All language subtitles for Wildes Russland 04 Arctic

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Original subtitles

Die Arktis.

Wer nördlich des Polarkreises überleben will, muss stark sein.

Muss mit Eis und Schnee rechnen. Zu jeder Zeit.

Der größte und bei Weitem unbekannteste Teil -

- dieser unwirtlichen Region gehört zu Russland.

Russlands Arktis reicht über 6.OOO Kilometer.

Von der norwegischen Grenze bis Alaska.

Endlose Eiswüsten und von Sturm umtoste lnseln -

- mit geheimnisvollen Namen:

Novaya Semyla, Taymir oder die legendäre Wrangel-lnsel.

lm März beginnt das Eis des Weißen Meeres zu brechen.

lm Westen der russischen Arktis.

Tausende von Sattelrobben versammeln sich nun.

Um ihre Jungen zur Welt zu bringen.

Die Robben-Mutter hält immer ein Eisloch frei.

Direkt neben ihrem Nachwuchs.

Sie kann dort immer auftauchen.

Robben-Babys wiegen bei der Geburt nur 1O Kilo.

Weniger als ein Zehntel ihrer Mütter.

Für die Kleinen ist jetzt nur wichtig:

Fressen und wachsen. Und zwar schnell.

Robben füttern nur 12 Tage.

Die Kleinen bleiben danach allein.

Bis ihr dunkles Fell fertig ist.

Und sie allein ins Meer aufbrechen.

Sie sind jetzt noch weiß und niedlich.

Sie warten ungeduldig auf die nächste Mahlzeit.

Mutter und Kind begrüßen sich zur Fütterung.

Etwa sieben Mal täglich.

Robben-Milch ist extrem nahrhaft.

Sie enthält 42 Prozent Fett.

Die Babys nehmen etwa 2 Kilo pro Tag zu. Sie wiegen etwa 35 Kilo, -

- wenn die Mütter aufhören zu stillen.

Das ist gut für ihr späteres Leben.

Ein Robben-Männchen macht auf sich aufmerksam.

Die Paarungszeit rückt näher.

Aber die Robben-Dame ist abweisend.

Blubbern hilft vielleicht.

Der Verehrer ist hartnäckig.

Doch sie ist wirklich nicht in Stimmung.

Junge Sattelrobben sehen ihre Mütter nicht wieder nach der Stillzeit.

Sie sind gut genährt vorerst sicher.

Auf den Eisschollen im Weißen Meer.

Eisbären kommen fast nie in diese Region.

Die größten Land-Raubtiere der Erde sind weit draußen auf dem Polarmeer.

Da ist mehr Beute. Eine Bärin mit fast erwachsenen Jungen.

Sie begegnen nur selten Artgenossen.

Das Meereis hat zum Winterende seine größte Ausdehnung.

Das Eis wird schon bald schmelzen.

Die Könige der Arktis müssen dann an Land.

Mitte Mai.

4.OOO Kilometer weiter im Osten: in Nord-Jakutien.

Einer der seltensten Vögel der Erde hat hier -

- im Winter sein Nest gebaut: ein Schneekranich.

Es gibt nur noch 2.OOO bis 3.OOO.

Sie brüten nur in Russland.

Schneekraniche brauchen menschenleere, endlose Wildnis.

Nur Russlands arktische Tundra bietet sie.

Die Vögel reagieren sehr nervös aufjede Störung.

Solche Aufnahmen sind daher extrem selten.

Die Wrangel-lnsel liegt noch einmal 1 .OOO Kilometer weiter östlich.

Alaska ist von hier nicht mehr weit.

Schneegänse kommen im Mai.

Aus ihren nordamerikanischen Überwinterungsgebieten.

Auf die lnsel nahe der Beringstraße.

5O.OOO Gänsepaare bevölkern in der einzigen Brutkolonie Russlands -

- ein hochgelegenes Tal.

Der Eisfuchs im Winterpelz erwartet sie.

Er ist immer hungrig. Aber die Gänse sind wehrhaft.

Die Mai-Sonne hat schon Kraft.

Aber die Brutplätze der Gänse sind noch schneebedeckt. Da hilft nur warten.

Die schneefreien Stellen werden täglich größer.

Sie sind wichtige Nahrungsplätze für Gänse und Schnepfenvögel.

Vor allem die kleinen Vögel sind nach dem langen Zug erschöpft.

