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* Intromusik *
* Geräusche der Straße *
* Würgen, Husten *
* Stöhnen *
(Alex) Alles okay?
Geht's wieder?
(Juliette) Ja.
Ich hab nichts gegessen, ich hätte was essen sollen.
Ja, essen ist wichtig.
Du bist niedlich.
Wie heißt du? Alex.
Und du? Juliette.
Bist du alleine hier?
Die Versager sind alle abgehauen.
Was wird das?
Ich fahre nach Hause. - Du fährst doch jetzt nicht mit dem Roller?
Was hast du gesagt?
Juliette, du kannst so nicht fahren!
* Schwungvolle Musik *
* Motor verstummt. *
Wir sind da.
Wach auf. Du bist zu Hause, Juliette.
* Stöhnen * Oh Mann!
Alter Schwede.
So, dann ...
Tja, äh ...
Ich würde dir gern noch etwas anbieten, aber mein Freund ist da.
Na ja, nicht mehr lang,
denn Monsieur geht bald nach China.
Monsieur denkt vor allem an seine Karriere, weißt du?
Danke nochmal.
Ich hoffe, ich habe dir deinen Abend nicht zu sehr versaut. - Bisschen.
Tut mir leid.
Ich habe das Erscheinen meiner ersten Kurzgeschichte begossen.
Sie wird veröffentlicht.
Und übrigens ...
falls du sie lesen willst,
gebe ich dir mal meine Nummer.
Ja, mit Vergnügen.
Da, ist die dritte Geschichte:
"Das Paar, das sich im Nebel verirrt".
Dann tut's mir erst recht leid.
Bis bald? Ja, bis bald.
* Ruhige Musik *
* Sanftes Stöhnen*
Oh, David, oh ...
* Stöhnen *
* Leises Stöhnen im Hintergrund *
* Klirren des Glases *
(Sylvie) Schläft Juliette noch?
Ja. Sie sind wohl aus dem Bett gefallen?
Ich konnte nicht mehr schlafen.
Ich habe einen kleinen Job für Sie.
Nichts großartiges, aber ...
Sie würden Geld verdienen und müssten nicht rumhängen.
Sie werden mit meinem Vater einen Computerkurs machen.
Unter den Umständen glaube ich nicht, dass ...
Er erfährt nicht, dass Juliette und Sie ...
Sag ihm, wir kennen uns kaum - Sie sind der Sohn einer Kollegin.
Nett, dass Sie an mich denken, aber ich habe da Projekte.
Ich weiß, es ist schwierig, wieder mit der Arbeit zu beginnen.
Reißen Sie sich zusammen, Alex!
Die paar Stunden bringen Sie nicht um, daran gewöhnen Sie sich.
Juliette freut sich, wenn Sie sie zum Essen einladen, oder ins Kino.
Oder nicht? Ja, so viel steht fest.
Aber ...
Die Situation ist ... Machen Sie sich keine Sorgen.
Er erfährt nicht, dass Sie Juliettes Freund sind.
* Rattern, ruhige Musik *
* Klingel *
* Rattern und Musik verstummen. *
Hallo.
Du hast wieder diesen alten Pulli an.
(Pierre) Na und? Ich gehe sowieso nie raus.
Und ich? Zähle nicht?
Was ist das? Mein Computer.
Ich hab mir einen neuen gekauft.
Er ist toll, man kann viel damit machen.
Da, deine Post.
Ich dachte, die alten Filme deprimieren dich?
Was ist das denn?
Ein Rest Frikassee.
Irgendwann vergiftest du dich.
Tot nerve ich dich wenigstens nicht mehr.
Papa! - Was soll ich jetzt heute Abend essen?
Da, Ravioli.
Hatte ich schon zum Mittag.
Was weiß ich, du musst dich drum kümmern.
Sag Mme Costa, dass sie für dich einkaufen geht. - Keine Lust.
Was die mir wieder berechnet.
Ich habe das Gefühl, je weniger ich esse, umso mehr kostet es mich.
Alter Geizhals!
So erbst du wenigstens was.
Du wirst es brauchen, glaub mir!
Bei der Krise, der Klimaerwärmung, den Chinesen
und dann die ganzen Babyboomer, die alle Rente kriegen.
Sieht nicht gut aus für euch.
Wenn du mal rausgehen würdest, hättest du bessere Laune. Weg da.
Du hast wieder eine Fahne. Ich hab heute nichts getrunken.
Der Arzt sagte, wenn du bei deinen Medikamenten noch trinkst, dann ...
Wusstest du, dass er jetzt in Shanghai ist?
Papa, du bist doch nicht immer noch sauer auf sie.
So ist das jetzt eben.
Wie, "so"?
Sie hat jemanden kennengelernt, der ihr besser gefällt.
Freu dich für sie, statt eingeschnappt zu sein.
Wer am besten zu ihr passt, hat doch nicht ihr Opa zu entscheiden.
Sieh mal.
Ich kann die Dinger nicht leiden.
Wie ist er denn so, der Neue?
Nicht übel.
"Nicht übel" - was macht er beruflich?
* Straßenlärm *
Mach nicht so ein Gesicht.
Der Job ist doch besser als nichts.
Komm, das geht gut. Und wenn er dir was zu Trinken anbietet, ...
... sag ich, "Nein, danke".
Gut, also ... Bis später dann.
Schönen Tag.
* Straßenlärm *
Ich bin nicht scharf auf den Kurs.
Meine Tochter wollte es,
wie Sie wahrscheinlich wissen.
Trifft sie die Entscheidungen für Sie?
Seien Sie nächstes Mal pünktlich.
Ich bin vielleicht altmodisch,
aber für mich ist das eine Frage des Respekts.
Sie müssen Ihren Benutzernamen eingeben.
Einen was?
Ein Pseudonym. Ach ...
Wie wäre es mit "Pierro"?
So nannte man mich in meiner Jugend.
Sie haben jetzt die Kontakte Ihrer Tochter Sylvie und
zu Ihrer Enkel Juliette und Simon, richtig so?
Der meiner Enkelin ist nicht nötig.
Unser Verhältnis ist nicht das Beste.
Ok, und mit Simon läuft's?
Der könnte mich mal besuchen.
Schließlich habe ich seinen Roller bezahlt.
Eine Generation von Flegeln ist das, sonst nichts.
Tada, also ...
Klicken Sie auf Sylvie - "Anrufen".
* Wahlton * Und schon geht's ab.
* Wahlton *
Hallo!
Wie geht's, Papa?
Wie läuft's?
Ist sie auf ihrer Arbeit?
Ich bin im Büro.
Du hast wieder den dreckigen Pulli an.
Für deinen Lehrer hättest du dich umziehen können!
Na, Alex, macht er Fortschritte?
Am Anfang hatte er Schwierigkeiten mit der Maus,
aber langsam wird's besser. Ja, er muss üben.
Und sonst, ich hoffe, er stellt sich nicht quer?
Ich glaube, er muss erst mal erfassen, wozu das alles gut ist.
Für ihn ist das Ganze neu.
Wir fangen bei Null an.
Pass auf, Papa, konzentriere dich!
Pass auf, und später machst du deine Einkäufe per Computer.
Oder kannst mich anrufen. Ach was.
Dafür habe ich das Telefon.
(Kollegin) Die Konferenz ist vorverlegt worden.
Wie soll ich denn damit einkaufen?
Sie hört Sie nicht mehr. Sie hat aufgelegt.
Kann man das wieder anmachen und gucken, was da passiert?
Nein, das geht nicht.
Schade.
Mit der Kamera kann man auch fotografieren.
Ich klicke hier.
Sehen Sie das Symbol?
Das ist mein Foto.
Mhm.
Klicken ... zweimal.
Gar nicht übel.
Langsam verstehen Sie es.
Also ...
Ich werde meiner Tochter nichts sagen.
Das ist Simon, mein Enkel.
Sylvie, mein Tochter,
ihr Mann Bernard.
Und Juliette -
meine Enkelin, mit der ich verkracht bin.
Das ist ihr Ex-Freund, David.
Sie hat ihn verlassen.
