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Sibirien.
Die größte Wildnis der Erde.
Endlose Wälder, ungezähmte Gebirgsflüsse -
- und der älteste See unseres Planeten.
Die Ufer des Baikal sind Bären-Revier.
Russlands größter Naturraum ist zugleich -
- eine weitgehend unbekannte Welt.
Sibirien beginnt gleich hinter dem Ural.
Der Grenze zwischen Europa und Asien.
Die Geografen zählen die Hälfte Russlands zu dem riesigen Gebiet.
Der legendäre Baikal-See liegt im Süden nahe der Grenze zur Mongolei.
Der See ist über 6OO Kilometer lang.
Februar. Ein meterdicker Eispanzer -
- bedeckt den Baikal-See.
Offenes Wasser gibt es nur an einer Stelle:
Der Angara-Fluss strömt aus dem See.
Tiefenwasser gelangt hier an die Oberfläche.
Das ist für die Schell-Enten ein Zufluchtsort -
- in frostigen Zeiten.
Sie tauchen an der Eiskante -
- in großen Gruppen nach Nahrung.
Die Taiga.
Der nordische Nadelwald prägt das Gesicht Sibiriens.
Es ist der größte zusammenhängende Wald der Erde.
Wer hier überleben will, muss vor allem den langen Winter überstehen.
Ein Reh mit Vampir-Zähnen:
Das Moschus-Tier. Der scheue Wald- bewohner ernährt sich von Flechten.
Sie wachsen an Bäumen. Sie sind auch bei Schnee erreichbar.
Die Männchen werden vom Menschen immer schon stark bejagt.
Denn ihre Moschus-Drüse wird für Parfüm gebraucht.
Tiefkühlkost.
Kolkraben haben Aas entdeckt.
Das Moschus-Tier ist unruhig. Die Vögel sind nicht der Grund.
Die Besitzer des Kadavers sind zurück.
Wölfe halten keinen Winterschlaf.
Sie müssen bei Kälte Beute machen.
lhr Überleben hängt ab vom Jagd-Erfolg des Rudels.
Es gibt immer Streit beim Verteilen der Beute.
Die Raben vertreiben sich die Zeit mit Purzelbäumen.
Einer hat den richtigen Dreh noch nicht heraus.
Er schafft es am Ende doch.
Auch wenn er nicht gleich wieder auf die Krallen kommt.
Jakutien, Russlands größte Republik.
Hier liegt der Kältepol Sibiriens.
Hier wurden schon unter -7O Grad Celsius gemessen.
Kein regelmäßig bewohnter Ort der Erde ist kälter.
Es ist März.
Die Jakuten-Pferde sind zäh.
Die Stuten sind trächtig.
Einen Stall kennen sie nicht.
Die Pferde werden seit Jahrtausenden im Freien gezüchtet.
Die Tiere fressen das Gras vom Vorjahr.
Sie scharren danach im Schnee. Die Kost ist karg.
Und die trächtigen Stuten müssen für zwei fressen.
Nicht alle Stuten werden das Ende des sibirischen Winters erleben.
Ein Dorf am Baikal-See.
Holz ist einer der großen Reichtümer Sibiriens.
Es wird in alle Welt geschickt. Besonders ins benachbarte China.
Hier leben Angehörige verschiedener Volksgruppen friedlich miteinander.
Wie fast überall in Sibirien.
Ende des Winters.
Die Sonne lässt erste Risse im Eis entstehen.
Es gibt Leben in der weißen Wüste.
Baikal-Robben. Die Weibchen haben vor 4 Wochen -
- ihre Jungen zur Welt gebracht. ln einer Schneehöhle.
Das schützende Höhlendach ist inzwischen getaut.
Das Kleine liegt am Wasserloch.
Es wartet auf die Mutter.
Sie kommt nur zweimal am Tag, um ihr Junges zu säugen.
Baikal-Robben sind einzigartig. Es gibt sie nur hier.
Keine andere Robbe der Welt lebt so weit vom Meer entfernt.
Es sind etwa 13O.OOO.
Überlebt das Junge das schwierige erste Jahr, -
- kann es 5O Jahre alt werden.
lhre dicke Speckschicht schützt vor dem eiskalten Wasser.
Sie taucht schwerelos von einem Luftloch zum nächsten.
Durch eine Märchenwelt aus Eis.
Das Werchojansker Gebirge nördlich des Baikal.
Es ist 1 .OOO Kilometer lang und über 2.OOO Meter hoch.
