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Original subtitles

12.8.1652: Durch die Frondeure herrscht Bürgerkrieg.

Regentin Anna von Österreich

musste Mazarin im Namen ihres Sohnes, König Ludwig XIV, entlassen.

KÖNIG, EICHHÖRNCHEN UND NATTER

Ich konnte 100000 Goldstücke, also neun Millionen Livre, retten.

Grazie, Colbert, tausend Dank.

- Und meine Bilder? - Alles ist in Sicherheit, Eminenz.

- Und meine Diamanten? - Es ist mir gelungen,

sie vor der Plünderung zu retten.

Vergesst nicht: Ich komme zurück.

Fouquet, ich habe die Diamanten immer wieder gezählt...

Und es fehlen zwei, nicht wahr?

Ich gedenke, sie der Marquise de Sevigne zu geben.

Der Marquise de Sevigne? Sie hat schon ein großes Vermögen.

Hatte. Der Marquis de Sevigne hat die Besitztümer verschleudert,

bevor der Gatte seiner Geliebten ihn im Duell tötete.

Ich dachte, wir müssen der Witwe helfen.

Ich finde uns sehr großzügig.

Die Diamanten sind doch unwichtig. Wir haben endlich Frieden.

Mazarin ist gegangen, die Ruhe kehrt nach Paris zurück.

Ich bewundere Euch, Fouquet.

Wie Ihr und Eure Familie vermisse ich

das großartige Land, das Richelieu erschaffen wollte.

Leider...

Ja?

Weder König noch Staat haben die Mittel für eine Politik,

die unser Land nach oben bringen würde.

Wie betreibt man großartige Politik,

wenn der Monarch mittellos ist?

Unserer Monarchie wird es immer an Geld mangeln.

Sie wird immer Kreditgeber benötigen.

Wozu Ihr zählt.

Im Dienst Seiner Majestät.

Lasst uns Freunde sein, Nicolas.

Wir arbeiten auf dasselbe Ziel hin.

Wir haben die gleiche Vorstellung von Dienst und Leben.

Bis auf einige Diamanten.

Der Kardinal wird Euch sicherlich

für Eure Bemühungen entschädigen, wenn er zurückgekehrt ist.

Aber ich wünsche keine Entschädigung.

Nehmt die meiner brüderlichen Freundschaft an.

VIER MONATE SPÄTER

Seine Eminenz Jean-Francois Paul de Gondi, Kardinal von Retz.

Monsieur Kardinal von Retz. Tretet näher, Eminenz.

Sire, ich möchte Euch nicht stören.

Seid Ihr allein gekommen?

Allein?

Ich will sagen, ganz ohne Gefolge?

Madame, ein Gefolge für einen Besuch des Königs?

Das wäre eine Beleidigung Seiner Majestät.

Dann seid Ihr, Monsieur Kardinal, ganz schutzlos?

Monsieur Kapitän der Leibgarde.

Kapitän d'Artagnan, verfügt über Herrn Kardinal.

Lasst ihn auf Schloss Vincennes bringen.

Bitte vergesst nicht, dass ich ein Kirchenfürst bin.

Ich vergesse nichts, Kardinal.

Auch nicht die finstere Fronde, in der Ihr befürchtetet,

meine Mutter und ich würden uns Mazarin anschließen.

Ihr versammeltet eine abscheuliche Menschenmenge,

die mein Bett beschmutzte, als sie sich überzeugte, dass ich darin lag.

Sie blieb bis zum Morgen und überwachte meinen Schlaf.

Ich hätte Euch vielleicht den Mordversuch an mir vergeben,

aber nicht die Demütigung.

Unsere Hauptfeinde, ich meine, die Feinde Frankreichs,

können keinen Schaden mehr anrichten.

Wir brauchen also nur noch Mazarin zurückzubeordern.

Euer Hochwohlgeboren Tubeuf.

Er hat dafür gesorgt, Eure Perlenkollektion zu verstecken.

Ich hoffe, sie sind alle da, Euer Hochwohlgeboren.

Ich kenne die genaue Anzahl.

- Bei meiner Abreise waren es... ...8643 Perlen, Eminenz.

- Ja. - Hier ist Signor Cantarini.

Er brachte Folgendes in Sicherheit:

Euer Vermeil-Geschirr, Eure Goldbecher,

Eure Silberschalen...

Es war mir ein Vergnügen, eine Ehre.

Und letztendlich ist hier Monsieur Forne, Eminenz.

Er hat Tag und Nacht über Eure wunderbare Medici-Pendeluhr gewacht.

Gut. Sehr gut.

Ihr erhaltet alle eine Entschädigung.

Ich bitte den Heiligen Vater,

Euch allen einen vollständigen Ablass zu gewähren.

Das ist mehr wert als alles Gold der Welt, oder?

Meine Herren, macht gute Miene.

Seid beruhigt, ich finde eine Gelegenheit, Euch zu bereichern.

Daran mangelt es in dieser schweren Zeit nicht.

Signor Fouquet, die Schwierigkeiten sind vorüber.

Mazarin ist zurück, der kleine König wird groß.

- Frankreich ist glücklich. - Glück dauert nicht an.

Es ist nur eine unnormale Situation zwischen zwei Stürmen.

Wenn man begreift, was Eure Eminenz beinahe verloren hätte,

denkt man, dass Ihr die Verwaltung Eures Besitzes

einer einzigen Person zuteilen sollte, der Ihr vollkommen vertraut.

Und Ihr denkt, Fouquet könnte diese Person sein?

Also...

Fouquet ist tatsächlich der erste Name, der mir dazu einfällt.

Die Königinmutter hält ihn für den besten Mann der Welt.

Nach ihrem Sohn, dem König, natürlich.

Wie geschickt er mich vor dem Aufruhr der Fronde geschützt hat.

Zweifelsohne.

Nicht zu vergessen die wunderbaren Dinge, die er für mich gerettet hat.

Zweifelsohne.

Aber wir müssen die Millionen wiederfinden,

die Eurer Eminenz entwendet wurden.

Dabei war eine geschickte und hinterhältige Buchhaltung im Spiel.

Deshalb brauchen wir einen Mann, der im Rechnungswesen bewandert ist.

Und Ihr glaubt, Fouquet kann nicht rechnen?

Doch, aber er rechnet im großen Stil.

Ich dachte eher

an jemanden, der wie ein Kleinkrämer rechnet.

Jemanden, für den selbst ein einfacher Denier zählt.

Und Ihr wart Krämer.

Ich stamme aus einer Familie von Tuchmachern.

Als ich ein Kind war,

sammelte ich die kleinen Fäden, die von den Tüchern gefallen waren.

Ich knotete sie zusammen

und machte schöne, große Knäuel daraus.

Schöne, große Knäuel? Könntet Ihr das auch mit Gold?

Könntet Ihr daraus schöne, große Knäuel machen?

Warum lehrt Ihr mich nicht?

Was soll ich Euch lehren, Geliebte?

Die Zärtlichkeiten, die eine gute Ehefrau ihrem Mann schuldet.

In dieser Hinsicht kann ich Euch nichts lehren, Ihr wart vorbildlich.

Warum verlasst Ihr dann das Bett?

Beginnen wir von vorne.

Das würde mir gefallen. Aber mein Werk wartet.

Eure Geschäfte können bis morgen warten.

Die Nacht beginnt erst, und ich bin nicht müde.

Ich arbeite Tag und Nacht. Ich habe euch vorgewarnt.

Morgen besuche ich die Marquise de Sevigne,

um ihr Geschenke ihres verstorbenen Mannes und des Kardinals zu geben.

Madame, ich bringe Euch, worum Ihr mich gebeten hattet.

Um die Wahrheit zu sagen:

Madame de Gondran gab mir problemlos

die Haarsträhne Ihres verstorbenen Mannes.

Sie war nur überrascht, dass Ihr sie dafür benötigt habt.

In sieben Jahren Ehe

hatte ich nie zugleich Sevigne und eine Schere in meiner Hand.

Und ich danke Gott dafür.

Ich hätte sie ihm wohl ins Herz gestoßen,

so litt ich unter seiner Untreue.

Nein. Behaltet sie.

Ihr findet im Beutel noch eine Kleinigkeit für Euch.

Verzeiht, meine Herren.

- Meine Herren. - Stellt Euch vor, Fouquet,

ich habe es berechnet:

Jedes Stück eines Livre tournois

beruht auf halben Deniers aus purem Gold.

Zählt man allein Geld und Gold, entspricht Mazarins Vermögen

dem Gewicht von vier ausgewachsenen Elefanten.

- Elefanten? - Ja.

- Habt Ihr schon welche gesehen? - Nein.

- Und Ihr? - Nein, aber sie sollen riesig sein.

Zu dieser Goldmenge kommen die Einkünfte aus vier Herzogtümern,

zwei Grafschaften, über zwanzig Abteien,

unschätzbare Kunstwerke, Dividenden auf Eisenerz und auf Salz...

Woher habt Ihr diese Zahlen?

Die staatlichen Konten liegen offen. Man muss nur...

Spracht Ihr nicht von seinem Privatvermögen?

