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Mellanie "Melli" Schneider
Ben Schneider
Herr Lauenstein Frau Gerster
Autsch, scheiße. Scheiße, scheiße, scheiße!
Hab ich auch was am ... Ist da was? Ein Fleck?
Hier ist ein riesiger Arschfleck, und hier.
Hör auf, Ben. Und da ist 'ne Naht auf.
Wirklich? Wo? Nö.
Man sieht nix, oder? Nein.
Gut.
* Sphärische Musik, Gleise knattern. *
Hast du schon Zähne geputzt?
Gleich.
Ben, du sitzt da 'ne halbe Ewigkeit, mach mal hinne!
Nimm den Koffer, ich renn vor und halt sie auf!
Scheiße ...
Fuck!
Scheiße!
Scheiße!
Mellanie Schneider. Ich würde gerne Frau Kujawski sprechen.
Wann kommt die denn wieder?
Alles klar, dann probier ich's dann noch mal.
Danke.
* Ansagesignal *
(Ansagerin) "Information zu RB25
nach Gummersbach über Rösrath-Stümpen:
Abfahrt ..." * Applaus *
Sehr schön, herzlichen Glückwunsch.
Und die Yvi!
Und den Sascha! * Sie jubelt. *
Und last, but not least: unsere Klassenbeste, die Melli!
* Jubel *
Vielen Dank. Danke. Herzlichen Glückwunsch.
Toll gemacht, Glückwunsch. Danke schön.
Herzlichen Glückwunsch von uns noch mal an euch alle.
Ihr seid unter den letzten zehn. Cool, Mama!
Fünf von euch werden am Ende der Probezeit fest übernommen.
Strengt euch also an, es liegt jetzt an euch.
Danke. Und wir wünschen euch:
(im Chor) Always happy landings!
Danke, dir auch.
Und dir auch.
Hallo, Frau Kujawski, Mellanie Schneider hier.
Ja. Mein Termin hat sich leider verschoben,
deswegen schaff ich's nicht pünktlich.
Ich wollte fragen, ob ich vielleicht um 10.30 Uhr oder so was
bei Ihnen vorbeischauen könnte, das würde ich schaffen.
Ja, das wär super.
Es wär wirklich dringend.
Danke, Tschüss!
Komm mal her.
(Ansager) "Ausstieg in Fahrtrichtung links."
Nicht so schlimm. Wir halten zusammen, ja?
Mhm.
Ab da vorne gehst du dann alleine weiter, okay?
Ja.
Wird jetzt doch alles ganz schön knapp.
Ben?
Ben?
Ben!
Haben Sie einen kleinen Jungen gesehen?
(Mann) Einen Jungen? Nee, tut mir leid.
(lacht nervös) Danke.
Ben! Hey, hast du mich nicht gehört? Komm, los.
Guck mal, das hier wünsch ich mir. Cool. Sieht super aus.
Guck, das wünsche ich mir. Ja, komm.
Ich hab mich richtig erschrocken. Plötzlich warst du weg.
Ich kann doch nicht sechs Monate warten.
Und die Notunterkunft ist der Horror,
da gehe ich ganz sicherlich nicht noch mal mit Ben hin.
Bitte, ich brauche jetzt eine Wohnung. Jetzt.
Sie können 'ne Frau mit Kind nicht auf die Straße schicken.
Niemand macht das. Sie können mir doch helfen!
Sie müssen mich einfach nur anders einstufen.
Ich hab's Ihnen auch schon erklärt, ansonsten erklär ich's noch mal:
Es ist nicht selbstverschuldet.
Mir wurde die Wohnung gekündigt, Frau Kujawski.
Niemand setzt Sie auf die Straße, im Gegenteil.
Dann helfen Sie mir, eine Wohnung zu finden.
Ich will Ihnen das jetzt mal ganz klar sagen:
Sie müssen in erster Linie für Ihr Kind Sorge tragen.
Was soll das denn heißen?
Ohne Dach überm Kopf kommt der Kleine in eine Pflegefamilie,
bis Sie was gefunden haben.
Sie nehmen mir mein Kind weg?
Mir wär lieber, das Jugendamt übernimmt den Fall.
Ich soll mit Ben neben Irren und Junkies schlafen
und damit schütze ich in Ihren Augen mein Kind?
Bitte ... bitte.
Es ist nicht nötig, das Jugendamt anzurufen,
ich find bestimmt bald was.
Bis dahin kommen wir bei Freunden unter.
Bitte, Frau Kujawski!
Scheiße ...
* Sirene *
Hallo, Mellanie Schneider hier. Ist Frau Gerster zu sprechen?
Wann kommt die denn wieder?
Könnten Sie sie bitten, dass sie mich zurückruft, bitte?
Hallo!
Genau, die Nummer ist es, ja. Danke, Wiederhören.
Na?
Und?
Sehr gut. Mmh ... Geil, ne?
Hast du das heute Morgen gemacht? Gestern schon.
Heut Morgen war ich lieber leise, ey.
Habt ihr euch gestritten? Na ja, bisschen.
Aber ich hab mir Urlaub genommen. Ich fahr drei Wochen weg.
Drei Wochen? Alleine? Alleine.
Ja, krass, oder? Ja, mach das, auf jeden Fall.
Das ist super. Mhm.
Und du?
Hm ...
Hm? Ja, also ehrlich gesagt ...
Ist grad ziemlich ...
Ach.
Egal, ich kann grad nicht so gut darüber reden.
Das ist kein Problem.
Hey, was ist denn los?
Alles okay? Könnten Ben und ich noch mal zu dir?
Nur für ein paar Tage. Scheiße, habt ihr immer noch nichts?
Oh Mann, das wusst ich ja gar nicht.
Wir kriegen 'ne Wohnung vom Amt, es wär nur für den Übergang super.
Klar, von mir aus, natürlich. Aber ich muss schon erst fragen.
* Sie lacht trocken. *
Ich kann ja nicht über seinen Kopf hinweg entscheiden.
Soll ich euch Geld geben oder was? Nein, Quatsch, natürlich nicht.
