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Leise, beklemmende Musik
Ein Auto nähert sich und hält an.
Haben Sie das Geld dabei? Mann: Wie abgemacht.
Ja? - Sie können es nachzählen.
Okay. Danke.
Okay. Und nochmals so viel. - Was, nochmals so viel?
Haben Sie mich verstanden? - Was haben wir abgemacht?
Laut: Was haben wir abgemacht? - Ich gehe sonst zur Polizei.
Okay. Morgen zur selben Zeit. - Hey, spinnst du? Hey! Bleib hier!
Sie keucht stark.
Luc Conrad
Anna-Maria Giovanoli
Erika Bürgisser
MIT TELETEXT-UNTERTITELUNG
So, Professor Engler, ich hoffe, Sie sind mit unserem Service zufrieden.
Etwas fehlt noch.
Die Rose.
Eine Belle Isis, aus dem Garten des Herrn Professors.
Danke. Merci.
Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen.
Was ist denn das? Die ist aber gut geworden!
Professor Englers Urne. Er suchte doch sein Leben lang Ausserirdische.
Aha.
In Amerika kann man die Asche schon ins Weltall schiessen.
Aha. Wir müssen innovativ sein.
Dein Vater baute einen guten Ruf auf. Den will ich nicht riskieren.
Und Aarau ist nicht Amerika.
Was steht sonst noch auf dem Programm?
Ach ja. Eine junge Frau draussen auf dem Suter-Hof.
Suterli. Diese Poulets hast du schon als Junge gemocht.
Türklingel
Ich heisse Fabio Testi und möchte mich für die Stelle bewerben.
Wir sind ein Bestattungsinstitut. Ich weiss.
Du willst also Bestatter werden.
Weshalb?
Hast du schon mal einen Toten gesehen?
Schon ganz viele. Im TV.
Aha. Dann bist du ja wie gemacht für den Job.
Könntest du sofort anfangen?
Warten Sie! Kommst du einen Moment?
Aus welcher Gruft ist der denn gestiegen?
Einen wie ihn hätte dein Vater nie eingestellt.
Mich hätte mein Vater auch nicht eingestellt.
Und Hofstetter hat Bandscheibenprobleme.
Soll ich die Särge alleine tragen?
Der nimmt sicher Drogen. Das sieht man doch.
Ich frage dich das nur einmal:
Hast du Rückenprobleme?
Fabio, eine Dame lässt man nicht warten - lebend oder tot.
Gehen wir!
Ruhige Klarinettenmusik
Sorry wenn ich frage: Aber weshalb haben Sie mich genommen?
Fabio, du warst der einzige Bewerber auf das Inserat.
Und dann bist du ehrlich.
Mann, woher wollen Sie das wissen? Mann, das sagt mir mein Bauch.
Ich habe die Coiffeurlehre abgebrochen.
Der Chef hat mich fertiggemacht. Einen Coiffeur können wir brauchen.
Sie schneiden den Toten die Haare? Wenn es sie glücklich macht ...
Die Toten?
Wenn die Toten zufrieden sind, sind es die Angehörigen auch.
Das ist in unserem Beruf das Wichtigste.
Es braucht nicht nur einen starken Rücken, sondern auch starke Nerven.
Und v.a. Pietät gegenüber den Angehörigen.
Pietät, was ist das?
Wenn du den Mantel ausziehen würdest, z.B.
Nein, zieh ihn wieder an!
Hochdeutsch mit Akzent: Sie kommen Celia abholen?
Sind Sie der Ehemann? Nein.
Komm rein, Benjamin. Ich lese dir eine Geschichte vor.
Beklemmende Musik
Gackern
Mein Beileid, Herr Suter. Conrad Bestattungen.
Beklemmende Musik
Als ob sie schlafen würde.
Wir müssen sie da rausholen.
Hey, Wassily, hast du nichts zu tun?
Totenschein.
Ich habe die gute Frau mehrmals gewarnt, sie hatte Asthma.
So ein schönes Mädchen.
Und jetzt, walten Sie Ihres Amtes!
Ist sie schon freigegeben? Es war ein Unfall.
Asthma bronchiale. Sie hatte dummerweise ihren Spray nicht dabei.
Kein schöner Tod. Was sagt die Polizei?
Seit einem halben Jahrhundert bin ich der Arzt in diesem Dorf.
Und ich weiss vermutlich besser als jeder Bulle,
was eine Todesursache ist. Bulle war ich auch mal.
Kapo Aarau. Darum weiss ich genau, dass Sie jetzt die Polizei anrufen.
Hören Sie zu, Sie super-gescheiter ...
Dann könnten Sie gleich noch ins Röhrchen blasen.
Sind Sie mit dem Auto da? Hä? Wie bitte?