Doch, aber zwischen der Staatskasse und der Seiner Eminenz

scheint die Trennung nicht so hermetisch zu sein.

Ihr lernt schnell.

Das sagte man nicht, als ich bei den Jesuiten war.

Ich war immer der Klassenletzte.

Deshalb nahm man mich von der Schule.

Obwohl mir die Buchhaltung damals schon gefiel.

- Und Ihr? - Ich war auch bei den Jesuiten.

Ich war jedoch ein ziemlich brillanter Schüler.

Für die Rhetorik war ich ebenso begabt wir für das Jeu de Paume.

Ich mochte Spiele noch nie. Kein einziges Spiel.

Angst, zu verlieren?

Nein, Widerwille gegen Schummler.

Dieses Verzeichnis habe ich noch nie gesehen.

Colbert hat den Bestand meiner Besitztümer verzeichnet,

vor und nach meinem Exil.

"Unerklärliches Verschwinden dreier Mitternachtsvasen."

Kontrolliert Monsieur Colbert auch die Nachttöpfe?

Niemand kümmert sich so gut um meine Dinge,

die großen und die kleinen.

Er würde seinen besten Freund ertränken,

- wenn es in meinem Interesse wäre. - Wer ist sein bester Freund?

Seid das nicht Ihr?

Doch, selbstverständlich. Und umgekehrt.

Pierre-Antoine ist in einer Ordensgemeinschaft.

Edouard-Francois in der Armee des Königs. Und du, Charles,

im gehobenen Verwaltungsdienst.

"Schöne Familie, ruhmreiche Brüder", würde Seine Eminenz sagen.

Du dienst dem Italiener immer noch wie ein Dienstbote.

Indem ich ihm diene, diene ich auch mir.

Wir sind das Schiff. Mazarin ist der Wind.

Glaub mir, er wird uns weit vorwärtstreiben.

Leider treibt der Wind alle Schiffe vorwärts, ohne zu unterscheiden.

- Freunde wie Feinde. - Du hast Feinde?

Nein, aber einen Konkurrenten.

Er schreckt vor nichts zurück, um nach oben zu gelangen.

Er würde mir auch auf dem Kopf herumtrampeln.

Nicolas Fouquet.

Aber du hast Mazarins Vertrauen.

Fouquet auch. Und er weiß, wo und wie er an Geld kommt.

Damit gewinnt man jedermanns Vertrauen.

Wenn er dem Kardinal so geschickt Geld verschafft,

und du nur Theorien über Kommerz und Kolonialverwaltung zu bieten hast,

hast du bald ausgedient.

Ich weiß.

Es heißt: er oder ich.

Eminenz.

Einige Freunde meines Bruders verirrten sich in der Fronde.

Sie bitten Eure Eminenz uneigennützig um Verzeihung.

Ich habe erfahren, dass Herzog de La Vieuville,

der Oberintendant der Finanzen,

selbst die nachsichtigsten Berater immer mehr verärgert.

Was denkt Ihr?

Man sagt, seine Gesundheit wäre instabil.

Rote, glänzende Flecken auf dem Oberkörper und den Beinen...

und dazu extrem hohes Fieber.

Wenn er stirbt,

wird ein Mann von großer Treue und Rechtschaffenheit benötigt.

Der auch in der Finanzwelt über Unterstützung verfügt.

Denkt Ihr, Ihr seid dieser Mann?

Ich kann nicht verhehlen, dass Ihr viele Feinde habt.

Die empfehlen mir Colbert.

Aber bei dieser Aufgabe

hüte ich mich mehr vor jenen, die sich meine Freunde nennen,

als vor meinen Feinden.

Man hat mich nicht getäuscht, Madame,

als man mir erzählte, Ihr wärt wie ein Engel.

Wenn Euch das Nicolas gesagt hat, glaubt ihm nichts.

Und warum nicht?

Weil er immer noch sehr in mich verliebt ist.

Und wenn Nicolas jemanden liebt, sieht er nur das Beste in ihm.

Dann müsst Ihr den Neuankömmling sehr lieben,

den Mazarin in seinen Dienst genommen hat.

Man sagt, Ihr lobt seine Tugenden in den höchsten Tönen.

Tatsächlich ist Colbert sehr ehrlich und gewissenhaft.

Er will wohl sein Wappen Lügen strafen, das eine Schlange ziert.

Eine Schlange?

Ja, eine Natter. Auf Latein "Coluber", daher der Name Colbert.

Eine Natter ist nicht schlimm. Nattern sind ungiftig.

Aber wie tötet sie dann ihre Beute?

Das ist ganz einfach:

Sie schleicht sich unbemerkt an ihr Opfer heran.

Dann erwürgt sie es und verschlingt es.

Das ist das Schloss Vaux le Vicomte.

Das nennst du ein Schloss?

Aber Nicolas, das ist unbewohnbar.

Meine Liebe, dieses Gebäude ist ein Herrensitz.

Sein Eigentümer kann dort Recht sprechen.

Damit trage ich den Titel eines Grundherrn

- und bin der Vicomte de Vaux. - Was bringt das?

Ich habe es schon so weit gebracht wie mein Vater.

Sicherlich.

Und wenn ich noch mehr erreichen, noch höher aufsteigen würde?

Generalprokurator des Parlaments von Paris genügt mir nicht.

Was brauchst du?

Ich träume davon, anstatt Herzog de La Vieuville

Oberintendant der Finanzen zu werden.

Erfülle Gottes Wille, mein Schatz, und du kommst ins Paradies.

Ja, natürlich.

Aber ein Schloss erscheint mir schon wie der erste Schritt ins Paradies.

- Kannst du Konfitüre machen? - Ob ich... Wie?

Konfitüre. Die Königinmutter liebt sie. Vor allem Melonen-Konfitüre.

Vatel, unser Intendant, hat sich die weltbesten Melonen besorgt.

Ich halte es für klug,

der Königin köstliche Melonen-Konfitüre zu schenken,

die die köstliche Madame Fouquet gekocht hat.

Das kleine Eichhörnchen will nur aufstehen.

Aber man muss ihm helfen.

Vor allem, weil es jetzt jemanden gibt,

der auch ganz nach oben kommen will:

Jean-Baptiste Colbert.

Der Norden.

Wie bitte?

Das ist ein Bonmot von Madame de Sevigne.

Sie nennt Colbert "Norden", weil sie ihn distanziert und kalt findet.

Ihm fehlt es an Wärme, das stimmt.

Aber was für eine Effizienz und Kompetenz.

Ich fürchte nur, er will die Steuern noch weiter anheben, und das...

Aber das ist unwichtig.

Meine erste Tat nach dem Kauf dieses Haus in Saint-Mande war,

- eine Bibliothek aufzubauen. - Sie beherbergt 27377 Bücher.

Alle Schätze der menschlichen Gedanken.

Nicolas besitzt sogar wertvolle arabische Manuskripte.

Genau. Darunter die Sphärische Trigonometrie von Al-Jayyani,

Taqi ad-Dins Arbeiten zu mechanischen Uhren

und natürlich das Gesamtwerk von Averroes.

Und, La Fontaine, was denkt Ihr?

Nur Mazarin übertrifft Euch,

mit seiner Bibliothek mit 50000 Werken.

Die Fronde hat sie in alle Winde verstreut.

Aber Colbert versucht, sie aufzufinden und zu kaufen.

Das stimmt.

Das ist mal etwas anderes als Nachttöpfe.

Ah! Charmantes Paar,

lasst die Flamme weiter brennen, denn es ist sehr rar,

dass ihr seid Geliebte und nicht nur Ehepaar.

Nicolas, ist das nicht einfach entzückend?

Sagt mir, wie viel bringt Euch Eure Aufgabe

als Jagd- und Fischereiaufseher von Chateau-Thierry?

Weniger als 400 Livre pro Jahr, Monsieur.

Das sind Almosen für eine Aufgabe, für die ich das Zwanzigfache zahlte.

Sie zwingt mich dazu, Wälder zu besichtigen,

Haine, Hochwälder, Dickichte und Flüsse,

den Zustand von Gräben, Pfosten und Wegen festzustellen,

Wachen, Holzfäller und Fahrer zu überwachen,

Protokolle aufzunehmen von Streitigkeiten, Tötungen und Morden.

Und wenn ich Euch eine Pension gebe?

Von... sagen wir 1000 Livre im Jahr.

Oh, Monseigneur, Jupiter mag dort oben regieren,

Euch hier unten zu dienen, ist alles, was ich begehre.

Ich wäre so glücklich.

Was für eine Ehre, wie wunderbar.

Außer der Ehre, Euch zu gehören, bitte ich um nichts.

1000 Livre.

Monsieur.

Wacht auf!

Monsieur de La Vieuville,

der Oberintendant der Finanzen ist tot.

Was geschieht hier?

Ich fahre an die Grenze,

wo unsere Armee versucht, Bataver und Spanier zurückzudrängen.

Dort befindet sich Mazarin, den ich überzeugen möchte,

dass ich der ideale Nachfolger von Herrn de La Vieuville bin.

Wenn mir der strebsame Colbert nicht zuvorgekommen ist.