Du wohnst da genauso wie er. Ich hab doch gesagt, ich red mit ihm.
Aber es geht nicht darum, dass Besuch kommt.
Was soll ich denn machen? Mein Gott, lass mich doch einfach ...
Ich frag ihn ... Scheiße, ich würd dich nicht fragen,
wenn's nicht verdammt wichtig wär! Ich weiß!
Ich weiß. Und ich hab nur gesagt, ich rede mit ihm,
weil ich das nicht allein entscheiden kann.
Scheiße, ich muss los. Wirklich. Ernsthaft?
Das ist jetzt nicht dein Ernst.
Ich muss los.
Tschüss.
Das können Sie hier auch noch mal nachlesen.
Einen Moment eben, bitte. Das gebe ich Ihnen mit nach Hause.
Melden Sie sich bei Problemen, ich helfe Ihnen gerne. Ja?
Tschüss.
Hallo. Hallo.
Mellanie Schneider. Frau Kujawski hat mich zu Ihnen geschickt.
Ach so. Wir müssen erst einen Termin ausmachen.
Hat Frau Kujawski Ihnen meine Nummer gegeben?
Ich dachte, ich komm direkt vorbei, weil es ist wirklich dringend.
Hätten Sie kurz Zeit? Das geht leider nicht.
Ich muss ja auch noch Ihre Unterlagen durchsehen.
Dienstag, 15 Uhr.
Das ist gut. Können wir vielleicht 15.30 Uhr sagen?
15.15 Uhr, ja? Okay, gut, das müsst ich schaffen.
Sie waren die Frau ... Schneider, Mellanie mit Doppel-L.
Hi. Hallo.
Das ist meins. Oh, 'tschuldigung.
Aber du kannst es ruhig weiter versuchen.
Mach das lieber hier, dann hast du mehr Platz.
Aber ich hab gesehen, du standst da so drauf.
Versuch mal, dich mit den Beinen so hinzustellen.
Fährst du Skateboard? Ja.
Max!
Lies dir das mal durch und füll das aus,
an welchen AGs du teilnehmen willst. Okay, danke.
Schönes Wochenende. Tschau, Ben. Tschüss!
Hallo!
Hallo, Mama. Na?
Guck mal, das ist Max. Hi.
Der Neue aus meiner Klasse. Hallo, neuer Max.
(lacht) Hallo. Hallo.
Hi. Kerstin, ich bin seine Mama. Ich bin Melli.
Du, ihr seid doch auch gerade umgezogen ...
Mama, kann ich heute zu Ben?
Er wollt mir sein Laserschwert zeigen.
Das ist richtig cool. Tut mir leid, das geht leider nicht.
Wir haben das Laserschwert und alles in Kisten verpackt,
und ich weiß nicht, in welcher. (Kerstin) Ihr zieht weg?
Nee, wir bleiben in der Gegend. Aber wir sind noch auf der Suche.
Deswegen wollt ich dich fragen, ob du vielleicht irgendwas weißt.
Ach so, nee, bei uns lief das über Bekannte.
Sagtest du nicht, ihr zieht schon um?
Ja, wir haben jetzt grade was, aber das ist nur 'ne Zwischenlösung.
Okay. Klein, hässlich,
schlecht gelegen, teuer ...
Also wenn du irgendwas hörst, dann her damit.
Warum erzählst du, dass du ein Laserschwert hast?
Ist mir rausgerutscht.
Du darfst wirklich jedenfalls keine Freunde gerade einladen, okay?
Hab ich ja auch nicht gemacht.
(beide) Hallo. Sondern?
Max hat dich einfach so gefragt. Ich hab ihn nicht eingeladen.
Okay.
Guck mal.
Die Balkone kriegen Treppen.
(alle) Hallo.
* Bohrgeräusche *
Ich krieg das nicht auf.
(Frau) Hallo! Ich geh schon hoch.
Wir sind's!
Ich komm gleich!
Hallo! Wo ist denn Ben? Der ist schon drüben.
Haben die heute angefangen? Jaja.
Ich schulde dir noch 175.
* Bohrgeräusche *
'tschuldigung, gehört der Junge da zu Ihnen?
Ja. Der kann hier nicht rein.
Und schon gar nicht ohne Maske.
Sieben Jahre haben wir den Scheiß eingeatmet,
da hat sich keiner für Masken interessiert.
Ist halt Vorschrift. Ben!
* Er hustet. *
Die Frau vom Amt meint, dass meine Wohnung zu klein ist.
Ich bin alle Optionen mit der durchgegangen.
Die kriegen das doch gar nicht mit. Doch, Melli.
Seit ich die Kinder von zu Hause aus betreue,
kommen die vorbei und checken meine Wohnung.
Danach ist alles okay, aber jetzt geht das nicht. Echt nicht.
Und wie lange geht das noch? Konnte die auch nicht sagen.
Zwei Monate, irgendwie so was.
Scheiße, echt. Ich hab ihn!
Hey! Hallo, Anita!
Mama! Ich komm gleich!
Hi, Tommy. Ich wollt fragen,
ob Ben und ich bei dir übernachten könnten heute.
Ja, du kriegst uns ja überhaupt nicht mit.
Ja?
Nee, weißt du was? Ehrlich gesagt versteh ich das nicht.
Egal.
Bis dann ... Scheiße.
* Gleise knattern, lautes Dröhnen. *
* Sie ächzt. *
Hier lang. Bist du sicher?
Ja.
Scheiße, wir haben's nicht richtig zugemacht.
Oh.
Uäh.
Da ist ein Frosch und 'ne Nacktschnecke, Ben.
Oh, ich komme.
Ist das widerlich.
Wo ist denn der Frosch? Ih, da ist noch eine!
Nein, wie widerlich ist das denn, wirklich wahr!
Hä, wo denn?
Hier war der. Da ist er.
Der ist voll süß. * Quaken, sie wimmert. *
Och, bleib doch hier! Vorsicht, da ist 'ne Nacktschnecke.
Kannst das auch mit Klopapier machen.
Er ist so klein ...
Ih.
Ih!
Das ist die Ekelhafteste. Das ist die Ekelhafteste.
