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FILMCOOPERATIVE ZÜRICH
in Verbindung mit Shanghai Film Studios
Produzent: Chiu Fusheng
Exekutivproduzenten: Kow Fuhong, Christophe Tseng
Assoziierte Produzentin:
Nach dem Roman LIFETIMES von Yü Hua
LEBEN!
Drehbuch: Yü Hua, Lu Wei
Buch: Lu Wei
Kamera: Lü Yue
Art Director: Cao Jiuping
Ton: Tao Jing
Musik: Zhao Jiping
Schnitt: Du Yuan
Ge You, Gon Li
Regie: Zhang Yimou
Übersetzung: H. Bezzola
In den 40er Jahren
Wieder verloren, Herr Fugui.
Ich verliere heute immer.
Schreib's auf.
Wie viel?
Chunsheng.
Meine Schulden wachsen in letzter Zeit.
Meine Schreibkunst ebenso.
Long'er, was ist mit Ihrer Truppe?
Mich ausnehmen und nichts bieten! Sie klingt wie eine Eselherde.
Sie sind sehr müde.
Die Nacht ist lang.
Wieso spielen nicht Sie? Zeigen Sie's ihnen.
Das Geschäft blüht, Herr Xie.
Kommen Sie öfters. Es ist uns eine Ehre.
Bravo!
Long'er, du bist bald am Ziel.
Noch eine solche Nacht
und du hast ihn, wo du ihn haben willst.
- Bist du sicher? - Sieh dir diese Aufstellung an.
Herr Fugui geht. Bring ihn nach Hause.
Guten Heimweg.
Passen Sie auf.
Willkommen zu Hause. Junger Herr.
Papa!
Taugenichts! Die ganze Nacht gezockt!
Hunde werden ewig Scheiße fressen!
Kleiner Schurke!
Wenn du nicht damit aufhörst, verlieren wir das Wenige, das wir haben.
Bist du zu nichts anderem fähig?
Ist spielen alles, was du kannst
und was du gelernt hast, Lotterbube?
Große Schurken zeugen kleine Schurken.
Ich hab's von dir.
Wie haben wir verloren, was wir einst besessen haben?
Dich nennen sie "Großer Nichtsnutz Xu", nicht mich.
Lass das!
- Was hat er gesagt? - Iss.
Begleite ihn nachher auf sein Zimmer.
Großvater beschimpft dich wieder.
Er singt nur vor sich hin.
Du bist auf?
Was ist los?
Weine nicht.
Es ist nicht gut fürs Kind.
Du wolltest nicht mehr spielen, wenn ich schwanger werde.
Ich habe nur zugeschaut.
Weshalb weinst du?
Nimm wenigstens auf das Kind Rücksicht.
Lass mich dir die Tränen trocknen.
Mir kannst du nichts vormachen.
Dann trockne sie selbst, aber bitte weine nicht.
Fugui, ich habe gesagt, was zu sagen ist.
Hör auf mich. Lass das Spielen.
Es ist damit wie mit dem Opium.
Ein zu plötzlicher Entzug ist gefährlich. Er kann tödlich sein.
Bloß nichts überstürzen.
Die Zeit läuft dir davon.
Fengxia wird älter. Ein zweites Kind ist unterwegs.
Ich verlange nicht viel.
Ein ruhiges Leben mit dir, das ist alles.
Wähle: Glücksspiel oder Familie.
Ich will eine Antwort.
Sie haben gewonnen, Herr Fugui.
Meine Pechsträhne ist vorbei.
Schreib's auf.
Noch eine Runde!
Herr Fugui, Ihre Frau ist hier.
Was machst du hier?
Sag schon.
Herr Long'er lässt Ihnen sagen, Sie könnten ein anderes Mal weitermachen.
Er soll warten. Ich komme.
Es ist das letzte Mal. Ich verspreche es.
Geh nach Hause. Geh! Schluss jetzt!
Nehmen Sie eine Rikscha und bringen Sie meine Frau nach Hause. Ich...
