All language subtitles for Gelb ist nicht nur die Farbe der Sonne (1979) [youtube] [full] [Audio GER]

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Original subtitles

Gelb ist nicht nur die Farbe der Sonne (1979) dTV - MDR - 02. Mai 2012

Brigitte, kleines Mädchen Kommissar

Peter Böhm, Vater von Brigitte Fräulein Lorenz, Urlaubsflirt

Donnerstag, 4.10 Uhr. Auf der Fahrt nach Achendorf.

Ich wollte am Morgen dort sein, aber es regnet stark.

Ich kann die Straße nicht sehen und muß stoppen.

(seufzt) Das ist mein erster Urlaubstag. Verdammter Mist!

Der K-Leiter legte mir gestern ein Buch auf den Tisch:

Das Tagebuch eines Mädchens. Es ist etwa 10 Jahre alt.

Viele Zeichnungen sind darin. Sie sind sehr genau.

Das Mädchen ist begabt.

Der Absender des Buches ist unbekannt.

Die Adresse und die Schrift im Tagebuch sind identisch.

Namen und Orte wurden entfernt. Einige Seiten sind herausgerissen.

Ich erkannte auf einer Zeichnung einen Leuchtturm.

Kurt wollte deshalb, daß ich die Sache überprüfe.

Er sagte: "Du fährst sowieso in die Gegend."

Gerda und die Kinder warten schon auf mich.

Ich war trotzdem einverstanden.

Ich glaube, hinter der Sache steckt nichts.

Aber die Zeichnungen sind seltsam.

Ein brennendes Auto stürzt von einer Steilküste.

Kinder sehen zuviel fern. Ich muß das jetzt klären.

Regen plätschert.

Es regnet ohne Unterbrechung.

Auf den Zeichnungen des Mädchens scheint überall die Sonne.

Warum malen Kinder immmer eine Sonne?

Sogar über das abstürzende Auto. Das Mädchen malte sich selbst:

Es ist etwa 10 Jahre alt. Blondes Haar und blaue Augen.

Ich las das Tagebuch mehrmals.

Ich will die wichtigen Punkte zusammenfassen.

Die ersten Seiten beschreiben folgendes:

Die Abfahrt von zu Hause und das Übersetzen mit der Fähre.

Die Rückblenden erzählen die Ereignisse aus dem Tagebuch.

Sanfte, harmonische Musik

(Großmutter) Ich verstehe euch nicht.

Warum fahrt ihr nicht gemeinsam in den Urlaub?

Bei uns gab es keine getrennten Urlaube.

Ihr seid nie in Urlaub gefahren. Ich spreche nicht nur davon.

Ich habe manchmal den Eindruck: Bei euch macht jeder, was er will.

Du übertreibst!

Gisela arbeitet an einem Forschungs- auftrag. Sie kann nicht einfach weg.

Wir bekamen das Haus nur jetzt. Das ist kein Grund.

Ich wäre lieber mit Gisela und dem Dicken gefahren.

Der Dicke bleibt bei mir. Brigitte kann auch hierbleiben.

Ich weiß. Aber die Prinzessin und ich fahren diesmal zusammen. Nicht wahr?

Ich bleibe bei Oma.

Ja, du bleibst bei mir.

Wo ist Opa?

Die beiden pfeifen das Lied "Vogelhochzeit".

Will die Prinzessin speisen? Wir haben Kekse und Bonbons.

Außerdem belegte Brote. Belegte Brote!

Wir haben die Wahl zwischen Käse und Wurst.

Die Prinzessin will vielleicht selbst einmal nachsehen.

Sie geruht!

Die Prinzessin geruht vielleicht, selbst nachsehen zu wollen.

"geruhen" = altes Wort für "bereit sein"

Eine Prinzessin ißt nicht. Sie geruht zu speisen.

Was bist du? Ich bin der Kutscher.

Du bist mindestens der Fahrer.

Ich bin hoffentlich auch ein Vertrauter der Prinzessin.

Ja, das bist du.