Die ist so dunkelbraun.
* Sie kreischt auf und lacht. *
Oah, hier sind noch zwei kleine und eine große.
Woah!
Kannst du bitte diese fette Kröte da ra...
Ich hab selber Angst vor denen.
Okay, super, danke.
* Sie seufzt angeekelt. *
Hier ist jetzt nichts mehr.
Kannst du den Schneckenschleim bisschen wegmachen mit Klopapier?
Äh ... ja, okay, ich versuch's.
Oder du drehst die Isomatte um. Dann dreh ich sie um.
Was wollen wir morgen machen?
Such dir was aus, du kannst dir alles wünschen.
Einen Schutzwall bauen.
Hm? Gegen die Wildschweine.
Ben, wir können alles machen.
Zoo, Rummel,
schwimmen gehen ...
Es gibt in der Nähe ein Schwimmbad mit Wellenbad,
wollen wir das machen? Ich möchte den Schutzwall bauen.
Das ist der letzte freie Tag, bevor am Dienstag meine Arbeit anfängt.
Wünsch dir was.
Egal was. Okay, dann wünsche ich mir,
dass wir einen Schutzwall bauen. * Sie lacht. *
Mach lieber das Licht aus, nicht, dass uns jemand sieht.
* Grillenzirpen *
(ächzt) Das ist ja ein halber Wald.
Ja, genau. Achtung, die Nacktschnecke.
Da ist schon eigentlich ... auf der Seite ist schon genug.
Auf welcher?
Auf der. Da vorm Baum ist noch so 'ne Lücke.
So? Oder willst du den großen noch aufrichten?
Ah, der ist gut, so als Stütze. Drück mal dagegen.
Ja, super.
Nee, der muss hier ... genau.
Auf die Seite? Ja.
(genussvoll) Mmh. (entgeistert) Hm ...
Und?
Geht so.
Guck mal das hier, das Weiße ist echt ...
Mir schmeckt's nicht so. * Sie lacht. *
Ich find's richtig gut.
Wir stellen uns einfach vor, dass es warm ist, okay?
Na, ich find's nicht so lecker.
Komm, iss noch 'nen Happen. Du hast gleich wieder Hunger sonst.
(angeekelt) Ah. * Sie lacht. *
Uah! Du Sau!
Oah!
Guck mal, Ben.
Alter! * Sie lacht schrill. *
Was? Na komm! Na komm, los!
Nein, nein, hör auf! Bitte, bitte, hör auf!
(zittrig) Es ist herrlich. Na los, komm.
Nein.
Oah, hör auf!
* Sie lacht schrill. *
Na gut, reicht dann auch.
Oh, dann bist du ja doch nass. Nein, lass ...
* Er jammert vor Kälte. *
Das musste sein.
* Sie lacht. *
* lautes Plätschern *
Komm mal lieber raus jetzt. Ja, gleich.
* Reißverschluss ratscht. *
Nicht hier direkt beim Zelt, ne?
Ich hab keine Lust, morgen in deinen Scheißhaufen zu treten.
Mir ist aber kalt. Es stinkt doch auch total, Ben.
Geh bitte bisschen weiter weg.
Kommst du wenigstens mit?
Ja.
* Ben räuspert sich. *
Du kannst schon mal Taschentücher holen.
Scheiße, wir haben keine Taschentücher mehr.
Und kein Klopapier.
Seit wann musst du überhaupt nachts aufs Klo?
Du musst jetzt Blätter nehmen, es geht nicht anders.
Ja.
Leg sie so 'n bisschen übereinander. Ja.
(Durchsage) "Auf Anweisung der Crew ziehen Sie die Weste über den Kopf."
"Führen Sie die vorne angebrachten Gurte einmal um Ihre Hüfte
und schließen Sie sie. Ziehen Sie sie dann fest."
"Unmittelbar bevor Sie das Flugzeug verlassen,
ziehen Sie den roten Griff, um die Weste aufzublasen."
"Falls erforderlich, benutzen Sie den roten Mundschlauch."
"Die Signallampe leuchtet bei Kontakt mit Wasser automatisch auf."
Alles klar bei dir? Alles klar.
* Signalton *
Du hast die ganze Zeit die Jacke auf.
Was? Danke. * Sie lachen. *
Hat keiner gemerkt.
* Flugzeug dröhnt. *
* sanfte Musik *
* Gleise rattern. *
* anschwellende Motorengeräusche *
Hier.
Ich wollte aber nicht mit Käse.
Tja, Salami war alle. Hey, hast du Hunger oder nicht?
Guck mal.
Was ist das? 'n Solarakku.
Dann geht das Handy nicht immer aus. Cool.
Wir geben Ihnen jetzt den Mietvertrag mit.
Dann finden Sie auch sonst alles aufgelistet,
was wir von Ihnen noch für Unterlagen haben möchten.
Alles klar. Ben! Ich hab auch die Unterlagen alle hier.
Also ich könnte direkt jetzt unterschreiben.
Ja? Ben, komm mal kurz!
Da ist der Arbeitsvertrag dabei, die Kontoauszüge, Selbstauskunft ...
Eine Schufa-Auskunft auch? Die fehlt leider,
weil ich zurzeit 'nen Eintrag habe. Das kann ich Ihnen auch erklären.
Es hat ziemlich geschimmelt bei mir in der alten Wohnung.
Das sehen Sie hier, ich hab ein paar Fotos dabei.
Oh. Ja.
Wenn wir keine Wohnung finden, haben wir ein ernsthaftes Problem.
Wir dürfen keinem sagen, dass wir keine Wohnung haben.
Mach ich ja nicht. Ich schwör's.
Das ist wirklich wichtig. Das darf niemand wissen.
Auch nicht deine Freunde oder Eltern oder Lehrer.
Auch nicht der Lauenstein, ja?
Niemand.
Weiß ich doch.
Ich sag das auch niemandem. Ich versprech's dir.
Versprichst du's mir auch? Versprochen.
Okay. Mama.
Wir kriegen das schon hin.
Ben, es tut mir so leid.
