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Original subtitles

.

(Ernste Musik)

(Ein Auto fährt vorbei.)

(Spannungsvolle Musik)

"Dieser Umstand, verbunden mit der Art der Ernährung,

der täglichen Übung und der ..."

"... der Freiheit der Lebensführung ..."

"... stärkt die Kräfte

und bringt Menschen von ungeheurer Größe hervor."

(Schulglocke)

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Und ich hoffe, dass wir uns nach den Sommerferien

vollzählig wiedersehen werden.

Ade.

(Schwungvolle Musik)

(Junge, schwäbisch:) Das ist doch ganz klar.

weil die Amis "Lili Marleen" jetzt spielen, ist es jüdisch verseucht

und wird von der Liste gestrichen. - Blödsinn.

(schwäbisch:) Das ist wegen dem Sex.

(singt:) "Unsrer beider Schatten sahen wie einer aus ..."

(schwäbisch:) Was hat das jetzt mit Sex zu tun?

Ja, Kerle, die treiben's im Stehen!

Was denkst denn du?

Die beiden Schatten verschmelzen,

das ist eine eindeutige Metapher. - Kolossal!

Ein Fairwell-Fick ... - (schwäbisch:) Was ist jetzt?

Gehen wir zu der Röntgenuntersuchung?

Sicher. Was ist schon dabei?

Jetzt mach 's Maul auf und erzähl,

was du mir erzählt hast. - Ja!

(Trillerpfeife, Kinderstimmen)

Aber ihr müsst versprechen, nix zu sagen.

Was soll das denn? - Jetzt schwört's.

Alle.

Und jetzt gilt's auch. - Jetzt mach's Maul auf!

Also, diese Röntgenuntersuchung ist keine Röntgenuntersuchung.

Das ist eine Musterung zur Waffen-SS.

Wer da reingeht, muss dann auch für die SS unterschreiben.

Woher willst du das wissen?

Mein Vater hat gestern 'nem Obersturmbannführer

die Zahnwurzel behandelt. Der hat ihm das erzählt.

Aber unter größter Geheimhaltung.

(Fliegerlärm)

Also, was machen wir jetzt?

Was soll schon passieren? Waffen-SS ist freiwillig.

(berlinerisch:) Bist du blöde? Die brauchen Kanonenfutter.

Auf freiwillig ist geschissen. - Wir können nicht kneifen!

Willst den Kopf hinhalten für eine verlorene Sache?

(Musik: "Lili Marleen" von Marlene Dietrich)

# Vor der Kaserne vor dem großen Tor

# stand eine Laterne und steht sie noch davor.

# So wollen wir uns da wiedersehen.

# Bei der Laterne wollen wir stehen.

# Wie einst Lili Marleen.

# Wie einst Lili Marleen.

# Wie einst Lili Marleen.

# Unsre beiden Schatten sahen wie einer aus.

# Dass wir so lieb uns hatten, das sah man gleich daraus.

# Und alle Leute sollen es sehen,

# wenn wir bei der Laterne stehen.

# Wie einst Lili Marleen.

# Wie einst Lili Marleen.

(Ruhige Jazzmusik)

(Fliegerlärm)

(Ruhige Jazzmusik)

(Fliegerlärm)

(Trillerpfeife, Stimmengewirr)

Scheiße. Perfekte Lightning, und die hat nicht mal geschaut.

Ist doch egal. Hauptsache, wir sind gesprungen.

(Düstere Musik)

Kerle ...

Da ist doch irgendwas im Busch.

(Radio:) "Heute wurde auf den Führer ein feiges Attentat verübt."

"Mit dem Ziel, die Macht in die Hände

von Vaterlandsverrätern und Juden zu bringen."

"Der Führer ist jedoch wohlauf und leitet persönlich die Maßnahmen,

die den Aufstand zum Erliegen ..." - Vielleicht war's nicht umsonst.

Hitler soll schwerverletzt sein.

Und wenn schon.

Willst du nicht, dass es endlich vorbei ist?

Mich hat doch keiner gefragt.

(Freizeichen)

Ich frag dich.

Was passiert, wenn wir den Krieg verlieren?

(Er legt den Hörer auf.)

Gute Nacht, Vater.

(Ruhige, angespannte Musik)

(Lautes Klopfen) Aufmachen, Feldgendarmerie!

(Lautes Klopfen) Aufmachen!

(Lautes Klopfen) Ja? Sie wünschen?

(schreit:) Ist ihr Sohn da? - Ja, sicher.

Du, runterkommen! Zack, zack!

Wieso? - Ihr Sohn hat sich gestern

einem offiziellen Musterungstermin entzogen.

Das holen wir jetzt nach. Hier. Du! Rauf! Anziehen! Marsch, Marsch!

(Ernste Musik)

Schöne Pleite, hä?

Ist wegen dem Anschlag. Jetzt spielen alle verrückt.

Der hat keinen Kratzer abbekommen.

Denkt dran, Waffen-SS ist freiwillig,

keiner kann uns zwingen.

(ängstlich:) Und wenn doch?

Du bist sowieso zu klein für die SS.

Wir passen schon auf dich auf.

Alle oder keiner.

Versprochen.

(verzagt:) Versprochen.

Versprochen.

Versprochen.

(Ernste Musik)

(Mann schreit:) Los, los, los! Schneller, ihr Drückeberger!

Feiges Pack! Schneller, schneller, schneller!

(Keuchen)

(Dramatische Musik)

Ich hab gedacht, das ist freiwillig.

Haltung!

Ausziehen, alles.

Aber doch nicht ganz alles, oder?

Hemmungen?

Die gewöhnen wir dir ab.

Ausziehen auf drei.

Eins.

Zwei.

Drei.

(Tür fällt zu.)

Abschaum seid ihr alle zusammen.

Drücken wollt ihr euch vom Dienst an der Waffe.

Der Führer, der euch in dieser Stunde braucht,

die Heimat, eure Kameraden lasst ihr im Stich.

Waschlappen seid ihr!

Die 27er und 28er, das sind noch Jahrgänge.

Aber ihr 29er ...

Ein Sauhaufen seid ihr!

Das hier ist eure letzte Chance.

Wer ein Kerl ist,

geht in die Waffen-SS.

Ausnahmescheine könnt ihr vergessen. Der Führer will euch bei uns!

(Er stöhnt.)

Kampfwert Null. Aber das wird sich ändern.

Wir werden siegen, weil wir siegen müssen!

(leise:) Müssen die anderen das etwa nicht?

Größe?

17,3. Also ausgefahren, wa?

Schönen Dank auch.

Größe?

1,79.

Ich hab mich freiwillig zur Luftwaffe gemeldet.

Denkt noch jemand, dass er damit um die SS rumkommt?

(Ernste Musik)

Ich sag dir mal was, mein Junge.

Wir haben zwar keine Flugzeuge, aber die Luftwaffe hat keinen Sprit.

Die Entscheidung fällt am Boden.

Und da, wo wir stehen, lässt der Gegner das meiste Blut.

Und wer sich davor drückt,

der ist in meinen Augen ein Deserteur.