Gewiss.
Danke.
Herr Fugui, Sie haben verloren.
Noch mal!
Einen Stuhl für Frau Xu.
Fugui, zum letzten Mal:
Komm nach Hause.
Gehen Sie mit ihr. Wir spielen ein andermal.
Ihre Frau ist hier.
Hörst du immer noch nicht auf?
Soll ich das Gesicht verlieren?
Mach keine Szene!
Verschwinde! Ich habe eben... Spielen wir!
Beachten Sie sie nicht.
Geh!
Raus!
Verschwinde!
Noch mal.
Weiter.
Herr Fugui, für Sie ist das Spiel aus.
Sie haben alles verloren.
Verloren? Wie meinst du das?
Ihr Hausbesitz ist auf dem Markt
so viel wert, wie Sie Long'er schulden.
Was gibt's?
Herr Fugui muss seine Rechnung begleichen.
Wenn alles in Ordnung ist, gehe ich.
Herr Fugui, nehmen Sie es mir nicht übel, dass ich Sie obdachlos gemacht habe.
Ich freue mich auf Ihr Haus.
Wir sehen uns dort.
Warten Sie!
Sie können nicht gewinnen und gehen. Das Spiel ist noch nicht zu Ende.
Tut mir Leid, aber Sie haben nichts mehr. Was wollen Sie setzen?
Wenden Sie sich an Xie. Ich gehe.
So geht das nicht!
Was soll das, Herr Fugui?
- Noch eine Runde! - Setzen Sie sich.
Setzen.
Ein abgekartetes Spiel ist's!
Eine Runde müssen Sie mir zugestehen!
Tut mir Leid, aber Sie haben nichts mehr.
Worum wollen Sie spielen?
Ein Einsatz muss sein.
- Ich setze mein Leben. - Sprechen Sie nicht so.
Sie sind pleite.
Ein Leben als Einsatz, das gibt's bei uns nicht.
Wir nehmen die Überschreibung in ein paar Tagen vor.
Wir erklären es Ihrem Vater.
Dann regeln wir alles. Einverstanden?
Ihre Frau wartet schon eine Ewigkeit.
Fugui,
ich kam, um dir zu sagen,
ich habe begriffen, dass du dich nie ändern wirst.
Ich kann nicht so leben.
Ich nehme Fengxia mit.
Wenn es ein Junge ist,
soll er nicht so werden wie du.
Kommen Sie ins Haus.
Meister Fugui, was machen Sie?
Nichts mehr, gar nichts mehr!
7.3, 8.3, 9.3...
Irgendwelche Fehler, Herr Xu?
Nein. Und auf jeder ist Fuguis Unterschrift.
Long'er, reicht das Haus der Xu aus, um Fuguis Schulden zu begleichen?
Gut.
Spielschulden sind Schulden, und Schulden müssen bezahlt werden.
Es sind alle hier versammelt. Tun wir, was getan werden muss.
Das Haus der Xu geht an Long'er über.
Damit sind die Schulden beglichen.
Beide Parteien müssen unterschreiben.
Ich dachte, ich würde meinen Lebensabend hier verbringen.
Schlangengezücht!
Ich bringe ihn um!
Ich hacke ihn in Stücke!
Ich töte ihn!
Ich erschlage ihn! Ich will, dass er stirbt!
Herr Xu! Herr Xu!
Alles wertvolle Stücke. Macht keine Kratzer!
Vorsicht! Langsam! Nicht zu schnell! Macht nichts kaputt!
Ihrer Mutter geht's nicht gut.
Sie kann hier bleiben, bis Sie anderswo untergekommen sind.
Brauchen Sie Träger?
Oma!
Jiazhen ist wieder da!
Jiazhen!
Fugui, das ist dein Sohn.
Er gleicht dir.
Nein, Jiazhen.
- Wie heißt er? - "Spiel-nicht".
Spiel-nicht Xu, der nie spielen wird.