FÜHRUNGSSTAB DER FRANZÖSISCHEN ARMEE AN DER NORDGRENZE

Und Monsieur Servien?

Ist er nicht senil geworden?

Uns trennen nur neun Jahre.

Und was haltet Ihr vom Präsidenten von Longueil?

Ihr würdet die Staatskasse einem Verschwender anvertrauen,

der nur daran denkt, immer teurere Feste zu geben?

Mögt Ihr keine Feste, Colbert?

Ich arbeite 18 bis 20 Stunden am Tag.

Da bleibt kaum Zeit für Ausschweifungen.

Außerdem bleibe ich gerne im Kreise der Familie.

Und Ihr habt nur zwei Kinder?

Wir möchten über zehn.

Zehn? Ja. Was für eine schöne Familie.

Ich hoffe, Ihr macht uns einen Priester.

So Gott will.

Seid willkommen.

Guten Tag, Monsieur Colbert.

Seine Eminenz inspiziert das Schlachtfeld.

Ich wäre der große Finanzminister, den Frankreich benötigt,

und der persönliche Berater, den der Kardinal braucht.

Die Idee, Euch diese schwere Aufgabe anzuvertrauen,

kam Seiner Eminenz in den Sinn, aber...

Aber was?

Komme ich zu spät?

Hat Mazarin jemand anderen gewählt?

Euch vielleicht?

Fändet Ihr diese Wahl falsch?

Nein, überhaupt nicht. Überhaupt nicht.

Ich schätze Euch sehr.

Ich möchte nur Euer Freund sein.

Seine Eminenz hat noch keine Wahl getroffen.

Aber wer auch immer ernannt wird,

muss Ordnung in die Finanzen bringen.

Die Geschäftsmänner

- machten schreckliche Gewinne. - Aber, Colbert,

wie kann Geldverdienen schrecklich sein?

Die riesigen und unverschämten Vermögen,

die die Neureichen und Ihr anhäuft,

machen alle anderen neidisch.

Aber sie regen auch den Ehrgeiz an.

Ihr habt doch nichts gegen Ehrgeiz?

- Ihr doch nicht? - Nein.

Ich möchte nur das Chaos und die Vergünstigungen beenden.

Aber ich auch.

Kehren wir zur Tugend zurück, die Ihr verteidigt.

- Und allen vorlebt. - Ich bin wie alle anderen.

- Ich... - Nein!

Nein, man ist nicht wie alle anderen,

wenn man Eure Position erreicht hat,

und als Vater einen Mann hat, der Bankrott gemacht hat und...

Mein Vater war ruiniert, aber er war nicht gewissenlos.

Er hat die 300000 Livre zurückbezahlt.

- Bis zum letzten Sol. - Ich weiß.

Jeder hat seine dunklen Seiten, Fouquet.

Habt Ihr nicht selbst als Intendant der Dauphine

Dorfbewohner unterstützt, die keine Steuern bezahlen wollten?

Das ist irritierend bei jemandem, der Staatsgelder verwalten will.

Wollt Ihr diese Episode gegen mich verwenden?

Das sind alte Geschichten, für die sich niemand mehr interessiert.

Genau wie das, was in Lothringen geschah.

Was geschah in Lothringen?

Ihr wisst doch, als Ihr Conseiller in Metz wart,

gab man horrend teure Feste, die Ihr angeblich bezahlt habt.

Ja, für den Grafen.

Dabei habt Ihr euch aus den Staatsgeldern bedient.

Angeblich. Mit "angeblich" kann man immer

- die Fronten verschärfen. - Hier müsste man eine Armee

dazu bringen, an die Front zu ziehen.

Unsere Truppen drohen, die Waffen niederzulegen,

wenn sie ihren Lohn nicht erhalten.

- Und wie viel wäre das? - 900000 Livre tournois.

Oh, nicht schlecht. So viel.

Dann muss man die Männer nach Hause schicken.

Sie sollen das Winterlager beziehen.

Im Frühling sieht man, ob der Krieg weitergeführt wird.

Inzwischen arbeiten wir daran, den Handel aufzubauen.

- Ihr habt das Geld morgen. - Die 900000 Livre?

Nicht ein Sol wird fehlen, Eminenz.

Unsere Soldaten haben kein Vertrauen in Wechsel.

Ich bräuchte Goldmünzen.

Ihr werdet Goldmünzen erhalten.

Ich begleite Euch hinaus.

Wo wollt Ihr bis morgen 900000 Livre auftreiben?

- Ich zahle sie selbst. - Ihr wisst, dass Mazarin...

...mir das Geld nie zurückgeben wird.

Ich kenne ihn schon länger als Ihr.

Madame Laloy, besorgt mir eine Spionin.

Ich muss jederzeit wissen,

was beim Kardinal geschieht und gesagt wird.

Ja, so ist es,

ich bin bereit, zu sterben,

obwohl die Hoffnung, gesund zu werden,

mir vergebens die Süße des Lebens zeigt.

Ich habe nur noch einen Moment, vor Euren Augen nicht zu bestehen.

Aber Ihr werdet sehen, schöne Sylvie, die zu Grausamkeit neigt,

wenn ich nicht mehr bin, wird es Euch besser ergehen.

Mein lieber Herzog.

- Da seid Ihr endlich. - Sprecht schnell.

- Gibt es Neuigkeiten? - Nur gute.

Nach einem Monat ist die Sache geregelt.

Wurde Fouquet ernannt?

Ja.

Aber nicht allein.

Seine Eminenz hat zwei Oberintendanten ernannt:

unseren Freund Nicolas, der Geld einbringen soll,

und Abel Servien, der die Ausgaben kontrolliert.

Servien hat einen schrecklichen Charakter.

Und was noch schlimmer ist: Er ist ehrlich.

Madame Laloy, wie ist die Lage?

Ich bat Madame de Plessis-Belliere,

der Ihr für einen Hauskauf 8000 Livre geliehen habt,

für den Lohnvertrag der Graves-Farm als Namensgeberin zu fungieren.

Sie soll sich auch

um die Zahlungen an die Religionsgemeinschaften kümmern.

Ich hole die Kleine. Sie kann es kaum erwarten,

Euch kennenzulernen.

Hofdame der Königin oder Mäuschen im Salon einer Prinzessin?

Ihr werdet sehen.

Ich bin gleich zurück.

Hast du keine Angst vor der Eklipse?

"Als die sechste Stunde kam,

brach über das ganze Land eine Finsternis herein.

Sie dauerte bis zur neunten Stunde."

Evangelium nach Markus, 15-33.

Du antwortest nicht auf meine Frage.

Schreitet der Schatten des Zeigers fort?

Kommt bald das Jüngste Gericht?

Monsieur, ich habe hinausgesehen:

Die Straßen sind leer, die Leute bleiben zu Hause

oder gehen in die Kirchen, bis die Finsternis kommt.

Gut. Es lebe das Ende der Welt!

Damit solltest du nicht spaßen.

Andreas von Padua sagt, seine Berechnungen...

Bei jeder Sonneneklipse prophezeit ein Scharlatan den Weltuntergang.

Die Erde dreht sich trotzdem. Das Universum

- kann heute nicht untergehen. - Warum nicht?

Weil ich noch tausend Dinge tun will.

Kommt, Laforet.

Stellen wir Kerzenleuchter, Öllampen und Laternen bereit.

LOUVRE

Kommt Fouquet nicht zu uns?

Er rennt hierhin und dorthin, nach Saint-Mande, aufs Land...

Er ähnelt dem kleinen Tier seines Wappens.

- Dem Eichhörnchen. - Genau.

Ihr sagt "scoiattolo", glaube ich.

Ja. Molto bene. Lernt Ihr Italienisch?

Ich bemühe mich.

Es ist die Sprache Eurer Eminenz.

Und es ist eine wunderschöne Sprache.

Die Königinmutter müsste Euch mögen.

Ist das nicht der Fall?

Ich würde nicht sagen, dass sie Euch nicht mag.

Aber sie zieht den anderen vor,

das Eichhörnchen, "lo scoiattolo".

Ich verstehe. Und Ihr, Eminenz?

Monsieur Colbert, Ihr würdet diese Frage nicht stellen,

wenn Ihr die Antwort nicht kennen würdet.

Die Vögel werden verstummen, und die Hunde werden aufheulen.

Ihr habt einen Wunsch.

Ich habe keine Angst vor den Launen des Himmels.

Nur vor der Erde und den Schurken, die sie bevölkern.

Aus diesem Grund

habe ich eine Informantin engagiert, die Euch gefallen wird:

eine Hofdame der Königinmutter.

Hier ist die junge Person, von der ich sprach:

Catherine de Manneville.

Willkommen, mein Kind.

Wie kann man befürchten, dass die Sonne nicht zurückkehrt?

Sie ist die Königin der Sterne und unbesiegbar.

Apropos Eklipse: Ich habe mich für die von Servien entschieden.

Ganz allmählich, wie alle Eklipsen, aber unvermeidbar.

Wer leitet die Finanzen des Königreichs?

Fouquet natürlich.

