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Opa wird sich freuen, dich zu sehen.
Wie geht's ihm denn? - K�rperlich gut, aber er ist vergesslich geworden.
Wo soll das hin? - Den Champagner da r�ber.
Geschenke und Blumen da ins Esszimmer.
Entschuldige, Noga. Kommen deine Eltern nun, oder nicht?
Sie sind in New York. Du kennst Papa. Bei ihm ist immer alles kompliziert.
Also bis Samstag. Ich komme direkt ins Standesamt.
Hast du mit Onkel Zef gesprochen? Kommen sie? - Das ist nicht so einfach.
Bitte, Papa. Gib dir endlich einen Ruck.
Mama traut sich nicht, dich zu fragen, aber sie ginge wahnsinnig gerne zur Hochzeit.
Ich ruf dich nach der Probe noch mal an. - Nein, kommt nicht in Frage, Ir�ne.
Wir gehen nicht zu dieser Hochzeit. - Sorry, ich habe den Einsatz verpasst.
Tut mir leid. - Du warst sehr gut, Daniel.
Nein, grauenhaft. Er hat gepatzt und du best�rkst ihn auch noch.
Ja, du warst miserabel.
Sei doch ein bisschen nachsichtiger. Ein einziges Mal!
Man kann nicht anspruchsvoll und nachsichtig sein.
Ich wei�.
Wei�t du was? Geh mal zum Arzt!
Melita... Schimpf nicht so.
Das ist doch der Abend in Cannes! - Der Arbeitstitel war "Die Erbin".
Ich mag das Wort "Erbin" nicht besonders. Dabei denkt man unwillk�rlich an Tod und Geld.
Und an die Weitergabe von Werten. Der neue Titel ist:
"Melita, der sch�nste Diamant von Roni Melko, endlich mit Ring am Finger"
Ausgezeichnet. - Wo bleiben die verdammten Musiker?!
Gro�papa war Uhrmacher, mein Vater Juwelier, und meine Mutter... - ...K�nigin!
Aber ja! Sch�nheitsk�nigin. San Remo...
Keine Jahreszahl. K�nigin, und meine Tochter Prinzessin.
Du benutzt Lippenstift? - Aber nein.
Hallo? Ah, Roni! - Hallo, Ir�ne! Endlich!
Wie geht's dir? Nein, Zef ist nicht in der N�he.
Ach, ich wei�. Wir w�ren gerne gekommen.
Aber wir spielen am Dienstag in Philadelphia. Steht seit zwei Jahren fest.
Wie schade! Wirklich �u�erst bedauerlich.
Sie kommen nicht.
Ich habe nach Fl�gen gesucht, aber die Zeit ist einfach zu knapp. Schade.
Sag Melita, wie sehr wir es bedauern. - Wir sind untr�stlich, Ir�ne. Mach's gut.
Sollte funktionieren, Monsieur Melko.
Du bist also seit zwei Jahren die Muse der Melko-Juwelen?
Ich bin k�nstlerische Leiterin der Schmuck-Accessoires.
Mein Vater wollte Diamanten f�r alle erschwinglich machen.
Danke, meine Damen und Herren. Danke.
Vielen Dank. - Papa? Das ist nicht der richtige Zeitpunkt.
# I've lived a life that's full, I've travelled each and every...
Er hat echt seinen Beruf verfehlt.
# ...and more, much more than this, I did it my way.
Nein, ich h�re mir nicht zum hundertsten Mal an, wie er Sinatra runterleiert.
Dein Vater wird entt�uscht sein.
Trifft sich eine Familie nicht mehr zu Hochzeiten und Beerdigungen, ist sie tot.
Deshalb sollten wir zu dieser Hochzeit fahren.
Dein Vater ist nicht mehr so jung. Vielleicht... - Hast du ernsthaft nach Fl�gen gesucht
und glaubtest, du stimmst mich um? Ich �ndere nie meine Meinung!
Ich wei�. - Wo ist dieser Delikatessenladen?
Gibt's in Brooklyn nichts Koscheres? - Noga verg�ttert ihre Cousine. Sie f�hrt hin.
Noga ist erwachsen. Sie macht, was sie will. Fr�her h�tte ich's nicht zugelassen.
Schon gar nicht an einem Samstag! - Sie heiraten sicher nicht kirchlich.
Nat�rlich tun sie das. Am besten gleich in Notre Dame.
Sie ist Italienerin! Daf�r kann sie nichts!
F�r ihre Herkunft nicht, f�r ihre Dummheit schon.
Tolstojewski! Das werde ich nie vergessen!
Wir k�nnten Donnerstagabend fliegen, dann w�ren wir am Freitag in...
H�r auf, Ir�ne. Hol mir lieber ein Sandwich und nerv mich bitte nicht l�nger.
Corned Beef oder Thunfisch? - Pastrami.
Bitte warmes Pastrami, ja? - Ja, ich wei�.
Ir�ne! Und das Brot auch. Das will ich auch warm. Ir�ne!
Oh Gott! Was ist passiert?
Ruft einen Krankenwagen!
Ja, alles bereit, Herr Rabbiner.
Ja, 16 Uhr, sp�testens 16:15 Uhr.
Eine viertel Stunde fr�her oder sp�ter. Sabbat?
Ja, ich wei�, dass heute Freitag ist.
Wie bitte? Ob ich rechtzeitig zum Sabbat zu Hause bin?
Ich bin nicht strenggl�ubig. Sabbat...
Aber Sie! Nat�rlich! Bitte entschuldigen Sie.
Nein, nein, ich versteh schon.
Auf Montag verschieben? Das w�re ein Alptraum!
Na ja, weil... H�ren Sie, Herr Rabbiner.
Morgen heiratet meine Tochter. Wir erwarten G�ste aus aller Welt.
Mein Bruder trifft in wenigen Minuten aus New York ein.
Er ist sehr, wie soll ich sagen, sehr gl�ubig, sehr kompliziert, sehr traditionsbewusst.
Man kann das nicht vermischen.
Wir m�ssen unbedingt die Leiche los...
Alles muss vorbei sein...
Damit meine ich nur: Die Zeremonie muss heute stattfinden. Danke, Herr Rabbiner.
Ich bin um 15 Uhr in Paris. Wie geht's dir, Papa? Nicht zu m�de?
Geht so. Es muss gehen.
Ich kann's immer noch nicht fassen.
Gut. Ich hol dich am Bahnhof ab.
Die F�hre in Kroatien. Ja. Hab davon geh�rt.
32 S�rge?
H�ren Sie gut zu, Monsieur Delbar. Ihr Unternehmen ist seri�s.
Sie beerdigten meine Mutter, ich verspreche, Sie d�rfen uns alle unter die Erde bringen.
Wie Sie's machen, ist Ihre Sache, aber der Sarg ist Punkt vier auf dem Montparnasse.
Nein, wir k�nnen's nicht verschieben.
Morgen ist Sabbat und meine Tochter heiratet.
Wir feiern doch nicht, w�hrend die Leiche noch zwischen Brooklyn und dem Montparnasse ist.
Das w�re geschmacklos. Wo sind Sie?
Warten Sie. Ich komme.
Alles nur wegen eines Pastami-Sandwiches. - Mach dir keine Vorw�rfe.
Was? Kein Gep�ck? - Nein, ich flieg morgen zur�ck.
Ich habe Philadelphia nicht abgesagt. Sie h�tte es nicht gewollt.
Ist alles vorbereitet? Mit dem Rabbi gesprochen? - Alles bestens.
Wir m�ssen sie nur durch ein Zoll schleusen. Ich meine, ihren Sarg.
Eine Formalit�t.
Geht schnell. Ganz schnell. - Nimmt dich wohl sehr mit?
Das ist alles so was von... - Mich jedenfalls ber�hrt das sehr.
Und Papa? - Schwierig.
Manchmal benimmt er sich total daneben, ohne jede Hemmung, unm�glich.
Aber dann ist er wieder wie fr�her. - Und gesundheitlich?
K�rperlich hat er sich kaum ver�ndert. - Was machen wir mit dem Sarg?
Ich will sie nicht allein lassen und Noga kommt um drei am Gare du Nord an.
Das Bestattungsunternehmen k�mmert sich um alles.
Ich will sie auf keinen Fall allein lassen. Keine Sekunde.
Ich bleib bei ihr. Ich gehe zum Zollamt, du holst mit dem Chauffeur deine Tochter ab
und anschlie�end treffen wir uns auf dem Friedhof. Wie sieht der Sarg aus?
Er ist aus Mahagoni. Ich habe den Sch�nsten genommen.
Wieso fragst du? - Nur so.
Ihr schlaft doch bei uns? Obwohl, die Stimmung passt nicht so ganz.
Ich habe ein Zimmer im Hotel Aida reserviert, neben der Oper. Ich will nicht st�ren.
Ausgezeichnet. Dein kleines, koscheres Hotel. Hier. Ich k�mmere mich um alles.
Roni, machst du das wirklich? - Ich lasse sie nicht aus den Augen.
Antoine, du f�hrst meinen Bruder. - Ja, Monsieur. - Gut.
Willst du dich noch kurz frisch machen und rasieren?
Ich darf mich doch nicht rasieren! Einen ganzen Monat lang nicht!
Entschuldige! Zum Gare du Nord.