- Wer hat ihn so genannt? - Ich.
Gut. Ich spiele nicht mehr. Auch im nächsten Leben nicht.
Ich weiß, sonst wäre ich nicht zurückgekommen.
Heißt er wirklich Spiel-nicht?
Ich habe Fugui verulkt. Er heißt Youqing.
Youqing! Wunderbar.
Jiazhen, es ist schön, du bist wieder da.
Ich wusste, dass du bei den Deinen warst.
Aber ich schämte mich zu sehr.
Wir wollen das Vergangene ruhen lassen
und von nun an in Frieden leben.
Ich bezahlte die Miete mit Mutters Schmuck. Es ist eng hier für uns alle.
Ich werde morgen saubermachen. Es wird alles gut.
Du bist wieder da. Mutter ist fröhlich. Sie stand lange nicht mal mehr auf.
Papa hat mir nicht viel Geld gegeben, aber sie braucht einen Arzt.
Wir finden einen Weg.
Ich werde mir Geld leihen und einen Laden aufmachen.
Mit mir hast du's schwer.
Sag das nicht.
Ich will nur mit dir in Ruhe und Frieden leben.
Ein seltener Gast! Es ist über ein Jahr her, Herr Fugui.
Fugui reicht.
Das Haus Ihrer Ahnen ist wunderbar. Warm im Winter, kühl im Sommer.
Unbezahlbar.
Ich habe das Schattenspiel aufgegeben.
Setzen Sie sich.
Ich spiele nicht mehr. Will nicht so enden wie Sie.
Mein Sohn heißt Spiel-nicht.
- Machen Sie sich lustig? - Nein. Nein.
Sein wirklicher Name ist Youqing. Jiazhen ist zurückgekommen.
Wir hätten ihn fast Spiel-nicht genannt.
Ich möchte mir Geld leihen für einen Laden.
Ich bin kein Geldverleiher.
Ich werde Ihnen etwas anderes leihen. Etwas, das handfester ist.
Ich musste nie betteln gehen als Puppenspieler.
Verdienen Sie Ihr Geld selbst.
Stellen Sie eine Truppe auf die Beine.
Sie sind wunderschön.
Alle rauskommen!
Bewegt euch!
Vorwärts! Raus da!
1948 - Die Nationalisten unter Tschiang Kai Schek
sind im Begriff, den Bürgerkrieg zu verlieren.
Die Kommunisten unter Mao Tse Tung werden in China die Macht übernehmen.
Wir kämpfen also gegen die Kommunisten.
Vielleicht kommen wir nie wieder nach Hause.
Was guckst du?
Willst du fliehen?
Versuch's. Die Kuomintang-Truppen erschießen dich.
Überall sind Truppen, da ist kein Entkommen.
Und meine Mutter, meine Frau und meine Kinder?
Vergiss sie. Versuch, deine Haut zu retten.
Was mich betrifft...
würde ich nicht meinen Bruder suchen, ich würde die Uniform ablegen.
Chunsheng, du bist richtig autoverrückt.
Wenn ich nur so einen fahren dürfte!
Was mich angeht, ich will lebend zurückkehren.
Es geht nichts über die Familie.
1, 2, 3! 1, 2, 3!
Die Kiste steht schon wieder im Weg!
Wem gehört sie? Schafft sie fort!
Sie gehört mir. Lassen Sie sie mir.
Schaff sie fort!
Einfältige Puppen. Wirf sie weg. Es ist Krieg.
Sie sind geborgt. Und ich lebe von ihnen.
Welch ein Blutbad!
Was sind das für Stimmen?
Die Verwundeten.
Sie frieren.
Versorgt sie niemand?
Es ist niemand übrig geblieben.
Vermutlich sitzen Zehntausende von uns hier in der Falle.
Auf geht's, Chunsheng.
Da.
Woher hast du sie?
Toten ausgezogen.
Was für Toten?
Verwundeten, die erfroren sind.