Fouquet? Aber sagte Eure Eminenz nicht vor einem Moment zu mir...

...dass ich Euch Fouquet vorziehe? Das stimmt.

Ich werde es nicht mehr sehen können,

aber Ihr werdet Frankreich zu Größe verhelfen.

Lasst bis dahin Fouquet Frankreich zu Geld verhelfen.

Zu Geld verhelfen oder es ausrauben?

Wenn er 1000 Livre unterschlägt, bringt er 2000 rein.

Hat Euch Madame Laloy erklärt, was ich von Euch erwarte?

Dass ich Euch diene, Monseigneur.

Hat sie gesagt, um welche Art von Dienst es sich handelt?

Das Sammeln von Informationen und Auskünften.

Jedermann schaut auf einen Oberintendanten.

Ich mache die Menschen neidisch.

Neid wird zu Eifersucht. Eifersucht kann zu Hass werden.

So muss ich wissen, wer mich genug hasst, um mich zu Fall zu bringen.

Und welche Form der Schlag annehmen wird.

Dafür sind Geschick und Feingefühl vonnöten.

Es könnte gefährlich sein.

Es wird gefährlich sein.

Kommt, sehen wir zu, wie die Sonne erlischt.

Habt Ihr dafür gesorgt,

dass der Stein angeschlagen ist und Risse hat?

Alles wurde nach Eurem Wunsch ausgeführt.

Die Inschrift sollte auch etwas verblasst sein,

so als ob sie vor 300 Jahren gemeißelt worden wäre.

Gut.

Vergesst nicht: Das bleibt Euer Geheimnis bis zum Tode.

In der Kirche befindet sich das Grab meines Vorfahren.

Ihr entfernt den Grabstein

und ersetzt ihn durch diesen.

"Hier ruht

Kolbert le Preux.

In Schottland meine Wiege stand, in Reims mein Grab ich fand."

- Wer war er? - Sohn eines schottischen Königs.

Im 13. Jahrhundert ging er ins Exil nach Reims.

Eine Revolte seiner Untertanen zwang ihn dazu, sein Land zu verlassen.

So will es zumindest die Legende.

Er ist der Begründer unserer Ahnenreihe.

So will es die Legende.

Eine in Stein gemeißelte Legende, die in einer Kathedrale ruht,

wird Geschichte.

Und nun ans Werk.

Eure Eminenz muss auf das Schlimmste gefasst sein.

Nach den Nieren ist es nun die Lunge.

Ich weiß, Guenaud, ich weiß: Jede Nacht ersticke ich fast.

Ich bitte nicht, mich zu heilen, sondern, mein Leben zu verlängern.

Eminenz, das kann ich nicht.

Doch. Zumindest ein bisschen, ein ganz kleines bisschen.

Ich kann mich nicht überwinden, das alles aufzugeben.

Allora, werde ich diesen Corregio nie mehr wiedersehen?

Und diesen Poussin?

Werde ich ihn auch nie wiedersehen?

Ich hatte so viel Mühe, diese ganzen Schätze anzusammeln.

Wie soll ich sie ohne Reue zurücklassen?

Herr Doktor, seid ein bisschen großzügig.

Wie lange gebt Ihr mir noch?

Leider nur einige Wochen, Eure Eminenz.

Nicht mehr.

Geht es Eurer Eminenz besser als gestern?

Leider sagte Guenaud, mir blieben nur einige Monate,

bevor ich diese Welt und ihre Schönheit verlassen muss.

Dabei wollte ich Euch verkünden, dass ich für Euch

die wunderbare Serie von 13 Teppichen erworben habe,

die die Geschichte der Scipiones darstellen.

Aber Monsieur Oberintendant, mio caro Nicolas,

mir steht nicht die nötige Summe zur Verfügung,

um solche Meisterwerke zu erwerben.

Wir haben dafür gesorgt, Eminenz.

Wenn Ihr es mir nicht erstatten könnt, ist es nicht schlimm.

Gott wird sich darum kümmern.

HIER RUHT KOLBERT LE PREUX

Warum haben unsere Eltern uns nie

von den königlichen Vorfahren erzählt?

Damit wir gegen Eitelkeit, Arroganz und Überheblichkeit gefeit sind.

"Sic transit gloria mundi", vergessen wir das nicht.

Apropos vergehender Ruhm: Mazarin geht es immer schlechter.

Er braucht einen Nachfolger.

Ich weiß, an wen du denkst.

Aber nach Kardinal Richelieu und Kardinal Mazarin

wird man sich nicht mit einem Premierminister

aus einer Familie von Tuchhändlern begnügen.

Unsere königliche Abstammung spricht für dich.

Glücklicherweise hat der junge König Ludwig nur zwei Leidenschaften:

den Tanz und das junge Gemüse seiner Gärten.

Er zeigt keinerlei Interesse an der Regierung.

Er nimmt den als Minister, zu dem man ihm rät.

"Man"? Wer ist "man"?

Mazarin.

Er wird es niemandem überlassen, seinen Nachfolger zu bestimmen.

Wenn das so ist, dann wirst du es sein.

Wenn Fouquet mich nicht endgültig im Geist Seiner Eminenz verdrängt.

Er hat Mazarin gekauft.

Ja, er hat ihn gekauft.

Der Teufel. Dieser Mann ist der Teufel.

Du hast Mazarin auch bereichert.

Nein, ich verwalte sein Vermögen.

Das ist nicht dasselbe für den König.

Haben seine Unterschlagungen nicht genügt,

um ihn aus dem Geiste des Kardinals zu streichen?

Ich weiß nicht. Heutzutage ist die Moral so lose...

Vor allem in der Politik.

Man müsste hart agieren. Viel härter.

Es scheint, er hat eine Handelskompanie gegründet,

um mit Spanien zu handeln.

Der Handel geschieht von der Ile d'Yeu aus.

Er stahl die Insel einer Witwe und errichtete dort einen Hafen.

Ich weiß. Und er exportiert eine besondere Ware:

Tuch, gutes Tuch aus Chateau-Gontier, Laval und Rouen.

Daraus werden Segel für spanische Schiffe hergestellt,

die unsere Schiffe angreifen, plündern und verbrennen.

Aber...

Das Schlimmste...

Das Schlimmste?

Mazarin hat ihm selbst zum Kauf der Ile d'Yeu geraten.

Der König hat es genehmigt.

Vatel!

Ich bin sehr zufrieden mit Euch,

Eure Abrechnungen sind gut und genau.

Aber Euer Architekt, Monsieur Le Vau,

stellt mir 3000 Livre für Marmor in Rechnung.

Monsieur Le Brun, dessen Gemälde Wände und Decken zieren werden,

- berechnet... - Zahlt, Gold ist rein.

Wer nicht der Schönheit dient, ist manchmal abstoßend.

Monsieur Le Notre, der Gärtner, und Monsieur La Quintinie,

legen mir auch Rechnungen vor.

- Ich kann nicht sicherstellen... - Zahlt, mein Freund.

Stellt mir Wechsel aus, und ich erstatte es zurück.

Gut, Monsieur.

Ihr legt mir einen Kostenvoranschlag über 1,5 Millionen Livre vor!

Und das mir, der am besten weiß, was Geld wert ist?

Habt Ihr den Verstand verloren, Le Vau?

Ich bewillige Euch 500000 Livre, keine Denier mehr.

500000 Livre, um das schönste Schloss der Welt zu bauen?

Wenn das Euer letzter Preis ist,

Eure letzten Almosen, genauer gesagt,

dann nehmt einen anderen Architekten!

Wartet, Le Vau!

Da es mein eigenes Geld ist, kann ich großzügiger sein

als mit Staatsgeldern.

Also, was würdet Ihr sagen, wenn ich verrückt genug wäre,

Euch 700000 Livre zu bewilligen?

Und als Prämie die Tilgung Eurer Steuerschuld.

Steuerschuld? Ich habe immer genau darauf geachtet...

Das glaubt Ihr, mein Lieber.

Das glaubt Ihr sicher aufrichtig.

Aber würde ich Eure Abrechnungen der letzten 10 Jahre durchsehen lassen,

- fänden wir sicherlich... - Einverstanden: 700000.

Unter der Bedingung, dass unter dem Vertrag "ne varietur" steht.

Damit darf das ursprüngliche Projekt nicht verändert werden.

"Ne varietur", einverstanden.

Beispielsweise haben wir 37 Kamine festgelegt.

Kommt nicht morgen und verlangt 38.

37 Kamine reichen mir. Ich friere nicht so leicht.

Hola.

Bringt Feder und Tinte!

"Ne varietur",

und meine Unterschrift.

Was ist das?

Ich verstehe es nicht genau.

Roter Backstein.

Roter Backstein?

Sie haben roten Backstein eingezeichnet?

Ja, Monsieur, roten Backstein.

Sie wollen mein Schloss mit rotem Backstein verkleiden?

Zweifelsohne.

Und warum das, bitte sehr?

Weil es billiger ist als weißer Stein.

Und es sieht vorzüglich aus. Fast alle Schlösser,

- die unter Ludwig XIII erbaut... - Jetzt regiert Ludwig XIV.