Und um 16 Uhr zum Friedhof.
Das da nehme ich auch.
F�rs Standesamt. Sitzt doch perfekt!
Bisschen zu blumig, finde ich. - Einmal 36, zweimal 40.
Amazzo?
3800? F�r eine Beerdigung?
Das ist ja Wahnsinn...
Nein, nein, nein. Und die hier?
4900, wegen der Stickereien.
Die kannst du auch noch ein zweites Mal anziehen.
Ja. Du hast recht. In Versailles, bei der Krebshilfe-Gala.
Da sind bestimmt andere Leute.
Muss ich unbedingt mit zur Beerdigung?
Ich bin mit der Sitzordnung f�r morgen noch nicht fertig.
Entschuldigen Sie, bitte. - Aber ich bitte Sie!
Amore, du bist es! Ich wollte dich gerade fragen...
Es kann Stunden dauern, bis die S�rge freigegeben werden.
Aber wir m�ssen's bis 16 Uhr schaffen. 18 Uhr 34 f�ngt Sabbat an.
Kann Sabbat nicht ausnahmsweise mal sp�ter anfangen?
Red nicht solchen Unsinn! Die Sonne geht heute 18 Uhr 31 unter. Basta.
13 sind schon durch den Zoll. Fehlen noch 19.
Lauter Rentner. - Kroatien. Ich wei�.
Wir machen das beim P.I.V. - Wir machen's beim Piv? - Ja.
Der Post-Inspektions-Verwaltung.
Hallo. Wir sind auf der Suche nach Madame Ir�ne Melkowitch.
Die Dame muss unbedingt heute um 16 Uhr beerdigt werden.
Sie k�nnen sie doch auch morgen beerdigen. - Nein, v�llig unm�glich.
Da ist sie ja!
Wieso halten Sie das Band an? - Mittagspause.
Kann ich helfen? - Geht schon. Danke.
Verzeihung.
Ladies and Gentlemen! We would like to welcome you on board of the Eurostarte Paris.
Please stow your larger items of luggage in the luggage compartments
in the entrance area. Thank you for...
66? Ich glaube, das ist mein Platz.
Macht es Ihnen was aus, wenn ich hier sitze?
Der Fensterplatz ist besser f�r meine Augen.
Kein Problem. - Sie sind sehr freundlich.
Und sehr h�bsch.
Sie sind traurig, stimmt's?
Ja. Ein wenig.
Ich war S�ngerin, vor langer Zeit.
Es ist f�r meine Mutter.
H�tte sie nicht vielleicht lieber was Heiteres?
Sie ist gerade erst gestorben...
Tut mir so leid.
Hallo?
Im Eurostar. Ja. Schlechtes Timing. Ich hatte mich schon so darauf gefreut,
und jetzt bin ich so traurig, dass ich alle Hochzeitsg�ste zum Weinen bringen w�rde.
Ich will gar nicht auf andere Gedanken kommen, Melita.
Nicht jetzt. - Es ist nicht einfach...
Ich spring f�r Mama ein und begleite Papa.
Wir fahren morgen nach Philadelphia.
Ich m�chte ihn nicht alleine lassen. Nicht jetzt.
Ohne sie ist er doch verloren.
Gut. Wir treffen uns auf dem Friedhof.
Ich freu mich auch, dich zu sehen.
Ich umarm dich. Ganz fest.
Ich bin nicht sehr geschickt darin. - Meine G�te, ich verstehe Ihr Problem gut.
Leidenschaftliche Schw�re! Es ist schwer, sich was Originelles einfallen zu lassen.
Ich fand Liebesbriefe immer langweilig. Jedenfalls habe ich nur langweilige bekommen.
Alles in Ordnung, meine Liebe?
Armes Ding. Sie ist so traurig.
Darf ich kurz st�ren? Danke.
Pipi.
Sorry.
Sorry.
Das war das Letzte. - Sind Sie aus Paris?
Es tut gut, zu weinen.
Meine Mutter ist gestorben. Vorgestern.
Als mein Vater gestorben ist...
Eigentlich will ich nur sagen, dass weinen gut tut.
Wird das ein Liebesbrief? - Ich komm mir ganz sch�n bl�d vor.
Vielleicht kann ich Ihnen helfen.
Haben Sie so viele bekommen oder viele geschrieben?
Na ja, viel gelesen.
Liebesgedicht von Aragon, Eluard...
Suchen Sie das Gedicht "Je t'aime" von Paul Eluard.
Ja, Papa?
Er hat dich vom Flughafen abgeholt?
Aber das ist doch nett von ihm!
Ja. 15 Uhr.
Okay. Bis nachher.
"Ich liebe dich f�r all die Frauen, die ich nicht gekannt.
Ich liebe dich f�r all die Zeit, die ich nicht gelebt.
F�r den Duft der weiten Welt und des warmen Brotes.
F�r den Schnee, der schmilzt und die ersten Blumen."
Es ist wundersch�n, oder?
Ich h�tt's lieber nicht lesen sollen. Was soll man danach noch schreiben?
Abschreiben geht nicht, oder? - Besser, als sich bl�d vorzukommen, oder?
Meine Damen und Herren. Herzlich Willkommen in Paris.
In wenigen Minuten erreichen wir den Gare du Nord.
Hier endet unser Zug. Bitte stellen Sie sicher, dass Ihr Gep�ck...
Lassen Sie mich das machen.
Ich hasse das. - Immer das Gleiche.
Verehrte Fahrg�ste! Leider k�nnen wir noch nicht in den Bahnhof einfahren.
Es kommt daher zu einer kleinen Verz�gerung.
Zu Ihrer eigenen Sicherheit bitten wir Sie,
die T�ren nicht zu �ffnen und den Zug nicht zu verlassen.
Ladies and Gentlemen, unfortunately we can not enter the train station.
We will therefore experience a small delay.
For your own safety we ask you not to open the doors
and not to exit the train.
Und dann gibt's noch: "Ich liebe Sie. Ich ersticke daran.
Ich kann nicht mehr. Das ist zu viel.
Dein Gesicht ist in meinem Herzen f�r alle Ewigkeit."
Cyrano.
Aron Makowitch. - Sehr erfreut - Papa. - Ah! Roni!
Beeil dich. Hast du die Schultasche vergessen?
Ich bin Zef, Papa. Setz das auf. - Ach so.
So.
Onkel Zef. Das ist so traurig.
Guten Tag, Gro�papa.
Sur�l�. - H�r nicht hin. - Wie h�bsch du aussiehst!
Es tut mir so leid, ganz ehrlich.
Rasieren h�tte er sich wenigstens k�nnen...
Herr Melkowitch. Gestatten? Ha�m Isenberg.
Wo ist... - Sie ist bis jetzt noch nicht da.
Ich wohne in Puteaux und es ist fast halb f�nf.
Ha�m. Kennen Sie die Geschichte von Jakob und Mo�she?
Nein. - Verdammt. Ich kenn die Geschichte. Der gute Eindruck ist futsch.
Er ist alt. Man muss Verst�ndnis f�r ihn haben.
Eines Tages... - Papa! Bitte! Wir sind auf einem Friedhof.
Ich hoffe, der Rabbiner ist nicht allzu verklemmt.
Das Ende der Geschichte ist ziemlich gewagt.
Jakob sagt: "Mein Freund, du irrst dich wirklich."
Aber Mo�she macht weiter.
"Zum letzten Mal. Du irrst dich. Seit einer geschlagenen Stunde kratzt du meine Eier!"
Sehr witzig.
Sehr lustig.
Da sind sie!
Alles bestens. Gerade noch rechtzeitig.
"...vor der Seuche, die w�tet am Mittag. Ob tausend fallen an deiner Seite..."
Ist jemand gestorben? - Ja, Gro�papa. Mama.
Mama? - Erinnerst du dich nicht an Mama?
Ir�ne! - Ir�ne?
Ir�ne! Aber ja! Sur�l� und ich haben so gelacht!
Welche unserer Schwiegert�chter ist uns lieber? Die h�ssliche oder die beschr�nkte?
Ach ja...
Was macht er denn jetzt?
Was Symbolisches. Keine Ahnung.
Ich teile deine Trauer.
Ich teile deine Trauer.
Ich teile deine Trauer.
Ich teile deine Trauer.
Nicht wirklich. Ich kannte sie eigentlich kaum.
M�ssen wir jetzt auch noch in die Synagoge?
Nein, Madame. Die Synagoge ist ein Ort des Lebens, nicht des Todes.
Verstehe! Das ist ja mal eine gute Nachricht.
Das ist eine amerikanische Gr��e.
Tut mir leid. Entspricht nicht unserer Norm. - Eine amerikanische Gr��e?
Da dr�ben ist alles gr��er. - Wir s�gen doch ein St�ck ab. - Nein.
Nein? Vielleicht k�nnten wir ein bisschen was abschleifen.
Ein paar Zentimeter. - Wir m�ssen wohl den Sarg auswechseln.
Nicht so schlimm. Wir wecken sie einfach auf!
Klar ist es schlimm. Wir tauschen ihn sofort um. Holen Sie einen anderen Sarg!
Wir verschieben die Zeremonie auf Montag.
Wir k�nnen meine Frau doch nicht einfach im Regen stehen lassen.
Der Sabbat f�ngt an. Tut mir leid.