Es geht nicht an. Hier, die Kleinen müssen nach unten.
Ich hab die Kleinen runter ...
Ich hol Klopapier.
Was?
Klopapier!
(skeptisch) Okay.
Es wird nix.
Gehen wir schlafen?
Ich bin noch gar nicht müde.
Komm, wir gehen schlafen.
Ich nicht.
Bis gleich. Bis gleich.
Danke, schönen Tag noch. - Ihnen auch, Tschüss.
Hallo. Hallo.
Ich würd das gerne zurückgeben.
Na, hören Sie mal.
Das geht doch nicht. Ist doch getragen.
Das war schon. Das war ich nicht.
Das ist alles ...
Das ist getragen.
Die Etiketten sind dran und hier ist der Bon,
deswegen wäre es super, wenn Sie die Sachen zurücknehmen.
Ich find das nicht okay.
* Sie tippt. *
* Kasse öffnet sich. *
Danke schön.
Wiederschauen.
(Anita) Hallo, Melli. Hallo.
Wie waren die ersten Arbeitstage? Super. Ich war schon in England,
Belgien, Frankreich und Spanien. Oh, wow.
Hallo, Mama! Hallo.
Hallo! Holst du deine Sachen?
Mhm. Super.
Hier. Ach, lass. Es waren doch nur ...
Komm. Du brauchst es doch auch.
Die vom Amt wollen jetzt 'n Hausbesuch machen.
Scheiße, und jetzt?
Nee, Melli. Hier können wir das nicht machen.
Meine Zulassung läuft auch übers Jugendamt,
nachher sind wir beide dran. Ist gut.
Ich lass mir was einfallen. Und was?
Ähm, ich ruf Nadine an. Wird schon klappen.
Guckst du, ob du noch 'nen Pulli für mich findest?
Mhm. Im Koffer.
Oh, wow.
Ein Raumschiff. Pilot und Co-Pilot oder was?
Mhm. Kann ich noch ein bisschen spielen?
Geh mal lieber früh ins Bett heute.
Ben? Ich hab was für dich.
Und was? Was Cooles.
Links oder rechts? Beides.
Ta-da. * Laserschwert zischt. *
Alter!
Boah, wie krass!
Genau das hab ich mir gewünscht! Ja?
Danke!
Oh ...
Gerne. * Beide lachen. *
Und jetzt schlag mal so. * Zischen *
Alter! * Sie lacht. *
Krass, danke! Gerne.
* Er imitiert Schwerthiebe. *
Du kannst es auch mit ins Zelt bringen.
Ja, gleich.
* Er imitiert Kampfgeräusche. *
Komm, wir basteln uns damit 'ne Leuchtstoffröhre.
(unsicher) Okay.
Das kann man nämlich hier reinhängen.
* Ben lacht. *
Cool, oder? Mhm.
* Pausenklingel * Was soll das sein?
Machts morgen bitte die Aufgaben 6 und 7 aus dem Fehlerteufel.
Achtet darauf, dass die 7 auf Seite 125 weitergeht,
also umblättern, okay? Okay? (Schüler) Ja, Herr Lauenstein.
Super, danke. Bis morgen.
Na, ihr? Soll ich euch lieber wieder auseinandersetzen?
Wir haben aufgepasst, Herr Lauenstein.
Wirklich. Mhm, klar.
Was ist denn hiermit passiert?
Das ist, weil's geregnet hat.
Geregnet? Wann hat es geregnet?
Äh, als ich mit meiner Mutter 'nen Ausflug gemacht hab.
Und dein Kopf, ist der da festgewachsen?
Ich bin nur müde.
Geht's dir nicht gut?
Soll ich deine Mutter mal anrufen? Nee, nicht schlimm.
Okay. Komm nachher mal mit mir ins Lehrerzimmer, ja?
Ich such dir ein anderes raus. Ist aber 'ne absolute Ausnahme.
Mhm. Tschüss.
* Tür öffnet sich. *
Ich erhöhe auf fünf.
Achtung: Auf die Plätze, fertig, los.
(nuschelt) Bisschen schneller. * Melli lacht. *
Hallo. * Er verschluckt sich. *
Hallo. Was macht ihr denn da? (nuschelt) Herzlichen Glückwunsch.
(lacht) Äh ... ach so, danke. Danke schön.
Zu der neuen Stelle, mein ich.
Danke, das ist sehr nett.
Guck mal, guck mal.
Dann kommen Sie jetzt viel rum. Hier, damit's besser runtergeht.
Danke. Willst du auch einen?
Ja. (räuspert sich) Okay, dann ...
Tschüss. Tschau.
(nuschelt) Wow.
Hey, komm.
Was ist los? * Er seufzt. *
Oje.
Du bist ja ganz heiß.
Nicht schlimm. Nicht schlimm?
Was mach ich denn jetzt mit dir?
Hm? Ist egal.
Ist nicht egal.
Was machst du?
Ich ruf Anita an. Vielleicht können wir zu der.
Brauchst du nicht.
Hi, Anita, hier ist Melli. Ben ist ein bisschen krank.
Ich wollt fragen, ob wir doch zu dir können.
Ja.
Nee, nee, ich versteh schon.
Hey. Du, Ben ist krank und bei uns sind die Handwerker.
Ich wollt fragen, ob wir bei dir übernachten können.
Ja, das wär kein Problem.
Super.
Genau, schick's mir einfach.
Alles klar. Danke, tschau.
Wir können zu Sascha. Cool.
Sascha, der Schlüssel ist da nicht.
Nee, weder noch.
(seufzt) Ist egal.
Tschüss.
Wir können in den Wald. Nein.
Hauptsache, ich kann mich hinlegen.
Trink das mal.
Hallo! Oh, 'tschuldigung.
Warten wir noch mal kurz, ja? Mhm.
Die Oma kriegt grad die Hose angezogen.
Du bist ganz müde, ne? (Pflegerin) Hinsetzen.
Links. Dürfen wir jetzt reinkommen?
Rechts. - Wer?
Ich bin's, hallo.
Hallo, vielen Dank. Hallo.
Na, wie geht's dir?