Er ist nach China abgedampft, das ist schade.
Aber jetzt hat sie einen anderen.
Ein Typ, der ihr auf der Tasche liegt.
Das geht nicht lange gut.
Sie ist ganz schön umtriebig.
Sieht sie einen, der ihr gefällt, wirft sie sich in seine Arme.
Wer ist das auf dem Foto?
Das ist Madeleine.
Sie ist seit fast zwei Jahren tot.
50 Jahre verheiratet und immer haben wir uns geliebt.
Ich kann's kaum erwarten, ihr zu folgen.
Es nervt, ohne sie zu leben.
Wird Zeit, dass ich gehe.
Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass es ein Vergnügen war.
Könnten Sie mich trotzdem bezahlen?
Tut mir leid, ich dachte, meine Tochter ...
Mir hat sie gesagt, Sie zahlen. Seit meine Frau tot ist,
habe ich das Haus nicht verlassen. Ich leide an Platzangst.
Sie meinte, Sie haben Ihr Geld im Schlafzimmer versteckt.
Mhm, gut.
(Mann) Das Ziel des Senders ist klar:
Junge Zuschauer gewinnen,
ohne damit das Stammpublikum zu verscheuchen -
und das wären die Älteren.
Die Hauptfigur ist ein Gerichtsmediziner.
Gerichtsmediziner,
heißt, es geht um Tod.
Das ist heikel bei älterem Publikum.
Also ....
Je realistischer der Tod dargestellt wird,
desto verstörender für die Senioren
und desto gelangweilter die Jungen.
Also muss jede Menge Blut fließen,
damit sich die Jungen interessieren.
Also keine falsche Scheu, bitte.
Ausweiden,
Folter,
Verstümmelungen -
du verstehst schon.
Also bring mir gute Pitches.
Und wenn's das Richtige ist, bekommst du einen Drehbuch-Vertrag.
Und diese ...
... die Pitches, werden die bezahlt?
Was hast du bisher gemacht?
Ich hab mehrere ... Interessiert mich nicht.
Ich beurteile nur das Ergebnis. Okay?
Okay.
Überrasch mich. Ist gut.
Danke.
* Elektrisches Dröhnen *
So kann's gehen.
Könnt ihr mir helfen, Jungs?
Ich gehe dann mal und lasse Sie weitermachen.
Was gibt's?
Simon? Hilfst du uns?
(Simon) Hab grad zu tun.
Ich arbeite vielleicht für eine Serie.
Aber die Marmelade gehört nicht in den Kühlschrank.
Also was Ihren Vater angeht, da müssen Sie jemand anderes finden.
Haben Sie einen Vertrag?
Nein, ich schreibe erst die Pitches und wenn es denen gefällt,
krieg ich den Vertrag. Mein Kumpel Seth gab mir den Tipp.
Bezahlen die für die Pitches?
Nein. Na also.
Machen Sie zwischenzeitlich diesen Job.
Arbeit ist Arbeit, danach sehen wir weiter.
Wenn das alles wäre.
Was denn noch?
Er redet ständig von David.
Will mit ihm skypen.
Ich gebe ihm nicht die Nummer, verlassen Sie sich darauf.
Und mit Juliette spricht er nicht. Also keine Angst.
Ich finde das krank, das Ganze.
Ich finde es krank, dass meine Tochter wieder Zuhause leben muss,
weil ihr Typ nicht einen Cent nach Hause bringt.
* Bedrückende Klänge *
"Penisvergrößerung - neue Technik."
"Jetzt anfragen."
"Neustart für Ihr Liebesleben."
"Frau sucht Mann, Mann sucht Frau, Frau sucht Frau, Mann sucht Mann."
* Verspielte Musik *
"Fügen Sie ein Foto hinzu."
* Verspielte Klaviermelodie *
* Klingeln eines Handys *
Hallo?
* Räuspern *
Ja, Pierre.
Nein, Sie stören nicht.
Unten an der Leiste ist ein Symbol.
Das sieht wie ein Kompass aus.
Oben ist dieses Zeichen, das wie Funkwellen aussieht.
Funktioniert nicht.
Und haben Sie das Fenster geöffnet?
Erledigt.
Funktioniert aber immer noch nicht.
Das kann doch bis später warten, oder?
Es ärgert mich.
Was bringt es, wenn ich das Ding ohne Sie nicht benutzen kann?
* Straßenlärm, Hupen *
* Türsummer *
(David) Shanghai ist eine große Stadt, sehr dicht bevölkert,
ständig in Bewegung und voller Überraschungen.
Es ist faszinierend hier, aber auch anstrengend.
Mir fehlt Frankreich, wissen Sie.
Und deine Arbeit?
Geht schon, nicht mehr.
Wer ist denn das? Mein Internet-Lehrer.
Guten Tag.
Guten Tag.
Haben Sie Neuigkeiten von Juliette?
Nein.
Seien Sie nicht so streng mit ihr.
C'est la vie, Pierre.
Wollen Sie nicht wissen, wie es ihr geht? - Nein.
Wir haben geskypt vorgestern.
Ich hatte keinen guten Eindruck von ihr. - Ach was!
Wieso? - Scheint nicht so gut zu laufen mit ihrem neuen Freund.
Der Arme muss völlig daneben sein.
Sie sagt, sie hat das Gefühl, ihn zu bemuttern.
Die beiden wohnen jetzt bei Sylvie. Nein!
Doch! Das gibt's nicht.
Das hat sie mir gar nicht erzählt.
Das kann nicht lang gut gehen.
Wie läuft's bei dir? Mit den Chinesinnen?
Sie sehen ja selbst: Es fällt mir schwer, Juliette zu vergessen.
Ich mache ein bisschen rum, aber nichts ernstes.
Rummachen ist nicht das Schlechteste.
Mit Chinesinnen ist es viel ...
... exotischer.
* Lachen *
Wann kommst du zurück?
Ende des Monats muss ich vielleicht in die Pariser Zentrale,
für ein oder zwei Wochen.
Dann komme ich Sie besuchen. Wunderbar!
Ich muss los, auf Wiedersehen.
Tschau.
Sympathischer Kerl, oder?
* Ruhige Chanson-Musik *
Wenn ich jede Unterrichtsstunde mit Ihnen trinken muss ...
Sie gefallen mir besser, wenn Sie etwas getrunken haben.
* Ruhige Chanson-Musik *
"Ich würde gern eine sanfte Frau kennenlernen,
die außerdem tolerant ist und aufgeschlossen.
Eine Frau, die es liebt, das Unbekannte zu erforschen."
(Martine) "Martine, 32, neugierig und freizügig,
geduldig und liebevoll,
auf der Suche nach einer schönen Liebesgeschichte und
einer dauerhaften Liebesbeziehung."
(Doucette) "Doucette, 33,
dynamisch, sportlich und aktiv.
Ich suche einen Lebenspartner, der Kinder liebt.
Raucher nicht erwünscht."
(Caroline) "Caroline, 35,
getrennt, schüchtern, neugierig.
Bescheiden, 1,58 Meter,
grüne Augen."
(Coco) "Coco Schönauge, Krankenschwester,
39, sucht kleine Glücksmomente."
(Dauphine) "Dauphine, 32,
Deutsch-Französin, noch nie verheiratet.
Sucht verwandte Seele voller Überraschungen,
unternehmungslustig, reist gern."
"Guten Tag, Flora63."
(Flora) "Guten Tag, Pierro98.
Was verstehst du unter einer aufgeschlossenen Frau,
der es gefällt, das Unbekannte zu erforschen?"
"Ich suche eine Beziehung, die aufregend ist.
und erregend.
Jenseits ausgetretener Pfade."
"Heißt das auf sexuellem Gebiet?"
"Ich meine damit nicht im Besonderen körperliche Lust,
aber das kann natürlich dazugehören, ein Teil davon sein."
"Außerdem fand man während der Autopsie Plastikpartikel im Magen.
Sie hatte in Beutel verpackte Drogen verschluckt."
Du hörst mir nicht zu. Doch, doch.