Muß ich dir alles erzählen? Sogar Geheimnisse?

Besonders Geheimnisse!

Du mußt deine auch erzählen. Ein Vertrauter hat keine Geheimnisse.

Ich bin einverstanden.

Was machen wir nach unserer Ankunft? Wir gehen sofort baden.

Wir müssen zuerst auspacken. Einverstanden, Prinzessin?

Ja, aber schnell!

Das war nur der Koffer!

Sanfte, harmonische Musik

Die beiden albern herum.

Das ist schön, nicht wahr? Ja.

Schade! Mutti und der Dicke sind nicht da.

Ja.

Sanfte, harmonische Musik

Kennst du einen Beruf mit "Sch"? Schauspieler, Schornsteinfeger.

Viel zu lang!

Schneider. In der Mitte muß ein "z" sein.

Das gibt es nicht. Ich habe die Lösung! Schweizer.

Schweizer? Das ist kein Beruf! Das ist ein Bewohner der Schweiz.

Ja, aber ein Melker heißt auch Schweizer.

Das ist seltsam.

Ich male alles in mein Tagebuch. Malen?

Ich male und schreibe alles in mein Tagebuch. Jeden Tag.

Alle unsere Erlebnisse. Wollen wir das machen?

Du hast vielleicht nicht die nötige Ausdauer, Prinzessin.

Du kannst mir helfen. Ich? Du willst Tagebuch schreiben!

Du kannst nachsehen, ob alles richtig ist.

Ja, das kann ich. Du hast dann aber keine Geheimnisse mehr.

Das war vereinbart. Im Auto! Richtig! Wir beginnen heute abend.

Brigitte schreibt in ihr Tagebuch:

"Neunter August. Fünfter Ferientag."

"Ich spielte den ganzen Abend Dame mit Vati."

"Wir hatten kein Dame-Spiel. Wir spielten mit Würfelzucker."

"Der Gewinner durfte den Zucker essen."

"Ich gewann dreimal, Vati gewann zweimal."

"Vati sagte: Das nächste Mal spielen wir mit Muscheln."

"Die Idee gefällt mir nicht."

"Wir machen morgens immer Gymnastik. Vati ist sehr sportlich geworden."

"Wir waschen uns danach mit kaltem Wasser."

"Vati rennt manchmal schon beim Anblick der Waschschüssel ins Haus."

"Ich laufe ihm meistens nach und bringe ihn wieder nach draußen."

"Ich tauche ihn dann mit dem Kopf ins Wasser."

"Vati mag das nicht."

"Klare Brühen mit Einlagen, gebundene Suppen, Brotsuppen."

Keine Suppen! Lies weiter.

"Zubereitung von Risotto, Soßen, Mayonnaisen, Wildbret und Geflügel."

Das ist zu schwierig. Schau mal bei "Spaghetti"!

Wir haben sowieso nur Spaghetti. "Spaghetti mit Fleisch und Tomaten."

"Die kleingeschnittenen Zwiebeln in heißem Fett anbraten!"

"Das Kalbfleisch darin weich dünsten!"

"Die Spaghetti zerbrechen und in Salzwasser weich kochen!"

"Spaghetti mit dem Fleisch mischen und mit Tomatensaft servieren!"

Wir machten etwas falsch. Ja.

Mutti erschreckt die Spaghetti. Wir machten das nicht.

Genau! Wir müssen sie abschrecken. Das haben wir vergessen.

Das steht nicht im Kochbuch!

Was machen wir jetzt? Mir schmeckt es trotzdem!

(lacht) Wenn du meinst...

Der Urlaub ist schön. Prima!

Schade! Mutti und der Dicke sind nicht da.

Ja, schade! Wir fahren in Zukunft nur noch gemeinsam in Urlaub.

Einverstanden? - Einverstanden.

(denkt) Das Tagebuch kann nicht nur Phantasie sein.

Die Beschreibungen sind sehr genau.

Was bedeuten die Bilder am Schluß?