So, jetzt gehst du noch mal zurück und überlegst dir ganz genau,

was mit Deserteuren passiert.

(Schniefen)

Das hält der nicht den ganzen Tag lang durch.

Abwarten. Alles ist abgeschlossen, wir hocken grandios in der Falle.

(Flügelschlagen)

(Gurren)

(Sanfte Musik)

(Flügelschlagen)

(Gurren)

(Stimmengewirr)

(Frau:) Gsch, gsch!

(Gurren)

(Sanfte Musik)

(Schuss)

(Gurren)

(Jubel)

Ruhe! Antreten!

Weitermachen! ... Weitermachen, Weitermachen!

Entschuldigen Sie, Herr Untersturmführer,

aber ich hab nicht die Mindestgröße für die Waffen-SS.

(Aufstöhnen)

Für dich macht der Führer eine Ausnahme,

weil du dich freiwillig meldest.

Der einzige Grund, warum wir dich nicht nehmen würden, wäre,

wenn deine Familie jüdisch verseucht wäre.

Aber das wirst du mir ja wohl nicht weismachen wollen, oder?

Scheiße! Was jetzt?

Wir haben's ihm versprochen, wa?

Ohne Unterschrift kommen wir sowieso nicht raus.

(Düstere Musik, Keuchen)

Ich wollt mich melden.

Freiwillig.

(Keuchen)

(Düstere Musik)

(Fliegeralarm)

Alle in den nächsten Schutzraum!

Los, schneller, Beeilung!

Schneller! (Fliegerbomben)

Wer weiß, vielleicht sind die Unterlagen

bei dem Angriff verlorengegangen. So was kommt vor.

(schluchzend:) So ein Blödsinn! Die haben mich am Wickel!

Das ist nicht gesagt.

Eine erzwungene Unterschrift ist nicht gültig.

Du hast gut reden, bist doch fein raus.

Ihr alle.

(Schluchzen)

(Grillenzirpen)

Dann melden wir uns halt alle.

Ehrensache. Ich brauch doch mein Nahkampfspange.

Seid ihr bescheuert?

So viel Dusel hat man nur einmal!

Ich pass schon auf ihn auf. - Das ist nicht gerecht.

Wann war das letzte Mal was gerecht?

Als mein Haus ausgebombt wurde und meine Alten draufgegangen sind?

Gerecht kannst du in der Pfeife rauchen.

Glück, das ist, was zählt.

(Düstere Musik)

(Spannungsvolle Musik)

Kann doch sein, dass die Unterlagen verschüttgegangen sind!

Die Musterung ist vier Wochen her! - Abwarten.

Scheiße vergeht nicht, wird bloß dicker.

Vielleicht ist's sowieso bald vorbei.

Ich hab gestern BBC gehört. Die Front bricht überall zusammen.

Vorbei ist's, wenn der Führer sagt.

Ist dir das eigentlich alles egal? Das Leben und so?

Wenn du mich so direkt fragst ...

Das Leben konkret kann mich am Arsch lecken.

Nur bin ich dem Leben scheißegal.

Du hast doch auch Schiss, dass es dich erwischt!

Mich kann's auch bei der Lightning erwischen.

Himmelherrgottsack, Knuffke ... - Schnauze.

(Musik: "Heut' war ich bei der Frieda" von Austin Egen)

Wir sind doch keine Pfadfinder!

Lightning Deluxe auf drei, okay?

Eins ... - Und dann?

Wie? - Bleibst du dann im Wasser?

Ich mein, sie hat mir zugelächelt.

Davon träumst du! Die hat mich angeguckt.

Das denkst du bloß, weil sie schielt.

Scheiße.

# Heut' war ich bei der Frieda ...

Eins, zwei, drei.

# Denn so was wie die Frieda war noch nie da.

# Sie hat so eine feine ...

(Trillerpfeife)

# ... Zweizimmerwohnung ganz für sich alleine.

# In ihren Augen hat sie so was Gutes.

# Wenn man von ihr was haben will, sie tut es.

# Drum geh ich zu der Frieda

# auch immer, immer wieder.

Wie war das? Wir haben keine Flugzeuge,

aber die Luftwaffe keinen Sprit?

Auf jeden Fall haben die zu viel Zeit. Das steht fest.

(Musik: "Heut' war ich bei der Frieda" von Austin Egen)

(Mann:) Und deshalb wird euch die Ehre zuteil

als Hitlerjugend euren Beitrag zum Endsieg zu leisten.

Ihr unterstützt unsere heldenhaften Soldaten an der Westfront

gegen die jüdisch-plutokratischen Verschwörer.

Die gerade in diesem Moment anrennen

gegen den Westwall,

um unseren heiligen Rhein an sich zu reißen.

Klingt nicht gut. Immer wenn sie's heilig machen, ist Scheiße fällig.

Ist immer noch besser als zur Waffen-SS zu müssen.

Ich hab's doch gesagt. Die haben euch vergessen.

(Ruhige, ernste Musik)

(Signalpfeifton)

(Gefühlvolle Musik)

Lore ...

Bleibt übrig.

(Langsame Musik)

Kerle, wir fahren ins Paradies!

Jetzt stellt euch mal das Kaff vor!

Weiber satt, weil die Männer alle an der Front sind.

Dann die Gefahr durch den Feind. Das macht gefühlig.

Da kannst dich immer in einer Frau verkriechen.

Zumindest teilweise ... - Besser Jungfrau und am Leben.

Wer sagt, dass ich noch Jungfrau bin, hä?

Die hohle Hand zählt aber nicht, Zunge.

(Grollen)

Schwere Artillerie.

Aber die haben doch gesagt, die Front ist weit weg.

Ja klar, und wir stehen kurz vorm Endsieg.

(Leises Stimmengewirr)

(Fliegerlärm)

Hose! Weg!

(Mann:) Alle Mann in Deckung!

Schnell unter den Zug! Hose, hierher!

(Fliegerlärm)

(Schreie)

(Maschinengewehrsalven)

(Hose keucht.)

Wir schaffen das. Denk an die Lore.

(Maschinengewehrsalven)

(Detonation, Schreie)

(Ächzen, Stöhnen)

Verdammte Schweinerei, aufstehen!

Sofort aufstehen, Mann! - Ich kann nicht. Es ist der Bauch.

Seit wann braucht man Bauch zum Stehen! Komm hoch, Junge!

Das ist ein Befehl! - Er hat Dünnschiss, aber nichts im Magen.

Wegen der kleinen Rationen. Er muss zum Arzt.

Ach, das Essen behagt dem jungen Herren nicht.

Ja, glaubt ihr, ihr seid hier im Ferienlager, während die Kameraden

den Mutterboden mit ihrem Blut verteidigen?

Oder seid ihr ... Saboteure?

Wollt ihr vors Kriegsgericht, ha?

(Er stöhnt.)

Mit Verlaub, Herr Sonderführer,

wir sorgen uns ausschließlich um die Gräben.

Die sind doch wichtig für den Endsieg.

Dafür brauchen wir alle unsere Kraft.