"Ne varietur", Monsieur. "Ne varietur".

Ne varietur, ne varietur...

Werdet Ihr mir diese Litanei immer herunterleiern,

wenn ich eine neue, großartige Idee habe?

Ich fürchte schon.

Das ist der Sinn der Klausel "ne varietur".

Wir können aber doch verhandeln, oder?

Sprecht leise.

Ich habe Dinge gehört.

Ich höre.

Ich weiß nicht, ob es gegen Euch gerichtet war, aber Colbert betonte,

dass Henri IV damals den Oberintendanten der Finanzen

durch einen Gemeinschaftsrat ersetzte.

Das ist ganz Colbert.

Er denkt, er mache Politik, dabei macht er nur Geschichte.

- Colbert spricht ähnlich über Euch. - Wie?

"Fouquet denkt, er diene Frankreich, dabei liebt er nur sein Gold."

Lieber werde ich als Libertine angesehen als als Verschwörerin.

Wer könnte euch verdächtigen, eine Verschwörerin zu sein?

Ich habe einen Stachel im Herz. Der gesamte Hof weiß es.

Monsieur de Damville möchte mich heiraten

und zur Herzogin machen.

Aber eine Rivalin erzählte ihm, dass ich zu Eurem Umfeld gehöre.

Ist es gefährlich, mit mir befreundet zu sein?

Ich halte Colbert für gemein, grausam und schamlos.

Würde ich allen Gerüchten glauben,

wäre ich wie eine Ziege, die regungslos an einem Pfahl steht.

Ich habe Angst um Euch.

Wenn ich die Güte wahrnehme, die Ihr für mich empfindet...

Welche Güte?

Pardon.

Ich werde wieder rot.

Meine Herren, ich habe nur eine Losung für Euch:

Alles soll überall großartig werden.

Macht nur weiter.

- Idioten. Tölpel. - Lasst nur.

- Ihr habt ihn beschmutzt. - Es ist nur Staub.

Meine Herren...

Unser junger König lässt sein Geschirr einschmelzen,

um für die Kriegskosten aufzukommen.

Ich kann ihm nicht den Staub dieser Steine anbieten.

Aber dieses wunderbare Gebäude wird ihn von den Sorgen ablenken,

so hoffe ich.

Wo zum Teufel steckt er?

Es ist spät. Ich sollte längst im Bett sein.

Weiß er auch ganz sicher, dass wir uns beraten?

Sicher, Eminenz.

Monsieur Oberintendant hat es sich zur Gewohnheit gemacht... Da ist er.

Verzeiht meine Verspätung, Eminenz: die Probleme in Paris...

In Paris, oder in Vaux le Vicomte?

Mein Gott, nein. Vaux le Vicomte ist das platte Land.

Die einzigen Probleme dort sind die der Rebhühner,

- der Waldkäuze, der Mauersegler... - Und der Arbeiter.

Ich habe gehört, Ihr hättet über 1000 Arbeiter für Eure Erdarbeiten.

Ich bin so erschöpft.

Kommen wir zum Grund dieses Treffens.

Beginnt, Colbert.

Die Fronde und die Kriege haben die Ernten zerstört.

Der Getreidepreis ist so hoch,

dass das Volk bald kein Brot mehr essen kann.

Ich stelle mich zwar gegen Importe,

aber ich empfehle, Weizen im Ausland zu kaufen.

Die Steuer auf ausländische Schiffe macht ihn noch teurer.

Dann schaffen wir sie ab.

Man kürzt keine Steuern, wenn der Staat kein Geld hat.

Man müsste neue Steuereinnahmen schaffen.

Der Staat müsste vor allem die erhalten, die schon existieren.

Es ist schließlich ungewöhnlich,

dass der Staat von den bezahlten 90 Millionen Livre

- nur die Hälfte erhält. - Oh.

Ihr glaubt mir nicht?

Ich zeige Euch die Aufstellungen.

Ich erkläre mich nur dem König und Seiner Eminenz.

Genau. Befragt ihn, Eminenz.

Fordert ihn dazu auf, sich zu erklären.

Seht Ihr nicht, dass Seine Eminenz vollkommen erschöpft ist?

Ich bitte Euch,

gönnen wir ihm die Ruhe und vertagen das auf morgen.

Vertagen wir es.

Morgen bereinigen wir die Aufstellung der Staatsgelder

und verhindern, dass das Volk verhungert.

Das wäre ein Wunder.

Überlasst die Wunder lieber dem Herrn im Himmel.

Falls er existiert.

Ihr mit Euren Aufstellungen.

"Meine Aufstellungen"? Es sind die Frankreichs.

Das Land leidet unter seinen Finanzen. Oder seinen Finanziers.

Das Geld kommt nie in der Staatskasse an.

In irgendeiner Börse muss es ja landen.

- Beschuldigt Ihr jemanden? - Nicht direkt.

Warum seht Ihr mich dann an?

Um sicherzustellen, dass Ihr versteht, was ich sage.

Nämlich, dass jedes Jahr 45 Millionen

aus der Staatskasse verschwinden. 45 Millionen! Ich möchte wissen,

wo sie sind.

Als privater Vermögensverwalter des Kardinals

ist das nicht Eure Sache.

Der Oberintendant der Finanzen muss die Frage beantworten.

Dann beantwortet sie.

Das werde ich tun.

- Ich höre. - Ich will kein Messer an der Kehle.

Wer spricht von Verrat?

Man sagt, Ihr wollt mich vernichten.

Wer sagt das?

Ach ja: Eure Informantinnen am Hof.

Diese Frauen, die ihr dazu bringt, mich auszuspionieren, Herr Don Juan.

Täuscht Euch nicht in mir.

Ich bin kein Don Juan.

Die Frauen, deren ehrenwerte Freundschaft mir gilt,

meine Mutter, meine Frau, Madame Scarron,

Mademoiselle de Scudery und Madame de Sevigne,

sind mir überlegen, was ich sehr schätze.

Anscheinend haltet Ihr ihre Intelligenz und Schönheit nicht aus.

Jean de Faverolles,

Tuchmacher und erster Magistrat der Stadt.

Ihr Besuch wäre uns eine große Ehre,

würde er nicht einer böswilligen und argwöhnischen Kontrolle dienen.

Ich bin geehrt.

Es gibt in Europa keine zweite Manufaktur mit Ihrer Reputation.

Es handelt sich nicht um eine Kontrolle,

sondern um eine Überprüfung.

Mein Gott, der Unterschied leuchtet mir nicht ein.

Aber wie kann ich Euch zu Diensten sein, Monseigneur?

Indem Ihr mir sagt, ob es stimmt, dass Ihr 350000 Livre

in eine Gesellschaft zur Schiffsausrüstung investiert habt.

Das war nicht mein schlechtestes Unterfangen,

auch wenn es eine beträchtliche Summe für Handelsschiffe ist.

- Sie transportieren Handelswaren. - Handelsschiffe, sagt Ihr?

Also...

Es sind bewaffnete Schiffe

auf Kriegszug, ausgestattet mit Artillerie,

mit der sie auch holländische Schiffe angreifen.

Unmöglich. Die Holländer sind unsere Verbündeten.

Schiffe unter französischer Flagge können nicht...

Sie fahren nicht unter französischer Flagge,

sondern unter einer ausländischen.

Sie haben also Ähnlichkeit mit Piraten.

Aber... Was erzählt Ihr da?

Der Hauptaktionär meiner Flotte

ist ein respektabler Mann. Es handelt sich um keinen geringeren

als Monseigneur Nicolas Fouquet.

- Von ihm könnte ich nicht denken... - Dass er gegen das Gesetz verstößt.

Das glaube ich auch nicht.

Er ist ein ehrlicher Mann.

Wenn es überraschenderweise dennoch so wäre...

wäre es ein Leichtes für Euch, Euch zu schützen,

- vor negativen Auswirkungen. - Wie das?

Indem Ihr mir alle geschriebenen Dokumente anvertraut,

die Ihr auf den Schiffen vorfindet.

Über ihre Routen, ihre Kapitäne, ihre Ladung...

Und vor allem über die Rolle, die Monsieur Fouquet darin spielt.

Monsieur Fouquet?

Monsieur de Faverolles.

Waren wir hier in Vaux verabredet?

Nein, meine Frau bestand darauf.

Wie das?

Ich verstehe nicht.

Wir erhielten einen Besuch im Geschäft.

Einen angenehmen Besuch?

Nein, einen sehr bedrohlichen. Für Euch und für mich,

wenn ich Eure Achtbarkeit weiterhin nicht infrage stelle.

Ich wurde gebeten, Euch auszuspionieren.

Man erzählte mir, Eure Flotte transportiere nicht nur Holz

aus dem Wald von Coet-Canton, sondern Teer

- und Kanonen. - Wer sagt das?

Colbert?

Pferdeapfel-Umschläge und Emetikum,

damit er sich übergibt. Das rettete den König in Calais.

Diese Abhandlung enthält nur den Schatten eines Wissens,

das Eure Eminenz in aller Helligkeit kennt.