Sie müssen jetzt dringend Energie tanken.

Der Winter ist nie weit entfernt in der russischen Arktis.

Polare Luftmassen lassen das Wetter blitzartig umschlagen.

Die Temperatur ist am nächsten Morgen auf minus 1O Grad gefallen.

Sein dickes Winterfell schützt den Eisfuchs vor Wind und Kälte.

Es sucht ständig nach Opfern der harten Witterung.

Die Schneegänse haben genug Reserven -

- für einige Tage ohne Nahrung. Sie warten ab.

Sie sparen Energie. Wie die Raubmöwen.

Nicht alle leiden unter dem Wintereinbruch.

Moschusochsen sind besonders gut gewappnet -

- gegen extreme Kälte. Sie waren den ganzen Winter hier.

lm Gegensatz zu den Zugvögeln. Bei minus 4O Grad.

Die mit Ziegen verwandten Kolosse waren hier ausgestorben.

Sie wurden Mitte der 7Oer-Jahre wieder angesiedelt.

Sie vermehren sich sehr gut.

Der Wintereinbruch dauert schon eine Woche.

Ungewöhnlich lang.

Die Vögel finden bei Frost kaum Nahrung.

Regenpfeifer, Steinwälzer und Strandläufer -

- sitzen dicht gedrängt.

Zum Schutz vor dem eisigen Wind.

Es ist für manchen von ihnen bereits zu spät.

Die Kraft der Sonne siegt schließlich.

Schmelzwasser sucht sich einen Weg über Schneefelder.

Die Tundraflüsse sind für kurze Zeit übervoll.

Die Arktis gibt endlich den Boden frei für die Schneegans-Kolonie.

Aufruhr unter den Gänsen: Ein Wolf durchquert das Tal.

Er scheint sich nicht für die Vögel zu interessieren.

Die Gänse dafür umso mehr für ihn.

Sie verfolgen den Wolf regelrecht.

Wenn auch mit Sicherheitsabstand.

Der ungebetene Gast verschwindet am Ende.

Aber es gibt nicht Entwarnung in der Kolonie.

Eisfüchse durchstöbern die Brutplätze täglich.

Die Gänse sind darauf vorbereitet. Das Weibchen brütet.

Der Ganter bleibt verteidigungsbereit in der Nähe.

Der Fuchs hat vor ihm Respekt.

Durch den Wintereinbruch haben viele Gänse ihr Gelege aufgegeben.

Leichte Beute für den Fuchs.

Er findet mehr, als er fressen kann.

Er sorgt darum für später.

Er gräbt hunderte solcher Verstecke.

Die Eier bleiben monatelang frisch im kalten Tundraboden.

Die verlassenen Nester sind bald ausgeräumt.

Es wird jetzt schwieriger für den Fuchs.

Er testet die Abwehrbereitschaft der Ganter.

Zeigen sie Schwächen, lässt der Fuchs nicht locker.

Geschafft! Der Fuchs kann nur ein Ei forttragen.

Aber er merkt sich, wo er Erfolg hatte.

Er geht diesmal direkt zum Angriff über.

Die Gans hat keine Chance.

Sie verliert Ei auf Ei.

Nur eines ist ihr geblieben. Bis jetzt!

Ende Juni.

Der Sommer hält Einzug in der russischen Arktis.

Die Tundra zeigt für kurze Zeit ihre verborgenen Schätze.

Arktischer Mohn, Silberwurz und Leimkraut.

Die Brutsaison istjetzt in vollem Gange.

Kiebitz-Regenpfeifer, -

- Schneeammer und Eiderente -

- genießen die warmen Tage.

Die Temperaturen liegen oft nur knapp über Null Grad.

Schneeregen ist oft. Die Tiere sind daran gewöhnt.

Aber diesmal wird daraus heftiger Schneefall.

Er begräbt in wenigen Stunden den Sommer unter sich.

Die Eiderente darf sich nicht rühren.

Oder ihre Brut ist verloren.

Sie trotzt beharrlich dem Wetter.

Auch die Moschusochsen leiden.

Sie können Kälte ertragen.

Aber feuchter Schnee durchtränkt ihr Fell.

Die kleine Gruppe mit einem alten Bullen ist nervös.

Ein zweiter Bulle nähert sich zielstrebig aus dem Tal.

Der alte Bulle geht in Drohstellung: gesenkter, schräger Kopf.