Die laufen dauernd voll mit Wasser.

Ach, Wasser. Dann müsst ihr eben tiefer graben!

Aber dann läuft's noch mehr voll. Das Grundwasser ist zu hoch.

Zweifelst du etwa am Befehl des Führers, hä?

Der Führer hat befohlen, dass wir hier graben.

(schreit:) Also graben wir hier!

Oder glaubst du, du bist klüger als der Führer?

Auf keinen Fall, Herr Sonderführer. Aber hier geht's um Physik.

Wo ist der verantwortliche Offizier?

Wo waren Sie denn? Ihr Trupp ist ein Sauhaufen!

Ich war austreten, Herr Sonderführer.

Und was die Burschen angeht, das mag schon sein,

aber recht haben sie trotzdem.

In die Gräben geht kein Landser rein, die sind zu nah am Fluss.

Sag mal, sind hier alle ... Das ist Defätismus!

Ich bring sie vors Kriegsgericht!

Nein, Herr Sonderführer, das ist Realismus.

Aber wir graben weiter, Jungs.

Der Führer weiß, was er tut.

Wahrscheinlich will er, dass die Franzosen in den Gräben ersaufen.

Ich schlage vor, wir vergessen das Ganze jetzt.

Und die Burschen kriegen eine Sonderration.

(Hose stöhnt.)

Das werden Sie noch bereuen.

Weitermachen!

Wie haben Sie das jetzt gemacht?

Ich weiß, mit wem der Trottel ins Bett geht.

Mit wem denn? - Da musst du schon selber draufkommen,

falls du den Mumm dazu hast.

Jetzt graben wir weiter für den Endsieg.

Vielleicht fangen wir ja noch einen Fisch.

(Grillenzirpen, entfernte Detonation)

Scheiße nah.

Näher wie gestern. - Als.

Näher als gestern.

Klugscheißer.

Was ist jetzt los? Die Mädels warten nicht ewig!

Das klappt doch nie. - Na ja, wer weiß, hä?

Für ein bisschen Sonderration knutscht vielleicht eine mit dir.

(Entfernte Maschinengewehrsalven)

(Entfernter Fliegerlärm)

Na los, Kleiner. Das ist deine Nacht, auf in den Kampf.

(Ruhige Musik)

Denkst du manchmal an die Lore?

Mhm.

(Ruhige Klaviermusik)

Und ans Sterben?

Mhm.

(Entfernte Schüsse)

Glaubst du, der Krieg ist verloren?

Wir werden siegen, weil wir siegen müssen.

Weißt du doch.

(Entfernter Fliegerlärm)

Ich will nicht kämpfen.

Ich will nicht sterben.

Wir haben mit dem Scheiß nichts zu tun.

Wird schwer.

(Entfernte Detonation)

(Ruhige Musik)

(Spannungsvolle Musik)

(Zug pfeift.)

(Ruhige Musik)

(Ruhige Jazzmusik)

(Stimmengewirr)

(Lebhafte Musik)

(Tor quietscht.)

(Die Musik verklingt.)

Das war kolossal!

Ihr seid solche Säcke, dass ihr gestern nicht dabei wart!

Sogar der Hosemacher hatte Feindkontakt.

Das Mädel war besoffen - aber egal.

Stimmt gar nicht, die war sehr kultiviert!

Weiber satt, wie ich gesagt hab!

Ich hab den ganzen Abend nur rumgeknutscht!

Komplett, mit Zunge, kein Scheiß! - Ich hab Blasen an der Zunge!

Aber heute ist der Pimmel dran.

Angriff auf Sehrohrtiefe, hä?

(Vogelgezwitscher)

(Stimmengewirr)

(Lachen)

(Husten)

(Filmprojektor startet.)

(Triumphale Filmmusik)

(Sprecher:) "Zu einer Zeit, in der die Feindmächte

von allen Seiten gegen Deutschland anrennen,

hat die deutsche Staatsführung sich zu weiteren Maßnahmen

des totalen Kriegseinsatzes entschlossen."

"Durch Zusammenlegung wird die Tagespresse

und Zeitschriftenpresse eingeschränkt."

"In allen deutschen Kasernen und Garnisonen

stehen die Tore weit auf, um die kriegsfreiwilligen Jungen

als auch die zum Kriegseinsatz aus Wirtschaft und Rüstung Freigegebenen

als Rekruten zu empfangen. Der Schritt in ein Leben,

das nichts mehr mit ihrem bisherigen zu tun hat, beginnt."

"Von der Invasionsfront!"

(Filmsprecher redet weiter, spannungsvolle Musik)

(Spannungsvolle Musik)

(Er atmet tief.)

(Geheimnisvolle Musik)

(Atmen)

(Sprecher:) "Das wird der Feind

in den nächsten Wochen und Monaten zu spüren bekommen."

"Dass es etwas anderes ist, Paris und Bukarest

und dass es etwas anderes ist, Köln und Königswerth zu besetzen."

Ist das dein Mann? - Scht.

(Sie streift die Schuhe ab.)

(Bett knarrt.)

(Atmen)

(Ruhige Musik)

(Stimmengewirr)

(Stöhnen)

(Stöhnen)

(Zarte Musik)

(Atmen)

(Er keucht.)

(Traurige Musik)

(Gefühlvolle Musik)

(Atmen)

(Schnelles Atmen)

(Leidenschaftliche Musik)

(Stöhnen)

So wie der Zungenkuss, verstehst du?

(Stimmengewirr)

Aber Jungs, ich muss mal kurz. - Was?

(auflachend:) Was machst du?

(Lachen, Stimmengewirr)

Ich glaub, es ist besser, wenn wir kurz warten, weil ...

Oh ja, das dauert wieder.

(Fliegerlärm)

Weg hier ... Weg!

Zunge, beeil dich!

(Schreie)

Zunge! Komm her!

(Maschinengewehrsalven) Runter! Runter!

(Fliegerlärm von draußen)

(Fliegerlärm)

(Der Boden knarrt.)

Danke.

Ganz meinerseits.

(Langsame Musik)

(Mann:) Brauchst du Hilfe?

Wo warst du die ganze Zeit? - Wieso?

Komm mit, schnell! - Was ist passiert?

Der Zunge. Tiefflieger haben ihn erwischt.

Mitten beim Scheißen!

(Dramatische Musik)

(Traurige Musik)

(Schluchzen)

(Traurige Musik, entfernte Detonationen)

Ich weiß vielleicht einen Weg, wie wir heimkommen.

Bist du dabei?

(Hundegebell)

Los.

(Frau zum Kind:) Jetzt komm, Mädle!

(Ächzen)

(leise:) Das ist ein Volltreffer!

(Stöhnen)

Kein Wunder, dass der Angst vor Konrad hatte.

Der bumst die Frau vom Gauleiter! - Sag ich doch! Lass mich auch mal.

Woher hast du das gewusst? - Recherche.

(Stöhnen)

(Lautes Stöhnen)

(Erschrockener Laut, Klirren)

Ist ja wohl nicht zu fassen, ihr Missgeburten!