Sie haben eine Mordsfahne. Und jetzt: anrufen!
Möchtest du auch? Kein Hunger.
Luc Conrad! Das ist eine schöne Überraschung!
Guter Anzug. Wir haben dich schon vermisst.
Reto. Geh mal voraus! Ja, Chef.
Das musste irgendwann ja passieren. Nun, da du Bestatter in Aarau bist.
Unvermeidlich, Anna-Maria. Ich dachte schon,
du hättest dich in Luft aufgelöst. Das ist bei mir nicht so einfach.
Wo warst du so lange? Weiterbildung im Ausland,
Thanatopraxie. Und letzten Monat übernahm ich
den Laden vom Vater, als er sich für immer verabschiedete.
Das mit deinem Vater habe ich gehört. Tut mir leid.
Und hier, worum geht es hier?
Der Arzt sagt, es sei ein Unfall?
Von dem würde ich mir nicht mal die Zehennägel schneiden lassen.
Das gefällt mir nicht. Du bist jetzt Bestatter.
Nicht mehr Bulle.
Darf ich vorstellen? Fabio, mein neuer Assistent.
Schicker Mantel. Passt zum Auto.
Also, gehen wir?
Ist etwas?
IRM.
AGT?
Ja.
Nur eine lebensmüde Asthmatikerin geht ohne Spray hier rein.
Und die Tür dort war von aussen verschlossen.
Woher weisst du das? Fiel mir sofort auf.
Es gibt nur 2 Türen.
Ah. Entschuldigung! Ich habe vergessen ...
... dass du nicht mehr Polizist bist, und nicht mehr mein Chef.
Reto, wir reden mit der Familie!
Luc, du kannst die mitnehmen.
Wow!
Was ist IRM? Und was ist AGT?
IRM: Institut für Rechtsmedizin. AGT: Aussergewöhnlicher Todesfall.
Und die Polizistin?
SKBF.
Stell keine blöden Fragen! Sorry.
Merk dir, Fabio! Bei AGT immer Handschuhe anziehen!
Melancholische Klavierklänge
Machen wir 2 Wochen Probezeit?
Leise Opernmusik ab CD
Was ist los? Rosmarie Laroux ist tot.
So eine grossartige Künstlerin mit einer göttliche Stimme.
Ich weiss noch: "Tosca" im Opernhaus Zürich, 1992.
Mein Gott, ich bin damals fast in Ohnmacht gefallen.
Wahrscheinlich eine Opernsängerin.
Für Madame Laroux müssen wir alles geben. In Ordnung?
Dann machen wir einen Engel aus ihr. Nicht wahr, Fabio?
Was mache ich jetzt mit Ihnen?
Sagen Sie, haben Sie auch andere Kleider?
Nicht solche, wie Sie meinen.
Aber mein aufrichtiges Beileid.
Beileid? Wofür? Ach!
Konfektionsgrösse?
Fabio, komm! Auto waschen und aufpolieren. Ist dringend nötig.
Ach, Herbert!
Was sagst du dazu?
Ihr Betrieb ist wirklich beeindruckend, Frau Suter.
Wissen Sie, mein Erwin selig war ein echter Visionär.
Schon in den 70er-Jahren sagte er: Hühnerfleisch, das hat Zukunft.
Als ich als Städterin in den Aargau kam, hatte ich es nicht leicht.
Aber man muss sich dreinschicken,
und das Wichtigste ist ein gesundes Fundament.
Und das ist bei so einem Betrieb die Familie.
Und dann nimmt einem der Herrgott einfach die Schwiegertochter weg.
Kommen Sie!
Ich leite unser Institut auch schon in der 3. Generation.
Dann wissen Sie ja, wovon ich spreche.
Tja, das ist die Schweinerei der Feltschoni.
Entschuldigung, wer? Feltschoni. Militante Tierschützerin.
Aber dieses Mal habe ich sie mit der Überwachungskamera erwischt.
Sie kann schauen, wie sie den neuen Anstrich abstottert.
Ich verstehe diese Extremisten nicht. Wir produzieren seit Jahren Bio.
Aber den Poulet-Liechti aus dem Wynental mit seinen Ostblock-Hühnern,
den lassen sie in Ruhe. Und das ist Bio?
Wir erfüllen alle Vorschriften. Die Hühner sind glücklich.
Man sieht also, ob ein Huhn glücklich ist?
Ja. Das sieht man, Herr Conrad.
Benjamin! Gehst du bitte ins Haus?
Wassily, Halle 2, Futter auffüllen!
Die Frau ist eine Suter geworden, und so soll sie beerdigt werden.
Mein Sohn, der Arme, fühlt sich schuldig.
Aber du weisst, dass du nichts falsch gemacht hast.