Warum soll gerade das Phantasie sein?

Was weiß ich von meinen Kindern?

Schreiben sie auch ein Tagebuch? Nein, ich müßte das wissen.

Was weiß ich von ihren Interessen, Freuden und Sorgen?

Ich machte mir über andere Menschen mehr Gedanken. Das ist mein Beruf.

Und meine Frau? Es ist erstaunlich. Sie kommt mit allem allein zurecht.

Aber meine Familie kennt meinen Beruf.

Ein Telefonklingeln kann alle Pläne zerstören.

Ich sollte sie anrufen... Nein, es ist zu spät!

Sie erwarten mich erst am Nachmittag.

(vom Band) 6.10 Uhr. Der Regen ist vorbei.

Ich erinnere mich an Einzelheiten aus dem Tagebuch.

Bisher ist alles vollständig.

Paß doch auf!

Danke.

Du Schlingel!

Hallo! Ich bin von der Strandpolizei.

Haben Sie eine Genehmigung für den Strandkorb 269?

(stammelt) Ich... Hier war frei.

Jede Aussage kann gegen Sie verwandt werden.

Darf ich meinen Rechtsanwalt anrufen? Das nutzt Ihnen überhaupt nichts.

Ich verschwinde. Bekomme ich dann "mildernde Umstände"?

Ich weiß nicht...

Vielleicht bei vollem Geständnis! Was soll ich jetzt sagen?

Hier war frei. Der Platz in der Sonne war verlockend.

Das sagen alle.

Aber bleiben Sie sitzen! Meine Tochter geht baden.

Ein Platz ist deshalb frei. Danke.

Das Wetter ist herrlich. Glauben Sie, das bleibt so?

Der Wetterbericht sagt, es bleibt so. Ich habe das hier noch nie erlebt.

In den letzten Tagen herrschte völlige Flaute (= Windstille).

Flaute... Segeln Sie? - Ja.

Unser Boot liegt im Yachthafen. Ich bin mit Bekannten hier.

Ich brachte drei Eis.

Unsere Strandkorb-Bekanntschaft ging weg. Verschenk ein Eis!

Sie war schön.

Gefiel sie dir? Ja.

Ich gehe jetzt ins Wasser.

Wer kommt mit? - Ich.

(ruft) Hallo!

Hallo!

Hallo!

Die Strandpolizei bringt Ihre Brille. Ich bemerkte den Verlust noch nicht.

Siehst du, wir fanden sie! Ja.

Vielen Dank. Kamen Sie deshalb her? Wir machten einen Abendspaziergang.

Wir machen das jeden Tag. Sie verdienten sich eine Erfrischung.

Vielen Dank.

Sieh mal, da oben! Vorsicht!

Auf dem Boot kann man wohnen.

Hilfe! Paß auf!

Hopsa! Setz dich!

Hier ist es schön.

Trinken Sie einen? Ausnahmsweise.

Ich trinke selten Alkohol.

Ich dachte, der Strandpolizist hat jetzt keinen Dienst mehr.

Beide lachen.

Übrigens: Ich habe mich noch nicht vorgestellt.

Lautes Rattern eines Zuges

(vom Band) Hier wurden Seiten herausgerissen.

Sie enthielten vermutlich Namen und Berufe.

Vielleicht auch Bemerkungen, die das Mädchen später bereute.

Die Anfangsbuchstaben der Frau auf dem Segelboot lauten "Lo".

Lohner, Lohse, Lohmann.

Sanfte, harmonische Musik

Sie machen das großartig! Ich gebe mir Mühe, Kapitän.

Was sagen Ihr Bruder und Ihr Bekannter zu unserer Segeltour?

Sanfte, harmonische Musik

Sagte ich "Bekannter"?

Ja.

Er war mein Verlobter.

Wir hatten einen Streit vor ihrer Abreise.

Aber das war nicht der Grund für ihre Abreise.

Mein Bruder brachte das Boot her. Aber er hat erst später Urlaub.

Dieter fuhr ihn zurück.