Okay? Ja.
Guck mal, was ich anhab.
Schick? Ja.
Ich bin jetzt Stewardess.
Du weißt nicht genau, wer ich bin gerade, ne?
Ja. Ich bin Melli, deine Tochter.
Guck mal. Das ist der Ben.
(erschöpft) Hallo, Oma. Hallo.
Das ist meine Tochter.
Ja, genau. Das bin ich. Ja.
Guck.
Ja.
Und das ist der Ben.
Ja. Das ist dein Enkelkind.
Der Ben ist grad ganz müde.
Darf der sich ein bisschen ausruhen bei dir?
Ja, ist okay?
Ui,
'n schwerer Rucksack.
Nicht mit den ... nicht mit den Schuhen aufs Bett.
(strenger) Nicht die Schuhe aufs Bett, Ben.
Rüberrutschen.
Na? Selber na.
Darf ich ein Handyspiel spielen?
* Fernseher *
Ich möcht was Richtiges.
Das ist doch was Richtiges.
Aber etwas, was auch schmeckt.
Hätt ich auch gern.
* schrille Rufe im Fernseher *
Was machst du?
Wir gucken, ob Oma 'n bisschen Geld da hat.
Wieso?
Damit wir uns was zu essen kaufen können.
Nein. Ist doch nicht so schlimm.
Das ist aber von ihr, sie braucht das.
Ben, jetzt hör doch mal auf, so 'n Moralapostel zu sein.
Mama, ist alles gut. Hallo?
Alles gut, ich hab nur ... Schwester!
Ich habe nur geguckt, ob du Schokolade hast.
Schwester, hallo! Mama ...
(Pflegerin) Was ist los, Frau Schneider? Was ist los?
Alles gut, alles gut. Legen Sie sich hin.
Der Baby-Adler ist da.
So. Sie müssen jetzt gehen, die Besuchszeit ist vorbei.
Bitte ... bitte.
Das ist gegen die Vorschrift. Ja, aber das ist doof gelaufen:
Meine Mutter hat sich gefreut, Ben zu sehen,
da haben wir den Zug verpasst.
Okay, aber das ist gegen Vorschrift. Kommen Sie mit.
Bitte, bitte. Kommen Sie!
Los geht's.
Bitte ...
Aber das ist eine Ausnahme. Kommen Sie rein.
Ich danke Ihnen, ich danke Ihnen.
Bitte niemand sagen, sonst bekomm ich Ärger mit meiner Chefin.
Alles klar.
* Sie singt auf Russisch. *
* Sie spricht mit einem Kind auf Russisch. *
Er schläft? Ja.
* Tür öffnet und schließt sich. *
* Ansagemelodie *
* Tür öffnet sich. *
Hey. Hier.
Der hat den Schlüssel mitgenommen, das wusst ich nicht.
Er schickt mir den, aber leider erst nächste Woche.
Schlimm? Nee, nee, ist nicht schlimm.
* Sie lacht. *
Spinner.
Kannst du mir vielleicht Geld leihen?
Was brauchst du denn? 200?
Äh, so viel hab ich nicht.
50, 100, 120, 130 ... 150 ist auch gut.
140, 150.
Vielen Dank. Brauchst du die noch?
Nee. Ich entsorg den Scheiß. Los!
* Kinderrufe in der Ferne *
(Pflegerin) Sie sind viel zu spät! Ich habe lange keinen Dienst mehr.
Es tut mir leid. Ja.
Es dauerte länger, als ich dachte. Das hab ich gemerkt.
Ist das in Ordnung? 40.
Ich ... Ist egal. Geben Sie her.
Okay, vielen Dank. Ben ist bei seiner Oma.
Hallo!
Na, Ben, geht's dir ein bisschen besser?
Mhm. Gut.
Hattet ihr's schön miteinander? Ja.
Tschüss.
Tschüss. Tschüss, mein Lieber.
Tschüss.
Möchtest du auch 'ne Decke? Nee, danke.
Willst du Rot oder Kräuter?
Rot. Ich hab mir in der letzten Zeit was überlegt.
Was denn?
Dass ich auf ein
naturwissenschaftliches Gymnasium gehe.
Aha, wie kommst'n da drauf?
Ich möcht nämlich studieren, und dazu braucht man gute Noten.
Das schaffst du bestimmt.
Und dann verdien ich Geld und geb dir auch immer was ab.
Aha.
Kaufst du mir dann auch ein Einhorn?
Das ist nicht lustig.
'n Pferd?
Guten Appetit.
Danke.
Ben, du sollst nicht ans Geldverdienen denken.
Du sollst einfach Spaß haben.
Und wenn du was studierst, dann was, was dir Spaß macht oder ...
Aber nicht, weil du Geld verdienen willst oder um mir was zu kaufen.
Ich möcht dir aber helfen. Musst du nicht.
Ich krieg das schon alleine hin.
Das ist ja nur vorübergehend jetzt so,
wie's gerade ist.
Versprochen. Mhm.
Och, hallo!
Hallo.
Kann ich kurz mit Ihnen was besprechen?
Gern. Ich habe nur leider nicht viel Zeit.
Ich mach's kurz. Ich wollt nur Bescheid geben,
dass eine Frau Gerster vom Jugendamt bei Ihnen anrufen wird.
Die möchte sich über Ben erkundigen.
Ja. Ich wollt Ihnen nur Bescheid geben,
damit Sie sich nicht wundern.
Ich nehme da an so 'nem Programm teil und da gehört das wohl dazu,
aber das ist wirklich reine Formsache.
Frau Gerster hat mich gestern schon angerufen.
Ah, ja? Und? Ja.
Ist kein Problem. Wir können gern 'nen Termin machen.
Sie müssen mich einfach anrufen. Alles klar.
Ich muss jetzt nur rein, der Rektor hat mich einbestellt.
Okay. Tschüss!
Wenn ich Ihnen sonst noch helfen kann ...
Ja, machen Sie ja schon. Danke.
Ich komme zu spät.
Oh Mann!
* Handy * Wart mal kurz, Max.
Hallo, Mama.
Muss ich?