Was macht ihr hier? Habt ihr nichts zu tun?

Wir müssen was mit Ihnen besprechen. - Verschwindet!

Morgen früh Meldung in meinem Büro, das hat Konsequenzen.

Es ... Es wäre aber wichtig.

Sonst ... müssen wir das mit dem Herrn Gauleiter besprechen,

dass Sie jeden Sonntag mit seiner Frau ...

Sie ... Sie wissen schon ... Ähm ...

Geschlechtsverkehr praktizieren. - So ist es.

Memmen!

Charakterlose Memmen!

Das ist es, was ihr seid.

Wegen Kreaturen wie euch werden wir diesen Krieg noch verlieren.

Heute Nacht geht euer Zug.

Bis dahin will ich euch nicht mehr sehen.

(Entfernte Motorgeräusche)

Und vor allen Dingen kein Wort von euch hören.

(Zuggeräusche)

(Schwester:) Es sieht schlimmer aus, als es ist.

(Pfiff)

(Schwester:) Theresa, kannst du mir helfen? - Komm gleich!

(Aufregende Musik)

(Spannungsvolle Musik)

(Schritte)

Ich hab die Lore gesucht.

Und?

Bombenangriff.

Volltreffer aufs Haus.

Wollen wir zu ihrem Grab?

Die haben uns doch noch gekriegt. Hosenmacher und mich.

Wer?

Waffen-SS.

Was? Nach der ganzen Zeit?

Die haben Anträge in den Trümmern gefunden und zusammengebastelt.

Auf deutsche Ordnung ist eben Verlass, verstehst du?

Wann geht's los?

Morgen.

Geht in die Ardennen. Gegen die Amis.

Besser als Ostfront.

Ich glaube, sie stand auf dich, die Lore.

(seufzend:) Schade.

Ich hätte gern noch mal 'n Lightning mit dir gemacht.

Das holen wir nach.

Sicher.

(Ruhige, angespannte Musik)

(Schritte die Stufen hinunter)

(Traurige Musik)

(Lautes Schluchzen)

(Ruhige, angespannte Musik)

(Schluchzen)

(Trillerpfeife) (Mann:) Und vorwärts!

Schneller!

Ein bisschen schneller, ihr Waschlappen! Kommt schon!

Scheiße, hä? Jetzt haben die uns doch noch am Wickel!

Besser wie SS. Denk an Knuffke und Hosenmacher. Da haben wir Schwein.

(Aufschrei, Stöhnen)

(Mann:) Nicht schlappmachen, ihr!

(Trillerpfeife) Schneller!

# ... Heilige Nacht.

# Alles schläft.

# Einsam wacht. - (Mann:) Das Gewehr über!

# Nur das traute ... - Rechts um! Abteilung Marsch!

# ... hochheilige Paar. - Rechtsschwenk!

# Holder Knabe im lockigen Haar. - Auf! Nieder! Auf!

Der Führer verlässt sich auf euch!

# Schlaf in himmlischer ... - Euer Blut wird wie ein Strom sein,

in dem der Feind ertrinkt.

# ... Ruh.

# Schlaf in himmlischer Ruh.

(Mädchen kichern.)

(Mädchen:) Boah, die haben Zigaretten, guck mal!

(Mädchen kichern.)

Hast du schon mal ...

Ich mein ...

So richtig?

Was heißt "richtig"?

Na ja, so, dass halt alles passt. Dass die Frau einen ...

einen Organismus hat, oder so ähnlich.

(Er lacht erschöpft auf.)

Einen Orgasmus. Ja. - Wie, ja?

Ja halt. - Ja, woher willst du das wissen?

Das ... Das merkt man eben. - Ja, und wie?

Was weiß ich!

Hat sie geschielt?

Was? - Wenn Frauen kommen, schielen sie.

Da weiß ja jeder!

Quatsch!

Dann hat sie dir was vorgemacht. Die meisten machen einem was vor.

Was soll das jetzt? - Ja, das ist doch Mist!

Wir haben nicht mehr viel Zeit, rücken bald aus.

Ich will nicht, dass es mir geht wie dem Zunge!

Jedem kann's so gehen wie dem Zunge.

Das ist einfach Pech.

Klar ... Aber ich will einmal im Leben wissen, wie es ist,

eine Frau richtig glücklich zu machen. Bis sie schielt!

Und das hat der Zunge nicht. - Woher willst du das wissen?

Wir haben doch alle keine Ahnung!

Scheiße, und ... Und bald ist's vorbei.

Es muss doch irgendwas geben, das sie uns nicht vorgaukeln können!

Vorgaukeln? Gepflegtes Wort, Bubu. Ausdruck: glatte Eins!

Ach, leck mich doch am Arsch!

Als ob du keine Angst vorm Verrecken hast!

(Mann schreit:) Nicht stehenbleiben! Weiter!

Aufstehen!

Los! Weiter!

Aufstehen!

(Düstere Musik)

(Stöhnen)

(Ernste Musik)

Ich werd nicht verrecken für den Scheiß.

Der ganze Krieg kann mich mal!

Ist doch sowieso verloren.

Was meinst du damit? - Das weißt du ganz genau.

Bist du dabei?

Und wenn sie uns erwischen?

Überleg's dir. Ich mach's auf jeden Fall.

Was machst du auf jeden Fall? - Dich hat keiner gefragt, klar?

(Aufseher:) Aufwärts, Männer, schneller!

Wir müssen dem Ami den Weg nach Heilbronn abschneiden!

Kein Problem. Der lacht sich tot, wenn er uns sieht.

Sag ich doch. Himmelfahrtskommando.

Wo sind wir eigentlich, hä? - Ist doch egal.

(Aufseher:) Halt!

Bist dabei?

(Ruhige, spannungsvolle Musik)

(Aufseher:) Da runter!

(Spannungsvolle Musik)

(Keuchen)

(Spannungsvolle Musik)

(Entfernte Motorgeräusche)

(Aufseher:) Bist du wahnsinnig? Volle Deckung!

(Schreie)

Bleibt übrig.

(Schreie, Schüsse)

(Aufseher:) Rückzug!

(Aufregende Musik, Schreie)

(Schreie)

Jetzt oder nie.

(Schreie)

(Dramatische Musik)

(Dramatische Musik)

(Schreie)

(Keuchen)

(Dramatische Musik)

(Erschrockener Laut)

Scheiße!

Was macht denn das kleine Arschloch hier?

Ich bin kein Arschloch!

Und ihr seid desertiert!

Blödsinn! Wir haben uns bloß verlaufen.

Ihr müsst mich mitnehmen. Sonst geh ich euch melden!

(Angespannte Musik)

(Entfernte Maschinengewehrsalven)

(Motorgeräusch)

Ich kenn das Kaff.

Wir sind bald daheim.

(weinerlich:) Ich kann nicht mehr, ich will ins Bett.

Wir pennen im Wald. Das ist sicherer.

Ich will nicht im Wald schlafen. Da ist's kalt und nass.

Als erschossener Deserteur ist's noch kälter.

Ich bin kein Deserteur.

