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Original subtitles

UNMORALISCHE ENGEL

Raphael starb 1520 an den Folgen einer Erkältung,

die er sich in den Ruinen Roms zugezogen hatte.

Thèodore Mocon, 1506-1571.

Raphael starb 1520 von seinen Ausschweifungen verzehrt.

Giorgio Vasari, 1512-1574.

Oh, Tomaso!

Ich werde dich niemals betrügen. Niemals.

Oh, meine Liebe.

Morgen zur selben Zeit. Und dann bleiben wir bis zur Dämmerung.

- Und deine Eltern? - Hab keine Angst. Bis morgen. - Bis morgen.

Lebewohl, Tomaso!

Amore!

- Guten Tag. - Guten Tag.

Sie zeichnen, mein Herr?

Ja, ich zeichne.

Ah, ich verstehe. Sie sind ein Maler.

- Ja, Maler und Konservator. Und Sie? - Ich?

Mein Vater ist ein Bäcker. Francesco Lutti di Santa Dorotea.

Dann sind Sie also Bäckerin?

- Nein, nicht direkt, aber ich liebe die Leckereien. - Eine Diebin!

- Eine wunderbare Diebin. - Das bin ich?

- Mein Gott, so sieht mein Mund aus? - Ja, das ist Ihr Mund.

Der schönste Mund, den ich je gesehen habe. Ich gebe es Ihnen schriftlich.

- Der Mund gehört... - Wem? - Margherita.

- Margherita. - Margherita Lutti.

Margherita, bekannt als "La Fornarina".

Junger Wein aus Ungarn.

Los, es geht weiter.

Daumen und Mittelfinger der rechten Hand halten den Schleier.

Der Zeigefinger berührt sanft die Aureole der linken Brust.

Die rechte Brust berührt das rechte Handgelenk. Jetzt keine Bewegung mehr.

Schau hierher. Kopf heben. Noch weiter heben.

Gut so. Jetzt dreh den Kopf nach rechts. Aber den Blick zu mir.

Sehr gut. Du bist schön wie die Sonne.

Die Sonne wird dem Tod nie ins Auge sehen, noch der Tod der Sonne.

Das ist die Wahrheit.

Diese wilde Bestie nennt sich Hauskatze.

Ein Geschenk des Papstes.

Nichts schmeichelt unserem Hochmut mehr, als das Vertrauen der Großen.

Weil wir in diesem Vertrauen die Würdigung unserer Verdienste sehen.

Aber in Wirklichkeit ist das alles der Ausfluss ihrer Eitelkeit.

Und einen Auftrag des Papstes anzunehmen, bedeutet nichts anderes...

als sich freiwillig in dieses Gefängnis namens Vatikan einsperren zu lassen.

Und wo die Frauen nicht reingelassen werden.

Also manche Frauen schon.

Wie zum Beispiel Bäckerstöchter.

Für eine Bäckerstochter wie dich stehen alle Türen offen.

Aber wir brauchen das Geld des Papstes nicht.

Die Freiheit ist mehr wert als 1000 Golddukaten.

Man muss leben, und das Leben ist teuer.

Vor allem die Tomatenpreise. Du unverbesserliches Kind des Volkes.

Ich habe Freunde und Gönner, die viel reicher sind als der Papst.

Dann bleiben wir also hier? Zusammen?

Und keine Macht der Erde kann uns trennen.

- Huhn, Ente. - Ente, Truthahn. - Rabe. - Ente! - Ente! - Nachtigall! - Ente.

Herr Buonarotti amüsiert sich.

Schnell, da rein mit euch. Aber zieht euch nicht an.

- Guten Tag. - Guten Tag, Eure Heiligkeit.

Hier, unser neuer Gast. Raffaello Sanzio, er selbst.

Der schönste Knappe Italiens.

Wir betrauen ihn mit den Fresken unserer Gemächer.

Es heißt, Eure Heiligkeit zahlte 500 Dukaten akonto.

Na, na, na, nicht übertreiben. 500 Dukaten.

100 und nicht mehr.

Was meinen Sie, Michelangelo?

Wie viel tausende Golddukaten ist unsere Wahl wert?

Oh, schon wieder drei Grazien. Raffaello also auch?

Verblüffende Ähnlichkeit mit drei Säcken Schweinespeck.

Aber die Komposition, der Rhythmus, Meister!

Jeder Maler, der die Gesichtsstruktur nicht von der Torsospannung unterscheiden kann,

kleidet sein Modell in einen Wintermantel und gießt das Ganze in Wachs.

