All language subtitles for 2016_K├╢nigin der Nacht.deu

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Original subtitles

(Sanfte Klaviermusik, Vogelgezwitscher)

(Muhen)

Kriegst ein ganz großes Kälbchen.

Ja, das wird wirklich ein riesiges Kalb.

(Leicht beunruhigende Musik)

Na, Herzchen? Zieh!

(Sie stöhnen.) Jetzt, ja!

Komm!

Das ist die Fruchtblase.

Jetzt, ja, ja! - Komm, komm, komm!

(leise:) Er ist durch, er ist durch! Er kommt!

Jetzt, jetzt, jetzt!

Komm, Mäuschen. (Muhen)

Und, hast du schon einen Namen? - (lacht:) Nee, noch nicht.

Kommst du zu Mama.

Schleck das mal ab! - Da ist deine Mama, ha?

Da ist deine Mama.

Stimmt es, dass wir den Hof verlieren?

Wer sagt denn so was?

Ich hab's halt gehört. Stimmt's?

Nein, wir verlieren den Hof nicht.

Gut.

Papa! Mats!

Es ist da! - Echt?

Mädchen oder Junge? - Ein Junge, ganz groß.

Willst du mitfahren? - Ja.

Steig auf.

(Entspannte Musik)

Okay, wie wär's heut mit diesem:

"Es tut der Mond, die Sonne, das Herz, das Eis,

die Tür, die Naht, die Blume, die Saat, die Knosp am Zweig."

Oh nee, wieder eins von Papas unlösbaren Rätseln!

Nein, das ist diesmal nicht von mir, das ist von Brentano.

Na kommt, versucht's.

Der menschliche Geist ist ein neugieriges Wesen.

Man muss ihn manchmal herausfordern.

(Marie:) Weißt du's?

Der Mond, die Sonne, das Herz ...

Ich glaub, der Kompass ist kaputt.

Hältst du ihn auch richtig? Du musst ihn immer gerade zum Boden halten.

Meinst du so?

Ja, genau. So.

Ins Bett.

Mond, Sonne, Herz, alle gehen auf. Stimmt's?

(lacht:) Genau.

Ich liebe dich. - Ich dich auch.

Nicht böse sein, ich bin müde.

Schlaf gut. - Du auch.

(Ruhige Musik, Plätschern)

Inga?

Herr Böhmer ist da. - Ich komm gleich, ja?

.. und auf der Basis von diesen gut durchdachten neuen Projekten,

beziehungsweise auch Produkten, sind wir zuversichtlich,

dass wir unsere Schulden bei ihrer Bank bald wieder bedienen können.

Herr Scholz, ...

.. wie oft haben Sie mir das schon versprochen?

Allein der Zinseszins beläuft sich mittlerweile auf über 4000 Euro.

Das macht eine Hauptschuld von 78.496 Euro.

Also ich hab jetzt keine andere Wahl. Ich muss Ihre Akten ...

Herr Böhmer, wie hoch müssten denn die Ratenzahlungen sein,

damit Sie uns weiter betreuen können?

(Er seufzt.)

1500 Euro. Pro Monat.

Plus minus.

Gut, das Geld werden Sie bekommen.

(Böhmer seufzt.)

Das ist jetzt aber wirklich das letzte Mal.

1500 extra im Monat.

Wie wollen wir das denn schaffen?

Ich muss mir einen Job suchen.

Aber Inga, ich brauch dich hier. Am Hof.

Ich weiß, ich dachte an abends.

(Entfernte Tierlaute)

(Uhrticken)

Kellnern? Das ist eine Schnapsidee.

Du bist doch hier voll ausgelastet.

800 Euro im Monat.

Ich fahr da einfach mal vorbei und seh mir das an.

Bis später. - Tschüss.

(Leicht beunruhigende Musik)

(Motor wird gestartet.)

'Tschuldigung? - Mhm?

Haben Sie auch größere Äpfel und vielleicht mit weniger Dellen?

Ist ganz normal, das sind unge- spritzte Bio-Äpfel, direkt vom Baum.

Suchen Sie sich einfach andere raus. - Okay, nee, danke schön.

Hallo, guten Morgen, Frau Scholz. - Guten Morgen.

Haben Sie was Feines im Angebot?

Ja, Sie haben doch letztes Mal den mit Paprika vermisst.

Oder was Neues, mit Brennnessel. Probieren Sie mal.

Ja, gern.

Mmmh, so würzig wie seine Verkäuferin.

Heißt das, Sie wollen ein Stück? - Am liebsten den ganzen Laib.

Herr Hartmann ... Wie wär's stattdessen mit 200 Gramm?

Ja, wär in Ordnung.

330 das ganze Stück. Kriegen Sie weg, oder?

Da muss ich aber an Sie denken beim Essen.

(Kirchenglocken) Sonst noch was?

Haben Sie schon mal irgendwo bedient? - Wollen Sie eine ehrliche Antwort?

Oh, vielen Dank. - Meine Mutter.

Hallo. - Hallo.

Eigentlich ist es ganz einfach.

Je freundlicher und offener Sie sind, desto mehr verdienen Sie.

Meine Gäste kommen nach einem Arbeitstag hierher,

sie suchen etwas Entspannung und Ruhe.

Deshalb arbeiten hier auch nur Frauen wie Sie:

attraktiv, lebens- und liebeserfahren.

Ich soll aber schon nur bedienen? - Ja, das sollen Sie auch.

Aber?

Wir sind kein Puff, wenn Sie das meinen.

Aber allzu verklemmt geht es hier auch nicht zu. Na?

Und du bist dann auch oben ohne? - (lacht:) Nein.

Nur die Tänzerinnen.

Irgendwie ist das doch alles nicht seriös, oder?

Ich probier's.

Der Besitzer meinte, ich könnte an die 1000 Euro nach Hause bringen.

Wir müssen Herrn Böhmer ja erst mal nur ein paar Monate die Rate zahlen.

Vielleicht geht er dann auf 1000 runter.