Es zieht sich vom Mittellauf des riesigen Flusses Lena -
- bis fast ans Eismeer.
Ein Morgen Ende März.
Jakutische Rentier-Hirten -
- fangen die kräftigsten Tiere ihrer Herde.
Sie werden vor Schlitten gespannt. Hirte und Ren leben eng zusammen.
Die Menschen überstehen wohl nur so das Jahr -
- in diesem kalten Gebiet.
Die Schlittenteile sind aus Holz.
Sie sind flexibel verbunden durch Bänder aus Leder.
Ohne sie würde der Schlitten zerbrechen.
Die Männer müssen ihre Rentierherde finden.
Sie zieht irgendwo durch die verschneite Taiga.
Sie müssen die Tiere zusammentreiben.
Der Abmarsch in das Sommerlager steht bevor.
Die Zeit drängt.
Denn man kommt in Jakutien nur bei Frost voran.
Nach der Schneeschmelze ist hier nur noch Sumpf.
Die Hirten sind dann vom Rest der Welt abgeschnitten.
Die Nase tief am Boden.
Ein Wolf ist auf der Suche nach Nahrung.
Mäuse sind unter dem Schnee sehr aktiv.
Nur ein kleiner Happen. Besser als nichts.
Das ist keine Maus.
Aber der Wolf würde auch diesen edlen Pelzträger nicht verschmähen.
Es ist ein Zobel.
Sein Fell schmückte früher Zaren und Könige.
Scharen von Jägern stellten ihm nach.
Der kleine Marder muss heute mehr vor Raubtieren auf der Hut sein.
Denn die Nachfrage nach Pelz sinkt seit Jahren.
Der Wolf wird dieses Mal leer ausgehen.
Sie sind am Ziel.
Eine Schlittenfahrt von 2 Stunden liegt hinter den Männern.
lhre Herde zählt etwa 1 .OOO Rene.
Keine einfache Aufgabe, die Tiere zusammenzutreiben.
Rentiere sind Nahrungsgrundlage für die Menschen des Nordens.
Sie sind auch Fell-Lieferant und Zugtier.
Und man kann auf ihnen reiten.
Der Hirte füttert die Rene mit Salz.
Eine Delikatesse für die Tiere.
Seine Erfahrung hilft ihm, -
- sich durch einen Wald aus Rentiergeweihen zu manövrieren.
Gut 2.OOO Kilometer weiter südwestlich.
ln der Nähe der mongolischen Grenze.
Eine Herde Kropf-Antilopen zieht vorüber.
Es liegt ein Hauch von Afrika über den Steppen Südsibiriens.
lhr quäkender Ruf dient dem Zusammenhalt der Herde.
Die Kropf-Antilopen sind in Russland -
- nur auf der Durchreise.
Sie bleiben nie lange.
Die Tiere überwinden ohne Mühe den Zaun zurück in die Mongolei.
Natur kennt keine politischen Grenzen.
Niemand weiß, wie lange ihre merkwürdigen Rufe noch -
- über die Steppen Zentralasiens erklingen werden.
Die Lena - Sibiriens großer Strom.
Sie ist 4.4OO Kilometer lang. Sie fließt -
- vom Baikal-Gebirge bis ins Eismeer.
Ein Meer aus Steppen-Küchenschellen steht an ihren Hängen.
Es ist Mitte Mai.
Die Jakutischen Pferde haben den Winter überlebt.
Die Fohlen sind zur Welt gekommen.
Sie sind prächtig entwickelt.
Und sie genießen die ersten Sonnenstrahlen.
Die Stuten müssen jetzt viel fressen.
Damit sie ihre Fohlen ausreichend mit Milch versorgen können.
Die Muttertiere sind ausgezehrt.
Und es gibt noch immer kein nahrhaftes Grünfutter.
Nur totes Gras aus dem Vorjahr.
Das Sayan-Gebirge.
Es erstreckt sich über 2.OOO km -
- entlang der russisch- mongolischen Grenze.
Die Gipfel sind bis weit über 3.OOO Meter hoch.
Der Schnee schmilzt schon früh -
- in den tieferen Lagen der Südhänge.
Hier existiert ein außergewöhnlicher Lurch:
Der Winkelzahn-Molch.
Er ist unter allen Amphibien wohl der gegen Kälte unempfindlichste.
Die Paarung und Ei-Ablage findet im offenen Wasser statt.
Warum sich die Tiere so früh im Jahr fortpflanzen, -
- bleibt rätselhaft.
Schneeschmelze.
Überall ist fließendes Wasser und grünes Land.