Wir brauchen auch die Maler der Keuschheit, leider.

- Darf ich jetzt aufhören? - Du bleibst da! Seine Heiligkeit geht jetzt.

Raffaello ist aber viel netter, Meister.

Aber als Maler viel zu keusch.

Diese Hitze.

Wenn du Durst hast, darfst du einen Apfel essen.

Ja, gern. Diese herrlichen Äpfel aus Amerika.

- Giulio Romano in dringenden Geschäften. - Eintreten.

Eure Heiligkeit.

Meister Raffaello bedauert zutiefst, sein Versprechen nicht halten zu können

und sieht sich verpflichtet, Euren Auftrag abzulehnen.

Er reicht Euch die 500 akonto erhaltenen Golddukaten hiermit zurück.

Aber behaltet doch wenigstens die Hälfte, für später dann.

Ich erhalte mir gerne die Hoffnung, dass Meister Raffaello sich besinnen wird.

Nein, die Entscheidung des Meisters ist unwiderruflich.

Er bedauert es. Es ist ihm nicht möglich, sein Haus auf längere Zeit zu verlassen.

Ich soll Eurer Heiligkeit sagen, dass...

die Räume des Vatikans auch von einem anderen Maler ausgemalt werden können.

Von Penni oder schlimmstenfalls von Meister Buonarotti.

Nein, das ist nicht wahr. Keiner kann sie so schön malen.

Aber da es Euer Meister nicht anders will...

annullieren wir unseren Kontrakt.

- Darf ich sprechen? - Aber nur zwei Worte.

Ich möchte...

Wer ist da?

- Wer ist das? - Ein alter Freund, der Bankier Bini.

- Bleib sitzen und rühre dich nicht. - Der Vater oder der Sohn?

Der Sohn, sehr gefährlich.

- Heute ist ein Feiertag für Sie. - Ja, und für die Heilige Margherita.

- Regnet es draußen? - Nein, wieso?

Die Tropfen. Das ist Rosenwasser, riechen Sie mal.

Nicht Ihr Geschmack? Ich nehme es wegen der Hitze.

Die Parfüms verduften so schnell.

- Sie brauchen wie viel? - 1000.

- 500. - Wir hatten 1000 Golddukaten vereinbart.

Nein, 500 Dukaten, ich könnte Ihnen auch 1000 geben.

Was mich davon abhält, ist die Gewissheit, dass Sie alles zurückzahlen werden.

1000.

- Nein. - Doch, 500 in Gold und einen Wechsel über weitere 500.

Ja?

Ausnahmsweise, nur in Anbetracht dessen, dass sich Ihre Lage bald bessern wird.

Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen.

Und Sie wissen, dass trotz allem bei einem Bankier das Kalkül eine Rolle spielt.

- Daran habe ich nie gezweifelt. - Das Datum der Fälligkeit Ihrer Rückzahlung.

- Danke. Wie ich sehe, haben Sie alles wohl bedacht. - Und hier der Wechsel.

Und was macht Ihre schöne Gefangene, von der alle Welt spricht?

Sie bezahlt doch sicher nicht für die Portraits?

Aber ja, sie zahlt sehr gut. Sie besitzt ungeahnte Reichtümer.

Und falls kein Bargeld da ist, kann man ja noch auf die Sachwerte die Hand legen.

Mit dieser Idee würde ich nicht spielen.

Meine Besitztümer können sich verteidigen und töten.

Nun, da sehe ich für mich keine Gefahr.

Ich habe Ihnen nichts vorzuwerfen, Raffaello.

Ihre Grazien sind inzwischen nicht hässlicher geworden.

Ihr Auftrag ist nicht annulliert. Im Gegenteil...

wir schätzen uns glücklich, die vereinbarte Summe zu erhöhen.

Um weitere 600 Dukaten.

Danke, Eure Heiligkeit.

Hier ist der Entwurf eines Gerüstes,

das uns schützen wird vor unerwünschter Neugier.

Ein System von Falltüren und Klappen, das uns absolute Ungestörtheit gewährleistet.

- La Fornarina. - Ja! La Fornarina!

Eine Karosse mit einem Gespann vier weißer Pferde.

Die Rücksitze mit Schlangenhaut gepolstert...

...und ein grünes Kleid mit eingewebten Silberfäden.

Eine Robe in rot, besetzt mit goldenen Spitzen.

Ein mit Straußenfedern beschmückter Hut.

Im Namen aller Reformpäpste, man zerstöre alle Fresken ohne Gnade.

500 Dukaten in Gold.

Ah, nicht doch. Meine Haare werden blond?