Ich bin euch nur nachgelaufen. - Psch!

(Motorgeräusch)

(Mann:) Los, aussteigen!

(Spannende Musik)

Einen Mucks, und ich polier dir dermaßen die Fresse.

(Mann:) Hinknien! - Pscht!

Die Hände hinter den Kopf!

(Schuss)

(Motorgeräusch)

(Der Junge schluchzt.)

(Er schluchzt.)

Pass bloß auf,

dass du da nicht bald liegst.

Schnauze! Wenn wir liegen, dann liegst du auch. Verstanden?

(Düstere Musik)

Wenn wir die Nacht durchlaufen, sind wir morgen daheim.

Also ... wenn alles gut läuft.

Wir können doch nicht heim. Wir sind Deserteure.

Ja, und was dann?

Waffe weg und von den Amis aufgreifen lassen.

Wenn die SS uns ohne Waffe erwischt, sind wir dran.

Wir dürfen uns eben nicht erwischen lassen.

Was ist mit dem Kleinen?

Der hetzt uns noch die SS auf den Hals.

Lassen wir ihn halt hier.

Dann hetzt er uns die SS erst recht auf den Hals.

Die jagen uns dann mit allem, was sie haben.

Hast du eine bessere Idee?

(Unheimliche Musik)

Wir erschießen ihn.

Dann sind wir ihn los.

Was heißt "wir"?

Halt einer von uns.

Und wer?

(Unheimliche Musik)

Kopf oder Zahl? - Kopf.

Und wie willst du ihn begraben?

Wir haben keinen Spaten dabei.

Scheiße.

Ist doch scheiße.

Wir haben's geschafft, nie einen zu erschießen,

dann fangen wir jetzt auch nicht mehr damit an.

(Er seufzt.)

(Platschen)

(Platschen)

(Aufgeregtes Atmen)

(Hundegebell)

(Hundegebell)

Wir bleiben erst mal hier. - Aber ich will nach Hause.

Willst du, dass die SS dich erwischt?

Ich hab's nicht eilig. Vater wird ausrasten, weil ich abgehauen bin.

Quatsch! Der ist froh, dass du lebst.

Arschlecken. Der erschießt mich noch wegen Desertieren.

Naziarsch.

Komm doch mit zu mir. Meine Mutter freut sich, wenn alles vorbei ist.

(Bubu lacht.)

(Grollen, erschrockene Laute)

(Entferntes Motorgeräusch)

(Dunkle Musik)

(Spannungsvolle Musik)

(Motorgeräusch kommt näher.)

(Langsame Klaviermusik)

(jubelnd:) Ja! - Ja!

(Lachen)

Ja!

(Lachen)

(Schluchzen)

(Gefühlvolle Klaviermusik)

(Schluchzen)

(Schluchzen)

Ich bin abgehauen.

(Stumm)

(Heitere Musik, Trillerpfeife)

(Stimmengewirr)

(Stimme von Knuffke:) Na, Kleiner,

traust du dich nicht, alleine zu springen?

(Schwungvolle Musik)

Was ist denn mit dir passiert?

Mein Vater ist wieder ausgerastet.

Hat meine Mutter verdroschen und ich bin dazwischen.

Es wird immer schlimmer. Weil wir den Krieg verloren haben.

Warum ist nicht der verreckt statt dem Knuffke oder Hosenmacher!

Ist nicht gesagt, dass sie tot sind. Sie gelten als vermisst.

Mach die Augen auf.

Wir sind der traurige Rest.

(mit deutschem Akzent:) The Losers.

Und alles dafür, dass andere Säcke unsere Mädel wild machen.

Weißt du noch, was sie uns erzählt haben?

(mit tiefer Stimme:) "Der Krieg macht euch zu Männern!"

(auflachend:) Ich merk gar nichts davon.

Bei mir im Haus die Ulla ... - Hör mal auf mit der Ulla!

Die ist völlig pervers! - Eben, da habt ihr Chancen.

Vielleicht tanzt sie sogar für euch.

Ich hab mir gedacht, dass ihr Penner hier hockt.

Scheiße, Knuffke! Onkel!

(Trillerpfeife) Geh mal Bier holen, Kleiner.

(Stimmengewirr)

Was ist? Noch nie einen Mann mit einem Auge gesehen?

Weißt du was vom Hosenmacher?

Ist draufgegangen.

Als die Amis uns in den Vogesen den Arsch versohlt haben.

Ist mit Hurra nach vorne gestürmt, wollte einmal 'n Held sein.

Hat sich mit 'ner Haftmine unter 'n Panzer gelegt.

Und du? Warst du auch ein Held?

Nee. - Dir scheint's ganz gut zu gehen.

Kann nicht klagen. - Und wie hast du das geschafft?

Knuffke ... - Schnauze.

(Kinderstimmen)

Was ist?

Auf drei.

Eins ...

Zwei ... Drei.

(Trillerpfeife)

(Dunkle Musik)

Hey, Onkel, komm mal rüber!

Onkel, das ist Gunda. Gunda, das ist Onkel.

Hallo. - Kommst du nachher mit in Club?

Was für ein Club? - US Officer's Club im "Pfau". Ich arbeite da.

Was? Seit wann das denn? - Ach, ist doch egal.

Wenn du dich nachm Curfew raus traust, gegen elf im Hinterhof.

Ich bring dir was zu rauchen und zu saufen raus.

(mit Akzent:) Er ist mein Chauffeur.

Ah, klar ...

Das ist doch nicht normal, dem Knuffke seine Alte!

Schärfer als Barbara Stanwyck. Wie kommt der zu der?

Woher willst du das wissen? - Was?

Dass das seine Alte ist. - Wieso gehen sie ins Freibad, hm?

Er ist ihr Chauffeur. - Ja, und ich bin Humphrey Bogart.

Ich sag dir, mit ihm stimmt was nicht.

Der ist seit drei Wochen hier, kommt erst jetzt und dann mit der Braut.

Und hast du seine Uhr gesehen? Die läuft mindestens auf acht Steinen!

Bist neidisch? - Quatsch. Aber er ist 'n Angeber geworden.

Die Narben, und dass er nicht erzählt,

was mit der SS war. - Pscht, nicht so laut.

Ist doch wahr, so ein Arschloch. Und wir rauchen seine Kippen.

(Musik, Stimmengewirr, Lachen)

Ich hab ein bisschen Glück gehabt.

War angemessen nach der ganzen SS-Scheiße.

Und dein Auge?

Ach das ... Das war so eine Art Unfall, nicht wichtig.

Dürften wir mal sehen? Nur ganz kurz.

Nimm die Griffel weg! Da guckt mir niemand hin, das gehört mir, klar?

Dann ist doch alles klar. Da ist nix. Reine Interessantmache.

Klar, wie du meinst, Kleiner.

(Motorgeräusch)

(Swingmusik von drinnen)

(Bubu hustet.)

(Motor startet.)

Ich dachte, das ist deine. Wieso bringst du sie dem Ami?

Unwichtig. Business. - Was für Business?

Schwarzmarkt, Weiber ... - Business eben.

Leute ...