Ich muss nach Hause. Wir sehen uns dann Montag.
Der macht mich noch wahnsinnig! Wieso?
Ausgerechnet jetzt! Dieses verdammte Pastrami-Sandwich!
Ich ruf Noga an. - Und ich Delbar. - Ich such meine Liste.
Der Plan mit der Sitzordnung ist weg. - Und Madame Rosenfeld kommt gleich
und holt ihre Uhr ab. Dabei kann man sie nicht mehr reparieren.
Nur der AB. - Monsieur Delbar! Hier Melko.
Ich hoffe, Sie haben die Situation im Griff. Ich erwarte absolute Diskretion.
Bis Montag. Na ja, Sie wissen schon.
Gut. Rufen Sie mich sofort zur�ck.
Papa, du bleibst bei Melita. Bring ihn bitte in die Werkstatt.
Morgen wird gefeiert! Dann f�hrst du in die Flitterwochen
und Montag beerdigen wir die Nervens�ge. - Aber diesmal zieh ich ein altes Kleid an.
Delbar!
Monsieur Delbar, wo sind Sie?
Was hei�t, bei mir?
Was machen denn die Jungs hier?
Habt ihr vielleicht einen Raum, der klimatisiert ist?
Sie machen ihn doch nicht auf? - Gott schenkt mir ein letztes Wochenende mit meiner Frau.
Warte mal. Wir finden schon eine L�sung. Jetzt mal im Ernst.
Eine Abstellkammer, Roni! Sie sollte dort einfach abgestellt werden!
Aber das sagt man doch nur so. - Nein.
Das trifft es genau. Wir sagen dazu auch Depot.
Aber das mag ich weniger.
Was machen Sie da, bitte?
Wir h�ngen die Spiegel zu, Madame. Das ist Tradition, wenn ein Toter im Haus ist.
Bitte passen Sie auf, dass der Tisch nicht zerkratzt wird. - Ja, ja...
Also wirklich...
Heilige Maria, Mutter Gottes!
Das Trockeneis!
Ach, Ir�ne, mein Herz!
Ich lass dich nicht allein. Nicht eine Sekunde!
Sie sieht aus, als w�rde sie nur schlafen.
Das Trockeneis!
Wir sind diskret, Onkel Roni. Wir machen die T�r zu, dann merkt keiner was.
Okay, Papa. Wir sagen keinem ein Wort. Okay?
Wir werden... Pardon, Madame.
Wir sind Montag fr�h 7 Uhr hier.
7 Uhr? - Ja. - Das ist ziemlich fr�h, oder?
Ja, es ist fr�h. Ja.
Ich w�nsche Ihnen viel Gl�ck, Mademoiselle.
Ich habe seit zwei Jahren eine Wohnung in der Rue Rivoli.
Sam und ich wollen heute Abend so tun, als w�rden wir uns kaum kennen.
Als w�re das wei�e Kleid wirklich noch wei�.
Ich zeig's dir. - Lieber nicht. Das bringt Ungl�ck.
Wir sind doch nicht abergl�ubisch und morgen kannst du's nicht sehen.
Wow! Wundersch�n.
Aber du sahst schon mit 12 wie ein Topmodel aus.
Woher kennst du Sam? - Damals war ich mit einem Surfer zusammen.
Amerikaner. Hast du nie kennen gelernt.
Sam war Praktikant bei Melko.
Er war so was von aggressiv, fast schon feindselig.
Ein Vorontyp, dem die Tochter des Chefs gleichg�ltig ist.
Hat mich echt genervt. Eines Tages bat ich ihn,
mich zu meiner Freundin nach Fontainebleau zu fahren.
Ich streute Zucker in den Tank und mitten im Wald blieb der Wagen dann stehen.
Ich habe mich auf ihn geschmissen. jetzt ist er Finanzchef der Firma.
Er hat kapiert, dass es schneller geht, wenn er die Tochter des Chefs v�gelt.
Er ist super intelligent. Uni und so. - Fiel L�l� an dem Tag nicht fast in den Canale Grande?
Wir lie�en uns alle mit Chianti volllaufen. - Und du hast Schinken gegessen.
Und Scampi. Haben meine Eltern nie erfahren.
Hast du Hunger?
Komm.
Isst du eigentlich immer noch koscher? - Nicht mehr seit Venedig.
Papa meckerte zwar, aber Mama bes�nftigte ihn wie immer.
Aber bei Schweinefleisch w�rde er ausrasten.
Der geht mir aber auf den Sack...
Ich habe mich verbrannt!
Ich bin todm�de.
Wieso schickte ich blo� das Personal nach Hause?
Was ist das? - Das ist f�r deinen Vater.
Hartes Ei in hei�em Wasser...
Ich hatte zwar Gnocchi, aber...
Traditionelles Essen nach der Beerdigung.
Vielen Dank. Ich habe Riesenhunger.
Im Flugzeug gab's kein koscheres Essen mehr. - Reicht dir das?
Ich habe auch noch Gnocchi alla Romana.
Wenn bei uns getrauert wird,
stehen �berall Blumen.
Man isst gemeinsam was Leckeres, wie "Pasta e Salami"...
Entschuldige, bitte! Salami, ich wei�, die Bibel und das alles.
Ich bin nicht sehr, naja...
Aber ich habe "Die zehn Gebote" gesehen. Ich vergesse nie die Szene mit den Leprakranken.
Und ist das Besteck... - Noch ganz hei�!
Danke. Nein, das ist "Ben Hur". Die Leprakranken.
War das nicht Moses? Aber es war jedenfalls Charlton Heston, oder?
Zef! Papa verlangt nach dir.
Ich habe versprochen, dass du ihm "Gute Nacht" sagst.
Aber ich will auf keinen Fall... - Giovanna, bleibst du bitte kurz hier?
Ich? - Vielen Dank, Giovanna.
Ich m�chte sie n�mlich keine Sekunde alleine lassen. Nicht eine Sekunde.
Manchmal w�re ich gerne wie du.
Es f�llt mir schwer, leichtfertig zu sein. Ich f�hl mich immer gleich schuldig.
Sogar heute. - Traurig, ja. Willst du?
Aber schuldig? Warum?
Ich stopf mich mit Gnocchi voll, w�hrend er sein Ei im Wasser neben Mama isst.
Und au�erdem kotzt es mich an, dass ich deine Hochzeit verpasse.
Und dann...
Nein, das trau ich mich gar nicht zu erz�hlen. - Na los!
Ich habe im Zug einen Typen kennengelernt.
Ich muss st�ndig an ihn denken. Ich glaube, ich habe mich verknallt.
Ist doch klasse! - Ich hatte weiche Knie, habe geheult, kaum ein Wort rausgekriegt.
Ich musste ihn st�ndig ansehen! Mein Gott, was f�r Augen!
Hat er geflirtet? - Hat mir ein Taschentuch gereicht.
Hab wie bl�de geschnieft. Hier.
Ich hab's sogar noch. - Was hat er gesagt?
Ich machte was total Verr�cktes. Eher typisch f�r dich.
Na, vielen Dank auch! - Ich habe ihn einfach so gek�sst.
Er hat �berhaupt nicht reagiert.
War echt peinlich. - Siehst du ihn wieder?
Ich werde ihn jedenfalls nie vergessen. - Der Zug ist ideal f�r so was.
Ich h�tte ihn mir geschnappt, ihn einfach ins Klo geschleift,
wortlos mit ihm gev�gelt, und dann Lebewohl.
Und anschlie�end w�re ich zu meiner Hochzeit gefahren.
Was machen wir damit? Ein DNS-Test?
Wir haben bereits geschlossen. Kommen Sie morgen wieder. Ab 9 Uhr.
Hier ist Zef, Papa.
Der Geigenspieler? Der weltber�hmte Geigenspieler?
Du bist also jetzt wieder ledig, ja? - Nein, ich bin Witwer, Papa.
Kommt doch letztendlich auf dasselbe hinaus. - Nein f�r mich ist es nicht dasselbe.
Wer spricht denn davon? Es ist... - Es ist sp�t, Papa, und Melita heiratet morgen.
Das ist gut. Ich mag ihren Verlobten. Wie hei�t er doch gleich?
Sam. Ja, ich mag ihn auch sehr.
Sam. Sam. Sam. Sam. Samuel oder Samir?
Wie hei�t er eigentlich? - Ach, komm! Lass mich damit in Ruhe, ja?
Wisst ihr was, meine Kinder?
Ich vergesse nichts!
Gar nichts. Ist alles da drin, da oben in meinem Kopf.
Du, du magst Vanille.
Und du, du magst Pistazie. - Ja.
Eure st�ndigen Streitereien in der Rue des Haudriettes.
Daran erinnere ich mich gut. Und daran, wie du Uhr kaputtgemacht hast,
die Kaminuhr von Madame Stein, meiner allerbesten Kundin!
Sur�l�, die �rmste, hat sich solche Sorgen gemacht, als du im Gef�ngnis warst.
Ich? Nein. - Aber ja doch! - Nein, Papa, ich war nie im Gef�ngnis.
Dann warst du das? - Das sind uralte Kamellen, Papa. Komm.
Ich bin auch uralt! Bring mich nicht auf die Palme! - Ja.
Aber... - Wade, Papa. Ich zieh dir die Hausschuhe aus.