Wenn Euch etwas missfällt,

bitte werft es sofort ins Feuer.

Ihr werdet sehen, dass das unbedingt geheim bleiben muss.

Wenn die Staatsfinanzen so sind, wie hier beschrieben,

wird die Regentin Fouquet nicht mehr unterstützen.

Wenn sie sich nur ein Zehntel merkt, hat Fouquet keine Zukunft.

Ja, das ist...

- Es ist eine schwere Beschuldigung. - Schlimmer als eine Beschuldigung.

Es ist eine Anklage.

Ich weiß nicht, wie sich das Eichhörnchen verteidigen kann.

- Schade. - Sehr schade.

Wir brauchen ihn sehr. Geht zu ihm.

Halten wir den Bericht geheim.

Empfehlt ihm, auf sein Verhalten zu achten.

Wie kann man das Verhalten eines Mannes ändern,

der die Süße und die Vorteile des Lebens

seit so langer Zeit kennt?

Brigitte Laloy bestätigt, dass der Kardinal

Colberts Verleumdung keinen Glauben schenkt.

Mazarin schuldet Nicolas zu viel.

Dank meinem Sohn hat ihn die Fronde nicht vernichtet.

Das ist der ehrliche, untadelige Colbert.

Von ihm hat man alles zu befürchten.

Und man muss mit allem rechnen, vor allem dem Schlimmsten.

Um dem Schlimmste vorzubeugen,

habe ich Euch hier versammelt.

Euch, meine Eltern,

meine Nahestehenden,

meine Freunde.

Das Schlimmste, was mir passieren könnte, ist,

dass sie mich festnehmen

und in die Bastille werfen.

Aus welchem Grund?

Der reale Grund ist Colberts Ehrgeiz. Er will eine Politik,

nach der sich der Staat überall einmischt.

Der vorgeschobene Grund

könnte irgendetwas sein.

Sobald ihr von meiner Festnahme erfahrt,

müssen diejenigen, die eine Festung besitzen,

Comte de Charost in Calais, Monsieur de Bar in Amiens,

Monsieur de Schulemberg in Arras und Marquis de Crequi in Bethune,

sich dort mit Männern und Munition verschanzen.

Wollt Ihr einen Bürgerkrieg?

Gott beschütze uns davor.

Lasst Eure Standarten flattern,

Eure Kanonen glänzen und macht große Gesten.

Das dürfte reichen, um Ludwig und dem Kardinal zu zeigen,

dass das naht, was sie am meisten fürchten: eine neue Fronde.

Diesmal würde sie die Monarchie vernichten.

Euch, meine Mutter,

bitte ich,

zu Gott und der Heiligen Jungfrau zu beten, um mich zu unterstützen.

Sollte ich Euch keine Befehle zukommen lassen können,

sagt Euch die Marquise de Plessis-Belliere, was zu tun ist.

Ich habe alles in diesem Heft festgehalten.

Die erste Verleugnung

stammt nicht von mir.

Ich beschütze Euch und ich werde den Bürgerkrieg nicht verschuldet haben.

Dieser Plan tritt nur in Kraft, wenn wir in Ungnade fallen.

Gehen wir soupieren.

Ich bräuchte noch einmal dieselbe Summe wie neulich.

900000 Livre?

Wenn Ihr das auf eine Million aufrunden könntet...

War das alles, was Eure Eminenz mir zu sagen hat?

Tausend Dank für Eure Güte und Eure gute Führung der Staatskasse.

Man sagt, Ihr werft mir eine katastrophale Steuersituation vor.

Niemals!

Wie könnte ich Euch vorwerfen, unsere Einnahmen nicht zu erhöhen,

wenn der Krieg uns zu unvorhersehbaren Ausgaben zwingt?

Und Colbert?

Colbert glaubt nicht,

dass Frankreich von Geschäftsmännern gerettet werden kann.

Von wem dann? Wer kann das Land vor dem Bankrott retten?

Colbert hat einen Bericht geschrieben.

Seine großartigen Ideen zur Gesundung der Finanzen

sind unmachbar.

Er hat mir neue Erkenntnisse gebracht, aber...

Ich habe ihm empfohlen,

weiterhin eine ernsthafte Freundschaft mit Euch zu pflegen.

Ihr verpfändet Eure Kette, Madame?

Hier ist Eure Karte, Madame. Das Spiel ist eröffnet.

Sie sind an der Reihe.

Lieber Freund, Ihr habt alle Stiche.

Monsieur verzichtet, zweite Runde.

Der Paradiesvogel ist teuer.

Sie hat wieder 80 Pistolen verloren.

Sie spielt zu viel.

Das ist die einzige Zerstreuung, die die Hofdamen haben.

Und soll Catherine im Ballet des Saisons mitspielen,

dann hat sie bald kein Geld mehr.

Sie wagt nicht, Euch zu fragen, braucht es aber dringend.

Ich möchte sie sehen.

Pardon, ich habe dich erschreckt.

Dabei komme ich nicht zum ersten Mal durch unseren Geheimgang.

Du bist hinter mir aufgetaucht.

So wird mich auch der Tod mit sich nehmen.

Er wird mich von hinten angreifen.

Ich werde nicht sehen, wie er sich nähert.

Willst du ihn täuschen, indem du dein Gesicht schminkst?

Sieh mich an.

Ich mache mich zurecht, um dich zu düpieren.

Könntest du ihn noch anlächeln,

diesen alten, vom Schmerz entstellten Mann?

Du hast mich so glücklich gemacht,

dass ich mich jetzt mit Erinnerungen begnügen kann.

Erinnerungen...

Apropos...

Man nennt ihn "Rose d'Angleterre".

Ich habe ihn dir vermacht,

aber du nimmst ihn besser heute schon mit.

Wer weiß, was man mit meinem Testament machen wird?

Außer dir den Verfall zu zeigen, den mir die Krankheit beschert,

was kann ich noch für dich tun?

Man spricht erhitzt über deinen Nachfolger.

Welchen Namen wirst du dem König zum Abschied ins Ohr flüstern?

Man spricht von Fouquet.

Und von Colbert?

Ja, man erwähnt auch Colbert.

Aber dir wäre Fouquet lieber.

Dort wird der Baldachin angebracht?

Nein. Das Bett kommt dorthin.

So werden die Gärten mir beim Aufwachen das erste Glück bescheren.

Ich verstehe nun, warum Ihr so oft in Vaux seid.

Auch wenn alles Wichtige in Paris geschieht.

Eure Anwesenheit nutzt dem Fortschritt der Bauarbeiten.

Nutzt? Sie ist sehr wichtig.

Notwendig.

Unentbehrlich.

Le Notre braucht immer mehr Platz für die Gärten.

Deshalb wollte ich die Kirche

abreißen und den Friedhof zuschütten lassen.

Das gefiel den Dorfbewohnern natürlich nicht.

Zum Glück war ich da und konnte einen Ausgleich anbieten:

Das Fünfzigfache ihres Lohnes, wenn sie die Kirche selbst abreißen

und den Friedhof mit guter Rosenerde bedecken.

Es ist sicher sehr anregend, wenn sich alles seinem Willen beugt.

Allein deshalb wäre ich gerne an Eurer Stelle.

Ich weiß, was ich machen würde.

Ja?

Was wäre das?

Ich würde damit beginnen, die junge Frau zu küssen, die bei mir steht.

Ich zahle sie auch dafür,

dass sie sich küssen lässt.

Hat Euch das Brigitte Laloy gesagt?

Das habe ich zumindest zu verstehen geglaubt.

- Sie engagiert Mädchen, die... - Ich bezahle für Eure Auskünfte.

Und nur dafür.

Ihr seid sehr schön, Catherine. Und sehr begehrenswert.

Ich habe sogar schon von Euch geträumt.

Mehr als ein Mal.

- Und... war das nicht angenehm? - Doch.

Exquisit.

Bis zu dem Moment, in dem sich meine Frau neben mir bewegte.

Es war kaum wahrnehmbar, hat mich aber doch geweckt.

Ich öffnete die Augen

und sah sie verschlafen bei mir liegen.

Ich fühlte ihre Wärme, roch ihren Duft.

Und Ihr vergaßt sofort Euren Traum von mir.

Es ist seltsam, dass Ihr Eure Frau so liebt.

Ziemt sich das?

Niemand am Hof ist so.

Ein reicher und mächtiger Mann muss nicht nur eine,

- sondern mehrere Mätressen haben. - Keine Sorge, ich habe eine.

Sie macht mich wunschlos glücklich.

Und sie ruiniert mich finanziell.

Tatsächlich?

Und... kenne ich sie?

Ja.

Es ist dieses Schloss.

Catherine.

Am Hof von Fontainebleau redet man zu viel von unseren Treffen.

Ich muss eine andere Informantin bemühen.

Die Königinmutter, der Arzt des Königs,

Huren und seinen eigenen Beichtvater,

Monsieur Fouquet kauft all die, die sich kaufen lassen.

- Also alle. - Alle...

Bis auf Euch!

Ich stelle mit Freuden fest, dass Seine Eminenz mich gut kennt.

Ich glaube, Fouquet auch zu kennen.