Nein, deine Haare werden schwarz.

- Was hattest du versprochen? - Deine Haare werden schwarz.

Das ist nicht wahr. Das bin ich nicht.

Du hast mir die Gesetze der Schönheit gelehrt,

die Geheimnisse der Empfindungen, der Farben, des Ausdrucks.

Ich werde dir zeigen, wie der Engel auszusehen hat.

Lass das! Habe ich dir nicht auch erklärt,

dass die Farben dort unten im Dunkeln dunkler erscheinen?

- Das sind nicht meine Haare. - Von unten sieht der Papst deine Haare schwarz.

Du malst es doch nicht für den Papst, du hast gesagt, du malst es für mich.

Natürlich, deshalb muss man dich erkennen können.

Deswegen müssen wir deine Haare, deine Kleider, deine Haut und deine Augen ändern.

Dann bleibt ja nichts von mir übrig.

Man muss lügen, um die Wahrheit zu sagen.

- Nein, meine Haare sind und bleiben schwarz. - Sechs! fünf!

- Hör auf! Beruhige dich! - Vier! Drei! Zwei! Eins!

Was für eine Schande! Die Heuchelei hat von der heiligen Stadt Besitz ergriffen.

Rettet euch! Man zerstört die alten Fresken und ersetzt sie mit Schund.

Malt! Malt, ihr missratenen Maler!

Ah, meine Finger, bist du verrückt? Was wird denn hier gespielt?

- Theater. - Sind denn hier alle verrückt?

Richtet die Spiegel ein!

Die Spiegel sind drin.

- Guten Morgen, Bernardo Bini. - Guten Morgen, Bernardo Bini!

- Erfreut, Sie zu sehen. - Erfreut, Sie zu sehen!

Schau nach, was er tut.

Sie sind hier richtig bei Margherita Lutti. Kommen Sie rein.

Ich freue mich, Ihre göttliche Stimme zu hören!

- Guten Morgen, schöne Muse! - Mein Herz schlägt nur für Sie, Bernardo!

Hören Sie!

Wie kann ich Sie finden?

- Ich bin hier oben, ich kann Sie sehen. - Ich bin hier oben, ich kann Sie sehen!

- Machen Sie schnell. - Machen Sie schnell!

- Mein Gebieter könnte kommen. - Mein Gebieter könnte kommen!

Wenn es doch etwas mehr Licht geben würde in diesem Labyrinth.

Sie wollen mich nicht sehen? Sie mögen mich nicht?

Ich komme schon.

Sag noch mal: Beeil dich, mein Gebieter könnte kommen.

Beeil dich, mein Gebieter könnte kommen.

Sie sind der Mut selbst. Ich liebe Sie Ihrer Kühnheit willen.

Seien Sie ein Adler, entfalten Sie Ihre Schwingen. Und greifen Sie an.

Ich bin allein.

- Elende Höllenmaschine. - Bernardo!

Teuflisch.

Hören Sie gut zu. Sechs Schritte vorwärts, dann links.

Eins, zwei, drei, vier,

fünf, sechs.

Und dann nach links.

Er macht alles, was ich sage.

Alles dreht sich! Anhalten! Ich kann nichts sehen!

Verrat! Ich habe verstanden.

Weiß, die Farbe des Todes.

Guten Tag, Meister Bernardo Bini! Ich bin gerade gekommen.

Kommen Sie doch rein. Meine Freunde sind mir immer willkommen.

Natürlich schaffe ich die heran. Frische und gedörrte, so viel Sie wollen.

Frisch und gedörrt, von allem nur das Beste.

Und die Feigen, die gedörrten vor den Mahlzeiten.

Das Gleiche gilt für die Rosinen, aber nach dem Essen empfehle ich Vorsicht.

Von der Melone können Sie auch getrost essen.

Bloß immer als Vorspeise.

Schneiden Sie nicht das Herz heraus, das ist das Beste für den Gaumen

und die Gesundheit.

Bloß... Bei Gott, diese Kirschen...

...teuflisch.

Ich habe fürchterlich geträumt.

Ich sah meinen Vater sterben. Er ist gestolpert über ein Laib Brot

und in eine Mehlkiste gefallen. Alles war voller Mehl. Alles war weiß.

Die Möbel, das Brot, die Bleche, die Brötchen, die Wände und der Ofen.

Und mein Vater war ganz weiß. Schrecklich.

Ich möchte gerne heimgehen. Für einen Tag, bitte.

Die Farbe weiß gilt wirklich als Todesbote.

Und im Orient gilt sie als die Farbe des Todes.