Aber eure Mutter hat sich kein bisschen ver�ndert.
Ihr bezaubernder kleiner Busen, ihr praller Hintern...
S��er, kleiner Po. - H�r auf, Papa.
So rund und prall. S��er, kleiner Popo.
Es reicht, Papa. H�r auf. - "H�r auf, Papa!" Ich darf wohl noch von meiner Frau sprechen!
Was ist mit dir? Geht dir New York nicht langsam auf die Nerven?
Ich lebe mit dir zusammen hier in Paris, Papa. Zef wohnt in New York. - Verstehe.
Aber deine Frau war bei bester Gesundheit! Vollbusig und sinnlich.
Ein Mordsweib! - Hier. - Wie Lollobrigida.
Erinnerst du dich an Gina Lollobrigida?
Als Kind habe ich st�ndig von ihr getr�umt und mir vorgestellt, dass ich...
Papa, es geht um die Frau von Zef.
Papa! Ir�ne! Die Frau von Zef. Du wei�t doch... - Was? Ir�ne?
Ir�ne. - Ich bring alles durcheinander.
Ir�ne? Dieses flachbr�stige B�gelbrett?
Diese Nervens�ge? Die dumme Kuh hat dich doch bekehrt!
Ich bin nicht konvertiert, nur strenggl�ubig geworden.
Strenggl�ubig! So haben wir dich nicht erzogen. Was ist nur in ihn gefahren?
Ich versteh das nicht. Sie hat dich uns entfremdet!
Sie hat dich ver�ndert. - Stimmt nicht. Es war eine gemeinsame Entscheidung.
Wir erkannten die wahren Werte und Gott zeigte uns den rechten Weg zum Glauben.
Gott sollte lieber in Somalia sein S�ppchen kochen
und den armen Leuten dort reichlich davon austeilen.
Dann m�ssten die Armen wenigstens nicht mehr Hunger leiden.
Er lacht nicht mal dar�ber. Hat �berhaupt keinen Humor...
Wie traurig! Es ist sp�t, Kinder. Geht schlafen!
Morgen geht's zeitig zur Schule. Danach sehen wir weiter.
Gute Nacht. - Gute Nacht.
Er ist verwirrter, als ich dachte. - Findest du? Heute Abend ist er doch gut drauf!
Ich fand sein Verhalten ziemlich eigenartig, du nicht?
Wieso eigenartig? - Dieser nostalgische Blick zur�ck.
Fast wie ein Film aus den 40er Jahren. - Es macht ihn gl�cklich!
Glaubst du wirklich?
Was schl�gst du vor? Alles verkaufen?
Ihn in ein Heim stecken? Und du besuchst ihn einmal im Jahr, wenn du hier bist?
Vielen Dank, dass du dich so nett um ihn k�mmerst.
Vermutlich nicht einfach, bei dem Leben, das du f�hrst.
Lassen wir mein Leben aus dem Spiel, ja? Geh du beten, ich leg mich schlafen.
Ich hol dir einen Kaschmirpullover. Sonst erfrierst du da drin noch.
Vergiss nicht, die Kerzen auszupusten.
Ich darf die Kerzen nicht l�schen, Giovanna. Es ist doch Sabbat.
Danke. Noch eins?
Gut. Noch eins.
Wo steckst du, Sur�l�?
Ich habe doch versprochen, dass ich dich ausf�hre, ins Maxim!
Ich habe lange daf�r gespart, 100 Franc pro Monat, zwei Jahre lang.
Komm mit, Gro�papa. - Wohin gehen wir?
Ins Maxim nat�rlich. - Gut! Sehr gut!
Ach, ist das sch�n.
Dass ich ein Fan von Frank Sinatra bin, ist euch allen bekannt.
Aber heute komme ich mir eher vor wie Spencer Tracy.
Ja, ich bin der Brautvater und ich hatte ein wenig Angst davor.
Aber letztendlich ist es f�r uns alle ein gro�er Gl�cksmoment.
Was ich damit sagen will, Melita, mein Juwel, meine einzige Tochter,
meine einzigartige Tochter...
Dank dir bekommen wir heute den Sohn, von dem Giovanna und ich so lange tr�umten.
Willkommen, Sam.
Willkommen bei Melko, in unserem Haus,
in unserer Familie, und vor allem in unseren Herzen.
Danke.
Ich habe lange nachgedacht, um die richtigen Worte f�r Melita zu finden.
Wunderbare und au�ergew�hnliche Worte, um meine Liebe zu ihr auszudr�cken,
und mein Gl�ck, in eine Familie aufgenommen zu werden, die so gro�z�gig,
glanzvoll und brillant ist.
Und ich rede nicht von Diamanten.
Ich habe sogar das Internet nach Liebeserkl�rungen durchforstet.
Aber die waren so schlecht. Ich h�tte mich in Grund und Boden gesch�mt.
Dann las ich Gedichte, aber die entmutigten mich total.
Also bat ich jemanden um Hilfe. Sein Name ist Cyrano.
Ich habe ihn auf seinem Handy angerufen. Er ist hier, unterm Tisch.
Moment, bitte. Ja, Cyrano?
Gut. Okay. Ja.
Also gut, Melita.
Melita.
"Ich liebe dich. Ich ersticke daran.
Ich kann nicht mehr. Das ist zu viel.
Dein Gesicht ist in meinem Herzen f�r alle Ewigkeit."
Wohin willst du, Papa? - Nach Anvers, nat�rlich.
Der Zug f�hrt zehn nach f�nf. Sie wartet auf mich. - Wen?
Patricia! Patricia Kalim! Begleitest du mich?
Gut. Ich komme mit. Aber wir nehmen lieber einen Zug sp�ter. - Gut.
Ja. Das ist besser. - Zu viel Champagner. Pipi.
Moment! Warte doch mal! Wie unglaublich sch�n du bist!
Sie ist wundersch�n.
Mazel tov, Cherie.
Gehen wir, Papa.
Bleib stehen.
Ich w�nsche dir alles Gl�ck der Welt.
Ich sch�me mich, dass ich so gl�cklich bin.
Ich habe dich gesucht.
Ist da jemand?
Was hast du denn?
Ich bin unendlich gl�cklich. K�ss mich.
Wie? Schon zu Ende? - Macht nichts, Onkel Roni.
Versteh ich nicht. Wir fuhren 5 Minuten nach euch los. - Wir hielten nur kurz beim Tr�dler.
Der Tr�dler war wichtiger. - H�r auf, Papa. - Hast du was gesagt? - War nicht wichtig.
Du nistest dich bei uns ein. Sabotierst Melitas Hochzeit.
�berall sind deine Leichenbestatter mit S�rgen und Trockeneis.
Nie �berlegt, ob du st�rst?
Sind das deine wahren Werte? Deine Art zu teilen?
Und dich zu bedanken, hat dich dein Gott wohl nie gelehrt oder?
Ich respektier deine Lebensweise, respektier du meine Trauer.
Was respektierst du denn? Ach ja, die Musik.
Die Musik ist sinnvoll. Aber nur die klassische!
Und die Religion auch. Musik und Religion sind sch�n und gut.
Aber was hast du au�er Konzerten und guten Ratschl�gen zu geben? Und wem?
Schon gelandet? Wo bist du? Ruf mich zur�ck. Wir legen heute Abend ab. Beeil dich.
Guten Tag. Wohin m�chten Sie? - Nach Saint-Tropez.
Gut. Kann aber dauern. Gestern habe ich drei Stunden gebraucht.
Beeilt euch ein bisschen. Sie sind gleich da.
Wir waren shoppen. Findest du Gladiolen passend, Mama?
Liebling, du wei�t, dass ich Gladiolen liebe.
Die k�nnen uns mal! In Simbabwe kriegen wir das Platin um 10 Prozent billiger.
Dein Mann. - Telefonierst du mit Sam? Wo steckt er? - Im Stau.
Kommt hoch! Giovanna, sie sind da.
Bis sp�ter, Sam. - Hallo!
Du siehst gro�artig aus! Die Schuhe. Gro�artig!
Hallo. - Wie geht's euch? Willkommen an Bord.
Zieht die Schuhe aus. - Guten Morgen! H�bsch siehst du aus!
Willkommen an Bord. Musik!
Ja? - Nach Porto Cervo!
Wir sehen uns noch die Nachtvorstellung von Avatar nach der Fete an.
Wird bestimmt lustig. - Ein Alptraum!
Gestern New York, heute Morgen Berlin...
Ich bin todm�de. Keine Lust, mit einer Bande blau angemalter Verr�ckter zu feiern.
Du bist langweilig.
Sei doch kein Spielverderber.
Warte mal kurz. Halten Sie da dr�ben.
Vielen Dank.
Ich komme...
Okay. Wo bist du?
Am Flughafen. - In Nizza?
Nein, nein. Am Flughafen in Berlin.
Ich komm irgendwann heute Nacht.
Schei� Langweiler.
Bravo! - Vielen Dank. - Wir gehen was essen. Kommst du mit?
Zef? Und Sie? - Nein, ich gehe schlafen.
Bravo, Daniel! - Vielen Dank. - Ich komm gleich nach.
Gut. - Also, wie lautet Ihre Antwort?
Es ist mir noch zu fr�h. - Warum denn?
Wir warten auf dich, ja? - Ja.