Dieter ist...

Sie glauben, daß Dieter nicht mehr zurückkommt.

Ich schenke dir die Puppe als Andenken an deine erste Segeltour.

Danke.

Ich übernehme das Ruder. Gut.

Wo wohnen Sie? Privat oder ...? Ein Bekannter hat hier ein Haus.

Wir dürfen dort für ein paar Wochen wohnen.

Das Haus ist herrlich, aber das Essen ...! Wir kochen selbst.

Kochen Sie manchmal zu Hause? Eier, fertige Suppen und Wasser.

Muß ich noch mehr sagen? Nein, das genügt.

Sie waren schon oft hier.

Kennen Sie ein gutes Restaurant ohne Warteschlangen? Ja, ich kenne eins.

Verraten Sie es mir? Ja.

Gut.

Stimmengewirr der Gäste

Stumme Szene

Sanfte, harmonische Musik

Sanfte, harmonische Musik

Auto fährt heran.

Stumme Szene

Mit Marmelade?

Was haben wir? - Nur Marmelade.

(lacht) Dann mit Marmelade.

Danke.

Was können wir dort sehen?

Wo? Beim Leuchtturm? - Ja.

Wir können große Scheinwerfer und viele blanke Spiegel sehen.

Nachts leuchten sie... Du weißt schon alles!

Warum müssen wir dorthin? Aber Prinzessin!

Du hast so etwas noch nie gesehen! Ich habe aber keine Lust.

Ich will lieber baden gehen. Wir gehen unterwegs baden.

(Frauenstimme ruft) Hallo! Ist da jemand?

Guten Morgen!

Kommen Sie ans Telefon! Ihre Frau. Mutti!

Wo denn? Auf der Post. Gleich hier unten.

Gehen Sie voraus!

Hallo! Ja, ich bin es.

Schnell? Wir rannten wie die Weltmeister.

Nein, nein. Wir kommen gut zurecht.

Ja, sie wartet schon ungeduldig auf dich.

Mutti! - Ja. - Du mußt sprechen.

Schade, daß du nicht hier bist. Heute? - Gib mal her!

Hallo, Gisela! Nein. Wir wollen heute zu einem Leuchtturm fahren.

Du kennst Brigitte. Sie ist am liebsten am Strand und badet.

Hallo... Hallo!

Das Gespräch ist unterbrochen. Legen Sie den Hörer auf.

Das Gespräch war noch nicht zu Ende.

Ja, gut. Danke.

Soll ich warten? Das kann Stunden dauern.

Danke. Das Telefon ist in unserem Land unbrauchbar.

Sie lacht.

Hallo! Darf ich heute mit Ihrem Schiff fahren?

Ja, aber auf dem Land gibt es Balken und Fußgänger.

Brigitte, sag guten Tag! Guten Tag.

Brigitte!

(streng) Brigitte!

Wir kommen gleich.

Jetzt den zweiten Gang! Ja, sehr gut.

Warum fährt Mutti nicht mehr Auto?

Ich weiß es. Ihr streitet dann immer.

Brigitte, was soll das? (trotzig) Doch!

Jetzt schalten!

Mutti kann Auto fahren. Viel besser!

Die Kupplung langsam kommen lassen!

(begeistert) Ja, gut so!

Sanfte, harmonische Musik

Stumme Szene. Nur Musik.

Brigitte! Wohin willst du?

(vom Band) 7.30 Uhr. Ich bin am Leuchtturm.

Zeichnung und Bau sind identisch. Ich treffe den Leuchtturm-Wärter.

Die Zeichnung sagt ihm nichts. Viele Urlauber kommen hierher.

Ich beschreibe das Mädchen, ihren Vater und Fräulein L.

Der Wärter erinnert sich sofort.

Er fragt mich: "Wollen Sie den Fotoapparat abholen?"

Der Vater hatte den Apparat im Lampenraum vergessen.

Der Wärter hatte keine Adresse. Der Apparat wurde nie abgeholt.