Melken, ausmisten und füttern? Das sind gut zwei oder drei Stunden!

Marie, es geht doch nur um die Wochenenden, wenn keine Schule ist.

Komm schon, dann kann Mama ein bisschen länger schlafen.

Das ist jetzt eine Durststrecke, wir werden das gemeinsam durchstehen.

Damit Ende der Diskussion. - Kann sie überhaupt kellnern?

Ja, sie kann kellnern.

Fräulein, krieg ich noch ein Bier und noch zwei für meine Freunde hier.

(Ludwig lacht.)

(Rhythmische Musik) Ich weiß!

Na toll.

Sei so lieb, bring uns einfach zwei Calvados.

Und wenn du ein bisschen Zeit hast, noch einen dritten für dich.

(lacht:) Okay, ich guck mal.

So, habt ihr auch Calvados? - Klar.

Dann zwei für Tisch sieben, bitte. - Hast du die mitgebracht?

Ja, Bio-Äpfel von unserem Hof. Sind wirklich gut.

Danke. - Aber nicht alle essen.

Die sind auch für die Mädels. - Und?

Ja, läuft gut. - Der Jürgen steht voll auf dich.

Welcher Jürgen? - Mh.

Genieß es. Und immer schön lächeln.

Steckt eine Menge Trinkgeld drin. - Sorry, ging nicht eher.

Du bist zwei Stunden zu spät! - Ich mach's wieder gut, versprochen.

Mister Hu ist wieder da. Den übernimmst du heute.

Gut.

Hey, ich bin Caro. Du bist die Neue? - Hallo, Inga.

Willkommen im "Paradies". - Danke.

Wer ist Mister Hu? - Der schmierige Typ da.

Nicht hinschauen.

Der ist mit seinen Wurstfingern schneller in dir drin

als dir lieb ist. Dann wollen wir mal.

(Rhythmische Musik im Hintergrund, Lachen)

(Tierlaute)

(Entfernte Tierlaute)

(Tor knarzt, Muhen)

Inga! Inga!

Danke.

Sag mal, soll ich heute für dich auf den Markt fahren?

Seh ich so schlimm aus? - Nein.

Aber dann kannst du dich nachher noch mal hinlegen.

Du schläfst zu wenig zurzeit.

Die Arbeit hier, die Bar. Das hältst du auf Dauer nicht durch.

Ich mach das schon.

Gut, ich bin im Stall. - Ja.

(Ruhige Musik)

# Dream when you're feeling blue

# Dream, that's the thing to do

# Just ... - Das ist schön.

# .. watch the smoke rings rise ...

Für Tisch elf den teuersten Champagner, den ihr habt.

Du bringst ja richtig Umsatz.

Uwe sollte dir mal eine Extraprovision zahlen.

(lacht:) Sag's ihm.

Muss er nicht, ich hab's gehört.

Ich hol mal den Imerial.

# .. as they seem

# So dream, dream, dream

(Gedämpfte, rhythmische Musik)

Hey, geht's dir gut?

Ja.

Alles in Ordnung, ich bin nur ein bisschen müde.

Dreimal die Woche hier und dann noch dein Hof, kein Wunder.

(Sie seufzt.)

Ich könnt das nicht, ich brauch meine acht Stunden Schlaf,

sonst werde ich unerträglich.

Wir brauchen grad jeden Pfennig, um über die Runden zu kommen.

Wenn's ums Geld geht, da könntest du viel mehr verdienen.

Ich arbeite bei einer Escort-Agentur.

Da verdien ich manchmal an einem Wochenende so viel wie hier im Monat.

An einem Wochenende? - Ja, klar.

Die meisten wollen schon poppen, ja, aber ...

.. so oft musst du's ja gar nicht machen, so viel wie du verdienst.

Ich hab ja gesehen, wie die Männer dich angucken.

Ist dir das überhaupt bewusst? Wie die Männer auf dich reagieren?

Aber wenn du da so gut verdienst, was machst du dann hier?

Das ist mein Zuhause. Bin schon ewig hier.

Uwe kenn ich seit ... pfff ...

Er ist so was wie mein bester Kumpel, fast wie ein Bruder.

Aber ... wenn du Geld verdienen willst, bist du hier falsch.

Hm ...

(Rumpelnde Geräusche)

Was ist denn jetzt schon wieder mit dieser Dreckskarre da!?

(Er stellt den Motor ab und ächzt.)

(Vogelgezwitscher)

Probier mal, Mats.

(Motor stottert.)

Er kriegt keine Luft.

Na, das sieht ja gut aus! Mach noch mal.

(Motor stottert.)

Scheiße! Ah!

(Motor springt an.)

Ha! - Ja! Papa! Du hast es geschafft!

Mats, du hast es geschafft!

Papa, das Biest hat gewusst, dass es keine Chance gegen dich hat.

Ja, genau.

So schnell legt sich kein Traktor mehr mit einem echten Scholz an.

So, ihr zwei, ihr geht jetzt mal Hausaufgaben machen.

Aber die kann ich doch auch später machen.

Komm, dann hast du's erledigt. - Und Mats?

Ich hab doch gesagt, ihr zwei. - Ja ...

Komm.

Wie geht's dir?

Nicht gut.

Es entgleitet mir.

Es entgleitet mir alles und ich ... kann's nicht ändern.

Dieser Scheißtraktor!

Die Synchronisation vom Getriebe ist völlig im Eimer,

er geht kaum noch an und die Hydrau- lik funktioniert auch nicht richtig.

Sind bestimmt wieder 2000 Euro.

Wir kommen aus diesen Schulden nicht raus.

(Uhrticken)

Das Mädchen aus der Bar, weißt du, von der ich dir erzählt hab, Caro.

Die arbeitet ab und zu als Escort-Dame und meint,

dass sie da an einem Wochenende mehr verdient

als in einem ganzen Monat in der Bar.

Und ... was macht eine Escort-Dame?

Reiche Geschäftsleute zum Essen begleiten oder ins Theater.

Ich weiß nicht, manchmal vielleicht auch mehr Intimitäten.