Solche Gefühle sind normal. Da kann man sich auch helfen lassen.
Warum nur ging Sie nachts ohne ihren Spray zu den Hühnern?
Sie wusste, dass das nicht ging. Sie wäre nicht freiwillig gegangen?
Sie konnte nicht bei den Hühnern arbeiten.
Darum half sie v.a. im Büro und im Haushalt.
Ich möchte sie nochmals sehen. - Aber Thomas!
Sie kann dir nichts mehr erzählen. - Ich möchte mich verabschieden.
Ihre Frau ist noch im Institut für Rechtsmedizin.
Sobald sie freigegeben wird, können Sie sie sehen.
Ist Mami jetzt tot? - Oh Gott, der Junge!
Ist Mami jetzt tot?
Benjamin, nein.
Nein, sie schläft jetzt einfach ganz tief und ...
Nicht wahr, Herr Conrad?
Du lügst. Mami kommt nicht mehr heim. - Kind, ich lüge doch nicht.
Doch. Draussen steht ein Totenauto, und dort wartet ein Geist
in einem langen, schwarzen Mantel, um Mami abzuholen.
Benjamin, das ist kein Geist, das ist Fabio.
Der tut niemandem was.
Komm, Benny, wir gehen spielen!
Glaubt die Polizei an ein Verbrechen? Das weiss ich nicht.
Und ähm ... Sagen Sie einfach die Wahrheit!
Die Wahrheit? Ihrem Sohn.
Er muss mit diesem Verlust auch umgehen können.
Und?
Ich weiss nicht. Was weisst du nicht?
Ich glaube, ich brauche noch Bedenkzeit.
Können Sie das verstehen? Ja, das kann ich verstehen.
Und wir würden gerne am offenen Sarg von Mama Abschied nehmen.
Das wird so arrangiert, Herr Laroux.
Erlauben Sie, dass ich meine tiefe Betroffenheit zum Ausdruck bringe.
Ich habe Ihre Mutter sehr bewundert.
Ja.
Das ist "Lakme" von Leo Delibes.
Unsere Mama sang diese Oper immer und immer wieder.
Wir möchten mit der "Glockenarie" beginnen.
Operngesang
Es gibt leider keine neuere Aufnahme.
Und das Knistern der Schallplatte gibt eine schöne Atmosphäre.
Und machen Sie sie schön, unsere Mama.
Auf Wiedersehen. Auf Wiedersehen, Herr Conrad.
Und behandeln Sie das sorgfältig. Selbstverständlich.
Wo ist eigentlich der Praktikant? Fabio braucht noch etwas Bedenkzeit.
Ich hätte dir gleich sagen können, dass wir den nicht mehr sehen.
Du musst sofort mit Madame Laroux anfangen.
Handyklingeln
Conrad.
Ist sie schon freigegeben?
Hochdeutsch: Herr Semmelweis, ich komme vorbei.
Ja, aber ... Madame Laroux?
Die läuft uns nicht davon.
Ruhige, schwere Musik
Morgen!
Schau mal, Conrad!
Leute, haben wir hier einen Todesfall?
Bevor ich im IRM Celia Suter abhole ...
Maria, hast du kurz Zeit?
Ich bin ziemlich beschäftigt. Gut.
In dem Fall will ich eine wichtige Beobachtung bei der Polizei melden,
als ganz normaler Bürger.
Es geht um einen Todesfall: Celia Suter.
Sind Sie nicht dafür zuständig, Frau Kommissarin?
Es geht um eine Tierschützerin. Feltschoni, meinst du?
Genau. Und der Suter-Hof hat eine Videoüberwachung.
Willst du mich verarschen?
Reto wertet sie gerade aus. Aha. Entschuldigung.
Darf ich fragen, was man darauf sieht?
Okay, okay.
Ich gebe dir genau 10 Sek. für deinen Abgang.
Also gut. Wir gehen von einem Verbrechen aus.
Mehr verrate ich aber nicht.
Du kannst es dann in der Zeitung lesen, wie ein normaler Bürger.
Ciao, Luc.
Mann, österreichisch: Ich muss Ihnen gestehen, Herr ...
Bestattungsinstitut Conrad.
Freut mich, Semmelweis.
Ich gebe die Leiche nur ungern her, bei so einem spektakulären Fall.
Es handelt sich um eine an starkem Asthma bronchiale erkrankte Person.
Die Person begibt sich im Hühnerstall in eine Kontamination,
die zwangsläufig zu einer Bronchialobstruktion führt.
Das nennen Sie spektakulär? Abwarten! Befund Nummer 2:
Dyspnoe, Atemnot, die Person verliert zuerst das Bewusstsein.