Willkommen, meine Göttin. Göttlichstes Bild meiner Sammlung.

Herein.

Beehrt nun die Gemächer, die nun die Euren sind.

Ein göttliches Möbel, entworfen von Giulio Romano!

- Giulio! - Ja, Giulio.

Schauen Sie, dieses geniale Instrumentarium der Liebe.

Nur ein Kopf in Italien ist in der Lage, sich so etwas auszudenken.

Der schöne Kopf von Giulio Romano.

Diese Decke vervielfältigt den Wert des Stückes um das Fünfzigfache.

Venezianisches Glas, das muss ein Vermögen gekostet haben.

- Eine Bagatelle. - Oh, eine neue Madonna von Raphael.

Ja, sie ist ein Geschenk meines Freundes Chigi.

Wir haben es erst letzten Donnerstag aufgehängt.

Die Jungfrau mit Kette, das bin ich.

Sehr schlecht getroffen, finde ich, aber er ist ein Maler unserer Epoche.

Und dazu der reichste von allen Malern.

Ich gönne ihm auch alle Reichtümer, bis auf dich. Ich bin so eifersüchtig.

Warte, zuerst die Geschenke. Du hast es versprochen. Nein, vorher nicht anfassen.

Bernardo Bini hält sein Wort, vier Kisten voll mit Gold und Edelsteinen

und dazu eine Torte, verziert mit köstlichen Kirschen.

Du wirst sie ihm noch heute geben, du hast es versprochen.

Ja, ich will, dass er Ruhe findet, er ist so erschöpft.

- Er wird sanft einschlafen. - Wacht er auch wieder auf? - Das weiß nur Gott.

- Ist das nicht sicher? - Was ist schon sicher? - Meine vier Kisten.

- Zwei, drei und vier. - Oh, wie schwer.

Die Kirschen auf der rosa Torte sind vergiftet.

Die Kette der Königin von Saba.

Pass auf, der rosa Kuchen ist der Schlaf, der schwarze das Leben, die Liebe.

- Pack mir beide ein. - Rosa für den Maler, schwarz für sein Modell.

Das Motiv auf dem Papier ist von Sebastiano del Piombo.

Ich habe noch nie so große Perlen gesehen.

Murelli hat das Diadem und die Perlen verarbeitet.

Ich habe sie selbst aus Indien mitgebracht.

Gefällt dir die Goldschnur?

Komm, hilf mir, das wird eine ganz extravagante Schlinge.

Die Schlange aber war das hinterlistigste aller Tiere, die Gott erschuf.

Sie sprach zur Frau:

"Hat Gott wirklich verboten, von den Früchten der Bäume zu essen?"

Die Frau antwortete der Schlange:

"Wir dürfen von allen Früchten des Gartens essen,

"nur die Früchte von dem Baum in der Mitte des Gartens hat Gott uns verboten.

"Diese Früchte hat Gott gesagt, dürft ihr nicht essen, sonst werdet ihr sterben."

Die Schlange sprach: "Nein, ihr werdet nicht sterben.

"Aber Gott weiß, wenn ihr die Früchte esst, werden euch die Augen geöffnet

"und ihr werdet wie Gott sein und das Gute wie das Böse erkennen."

Nein, kommt nicht in Frage, das halten Sie nicht aus.

- Nur ein wenig. - Nein.

Nein.

Nein.

Nein.

Nein.

Nein.

Nein.

- Ja. - Endlich.

Ich strecke gerne die Beine in die Luft.

Dein Mund.

- Liebst du mich? - Oh, ja!

- Sehr? - Ja, sehr!

- Hey, Schlafmütze! Guten Morgen. - Guten Morgen, wo bin ich?

In Morpheus Armen. Aufwachen, das Frühstück ist serviert.

- Schokoladentorte mit Kirsche. - Die gute Kirsche?

Die gute Kirsche, die munter macht.

Ich habe sehr schön geträumt, ich schwamm in einem Meer von Blumen,

weiße Margeriten.

- Lecker. - Es ist schon spät, ich muss gehen.

- Küss mich auf den Mund. - Morgen wieder.

Heute nur auf die Stirn.

Adieu, La Fornarina.

- Kommen Sie rein. - Meinem Vater geht es schon wieder besser.

Fünf, vier, drei, zwei...

Der Neid hat ihm den Verstand geraubt.

Nur weil ihr in der Überzahl seid, glaubt ihr, ich sei verrückt.

Acht...

...sieben, sechs...

fünf, vier, drei...