Ich halte ihn nicht für so schlecht,

wie Ihr denkt.

Wenn er nicht so viel Zeit,

Energie und Geld auf das Bauen verwenden würde,

wäre er ein großer Mann.

Eminenz, was er da so verbissen aufbaut, ist vor allem seine Größe.

Dass er dafür Staatsgelder nutzt, ist, milde gesagt, ein Irrtum.

Das werde ich beweisen, wenn der Moment gekommen ist.

Parfümiert mich stärker als üblich.

Und lasst mir einen Vorrat an Duftpastillen...

für den Atem.

Der König kommt, um sich von mir zu verabschieden.

Mein Tod wird ihm genug Kummer machen.

Er muss nicht noch zusätzlich unter meinem Gestank leiden.

Seine Majestät der König.

Gibt es keine Hoffnung mehr?

Für mich... Nein.

Aber für Euch, Sire...

beginnt nun alles.

Für mich wird alles fortgesetzt, Kardinal.

Denn ich werde Euer Werk fortführen.

Alles, was ich weiß, habe ich von Euch, die Ihr mich erzogen habt.

Ich verdanke Euch alles, Sire.

Und...

um meine große Schuld zu begleichen, erlaubt mir...

Euch Colbert zu übergeben.

- Wann ist er gestorben? - Heute Morgen um drei Uhr.

Sobald ich die schreckliche Neuigkeit erfuhr,

betete ich, dass Ihr Premierminister werdet.

Gut, man wird sich daran erinnern.

Niemand ist Ihnen mehr verbunden als ich.

Danke. Erlaubt, der König wartet.

Hütet Euch, Monsieur.

Ich befürchtete, er wäre undankbar, doch nicht so sehr.

Wer, Madame?

Mein Sohn natürlich.

Ich weiß nicht, ob ich ihn noch so nennen darf.

Ich muss ihn wohl nun auch "Eure Majestät" nennen und mich verbeugen.

Ich bin nun ein Niemand, Monsieur.

Ludwig hat mich von seinem Rat ausgeschlossen.

Meine Herren,

bis zum heutigen Tage

ließ ich meine Angelegenheiten vom verstorbenen Kardinal regieren.

Es ist an der Zeit, dass ich sie selbst regiere.

Ihr helft mir mit Eurem Rat, wenn ich darum bitte.

Ansonsten befehle ich Euch, nichts zu unterschreiben,

nicht einmal einen Pass,

wenn ich es nicht angeordnet habe.

Jetzt kennt Ihr meinen Willen.

Es ist an Euch, ihm Folge zu leisten.

Gut, meine Herren, das wäre alles.

La Fontaine. Setzt Euch!

Ihr könnt mir die Information geben,

die mir fehlt, um diesen Brief fertigzustellen.

Also, wen hat der König als Premierminister gewählt?

Niemanden.

Es gibt keinen Premierminister mehr und auch fast keine Regierung.

Alle Entscheidungen trifft ab nun der König und nur der König.

Gestern war Ludwig XIV noch fast ein Kind.

Exakt, Marquise.

Die meisten scheinen auch zu denken,

dass der König bald genug davon hat, König zu spielen,

und zu seinen wahren Vergnügungen zurückkehrt:

dem Tanz, dem Spiel, der Jagd...

Apropos Jagd: Das neue Reh, das der König jagt,

ist eine zarte, unwirkliche, empfindsame Maid.

Sie ist erst 17 Jahre alt und heißt Louise de La Valliere.

Gute Arbeit.

Sehr gute Arbeit, Charles.

Diese Buchhaltungsbelege dürften ihn beim König in Misskredit bringen.

Ja.

Bei Finanzen ist dieser Teufel Fouquet

sehr begabt darin, die Anschuldigung umzudrehen.

Also möchte ich ihn dort zu einem Fehler verleiten,

wo er nicht so geschickt ist.

Woran denkst du?

Catherine de Manneville, Fouquets Spionin am Hof,

wurde die Tür gewiesen.

Ihr fehlte es an Diskretion.

Sie war ihrem Beschützer zu romantisch zugetan.

Und?

Finden wir eine andere Spionin für ihn.

Wer kann ihm die vorschlagen, ohne dass er Verdacht schöpft?

Mademoiselle de Manneville. So ein Zufall.

Hat der Zufall mit diesem Zusammentreffen etwas zu tun?

Um die Wahrheit zu sagen, nein.

Nur eine Information Eures Beichtvaters.

Gut.

Ich habe keine Zeit,

Euch den Grund dieses Treffens zu verheimlichen.

Nicolas Fouquet?

Man hat mir gesagt, Ihr wäret intelligent.

Ihr seid außerdem scharfsichtig.

Fouquet möchte mich nicht mehr sehen. Wenn Ihr wolltet,

dass ich ihn ausspioniere, kommt Ihr zu spät.

Diese Idee liegt mir fern.

Ich möchte Euch nicht aufbürden, denjenigen zu bespitzeln,

der Euch auftrug, mir nachzuspionieren.

Aber...

ich weiß auch, dass Eure Spielschulden zunehmen.

Was wollt Ihr?

Ihr sollt Fouquet eine Nachfolgerin vorschlagen.

An wen denkt Ihr?

An Louise de La Valliere.

Sie ist der Liebling des Königs. Fouquet weiß das.

Er würde ihr nie näherkommen.

Sie ist...

sehr schüchtern, sehr schamhaft, sehr fromm.

Eine Art Engel,

alles in allem.

Könnt Ihr einen Engel nicht zu einem Dämonen machen?

Denkt darüber nach.

Denkt an Eure Zukunft.

Was, wenn alle Eure Geldsorgen verschwinden würden?

Und wenn Fouquet es bereute, Euch vernachlässigt zu haben?

Es kann sein, dass man Eurer Majestät gegenüber geltend macht,

dass ich nicht immer

die Form bestimmter Vorgänge

so genau wie erwünscht respektiert habe.

- Wirklich? - Ja.

Ich spreche von der Form, Sire.

Ausschließlich von der Form.

Was den Inhalt betrifft, kann Eure Majestät die Belege einsehen.

Ihr werdet nichts Kritikwürdiges finden.

Ich danke Euch, dass Ihr selbst die Frage aufgebracht habt.

Manches hier hätte das Verhältnis

zwischen mir und meinem begabtesten Minister vergiften können.

In meinen Augen ist das nun damit erledigt.

Danke, Eure Majestät.

Danke!

Herein.

Louise.

Ich muss Euch schimpfen, Monsieur Fouquet.

Hatte ich nicht gesagt, mein Besuch sei nicht offiziell?

Ich komme nur ganz einfach vorbei.

Für mich sind Einfachheit und Schönheit ein und dasselbe.

Erlaubt mir, Euch Mademoiselle de La Valliere vorzustellen.

Sie ist das perfekte Beispiel dafür.

Ich muss sagen, die maßlose Begeisterung für die Jagd

beunruhigt mich ein wenig.

Und Ihre Lektüre, mein Freund?

Im Moment lese ich erneut die Fabeln von Äsop.

Verzeiht. Was macht Ihr hier, Manneville?

Verzeiht, Euch mit meiner Anwesenheit zu belästigen.

Ich bin eine Hofdame der Königinmutter.

Wohin sie geht, gehe auch ich.

So werde ich mich auch heute Abend auf Ihrem Fest wieder aufdrängen.

Genießt es, Monseigneur.

Es könnte das letzte Mal sein.

Auf dieser grünen Bühne

möchte ich die neue Komödie von Moliere aufführen lassen.

Darf ich mich darauf verlassen,

dass Ihr dem König meine Überraschungen nicht enthüllt?

Ich werde schweigen, Monsieur.

Ich fordere Euch jedoch auf,

nicht zu viel Pracht zu entfalten.

Am Abend des Festes

tragen die Gondelführer weiße Seide.

Wunderbar.

Ich kann es kaum erwarten, in einem der Boote zu sitzen.

Mademoiselle.

Nie gab es eine delikatere Nymphe in Not.

Lasst Euch nicht hintergehen, Monseigneur.

Hinter der arglosen Fassade verbirgt Eure Nymphe sehr trickreiche Züge.

Ihr wisst, dass ich mich auf dem Gebiet auskenne.

Sie steht jedem als Informantin zu Verfügung.

Es braucht dafür nur 20000 Pistolen.

- Es ist erledigt, Monsieur. - Sehr gut.

Welchen Preis habt Ihr ihm gesagt,

für die Information durch La Valliere?

20000 Pistolen.

Kann ich Euch dieselbe Summe für diesen kleinen Dienst anbieten?

"Kleinen Dienst"?

Pardon!

Für diesen großen und unschätzbaren Dienst.

Das Doppelte?

40000 Pistolen?

Ich will kein Geld.

Dann...

vielleicht ein Schmuckstück? Ich kann Euch kein Schloss schenken.

Gebt mir einen Ehemann, und wir sind quitt.

Einen Ehemann?

Findet einen, der reich, nobel und freundlich ist,

und der mich meine unerwiderte Liebe zu einem Mann vergessen lässt.

Zu welchem Mann?