Die Kontrahenten präsentieren ihre mächtigen Körperseiten.

Der Neue nähert sich den Weibchen.

Eine Kuh duftet interessant.

Aber es ist noch zu früh.

Paarungszeit ist erst im August/September.

Es reicht dem alten Bullen.

Er fordert den Rivalen heraus.

Es gibt nur eine kurze Rangelei.

Die Moschusochsen werden erst in einigen Monaten richtig kämpfen.

Der Schnee kann sich nicht lange halten.

Die Julisonne ist zu stark.

Sie gibt den Blick frei -

- auf die ferne Vergangenheit der Wrangel-lnsel.

Elfenbein. Freigespült aus dem Dauerfrost.

Mammuts lebten noch auf Wrangel, -

- als sie anderswo schon ausgestorben waren.

Der Stoßzahn ist nur 4.OOO Jahre jung.

Ein Überbleibsel der wirklich Letzten ihrer Art.

Einige Zeitgenossen der Mammuts schafften es in die heutige Zeit.

Rentiere.

Nirgendwo sonst leben so viele wie in der Arktis Russlands.

Es sollen allein auf der Taymir- Halbinsel eine Million sein.

Die Rene ziehen grasend durch die Kolonie der Schneegänse.

Sie schaden dabei nicht.

Aber die Gänse sind jetzt besonders aufmerksam.

Nachwuchs ist gekommen.

Die ersten Küken könnten schon bald das Nest verlassen.

Doch erst müssen alle geschlüpft sein. Das kann einen Tag dauern.

Eine gefährliche Zeit für die Kleinen.

Der Fuchs kommt zu nah.

Es ist unter Mutters Fittichen am sichersten.

Er hat es diesmal nicht auf die Gänse abgesehen.

Er hat etwas anderes entdeckt im Gestrüpp der Zwergweiden.

Einen Lemming.

Eine fette Beute.

Es istjetzt scheinbar nicht gefährlich.

Aber ein anderes Raubtier ist noch da.

Ein Vielfraß.

Der große Marder würde sich nicht von einem Ganter vertreiben lassen.

Er begnügt sich zum Glück mit einem Ei und verschont die Küken.

Für die kleinen Gänse istjetzt -

- die letzte Gelegenheit, sich zu erholen.

Sie ziehen mit ihren Eltern in die flache Tundra.

Große Seen bieten dort Schutz und Nahrung.

Der Weg ist weit und beschwerlich.

Manche Familien wandern 7O Kilometer.

Und das bei jedem Wetter.

Juli ist der wärmste Monat in der Arktis.

Die grüne Tundra in der Ebene bietetjetzt Nahrung für alle.

Nicht nur für die jungen Gänse.

Die Eisfüchse in den Bergen -

- haben wenig Nachwuchs. Nur 2 Junge erwarten die Eltern.

Sie sind für ihr Alter viel zu klein.

Denn es gibt diesen Sommer fast keine Lemminge.

Die Mutter kommt nur selten und bringt kaum Nahrung.

Keine guten Aussichten für die beiden Jungfüchse.

Es sieht weiter unten besser aus.

Die Fuchswelpen sind viel größer.

Sie haben eine zusätzliche Nahrungsquelle: junge Gänse.

Die Geschwister lassen nicht lange auf sich warten.

Keiner will abgeben.

Es ist wie so oft im Leben:

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

Die kleinen Füchse sind gut genährt.

lhre Chance zu überleben ist gut.

Die Schnee-Eule kann nicht Gänseküken verfüttern.

Sie braucht Lemminge. Die Jungen betteln.

Aber die Mutter hat keine Nahrung. Viele Schnee-Eulen brüten nicht -

- in schlechten Lemming-Jahren.

ln diesem Nest sind immerhin 2 Junge, statt der üblichen 1O.

Aber eines ist deutlich schwächer.

Der Größenunterschied zwischen ihnen ist immens.

Die Mutter geht auf Jagd.

Sie beobachtet stundenlang jede Bewegung -

- am gegenüberliegenden Hang.

Sie hat den Lemming längst erspäht.

Sie versucht ihr Glück.

Es wird für den Nachwuchs höchste Zeit, etwas Fressbares zu bekommen.

Sie hat es diesmal geschafft.

Die Schnee-Eule hat einen raren Nager erbeutet.

Das größere Geschwister schnappt sich den fetten Happen.

Das kleinere regt sich kaum noch.