Ich hab mir heute mal die Rechnungen angeguckt.

Wir müssen entscheiden, ob wir den Strom zahlen oder das Tierfutter.

Und dann weiß ich noch nicht, wie wir den Kredit bedienen wollen.

(Tür knarzt.)

(Leicht beunruhigende Musik)

Weißt du noch, vor ein paar Jahren, zum Erntedankfest ...

.. als ich zu viel getrunken hab

und mir das mit Jutta Vordermaier passiert ist.

Das war doch für dich in Ordnung.

Also, später dann.

Mhm.

Weil du mir versichert hast, dass es dir nichts bedeutet.

Vielleicht wäre das ein Weg.

Das Ganze so zu sehen.

Wahnsinn.

Dass es so weit mit uns gekommen ist.

Ich kann da bis zu 3000 Euro ...

.. mit nach Hause bringen, mit zwei oder drei Abenden in der Woche.

Dann hätt ich wieder richtig Energie für den Hof.

Ach, ich weiß nicht ...

(leise:) Ich liebe dich.

Ich dich auch.

(Tippen)

(Tür wird geöffnet.)

Ich bin Annuschka Weidenbach. - Hallo, Inga Scholz.

Sie haben mich am Telefon sehr neugierig gemacht.

Ja? (Sie lacht nervös.)

Toll, dass es so schnell geklappt hat!

Weiß Ihr Mann darüber Bescheid?

Ja, klar. - Gut.

Haben Sie irgendeine Erfahrung auf dem Gebiet?

(lacht:) Nein, noch überhaupt nicht.

Also in der Regel läuft das so:

Der Kunde entscheidet sich auf unserer Internetseite

für eine Dame und bucht sie.

Die meisten Männer kennen wir, sie sind Stammkunden.

Wenn Sie zwei- bis dreimal in der Woche gebucht werden,

dann kommen Sie im Monat mindestens auf 3000 Euro.

Bei uns wird pro Stunde abgerechnet.

Für eine Stunde zahlt der Gast 220 Euro,

davon würden 130 Ihnen gehören und 90 sind die Provision.

Sie sind zwar die Geliebte auf Zeit, ...

.. aber bei uns findet jede Begegnung auf Augenhöhe statt.

Das ist wichtig. Das heißt,

wenn Ihnen ein Gast absolut nicht zusagt,

dann müssen Sie auch nicht mit ihm den Abend verbringen.

Das ist gut. - Danke.

Aber die meisten Männer, die bei uns buchen,

sind wirklich wahre Gentlemen.

Stimmt das, Christine? - Das stimmt.

Sie sehen gut aus, Sie haben etwas von der Unschuld vom Lande.

Das könnte gut zu uns passen.

Möchten Sie es versuchen?

Ich denke schon, ja.

Dann bräuchten wir ein Profil von Ihnen.

Profil? - Mit Vorlieben und mit Tabus?

Ach so ... - Welche Stellung mögen Sie?

Lieber soft oder etwas härter?

Wie steht es mit Natursekt und so weiter?

Dominieren Sie gerne, lassen Sie sich gerne bedienen?

Oder verführen Sie lieber?

Das weiß ich jetzt eigentlich gar nicht so genau.

Darüber müssen Sie sich im Klaren sein, das kommt auf Ihr Profil.

Ach so. - Auch Tabus, falls es sie gibt.

Um Missverständnisse im Vorfeld aus dem Weg zu räumen. Hm?

Das ist eine Catering-Firma, die beliefert Veranstaltungen mit Essen.

Ich werd da im Service tätig sein.

Also bist du wieder ein Fräulein?

Ja, so ähnlich.

Aber diesmal ist es in Baden-Baden und eine bessere Gesellschaft.

Ich werd mich also etwas mehr zurecht machen müssen.

Heißt das, du verdienst auch besser? - Ja, genau.

Dann ist das doch ein Aufstieg. - Ja.

(Sie atmet hörbar ein und aus.)

Oh, du machst mich ganz nervös.

'Tschuldigung. - 'Tschuldige.

(Getragene Musik)

(Entferntes Bellen)

Meinst du nicht, dass es besser ist, wenn ich dich fahre?

Mach dir keine Sorgen.

Bis später. - Ruf mich an, wenn irgendwas ist.

Ja.

(Motor wird gestartet.)

(Sie seufzt.)

Guten Abend. - Guten Abend.

(Aufzugsignal)

Hallo, ich bin Lilly. - Robert. Komm rein.

(tonlos:) Danke.

Willst du ablegen? - (nervös:) Ja, sehr gern.

Ist mein erstes Mal.

Ach, mach dir keine Sorgen. Willst du was trinken?

Gerne.

Danke. - Prost.

Prost. (Gläserklirren)

(Uhrticken)

(überrascht:) Du bist noch wach?

Ja. Ich wusste nicht, ob du mich brauchst.

Danke, das ist lieb.

Es war alles gut. - Gott sei Dank.

Und ... wie war er?

Na ja, am Anfang war's schon ein bisschen komisch.

Der war viel jünger, Anfang 30 oder so, aber ...

.. sehr höflich.

Geht's dir gut?

Ja.

(Er seufzt.)

Ich liebe dich.

Ja.

(Bedrückende Musik, Glucksen)

(Handyläuten)

Scholz?

Hallo.

Ja, das ginge.

Ah so, schon 19.30 Uhr.

Nee, nee, das klappt schon.

Kann ich mitbringen, hab ich, ja.

Okay, dann bis morgen, danke.

Sieben plus fünf?

Elf?

Öhm, nee.

Zwölf! - Also, ich muss jetzt los.

Tschüss. - Tschüss.

Du siehst schön aus, Mama. - Danke, mein Schatz.

Und du riechst gut. - Ja ...

Soll ich dich noch zum Auto ... - Nee, macht mal schön weiter.

Ich hab's eh ein bisschen eilig. Tschüss.

(lacht:) Bitte, ich hab so was noch nie gesehen.

Ich auch nicht.