Befund Nummer 3: Zwar hatte die Person einen "Asthmaanfall",
wie der Volksmund sagt ... Sekretion, Schleim,
verkrampfte Bronchialmuskulatur samt Ödemen.
Aber die Person atmet noch, flach, aber sie atmet noch.
Ist das alles?
Wenn dem Totengräber diese Details nicht reichen:
Jemand oder etwas stoppte dann die Luftzufuhr.
Ausserdem, diverse Hämatome.
Z.B. da.
Aber keine Würgemale am Hals. Partikel in den Atemwegen?
Genau.
Wobei: Partikel ist nicht der richtige Ausdruck.
Eine Rabattmarke aus dem Supermarkt.
Bei 3'000 Punkten gibt es einen Suppentopf gratis.
Das Teil klebte nebst Gefieder- partikeln in den Atemwegen der Toten.
Da. Im oberen Nasenbereich.
Sie hat also die Marke eingeatmet. Vielleicht in einem Plastiksack.
Gackern
Aber ich will Ihnen nicht vorgreifen, Herr Semmelweis.
Darf ich sie mitnehmen?
Zügige Gitarrenmusik
Achtung, Rechtsverkehr. Herr Staatsanwalt.
Ich habe gehört, dass wir wieder miteinander zu tun haben. Freut mich.
Ihr Abgang war etwas schade. Das hatte schon seine Richtigkeit.
Ja, ja, ich kann es verstehen. Aber die Akte Mäder ist noch offen.
Wir finden den Mörder. Früher oder später.
So. Die Pflicht ruft. Noch einen schönen Tag!
Wie ist es möglich, dass die Tatwaffe in Ihre Hände kam?
Ihre Fingerabdrücke sind darauf, Herr Conrad.
Können Sie mir das erklären?
Mäder!
So muss ich schon von Gesetzes wegen ein Verfahren gegen Sie einleiten.
Schwere Musik mit Blasinstrumenten
Ich habe etwas:
Celia Suter in der Tatnacht oder der Nacht davor.
Ich habe immer 48 Std.
Geh mal näher ran!
Da hat sie eine Handtasche dabei. Die haben wir aber nicht gefunden.
Gibt es keine Anschlussaufnahme mit der anderen Kamera?
Es gibt 5 Kameras auf dem Areal. Da kann man nicht alles abdecken.
Ausserdem, keine Uhrzeit, kein Datum. Man sieht einfach, dass es Nacht ist.
Eine ganz billige Überwachungsanlage.
Wie viel Material hast du noch?
Etwa 10 Std. Dann schau mal alles durch!
Ehrlich, Vanessa ist alleine zu Hause.
Das macht ihr doch nichts aus.
Also, dann machst du noch 2 Std. Ich muss dafür noch ins Archiv.
Ups. Entschuldigung, Frau Giovanoli! Habe ich Sie erschreckt?
Schon etwas. Tut mir leid. Noch nicht Feierabend?
Nein, wir überprüfen noch Videos vom Suter-Hof,
und ich lege noch abgeschlossene Akten ab.
Der Mäder-Mord. Das kam mir heute auch wieder hoch,
als ich Conrad begegnete. Und, gibt es neue Erkenntnisse?
Die Akte ist leer. Was?
Wie ist das möglich? Hier ist doch keine Selbstbedienung.
Ich gehe der Sache sofort nach. Also, einen schönen Abend noch.
Und wir bleiben an diesem Fall dran.
Und? Komm her!
Volltreffer. Aber eben. Kein Datum, keine Zeit.
So ein Mist! Halt mal an! Zoom heran!
Zugelassen auf Rolf Liechti aus dem Wynental.
Liechti, Liechti, Liechti - den kenne ich.
Vorbestraft wegen Hehlerei und Betrug.
Der handelt auch mit Hühnern.
Streichmusik aus dem TV
Mann im TV: Wir könnten zusammen in die Ferien.
Türklingel
Störe ich? Gar nicht.
Komm!
Hunger? Ja, sehr.
Pizza, selbst gemacht. Willst du ein Glas Wein dazu?
Oh ja, gern.
Sante!
Und? Hast du einen Verdacht im Fall Suter?
Luc, du weisst doch, dass ich dir nichts sagen darf.
Mmh. Warum bist du dann gekommen?
Der neue Pathologe aus Wien, der ist mühsam!
Er ist einfach jung. Der kommt schon noch.
Hättest du dort nicht einfach eine Leiche abholen müssen?
Bist du deshalb hier? Der Täter nahm die Handtasche mit.
Raub. Mord.
Ich weiss nichts. Aber die Rabattmarken von Coop
bleiben bei mir auch immer im Sack liegen.
Und es braucht nicht viel Kraft, einer Asthmatikerin
einen Sack über den Kopf zu stülpen und zu warten, bis sie erstickt ist.