Er enthält einen Film. Ich will ihn im Dorf entwickeln lassen.

Ich hoffe auf wichtige Hinweise.

Komm, Brigitte! Schnell abtrocknen!

Euch wird sonst kalt. Komm, Brigitte! Komm!

Das Wasser ist kalt.

Seht mal!

(Vater lacht) Sie wollen auch baden.

Sieh mal! - Dort!

Alle drei lachen.

Wo ist der Fotoapparat? Gute Idee.

Ich habe ihn auf dem Leuchtturm vergessen.

Wir müssen noch einmal zurück! Ich fahre nicht mit.

Ich fahre nicht mit!

Er stöhnt.

Sanfte, harmonische Musik

Musik klingt traurig.

(ruft) Moment!

Warten Sie!

Stumme Szene

Ich wartete bis zur Öffnung des Ladens.

Die Entwicklung dauert noch mal zwei Stunden.

(genervt) Erster Urlaubstag: Scheiße!

Na!

Sind wir bald da? Gleich.

Ich bin müde. Du ißt etwas, dann schläfst du.

Und du?

Ich bringe Fräulein Lorenz zum Boot. Wir gehen vielleicht noch ins Kino.

Ich komme mit. (vorwurfsvoll) Prinzessin!

Ich will aber.

Kinder dürfen abends nicht hinein! Ich dulde kein "Ich will aber."

Ich bleibe nicht allein. Bleiben Sie hier! Ich finde den Weg.

Das kommt nicht in Frage! Das sind neue Methoden.

Ich mache dir einen Vorschlag, Prinzessin.

Du schläfst auf dem Segelboot. Das wolltest du immer.

Du bist ein Querkopf. Ich erfüllte dir jeden Wunsch.

Ein zehnjähriges Mädchen sollte vernünftig sein.

Bist du einverstanden? (zögert) Na gut.

(böse) Die Prinzessin ist gnädig.

Motor startet.

Plätschern des Wassers

Seltsame Geräusche

Sanfte, harmonische Musik

Sanfte, harmonische Musik

14.30 Uhr. Ich habe endlich die Fotos.

Es sind neun Abzüge. Die üblichen Familienfotos. Vier mit Fräulein L.

Der Fotograf erkannte den Segelboot-Hafen.

Ich brauche die Namen und Adressen. Dann beende ich die Nachforschungen.

Ich mache dann endlich Urlaub!

Sanfte Musik

(mahnend) Prinzessin, ruhig sitzen!

Ich kann dich so nicht zeichnen. Was ist? Warum zierst du dich?

Warum heißt du "Prinzessin"?

Stammt das von deinem Vati?

Ihr zwei versteht euch sehr gut.

Und Mutti! Nicht wahr, Vati?

Sitz endlich still! Bist du in der Schule auch unruhig?

Na, warum schaust du so? Schimpft Vati manchmal?

Ja, ich schimpfe oft. Aber ich schlage nicht.

Schlagen ist eine schlechte Erziehungsmethode.

Das ist bei ihr nicht nötig.

Machte ich das richtig? Ah, die Zeichnung ist schön!

Sieh mal, gefällt sie dir?

Die Prinzessin hat heute schlechte Laune.

Das passiert manchmal. Was ist los mit dir, Prinzessin?

Sanfte, harmonische Musik

Donnergrollen

Donnergrollen

Donnergrollen

Wind heult. Boot knarrt.

Stille

Die beiden lachen.

Ach, das ist schön!

Die beiden lachen.

Es ist fünf Uhr. Komm heraus! Brigitte wacht vielleicht auf.

Sie schläft um diese Zeit noch fest. Sie ist der geborene Langschläfer.

Sieh mal nach ihr!

Ja, das mache ich.

Brigitte weint heftig.

Bitte. Na, hast du keinen Hunger?

Du hattest gestern abend Angst bei dem Gewitter.

Sie ist blaß. Ist dir schlecht? Warte, ich hole dir etwas.

Ich brauche nichts von der dummen Pute!