Der Frühling kommt endlich nach Sibirien.
Derjunge Fluss ist ungestüm.
Er rauscht durch Schluchten hinab in die großen Tiefebenen.
Sein Wasser formt große Ströme.
Und es füllt die Perle Sibiriens:
Den Baikal-See.
Vom Eis befreit.
Der Baikal ist der tiefste See der Erde.
2O % des Süßwassers der Erde sind hier gespeichert.
Robben leben in seinen Wassern.
Seit Urzeiten. Es ist nicht geklärt, -
- wie sie hierher kamen.
Wissenschaftler glauben:
Einige Ringel-Robben aus dem Eismeer schwammen vor etwa 5OO.OOO Jahren -
- den großen Fluss Jenissej hinauf.
Und kamen so schließlich in den Baikal.
Durch die lange lsolation entstand eine neue Art.
Viele Baikal-Robben versammeln sich im Sommer bei den Ushkani-lnseln.
Die trockenen Liegeplätze am Ufer sind heiß begehrt.
Das Wasser wird im Sommer selten wärmer als 8 Grad.
Und so wärmen sich die Robben oft über Stunden auf.
Ein Platz an der Sonne ist dann nur mühsam zu ergattern.
Baikal-Robben sind exzellente Taucher.
Sie können eine knappe halbe Stunde unter Wasser bleiben.
Die Plätze an der Sonne sind immer noch besetzt.
Dann muss das feuchte Kellergeschoss reichen.
Andere haben es noch schlechter getroffen.
Baikal-Robben ernähren sich -
- ausschließlich von Fisch.
Sie tauchen auf ihren Beutezügen über 1OO Meter tief.
Die Unterwasserwelt des Sees ist einzigartig.
Korallenartige Baikal-Schwämme ragen wie Finger in die Höhe.
Die Hänge des Sees fallen 1 .6OO Meter ab, -
- bis der Grund erreicht ist.
Über 2 Drittel aller Seebewohner leben nur hier.
Wie dieser Floh-Krebs.
Er ist 1O cm lang und im Vergleich zu seinen Verwandten ein Koloss.
Die Äsche ist nur eine von vielen Fischarten, die im Baikal leben.
Das kalte Wasser ist nährstoffreich.
Die felsigen Strände des Sees locken andere an.
Braunbären verlassen die Deckung der dunklen Taiga.
Sie kommen zum Fressen ans Ufer.
Hier in der Sonne wachsen Kräuter, die im Wald nicht gedeihen.
Vor allem ölreiche, aromatische Pflanzen wie Anis, Kümmel, Fenchel.
Sie sind bei Bären beliebt.
Ein ungewohnter Anblick:
Ein Bär, der wie eine Kuh grast.
Nach dem Fressen zieht es das junge Männchen ans Wasser.
"Küste der Bären" wird dieses Baikal-Ufer genannt.
Der Bär sichert in alle Richtungen.
Wir sind im Naturschutzgebiet Baikal-Lena-Reservat.
Aber auch hier muss der Bär vor Wilderern auf der Hut sein.
Die Küste ist mehrere hundert Kilometer lang.
Sie kann von den Wildhütern nicht komplett kontrolliert werden.
Alles ruhig. Aber es droht Gefahr von der Landseite.
Ein großer, alter Bär nähert sich.
Es wird jetzt brenzlig für den Jüngeren.
Flucht ist die einzige Chance, -
- einem Kampf mit dem stärkeren Rivalen aus dem Weg zu gehen.
Sommer im Sayan-Gebirge.
Pfeif-Hasen leben oberhalb der Baumgrenze.
Die Nager sind etwa so groß wie Meerschweinchen.
Sie fressen unermüdlich.
Denn der Winter kommt in 1 .7OO Metern Höhe früh zurück.
Das junge Weibchen hat ein glattes, gepflegtes Fell.
Das ältere Männchen ist etwas zersaust.
Die Blüten der lrischen Heide schmecken ihm wohl besonders gut.
Pfeif-Hasen gönnen sich nur selten eine Pause.
Aber was gibt es Schöneres, als in der Sonne zu dösen?
Es liegt noch etwas Schnee auf dem fast 3.5OO m hohen Monkussardik -
- an der Grenze zur Mongolei.
Sibirische Steinböcke gehen in den Hochlagen auf Nahrungssuche.
Die Hochseil-Akrobaten der Tierwelt erklimmen die steilsten Berghänge.
Und sie kommen mit karger Kost zurecht.
Nebel liegt auch im Sommer über den Wäldern.