"Der Gerichtsmediziner stellt außerdem fest,
die Finger der Frau waren abgetrennt,
Mittelfinger und kleiner Finger, durch ein Werkzeug mit zwei Klingen,
vermutlich einer Gartenschere."
Wem willst du eigentlich gefallen?
Niemandem. Was redest du?
Du stehst seit einer Stunde vor dem Spiegel!
Ich möchte vorzeigbar sein.
Ist wichtig in meinem Job.
Was hältst du davon? Wovon?
Meinem Pitch.
Ich find's gut. Echt jetzt?
Ja, ist gut.
Mach dir aber nicht zu viel Hoffnung, der Markt ist hart umkämpft.
Was ist das Problem?
Man wird nicht einfach so Drehbuchautor.
Oder Sänger, meinetwegen.
Wie kommst du jetzt auf Sänger?
Ein Vergleich.
Verdammt, ich racker mich ab für ein bisschen Kohle.
Damit wir die Kaution für die Wohnung zusammenbekommen und
ausziehen können. Ich bin nur überrascht, sonst nichts.
Was hast du denn?
Weiß nicht, laut David läuft es nicht besonders zwischen uns.
Dein Großvater wollte unbedingt mit ihm skypen.
Sprichst du oft mit ihm über sowas?
Nein.
Ich meine, ist alles etwas schnell gegangen mit uns.
Nach ein paar Wochen zusammenzuziehen ist gewagt.
Ich weiß, die Umstände waren ... Warum sprichst du mit ihm darüber?
Ich muss los. Kommst du nicht zu spät?
Doch.
Denken Sie daran, die Duschdichtung auszuwechseln? - Ja.
Und wenn Sie noch Toilettenpapier kaufen könnten ... - Okay.
Bis heute Abend. Bis heute Abend.
Hör mal,
David hat unsere Trennung nicht verkraftet.
Ich versuche ihm zu helfen.
Um ihm zu helfen, sprichst du mit ihm über uns?
Denken Sie daran, die Duschdichtungen auszuwechseln?
Ich denke an nichts anderes.
Ich muss mich beeilen. Heute unterschreibe ich einen Vertrag.
Wie sehe ich aus? * Schnauben *
"Können wir skypen?"
"Wenn es dich nicht stört,
würde ich lieber weiter schreiben.
Ich finde das viel romantischer."
"Du erwähnst in deinem Profil nichts von deiner Arbeit.
Was machst du beruflich?"
"Ich bin Sinologe."
"Sinologe?
Wow! Dann sprichst du also Chinesisch?"
"Ich spreche es nicht nur, ich kann es auch schreiben."
"Eine Kultur zu studieren, die so anders ist als unsere,
muss aufregend sein."
"Ich habe gesehen, dass du Montag Geburtstag hast,
vielleicht können wir uns an diesem Tag treffen?"
* Ruhige Tanzmusik *
"Das Opfer ist eine Jugendliche.
Ihre Verletzungen wurden ihr mit einem glühenden,
metallischen Gegenstand zugefügt - vermutlich mit einem Bügeleisen.
Viel erstaunlicher ist,
dass das Gesicht des Opfers zuvor von jemandem zerschnitten wurde.
Als würden all die Schnitte etwas offenbaren,
was die Verbrennungen ausgelöscht haben."
Sie haben Sinn für Dramaturgie.
Es ist nicht vielen gegeben, glauben Sie mir.
Finden Sie?
Ja, ja.
Und wenn ich mir meine Enkelin so ansehe,
sie arbeitet in der Pharmaindustrie.
Sie glaubt, dass sie hilft, Menschen zu heilen.
Aber man weiß, wie die Pharmalobby funktioniert.
Wie die Waffenlobby.
Zumindest ist es bei denen klar, dass es ums Töten geht.
Ist ehrlicher.
Sind Sie verheiratet, Alex?
Nein, aber ich habe eine Freundin.
Haben Sie morgen Abend schon etwas vor?
Morgen Abend ...
Ich weiß noch nicht, wieso?
* Scherzhaftes Atmen * Was ist los?
Es geht schon.
Da ist so ein Schmerz im Rücken und dann geht nichts mehr.
Bald holen die mich ab, kann nicht mehr lange dauern.
Kommen Sie, los, setzen Sie sich.
Langsam.
Geht's besser?
Immer, wenn das passiert, denke ich daran, was ich gestern gemacht habe.
Und am Tag zuvor.
Und auch heute.
Und ich sage mir,
dass mein Leben ohnehin nicht von großem Interesse ist.
Zum Glück habe ich Sie.
Ich ertrage die Einsamkeit nicht mehr.
* Melancholische Klänge *
"Ich bin einverstanden mit morgen. Wo treffen wir uns und wann?"
"Wir könnten uns im Florea verabreden.
Ist ein nettes Lokal, trinken wir dort doch was.
Die Adresse lautet: Rue des Riches Claires 19.
Ich bin ein bisschen nervös, aber freue mich sehr, dich zu treffen."
(Bernard) Zusammen mit dem Decoder, dem DVD-Player und dem Videorecorder
habe ich vier Fernbedienungen.
Ich blicke nicht mehr durch.
(Simon) Funktioniert's? - Nein, nein.
Alex, nicht jetzt. Wir essen gleich.
Warte, zwei Sekunden. * Handy klingelt. *
Moment.
Da ist nichts. Pst, das ist Pierre.
Hallo?
Gut, und Ihnen?
Nein, Sie stören mich nicht.
Wie? Jetzt kommen?
Es funktioniert. Hören Sie ...
Ich komme. Gut, bis gleich.
Er will, dass ich komme. Am Sonntagabend?
Vielleicht braucht er jemanden zum Reden.
Er hat nichts mehr zum Saufen!?
Läuft er? Ja, alles bestens.
Irre.
Wartet nicht mit dem Essen. Fangt einfach an.
Wieso ruft er nicht mich an?
Hey, Sylvie. Ihr rührt nie mehr das Ding an, verstanden?
Es wird nichts mehr angefasst.
Ist super so!
* Stimmungsvolle Musik *
Das ist ja eine Teufelsmaschine! * Lachen *
Nie dachte ich, mit Tausenden Frauen Kontakt aufnehmen zu können.
Einfach so.
Ohne aus dem Haus zu gehen.
Sagen Sie es niemandem.
Vor allem nicht meiner Tochter, das ist mir sehr peinlich.
Sie geben sich Mühe, mir etwas beizubringen und ich ...
Ist doch nicht schlimm.
Eins macht mir zu schaffen.
Das ist die Verabredung morgen.
Sie haben eine Verabredung?
Sie müssen für mich hingehen.
Nein, nein, nein, nein, nein!
Nein! Nur zur ersten Verabredung.
Nein.
Damit ich weiß, was sie von mir hält.
Kommt nicht in Frage. Sie scheint nett zu sein.
Sie ist Physiotherapeutin. Wissen Sie, was Sie verlangen?
Für einen Kurzgeschichtenschreiber eine einmalige Gelegenheit.
Eine Inspirationsquelle. Nein!
Tut mir leid.
Ich fühle mich so allein
seit dem Tod von Madeleine.
Dieser jungen Frau zu schreiben, gab mir das Gefühl ...
Ist lächerlich, Sie haben recht.
Fahren Sie zu Ihrer Freundin.
Lassen Sie mich mit meinen Problemen allein.
Versetzen Sie sich zwei Minuten in meine Lage.
Das mache ich doch!
Für Ihre Mühe.
Das kann ich nicht annehmen. Ich weiß, dass Sie es brauchen.
So sehr, wie ich es brauche, dass Sie hingehen.
Jeder hat etwas davon.
Hier.
* Piepen *
Guten Appetit. Danke.
(Simon) Sagt ihm die die Wahrheit.
Wenn er merkt, dass ihr ihn verarscht ...
Es geht ihm momentan nicht schlecht,
das machen wir nicht durch Ehrlichkeit kaputt.
Ging's ihm besser, als Sie gegangen sind?
Ja, ich finde schon, er brauchte jemanden zum Reden.
Ich glaube, das Wichtigste ist,
ihn zu besuchen, ihn anzurufen.