Schön, dass Sie doch noch gekommen sind.
Wir haben uns wirklich Mühe gegeben. Ein Bild von einer Frau.
Am Anfang war es auch schön.
Und dann ...
... hat sie sich irgendwie verändert.
Die Kommentare von meiner Mutter hat sie immer weggesteckt.
Und nun tut es meiner Mutter leid.
Darum will sie so eine grosse Beerdigung.
Als Witwer können Sie über die Art des Begräbnisses entscheiden.
Mutter und ich entscheiden das zusammen.
Dann lasse ich Sie jetzt mit Ihrer Frau alleine.
Luc?
Da draussen ist ein Monster, und es kommt mir nicht hier rein.
Eine Frau Feltschoni. Ein Monster?
Ich meine ihren Hund.
Knurren Ich will zu Celia. Ist das möglich?
Sind Sie die Tierschützerin?
Hatten Sie Streit mit Celia Suter?
Nein, ich hatte keinen Streit mit ihr.
Was dann? Eine Affäre? Nein, leider nicht.
Ich kann Ihnen nicht helfen.
Ja. Diese blöden Kameras!
Die Suters haben den totalen Verfolgungswahn.
Weshalb haben Sie sich getroffen?
Ich wollte ihr ein Angebot für den Suter-Hof machen.
Sie wollten den Hof übernehmen? Sie wollten verkaufen.
Thomas und sie. Check das mal!
Was hat die Seniorchefin dazu gesagt?
Mit der kann man nicht reden. Mit Celia konnte man das.
Wissen Sie was? Ich glaube, Sie wollen mich für blöd verkaufen.
Sie fragen sich sicher, weshalb genau ich Celia Suter verabschieden will.
Ja. Tierquäler sind wohl nicht Ihre besten Freunde.
Sie glauben es nicht, aber Celia wurde eine meiner besten Freunde.
Das verstehe ich nicht ganz.
Sie rief mich nach dem Anschlag an, um mich kennen zu lernen.
Sie hielt es auf dem Hof fast nicht mehr aus.
Dann hatte sie das Herz auf dem rechten Fleck?
Und wie! Sie unterstützte mich voll gegen Poulet-Liechti.
Jetzt haben Sie aber ein Problem.
Herr Suter wollte keine Sekunde den Hof verkaufen.
Und von Ihrem geheimen Treffen mit seiner Frau wusste er auch nichts.
Wollen Sie mir etwas anhängen? - 3 Personen, 3 Aussagen.
2 davon lügen. Eine Person können wir nicht mehr fragen.
Haben Sie Celia Suter umgebracht? - Spinnen Sie eigentlich?
Ich wollte ihr nur etwas einheizen.
Ich habe seine Ostblock-Import- Poulet-Schweinereien gefilmt.
Wenn das an die Medien gelangt, ist er fertig.
Warum kam es noch nicht dazu? Celia hatte die Kassetten,
damit die Polizei sie nicht verschwinden lassen kann.
Das müssen Sie der Polizei melden. Auf keinen Fall. Ich bin vorbestraft.
Die stecken alle unter einer Decke. Ein einziger Korruptionssumpf.
Ja, das stimmt vielleicht.
Kann ich jetzt zu Celia? Aber nicht mit dem Hund.
Wo waren Sie am Freitagabend, dem 14. September?
Am Freitagabend? Da bin ich immer zu Hause.
Ja. Da kommt immer Kerstin vorbei. Was? Wer ist das?
Eine polnische Studentin. - Wollen Sie mich verarschen?
Wo und was studiert sie? - Biologie, sagt sie.
Telefonnummer?
Was? Wer ist da? Escort Mabelle?
Guten Tag, hier ist Dörig. Ich suche eine Kerstin.
Die arbeitet nicht mehr bei Ihnen? Haben Sie eine Handynummer?
Ah, nicht. Okay, danke.
Herr Liechti, Sie sind vorläufig festgenommen.
Das können Sie nicht machen. Doch, das können wir. 48 Std. lang.
In der Zeit sucht Ihr Anwalt Ihre Studentin
und wir filzen Ihren Stall bis aufs letzte Huhn.
Anna-Maria, warte!
Entschuldigung! Ja. Warte! Ich habe etwas Wichtiges.
Du bist aber nicht am Ermitteln? Nein, nein. Reine Bürgerpflichten.
Hör zu, ich bin fast sicher, dass Celia Suter Liechti erpresst hat.
Ich vermute, mit Videoaufnahmen von seinen illegalen Poulet-Geschäften.
Was für ein Video?
Wenn Celia das Video in ihrer Handtasche hatte,
ist es jetzt vermutlich beim Mörder. Woher hast du das?