Ich kenne die Musiker nur zu gut.
Lieber weiter an sich zweifeln, als die geheimsten W�nsche offenbaren.
Also, bis bald.
Salzburg! Das kannst du doch nicht ablehnen! Sag was, Daniel.
Wenn sie aber doch lieber bei uns bleiben will... - Du meinst wohl, bei dir?
Ihr seid albern. - Ich w�rde alles tun, um beim Neujahrskonzert mitzuspielen.
Als ich's mir letztes Jahr im Fernsehen sah, heulte ich Rotz und Wasser. - Hallo?
Die halbe Welt heult dabei. - Geht auf mich.
Danke. - Danke, Stephane. - Gut. Gehen wir.
Ich bin in Berlin. Alle Fl�ge haben Versp�tung.
Kommst du? - Wie bitte?
Wir m�ssen morgen zeitig raus.
Wei� ich doch nicht. Steht nur "Versp�tung" dran.
Ich bleib noch ein bisschen. - Na gut.
Ich will noch mal in Ruhe �ber alles nachdenken.
Ich warte auf dich. - Ist wirklich nicht n�tig.
Wie du willst.
Monsieur? - Ein Bier und zwei Bratw�rste.
Bitte.
Dann fahrt eben ohne mich los. Was soll ich machen?
Komm schon, Melita. Meine Situation ist genauso beschissen.
Ich habe weder Lust, in Berlin auf einer harten Bank zu �bernachten,
noch in Porto Cervo den Idioten zu spielen.
Nein, ich bin nicht gereizt. Ich mach nur Spa�. War nur Spa�. Vergiss es.
Danke. Ich ruf dich zur�ck, sobald ich kann.
Darf ich Ihnen noch was bringen? - Nein. - Ein kleines Sorbet? Eine Tropezienne?
Nein, danke. Nichts mehr.
Ich bring gleich das Wechselgeld.
Entschuldigung. Bringen Sie mir doch lieber ein Glas Bordeaux und luftgetrocknete Salami.
Und das kann wieder weg.
Mademoiselle! Ihr Wechselgeld!
Warte! Warte!
Das M�dchen aus dem Zug. Das bist du!
Ich habe dich gesehen. Da oben! Mit dem Cello! Das warst doch du?
Du bist das M�dchen aus dem Zug. - Vor der Zitadelle vorhin? Ja, das war ich.
Warte. Ich erinnere mich genau. Es war letztes Jahr am 19. Juni.
Am n�chsten Tag habe ich n�mlich geheiratet. Das war im Eurostar.
Keine Ahnung. Schon m�glich.
"Ich ersticke daran. Ich kann nicht mehr. Das ist zu viel.
Dein Gesicht ist in meinem Herzen f�r alle Ewigkeit."
Vielen Dank.
Onkel Zef?
Onkel Zef!
Papa! Da ist Onkel Zef! - Das glaube ich jetzt nicht!
Komm an Bord! - Nein, nein.
Komm schon! Lass dich nicht lange bitten! Komm endlich.
Na los. - Also gut.
Was machst du hier? - Wir hatten ein Konzert. Vor der Zitadelle.
Giovanna, sieh nur, wer da ist!
Zef! - Wie geht's dir? - Gut.
Komm. - Wie geht's?
Ist Noga auch hier? - Ja, sie ist da irgendwo...
Darf ich vorstellen, mein Bruder Zef, meine Freunde.
Ihre Schuhe, Monsieur. W�rden Sie bitte... - Nein, nein. Ich bleibe nicht.
Klar bleibst du. Wir rufen Noga einfach an.
Kennst du meine Freundin Louise? - Hallo. - Komm, ich zeig dir das Schiff.
Es ist wirklich wundersch�n. - Schon gegessen?
Komm, iss eine Kleinigkeit.
So ein Mist. Das ist nicht so einfach.
Warst du auch in Paris? Hast du Papa besucht?
Ihre Schuhe, bitte. - Nein, ich...
Letzte Woche hat er mich eine Stunde lang f�r meinen Klavierlehrer Vladimir gehalten.
Er war unausstehlich. Keine Ahnung, wieso.
Via. Via. Wie w�r's mit einem Ei in hei�em Wasser?
Nein, nein. Tomatensaft. Danke.
Komm mit.
Ich wei� nicht, mir war pl�tzlich irgendwie schwindlig, ich kriegte Panik.
Ich wollte mich treiben lassen, allein sein.
Dann lasse ich dich jetzt allein. - Nein. Jetzt m�chte ich nicht mehr alleine sein.
�berhaupt nicht mehr.
L�gst du oft? - Ziemlich selten.
Nein! Ehrlich! Fast nie.
Bratwurst und Bier! Klingt nach Erfahrung.
Bitte nicht zum Hafen.
Hallo? - Du bist hier?
Das ist ja fantastisch!
Woher wei�t du das? - Dein Vater ist bei uns auf dem Schiff.
Komm doch auch! - Ich bin mit Freunden zusammen.
Bring sie doch einfach mit.
Das ist etwas schwierig. - Wieso denn?
Weil ich mit dem Direktor der Salzburger Philharmoniker unterwegs bin.
Ach so! Wir wollten eigentlich heute noch ablegen,
aber Sam steckt in Berlin fest.
Bist du morgen auch da?
Ich habe dir so viel zu erz�hlen.
Alles okay mit meinem Vater?
Sie haben sich wieder vers�hnt und sitzen oben an Deck wie zwei Verliebte im Mondschein.
Ist aber so. - Fang nicht wieder mit unseren Gro�eltern und Auschwitz an!
Wir leben schlie�lich im Hier und Jetzt.
Sieh dir lieber den Mond an und die Sterne. Genie�e die Musik.
Das nennst du Musik, ja?
Sieh dich um. H�bsche H�user, wundersch�ne M�dchen.
Ciao. Ciao. Ciao, bella.
Heute wird gefeiert. - Meine Frau ist gerade gestorben und du redest von... - Vor 'nem Jahr!
Zef! Vor einem Jahr!
Am 17. Juni! Ich wei� sogar das Datum.
Ach, ja? Die Vergangenheit ist dir doch sonst egal. - Ja. Recht hast du.
Mein Motto lautet: Gegenwart ist besser als Vergangenheit.
Und die Zukunft wird vielleicht sogar noch besser.
Wer die Vergangenheit ausblendet, hat keine Zukunft.
Was ist, wenn dein Motto falsch ist? - Zef! Vergiss mal deine ewigen Bedenken!
Sieh dich um! Der Mond! Die Sterne!
Du redest st�ndig nur von den Sternen und deinen Festen!
Was wirst du sehen, wenn du irgendwann auf dein Leben zur�ckblickst?
Geld? Diamanten? Mit Geld gekaufte Freunde?
Ich wette, du kennst die Leute nicht mal, die sich auf deine Kosten vollstopfen.
Ich k�mmere mich um Papa mit meinem Geld.
�ber mein Geld waren alle froh. Mama auch.
Die Kreuzfahrten. Venedig. Die Reisen mit den Kindern.
Niemand hatte was dran auszusetzen. - Ja.
Mama w�re beinah zugrunde gegangen, als du im Knast warst.
Sie weinte Tag und Nacht, ein ganzes Jahr.
Elf Monate! verflucht. H�ltst du mir das ewig vor?
Schlie�lich hatte ich in Kolumbien die Idee mit...
...den Smaragden? Ja! Was f�r eine tolle Idee!
Das war doch reiner Zufall! Genau wie das Penicillin, der Roquefort oder die Tarte Tatin.
Also gib deswegen blo� nicht so an!
Und worauf bist du so stolz?
Dass du die Diamanten demokratisiert hast?
Du f�hlst dich jetzt wohl als Retter der Menschheit, was?
Reden wir �ber den anderen Unfall. Warum musste Ir�ne sterben? - Bitte nicht, Roni.
Oh, doch! - Nein. Nein.
Deine Frau starb, weil sie f�r dich diesen verdammten Bagel kaufen musste!
Es war ein Pastrami-Sandwich. - Sie ist tot, weil du sie wie eine Sklavin behandelt hast!
Sie musste Sabbat �ber sich ergehen lassen, drei Stunde ohne Pause, jeden Freitag.
Bis zur letzten Sekunde hast du sie schikaniert, wie uns alle.
Und deine Ausrede ist die Kunst.
Du bist ein Tyrann! Ein Egozentriker!
Ein Leuteschinder! Und worauf blickst du mal am Ende zur�ck?
Wei�t du, ich habe immer gedacht, wir h�tten uns nichts mehr zu sagen.
Aber das stimmt nicht.
Wir haben uns viel Unangenehmes zu sagen.
Danke.
Hey, Mama! Warte! Wohin gehst du?
Wir gehen noch in eine Bar.
Ciao!
Hey! Wartet!
Hey! Nein!
Hey!
Komm. Es ist sch�n hier drau�en bei Nacht.
Ich liebe meinen Schwiegervater. Er ist genial!
In Kolumbien erwischt sie ihn mit drei Gramm Hasch.
Im Knast trifft er einen Kerl, mit einem Gl�cksbringer, einem h�sslichen, gr�nen Stein.
Und da kommt ihm eine geniale Idee.
Er sammelt den Smaragdabfall, der weggeworfen wird,
und erfindet das Smaragdpulver.