Mensch, kannst du uns da nicht mitmischen lassen?

Was ist das für ein Scheiß? Was für Steaks?

Wir können doch was aufbauen! - Da geht's nicht um Bohnenkaffee!

Oder um ein paar Glimmstängel, verstehst du? Das geht Lkw-weise.

Darum kann ich euch da nicht mit reinziehen, klar?

Wir machen 'n Abflug.

Nichts da. So!

Gangstertalk ausm Ami-Kino, das können wir auch!

Ich dachte, wir sind Freunde. Arschloch.

Okay, und weiter?

Was noch?

Sprich dich ruhig aus, Sweetie-pie.

Jetzt halt deine Gosch', verdammt!

Ganz ruhig. Die bringen euch nach Hause.

(Flotte Musik)

Er denkt, wir sind Kinder. Aber da hat er sich geschnitten!

Lass stecken. Knuffke ist keiner mehr von uns.

Arschlecken. Ich hab noch meine Knarre!

Was denn für 'ne Knarre? - Na die 08 vom Volkssturm.

Quatsch! Wir haben doch alles weggeschmissen! - Ich nicht.

Du bist besoffen! Ich hab gesehen, wie du's weggeworfen hast.

Ich hab bloß so getan. - Scheiße. Bist du verrückt?

Ich dachte, die schöne 08, wer weiß, zu was die noch gut ist.

Vielleicht ist jetzt der Moment gekommen!

Bist du jetzt komplett verrückt?

Willst du etwa ... - Quatsch. Quatsch.

(Flotte Musik endet.)

(mit Akzent:) Aufstehen! Mitkommen!

Was? - So geht das nicht.

Haben Sie einen Haftbefehl? - Nicht nötig.

Was soll das heißen?

Was? Werwolf? Niemals! Das muss ein Irrtum sein!

Make schnell!

(Motor läuft.)

(Schlüssel klappern.)

(Schloss quietscht.)

Was hast du gestern so 'n Scheiß erzählt!

(Schritte)

Okay ... Cool!

(Tür geht auf und fällt zu.)

Was habt ihr gestern für Scheiße gebaut!

Nix, Mann, ehrlich!

Die glauben, ihr habt Waffen! Haben Angst vor Werwölfen.

Ich hab doch bloß Spaß gemacht. - Die verstehen aber keinen Spaß!

Bei der MP kann immer jemand Deutsch!

Und was jetzt?

Ich bin euer Dolmetscher beim Verhör. Ihr könnt kein Englisch

und lasst das Gequatsche mir, klar?

Wie hast du das geschafft? - Ist egal.

Hast du die Waffe nun, oder nicht?

Nee, ich bin doch nicht blöd!

Okay.

Der Vernehmungsbeamte ist schwul.

Macht ängstliche Kinderaugen und guckt ihn an.

Das wird ihm gefallen.

So long.

Wer ist der? Der Wyatt Earp von Schwäbisch Hall?

Bubu, jetzt halt deine Gosch'!

(Düstere Musik)

(Spannungsvolle Musik)

(Jazzmusik aus dem Radio)

(Klopfen)

Schließ ab!

Bist du völlig irre? - Kannst du die nehmen?

Bei mir ist sie nicht sicher. Was ist, wenn die doch kommen?

Schmeiß sie endlich weg, verdammt! Heute noch!

Ich bring das nicht übers Herz! Ich häng an dem Ding.

Ich stand schon zweimal am Fluss, aber ...

Ich schaff's nicht.

Was hast du damals in die Schlucht geschmissen?

Meine Gasmaske.

Idiot.

(Spannungsvolle Musik)

(Kirchenglocke schlägt.)

Die Amis hatten uns sofort am Arsch.

Dann Sonderlager wegen Waffen-SS und so.

Ich wurde von zwei CIC-Beamten verhört. Juden, wa.

Für die war ich der Leibhaftige.

Irgendwann konnte ich nicht mehr, schlug zurück.

Dann sind sie zu dritt über mich her.

Als der erste mir das Auge ausgetreten hat

und der zweite kam, ist McKee aufgetaucht.

Hat mir quasi das Leben gerettet.

Ist das der Oberchef, der uns freigelassen hat?

Das Auge war futsch, aber den Rest ...

haben sie wieder ganz gut zusammengeflickt.

Und trotzdem arbeitest du für die?

Ich arbeite nicht für die, ich bin ihr Partner.

Wie kommt's? - Was?

Dass die deine Partner sind und du mit dem Chef vom CIC per Du bist.

(seufzend:) Ich muss los, Kleiner.

So long.

(Kinderstimmen)

(Langsame Musik)

(Geheimnisvolle Musik)

(Angespannte Musik)

(Schnelle Schritte)

(Spannungsvolle Musik)

We don't have time. Guys, come! Here.

(Stimmengewirr)

(Motorgeräusch)

(Spannungsvolle Musik)

(Leise Anordnungen)

(Ruhige, spannende Musik)

(Lautlos)

(Lautlos)

(Dunkle Musik)

(Langsame Musik)

(Dramatische Musik)

(Schnelle Schritte)

Ich hab's! - Was?

Die Lösung mit der Ulla! - Welche Ulla?

Die Ulla, Mensch, von der der Jumbo verzählt hat!

Die steht total auf Himbeeren.

(auflachend:) Na und? - Ich weiß, wo's Himbeeren gibt.

Wir pflücken der ein paar und ... machen 'n Dreier.

'n Dreier? - Ja, das ist doch perfekt!

Falls einer schwächelt, oder ... Du weißt ...

Hast Schiss allein?

Quatsch! Also, bist dabei?

Komm! Das wird kolossal.

(Hundegebell)

(Ein Baby schreit.)

Tu wenigstens die Klampfe weg! Ich spiel nicht!

Bist du blöd? Das ist das perfekte Vorspiel, hä?

Die ist Tänzerin, die liebt Musik!

(Ein Baby weint.)

Und wenn sie gar nicht will?

Wenn eine will, dann die. Hat der Jumbo gesagt.

Du wirst schon sehen.

(Laszive Musik, Kichern)

Jungs, ihr seid ja süß.

(Geheimnisvolle Musik)

Kannst du "Love Me Tight"?

(Laszive Jazzmusik)

(Laszive Jazzmusik)

Raus jetzt, ihr zwei. Ich muss mich fertigmachen.

Raus, komm raus! Raus! Gsch, gsch! Raus!

Die spinnt! Völlig verrückt, die Alte!

Wir spinnen! So eine Scheiße!

Die wollte uns bloß zeigen, was für Hosenscheißer wir sind!

Die Ulla, das verrückte Huhn,

hat die Schwachköpfe in Grund und Boden getanzt.

Nix mehr mit Fahnenstange, nur noch Streichhölzer.

Woher weißt du das? - Von der Ulla.

Die tanzt hier im Club. Hat sie mir vorhin erzählt.

Leider weiß sie nicht mehr, wer die Loser waren.

Die tanzt hier in dem Schuppen?

Sicher. Das ist 'ne Freundin von der Gunda.