Er erträgt die Einsamkeit nicht.
Er möchte geliebt werden.
(Simon) Wenn er geliebt werden will, soll er netter sein.
Hat er nicht deinen Roller bezahlt?
Wie hast du ihn wieder aufgemuntert?
Ich sagte ihm, dass er trotz Alter noch jemanden kennenlernen kann.
* Prusten, Bernard flucht. *
Ja, wenn er dann mal rausgeht.
Aber ist schon gewagt. Wieso?
Er ist physisch fit.
Er schafft kaum ein Mindestmaß an Körperpflege.
Aber wenn es ihn aufmuntert, hat es seinen Sinn erfüllt.
Das Problem ist, dass es mit der Zeit nicht besser wird.
Er will nicht ins Heim und keine Hilfe.
* Jubel *
Ich weiß nicht, was wir mit ihm machen sollen.
Wenn es keine Lösung gibt, kann er hier wohnen.
Sie haben genug Platz.
* Klingel *
Hallo.
Arbeitest du nicht?
Schönen Geburtstag, Papa.
Eine Hitze hier.
Verreist du?
Heute Abend, bin morgen wieder da.
Ich glaube, das tut mir mal gut.
Ich kriege hier Depressionen. Ach ja?
Aber sicher.
Wohin geht's denn?
Meine Kinder müssen nicht alles wissen.
Bei allem, was ich tu, könntest du es sagen.
Ich bin noch nicht entmündigt, soweit ich weiß.
Am Ende passiert dir was und ich weiß nicht, wo du bist.
Ich bin morgen wieder da.
Ich finde, du siehst gut aus.
Besuchst du einen Freund?
* Klingel *
Musst du nicht wieder arbeiten?
Ich habe Computerkurs, dann fahre ich.
Aha, guten Tag, Alex.
Guten Tag.
Ich wusste nicht, dass Kurs ist. Ja, heute auch.
Er verlässt die Wohnung. Ach was?
Super! Er sagt nicht, wohin er geht.
Wenn Sie etwas erfahren ... Ist der Kurs heute oder erst morgen?
Dann gehe ich jetzt.
Haben Sie Ihren Führerschein dabei?
Ja, warum?
Ich habe ein Auto gemietet.
Ist es so weit?
Brüssel.
Brüssel!?
Das ist ein Scherz.
Sie müssen wissen,
ich habe keine Erfahrung mit sowas.
Dann habe ich ihr Profil gesehen und
habe mich mehr interessiert, wer sie ist, als wo sie wohnt.
Sie ist hübsch. - Das geht nicht, ich kann nicht wegfahren.
Mit dem Wagen - Zug würde ich fahren, aber ...
Der war ausgebucht.
Außerdem war ich zu spät dran.
Wir brauchen vier Stunden - vier hin und vier zurück!
Das ist vielleicht das letzte Mal, dass ich ...
Schmerzensgeld?
"Was braucht man die leidenschaftliche Schubkarre,
wenn man den Drachenflug oder die Schildkröte erfunden hat?
Allerdings hat China Handbücher zur Sexualität
von verblüffender Raffinesse hervorgebracht -
mit Überlegungen zu Hygiene und weiblicher Lust.
Die Realität aber sieht um einiges glanzloser aus."
Wieso musste ich Sinologe sein?
Ein Sinologe ist meistens kultiviert,
obendrein Abenteurer und
meiner Meinung nach träumen junge Frauen davon.
Klingt vielversprechend, falls Sie verstehen.
Was haben Sie beruflich gemacht?
Ich war in der Verwaltung.
Zuerst in einem Krankenhaus, bis '72.
Später im Institut für Vulkanforschung.
Ich hatte die Spesenabrechnungen der Vulkanologen zu bearbeiten,
die überall hin unterwegs waren - bis ans andere Ende der Welt.
Festgenagelt in einem Büro in Paris.
Ist nicht besonders, hm?
Sie hat sowieso keine Ahnung.
Seien Sie etwas selbstbewusster.
Sie wirken immer wie ein geprügelter Hund.
Wie stehe ich dann da?
* Piepen der Supermarkt-Kasse im Hintergrund *
Das Ganze stresst mich etwas. Muss es nicht.
Sie ist charmant.
Genießen Sie Ihre Jugend.
Ich habe eine Freundin. Muss ja nicht zum Äußersten kommen.
Sie sollen mich vertreten, nur einen Abend lang.
* Verträumte Musik *
Jetzt regnet's auch noch.
Biegen Sie da vorn rechts ab, wir ziehen uns im Hotel um.
Welches Hotel?
Wollen Sie im Auto übernachten?
Stopp, so war das nicht gemeint.
Wir fahren heute Nacht zurück, ich werde erwartet.
* Klopfen * Herein.
Haben Sie sich schon eingerichtet?
Ist nicht viel einzurichten.
Schauen Sie mal aus dem Fenster.
Die Weinbar, in der Sie verabredet sind, liegt genau gegenüber.
Ich habe das Hotel über "Goggle Map" gefunden, kennen Sie das?
Ja, das kennt jeder. Das heißt "Google", nicht "Goggle".
Jedenfalls ist es praktisch.
Sie müssen mir alles erzählen.
Was sind das für Medikamente? Damit man alt wird.
Und anderen so lange wie möglich auf die Nerven geht.
Die sind für alles.
Herz, Kreislauf, Cholesterin.
Diabetesvorbeugung.
Und Nahrungsergänzungsmittel:
Eisen, Magnesium, Vitamine.
Und natürlich was für den Magen wegen ...
... den ganzen Pillen da.
Ich weiß kaum was über den Charakter dieser Frau, ihre Wünsche.
Ich müsste wissen, worüber Sie sich ausgetauscht haben.
Nichts geht über Spontaneität.
Zuviel Vorbereitung macht meine Figur unglaubwürdig.
Lassen Sie es auf sich zukommen und alles wird gut.
Was soll das?
Sie wollten doch etwa nicht so gehen?
Wenn eins feststeht: Das ziehe ich nicht zu dieser Verabredung an.
Aber Sie vertreten mich dort.
Sie ist hübsch, nicht?
Ich habe solche Angst, dass sie enttäuscht ist.
Haben Sie Erfolg bei Frauen?
Mhm.
Salut.
Salut.
* Sie sagt etwas auf Chinesisch. *
Das glaube ich wirklich.
Du sprichst Chinesisch?
Ich spreche es fließend.
Ich hab es ...
... heute früh auswendig gelernt.
Bravo! Deine Aussprache ist perfekt.
Danke.
Ich liebe so was, Vintage. Ach ja?
Was willst du trinken?
Ein Glas Chardonnay.
Zwei Gläser Chardonnay, bitte.
Alles Gute zum Geburtstag.
Ist doch nicht nötig.
Kennst du es schon?
Nein.
Danke.
Danke. (Kellner) Ich räume das weg.
Soll ein tolles Buch sein.
War gar nicht so leicht, es in Mandarin aufzutreiben.
Vielen Dank.
Ich freue mich, dich zu sehen.
Ich gebe zu, dass ich erst etwas misstrauisch war.
Wirklich?
Schon die Tatsache, dass du nicht skypen wolltest.
Und dass du kein Handy hast. Ja.
Typen ohne Handy, die gibt es quasi nicht.
Das kam mir komisch vor.
Und dann ...
... hast du mir von deiner Freundin geschrieben und ...
... da wusste ich, du bist ehrlich.
Dann war es also richtig, es dir zu schreiben?
* Lebhafte Musik *
* Dumpfes Stimmengewirr *
Sante.
Und warum suchst du übers Internet?
An der Frage erkennt man, dass du keine Frau bist.
Du bist noch nie morgens 2 Uhr in einer Bar angemacht worden.
Auf wen man da alles trifft ...
Wir, zum Beispiel, ...
... lernen uns erst mal kennen.
Es kommt zu einer echten Begegnung.
Und zu dem heutigen Höhepunkt.
Ich mochte sofort deine Art zu schreiben und
die Art von dir zu erzählen.
Wie du dich anvertraust ...
Du bist nicht so wie die anderen.