Ich möchte aber lieber ...
Ja, ich frag ihn mal.
Max? Jap?
Kann ich heute bei euch übernachten? Ja, klar!
Könntest du auch deine Mutter gleich fragen?
Ja. Ich mach's eben, okay? Okay.
* Die Laserschwerter zischen. *
So, das reicht, Jungs. Jetzt bitte Zähne putzen.
Ich habe dir ein Handtuch hingelegt, Ben.
3:0 gewonnen.
Ich hol noch meine Zahnbürste. Okay.
Ja, mach noch mehr! * Max lacht. *
Bah.
Guck mal hier.
Ah! Ja, ich steck ...
Musst erst mal rausziehen, musst erst mal rausziehen.
Nee, musst erst mal rausziehen. Ah, das tut voll weh.
Musst erst mal rausziehen. Hör auf. Ja, jetzt schlag mich.
Okay.
Boom! Danke.
Soll ich dir 'n Geheimnis verraten?
Ja, klar.
Aber du darfst es niemandem weitersagen.
Alles gut. Vertrau mir.
Nicht deinen Eltern, auch nicht dem Lauenstein.
Versprichst du es? Versprochen. Ja.
Ich und meine Mutter,
wir wohnen auf einem Baum.
Hä, wie jetzt?
Ganz oben auf der Spitze von einem Baum.
Wir können fast alles sehen.
Fast die ganze Welt.
Und keiner kann uns sehen.
Wir haben uns ein richtig cooles Haus gebaut.
Wir sind nämlich Penner.
* Schritte auf dem Flur *
Reingelegt.
* Max lacht. *
* Stimmengewirr *
* Sie stöhnt. *
Sag mal, was du denkst.
Los, sag mal.
Ich fand, das war ganz schön.
War das ein Anfang? * Sie prustet. *
War das ein Anfang?
Nee? Oh, schade.
Du redest echt zu viel.
Was? Hm?
Es ist alles okay. Ich weiß.
Du kannst auch hierbleiben. * Sie lacht. *
Hast du an mir gerochen? Mhm.
* Beide lachen. *
Da ist der Akku und das ist das Aufladekabel.
Und der Akku ist besser als das Solarding von dir,
der hält länger und geht nicht so schnell kaputt.
Aha.
Wo hast'n das her?
Ich kann den auch mit in die Schule nehmen und aufladen.
Ben,
wo hast denn du den her?
Ja, nix. Wo hast du den her?
Ben! Da hinten.
Mit, ohne Geld?
Ohne.
Ich warte hier. Mhm.
Ähm, ich hab das hier geklaut,
und ich hab eingesehen, dass es falsch war.
Okay, schon gut. Aber mach das bitte nicht mehr.
Tschüss. Tschüss.
Da hast du aber Glück gehabt. Mhm.
Hör mal, du machst das nie, nie wieder, okay?
Mhm. Ernsthaft.
Wenn dich irgendwer dabei erwischt, nehmen die dich mir weg.
Tut mir leid. Guck mich mal an.
Versprichst du mir das? Ja.
Nie wieder. Nie wieder.
Wir dürfen grade keine Scheiße machen.
Das können wir uns nicht erlauben.
(Ansage) "Ausstieg in Fahrtrichtung links."
Scheiße! Scheiße ... Was ist?
Ich hab vergessen, die Frau Gerster zurückzurufen.
Ach ...
Scheiße, wie dumm kann man sein?
Kriegen wir Ärger, wenn die rausfinden,
dass wir keine Wohnung haben?
Ich krieg das schon hin, ich denk mir was aus.
Nehmen die mich dann mit? * Sie schreit schrill. *
* Sie stöhnt vor Schmerzen. *
Au! Geht's?
Brauchst du Hilfe?
* Sie ächzt. *
Scheiße. Du kannst dich auf mich ...
Ben, jetzt lass mich doch mal! Es geht schon.
'tschuldigung.
'tschuldigung.
* Sie seufzt. *
Okay.
Okay, lass weitergehen.
Oh nein, das fehlt grad noch.
Kann ich mich doch auf dich stützen? Ja.
Ich wollt dich nicht so anschreien. Alles gut.
Hallo, Frau Gerster, Mellanie Schneider hier.
Ich hab Sie gestern nicht mehr erreicht.
Wir haben den Termin heute, oder? Ben, Ben.
Ben, sei mal bitte leise. Du kannst dich hier drauf stützen.
Ja. Guck, das hält.
(haucht) Ben, sei leise.
Gut, dann sag ich Ben Bescheid und dann sehen wir uns später?
Alles klar, danke. Tschüss.
Frau Gerster kommt heute in die Schule.
Mhm.
Du musst dir keine Sorgen machen.
Die will nur wissen, ob's dir gut geht.
Kommst du denn auch? Klaro.
Der Lauenstein weiß auch Bescheid, der kommt auch.
Du kannst dich hier draufstützen, das ist stabil.
Danke.
Hallo. Hallo.
Melli? Ja?
Du bist in der Probezeit. Ja, tut mir leid.
Man muss sich auf dich verlassen können.
Kommt nicht mehr vor. Darf ich trotzdem auf Toilette?
Ja.
Äh, Yvonne?
Kannst du mal kurz gucken? Das ist da irgendwie nicht richtig.
Muss da noch jemand sitzen? - Das ist nicht schlimm.
Du kannst bei den Sitzen ... - Soll ich das Cleaning holen?
Nein, schmeiß weg, dann ist gut. - Ah, okay.
* verstörendes Dröhnen *
Danke, Herr Lauenstein, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
Ich würde aber, um das Bild rund zu machen,
noch einen Termin mit der Schulleitung machen. Geht das?
Ja, klar. Soll ich das für Sie in die Wege leiten
oder nehmen Sie selber Kontakt auf? Ach nee, das mach ich schon selber.
Gut. Ich nehme an, Frau Schneider kommt jeden Augenblick.
Ich mach mich mal auf den Weg. Ja, das ist gar kein Problem.
Tschüss, Frau Gerster. Vielen Dank noch mal.
Ja, gerne. Tschüss. Tschüss.