Zu dem, dessen Vertrauen ich für Euch missbraucht habe.

Wie ich Euch hasse!

Monsieur Vatel, nehme ich an.

Zu Euren Diensten.

Francois Chazerand.

Geschickt hat mich der Straßenbaumeister

und Generalinspekteur der königlichen Gebäude.

Ich bin hier, um mich vor Ort

von der Qualität der Leistungen der Künstler zu überzeugen.

Der Berühmtheiten, die Monsieur am Hof so anpreist.

Man spricht vom Genie des Architekten Le Vau,

des Gärtners Le Notre.

Es gibt keinen Höfling, der nicht damit prahlt,

einen Gemüsegarten von La Quintinie zu haben.

Zeigt mir die berühmten Fontänen von Vaux.

Um diese Zeit? Sie laufen nicht mehr.

Ich bitte Euch, zeigt sie mir.

Wenn diese Fontäne in Bewegung gesetzt wird,

erhebt sich das Wasser auf bis zu zwölf Toises.

Wie kommt das Wasser hierher?

Durch Rohre.

Wisst Ihr, wie viel diese Rohre kosten?

Das weiß hier jeder: 120000 Livre.

120000 Livre für einen Wasserstrahl.

Da wird das Blei mit Goldwert bezahlt.

Es handelt sich um sein eigenes Geld.

Monsieur Fouquet kann damit machen, was er möchte.

Wollt Ihr mir vielleicht Unterricht in Finanzverwaltung geben?

Nein, Monsieur, ganz und gar nicht.

Ich zähle heute Abend meinen Wein aus der Bourgogne.

Und morgen früh warte ich darauf, was das Meer mir bringt.

Ich kann es kaum erwarten, in Fontainebleau zu sein.

Dort ist das Land, es gibt Felder und Wälder.

Ich weiß tausend Orte, wo wir uns tagsüber verstecken können,

ohne dass jemand uns sieht.

Vergesst Ihr,

dass wir uns vor den Augen des ganzen Hofes lieben müssen?

Ich höre noch Henriette, die Frau meines Bruders,

die ich zu meiner Mätresse machen wollte:

"Sire, wir benötigen einen Köder, einen Schutz.

Sorgt dafür, dass man mich nicht bemerkt.

Gebt vor, Mademoiselle de La Valliere zu lieben.

Sie ist ziemlich hübsch,

auch wenn sie nach einem Sturz vom Pferd ein wenig hinkt.

Aber dadurch schwingt sie die Hüften.

Das entbehrt nicht einer gewissen Sinnlichkeit."

"Und wenn ich daran Geschmack finde", antwortete ich,

"und mich in sie verliebe?"

- Und das ist geschehen. - Mitnichten.

Wie? Ihr seid nicht in mich verliebt?

Verliebt?

Nein.

Alle sind in Euch verliebt.

Aber ich,

der ich über allen anderen stehe...

Ich brenne vor Liebe zu Euch.

Ich liebe dich, Louise, wie ich noch nie geliebt habe

und nie mehr lieben werde.

Wir werden einen wunderbaren Sommer verbringen.

Zuvor muss ich jedoch einige langweilige Pflichten erfüllen.

So auch das Fest, das Fouquet angeblich zu meinen Ehren gibt.

Das Fest wird sehr schön, wenn ich danach urteile...

Was er Euch hat sehen lassen?

Seid nicht naiv, meine Süße.

Dieser Mann versteckt mehr als er zeigt.

Das werdet Ihr eines Tages verstehen, am Tage des Verderbens.

Am Tage des Verderbens?

Der Tag, an dem der Blitz herabfährt.

Beeilt Euch!

Ludwig XIV in seiner Herrlichkeit.

Das Fieber schärft das Auge, Lebrun.

Es verfeinert das Urteilsvermögen.

Mein geplantes Menü, Monseigneur:

Suppe mit getrüffeltem Weißbrot,

Kompott von jungen Tauben, Krapfen von marinierter Schafszunge,

Kalbs-Fricandeau, Nelken-Zicklein,

- Zitronen-Granatapfel-Salat... - Monseigneur.

Louise de La Valliere.

Eure zarten Händen sind eine Hommage

an die Arbeit unseres Künstlers Creusois.

Sie hier, Mademoiselle?

- Allein? - Glaubt mir, es tut mir leid,

hier so ohne Einladung zu erscheinen.

Monsieur Colbert schickt mich

im Namen Seiner Majestät.

Sie hätten keine charmantere Botschafterin wählen können.

Euer Erscheinen vertrieb das Fieber,

das mich seit zehn Tagen quälte.

Ihr freut euch wohl weniger über mein Erscheinen,

wenn Ihr meine Botschaft gehört habt.

Seine Majestät kann am 11. Juli nicht nach Vaux kommen

und schlägt vor, das Fest auf den 17. August zu verschieben.

Welch unverhofftes Glück!

Eine Frist von 30 Tagen, um noch einiges zu verbessern.

Ein Wunder.

Gebt Ihr mir die Ehre,

einen Imbiss mit mir zu teilen? Vatel hat ein Rezept aus Italien.

Kleine knusprige und weiche Kuchen runder Form aus gemahlenen Mandeln.

Makronen. Sie schmecken mir sehr. Ich gewähre Euch die Kostprobe,

Monsieur.

Aber danach kehre ich sofort nach Paris zurück. Ich werde erwartet.

Ihr werdet in Paris erwartet, aber

hier seid Ihr erwünscht.

Ihr glaubt mir nicht?

Ich wollte Euch aufsuchen.

Man hat mir gesagt, dass...

Ihr kleine Dienste leistet.

Was für Dienste?

Beobachtungen

des Lebens am Hof.

Eure Nähe zum König und

- zur Königin ermöglicht Euch... - Was ermöglicht sie mir?

Informationen über die Handlungen bestimmter Personen zu liefern.

Für wen haltet Ihr mich? Für eine Spionin?

So ein harter Ausdruck.

Nein, nur...

Nur für eine Freundin.

Eine Freundin, die gelegentlich Informationen liefert.

Nur der König darf nichts davon wissen.

Es ist keine Lüge: Nicht Informationen über ihn

interessieren mich.

Ein Mädchen wie Ihr kennt solch delikate Situationen sicherlich.

Ein Mädchen wie ich?

Ein Mädchen für 20000 Pistolen. Das ist doch Euer Preis?

Auch wenn Ihr durch Eure Schönheit

und Eure Stellung am Hof viel mehr wert seid.

Hört zu.

Ich gebe euch das Doppelte und habe das Gefühl, Euch zu bestehlen.

Seht Ihr, Le Brun, wie schlecht ich den Pinsel führe?

Madame...

- Meine Farben, so ein Geschmiere. - Der Künstler, der beginnt,

muss sich selbst gegenüber nachsichtig sein,

um die Lust zu bewahren, fortzufahren.

Wenn sein Talent aufblüht, muss er gnadenlos sein.

Ich habe kein Talent.

Wenn ich etwas Vergleichbares schaffen könnte,

würde Nicolas nie aufhören, mich zu lieben.

Habt Ihr dem König davon erzählt?

Das wäre mir zu peinlich.

Fouquet hat mich behandelt wie ein Mädchen, das...

Unter dem Deckmantel

des Schützers der Künste, der Dichter und Maler,

zeigt sich nun, was er immer war:

ein zu schnell aufgestiegener Karrierist.

Was wollt Ihr tun?

Um mir darüber klar zu werden, habe ich Euch aufgesucht.

Eure Tugend und Eure Selbstlosigkeit

sind allseits bekannt.

Ich folge Eurem Rat.

Auch wenn jede Art von Denunziation mich abstößt,

biete ich an,

dem König davon zu berichten, um Euch die Demütigung zu ersparen.

Sobald Seine Majestät davon erfährt,

wird er Eure Ehre rächen.

Alles ist feucht und heiß,

die Betttücher, der Körper, sogar die Luft, die man atmet.

In der Hölle ist es sicher nicht weniger heiß.

- Fühlt Ihr Euch nicht unwohl? - Im Gegenteil.

Ich habe mich noch nie so ausgeglichen gefühlt.

Diese Harmonie,

diese Anmut, diese Pracht,

diese Üppigkeit,

dieser Glanz.

In so einer Perfektion liegt etwas Unbezwingbares.

Dennoch habe ich Angst.

FORTSETZUNG FOLGT...

Diese Jahre, in denen ich Beweise seiner Verbrechen sammelte.

Mein Gott!

Spiegel zerbrechen, sieben Jahre Unglück!

Sire.

Der Besuch Eurer Majestät macht mich

zum glücklichsten Mann Frankreichs.

Nur eine Katastrophe kann Euch retten.

Seid ihr nicht indigniert darüber, wie sie ihren Reichtum zeigen?

Der König weigert sich, unter unserem Dach zu schlafen.

Er weigert sich?

Genau das braucht er, um zu begreifen, dass sein Traum

vorüber ist.

Fliehen?

Gegen Euch braut sich etwas zusammen.

Im Namen des Königs nehme ich Euch fest.

UNTERTITEL: RED BEE MEDIA FRANCE

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