Das mit meiner Freundin hat dich nicht gestört?
Nein.
Fühlst du dich schuldig?
Ja, ein bisschen.
Hast du dir helfen lassen.
Verzeihung.
Ich spüre, dass es dir peinlich ist.
Du musst nicht antworten. Nein, lass uns darüber sprechen.
Dann habe ich eine Frage,
die ich mich sonst nicht getraut hätte zu stellen. - Ja?
Warst du seit ihrem Tod mit anderen Frauen zusammen?
Nein.
Weißt du, es fällt einem schwer, sich von sowas zu erholen.
Plötzlich nimmt das Leben dir alles weg, was es dir geschenkt hat.
Einfach so, ohne Warnung.
Aber das habe ich dir ja schon alles geschrieben.
Ich weiß nur, dass du gefahren bist.
Ja, wir ...
Wir waren ein paar Tage am Atlantik.
Mein Führerschein war ganz neu.
Wir haben uns die ganze Nacht geliebt.
Und wollten den Sonnenaufgang am Strand erleben.
Konnten aber nur mit dem Auto dahin. Bist du am Steuer eingeschlafen?
Nein.
Nein, schlimmer.
Im Scheinwerferlicht sah ich eine Eichhörnchenfamilie.
Sie überquerte die Straße.
Da war die Eichhörnchenmama mit ihrem Nachwuchs.
Sie waren ganz klein und putzig im Scheinwerferlicht.
Weiß auch nicht ...
Ich habe das Steuer rumgerissen und die Kontrolle verloren.
Und ...
Als ich im Krankenhaus aufgewacht bin, erfuhr ich,
ich war mehrere Tage im Koma,
aber sie ...
Dass sie tot war.
Entschuldige, ich weiß nicht, wieso ich dir das alles erzähle.
Ich habe mit noch niemandem über die Eichhörnchengeschichte gesprochen.
Sollen wir kurz an die frische Luft gehen? - Ja, gern.
* Toilettenspülung *
Sie gehen ja ziemlich ran.
Ein bisschen Distanz wäre beim ersten Treffen schon angebracht.
Wie Sie sich aufspielen, das ist erbärmlich.
Erfährt man plötzlich, dass man Witwer ist, passiert sowas mal.
Was ändert das? Das ändert alles.
Sie verschleppen mich 400 Km, zwingen mich meine Freundin und
diese Frau anzulügen.
Jetzt muss ich noch jemanden umgebracht haben, was kommt noch?
Hätte ich es Ihnen gesagt,
wären Sie nicht mitgekommen.
Ganz bestimmt nicht.
Wir beenden das jetzt.
Sie nehmen das Geld, wir kommen her und dann spielen Sie nicht mit?
Das ist ganz schön gemein.
Sie haben keine Ahnung, was mir das bedeutet.
Ja, Sie denken nur an sich.
Und an Ihr mickriges Ego.
Wissen Sie was?
Ja?
Ich mache jetzt einen kleinen Spaziergang mit ihr.
Und danach bumse ich sie im Auto, damit Sie was zu glotzen haben.
Ich biete Ihnen was für Ihr Geld.
* Tür fällt zu, tiefes Atmen. *
Wo wohnst du in Paris?
Ist kompliziert, ich hatte meine Wohnung aufgegeben,
weil ich sechs Monate nach China wollte und
deswegen wohne ich mal hier und mal da.
Sollen wir noch was trinken? Ja.
* Verträumte Musik *
Sehen wir uns wieder?
Bist du noch nicht soweit?
Ich weiß nicht.
Ich weiß nicht mehr.
Bist du enttäuscht? Nein.
* Romantische Klänge *
Ich habe auch schon lange nicht mehr mit jemandem geschlafen.
Ich habe auch jemanden verloren, den ich geliebt habe.
Es ist lange her, dass ich mich so wohlgefühlt habe.
Ich weiß, dass du mich verstehst.
* Tiefes Einatmen *
Sie müssen mir schon etwas erzählen für mein Geld.
Lassen Sie mich ein bisschen schlafen.
Sie war meinem Charme erlegen.
Und das hat mir sehr gut getan.
Ist aufregend, so ein Rendezvous - selbst in meinem Alter.
Die Welt eines anderen,
die sich einem plötzlich öffnet, einfach so.
Ist wahrscheinlich das Schönste, das Wunderbarste im Leben.
Dass mir das nochmal passiert.
Sie war mit auf dem Zimmer.
Dann haben Sie nicht im Auto mit ihr geschlafen.
Wir haben viel geredet.
Sie ist sehr sensibel,
intelligent,
auch sehr sanft.
Die Mails mit Ihnen hat sie mehr als geschätzt, sagte sie.
Genau wie Ihre kleinen Lügengeschichten.
Und sie hatte lange mit niemandem geschlafen.
Sie war sehr erregt.
Leidenschaftlich geradezu.
Ich hatte nichts erwartet.
Sie ging gleich zum Angriff über, hat mich geküsst,
das Hemd aufgeknöpft, Ihr Hemd im Übrigen.
So genau wollte ich es auch nicht wissen.
Ich soll's doch erzählen. Wie konnte das passieren?
Sie gingen zu weit, gleich beim ersten Treffen in die Kiste!
Anderes wäre seltsam gewesen, wir leben nicht mehr im 20. Jahrhundert.
Sie haben die Situation ausgenutzt!
Ich habe Sie bezahlt, und Sie ... Ihr Ex ist tot.
Deshalb haben Ihre Lügen ...
Hat Ihr Profil sie mehr angesprochen als andere.
So war's.
Das war keine Lüge.
Was mich angeht.
* Dumpfer Straßenlärm *
Haben Sie Schuldgefühle?
Bitten Sie mich nicht, sie wieder- zusehen. - Da besteht keine Gefahr.
Ich mache das nicht mehr und ich will nichts mehr von ihr hören.
Mit dem Unterricht ist auch Schluss.
Ja.
Es ehrt Sie, die Geheimnisse meines Vaters für sich zu behalten,
aber Sorgen machen wir uns trotzdem.
Das müssen Sie nicht, ihm geht's bestens.
Also wieso?
Wieso dürfen wir nicht wissen, wo Sie waren?
Wieso wusste ich nicht, dass Sie ihn begleitet haben?
Pierre braucht Privatleben.
Er ist kein Kind.
Diese ständige Überwachung ist demütigend für ihn.
Lassen Sie ihn ein wenig in Ruhe.
Er sperrt sich seit zwei Jahren Zuhause ein.
Man muss für ihn einkaufen,
den Kühlschrank leeren, sonst vergiftet er sich.
Vielleicht stellen wir das Gas ab. Wovon reden Sie?
Was heißt, "sein Privatleben"?
Dann soll mich das nicht ankotzen, ja?
"Es ging alles so schnell zwischen uns.
Ich bin soeben nach Hause gekommen und finde keine Schlaf,
so sehr hat mich unsere Begegnung aufgewühlt.
Seit Emelies Tod schien mein Herz
für immer erloschen zu sein.
Und heute ...
... schlägt es stark für dich."
"Zu wissen, dass auch du seit Jahren mit niemandem geschlafen hattest,
hat mich sehr stark erregt.
Ich war sehr stürmisch.
Das ist nicht meine Art.
Hoffentlich hat es dich nicht schockiert.
Ich habe es sehr genossen."
"Es stimmt, du warst sehr stürmisch,
aber das hat mich nicht schockiert.
Das Leben ist kurz und wir wollen unsere Sehnsüchte entdecken.
Und unsere Lust."
Er war bei einer Nutte, stimmt's?
Ich habe versprochen, nichts zu sagen.
Von mir erfährt er ganz sicher nichts.
Das tu ich ihm nicht an.
Du nervst.
Ja.
* Ruhige Musik *
"Momentan fällt es mir schwer, mich zu konzentrieren.
Ich fühle mich wie ein Teenager.
Ich denke von morgens bis abends an dich.
Du fehlst mir, obwohl wir uns kaum kennen.
Ich würde dich gern dieses Wochenende besuchen.
Was hältst du davon?