Ich kann mir schwer vorstellen, wie man das ehrlich rüberbringt.

Toll, richtig schön, ja.

Wollen wir hochgehen ins Zimmer?

Okay.

Moment, ich kann in den Dingern nicht so gut essen, entschuldige.

Wie wäre es mit einer Überraschung, Lilly?

Was für eine Überraschung?

(lacht:) Na, eine ziemlich große, würde ich sagen.

Pass auf jetzt, hier.

Okay. - Hier. Gib mir mal die Tasche.

(lacht:) Ich bin gespannt.

(Sie lacht laut, er stimmt ein.)

Caro! Hallo! - Hey.

Was machst denn du hier?

(flüstert:) Ich war bei einem Gast.

Also bist du jetzt auch richtig dabei?

Ja, danke noch mal für den tollen Tipp.

Es hilft uns so, und es läuft super. - Super ...

Ja, dann wart mal, bis du auf so ein perverses Arschloch triffst.

Mich hat letzte Woche einer als Aschenbecher benutzt.

(Loungemusik im Hintergrund)

Oh Gott, Caro.

Er hat mich festgehalten, ich konnt mich nicht bewegen.

Was sagt denn die Agentur dazu?

Dass er sich immer wie ein absoluter Gentleman verhalten hat.

Das geht gar nicht. - Desto reicher, desto perverser.

Mach's gut.

(Entfernte Tierlaute)

(Bedrückende Klaviermusik)

(Sie lacht leise.)

Seid ihr müde heute, das gibt's doch nicht!

Zeig mal dein Euter.

Ja. Ist wieder gut.

(genießerisch:) Ja ... ja.

(Ruhige Musik)

(Aufzugsignal)

Hier, für den Traktor. Haben wir jetzt alles zusammen?

Vielleicht mit dem da die Anzahlung ...

Gut.

Mein Bruder reserviert ihn für dich bis Ende des Monats,

dann will er den Rest. - Das kriegen wir hin.

Du solltest dich statt Lilly Lilith nennen.

(lacht:) Warum?

Lilith war die erste Frau von Adam, noch vor Eva.

Sie war selbstbewusst, verführerisch.

Und weil sie keine Lust auf den Garten Eden hatte, ist sie abgehauen.

Hüftabwärts wird sie oft als flammendes Feuer dargestellt,

weil sie so leidenschaftlich ist.

Lilith ... (Sie lacht.)

Was kostet es, wenn du noch ein paar Stunden bleibst?

(Nachrichteneingangston)

(Bedrückende Musik)

(Muhen, Vogelgezwitscher)

Ludwig?

Die Agentur hat grad angerufen.

Ein Gast würde mich gerne für 48 Stunden buchen.

Wie, 48 Stunden?

Das sind zwei Tage.

Ja, wahrscheinlich soll ich ihn irgendwohin begleiten.

Wie, begleiten? Sollst du mit ihm verreisen?

Das weiß ich nicht.

Was zahlt der für 48 Stunden? - 2400.

Inga, es reicht langsam. Geld ist nicht alles.

Ja, glaubst du, es macht mir Spaß, so lang weg zu sein?

Kennst du ihn? - Nein!

Die Agentur kennt ihn.

Warum hast du noch nie von deiner kranken Freundin erzählt?

Wir haben nur ab und zu Kontakt.

Und warum musst du ausgerechnet jetzt hin?

Es geht ihr im Moment einfach sehr schlecht.

Was hat sie denn? - Marie, hör doch mal auf!

Wenn Mama zu Isolde fahren will, ist das ihre Entscheidung!

Ich kann doch mit ihr reden, was ich will!

Nee, du stellst dumme Fragen! - Ist gut jetzt, ihr beiden.

Das sind doch keine dummen Fragen! - Natürlich!

Mama war noch nie bei Isolde, weil sie bisher gesund war.

Kannst du dir selber beantworten. - Jetzt hört auf.

Kann ich nicht. - Natürlich.

Ludwig, bitte.

(Ruhige Klaviermusik)

Hallo. - Hallo.

Bin der Oliver. - Lilith.

Ich freu mich. - Ich freu mich auch.

Bitte sehr. - Danke schön.

Noch ein Glas Champagner, bitte. - Sehr wohl.

Freu mich wirklich.

Das ist nett.

Also, ich fasse jetzt zusammen:

Da ist Erika, die gerade Vicky bekommen hat.

Mhm.

Und, äh, Vicky entwickelt sich prächtig.

Und Nicky, Xenia, Momo und ...

.. Jessica. Und Jessica hatte eine Kolik.

Aber jetzt geht es ihr wieder besser. - (lacht:) Ja.

Gott sei Dank. Und Esther ...

.. und noch 14 andere.

Und die kannst du alle auseinanderhalten?

Ja, klar. Die haben alle ihre kleine Persönlichkeit.

Und wer ist deine Lieblingskuh?

Ich bin sozusagen ihre Mama, ich hab natürlich keine Lieblingskuh.

Ach so, wie unsensibel von mir! Ich ziehe die Frage natürlich zurück.

Bitte darum.

Obwohl, wenn ich ehrlich sein soll, die ...

Entschuldigen Sie, Herr Wernicke, wir haben mittlerweile geschlossen.

Oh, wir sind die Letzten. - Mhm.

Wir sind gleich weg. - Vielen Dank.

Schade. - Wir können auch woanders hingehen.

Mhm.

(Beunruhigende Musik, sie lachen leise.)

(Unverständliche Unterhaltung)

(Rhythmische, sinnliche Musik)

(Sie atmet laut ein und aus.)

Hallo!

Und, stirbt deine Freundin?

Nein, die Isolde stirbt zum Glück nicht.

Es geht ihr schon wieder besser. Hallo.

Ich geh mal kurz die Tasche reinbringen, ja?

Bin gleich wieder da.

Und?

Seid ihr verreist?

Nein, wir waren bloß in Baden-Baden.

Wie, Baden-Baden?

Na ja, einfach nur begleiten in der Kurstadt.

Begleiten?