Tschau, Ben. Tschüss.
Bis morgen. Bis morgen.
* Mitteilung *
Deine Mama?
Ja.
Ihr Flug hatte ein bisschen Verspätung.
Hm.
Kommt das öfter vor?
Nee. Ich gehe nach der Schule ja eh immer zu Anita.
Also, wenn meine Mutter später landet.
Und ... ja, dann krieg ich das halt gar nicht mit,
weil sie mich ja abends immer zur gleichen Zeit abholt.
Mhm.
Und wer ist Anita? Anita ist meine Tagesmutter.
Okay.
* Ben seufzt. *
Wann wollen Sie eigentlich den Hausbesuch dann machen?
Das muss ich noch mit deiner Mama besprechen.
Ich kann Ihnen die Wohnung auch zeigen.
Mhm.
Na ja, es war ja eigentlich anders geplant ...
Du meinst jetzt? Ja.
Hallo, Frau Gerster. Ich hab mich so beeilt.
Wir waren in der Schule verabredet. Ja, wo waren Sie?
Es tut mir leid. Also ich weiß nicht,
was ich davon halten soll. Ich muss zum nächsten Termin.
Melden Sie sich doch morgen früh im Büro bei mir.
Ja, mach ich.
Morgen ist Samstag!
Dann Montag.
Alles klar, bis dann. Tschüss!
Scheiße. Das tut mir total leid, das war wirklich anders geplant.
Hallo, Mama.
Hat die den Hausbesuch bei dir gemacht?
Ja, hat sie. Scheiße. Und, was hat die gesagt?
Die hat sich gewundert, dass hier keine Klamotten von dir rumliegen.
Scheiße. Ja, scheiße.
Hol mal bitte deine Sachen. Wenn ich meine Zulassung verliere?
Hör doch mal auf mit deiner Zulassung!
Der Termin sollte in der Schule stattfinden.
Ich wusste nichts davon, dass ...
Und vom Hausbesuch war gar keine Rede.
Ist jetzt auch egal. Bitte lass mich jetzt einfach.
Ich muss mal sehen, wie ich das wieder hinbiege.
Hast du das der Frau Gerster erzählt?
Wie kommst du denn auf so 'ne Idee, Ben?
Warum sagst du mir nicht Bescheid, sag mal?
Verstehst du das nicht oder was?
Wir können jetzt richtig Ärger bekommen, Ben!
Was hast du zu sagen dazu?
Als der Lauenstein weg ist, war ich allein mit der,
und die fing an, Fragen zu stellen.
Da brauchen wir uns nicht zu wundern,
wenn die am Montag vor der Schule steht und dich direkt mitnimmt.
Dann kann ich denen doch sagen ... Nein, du sagst nichts! Ich mach das!
Hast du das verstanden? Ich regel das, nicht du!
Hast du mich verstanden? Ja.
Es tut mir leid.
Ich wollt doch nur helfen.
Ich weiß.
Mach dir keine Sorgen, ich krieg das schon wieder hin.
Nutzt du die Gelegenheit und wäschst dir die Haare?
Mhm. Okay.
* lustige Geräusche im Fernseher *
* Anruf *
Hallo?
Nee, die Rechnung geht auf die Fluggesellschaft.
Wahrscheinlich ist da einfach schon das Büro geschlossen.
Sie haben doch meine Daten, dann ...
Wenn die Fluggesellschaft nicht zahlt, dann zahl ich natürlich.
Das kostet Sie doch nicht Kopf und Kragen.
Gut.
Danke.
Ach so, wir würden gerne noch was bestellen.
Eine Cola ... Zwei.
Zwei Cola, bitte.
Und zwei Club-Sandwich ohne Zwiebeln, bitte.
Fahrausweise.
Fahrschein, bitte.
Fahrschein, bitte.
* verstörendes Dröhnen *
* Dröhnen endet abrupt. *
Max, meinst du das? - Jo, das meine ich.
Ben, schau mal. Oah, das sieht cool aus.
Hier, das ist für dich. Mir ist es eh zu klein.
Nee, danke. Das kannst du echt gerne haben.
Max trägt das nicht mehr. - Ich leg's dir mal da hin.
Danke.
* Max lacht. *
Hallo. Hallo.
Hallo, Mama! Hey, na?
(lacht) Oha! Guten Morgen.
Na? Was hast du denn an? Hat mir Max geschenkt.
Zeig mal von hinten.
Oh, das sieht super aus!
Ich geh schon mal rein. Tschüss. Bis später.
Vielen Dank, dass das so kurzfristig geklappt hat.
(Kerstin) Gerne. Was kriegst du hierfür?
Quatsch, das hat Max ihm geschenkt. - (Max) Das ist mir zu klein.
Ich würde euch gerne was dafür geben.
Überleg dir's noch mal. Okay.
Du, Ben! Wir treffen uns nach der Schule zu Hause, okay?
Du kannst heut nicht zu Anita. Mhm.
Ich arbeite so bis fünf, ich bin spätestens um halb sechs bei dir.
Okay!
Tschüss! Tschüss!
Hallo. Hallo.
Guten Tag, hallo.
Hört mal - Cockpit sagt, unser Abflug wird sich verzögern.
Wir haben schlechtes Wetter. Hallo.
Ganz vorne. Bonjour. Bitte schön.
Melli, machst du 'ne Ansage? Ich muss nach vorne.
Hallo, guten Tag. Herzlich willkommen.
Ben, es wird hier spät ... Hallo! Hallo.
Schlechtes Wetter, wir können nicht starten.
Gehst du bitte zu Anita und schreibst, wenn du da bist?
Es kann spät werden ... Ja. (Stewardess) Melli.
Hallo. Ich versuch, mich noch mal zu melden vor Abflug. Bis gleich.
Hallo.
Hallo.
Sehr verehrte Damen und Herren, aufgrund der Wetterlage
verzögert sich unser Abflug.
Wir geben Bescheid, sobald wir neue Informationen haben.
Vielen Dank für Ihre Geduld.
Ladies and gentlemen, due to the weather conditions here in Paris
our flight will be delayed.