Falls ja,
kannst du mir ein Hotel empfehlen?"
"Flora,
ich wäre mehr als entzückt, dich dieses Wochenende zu sehen.
Du kannst bei meinem Großvater übernachten.
Dort wohne ich zurzeit.
Du wirst sehen, er ist ein wunderbarer Mann,
witzig und sehr aufgeschlossen.
Er ist jung geblieben.
Wir beide sprechen über alles.
Und ich habe großes Vertrauen zu ihm.
Ich habe ihm von dir erzählt und er möchte dich gern kennenlernen."
"Ich bin aufgeregt bei der Vorstel- lung, dich Freitagabend zu sehen.
Ich will deine Stimme hören,
deine Haut spüren,
mit dir schlafen.
Unsere erste Nacht war so intensiv,
dass ich mich ein wenig vor unserem Wiedersehen fürchte.
Ich habe Angst, dich zu enttäuschen."
"Mir geht es genauso.
Lass uns keine Angst haben, die Konventionen außer Acht zu lassen
und uns dorthin wagen, wo unser Begehren uns hinführt."
"Ich freue mich auf deine Phantasien.
Vertrau sie mir an, dann kann ich dich überraschen.
* Vögel zwitschern. *
* Motor dröhnt. *
Hallo, Opi.
Hier ist Juliette.
Ich stehe unten vor der Haustür.
Ich denke oft an sie.
Sie fehlt mir.
Ich komme nicht drüber weg.
Und bei dir?
Was macht dein Liebesleben?
Ist ganz schön kompliziert.
Wir sind zu verschieden, das hält nicht lang.
Ich stehe ständig unter Strom und er, er lässt sich treiben.
Er tut nichts und hält sich dabei für einen Künstler.
Ein Künstler?
Ist doch nicht übel.
Mhm.
David hat besser zu mir gepasst.
Mama meinte, du warst ein paar Tage weg. - Ja.
Ich habe ein Recht auf Geheimnisse, oder?
"Ein abgeschnittenes Ohr,
der Abdruck eines Bügeleisens, ein aufgeschlitzter Bauch" -
das ist super heftig.
Das ist nun mal das Konzept.
Dafür kann ich nichts.
Niemand zwingt es dich zu lesen.
Splatter ...
Können die dir nichts anderes anbieten?
Nur dieses Gemetzel als Krimis verpackt?
Weiß nicht.
Wenn die wenigstens zahlen würden.
Bist du langsam fertig?
Ist das, was du machst besser? Ich verdiene Geld.
Nicht der Gipfel der Moral, wenn man dafür gegen Generika kämpft.
Jeder weiß, wie die Pharmalobby funktioniert.
Genauso wie die Waffenlobby.
Sag mal, geht's noch, Alex? Spinnst du?
Du nervst vielleicht.
Was fällt dir ein?
Ich gebe mir Mühe und werde beleidigt? - Das habe ich nicht!
Ich habe dich mit Tatsachen konfrontiert.
Du respektierst meine Arbeit nicht. Was? Kein Respekt?
Soll das ein Witz sein?
Wehe man kritisiert die Pitches von Monsieur.
Auch wenn Monsieurs Pitches Scheiße sind!
(Ansage) Three,
Seven, Seven,
go into.
Bruxelles-Midi is about to leave the station.
Mind the doors, please.
Guten Tag. (Schaffnerin) Guten Tag.
Steigen Sie ein, Monsieur. Danke.
* Dröhnen des Staubsaugers *
Was machst du?
Wie bist du reingekommen? Mit meinem Schlüssel.
Ich habe geläutet und mir Sorgen gemacht.
Deinem Rücken geht's besser? Mal so, mal so.
Juliette sagte, ihr habt euch versöhnt.
Versöhnt? Wir waren doch nicht zerstritten.
Warum saugst du?
Ich erwarte Besuch.
Ach was?
Von wem?
Das fällt unter Privatleben.
Hast du jemanden kennengelernt? Genau.
Das habe ich.
Verrückt. - Ja, ist ungewöhnlich in meinem Alter.
Wo hast du sie kennengelernt? Im Internet.
Beim Onlinedating?
Ja, habe ich dir zu verdanken.
* Lachen *
Aber ... Aber was?
Wie heißt sie?
Flora.
Sie lebt in Brüssel, warte.
Sekunde.
Wie findest du sie?
Wie alt ist sie?
31.
Du hattest recht, das Internet ist wunderbar.
Sie kommt heute? Ja.
Ich muss noch einkaufen.
Was macht sie beruflich? Sie ist Physiotherapeutin.
Ich will dich nicht vor die Tür setzen,
aber ich bin mit allem etwas spät dran.
Pass trotzdem auf. Aufpassen? Auf was?
Dein Herz, deinen Rücken.
Ich finde das etwas merkwürdig. Aber nein.
Ich mache mir Sorgen. Eine junge Frau, die sich für einen älteren ...
Was redest du? Es lief gut in Brüssel.
Ich bin nicht der erste, der das Interesse einer jungen Frau weckt.
Du unterstellst meine Verführungskunst.
* Schwungvolle Musik *
Danke.
Hallo, Alex, Sylvie hier.
Ich komme gerade von meinem Vater.
Er erwartet am Wochenende eine junge Frau,
die er im Internet kennengelernt hat.
Sie kommt wohl gegen Abend und
ich mache mir Sorgen.
Sie will sicher an sein Geld, oder so.
Es wäre nett, wenn Sie mich zurückrufen könnten.
Danke.
* Schwungvolle Musik *
* Musik verstummt. *
* Melodischer Ton *
* Leises Lachen *
Guten Tag.
Ich heiße Pierre.
Hatten Sie
eine gute Reise?
* Ruhige, sphärische Klänge *
* Klingel *
Oh ...
* Sanfte Musik *
Guten Tag.
Guten Tag.
Sie sind der Großvater von Alex, vermute ich.
Ja.
Ich bin Pierre.
Alex ist noch nicht da, aber treten Sie ein. - Danke.
Hatten Sie eine gute Reise? Ja, ja, danke.
Ich zeige Ihnen das Zimmer von Alex.
Nein, nein.
Ich mache das schon.
Das ist Emelie.
Er hat Ihnen sicher von ihr erzählt. Ja.
Als sie starb,
dachte ich, dass ...
Er hat nicht mehr gegessen, verließ das Haus nicht mehr.
Wir hatten Angst, dass er für immer seine Freude am Leben verliert.
Und wer ist das?
Das ist Sylvie, meine Tochter,
und Juliette, meine Enkelin.
Also die Mutter und Schwester von Alex?
Ja.
Auf Ihr Wohl.
Auf Ihr Wohl.
Ich habe für uns Sushi bestellt.
Mögen Sie das? Ja, sehr gern sogar.
Mit wem hat Alex einen Termin?
Mit Wissenschaftlern, glaube ich.
Ich weiß nicht, wie lange das dauert.
Deswegen dachte ich, Sushi kann wenigstens nicht kalt werden.
Erzählen Sie mir, wie Sie Alex kennenlernten?
Ähm, übers Internet.
Na ja ...
Ganz schön banal, finde ich.
Nehmen Sie zum ersten Mal Kontakt übers Internet auf?
Für jemanden aus meiner Generation, ist das etwas wie Science Fiction.
Nein, es gab vorher ein paar Nieten.
Aber diesmal ist es anders, das spüre ich.
Was unterscheidet ihn von den anderen?
Ähm ...
Erst mal ist er romantischer.
Er hat mehr Tiefgang.
Er ist viel ehrlicher.
Eigentlich mochte ich sofort die Art und Weise,
wie er mit mir gesprochen hat.
Das Geheimnisvolle.
Und wie aufmerksam er war vor unserem ersten Treffen.
* Klingel *
Das muss das Sushi sein. Ich gehe.
Bleiben Sie sitzen.
Du bist schon da!?
Dein Großvater meinte, du kommst später.
Alles gut?
Ja?
Du hast mir gefehlt.
Willst du noch, Opi?
Nein, danke.
Er mag Sushi nicht besonders.
Was haben Sie früher gearbeitet, Pierre?