Im Jahr 2000 wird meine Kunst anerkannt sein

und über eure kleinen Fresken wird man dann nur noch lachen.

Stümper.

Fünf, vier...

Die ganze Nacht ohne dich.

Null, null, und niemand wird meine Wahrhaftigkeit anzweifeln.

Meine Bilder sagen die Wahrheit.

Meinem Vater geht es wieder gut.

Meiner Mutter und meinen Schwestern auch.

- Haben sie sich gefreut, dich zu sehen? - Ja, sehr.

- War es eine Überraschung? - Ja.

- Was ist denn das? - Rate mal.

Schönes Papier. Das Motiv könnte von Sebastiano del Piombo sein.

- Von wem? - Del Piombo.

Del Piombo. Natürlich.

Nach der Liebe, das Bankett.

Die Torte hat mein Vater gemacht, aber...

...die kandierten Kirschen sind von meiner Mutter.

- Spezialität des Hauses Lutti. - Sehr nett.

Wir werden deine Eltern besuchen, sobald ich mit Adam und Eva fertig bin.

Sie werden sich freuen.

Bitte.

- Die Rose ist für dich. - Nein, für dich.

Ich habe es doch gleich gesagt, Kirschen kann man nicht trauen.

Eure Heiligkeit sucht einen Ersatz für Raffaello! Raffaello ist tot!

Stell dich hin.

Ein so begabter Junge.

Vorsicht mit seinen Händen. Langsam jetzt.

Er atmet noch.

Halt.

Er will etwas sagen.

Wo ist La Fornarina?

- Bonjour - Bonjour Mademoiselle.

- Sind das die Lammkoteletts? - Zwei Kilo.

Wie geht es meinem kleinen Creme-Törtchen?

Du wirst doch keine Angst vor dem schwarzen Metzger haben.

Auf solche Lämmlein geht er nicht mit seinem Messer los.

Ach, du mein krauslockiges Schäflein.

Auf bald.

Jetzt kommt das Vieh schon in die Küche. Raus!

- Hier ist das Fleisch. - Überall macht er seinen Dreck hin.

- Gut, wir gehen ja schon. - Will ich euch auch geraten haben.

Schon gut.

Nicht so schnell, meine Pusteblume.

Halt! Pass auf, die Kaskaden!

Du fällst mir ja noch ins Wasser.

Komm zurück. Brav.

Da bist du sicher, da kann dir nichts passieren.

Meine kleine Pusteblume, mein Liebling.

So, jetzt ist's genug. Spring! Spring! Ich zieh mich aus, da geniere ich mich.

Bleib schön da! Und nicht hierher sehen!

Pusteblume! Die Kaskaden!

Bleib im Schatten! Die Sonne ist nichts für mein Häschen.

Oh, Pusteblume.

- Floka! - Ja. - Nicht, dass du mir den ganzen Speck wegwirfst!

- Floka! - Ja. - Würdest du mir mal das Fleisch bringen?

- Schneide es in zwei Stücke, das eine für heute, das andere für morgen. - Ja.

Die fette Hälfte für Monsieur.

- Wollen Sie Zwiebelsoße oder Auberginen? - Soße.

Lassen Sie die Butter langsam schmelzen und geben Sie dann die Zwiebeln dazu.

Ja, Madame, wie letzten Donnerstag.

Blanchieren, ohne es anbrennen zu lassen, also ständig umrühren.

Und wenn die Zwiebeln gar sind, gebe ich Senf dazu.

Ja, was sonst? Du Idiotin. Die Creme kann dann Monsieur selbst zugeben.

Und was mache ich, wenn die Soße zu dick wird?

- Vor allem niemals löschen. - Jawohl, Madame. Und für Sie?

Das Gleiche, nur das magere Stück.

Und Marceline?

Sie war heute nicht lieb, überall liegt Dreck.

Was, schon wieder? Kein Fleisch für sie, nur Salat, sonst nichts.

Du bist ja ganz außer Atem, du darfst nicht so schnell rennen.

Die kleinen Hasen werden schnell müde.

Das Herz eines Hasen ist winzig klein, wie ein Schmuckstück.

Woher ich das weiß?

Von Floka. Der schrecklichen Floka.

Sie hat mir einmal ein richtiges Hasenherz gezeigt.

Wie sanft du bist, mein Kaninchen.

Ich nenne dich Pusteblume, weil du genau so sanft und zart bist wie eine

und weil du auch wie eine aussiehst.

Du bist so schön, meine Pusteblume.

Wo willst du hin? Ah, ich verstehe.

Ich kriege einen Kuss. Weil ich dir einen so schönen Namen gegeben habe. Richtig?

