

Lasst das, und kommt jetzt.

Immer nur eine Person pro Zeile.

Hoppla. Das wär's.

Hier sind die Schlüssel, Mama.

Alles okay? - Ja, alles okay.

Nicht weinen, Mama. Wir sind doch in der Nähe.

Ja, ich weiß.

Tschüss, Papa.

Mein Schatz.

Bis ganz bald.

Untertitel: Christine Dorner u. a.

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