Sibirien ist Wolfsland.
Etwa 4O.OOO Wölfe leben in der russischen Taiga.
Mitte des letzten Jahrhunderts waren es noch 5-mal so viele Wölfe.
Es kommt an diesem Morgen zu einer besonderen Begegnung.
Ein einzelner Wolf legt sich selten mit einem Bären an.
Wäre er im Rudel, sähe es anders aus.
(Der Bär brummt)
Der Bär hat deutlich klargemacht, wer im Sumpf das Sagen hat.
Juni. Der Sommer hat nun überall in Sibirien Einzug gehalten.
Für wenige Wochen explodiert das Leben.
Rhododendren schmücken den Lärchenwald.
Die wahren Herrscher der Wälder Sibiriens sind jedoch nicht Bär oder Wolf.
Es sind Waldameisen.
Sie sind Sammler und Jäger.
Sie erbeuten täglich bis zu 10.000 lnsekten.
Auch der Bockkäfer lebt gefährlich.
ln einem Blitzangriff überwältigen die Ameisen diesen Goliath.
Sie töten ihn mit ihrer Säure.
Sie dringt durch seine dünnen Gelenkhäute und vergiftet ihn.
Zurück zum Baikal.
Er ist nicht nur der tiefste See der Welt.
Er ist auch der älteste See.
Geologen schätzen sein Alter auf mehr als 2O Millionen Jahre.
Ein tiefer Graben bildete sich dort, -
- wo zwei Kontinentalplatten auseinander driften.
Wasser strömte in eine gewaltige Schlucht.
Der Baikal-See war geboren.
Bei den Baikal-Robben herrscht immer noch Gedränge.
Unter und über Wasser.
Die jungen Robben sind mächtig gewachsen.
Sie unterscheiden sich kaum noch -
- von den Alttieren. Baikal-Robben paaren sich oft erst nach 6 Jahren.
Schlagen mit den Pfoten heißt: "Bleib mir vom Leib!"
Wenn zwei sich streiten, erfasst die Unruhe oft die ganze Gruppe.
Die eleganten Körper der Robben gleiten wie Torpedos durchs Wasser.
Man vergisst an Land diese Grazie schnell wieder.
Anfang Juli. Rote Türkenbund-Lilien und Tag-Lilien -
- schmücken die Steilufer im Süden des Sees.
Das Tunka-Tal nahe dem Baikal.
Millionen von Anemonen verwandeln das Land in ein Blütenmeer.
Die lnsel Olchon liegt in der Mitte des Baikal.
Die letzten Ausläufer der mongolischen Steppe -
- treffen hier auf die tiefblauen Wasser des Sees.
Dieser Ort der Kontraste zieht Menschen in seinen Bann.
Sie schauen immer neugierig in die Welt: Ziesel.
Die Geschwister sind 5 Wochen alt.
Sie haben erst vor kurzem ihren unterirdischen Bau verlassen.
Einer hält immer Wache.
Die anderen fressen so viel sie können.
Sie würden den 8-monatigen Winter ohne Fettreserven nicht überleben.
Für ein Spiel ist immer Zeit.
Aber sie müssen vorsichtig sein. Sie haben viele Feinde:
Vom Fuchs bis zum Steinadler.
Auch die Steppennatter wird genau beobachtet.
Obwohl sie ungiftig ist.
Sie ist keine Gefahr für die Ziesel.
Die Schlange wird bis zu einem Meter lang.
lhr Verbreitungsgebiet reicht von der Türkei bis nach Korea.
Russland ist ihr nördlichstes Gebiet.
Abendstimmung auf der lnsel Olchon.
Die Ziesel genießen die letzten wärmenden Sonnenstrahlen.
Sie werden die Nacht in ihrem Bau verbringen.
Nebel an der Küste der Bären.
Spannung liegt in der Luft.
Die Tiere sind hungrig.
Sie warten auf irgendetwas.
Früh am Morgen startet am Ufer eine lnvasion.
Und ein Fest für die Bären beginnt.
Viele Millionen Köcherfliegen tauchen aus dem Wasser auf.
Sie lebten darin mehrere Jahre als Larven.
Die großen Bären beginnen ihre Jagd auf die lnsekten.
Der Landgang ist nicht einfach für die Köcherfliegen.
Der See holt sie zurück. Aber das trockene Ufer -
- muss erreicht werden.
Die lnsekten kommen nur so zum Lebensziel.
Sie paaren sich zwischen den Steinen.
Ein Akt, den viele Männchen nicht lange überstehen.