So, jetzt wollen wir mal eine Weile still sein. Nein, keine Fragen mehr.

Marceline! Marceline!

Hab keine Angst, das ist nur Floka, kein Fuchs, kein Marder.

Niemand darf dir wehtun.

Ich liebe dich.

Marceline! Marceline!

Komm. Komm.

Marceline! Marceline!

Antworte doch, Marceline!

Essen ist fertig.

Hab keine Angst, Pusteblume. Wir sind ganz unschuldig.

Du musst mir versprechen, unser Geheimnis zu wahren, ja?

Und für Pusteblume einen Salat, das ist dein Frühstück.

Wiedersehen, mein Schatz. Bis bald, mein Schatz!

- Marceline! - Ich komme.

- Das Fleisch - Ja, Madame.

Monsieur ist auch fertig.

- Marceline ist nicht da. - Sie ist völlig unmöglich, und du verwöhnst sie noch.

Deine Tochter.

Willst du dir wohl vorher die Hände waschen, aber fix.

- Wie viel Salat für Sie? - Nichts, danke, hab keinen Hunger.

Wenn es dir Spaß macht.

So eine Unverschämtheit, ich hatte das Fenster gerade geschlossen.

Wer ist hier eigentlich der Herr im Haus?

Mein Gott, dieses Kind ist eine Strafe des Herrn.

Wie glücklich doch andere Mütter mit ihren Kindern sind.

So glücklich sind andere Mütter mit ihren Kindern.

Du bist doch kein Baby mehr.

Wir fordern von dir nur absolute Unterwerfung.

Absolute Achtung deiner Mutter, die dich geboren hat.

Und deines Vaters, der dich kleidet und ernährt.

- Hallo. - Hallo, da ist der Rennfahrer.

Du lernst es nie, wie man ein Lamm schlachtet.

Und du Lämmerschlächter, wie hast du es so weit geschafft?

- Willst du das wirklich wissen? - Ja, das will ich wissen.

Ich habe Vorlesungen gehört, auf der Sorbonne.

Gratuliere, Herr Doktor.

Mach weiter!

Verschwinde, du Ritter der Landstraße!

Der Kerl wird Botenjunge bleiben, bis er alt und grau ist.

Das ist die einzige Arbeit, die er machen kann.

Araber müsste man sein.

Mein Mann ist ein Bock!

Das Ragout ist famos!

Das Ragout ist famos!

Mach schnell, das Essen steht auf dem Tisch!

Floka!

Wo ist er?

Es war heute so ein heißer Tag,

dass wir ihn mit zu den Kiefern genommen haben.

Und wir haben ihn auch da gelassen.

Und da kannst du ihn nach dem Essen besuchen.

Und jetzt flink die Hände waschen. Wir warten auf dich.

Und nun kommen wir zu einem köstlichen Ragout.

- Eine wahre Köstlichkeit. - Nein, lass mich. - Nein.

Heute darf ich aufgeben. Marceline bekommt den Rücken.

Ich habe Wein in die Soße getan, es schmeckt bestimmt lecker.

Und jetzt bist du dran, Liebling.

Mein liebes Kind,

lass dir nun eröffnen von Mutter und mir,

dass wir ernstlich finden, dass du das Alter hinter dir gelassen hast,

in dem man das Recht hat, mit einem Kaninchen Puppe zu spielen.

Wir haben entschlossen, dich und dieses lästige Tier zu trennen.

Wir haben in deinem Interesse gehandelt.

Es war eine gut Entscheidung für dich.

Die bestmögliche Entscheidung, wie auch du findest.

Denn du hast das Tier gerade ganz genüsslich verspeist.

Dieses Fleisch ist sehr zart, gut durch.

Es wird dir in guter Erinnerung bleiben.

Er kleckert alles voll.

Nein, also so was.

Dieses Kind hat kein Herz.

- Abgeschlossen. - Marceline!

Schläfst du schon? Mach die Tür auf.

Sicher hat sie zu viel gegessen.

Du kannst sicher sein, sie schläft wie ein Klotz.

Ein Mörder könnte ihre Tür aufbrechen

und sie würde es nicht mal merken.

Unsere Tochter ist gefühlsroh.

Jedenfalls steht fest, dass sie einen schwer durchschaubaren Charakter hat.

Was hast du hier zu suchen?

Du bist ja bleich wie ein Gespenst.

Du lebst doch noch.

Du bist der, den ich hier suche.

Bring mich bitte zu den Lämmern, die du schlachten wirst.