Die wollte ich dir nachher vorstellen.

Sag einmal, Knuffke ...

(Jazzmusik von drinnen)

Was machst du mit den Polen für Geschäfte?

Ich weiß nicht, was du meinst.

Knuffke, ich hab dich gesehen, beim Polenlager.

Wie du die Sachen ausm LKW ausgeladen hast.

Wie kommt's, dass der McKee dir traut?

(Stimmen im Hintergrund)

Tut er ja gar nicht.

Aber er braucht mich. Außerdem weiß ich ein paar Sachen über ihn.

Was für Sachen? - Hör zu, du bist mein Freund.

Darum sag ich, halt dich da raus, das ist nichts für dich.

Wieso? Denkst du, ich bin zu weich?

Ich hab auch den Krieg erlebt, nicht nur du!

Du bist noch ganz, verstehst du?

Da drinnen. Da bist du heile.

Woher willst du das wissen?

Weil du mein Freund bist, du Säckel.

Darum will ich auch nicht, dass du ein Gangster wirst.

Und du?

Bei mir ist das egal.

Ich bin doch eh verloren, wa?

Ich schau mal nach der Ulla.

(Musik von drinnen, Stimmengewirr)

(Grillenzirpen)

(Rascheln, Flattern)

(Ruhige, spannungsvolle Musik)

Ich muss mit dir reden.

Aber nicht an der Straße.

Ich habe nicht viel Zeit. Es geht um Charlie.

Charlie? - Knuffke, Mensch!

Was ist mit dem?

Er ist in Schwierigkeiten, aber er weiß es nicht.

Nein, er will es nicht wissen.

Wegen eurer Geschäfte? - Keine Fragen, hör einfach zu!

Er muss hier weg, so schnell wie möglich.

Ich versuche dauernd, es ihm klar- zumachen, aber er kapiert es nicht.

Ich hab Angst, dass ihm was passiert.

Liebst du ihn?

(leise:) Ja.

Nein.

(Sie lacht traurig.) Doch.

Aber ... es ist kompliziert.

Er baut dauernd Luftschlösser für uns, in Südamerika, Afrika.

Und um Geld dafür zu bekommen, macht er Sachen mit Leuten, die ...

Mein Gott, er ist doch ein ...

halbes Kind noch.

Nee, der Knuffke weiß schon, was er macht.

Du hast doch keine Ahnung. - Doch.

Ich hab euch gesehen.

Im Polenlager.

Dich, den McKee und Knuffke.

Knuffke hat irgendwas gegen McKee in der Hand. Stimmt's?

Hör auf, Fragen zu stellen.

Du bist sein Freund.

Der einzige, den er hat, sagt er.

Wenn das so ist, dann musst du was tun.

Wieso? Ich weiß noch nicht mal, worum's geht.

Entweder du sagst mir, was los ist, oder du gehst wieder.

(Sie seufzt.)

Jede Woche kommen Hilfslieferungen an für die ehemaligen Zwangsarbeiter

und KZ-Insassen, die auf ihre Ausreise nach Kanada warten.

Charlie und McKee zweigen davon große Teile ab

und verkaufen sie auf dem Schwarzmarkt.

Das war Charlies und meine Idee.

McKee kam erst später dazu.

(Sie lacht verbittert auf.) Charlie denkt, er hat ihn im Griff.

Aber das wird er mit dem Leben bezahlen,

wenn ihn keiner aufhält.

Du beklaust also deinen eigenen Landsleute

und machst mit McKee und mit Knuffke rum.

Wer weiß, mit wem noch.

Warum sollte ich dir trauen? Du bist nichts anderes als ...

Was? Eine Hure?

Du kleiner, scheinheiliger Rotzlöffel.

Ja.

Ich bin eine Hure.

Mehr als du dir in deinem kleinen deutschen Hirn vorstellen kannst.

Oder weißt du, wie das zuging im Osten? Grenzgebiet.

Wo du abwechselnd Pole, Volksdeutscher, wieder Pollack

und dann wieder Beutedeutscher warst. Weißt du das?

McKee ist meine Rettung gewesen.

Charlie hat das verstanden.

Und das vergesse ich ihm nie.

Dein Freund liebt mich.

Aber das wird ihn töten.

Gegen McKee hat er keine Chance.

Was soll ich denn machen?

Glaubst du ernsthaft, er hört auf mich?

Für den bin ich ein Hosenscheißer!

(Ruhige Musik)

Es müsste etwas passieren.

Etwas, was mich in Charlies Augen wertlos macht.

Dann würde er aufhören zu spinnen, sein Geld nehmen und ...

abhauen.

Mir würde er nie glauben.

Aber wenn du es ihm erzählst, dann schon.

Wir müssen es ja nicht wirklich tun.

Er muss es nur glauben.

(Spannungsvolle Musik)

Du spinnst doch! Komplett!

Warum haust du nicht einfach ab mit Knuffke?

(Sie lacht auf.) Du verstehst es nicht, oder?

McKee wird niemals zulassen, dass ich gehe.

Er ist kein Mann, dem man etwas wegnimmt.

Mit mir zusammen ... hat Charlie keine Chance.

Er muss aufhören, mich zu lieben.

Das ist doch Quatsch.

Sag ihm, ich hab dich verführt.

Seinen besten Freund.

(Ruhige, spannungsvolle Musik)

Dann wird er mich aufgeben.

Das glaubt er mir nie.

Du liebst ihn doch auch!

Er ist mir völlig egal.

(Ruhige, spannungsvolle Musik)

Hör auf!

Bitte.

(Er stöhnt.)

(Langsame Musik)

(Die Musik verklingt.)

(Lautlos)

(Er stöhnt.)

(Trillerpfeife, erschrockene Laute)

Was ist denn los? Du hast im Schlaf gestöhnt.

Nix.

Alles okay.

(Onkel atmet heftig.)

(Kinderstimmen)

Ich weiß, du hast sie geliebt.

Wenn meinst du?

Die Lore.

Wir anderen waren alle nur scharf auf sie, aber du hast sie geliebt.

Quatsch, ich war doch viel zu jung für die.

Glaubst du, danach fragt die Liebe?

Ich wünsch dir ein Mädel, das du lieben kannst, wo alles stimmt,

das eine wie das andere.

Hast du so eine?

Die Gunda?

(Er lacht auf.)

Das hast du gerochen, wa?

Und was mit mit dem McKee?

Den will sie nicht mehr.

Sie will mich. Und ich will sie.

Hier drinnen, da weiß ich das.

Ist bloß schwierig in 'nem Land, das verloren hat.

Der gehört zu den Siegern, wa.

Der kann mit uns machen, was er will.

Aber das lässt sich vielleicht ändern.

Wie denn?

Weißt du noch, was der alte Konrad gesagt hat?

"Wissen ist Macht."

Und was weißt du über den?

(Ruhige Musik)

Knuffke, ich muss dir was sagen.

Bist du mein Freund?

Ja, klar.

Dann wünsch mir einfach Glück. Auf drei.

Eins ...

Zwei ... - Knuffke, ich äh ...

Drei.