So hat alles angefangen. Er hat mir alles beigebracht, alles gegeben.
Sogar seine Tochter. - Im Winter sind da sehr viele Leute. Deshalb habe ich reserviert...
Als mein Vater gestorben ist, wollte ich die Schule abbrechen und arbeiten,
um meine Mutter zu unterst�tzen.
Aber da ich erst acht war... - ...sagtest du dir, ich werde schnell erwachsen
und heirate ein reiches M�dchen. - Genau. Trotzdem eine tolle Frau.
Dass sie die Tochter des Chefs ist, st�rt dich nicht?
Klar st�rt mich das. Ich habe geglaubt, dass ich die Tochter will,
aber im Grunde wollte ich einen Vater.
...dann geht's weiter nach Griechenland.
Wir fahren dann weiter nach Kroatien. Da waren wir noch nie.
Ist das eine gute Idee?
Wann geht's los?
Erinnerst du dich? - Als w�re es gestern gewesen.
Du hast dich ver�ndert. - Findest du? - Bist du gl�cklich?
Ich habe, was ich mir w�nsche.
Im Augenblick wei� ich nicht, ob ich mehr oder weniger will.
Das ist eine typisch "talmudische" Frage.
Obwohl die Familie dar�ber nur lachen w�rde.
Gro�papa, die Religion, die Vergangenheit.
Papa macht sofort dicht, wenn jemand davon anf�ngt.
Hast du's mal versucht? - Ja, Papa wurde w�tend.
Das einzige Mal, dass er mit mir geschimpft hat.
Sollte er �fter tun. - Wozu? Ich bin perfekt.
Einzigartig. Sein Schmuckst�ck.
Wenn ich euch beide erlebe, bin ich froh, dass ich keine Geschwister habe.
Obwohl Noga sowas wie eine Schwester f�r mich ist.
Aber ohne eure Probleme, ohne Eifersucht, Konkurrenz und das alles.
Ich bin nicht eifers�chtig. - Ich meine auch nicht dich.
Papa hat im Leben alles erreicht, aber er hat den Beruf verfehlt.
Er singt doch wie der letzte Schnulzens�nger!
Da hast du recht.
Ein Bruder ist so was wie ein Spiegel.
Tut gut, zwischendurch mal wieder einen kurzen Blick reinzuwerfen.
Darf ich dir mal eine ganz naive Frage stellen?
Aber bitte nicht b�se sein. - Nein.
Was ist eigentlich der Talmud? - Oje! Um das zu erkl�ren, w�ren etwa 3000 Jahre n�tig.
Vielleicht geht's auch etwas k�rzer.
Na ja, ich will mehr, ich will weniger.
Deine Entscheidungen, dein Schicksal, deine Zukunft...
Wie du deine Erbsen kochst, der Wille Gottes, Probleme mit der Wasserleitung.
Du findest alle Antworten im Talmud.
Er ist eine Mischung aus Bibel und Gelbe Seiten, genau genommen.
Es h�rt nie auf. Wenn du glaubst, eine Antwort gefunden zu haben,
entdeckst du, warum du die Frage gestellt hast.
Kannst du mir folgen?
Zum Beispiel, warum dich die, die dich am besten kennen, am wenigsten verstehen.
Irgendwo in den zwanzig B�nden findest du sicher eine Antwort darauf.
Keinen Bruder, keine Schwester.
Aber eine Cousine, die ich sehr mag.
Meine Cousine ist die Schwester, die ich nie hatte.
Ist sie h�bsch? So wie du?
Viel h�bscher.
Kann ich mir nicht vorstellen. - Doch. Ist sie. Sie hat alles.
Sie ist anmutig, sie ist frei, sie ist verr�ckt und mutig.
Sie tut all das, was ich mich nicht getreue. Sie hei�t... - Siehst du?
Das Schiff.
Sie haben ohne mich abgelegt.
Du bedauerst das? - Oh, nein!
Meine Cousine und meine Familie bedeuten mir sehr viel.
Auch wenn wir uns nur selten sehen.
Meine Cousine und ich sind sehr unterschiedlich.
Ich muss dir was sagen. Sie ist... - Deine Cousine ist mir v�llig egal.
V�llig.
Und wenn dein Vater und dein Gro�vater nichts davon wissen wollen,
dann nur deshalb, weil sich jeder vor seinen Erinnerungen sch�tzen will.
Weil Gott Moses auf dem Berg Sinai die Gesetzestafeln �bergeben hat,
sind wir ein Volk geblieben. Diese Gesetze sind heilig.
Selbst wenn sie uns heute manchmal l�cherlich erscheinen,
vereinen sie uns doch weltweit.
Das haben wir gemein, und...
...sie weisen uns den Weg zu einem Reinheitsideal,
das wir denen weitergeben wollen, die wir lieben.
Noga!
Melita!
Dein Vater hat sie auf dem Schiff vergessen. - Danke.
Wo sind die Toiletten? Ich f�hl mich nicht gut. - Du siehst blass aus. Komm.
Mir ist spei�bel.
Ich wollte es ihm nicht am Telefon sagen. Er ist in Berlin.
Ich bin wahnsinnig gl�cklich. Wir versuchen es schon solange.
Aber du hast doch noch Zeit f�r einen Kaffee?
Sie warten auf mich. Wir spielen heute Abend in Genf.
Wir h�tten ihn eigentlich treffen m�ssen.
Er wollte erst sp�ter rausfahren. - Da hat er sich's wohl anders �berlegt.
Gleich als ich ihn gesehen hab, wusste ich, dass ich von ihm ein Kind will.
Und du kennst ihn noch nicht mal!
Wir mit unserem verr�ckten Leben!
Ich sehe aus wie eine Obdachlose.
�brigens arbeite ich wie verr�ckt, seit ich ein eigenes Label rausbringe.
Meli-Melita. Gef�llt sie dir?
Sehr sch�n. - Verkauft sich gut.
Ich schenk sie dir. - Aber nein. - Doch.
Gib mir mal den Beutel f�r meinen Kram.
Glaubst du, mein Kleid ist schon trocken?
Na, SO was!
Sam! Sam!
San-u
Verr�ckt! Was macht er hier? Warte, bin gleich zur�ck.
Sind Papa und Daniel schon unten? - Noch nicht gesehen.
Noga. Das hier ist Sam.
Meine Cousine Noga. War �berf�llig.
Wir m�ssen los. Den Flieger erwischen. Ciao. - Guten Tag.
Nein. Ein Kuss. Unter Cousins.
Er kommt gerade aus Berlin.
Wo ist dein Gep�ck? - Irgendwo in der N�he in einem Caf�.
Der �rmste hat am Strand �bernachtet, weil das Schiff ausgelaufen war.
Schreckliche Nacht. - Kann ich mir vorstellen.
Er steht noch unter Schock. Hat auch allen Grund.
Ja. Kann man wohl sagen!
Ich hab's deinem Vater erz�hlt. Er ist total nett.
Ich habe kein Auge zugemacht. - Hallo! Da ist er ja!
Onkel Zef!
Ich habe dir deine Geige gebracht.
Ach, zum Gl�ck! - Darf ich dir meinen Mann vorstellen?
Sam. - Hallo. Guten Tag, Sam.
Hallo. - Wo warst du? Hab dich �berall gesucht.
Bei meiner Cousine. Daniel. Melita.
Der Bus ist da. - Hallo! - Hallo! - Wir m�ssen los.
Massel tov!
Sehen wir uns bald wieder?
Ich liebe meine Cousine.
Ist er bei Bewusstsein? - Er isst nicht mehr, spricht nicht mehr, schl�ft nur noch.
Ich habe eine Woche abgewartet, aber... - War richtig von dir. Hab alles abgesagt.
Wie geht's Melita? - Alles bestens! Sie ist im f�nften Monat.
Junge oder M�dchen? - Juliette! Ich nehme an, ein M�dchen.
Hast du Noga wegen Papa Bescheid gesagt? - Noch nicht.
Sie spielt jetzt bei den Salzburger Philharmonikern. Und sie hat sich verlobt.
Zufrieden? - Na ja, er ist Musiker, Jude und er liebt sie.
Aber krieg keinen Schock!
Sie liegen nebeneinander unter der Decke und klappern mit ihrem Gebiss.
Und Jakob sagt zu ihm: "Du irrst dich!"
"Du kratzt seit einer Stunde meine Eier!"
Meine beiden S�hne! Kommt rein!
Diese Frau hat magische Kr�fte.
Ich hei�e Clarisse. Ich gebe Ihnen lieber nicht die Hand.
Guten Tag, Madame. - Mademoiselle. Oder einfach Clarisse.
Hallo, Papa. Dir geht's wieder richtig gut!
Aber... - Diese Frau ist eine Fee!
Bin wieder lebendig. - Clarisse, Sie lassen mich doch nicht im Stich?
Mein R�cken, meine Sch�ne!
Du hast uns einen Schreck eingejagt.
Na, komm her. Lass dich umarmen, Zef.
Sind Sie Krankenschwester? - Ich bin Sophrologin.
Ach so.
Ja, noch ein bisschen tiefer. Ja, da.
Das war's. Sind Sie der, der in New York wohnt?
Ja, seine Frau ist gestorben.
Aber er zieht wieder nach Paris. Du kommst doch wieder nach Paris, oder?