Die befruchteten Weibchen müssen -
- zurück ins Wasser zur Ei-Ablage.
Die Köcherfliegen verkriechen sich unter den Steinen am Ufer.
Sie sind dort vor schlechtem Wetter und Vögeln geschützt.
Aber nicht vor hungrigen Bären.
Für Bären sind die eiweißreichen lnsekten in dieser Jahreszeit -
- ein wichtiger Teil ihrer Nahrung.
Die Beute muss nicht immer groß sein.
Die Menge macht es.
Nach 1O Tagen ist es vorbei.
So plötzlich wie alles begann, hört es wieder auf.
Es ist August. Der Sommer in Sibirien geht zu Ende.
Es wird Zeit für die Bären der Taiga.
Sie müssen sich jetzt eine Speckschicht anfressen.
Wer hier wann frisst, ist zwischen den beiden geklärt.
Ein einsamer Wolf scheint die Reihenfolge nicht zu kennen.
Er muss hungrig sein.
Oder er würde sich nicht mit einem Bären anlegen.
Er fordert ihn immer wieder heraus.
(Der Bär brummt)
Er muss sich am Ende doch geschlagen geben.
Der Herbst hat auch in den Dörfern Einzug gehalten.
Das Leben auf dem Land ist schlicht. Die meisten sind Selbstversorger.
Besonders schmackhafte Kartoffeln sollen in der Schwarzerde -
- des Tunka-Tals wachsen.
Es wird gemeinsam geerntet.
Bilder wie aus längst vergangenen Tagen.
Viele Traktoren der Sowjetzeit sind kaputt. Für Ersatzteile fehlt das Geld.
Gut, wenn man ein Pferd besitzt.
ln der Taiga wächst ein Baum, -
- den viele Tiere zum Überleben brauchen:
Die Zirbelkiefer.
Für das Streifenhörnchen beginnt ein arbeitsreicher Tag.
Köstliche Zapfen hängen hoch in den Wipfeln.
Das Hörnchen ist längst im Visier eines Artgenossen.
Das Streifenhörnchen macht sich über die Zirbel-Nüsse her.
Es ahnt nichts Böses.
Doch der freche Nachbar macht Ärger.
Aber der rechtmäßige Besitzer kehrt am Ende zurück.
Die Hörnchen müssen ihren Bau mit Kiefern-Nüssen füllen.
Nur so überstehen sie den Winter.
Aber erst einmal müssen die Backen gefüllt werden.
Das Altai-Gebirge im Südwesten Sibiriens.
An der langen Grenze zur Mongolei.
Schroff und unwirtlich.
Erster Schnee liegt auf den Gipfeln.
Eines der scheuesten Tiere Sibiriens lebt hier.
Es ist das größte Wild-Schaf der Erde: das Argali.
Die Widder stoßen im Oktober zu den Weibchen mit ihren Jungtieren.
Die Paarungszeit beginnt. Die Lage ist noch ruhig.
Die ausgewachsenen Männchen erreichen die Größe eines Ponys.
Sie werden von den Weibchen magisch angezogen.
Der Widder "flehmt":
Er testet mit hechelnder Zunge aus, ob ein Weibchen paarungsbereit ist.
Aber sie ist noch abweisend.
Ein Nebenbuhler taucht auf.
Die Männchen tun jetzt alles, um ihre Konkurrenten auszuschalten.
Aus vollem Lauf stoßen jeweils 25O Kilogramm zusammen.
Gewaltige Kräfte wirken auf ihre Schädel.
Es wurde schon beobachtet, dass Argalis -
- nach einem solchen Zusammenstoß bewusstlos zusammenbrachen.
Der Sieger wird sich mit den meisten Weibchen paaren.
Große Herden Marale ziehen in tieferen Lagen durch die Bergsteppe.
Sie sind eine asiatische Unterart des Rothirsches.
Auch bei ihnen ist jetzt Paarungszeit.
Bei den Argalis spitzt sich die Lage zu. Zwei Widder -
- sind gleich stark.
Das Leittier treibt seine Herde weg vom jüngeren Herausforderer.
Aber der Rivale bleibt hartnäckig und kommt näher.
Es gehtjetzt ums Ganze.
Dieses spektakuläre Verhalten wurde noch nie gefilmt.
Beide lassen nicht locker.
Der Jüngere gibt schließlich auf.
Der Sieger zieht mit seiner Herde davon.
Am Baikal ist der Winter nah.
Das alte Meer versinkt bald wieder für Monate unter Eis.
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