(Düstere Musik)

(Grillenzirpen, stapfende Schritte)

Du Feigling! Wieso hast du es ihm nicht erzählt?

Ich hab gedacht, du bist sein Freund!

Ich kann das nicht! Der liebt dich mit Haut und Haar!

Das ist doch verrückt, ich bin viel zu alt!

Quatsch! Danach fragt doch die Liebe nicht!

(Aufgeregtes Atmen)

Das wird ihn umbringen.

Nein ...

Nicht wenn du mit ihm abhaust.

(leise:) Ich kann nicht.

Ah, ich weiß ...

Du bist die, die feige ist.

Du traust dich nicht, mit ihm zu gehen.

Aber ohne ihn kannst du auch nicht sein.

(schreit:) Mach deinen Scheiß allein!

(Musik, Lachen)

Entschuldigung, haben Sie den Charlie gesehen?

(Mann spricht unverständlich.) Den mit der Augenklappe.

(Ernste Musik)

(Ernste Musik)

Der ist über alle Berge. Ohne ein Wort.

Kameradenschwein, das hab ich schon immer gesagt.

Der tut, wie wenn er was Besseres wäre,

aber ist auch bloß ein Blender.

Und seine Alte ist nie und nimmer seine Alte,

da wette ich meinen Arsch drauf.

(Kinderstimmen)

Komm. Dann machen wir die Lightning. Kann ja nicht so schwer sein.

(Schritte die Treppe herunter)

(Erschrockener Laut) Da bist du ja endlich.

Wo warst du denn die ganze Zeit!

Wieso? Ist was Spezielles?

Na, ich such dich schon überall!

(Donnergrollen) Ich war eben viel auf Achse.

Wollen wir auf die Bude gehen?

Wird langsam kalt hier draußen. Außerdem hab ich nicht viel Zeit.

Ich hol mal was zum Saufen.

(Ernste Musik)

Wie geht's der Gunda?

Bescheiden. Die spinnt mal wieder.

Wieso?

Einfach so. Quatscht dummes Zeug, sieht Gespenster.

Was denn für Gespenster?

Dass sie mich killen.

Wer denn?

Keine Ahnung. Ich sag ja, die spinnt.

Ich hab keine Feinde im Gewerbe, bin ehrlich, halt mich an die Deals.

Und ... was ist mit dem McKee?

Wie? Was soll mit ihm sein?

Das geht doch nicht ewig gut mit der Gunda, dir und dem.

Nee. Soll's auch nicht.

Du, ich hab da ein Riesending am Laufen,

wenn das hinhaut, dann sind wir weg, die Gunda und ich.

Wenn er euch lässt.

Er muss, Junge.

Sonst ist er dran.

Wie, was heißt, sonst ist er dran?

Kannst du das Maul halten?

Klar kannst du das, bist ja mein Kumpel. Also, pass auf:

Die Sau macht Geschäfte mit ehemaligen Agenten von der Gestapo.

Die kaufen sich bei dem 'ne weiße Weste mit Gold, Schmuck

und was sie sonst so im Krieg eingesackt haben.

Und wenn das auffliegt, dann ist er fällig.

Dufte, wa?

Woher weißt du das? - Das möchtest du wissen, wa?

Der Captain möchte das auch wissen.

Solange er nicht weiß, wer das noch weiß, kann er mir nichts anhaben.

Deswegen sind die Gunda und ich bald weg.

(Ernste Musik)

Ich geh nicht mehr auf die Penne, Junge.

Das ist vorbei for me.

Außerdem, so richtig dazugehört, hab ich sowieso nie.

(Gefühlvolle Musik)

Außer zu dir.

Bist mein engster Freund hier gewesen.

(Regen prasselt.)

(Donnergrollen)

(Knuffke seufzt.)

Die Gunda spinnt komplett in letzter Zeit.

Die hat mir glatt erzählt, dass sie mit dir gefickt hat,

hier in deinem Zimmer.

Ich hab sie ausgelacht und gesagt,

solche Märchen kannst du deiner Oma verzapfen.

So was täte der nie.

(Er lacht auf.)

(Regen prasselt.)

Wenn wir uns das nächste Mal sehen,

hab ich vielleicht schon ein Glasauge.

(Regen prasselt lauter.)

So long.

(Ernste Musik)

(Angestrengter Laut)

(Aufregende Musik)

(Spannungsvolle Musik)

(Spannungsvolle Musik)

(Zwei Schüsse, Aufschrei)

(Autotüren schlagen zu, Motorgeräusch)

(Ernste Musik)

(Stöhnen)

Scheiße, was haben die mit dir gemacht?

(Knuffke stöhnt.)

Komm! (Knuffke schreit.)

(Zug pfeift.)

(Knuffke schreit, Zug pfeift.)

(Keuchen, Schreie)

(Zuggeräusche)

Komm. Steh auf! Steh auf ...

Steh auf! - (schreit:) Lass es, Junge!

(Wimmern)

Jetzt krieg ich doch kein Glasauge.

(liebevoll:) Du Säckel, du.

(Wimmern)

Hast du ... was zum Rauchen ... für mich?

(Traurige Musik)

(Stöhnen)

(verzweifelt:) Ach komm ...

(Ruhige Musik)

(Musik verklingt.)

(Leises Schluchzen)

(Düstere Musik)

(Motorgeräusch)

(Hupen)

(Gunda schluchzend:) No! No!

(Gunda schluchzt, McKee schreit sie an.)

(Aufregende Musik)

(Schluchzen)

(Ernste Musik)

(Langsame Musik)

Wie kannst du den ...

Das ist der Mörder vom Knuffke.

Das verstehst du nicht.

Werd ich nie!

Der hat dich richtig geliebt!

Der konnte nicht glauben, dass du und ich ...

Ich weiß ...

(Düstere Musik)

Knuffke hat erzählt, was er über McKee weiß.

Wenn du leben willst,

dann vergisst du das alles so schnell wie möglich.

Das kann ich nicht.

Willst du so enden wie Charlie?

(schluchzend:) Bitte ...

Bitte, sei vernünftig!

Niemand kann sich dem Captain in den Weg stellen!

Er lässt gerade alle Zeugen umbringen.

(Ernste Musik)

(Er keucht.)

(Dramatische Musik)

(Tragende Musik)

(Autotüren schlagen zu.)

(Tragende Musik)

(Ruhige, angespannte Musik)

(Keuchen)

(Angespannte Musik)

(Musik endet.)

(Keuchen)

(Lauter Schrei)

(Schluchzen)

(Schluchzen)

(Leise Unterhaltung)

(Schritte)

Was ist eigentlich los mit dir?

Nix. - Schwätz keinen Scheiß. Mit dir stimmt was nicht.

Was machen wir hier?

Wir passen doch gar nicht mehr her.

(Er lacht verzweifelt auf.)

Wir passen nirgendwo hin.

Guten Morgen.

Weiß noch jemand, wo wir letztes Jahr stehengeblieben sind?

(Traurige Musik)

(Gefühlvolle Musik)

(Langsame Klaviermusik)

SWR 2018

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