Na ja, ich bin st�ndig auf Reisen.
Das tut gut. - Erstaunlich. Es geht ihm bestens.
Sowas kommt vor.
Ja.
Sophrologin. Entschuldigung, aber ich...
Ich begleite Menschen in ihr tiefstes Inneres
und harmonisiere ihr Bewusstsein.
Dazu benutze ich dynamische Entspannungs�bungen,
die Geist und K�rper wieder in Einklang bringen.
Ich helfe ihnen, sich ihrer Sch�nheit bewusst zu werden.
Sehen Sie nur, wie wundersch�n Ihr Papa ist.
Das Leben meiner Patienten soll durch neue Dynamik intensiviert werden.
Kurz und gut, ich k�mmere mich um das Wohlbefinden �lterer Menschen.
Das ist bewundernswert.
Oh, ja. Diese Geisha hat ihr Diplom verdient.
Ihr Papa ist sehr empf�nglich daf�r.
Wir werden gemeinsam gro�e Fortschritte machen.
Sehr empf�nglich! - Also dann, bis bald, Monsieur Melkowitch.
Bis bald, Messieurs... - Er vermisst Sie n�mlich sehr.
Dann mal los. - Wohin willst du? - Was tust du?
Ich werde ein wenig laufen. Das tut mir gut
Komm, setz dich.
Gib mir deine Hand und deine auch.
Ich muss meine Batterien aufladen.
Ihr habt das nicht erlebt, weil ihr daf�r zu jung seid,
aber wenn man die ersten Quarzuhren eine Weile nicht getragen hatte,
sind sie stehen geblieben.
Das ist bei uns genauso.
Absolut genau so. Man darf vor allem...
niemals den Strom abschalten.
Alles muss flie�en, die Energie, die W�rme, die Liebe.
Und wenn ich nicht mehr da bin...
dann wird es genau so sein.
Sp�rt ihr das? Es flie�t.
Und dann...
Ach, Mist. Ich hab's vergessen.
Aber daf�r erinnere ich mich an meinen Lieblingsspruch:
"Vergiss all das, was du gegeben hast,
und erinnere dich an all das, was du erhalten hast."
Woher stammt das? - Nicht aus der Bibel. Von mir! - Ach, ja?
Ich habe dich reingelegt, was?
Hast du heute Abend ein Konzert? - Nein. Ich bin nur deinetwegen hier.
Hat er etwa behauptet, ich w�rde im Sterben liegen? - Nein.
Meine beiden S�hne sind da.
Bei mir. Sie sind da.
Ist dir an dieser Clarisse nichts aufgefallen? - Nein. Was denn?
Nichts weiter.
Gut. - Und? Wie war's? - Ich gebe Sie Ihnen, Zef.
Es war spitze! - Dein Vater. Es geht um den Geburtstag deines Gro�vaters.
Hallo, Papa!
Ja, Daniel fand's spitze.
Hast du dich schon eingelebt, ja?
Rue de Turenne? Kein schlechtes Viertel.
23. April?
Muss ich mit dem Orchester abkl�ren.
Okay. Ich ruf dich an. Mach's gut.
Die ganze Familie wird da sein. - Toll.
Ist ja noch lange hin bis April, oder?
Hey! Frohes Neues Jahr!
Wird schon alles gut gehen.
Aber ja. Beruhige dich. Okay? Okay.
Ich finde meine Hose nicht!
Wo kann sie denn sein? - Ich komm gleich, Papa.
Geh wieder in dein Zimmer. - Du musst dir keine Sorgen machen!
Ich verrate deiner Mutter nichts.
Na dann... Gar nicht mal so �bel.
Sch�n griffig, was?
Wenn ich alt bin, m�chte ich auch Alzheimer haben.
Ist doch genial!
Man vergisst, dass man alt ist, dass man h�sslich ist,
dass man krank ist und dass man sterben muss.
Du wirst nie h�sslich sein.
Nicht schlecht f�r einen Gro�papa. - Noch nicht. Abwarten.
Es f�llt dir schwer, alt zu werden. Mehr als mir. - Ich t�te mich, wenn mir die Haare ausgehen.
Er liebt dich sehr, wei�t du das? Dein Vater.
Ich wei�. - Seit du auf der Welt bist...
Nein, seit Zef auf der Welt ist, stellst du dir diese Frage.
Und ich liebe dich auch.
Bis gleich.
Wie geht's? - Sehr gut.
Er freut sich auf dich.
Kommt. Wir trinken erst noch was. - Jetzt?
Geht's ihm gut? - Naja, seit einem Monat zieht er seinen Smoking an und aus,
und an und aus. Und ihr? Habt ihr euch auf einen Termin geeinigt?
Bitte, Papa. H�ng das heute Abend nicht an die gro�e Glocke.
Sind doch gute Neuigkeiten. Wieso ein Geheimnis draus machen?
Und Sie, Zef? Wann geben Sie Ihr n�chstes Konzert und wo?
Es ist... - Was ist? Erwartest du jemanden?
Was ist denn mit dir? Noga ist seit ein paar Tagen total durch den Wind.
Und Melita? Wie geht's ihr? Siehst du die beiden manchmal?
Gut. Ja. Ich erwarte jemanden.
Jemanden, den ich sehr gerne mag.
Weil ich... Ah, da ist sie ja!
Wer ist das denn ?
Darf ich vorstellen, das ist Clarisse.
Clarisse, das ist Noga. - Guten Tag.
Guten Tag. - Und Daniel, mein... - Guten Tag.
...zuk�nftiger Schwiegersohn.
Clarisse ist es zu verdanken, dass Gro�papa noch lebt.
Er �bersch�tzt das ein wenig.
Ein Kir Royal f�r die Dame. Danke.
Sind Sie �rztin?
Sophrologin.
Ich sorge f�r das Wohlergehen �lterer Menschen.
H�rt sich interessant an.
Clarisse besch�ftigt sich mit der Harmonisierung des Bewusstseins, oder?
Mit der Suche nach Einklang zwischen K�rper und Geist.
Bitte bringen Sie f�r Monsieur noch etwas Rohkost.
Gurken, M�hren, verschiedenes Gem�se... Danke.
Selbstverst�ndlich. - Vielen Dank.
Ich darf doch, oder? - Aber ja.
Clarisse ist ein Genussmensch durch und durch.
Das ist Melita! Hallo?
Du rufst nie zur�ck! Sagst nicht Bescheid, wenn du hier
in Paris spielst oder deinen Vater besuchst. Das find ich bl�d.
Geht's dir gut? Kommst du heute Abend, Melita?
Mir geht's blendend. Hab gestern mein neues Parfum rausgebracht.
200 Personen im Ritz.
"Die Verliebte". Kennst du die Werbung?
"Die Verliebte"? - War eine Idee von Sam nach 'nem Gedicht von... Wie hei�t er doch gleich?
Mist. - Eluard.
Seit wann bist du in Paris? Wo steckst du?
Was trinken mit Papa und der Frau, die Gro�papa wiederbelebt hat.
Ja, ich wei�. Nicht nur ihn!
Was soll das hei�en? Kennst du sie etwa?
Hast du nichts bemerkt? - Was denn?
Sieht aus wie eine Puffmutter.
�brigens wollt ich dir sagen, dass mir was aufgefallen ist, damals in Saint-Trapez.
Ja? - Ich meine Daniel.
Ist wohl was Ernstes. Wann findet die Hochzeit statt?
Erz�hl ich dir dann.
Bis nachher. - Bis gleich.
Deine Cousine heiratet?
Sieht so aus. Noga f�llt so eine Entscheidung nicht leichtfertig.
Wie meinst du das? - F�r sie muss es f�r immer und ewig sein.
Sie glaubt noch an die Liebe.
Sch�n, oder? - Ja, sehr sch�n.
Sag's ruhig, wenn dir die andere besser gef�llt. - Welche andere?
Nicht so wichtig.
Er hat doch morgen schon vergessen, wer da war.
Im Smoking!
Wir machen ihm damit eine Freude. Dort hielt er um die Hand von Gro�mama an.
Au! - Tut mir leid.
Nicht du! Sie strampelt wie verr�ckt.
Warte.
Sie sagt, sie hat keine Lust aufs Maxim.
Mach nicht so ein Gesicht!
Hallo? Aber klar geh�rst du zur Familie!
Wenigstens auf einen Kaffee.
Na gut. Bis sp�ter.
Das war Louise. Ich will, dass sie Taufpatin wird. Einverstanden?
Einverstanden?
Willst du wissen, warum ich keine Lust hab, mitzukommen?
Du arbeitest zu viel, bist zu oft unterwegs, wie ein Roboter,
hast keine Lust zu reden, keine Lust zu lachen, alles stinkt dich an.
Wei�t du was? Das ist ansteckend, Sam. Mich stinkt auch alles an.
Vielen Dank.
Guten Abend. - Guten Abend.
Wo seid ihr? - Giovanna.
Guten Abend. Sehr erfreut. Wie geht's? - Alles bestens.
Aber das ist ja Ir�ne! - Das ist Clarisse, Papa!
Dein Verlobter, Noga? Gl�ckwunsch. Ich h�rte nur Gutes von Ihnen.
Was hast du mit ihr gemacht? Seht euch nur dieses Mordsweib an!