Gut, gehen wir. Die Lämmer sind nicht so schön und weiß wie du,

aber sie werden dir viel Blut schenken, wenn sie deine Wolfsaugen glänzen sehen.

Und jetzt ist die Mademoiselle im Sack.

In der Hand des Negers, und der wird dich festhalten.

Und wenn du nicht brav zu dem Neger bist, schneidet er dir den Kopf ab.

Und dein Blut wird wie eine Fontäne an die Decke spritzen.

Sind das die Schafe,

die du schlachten wirst heute Morgen?

Ja, ich bin Schlächter und der beste hier im Schlachthaus.

Die Firma ist stolz auf mich.

- Sonst bist du Nachtwächter? - Für dich bin ich ein großer Lämmerschlächter.

Lass mich! Lass los.

Glaubst du vielleicht, du kannst als Metzger arbeiten an mir,

mitten in der Nacht an einem Mädchen?

Ein Metzger arbeitet Tag und Nacht, wenn er so lange darauf gewartet hat.

Ich bin Lämmerschlächter und du bist mein Lämmchen.

Du schönes Lamm in den Händen des schwarzen Metzgers.

Das Werk des Metzgers ist es, das Blut des Lammes zu vergießen.

Aber du weißt auch, dass es nicht so wehtut wie man sagt.

Sonst wärst du doch nicht gekommen,

nach Mitternacht, um den Metzger zu treffen,

der nicht mal an dich dachte. Er hat geschlafen, du hast ihn geweckt.

Du vertraust ihm in der Nacht.

Der Metzger wird dir nicht wehtun. Das verspreche ich dir.

Marceline!

Marceline!

Marceline! Marceline! Du lebst?

Rette mich.

Das Messer! Schnell!

Und jetzt ist Ruhe! Kein Wort mehr, ja?

- Gute Nacht, meine Kinder. - Gute Nacht, Schwester Katharina.

Mit einer weißen Blume. Es ist schön.

Und die Hände auf die Decke.

Erzähl uns diese Geschichte.

Diese Geschichte, die um drei Uhr nachts passiert ist.

Aber die kennt ihr doch, die Geschichte vom Lamm und vom Blut.

- Von dem Teppich voller Blut. - Das ist dieselbe.

Also hört zu...

Es war einmal ein Kaninchen namens Pusteblume.

Es war groß, weiß, flauschig,

seine Ohren rosa und durchsichtig in der Sonne.

Und eines Tages im August...

Hör zu, der Text von Collier.

"Lyuba gehört zu jener Rasse, jenem Stamm, jener Familie von Künstlern,

die in sich selbst die geheimnisvollen Kräfte von Strömungen,

Spannungen und Konflikten aufspüren und austragen."

Sehr schön gesagt.

Wie viel müssen wir heute überweisen?

Alles, das heißt 45 Millionen.

Kann man die zwei kleinen Bilder nicht nach der Ausstellung billiger kriegen?

Die Ausstellung ist zwar zu Ende, aber dadurch werden die Bilder nicht billiger.

Sie sind so schön. Ich wüsste schon, wie man sie rahmen kann.

- Wie? - In einem breiten, schwarzen Rahmen, im Stil der Renaissance,

mit dunklem Velours besetzt.

- Das ist mein Bücherladen. - Bleib nicht so lange.

Nur fünf Minuten, das Buch ist schon bereit.

Ich gehe mir Zigaretten holen am Kiosk und warte im Wagen.

- Fünf Minuten höchstens. - Schon gut.

Kein Wort! Ein Wort und ich schieße.

Kennen Sie das da? Das ist ein Schalldämpfer, verstanden?

Was wollen Sie denn? Was soll denn das?

Still!

Sie sind meine Geisel.

Sie werden meine Anweisungen ohne Widerspruch ausführen, kapiert?

Pressen Sie sich an mich! Und folgen Sie mir!

500 Millionen, aber darüber reden wir später noch.

- Ist meine Frau schon wieder weg? - Sie war noch gar nicht da. - Wie bitte?

Ich erwarte sie, ihr Buch liegt seit gestern da.

- Aber ich... - Wir haben telefoniert...

...sie hat gesagt, sie wolle es heute abholen.

Sie ist vor einer halben Stunde in Ihren Laden rein.

- Sicher? - Sicher, ich habe draußen gewartet und sie ist ausgestiegen.

- Ganz sicher. - Natürlich, klar.

Pardon.

Hey, wer wird denn schlapp machen?

Etwas Luft für die Madame.

Das könnte uns verraten.

Bleiben Sie sitzen und kein Wort.