Ja. Ins Friedrichsbad, ins Casino.

(lacht:) Ich hab 70 Euro gewonnen.

Aber im Friedrichsbad muss man doch nackt sein, oder?

Na ja, klar. Ist ja eine Sauna.

(Bedrückende Klaviermusik)

(Ludwig räuspert sich.)

Morgen.

Heute hab ich den Kaffee gekocht!

Ach, das ist ja lieb von dir, danke.

Habt ihr euch gestritten?

Wer? - Du und Mama?

Nein.

Und warum hast du auf der Couch geschlafen?

Das geht dich nichts an.

Wird ja wohl einen Grund haben ... - Maria!

Es gibt Dinge zwischen Erwachsenen, die dich nichts angehen!

Ich bin kein kleines Kind mehr! - Dann benimm dich auch nicht so!

Mats, wollen wir heut Winterweizen aussähen?

Ja! - Können wir Männer unter uns sein.

Was für eine verlogene Scheiße! - Reiß dich zusammen!

Reiß dich zusammen, Marie!

Du kannst mich jetzt loslassen, ich hab's verstanden.

(Muhen)

Wenn du ein Problem hast, dann red mit mir

und lass es nicht an den Kindern aus!

Ach, hör doch auf, Inga! Du bist zwei Tage weg,

kommst wieder und siehst aus, als wärst du im Urlaub gewesen!

Ludwig, was soll denn das? - Ich frag mich einfach,

was du mit diesem Gast getrieben hast,

während ich hier versucht hab, den Laden am Laufen zu halten!

Wär's die lieber, wenn ich darunter leide, ja?

Willst du das? Macht es das für dich leichter?

Du bist einfach gerne weg.

Ich versuche nur, die Dinge positiv anzugehen!

Bitte nicht das. Bitte nicht das! Positiv angehen!

Ludwig, für wen tu ich denn das alles hier?!

Für uns, oder nicht?

(Vogelgezwitscher)

(Muhen)

Willst du, dass ich damit aufhöre?

Dann ruf ich sofort die Agentur an und kündige.

(Blöken)

Ludwig, komm. Bitte.

Das ist es nicht wert, ich will dich nicht verlieren.

Was sind denn das für Menschen, die über 2000 Euro dafür ausgeben,

um zwei Tage mit meiner Frau zusammen zu sein?!

Was macht denn der Typ?!

Ich weiß es nicht. Er kauft, verkauft.

Er hat dir gefallen. (Abschätziger Laut)

Du hast dich in ihn verliebt. - Nein! Es ist ein Gast.

Hallo! - Hallo, ich komm gleich!

(leise:) Komm, Ludwig, bitte.

Vier? - Nee, ich nehm sechs, bitte.

Okay ... Brauchst du sonst noch was?

Ach ja, ein Joghurt, bitte. (Handyklingeln)

Entschuldige mich kurz.

Ja? Annuschka, kann ich dich später anrufen?

Okay.

Ach so, Joghurt, ja.

(Er ächzt und keucht.)

(Bedrückende Musik)

Sie werden einen attraktiven, ...

.. reichen, äußerst charmanten jungen Mann kennenler ...

Ah, Sie haben ihn schon kennengelernt.

Und Sie verbringen gerade die Nacht mit ihm.

(lacht:) Wirklich, ja?

Was für eine schöne, zarte Hand.

Eine Hand, die auch zupacken kann.

Hmmm, eine Hand, die nach frischem Heu riecht.

Nach Milch.

Mh, nach Kuhstall. (Sie lacht.)

Sie sind ein sehr guter Wahrsager.

Oh!

Ein kleiner Makel auf der schönen Haut?

Ist das eine Narbe aus der Kindheit? - Hm.

Oder ... Oh nein!

Ist das vielleicht das Zeichen einer Ehe?

Hat diese wunderschöne Frau noch einen anderen Mann in ihrem Bett?

Ich glaube, das gehört nicht hierher, hm?

Ja, natürlich, tut mir leid.

(laut:) Ich hoffe nur, er weiß, was er an dir hat!

Wenn nicht, ist er ein verdammter Idiot!

(Beunruhigende, pulsierende Musik)

2,60 zurück. Bis zum nächsten Mal.

Danke, gleichfalls. - Hallo, Mama!

Ah, hallo, ich hab dich gar nicht kommen sehen.

Danke für die Jeans, ich find sie voll cool.

Sieht super aus. - Ich bring meine Tasche ins Auto.

Holst du mir bitte noch Joghurt aus dem Auto?

Ja! - Hallo!

Hallo, Herr Hartmann. Was darf's sein?

Von mir erfährt Ihr Mann nichts.

Ich weiß jetzt nicht, was Sie meinen.

Na ja, Ihr nobler Freund aus Baden-Baden.

Mit dem Sie in der Lichtentaler Allee unterwegs waren.

Ich kann schweigen wie ein Grab, Frau Scholz.

Ja. - Auf mich können Sie sich verlassen.

Tschüss. - Wiedersehen.

Was meinte er? - Du kennst doch den Hartmann.

Er kann das Flirten nicht lassen. Bindest du bitte die Haare zusammen?

(Tierlaute)

Wo ist Papa? - Er musste nur mal weg.

Wir sollen ohne ihn essen.

Super. Mama ist andauernd weg und jetzt auch noch Papa.

Können wir dann Fernsehen schauen?

Mach ihn an. - Ja!

(Mann:) Ist offen!

Was machst du hier?

Ich musste ... es sehen.

Das glaub ich jetzt nicht.

Du siehst mich jeden Tag, Ludwig.

Ich schlaf jede Nacht neben dir.

Was hast du für das Zimmer bezahlt?

Sag mal, bist du verrückt geworden?

Davon hätten wir Mats Klassenfahrt zahlen können!

Oder einen Teil von dem Traktor!

Sag mal, wofür arbeite ich denn überhaupt?

Ich war die halbe Nacht unterwegs,

ich hätte heute mal früher ins Bett gehen können, Ludwig!

Inga, ich ... krieg diese Bilder nicht aus meinem Kopf.