Er war Vulkanologe.
Er bereiste sein Leben lang den Planeten - je nach Ausbruch.
Ätna, der Vesuv ...
Als Kind hat mich das fasziniert.
Erzähl ihr, wie du um dein Leben geschwommen bist.
Wie ich um mein Leben schwamm? Der Vulkanausbruch in Polynesien.
Ja, ja.
Wir hatten nicht damit gerechnet.
Vulkane sind launisch, müssen Sie wissen.
Erzählen Sie.
Erzähl schon, Opi.
Es war auf der Insel Tinga.
Na ja, seit Tagen hatten wir die Vulkanaktivität beobachtet.
Der Manam,
dieser Vulkan,
der, der,
der schon stark rauchte.
Er fing an, Tonnen geschmolzener Steine auszuspucken.
Und dann?
Dann ...
... sind mein Team und ich, wir rannten zum Strand.
Wir stürzten uns ins Wasser, dann sind wir geschwommen,
geschwommen,
bis zur nächsten Insel.
Dann sahen sie plötzlich die Haie, die sie umkreisten.
Ist ja schrecklich.
Zum Glück war Opi jung und ein guter Schwimmer.
Heute würden sie ihn glatt verschlingen.
Muss grauenhaft gewesen sein. Ja.
Es gehört nicht zu meinen schönsten Erinnerungen.
Hatten wir eine Angst.
Und als du die Kinder aus dem brennenden Bus rettetest.
Wo war das gleich?
In Indien.
* Stöhnen *
Alles okay?
Das ist ... ... die Arthrose.
Ja.
* Wohliges Atmen *
Tut das gut, wirklich.
Danke, Flora.
* Tür quietscht. *
Fehlt sie dir?
Nicht mehr.
War sie Model?
Sie war Journalistin.
Sie sieht super aus auf diesem Foto.
Tut mir leid, dass ich dir meinen Großvater aufdrücke.
Ach, woher? Er ist wirklich nett.
Glamourös ist es nicht.
Aber dafür habe ich ...
... eine Überraschung für dich.
* Wasser sprudelt. *
Ist es gut gelaufen? Haben Sie mich erschreckt!
Also? Die Überraschung?
Wie konnten Sie in Kontakt bleiben? Sie verhalten sich abscheulich.
Ich war ständig mit ihr in Kontakt, durchs Internet.
damit ist jetzt Schluss.
Sie wollten sie nicht mehr treffen, kann Ihnen nichts ausmachen.
Sie schreiben ihr in meinem Namen!
Sie schlafen mit ihr in meinem Namen.
* Klingel *
Hallöchen. Kuckuck.
Was treibt ihr hier?
Wow, siehst du gut aus.
Findest du? Ja.
Wir wollten kurz deine Eroberung kennenlernen.
Ich versuchte, sie abzuhalten, aber du kennst sie ja.
Ja.
Sie schläft.
Oh!
Bietest du uns trotzdem einen Kaffee an?
Eigentlich ... Auf die Schnelle.
In seinem Alter, unglaublich ... Mama!
Was?
Ist doch ungewöhnlich.
Das ärgert sie sehr. Überhaupt nicht.
Ich meine ...
Mir scheint ... Sie glaubt, sie will nur mein Geld.
Ist eben ungewöhnlich.
Ein hübsches Mädchen in diesem Alter.
Da kann ich mir ja Fragen stellen.
Guten Tag.
Sylvie, meine Tochter, Juliette, meine Enkelin.
Sie sind neugierig und wollten dich kennenlernen.
Guten Tag. Guten Tag.
Wer will Croissants? Sie sind von Coquelicot.
Ich kaufe nicht mehr bei Ruiz, zu viel Butter.
Juliette mag sie mit Butter, aber ich wusste nicht, dass ihr kommt.
Sie sind also Physiotherapeutin? Ja.
Ich habe eine Praxis eröffnet, mit Kollegen.
Und ...
... durchs Internet haben Sie sich kennengelernt? - Ja.
Das erscheint etwas ... Nein, nein.
Viele Menschen lernen sich so kennen. Jedenfalls ist es praktisch und
viel romantischer, als man es sich vorstellt.
Von Vorteil ist,
dass man sich kennenlernen kann, bevor man sich trifft.
Man findet Gemeinsamkeiten.
Ich finde, das Aussehen ist nicht allein entscheidend.
Obwohl ich positiv überrascht wurde. * Lachen *
Ich kann mir vorstellen, dass das etwas seltsam für Sie klingt.
Ein bisschen.
Das verstehe ich.
Wenn jemand stirbt, so unerwartet.
Ist kaum vorstellbar,
dass der Zurückgebliebene ein neues Leben anfängt.
Wir haben uns überhaupt nichts vorgestellt.
Möchten Sie einen Kaffee? Ja, danke.
* Husten *
Ähm ...
Haben Sie jemanden gesucht, der ... Mama.
Wenn niemand die Croissants will, esse ich sie.
Sie sind aus Brüssel, richtig?
Ja.
Aber wollen wir uns nicht duzen? Wenn du willst.
Entschuldigen Sie,
ich will nicht indiskret sein, aber, ich, ich,
ich frage mich ... Das wird doch jetzt kein Verhör?
Haben wir dich verhört, als du uns Bernard vorgestellt hast?
Da hätten wir was erlebt. Ja.
Bernard ist mein Stiefvater.
Ah, ah ja.
Guten Morgen.
(Flüsternd) Deine Mutter und deine Schwester sind da.
Was?
Deine Mutter und deine Schwester sind da.
Eine Überraschung, sie wollen mich kennenlernen.
Sagst du Hallo?
Was sagst du?
Sie frühstücken gerade mit deinem Opa.
Sie sind nett. Ich meine ...
Zuerst waren sie etwas distanziert, aber ...
Du kannst Hallo sagen und ich dusche, dann bin ich vorzeigbar.
Na los, geh.
(Flüsternd) Das besser nicht.
Das hier ist auch nicht schlecht.
Na geh. Es gibt Croissants.
Jetzt hab ich alles.
Bis gleich.
Noch ein Schlückchen Kaffee? Nein, danke.
Und du? Ja.
Guten Morgen.
Guten Morgen.
Alex hat Krach mit seiner Freundin.
Er wohnt ein paar Tage bei mir.
Frühstücke erst mal, es gibt Croissants und Kaffee.
Entschuldigung, ich habe kein Handtuch.
Ich hole dir eins.
Alex.
Hast du mir nichts zu sagen?
Seit zwei Tagen habe ich nichts gehört.
Warum sagtest du nicht, dass du hier bist?
Alex?
* Aufschrei *
Alles okay?
(Entfernt) Warum tust du das? Warten Sie.
Das ist nicht cool.
Wo denn? Da? Da, ja.
* Lauter Schmerzenslaut *
Du beleidigst mich,
machst dein Handy aus und verschwindest, wieso?
* Stöhnen * Hier? - Ja.
Sag was, Alex, verdammt.
So behandelt man Menschen nicht.
Ja.
Hau ab, wenn du abhauen willst, aber sag es mir.
* Stöhnen *
* Stöhnende Laute *
Gut, wir gehen.
Grüß ihn von uns.
Hol deine Sachen, wenn ich arbeiten bin.
* Rhythmische Musik *
Gehen Sie aus?
Ist es nicht Zeit, Flora zum Zug zu begleiten?
Doch, aber Sie gehen nicht mit.
Ich muss mich verabschieden. Nur zu.
Hätte mir gut getan, rauszukommen.
Es hat mich gefreut, Sie kennenzulernen.
Mich auch.
Ich war entzückt, Ihre Bekanntschaft zu machen.
Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.
* Ruhige Musik *
Gleis 6. Ja.
Wir finden ihn.
Da vorn.
Alles okay?
(Schaffnerin) Ihre Fahrkarte, bitte. Guten Tag.
Danke, nächster Wagon.
Salut.
* Tür knarzt. *
Hallo.
Ziehst du hier ein?
Keine Angst, nur vorübergehend.
Ohne mich zu fragen.
Ist nur mein Zimmer, wenn es Ihnen passt? - Und Juliette?