We will inform you as soon as we have further information.
Thank you for your patience.
Mama?
* Äste krachen. *
* Männer brüllen im Hintergrund. *
* verstörendes Dröhnen *
* Gebrüll rückt näher. *
Möchten Sie was trinken? Nein.
Was darf's für Sie sein? Ja. Cola.
Bitte schön.
Und für Sie? Sorry?
What would you like?
Oh, I like many things.
Come back here! What would you like to drink?
Hey, I'm speaking to you! Could you lower your voice, please?
It's my normal voice. Hey! Kannst du bitte übernehmen?
Mit Pfeffer und Salz? Sir, I'm sorry, how can I assist you?
I want her to apologize.
Um, I don't know what was going on,
but may I offer you something to drink?
You like any sparkling wine, any white wine, any red wine?
A German beer? Möchten Sie gern was trinken?
Und für Sie?
Zur S-Bahn "Frankfurter Straße", bitte. Möglichst schnell.
Ben?
Ben?
* Dosen scheppern. * Ach du Scheiße.
Ben!
Ben!
Ben!
(verzweifelt) Ben!
(schrill) Ben!
Mama! Ben?
Ben?
Oh Gott. Oh!
(haucht) Oh Gott.
Oh Gott.
Oh Gott. Ist dir was passiert? Mh-mh.
Oh Gott, oh Gott.
Ben, ich muss mit dir reden.
Wir können das wieder reparieren. Lass mich mal kurz ausreden, bitte.
Das wird nicht leicht,
aber wir schaffen das auf jeden Fall zusammen, okay?
Was denn? Wir kriegen das hin.
Ich bring dich zur Frau vom Amt, ja?
Nein! Hör zu. Bitte, Ben, ganz kurz.
(zittrig) Es gibt Familien für Notfälle wie unsere, okay?
Das ist nur kurz. Bitte mach das nicht, Mama!
Ich hol dich ab, sobald es geht. Bitte!
Es geht nicht anders. Ich will nicht, dass dir was passiert.
Bitte, Mama, ich will das nicht.
Ben, komm. Ich möcht bei dir bleiben.
Ich möcht ja auch, dass du bei mir bleibst, aber es geht nicht anders.
Bitte nicht! Sch.
Mann! (tränenerstickt) Ben, bitte hör auf.
Bitte hör auf. Bitte, Ben, hör auf.
Du hast mir versprochen ... Sch, sch, sch ...
... dass wir zusammenbleiben! Bleiben wir auch, Ben.
Du kommst nur ganz kurz da hin, okay?
(angestrengt) Mann!
Sch, sch, sch ...
Ich hasse dich!
(Ansage) "Nächste Station: Köln, Trimbornstraße."
"Ausstieg in Fahrtrichtung links."
Ich hab nette Menschen gefunden, da ist Ben sehr gut aufgehoben.
Kommst du mit mir mit, Ben?
* Hund winselt. *
Hm?
* Tür quietscht. *
Der Rucksack. Noch irgendwas?
Ach, Ben, dein Handy müsstest du noch deiner Mama geben.
Wieso?
Das bekommst du in zwei Wochen zurück.
Sonst habt ihr beide so Heimweh.
Kann ich das nicht mitnehmen? Leider nicht.
Muss das sein?
Ja.
* Auto wird entriegelt. *
Komm, hopp. Fein.
Es ist nur für 'ne kurze Zeit, okay, Ben?
Die helfen mir, 'ne Wohnung zu finden,
und dann hol ich dich wieder zu mir zurück, ja?
Wir halten immer zusammen.
Immer, ja.
Du hast deine Mama ganz bald wieder.
Anschnallen ...
Okay? Gut.
Bis bald.
* Motor startet. *
(schreit) Nein! Halt! Halt!
Mach auf, bitte. Frau Schneider!
Entschuldigung, das war ein totaler Fehler.
Machen Sie die Tür auf? Ich will das überhaupt nicht.
Wo wollen Sie mit ihm hin? Bitte, ich will zu meinem Sohn.
Machen Sie es für ihn nicht noch schwerer. Bitte.
Ich melde mich.
* Sie schluchzt verzweifelt. *
(kreischt) Ben!
* Sie schluchzt leise. *
* Durchsagemelodie *
* gedämpfte Durchsage *
Ich hab kein Auto.
Danke.
Nur das?
Echt? Ja.
Komm.
Reicht dir das?
Hm ...
Lass.
Ruh dich mal aus, Melli.
Ruh dich mal aus.
Hoch.
Legst du dich zu mir, bitte?
* Durchsage *
* Mitteilungstöne *
(haucht) Fuck.
Hallo.
Hallo.
Was ist passiert?
Ben kam normal zur Schule, unterhielt sich mit Max,
dann wollte er aufs Klo und ist nicht mehr erschienen.
Dann such ich ihn jetzt, oder?
* Autotür schlägt zu. *
Mit Polizei? Die hat Frau Gerster mitgebracht.
Ich musste ihr Bescheid sagen.
Guten Tag. Sie sind Frau Schneider?
Guten Tag, ja. Hallo, Strasser. Mein Kollege Kolb.
Hat sich Ben bei Ihnen gemeldet?
Oder gibt's jemand, zu dem er gegangen sein könnte?
Nee, ich weiß auch nicht, wo er wohnt.
Und das Handy wurde ihm abgenommen, ich konnte ihn nicht anrufen.
Er hat sich auch nicht gemeldet. Die Pflegeeltern wissen auch nichts.
(Strasser) Hat Frau Schneider den Jungen besucht?
Hielt sie sich an die Kontaktsperre?
Ja, natürlich! Ja, hat sie.
Und Ben hat den Schulhof auch nie verlassen.
Okay, gut ... Ja, ich geh mal davon aus,
der Junge wird sich bei Ihnen melden. Dann geben Sie uns bitte Bescheid.
Das mach ich. Das wär's erst mal unsererseits.
Danke schön. Wiedersehen. Alles Gute. Tschüss.
Ben! Mama!
* pulsierende Musik *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2020
Can't find what you're looking for?
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