Und ich dachte, es hilft mir vielleicht, wenn ich ...

.. es sehe.

Du willst Lilith sehen, ja?

Hier ist sie.

Und? Zufrieden?

Ja? Nein?

Du willst eine kleine Lilith, ja?

Um ein bisschen mehr Würze in dein Leben zu bringen?

Überdrüssig von deiner Frau zu Hause, ist es das?

Du brauchst mal eine richtige Professionelle, ja?

Willst du das sehen? Ja? Oder fühlen?

Das magst du, ne? Das gefällt dir.

Oder hier, ist das schön? - Hör auf.

Das ist toll, ne? Gefällt dir das, ist das schön?

Macht dein Frauchen zu Hause nicht das, was du wirklich magst?

Inga, ich hab's begriffen. - Vielleicht ist sie zu zugeknöpft.

Hör auf. - Oder du magst schmutzige Wörter.

Hör auf. Es reicht. - Und sie nicht.

Vielleicht magst du's einfach ein bisschen härter, hä?

Was Perverses oder was ganz Krasses! - Es reicht, hab ich gesagt!

(Sie atmen heftig.)

(Sie stöhnen.)

(Er atmet schwer.)

(Ruhige, bedrückende Musik)

Nie wieder dürfen wir diese beiden Welten vermischen, Ludwig.

(leise:) Ja.

Ist recht.

(Vogelschreie)

(Beunruhigende Musik)

Herr Scholz? - Ja.

Oliver Wernicke. Ich bin ein Freund von Inga.

Tag.

Wer ist das da bei Papa?

Wart mal, ich bin gleich zurück.

(Tür knallt zu.)

(Tür knarzt.)

Hallo.

War grad in der Nähe. Dachte, ich sag kurz Hallo.

Ludwig war so nett, mich rumzuführen. - War er das?

Ein ganz schöner Aufwand, so einen Hof zu betreiben.

Wir haben grad viel zu tun, kein guter Zeitpunkt für Besuch.

Okay, tut mir leid, verzeih mir.

Ich muss sowieso weiter.

Danke, Ludwig.

Tschüss. - Wiedersehen.

(murmelt:) Wiedersehen.

(Vogelschreie, Tierlaute)

(flüstert:) Sag mal, spinnst du?

Ich hab keine Ahnung, warum er hier auf den Hof kommt.

Von irgendwem muss er doch die Adresse haben.

Ja, von mir sicher nicht.

So hältst du also unser Privatleben aus deinem Drecksjob fern!

Lässt deinen Stecher hier aufkreuzen, damit er mich auslacht.

Respekt, Inga. Respekt. Da muss man erst mal draufkommen.

Wo ist Papa?

Er musste noch mal weg.

Der ist in den Wald, nachdenken, hat er gesagt.

(Marie:) Wann kommt er wieder? - Weiß ich nicht.

(Boden knarzt.)

Mama, schläfst du schon?

Ist was, Süße?

(Ruhige Musik)

(leise:) Was ist los?

Warum streitet ihr jetzt so oft?

Wir streiten nicht.

Und der Mann von heute Nachmittag?

Das war ein alter Freund von deinem Vater und mir.

Ihr streitet wegen ihm.

Nein. Nein, Mäuschen.

Kommt er wieder?

Ich denke nicht.

Willst du bei mir schlafen, hm? - Ja.

Ich weiß, ich weiß, es tut mir leid.

Das kannst du nicht machen, du hast eine Grenze überschritten!

Ich hätte mich natürlich vorher ankündigen müssen.

Das war falsch, verzeih mir. - Oliver, bitter hör mir zu.

Wir können uns nicht wiedersehen. - Warum?

Wegen meinem Mann. - Aber der hat vorhin angerufen.

Er will mein Angebot annehmen.

Was für ein Angebot? - Ich will in euren Hof investieren.

Ich seh doch, wie viel du arbeiten musst.

Das ist doch nicht das Leben, das du verdienst.

Ich hab Geld, Inga, viel Geld.

Es muss doch nicht so hoffnungslos weitergehen mit eurem Hof.

Lass mich euch helfen, für mich ist das ein Klacks.

(Bedrückende Musik, Uhrenticken)

Ah, wieder da?

Hallo.

Ich weiß, ich hätt nicht einfach so abhauen sollen.

Es tut mir leid.

Ich musste nachdenken.

Über diese letzten turbulenten Monate.

Was für einen Sinn das alles macht. - Es ging darum, den Hof zu retten.

Ja. Irgendwie hab ich das auch gedacht.

Und ich hab nicht gemerkt, dass alles, was passiert,

Teil eines größeren Plans ist, der genau das zum Ziel hat.

Weißt du, als ich deinen Oliver gesehen hab ...

Er ist nicht mein Oliver!

Ich war einfach wütend.

So ein Typ, der nichts herstellt, nichts erschafft,

der davon lebt, zu kaufen und zu verkaufen, das ist für mich ...

Dabei könnte er unsere Probleme lösen.

Inga, er hat uns angeboten, ...

.. uns Geld zu leihen.

Damit wir unsere Schulden bezahlen können.

Und er würde bei der Bank für einen Kredit bürgen.

Damit wir in den Hof investieren können und wieder Gewinne machen.

Ludwig, es geht dem nicht um den Hof.

Ich weiß. Ich bin ja nicht blind.

Es geht mir auch nicht um Gewinne. Oder Gewinnmaximierung.

Es geht mir um unseren alten Traum.

Autark leben. Als komplette Selbstversorger.

Und dafür brauchen wir das Geld.

Weißt du, ... als du diesen Weg gefunden hast ...

.. uns zu helfen, hab ich versucht, dir zu vertrauen.

Aber ich kann das nicht, ich bin nicht stark genug.

Ich möchte, dass du mir jetzt vertraust.

Wir haben jetzt die Möglichkeit, unser Gleichgewicht wiederzufinden,

das uns irgendwie abhanden gekommen ist.

Verstehst du?