Hier rede nur ich.

Geben Sie mir das da. Los. Machen Sie hin.

- Von Cartier? - Ja. - Danke. Das da auch. - Ich gebe es Ihnen.

Los, machen Sie schnell.

Die Hände.

Das tue ich nicht, um Ihnen weh zu tun, das ist für Ihre Sicherheit.

Damit Sie keine Dummheiten mit Ihren Händen machen.

Bücken Sie sich und sehen Sie nach unten.

Schauen Sie raus. Sehen Sie den Fischladen?

Dort werden Sie Ihren Mann wieder sehen.

Dort wird das Lösegeld übergeben. Und jetzt wieder auf deinen Platz. Los.

Das ist unmöglich für uns.

Das glaube ich nicht.

Zwei.

Drei.

Ich treffe immer. Verstanden?

Die Hände.

Da drin, ich höre alles, was du sagst.

Und du wirst kein Wort zu viel sagen.

Kapiert?

Also los.

Ich verstehe überhaupt nichts! Noch mal bitte!

Caesar aus! Ich kann nichts verstehen!

500 Millionen bis morgen früh, aber das ist unmöglich.

Caesar aus! Wer hat dich entführt?

Stell keine Fragen und tu, was ich sage.

- Was du sagst? - Ja, was ich sage.

- Morgen. - Morgen? Wann? - 17 Uhr. - Um 17 Uhr.

Auf dem Bezout Marktplatz Ecke General Leclerc.

Ja, ich werde mein Möglichstes tun. Hallo?

Und jetzt die Schrauben.

Halte sie ganz doll fest.

Schau mal, ein Hund ohne Leine.

Den fangen wir ein, das gibt eine Belohnung.

Marie!

Ich hätte dich fast nicht wiedererkannt.

Das sind die Kleider, die mir dieser Monsieur gegeben hat.

Wir haben nur eine Minute.

Das Geld hast du nicht mitgebracht?

Das ist unmöglich, ich brauche mindestens fünf Tage, um so eine Summe aufzutreiben.

Dann wird er uns töten. Er hat uns jetzt im Visier.

Das muss ja ein Wahnsinniger sein.

Hier, gib ihm erst mal die Uhr, damit er uns glaubt.

Ich muss jetzt gehen. Ich rufe dich in der Galerie oder zu Hause an.

Ich rufe an. Ich muss los.

Unser zweites und letztes Treffen ist morgen.

Wenn du ohne das Geld kommst, tötet er mich und dich auch.

France-Soir, Le Figaro und deutsche und englische Zeitungen.

Er hat sich bestimmt nicht mit der Polizei und den Zeitungen in Verbindung gesetzt.

Ich traue euch nicht. Warum ist er ohne das Geld gekommen?

Bis morgen hat er es bestimmt.

Das werden wir sehen. Vergiss nicht, ich höre alles mit.

Ein falsches Wort und ich schieße. Da drüben der Kiosk, los.

10 und 40, 50, 50 und 50, 100.

Le Figaro.

Lies mir die Schlagzeilen der ersten Seite vor.

Die Konstitution, 20 Jahre Stabilität.

Einige der Gründungsväter der fünften Republik sind in Elysèe eingetroffen.

- Skandal um Telefongebühr... - Quatsch, ist schon gut.

Eine deutsche Zeitung. Alles nur Quatsch.

Frankfurter...

Louis XIV. Versailles.

Schön, was?

Hier werden wir zwei unsere erste und letzte Nacht verbringen.

Hier haben wir Ruhe.

Die Seine schätzt uns von hinten und von vorne.

Da kann uns nichts passieren.

Und morgen...

...das Geld. Oder ihr seid dran, okay?

Zieh dich aus.

Los.

Zieh die Hose aus. Ich sagte, zieh die Hose aus.

Schneller, na los.

Das Hemd.

Sei doch nicht so umständlich.

Zieh das an.

Und jetzt das Höschen, los, los, los.

Und jetzt noch das.

Wir machen es jetzt extravagant. Magst du das?

Keine Widerrede. Hör mal, ich bin stark.

Findest du nicht, das ich stark bin?

- Caesar! - Sei still!

- Das ist unser Hund Caesar. - Wer hat ihn hierher geführt?

Ich weiß nicht, niemand.

- Vielleicht bringt er das Lösegeld? - 500 Millionen um den Hals, dass ich nicht lache.

Vielleicht hat er ihm einen Diamanten um den Hals gebunden...

Sei still.

Hilfe!

Caesar!

Caesar! Mein Caesar!

Marie!

Marie!

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