Brigitte! Sie ist eine häßliche, alte Gans!

Hör mal zu!

Du nimmt jetzt...

(laut) Du spinnst! Was ist mit dir?

Ich weiß nicht, was sie hat. Ich bin vielleicht schuld daran.

Sei nicht kindisch. (ruft) Brigitte!

Brigitte weint.

Ist dir schlecht?

Warum sagst du es nicht?

Sie ist bestimmt erkältet.

Du mußt jetzt nicht... Nicht reden! Bleib ruhig liegen.

Du bist bestimmt erkältet.

37,8 Grad. Du hast kein hohes Fieber.

Hast du noch Kopfschmerzen? Nicht mehr so stark.

Peter! Das ist Doktor Thomas. Guten Tag.

Ihm gehört das Nachbarboot. Er kam gleich mit.

Das ist nett von Ihnen.

Wo ist der kranke Hase? Guten Tag. Guten Tag.

Setz dich bitte aufrecht hin.

Hatte das Kind Fieber? Nicht sehr.

Wie hoch war die Temperatur? 37,8.

Hustete sie? Nein.

Hatte sie Schmerzen? Ja, Kopfschmerzen.

Öffne den Mund!

Ja.

Die andere Seite.

Ich kann nichts Besonderes finden. Aber ich schreibe Ihnen etwas auf.

Bitte. Danke.

Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.

Sie erhitzte sich vielleicht beim Spielen. Auf Wiedersehen.

Auf Wiedersehen.

Ich fahre in die Apotheke. Bleib bitte liegen!

Ich hole nur Medikamente. Ich bin gleich zurück.

Gibst du mir dann das Auto? Ich bringe alles zum Boot.

Ja. Bring frisches Obst für Brigitte mit.

Sanfte, harmonische Musik

Motorgeräusch

Wie geht es dir? Ich bin draußen.

Was machst du? Ich wechsle ein Rad.

Bleib lieber liegen!

(Frauenstimme ruft) Hallo!

Hallo! Kommen Sie ans Telefon.

Ich? - Schnell! Ein Gespräch.

Ist es bestimmt für mich? Ja, Ihre Frau.

(freudig) Mutti!

Du bleibst hier. Ich bin gleich zurück.

Ich darf nicht mit Mutti sprechen. Wegen Fräulein Lorenz!

Wegen wem?

Schnell ans Telefon! Ja.

(ruft) Peter! Brigitte!

Hallo!

Brigitte!

Hallo!

Sanfte, harmonische Musik

Sanfte, harmonische Musik

Musik endet.

Stumme Szene

Stumme Szene

Stimmengewirr der Männer

(Stimme des Kommissars) Mein erster Verdacht ist bestätigt:

Das Mädchen hat eine lebhafte Phantasie.

Es verwechselt manchmal Wirklichkeit und Wunsch.

16.15 Uhr. Ich beende den Bericht.

Ich erwarte noch den ABV von Achendorf-West.

Alles geschah in der Phantasie des Mädchens. Was soll mit ihr werden?

Im letzten Jahr gab es einen Unfall an der Steilküste.

Ein Auto stürzte von der Küste und explodierte.

Es hat geklappt? Du hast jetzt Urlaub?

Wo bist du? Am Bahnhof? Ach, hier am Bahnhof!

Ja, ich komme. Ich hole dich ab.

Ja, bis gleich!

Meine Frau ist angekommen. Ich brauche das Auto selbst.

Ich muß sie vom Bahnhof abholen.

Sieh mich nicht so an! Verstehst du mich nicht?

Du hörtest nicht die Worte meiner Tochter...

Ich habe keine Zeit mehr. Ich muß zum Bahnhof.

Ich komme irgendwann am Hafen vorbei.

Knall

Geben Sie mir die Adresse von dem Mädchen und der Mutter.

Gibt es bei dem Unfall noch Unklarheiten?

Der Fall war schon abgeschlossen.

Rauschen der Brandung

Untertitel: zeile 21 / Mariella Ludovico

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