"Die Bürgschaft umfasst alle be- stehenden und künftigen Forderungen,

die dem Gläubiger aufgrund einer laufenden Rechnung

aus der Gewährung von Krediten jeder Art sowie in sonstiger Weise

aus den regelmäßigen Geschäftsbeziehungen zustehen."

Und so weiter und so fort.

Ähm, wollt ihr euren Anwalt noch einen Blick drauf werfen lassen?

Nein, Hauptsache, wir kriegen das alles geregelt,

bevor ich zur Landwirtschaftsmesse fahre.

Ja, sicher.

".. beläuft sich die Gewinnbeteiligung

auf acht Prozent vor Steuer, nach Abzug aller Verbindlichkeiten."

Na, ein bisschen was sollte für mich am Ende schon rausspringen.

Das geht schon in Ordnung.

Ach so, ja klar.

Oh, darf ich mal?

Ja, bitte.

(Muhen)

Du musst mir mal zeigen, wie man das mit dem Melken macht.

Oliver, du kannst jetzt nicht immer hierher kommen.

Wieso? Wir sind doch jetzt Geschäftspartner.

Natürlich.

Aber wir sollten uns nach einem Appartement für dich

in der Stadt umsehen.

Was soll ich mit einem Appartement in der Stadt?

Dann hast du einen eigenen Ort und wir können uns sehen.

Jetzt, wo du nachts nicht mehr arbeiten musst.

(Bedrückende Musik)

Im Prinzip erzeugen wir aus unserem Kuhmist in einer Biogasanlage Gas.

Und mit dem Gas treiben wir einen Verbrennungsmotor an, wie im Auto.

Der hat als Abfallprodukt Wärme, damit heizen wir,

und treibt einen Generator an, der Strom erzeugt.

Und was ist das? - Solarpanels, auch für Strom.

Aus Sonnenlicht machen die Strom.

Dann kriegen wir also komplett unseren eigenen Strom?

Vielleicht nicht ganz komplett, aber ich schätze zu 80 %.

Cool. - Ich hab schon Optimierungsideen.

Das neue Ziel der Familie Scholz: Autonomie.

Auto - was?

Ist Griechisch. Autonomia, das bedeutet Unabhängigkeit.

Unabhängig von Strompreisen, Gaspreisen, Milchpreisen.

Niemand soll je wieder auf unseren Lebensentwurf Einfluss nehmen.

(Entferntes Muhen)

Das passt jetzt grade gar nicht, Oliver.

Ich wollt meinen Geschäftspartnern mal einen Besuch abstatten.

Ludwig ist auf der Messe, das weißt du.

Ah. Das muss ich wohl vergessen haben.

Du hast nicht auf meine Nachrichten geantwortet.

Ich wollte dich für ein Date buchen, aber du warst nicht verfügbar.

Was ist los? - Ich hatte zu tun.

Du hattest zu tun?

Du hast Zeit für andere, aber nicht für denjenigen,

der dich und deinen Mann aus dem Chaos hier gerettet hat?

Warum, glaubst du, hab ich das denn gemacht, Inga?

Ich dachte, du wolltest uns helfen. - Ja, natürlich.

Klar.

Aber ich habe es auch gemacht, damit wir mehr Zeit füreinander haben.

Hm? Ich dachte, du möchtest das auch. - Bitte nicht.

(Düstere Musik)

Triffst du dich noch mit anderen Männern?

Ich wüsst nicht, was dich das angeht.

Vielleicht macht das deinem Mann nichts aus.

Aber mir macht es was aus.

Der Gedanke, du mit anderen ...

Ekelhaft!

Ich hab viel Geld gezahlt, um euch zu helfen.

Wir haben dich nicht darum gebeten. - Aber ihr habt es genommen.

Ich möchte, dass du mit dem Escort aufhörst.

Das ist mein Ernst. Sei lieber vorsichtig.

Hallo, Mama!

Hallo! (leise:) Kannst du jetzt bitte gehen?

Ich hoffe wirklich sehr, dass du mich nicht enttäuschst, Inga.

Hallo, mein Schatz. - Hallo.

Gehst du schon mal rein? - Ja.

(Düstere Musik, Vogelschreie)

(Motor wird gestartet.)

(Entferntes Bellen)

Beim nächsten Mal ...

.. kommst du nicht so leicht davon.

(Ängstlicher Laut)

(Angsterfüllte Laute)

(Sie atmet zitternd.)

(Blöken, Vogelschreie)

Inga.

Scheiße!

Es tut mir so leid. - Das war Oliver.

Was?

Wieso Oliver? Marie hat mir gesagt, zwei Jogger hätten dich überfallen.

Ja, das war Oliver.

Wieso das denn?

Er hat mir gedroht, er will mich für sich alleine haben.

Und das ist noch nicht alles.

Er bucht dich für 48 Stunden?

Das kann ich nicht.

(Tür knarzt.)

Ludwig, es ist spät, willst du nicht reinkommen?

Keine Sterne.

Alle tot.

Wir haben zu wenig zu den Sternen geschaut.

Jetzt sind sie alle gestorben.

Morgen sind sie wieder da.

Er wird seine Bürgschaft zurückziehen, Inga.

Und das war's dann.

Wir brauchen sein Geld.

Wir kommen aus dieser Scheiße nicht anders aus.

Wir gehen morgen zur Bank und reden mit Herrn Böhmer.

Ich hab auf der Landwirtschaftsmesse Verträge unterschrieben.

Das sind 60.000 Euro, die ich da ... - Was?

.. ausgegeben habe.

Alles vorbei.

Unsere Träume. Alles.

Du kannst dir doch gar nicht sicher sein, dass er dahintersteckt.

Du kannst dir nicht sicher sein.

(Er murmelt.)

(Düstere, wabernde Musik)

Schön, dass du da bist. Komm rein.

Wow, was für eine Suite.

Es freut mich, dass sie dir gefällt.

Danke.

Geht's dir gut?

Ja.

Ich hab dich vermisst.

Und, hast du schon Pläne für die nächsten zwei Tage?