Vertrauliche Quelle. So, so, vertrauliche Quelle.
Endlich! Kann ich jetzt gehen?
Den fanden wir in einer Ihrer Jacken.
Mit Abdrücken von Celia Suter und Ihnen.
Sie stecken tief im Dreck! Den vergass sie in meinem Auto.
Was sagen Sie dazu?
Keine einzige Kerstin studiert in Zürich.
Mein Anwalt findet sie schon. Also, kann ich jetzt gehen?
Ohne Alibi, mit einer lausigen Schutzbehauptung? Nein.
Sie schlafen bei uns noch einmal eine Nacht
und morgen höre ich eine bessere Geschichte.
Zum Beispiel? Eine von einem Video. Erpressung.
Und dass Sie Ihren Erpresser loswerden wollten.
Ruhige, rhythmische Musik
Fabio? Hast du es dir anders überlegt?
Ich glaube, ich bleibe. Wenn ich darf.
Dieses Video war in der Post.
Kein Absender.
Fingerabdrücke, andere Spuren?
Reto: Ein Lastwagen aus Ungarn.
Hier werden Mastpoulets, ziemlich sicher aus ungarischen Tierfabriken,
mit einem Bio-Label versehen.
Das ist Rolf Liechti.
Hauptverdächtiger im Mordfall Celia Suter.
Celia hat eine schöne Beerdigung verdient.
Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung, Herr Conrad.
Wir machen Ihnen eine Offerte.
Hochdeutsch: Hat die Celia Suter gehört?
Ich weiss schon, was Sie denken.
Ich wollte jetzt zur Polizei gehen und alles zugeben.
Darf ich?
Toronto einfach?
Sie wäre also morgen nach Kanada geflogen?
Mit Ihnen und dem Kind?
Ja.
Wir wollten neues Leben anfangen.
Weit weg von hier. Wo niemand macht Terror gegen uns.
Sie haben sie geliebt.
Gehen wir zur Polizei? Ich fahre Sie hin.
Eine ziemliche Sauerei, womit Sie Ihr Geld verdienen.
Finden Sie nicht, Herr Liechti? Reto.
Handyklingeln
Ja?
Ist sie da? Okay.
Wann fanden Sie heraus, dass Celia Suter mit den Videos zu tun hatte?
Sie rief mich vor ca. einem Monat an. Und dann erpresste sie Sie?
Die Schlampe. Ich war auch bereit, etwas zu zahlen.
Aber sie wollte immer mehr, da bin ich einen Moment lang ausgerastet ...
Ich sage nichts mehr. Ich habe nichts gesagt.
Hey, Kerstin, du bist hier? Das ist eine Überraschung!
Jolanta Kaminski, Künstlername Kerstin.
Studiert Biologie an der ETH.
Ihr Anwalt hat sie gefunden. - Ich sagte, ich lüge nicht.
Was haben Sie für das Alibi bezahlt?
Osteuropäischer Akzent: Alibi für den? Nein.
Ich vermiete zwar meinen Körper, ich muss ja das Studium bezahlen.
Aber deswegen bin ich keine Lügnerin. - Sehen Sie!
Wann waren Sie bei ihm? Wochentag, Uhrzeit?
Herr Liechti ist Stammgast. Also, war.
Er buchte immer Freitagabend, Service bis nächsten Morgen.
Super Service. Danke, Kerstin, dass du gekommen bist.
Ja, das war bei dir eher schwierig. - Hey!
Kann ich gehen? Ich habe Termine. Sie müssen noch unterschreiben.
Kommen Sie!
So, Herr Liechti.
Für Ihre Drecksgeschäfte ist eine andere Abteilung zuständig.
Sie werden also bald wieder Besuch bekommen.
Sie können gehen. Danke.
Sie sind für Benjamin wohl ein bisschen wie ein Vater?
Sie sind ein cleverer Mann. Entdecken Kuckucksei auf Hühnerfarm.
Nein. Ich Celia erst getroffen vor einem Jahr.
So ein langes Versteckspiel.
Ich und Celia wollten Geld sparen für neue Zukunft.
Sie hat gesagt, einen Monat, 2 Monate, 3 Monate aushalten.
Aber jetzt ist mir alles gestohlen.
Meine Liebe, und auch Benjamin, der mich so gerne hat.
Und Sie? Sie hätten Herrn Suter einfach den Sohn gestohlen?
Wassily fand Celias Tasche im Hofcontainer.
So, so. Und plötzlich taucht die Tasche auf, samt Tickets,
und du findest sie. Genial, Luc!
Wassily fand Celias Tasche, nicht ich.
Der Herr Bestatter bringt den Verdächtigen selber auf den Posten.
Wenn er sie getötet hätte, wäre er längstens abgehauen.