Melita wird gleich da sein.
Ich habe lange daf�r sparen m�ssen. Zwei Jahre! Hundert Franc jeden Monat.
Aber heute Abend wird auf den Putz gehauen! Champagner! Musik!
Die Kampagne ist v�llig absurd.
Den anderen gef�llt's. Louise findet sie toll.
Hauptsache Louise gef�llt's. Louise. - Spar dir deine schlechte Laune.
Bravo!
Seht euch die beiden an!
Vielen Dank. - Alles in Ordnung? - Ja.
Wo ist Sam? - Er liegt mit vierzig Fieber im Bett.
Moment mal. Was mach ich denn jetzt mit dem Ring?
Ich kaufte ihn beim Juwelier. In der Rue des Haudriettes, bei uns gegen�ber.
Wir haben vieles gemeinsam, die Religion, die Musik. - Sie sieht aus wie seine Mutter,
nur ist sie viel gestylter. - Ich bin sehr gl�cklich.
�berhaupt nicht. - Das freut mich f�r Sie.
Pardon... - Ausgezeichnet. - D�rfte ich kurz...
Moment mal. Eine Sekunde.
Bevor sie kommt.
Sie wei� n�mlich nicht, dass ich mit der kleinen Rivka geschlafen hab.
Rivka? Dieser... - Du hast mit Rivka geschlafen? - ...Polin?
Ja. Diese Polin hat viel bessere Cr�pes gemacht als eure Mutter.
Und nicht nur bessere Cr�pes. - Ja, ja, Papa.
Warte mal...
Pardon, d�rfte ich kurz um eure Aufmerksamkeit bitten.
Ich habe eine freudige Neuigkeit.
In der Bibel steht geschrieben, dass jeder Mann eine Frau haben sollte,
und jede Frau einen... - Papa, nicht jetzt.
Sur�l� ist die Liebe meines Lebens.
Ich habe zwei Jahre lang jeden Monat hundert Franc gespart.
Sie hat immer vom Maxim getr�umt.
Fantastisch!
Kartoffelpuffer-Souffl�e!
Patricia war eifers�chtig wie eine Tigerin!
Augenblick, Papa. Wer ist wieder Patricia? - Etwa die aus Anvers?
Wieso Anvers? - Erkl�r ich dir sp�ter.
Das h�ngt sicher mit der Musik zusammen. Sie weckt alte Erinnerungen.
Halt dich bitte raus.
Einmal hat sie mich so gekratzt, dass ich mich einen Monat lang heimlich duschen musste.
Ich gehe kurz an die frische Luft.
Nein. Bleib. Ich komm gleich wieder. - Aber Sur�l� hat sich bitter ger�cht.
Was? Mama hat sich ger�cht? - Und wie! Sie hatte eine Aff�re mit Vladimir.
Daran w�re ich beinahe zerbrochen! - Vladimir? Mein Klavierlehrer?
Warum steckte ich dich wohl in die Violinklasse?
Ich habe dir alles erz�hlt, von meiner Frau, von meiner Familie,
genauer gesagt von deiner Familie.
Ich wollt es dir ja sagen, damals am Strand.
Du hast mir eine Falle gestellt. Du hast mich nicht zur�ckgehalten, obwohl du's Wusstest.
Ich war ein Idiot. Seit wann hast du es gewusst?
Du hast recht. Ich hab's zugelassen und mich am�siert.
Deine Existenzkrise! "Ich habe einen Vater gewollt und seine Tochter bekommen."
Dein Pech, dass die Anmache diesmal nicht klappte,
weil es sich um meinen Onkel handelte und meine Cousine.
Hat dich aber nicht weiter gest�rt?
Oder wirfst du dich allen Idioten an den Hals, denen du am Strand oder Zug begegnest?
Nichts lieber als das! Vor allem am Strand und im Zug.
Scher dich zum Teufel! - Warte! Moment!
Eine Sekunde! - Mein Gro�vater hat heute Geburtstag.
Aber das wei�t du ja sicher. Ich muss wieder reingehen.
Pass gef�lligst auf!
Noga! Warte! Bitte warte auf mich!
Ich werde die Tante deiner Tochter sein.
Und ich der Vater deiner Nichte.
Das ist doch Inzest. - Ich glaube nicht.
Liebling, ist noch Kartoffelsoufl�e da?
Hier. Nimm meine, Liebling. - Esst und trinkt, meine Lieben.
Ich habe zwei Jahre lang gespart. Heute wird auf den Putz gehauen.
Ja. Vielen Dank, Papa. Sch�n. Ich m�chte die Gelegenheit nutzten
und euch eine freudige Neuigkeit mitteilen.
Clarisse und ich werden...
Hier. Trink Wasser.
Nein! Auf keinen Fall! Lieber die Heimlich-Methode!
Lasst mich nur machen! Nein, nein, nein.
Das wird schon wieder, Liebling.
Wer ist das doch gleich? - Das ist mein Mann. - Ach so!
Lass mich in Ruhe! Mir geht's gut!
Gibt's ein Problem? - Melita! - Lass mich blo� in Ruhe!
Pass auf! - Nein, lass sie allein.
Was bist du doch f�r ein mieser Drecksack!
Figlio di puttana!
Giovanna! Ein bisschen mehr Contenance.
Du Rabbiner! Leck mich am Arsch! - Ist jemand verletzt? - Irgendwie alle.
Mein Gott, was haben wir nur falsch gemacht? - Das ist doch nicht deine Schuld, Liebling.
Ich sag dir, was schief gelaufen ist.
Stundenlang Tonleitern, keinen Schinken, kein Fernsehen, keine Comics.
Das kommt dabei raus. Deine Tochter ist nur an Verbotenem interessiert.
Und deine Tochter an Geld und Yachten. An Schmuck, Idioten und an Frauen.
Und auf so eine Erziehung bist du auch noch stolz? Ja? Bravo!
Melita ist ein freier Mensch. Das ertr�gst du nicht.
Noga ist verliebt und das ertr�gst du nicht! - Sieht aus, als ob sie sich umarmen.
K�nnen wir wieder fahren?
Aber ja! Es brennt doch nicht.
Warten Sie! Nicht wegfahren. Ihre Fruchtblase ist geplatzt.
Aber das ist doch Unsinn!
Man muss ihnen von Anfang an die Grundprinzipien beibringen.
Sp�ter funktioniert das nicht mehr. - Und wie lauten deine Grundprinzipien?
Ach, nein. Ich kenne sie in- und auswendig.
Wenn ich nur dran denke, schlaf ich ein. - Ja. Verbann aus deinem Leben Diebstahl,
Verleumdung, falsches Zeugnis, Beleidigungen, L�gen... - Ok.
Schon gut. Ich �berlass dir die Tora, den Diebstahl, die L�gen,
von mir lernen sie, den Duft von hei�em Kaffee zu lieben,
frisches Baguette...
oder das erste Bad im Sommer,
ein sch�nes Feuerchen, wenn's drau�en friert, ein knuspriges Schinkenbr�tchen... - Oh nein!
Nein. Das geht nicht. Nein.
Na gut. Einverstanden. Dann ein Pastrami-Sandwich.
Entschuldige. Ist mir so rausgerutscht.
Wei�t du was? Sie werden uns so oder so das Leben schwer machen.
Wie ihre M�tter.
Wie findest du ihn? - Heute Morgen hat er mich erkannt.
Papa! Wir gehen nach Hause.
Schon gut, Jungs. Ich komme.
Also...
Vanille und Pistazie. - Danke, Papa.
Das ist deine erste Rolex. Sie steht dir gut, stimmt's, Sur�l�?
Nein. Sie hei�t Marie-Sarah, Papa. Das ist meine Tochter.
Ich habe f�r jeden von euch eine Uhr.
Eine Tissot 1949 f�r dich.
Wie hei�t sie gleich wieder? - Natascha. - Natascha.
Ist das deine Enkeltochter? - Nein, meine Gro�nichte.
Die Tochter von Noga und Sam. - Na sch�n. Und eine Omega,
die manuell aufgezogen wird, f�r...
Juliette. Die Enkeltochter von Roni. Meine Gro�nichte.
Die Tochter von Melita und Sam.
Von Sam? Wer ist gleich wieder Sam? - Mein Schwiegersohn.
Dein Schwiegersohn? - Nein. Mein Ex-Schwiegersohn.
Sie sehen sich alle ziemlich �hnlich. - Normal. Sind Schwestern. - Halbschwestern.
Sind sie nicht Cousinen? - Stimmt. Alle drei.
Nein. Marie-Sarah ist die Tante von Natascha. - Aber nein!
Doch. Sie ist meine Tochter, die Halbschwester von Noga, also die Tante ihrer Tochter.
Das wird mir jetzt zu viel. - Es ist kompliziert, Papa.
Typisch Familie. - Hab ich euch schon die Geschichte von den Handelsreisenden erz�hlt,
die w�hrend des Krieges in Bialystok waren, ja?
Nein. Ich kann mich nicht erinnern. Kennst du sie, Roni?
Nein, nein. Erz�hl sie uns, Papa.
Die beiden waren gezwungen, sich ein Zimmer zu teilen,
und sogar dasselbe Bett...
Franky, bitte. Stopp! Stopp! Stopp!
Stopp, Franky! Bitte h�r mir mal zu. Ja?
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