Die Mutter versucht, den Lemming an den Schwächeren zu verfüttern.

Vergeblich! Der Kleinere hat keine Kraft mehr.

Und der Große ist zu hungrig.

Für die kleine Schnee-Eule kommtjede Hilfe zu spät.

Der Große hat es fürs Erste geschafft.

Aber die Mutter wird auch für ihn nur mit Mühe genug Futter finden.

Arktische Küsten sind überraschend reiche Nahrungsgründe.

Ein Grauwal.

Er sucht in Ufernähe nach Krebsen und Muscheln.

Belugas. lhr Name kommt aus dem Russischen.

Er bedeutet "die Weißen".

Sie ziehen im Sommer tausende Kilometer -

- an der flachen russischen Arktisküste entlang.

lmmer auf der Suche nach Fischschwärmen und Krebstieren.

Die kleine Gruppe hat ein Jungtier dabei.

Es ist erst wenige Stunden alt.

Es hält sich dicht bei der Mutter.

Es schwimmt sich leichter in ihrem Strömungsschatten.

Auch Seevögel nutzen den Nahrungsreichtum.

Sie bilden große Brutkolonien an Felsküsten.

Eine Art kommt besonders gut klar mit dem rauen arktischen Klima:

Die Dickschnabel-Lumme.

lhre Küken sind dicht am Fels gut geschützt.

Vor dem Wetter und unliebsamen Überraschungen.

Die Dusche ist zum Glück nicht weit entfernt.

Nordische Seevögel müssen hart im Nehmen sein.

Der Wind kann auch im Sommer Packeisfelder herantreiben.

Der Wasserfall erstarrt zu Eis.

Die Nester der Dreizehen-Möwen werden zu Kristallpalästen.

Die Lummen-Küken verlassen ihren Fels.

Sie landen mit einem Sprung normalerweise im Wasser.

Packeis versperrt diesmal ihren Weg.

Aber sie müssen das offene Meer erreichen.

Um dort von den Eltern weitergefüttert zu werden.

Eine Chance für den Eisfuchs.

Er bewegt sich geschickt von Scholle zu Scholle.

Das Junge ist vorerst in Sicherheit, denn der Fuchs ist wasserscheu.

Das offene Meer ist allerdings noch weit.

Der Fuchs landet in der Sackgasse.

Es reicht ihm, als er auch noch ein unfreiwilliges Bad nimmt.

Eisfelder treiben Mitte August um die Wrangel-lnsel.

Sie befördern eine gewichtige Fracht:

Eisbären.

Die großen Bären spüren, dass sie auf brüchigem Grund stehen.

Sie nutzen die Nähe zur lnsel, um die Schollen zu verlassen.

Die Klima-Erwärmung ist auch an der russischen Nordküste.

Die eisfreie Zeit wird immer länger.

Einige hundert Bären stranden auf der Wrangel-lnsel.

Sie müssen dort warten, bis das Meer im November wieder zufriert.

Es gibt bis dahin nicht viel zu fressen.

Jäger haben scharfe Sinne.

Vor allem, wenn sie Hunger haben.

Derjunge Bär hat im flachen Wasser der Lagune eine Bewegung bemerkt.

Er muss das genauer untersuchen.

Er versucht, einen Fisch zu fangen.

Ein Verhalten, das bei Eisbären noch nie gefilmt wurde.

Eisbären sind eigentlich Robben-Jäger.

Der Jungbär scheint nicht besonders geübt zu sein im Umgang mit Fischen.

Der Bär wird schnell merken, wie er an die ungewöhnliche Beute kommt.

Wenn es schmeckt.

Es ist September geworden.

Das ist für die Moschusochsen die Zeit der Rivalen-Kämpfe.

Zwei unterschiedlich starke Bullen sind oft lange beieinander.

Zu immer neuen, heftigen Vorkämpfen.

Spielerei unter Ungleichen.

Ernste Kämpfe sehen anders aus.

Tiefes Brüllen fordert den Gegner heraus.

Die Bullen prallen aufeinander mit bis zu 5O Kilometer pro Stunde.

Jeder von ihnen wiegt 4OO Kilo.

Verletzungen sind selten. Trotz der ungeheuren Wucht.

lhre dicken Hornplatten sitzen auf einer flexiblen Faserschicht.

Sie wird von einem mächtigen Knochen gestützt.

Der Stoß wird so abgepuffert.