Und noch was:
Bringt jemand seine grosse Liebe um, wenn sie die Tickets schon haben?
Und geht dann freiwillig zur Polizei?
Das wollte er sowieso.
Ich kam ihm halt einfach ...
... in die Quere.
Du kommst mir in die Quere.
Du überschreitest deine Kompetenzen massiv.
Kommt nicht wieder vor. Ich verspreche es.
Das glaubst du ja selber nicht. Da könntest du Recht haben.
Aber ich verbürge mich für ihn. Er hat diese Frau nicht umgebracht.
Dann gibt es eigentlich nur noch eines.
Eifersucht. Das älteste Mordmotiv der Welt.
Mir blieb fast das Herz stehen, als ich das hörte.
Verkaufen. An Poulet-Liechti.
Aber zum Glück kenne ich dich besser, Junge.
Du findest wieder eine neue Frau.
Und dann ist es die richtige. - Jetzt sei endlich still!
Ich will jetzt Mami sehen.
Benjamin.
Das geht jetzt nicht. - Doch, das geht.
Melancholische Klänge
Herr Suter und sein Junge wollen nochmals zu ihr.
Madame Laroux, tut mir leid. A tout a l'heure.
Der Kleine wollte sie nochmals sehen. Ja, das verstehe ich.
Ich habe noch Fragen wegen der Beerdigung.
Ich möchte eine einfache Urnenbestattung. Auf Wiedersehen.
Wenn sonst noch irgendetwas ... Nein, danke.
Ihre Mutter sagte, ich fände Sie hier.
Waren Sie über die Zukunftspläne Ihrer Frau informiert?
Welche Zukunftspläne? Die Flugtickets nach Kanada.
Was? So ein Blödsinn! Nun lassen Sie mich endlich in Ruhe!
Herr Suter, Sie werden uns jetzt ein paar Fragen beantworten.
Ihre Frau erpresste Liechti. Darum brachte er Celia um?
Nein, sonst würden Sie jetzt nicht auf diesem Stuhl sitzen.
Mit dem erpressten Geld hoffte sie auf ein besseres Leben.
Weit weg von Ihnen. Aber mit Ihrem Sohn.
Melancholische Streicherklänge
Herr Suter! Wollen Sie nicht etwas sagen?
Das war ihr Hobby: Reisepläne machen.
Sie surfte stundenlang im Internet, diese Insel, ans Meer ...
Sie hatte es nicht einfach auf dem Hof, das stimmt.
Schluss mit den Ausreden!
Sie verloren die Nerven, weil Sie dahinterkamen.
Stimmt das, Herr Suter?
Ihre Frau hatte seit einem Jahr ein Verhältnis mit Wassily.
Er wäre auch mitgegangen.
Neben dem Familiengrab von de Pury wäre eine prominente Stelle frei.
Wenn das das Beste ist, das es gibt, soll mir das recht sein.
Herr Conrad. Jetzt ist endlich alles geregelt
und meine Schwiegertochter bekommt, was sie verdient.
Vielen Dank. Wissen Sie, wie es Ihrem Sohn geht?
Natürlich nicht so gut, nehme ich an.
Hat die Polizei denn immer noch keine Beweise gegen diesen Poulet-Liechti?
Wissen Sie, Thomas war immer ein stilles Wasser.
Sogar ich habe ihn nicht immer verstanden.
Aber so etwas Grauenhaftes hätte er nie getan.
Nicht mal, wenn sie nach Kanada abgehauen wäre.
Kanada? Kanada, Australien. Einfach weit weg.
Spielt keine Rolle. Oh, ich muss leider schon wieder.
Sie könnten Thomas helfen, wenn Sie die Abdankungsrede halten würden.
Ich glaube, das wäre wichtig.
Ich weiss aber nicht, ob ich das kann.
Sie sind das Oberhaupt der Familie. Meinen Sie?
Ja, Sie haben Recht.
Wer sonst?
Entschuldigen Sie mich einen Moment, Frau Suter!
Luc!
Luc! Du kannst nicht schon wieder fortlaufen!
Madame Laroux. Ihre Familie ist schon auf dem Weg.
Das übernimmt Fabio. Er war mal Coiffeur.
Gib ihm das Necessaire!
Bist du nicht ganz bei Trost? Der hat doch keine Ahnung, wie man ...
Ka-ta-stro-phe.
Ich muss mit Suter reden.
Er hat es eigentlich schon zugegeben.
Bei einem Geständnis gibt es kein "eigentlich".
Hm. Alter Polizeiexperte.
Er streitet es nicht ab, gibt es aber auch nicht zu.
Aber wir haben ihn bald so weit. Wir müssen das Begräbnis besprechen.