Stört dich das nicht?
Meine kleine Juliette.
Das hat sie nicht verdient.
Es hat mich verletzt,
dass ich es nicht wusste.
Drogen, Prostitution, Sekten,
gab's alles schon hundertmal.
Aber genau das wollen die.
Hast du nicht manchmal Lust, was anderes zu schreiben?
Was zum Beispiel?
Dinge, die dich betreffen.
Sowas wie deine Kurzgeschichte zum Beispiel.
Momentan muss ich meinen Lebensunterhalt verdienen.
Entschuldige, es sieht nicht so aus, als würde es dir viel einbringen.
Ich glaube nicht, dass die dich für sowas Abgedroschenes engagieren.
Sie antwortet mir nicht.
Ich finde das seltsam.
Vielleicht ist ihr etwas passiert.
Ich hoffe, ihr hat das Wochenende gefallen.
Das muss aufhören, Pierre. Wird langsam abartig.
Du bist zurückgekommen.
Und wenn nicht, was hätten Sie dann geschrieben?
Wir hätte uns über deine Abwesenheit Sorgen gemacht.
Und uns dabei näher kennengelernt.
Wie war sie gestern so auf dem Bahnsteig?
In Eile.
Sie hatte es eilig, dich zu verlassen?
Wir waren spät dran.
Hat sie von Liebe geredet? Nein.
Das ist heutzutage nicht mehr so. Man sagt nicht mehr ...
"Ich liebe dich" auf dem Bahnsteig nach ein paar Tagen.
Ja, man schläft miteinander und redet danach.
Du hast noch kein Wort zu dieser Überraschung gesagt.
Hat sie dir nicht gefallen?
Ich hole mal den Pfeffer.
Weißt du, wenn du sexuelle Probleme hast, können wir drüber sprechen.
Wir sind alle verschieden.
Jeder hat ... Ich habe keine Probleme.
Wie war es dann?
Beim ersten Mal hast du mir alles voller Begeisterung erzählt.
Du hältst Informationen zurück.
Siehst du, wohin uns das führt? Schon gut, Pierre.
* Zugdurchsage *
(Frau) Schönen Abend noch!
* Ruhige Klänge *
"Du musst selbstbewusster sein."
"Du wirkst immer so niedergeschlagen."
"Dir fehlt's an Selbstvertrauen. Das ist das Problem."
"Vor diesem Wochenende mit dir, die reinste Romantik.
Du hast alles versaut."
* Bedrückende Klänge *
Alex?
Alex?
Alex?
* Schwermütige Klänge *
Wir müssen die 51 nehmen.
* Klingel *
* Klingel *
David?
Was machst du hier?
Bist du nicht mehr in China?
Ich bin ein paar Tage in Paris. Geht's dir gut?
Ja, ganz gut. Und dir?
Freue ich mich, dich zu sehen.
Ich war mit Pierre verabredet. - Du auch?
Jetzt verstehe ich.
Ist nicht da.
Gehen wir was trinken?
Na los.
* Klingel *
* Klingel *
Wieso wolltest du allein zu ihr?
Ohne was zu sagen.
Wieso verhältst du dich so feige?
Immerhin habe ich sie verführt.
Weil's so einfach nicht weitergeht.
Eifersüchtig?
Sie ist in mich verliebt. Was, in dich?
Sie will dich nicht mal mehr sehen.
Du bist überfordert, sie flieht vor dir.
Überfordert wovon? Von kleinen, lüsternen Nachrichten?
Du gehst mit ihr ins Bett, sie will dich nicht mehr sehen.
Stell dich der Tatsache.
Du hast alles vermasselt.
Weil es zwischen euch körperlich gut klappt?
Sobald sie kommt, sage ich ihr die Wahrheit.
Ich weiß, was ich riskiere. - Wir sehen, für wen sie sich entscheidet.
Mit 79 wäre ich gern so wie du.
Niemand zwingt dich, so lange zu warten.
* Hämmern *
Es tut mir leid, Flora.
Ich glaube, ich liebe dich.
Liebe dich wirklich.
Es ging schnell, aber meine Gefühle für dich sind sehr stark.
Das wirkt auf dich sicher
ein bisschen direkt und altmodisch,
aber ich mag schöne Liebesgeschichten.
Also wenn es dir eigentlich nicht ernst ist,
wenn es dir nur um Sex und ein Internetabenteuer geht,
möchte ich es jetzt beenden.
Sei ehrlich zu mir.
Ich war 18.
da habe ich Benoit kennengelernt.
Wir haben uns sofort ineinander verliebt.
Zehn Jahre sind wir zusammen geblieben.
Für mich war das wie ein kleines Wunder.
Einfach unglaublich, ihn unter Millionen anderen gefunden zu haben.
Waren wir zusammen,
dann war alles intensiver.
Aufregend.
Manchmal fragte ich mich, wie ich bisher ohne ihn leben konnte.
Und als ...
... als er krank wurde,
hat er mir nichts gesagt.
Er wusste nicht wie.
Als ich es erfuhr, blieb ihm nicht mehr viel Zeit zu leben.
Etwas zerbrach, bevor er starb.
Ich glaube, ich war ihm böse, dass er diesen Tumor hatte und
ich glaube, er wollte, dass wir uns aus freien Stücken trennen,
und nicht, weil es diese Krankheit so wollte.
Nach seinem Tod glaubte ich,
ich könne mich nie wieder verlieben.
Dann kam der Tag, an dem mir jemand erzählte,
dass er dasselbe erlebt hatte.
Ich wollte ihm sofort helfen.
Und hatte das Gefühl, ihn schon zu kennen.
Die Kraft zu lieben war wieder da.
Ganz plötzlich.
Es tut mir so leid, Flora.
Wir lernten uns kennen und
ich wusste nicht, wohin sich das entwickelt.
Denn ich hatte jemanden,
wollte nur den Job für Pierre erledigen.
Ich wollte keine Gefühle und keine Umarmungen.
Ich habe die Bremse nicht gefunden.
Es war wie ein Blitzschlag.
Wir haben uns beide in dich verliebt.
Das ist gut.
Ja, ist gut.
Das ist ganz im Stil der Serie.
Aber auch
sehr originell.
Ja, dieser ...
... Alte, der von seinem Internet-Lehrer zerstückelt wird.
Das hat Kraft, das ist gut.
Man muss noch Arbeit reinstecken, das ist sicher.
Ich meine, jetzt fängt sie erst richtig an.
Bis daraus ein Drehbuch entsteht, bin ich Ihr schlimmster Feind.
Willkommen an Bord.
* Möwen kreischen. *
* Meeresrauschen, Lachen *
* Kinderstimmen *
# Happy Birthday to you, Alex.
Happy Birthday to you. #
* Applaus, Jubel *
Die ist schön.
Hier.
Das ist von Pierre und mir. Vielen Dank.
Was ist das?
Mhm.
* Lachen *
Verstehe ...
Gefällt es dir? Ja, das ist, danke.
Gehen wir?
Legt ihr euch hin?
Gute Nacht, Pierre.
Trink in Ruhe aus.
Schlaf gut. Ja.
(Marie) Pierre?
Ist ein bisschen seltsam, hm?
Ich lerne zum ersten Mal jemanden übers Internet kennen.
Und Sie?
Ihre Fotos entsprechen ziemlich genau der Realität.
Und Ihre Art ist ziemlich direkt.
In meinem Alter wäre es nicht vernünftig,
Zeit zu verlieren.
Ich war schon immer fasziniert von Chinesen.
Ein Volk,
das witzig ist,
einfallsreich, mit einer sehr reichen Kultur.
Mhm.
Und sehr offen allem gegenüber. Ja, ja.
Mit diesem Buch sollte erreicht werden,
die Vielfalt bis ins chinesische Hinterland zu tragen.
Ein Geschenk an das Volk, seine Vorstellungskraft anzuregen,
was die Erotik betrifft.
Blättern Sie nur darin, ist inspirierend.
Danke.
* Idyllische Melodie *
* Meeresrauschen, Klavierklänge *
Can't find what you're looking for?
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