Wir werden's uns einfach gutgehen lassen.

Lass uns einfach noch mal von vorne anfangen, okay?

Okay.

(Langsame Jazzmusik im Hintergrund)

Willst du noch einen? - Mhm, warum nicht?

Ahm, noch zwei, bitte. - Sehr gern.

Trinidad. - Es wird dir gefallen.

Wahnsinnig schön da.

Klingt auf jeden Fall sehr aufregend.

Ich würd mich sehr freuen, wenn du mitkommst.

Bitte. Komm, lass uns gehen.

Ich hab doch grade noch einen bestellt.

Den trink ich noch. (Er seufzt.)

(Er stöhnt.)

(Sie hustet.)

Magst du nichts essen?

Irgendwie noch nicht, vielleicht später.

Schluck Champagner?

Für mich nicht, danke.

Ich hab nicht so gut geschlafen.

(Angespannte Musik)

(Gedämpfte Schritte)

Kommst du mal?

Ich hab was für dich.

Die kann ich nicht annehmen, Oliver. - Natürlich kannst du das.

Probier mal.

Nein, Oliver, wirklich, ich will sie nicht.

Jetzt komm, probier mal.

Hör auf, ich möcht sie nicht. - Mach mal.

Komm, hör auf, bitte. Hör auf!

Hör auf, du tust mir weh! - Was ist denn?!

Ich hab doch gesagt, dass ich sie nicht will.

Du erstickst mich.

Ich liebe dich, kapierst du das nicht?

Begreif das doch endlich, ich will dich nicht!

Ich will nicht mit dir zusammen sein!

Da kannst du Hunderte schicken, die mich nachts überfallen.

Ich bin hier, weil du mich gebucht hast, ja?

Und weil du dafür bezahlst, nicht, weil ich dich will!

Verstehe.

Du bist einfach nur eine Hure.

Aber du glaubst, du bist was Besonderes.

Hau ab, du nervst.

Hau ab!

(Tür knallt zu.)

(Bedrückende Musik)

(Sie schluchzt.)

(Vogelschreie)

(Papier reißt.)

Hier. Von Olivers Anwalt.

Rückzahlung bis Ende des Monats, und er tritt von der Bürgschaft zurück.

(Dröhnende, pulsierende Musik)

(Er lacht leise.)

Schläfst du?

N-n.

(Er stöhnt.)

Warum gibt sich Papa jetzt schon tagsüber die Kante?

Es ist grade mal vier, und er ist schon besoffen.

Wir haben grad ein paar Probleme. Wir suchen aber nach einer Lösung.

Erzähl doch nicht so einen Schwachsinn, was für eine Lösung?

Wir sind am Arsch wegen dir. Du hast uns in die Scheiße geritten.

Du solltest den Kindern sagen ... - Ludwig, reiß dich zusammen!

Was soll Mama denn gemacht haben?

Sie hat dich nicht mit Schnaps abgefüllt.

Kann ich dir sagen, sie arbeitet ... - Ludwig, es reicht!

Genau.

Es reicht.

Die kommen auch in den Kühlschrank, ja?

Tag, Hans.

Du riechst wie eine ganze Brennerei, Ludwig.

Brennt ja auch überall.

Ist alles okay bei dir? - Na ... klar.

Ich hoff, du nimmst das nicht ernst, was der Hartmann über die Inga sagt?

Der spinnt doch.

Was erzählt Hartmann über Inga rum?

(Düstere Musik, Uhrenticken)

(Metallisches Klopfen)

(Angestrengte Laute)

Scheiße!

(Er brüllt unverständlich.)

(Er atmet schwer.)

(Düstere Musik)

(Schritte nähern sich.)

Ich kann das nicht mehr, dieses Lügen, diese Heuchelei!

Glaubst du, du bist jetzt was Besseres geworden, ja?

Und ich bin der Dumme, der Blöde? - Schrei nicht so rum, die Kinder!

Was?! Ja! Die Kinder! Genau um die geht's doch!

Die halbe Stadt weiß, dass du die Beine breit machst

für ein paar lausige ... Fass mich nicht an!

Für ein paar lausige Euros.

Und bevor sie es von jemand anders erfahren,

sollen sie's von mir erfahren, verstehst du?!

Was ... was ist das, hä?

Keusch, Verbalerotik. (Unverständlich)

Mama, alles in Ordnung? - Ja, es ist alles in Ordnung!

Bitte geht in eure Zimmer!

Nichts ist in Ordnung. Gar nichts ist in Ordnung.

Nein, mach das nicht, ich ... - Fass mich nicht an!

Hier, schaut euch das an. - Geht in eure Zimmer!

Ihr sollt euch das anschauen! - Geht in eure Zimmer!

Du lügst! Wir hassen dich! - Ich lüge?

Sie, sie hat euch die ganze Zeit belogen!

(hysterisch:) Ich hab gesagt, ihr sollt in eure Zimmer gehen!

Das verzeih ich dir nie!

Du mir verzeihen, hä?

Du hast alles kaputt gemacht! (Sie schreit verzweifelt.)

Eine eklige Drecksnutte! Hat's dir nicht gereicht?!

(Unverständlich)

Musstest du's auch noch mit diesem Hartmann treiben?

Und jetzt machst du mich bei den Kindern schlecht?

(gedämpft:) Dass ich der Böse bin, ha?

(Unverständliches Gebrüll, Poltern)

(Gedämpfte Schreie)

Mama? (erschrocken:) Mama?

Oh Gott ...

Ist er weg? - Ja.

Wo ist Mats? - In seinem Zimmer.

Er ist okay.

Oh Gott ...

(Sie stöhnt auf.)

Wie kann er nur?

(Ruhige Musik)

(Kuh brüllt.)

Inga, es tut mir so leid.

Das war nicht ich gestern Abend.

Du kennst mich doch.

Bitte bleib. Ich schaff das nicht ohne dich.

Wir fangen irgendwo anders neu an.

(Vogelschreie)

(Bedrückende Musik)

(Sie schluchzt.)

SWR 2016

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