Geräusch des Türschlosses
Man behandelt Sie aber schon gut?
Ja, ja. Wegen der Grabrede.
Es gibt eine griechische ... Es gibt keine Grabrede.
Ihre Mutter hat alles schon vorbereitet.
Sie will die Grabrede auch selber halten.
Sie sind damit einverstanden, nicht? Weshalb erzählen Sie mir das?
Schon gut. Lassen Sie mich schnell alleine!
Herr Suter!
Sie ist stärker als ich. Ich kann das auch nicht ändern.
Der Tod Ihrer Frau ist eine Tragödie.
Aber wollen Sie Ihren Sohn auch noch verlieren?
Ich kenne Benny fast nicht. Er spielt lieber mit Wassily.
Und Celia schirmte ihn vor mir ab. Sie wollte ihn schützen.
Nicht primär vor Ihnen, Herr Suter.
Äh, noch eine Frage: Woher weiss eigentlich Ihre Mutter,
dass Celia nach Kanada auswandern wollte?
Ich sitze morgen in der Kirche direkt hinter Ihnen.
Das geht gar nicht. Was ist los?
Ich habe gemacht, was ich konnte, Chef.
Herr Conrad, wir möchten nicht mehr länger warten.
Wir wollen nun zu unserer Mutter.
Fabio, ist alles bereit? Das wäre sehr nett.
Arie: "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen"
aus "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart
Das ist die Königin der Nacht, nicht die "Glockenarie".
Spannende, opernhafte Streicherklänge
Herr Conrad.
Ich muss Ihnen jetzt etwas sagen:
Meine Mutter hat alle grossen Rollen gesungen. Alle.
Ausser einer. Der schönsten.
Die Königin der Nacht.
Dass sie jetzt auf ihrer letzten Reise diese Rolle verkörpern kann,
das ist einfach ...
Das ist wunderbar.
Wunderbar.
Ich habe Ihnen ganz, ganz herzlich zu danken.
Ja, das habe ich gerne für Sie gemacht, Herr Laroux.
Ja.
Langsame, verhalten fröhliche Musik
Erika, machen wir ihm einen Vertrag!
Probezeit bestanden.
Orgelmusik
Es ist schön, dass so viele Menschen gekommen sind,
um von Celia Abschied zu nehmen. Ich danke euch.
Es ist für unsere Familie ein schwerer Schlag,
dass Celia nicht mehr bei uns ist.
Für Thomas und Benjamin ganz besonders.
Aber auch für mich.
Vom ersten Tag an hatte ich Celia ins Herz geschlossen.
Celia war ein Stadtkind, aber sie hatte das Herz auf dem rechten Fleck.
Und es war eine Freude, zuzuschauen,
wie die Suter-Familie wuchs und stark wurde.
Eine neue Generation wuchs heran.
Und Celia war ein leuchtender Stern auf dem Suter-Hof.
Was erzählst du da? - Ein leuchtender Stern,
der auch nach diesem furchtbaren Tod nie erlöschen wird.
Sie war für mich wie meine eigene Tochter.
Alles Lügen! Du hast sie gehasst!
Du hast ihr Lachen nicht ertragen, und die Musik, die sie hörte,
und ihre Schönheit und ihren Stolz.
Thomas, setz dich und sei still!
Ich bin nicht still. Nichts, das sie tat, war recht.
Sie hat Benny verzogen, sie konnte nicht kochen,
sie konnte im Betrieb nichts recht machen und war immer krank.
Warum kam sie ausgerechnet auf einen Hühnerhof?
Weil sie mich mal sehr gern hatte und ein anderes Leben wollte.
Aber das bekam sie bei mir nicht,
weil du immer dazwischengestanden hast.
Sie nützte dich aus. Sie wollte dich mit einem anderen Mann verlassen.
Und mit meinem Enkelkind Benjamin ...
Sie wollte v.a. von dir weg, Mutter.
Aber ich musste diese Katastrophe doch verhindern.
Melancholische Musik
Verdammt, das hat jetzt aber was gebraucht.
Luc, du treibst mich manchmal in den Wahnsinn.
Trotzdem, danke.
Das habe ich gerne gemacht.
Jetzt habe ich eine interessante Information für dich.
Der Fall Mäder, die Akte ist leer. Die Unterlagen sind weg.
Das heisst? Das irgendwas faul ist bei uns.
Eine polizeiinterne Geschichte? Oder hatte Mäder selber Dreck am Stecken?
Oder er war jemandem auf der Spur, der nicht vor Mord zurückschreckt.
Das macht mir etwas Bauchschmerzen.
Ich muss zurück. Ciao!
Melancholische Klarinettenmusik
puretype gmbh / UT-Redaktion Zug Im Auftrag von SWISS TXT - 2013
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