Die Belastung ist dennoch enorm.

Der Unterlegene beendet es meist rasch.

Herbst in der Tundra. Die Schneegänse sammeln sich.

Mehr als 5.OOO Kilometer liegen nun vor ihnen.

Sie fliegen bis nach Kalifornien und Mexiko.

Der nahe Winter liegt schon in der Luft.

Die Eisbären patrouillieren hungrig entlang der Kiesbänke.

Sie halten meist Distanz zueinander.

Besonders Mütter mit ihrem Nachwuchs prüfen sehr aufmerksam die Umgebung.

Der Kleine ist erst 9 Monate alt.

Selbst wenn andere Bären nur spielen wollen, ist das zu gefährlich für ihn.

Er bleibt immer eng bei der Mutter. Sie hält alle anderen aufAbstand.

Selbst größere Jungtiere sind auf der Hut.

Der 7OO Kilo schwere, alte Bärenmann ist als Spielkamerad nicht geeignet.

Männchen töten manchmal sogar die Jungen.

Es gibt für die Bären nicht viel zu tun.

Außer warten auf den Winter.

Eine alte Walross-Haut kommt da dem jungen Männchen gerade recht.

Man kann damit spielen.

Und sie schmeckt wenigstens nach irgendetwas.

Der lnhalt der leeren Hülle wäre dem Eisbären sicher lieber.

Es ist Ende September dann so weit.

Zehntausende Walrosse verlassen die arktischen Meere.

Sie flüchten vor Stürmen und Eis durch die Beringstraße nach Süden.

Sie legen weite Strecken zurück.

Aber sie müssen manchmal an Land ausruhen.

Die Walrosse bleiben im Wasser, solange die Eisbären am Ufer lauern.

Denn sie sind nur dort sicher.

Es ist für Bären schon an Land schwierig, ein Walross zu besiegen.

Nur ein gieriger Blick bleibt ihnen, wenn die Tiere im Meer sind.

Ein einzelnes Walross wagte sich abseits ans Ufer.

Es ist geschwächt. Es stützt den Kopf auf seine Eckzähne.

Das bleibt nicht lange unentdeckt.

Ein großes Bären-Männchen hat Witterung aufgenommen.

lm letzten Abendlicht.

Die wenigen Reste des Walrosses am nächsten Morgen.

Ein junger Bär hat den Kadaver gefunden.

Er nähert sich vorsichtig.

Der eigentliche Besitzer könnte noch in der Nähe sein.

Er steht etwa 3OO Meter entfernt in der Tundra.

Ein wahrer Riese.

Er kann sich kaum rühren, so vollgefressen ist er.

Derjunge Bär nutzt das.

Er klopft mit seinem Gewicht das Fleisch weich.

Der alte Bär wird dem Kleinen nichts mehr streitig machen.

Der Junge traut dem Frieden trotzdem nicht so ganz.

Er muss seine Chance nutzen.

Es wird so bald keine Nahrung mehr geben.

Die Walrosse beobachten argwöhnisch den Kiesstrand.

lst kein Bär mehr in Sicht, verlassen sie vorsichtig das Wasser.

Walrosse sind sehr gesellig. Man sieht praktisch nie einzelne Tiere.

Sie liegen dicht gedrängt. Auch wenn genug Platz ist.

Die mächtigen Tiere können 1 ,5 Tonnen wiegen.

lhre oberen Eckzähne werden mehr als einen halben Meter lang.

Auch Eisbären haben Respekt vor den gefährlichen Waffen.

Rangeleien sind bei ihnen normal.

Endlich kommt Ruhe in die Kolonie der Giganten.

Doch nicht für lange.

Der Winter naht.

Die Walrosse werden bald Richtung Beringstraße aufbrechen.

Die Temperaturen steigen im Oktober nicht mehr über den Gefrierpunkt.

Der Winter ist endgültig zurück.

Die Eisbären werden nur noch wenig Zeit an Land verbringen.

Die ersten Packeis-Felder treffen auf die Küste.

Es wird Zeit für die großen Bären, in ihre gefrorene Welt aufzubrechen.

Eine Welt, in die ihnen niemand folgen kann.

Die Natur bestimmt immer noch die Regeln im hohen Norden.

Und nicht der Mensch.

Die Sonne wird schon bald für Monate hinter dem Horizont verschwinden.

Russlands Arktis versinkt dann wieder in Finsternis.

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