Zieh's an! Jetzt geht's um die Lebenden, nicht um die Toten.
Lao Quan, nimm einen Schluck.
Echter Schnaps. Hat er einem Offizier gehört?
Chunsheng und ich haben Glück, dass wir dich getroffen haben.
Du schaust gut zu uns.
Wir helfen uns gegenseitig und sind ja auch aus derselben Stadt.
Lao Quan, es ist kein Mensch mehr da!
Ich bin noch benommen vom Schnaps.
Was ist passiert?
Alle davongelaufen.
- Wie ist das möglich? - Die Roten planen einen Angriff.
Was?
- Wir sollten auch abhauen. - Wohin?
- Nach Hause. - Nach Hause?
In dem Fall wartet hier.
Wer jetzt abhaut, riskiert eine Kugel im Leib.
Wer klug ist, bleibt hier und wird Kriegsgefangener.
Kriegsgefangene werden heimgeschickt. Auf Armeekosten.
Also bleiben wir hier.
Wenn ihr nach Hause wollt, dürft ihr nicht wegrennen.
- Erschießt man uns nicht? - Nicht, wenn ihr die Hände hochnehmt.
So.
Wirkt das?
Ja, aber nicht an den Gürtel greifen, sonst bist du ein toter Mann.
Die Roten behandeln Kriegsgefangene gut.
Ich war schon mal einer. Bloß die Hände hochnehmen.
Sie greifen noch nicht an. Nimm die Hände runter.
Chunsheng!
Schlimm, so zu sterben. Ihre Familien wissen von nichts.
Fugui, wir müssen lebend nach Hause kommen!
Und ein gutes Leben leben.
Lao Quan! Sie schießen!
Wo hast du diesen Mantel her?
- Von diesen toten Soldaten. - Keiner hat überlebt.
Dieser Mantel gehört einem aus der Einheit meines Bruders!
- Was hast du vor? - Sie schießen.
- Wie sieht dein Bruder aus? - Genau wie ich.
Lao Quan!
Fengxia!
Fengxia.
Ich bin's, dein Papa.
Was machst du?
Wo ist Mama?
Jiazhen!
Ich bin zurück.
Ich bin wieder da.
Mutter starb, ohne zu wissen, wo ich war.
Am Tag, an dem wir für die Befreiungsarmee sangen.
Ich sang wohl auch für sie.
Bis sie starb, starrte sie unentwegt zur Tür,
sicher, dass du zurückkommen würdest.
Du hättest schreiben sollen.
Schreiben?
Ich habe nie geglaubt, dass ich lebend zurückkommen werde.
Ich habe immer an dich gedacht
und mich gesorgt, wie du wohl durchkommst.
Die neue Regierung hat Mutters Bestattung bezahlt
und mich als Wasserträgerin angestellt.
Ich stehe auf, bevor es hell wird. Alle wollen Wasser.
Je mehr ich verteile, je mehr verdiene ich.
Es ist hart für die Kinder.
Sie kriegen nie genug Schlaf.
Warum kann Fengxia nicht sprechen?
Sie war normal, als ich ging. Jetzt kann sie nicht mal mehr Papa sagen.
In Wahrheit hatte sie Glück.
Sie hatte eine Woche lang hohes Fieber.
Niemand glaubte, dass sie durchkäme.
Als das Fieber zurückging, hatte sie die Stimme verloren.
Jiazhen!
Hier bist du.
Fugui ist wieder da.
Unser Bürgermeister, Herr Niu.
Sie sind also unser Führungskader.
Setzen Sie sich.
Ich hörte, dass Sie zurück sind
und wollte fragen, ob Sie etwas brauchen.
Lesen Sie.
Sie haben in der Befreiungsarmee gedient und an der Revolution teilgenommen.
Nur eine Kanone gezogen und gesungen.
Das ist auch teilgenommen.
Sie waren mit Chunsheng zusammen.
- Wo ist er? Wieso ist er nicht hier? - Er ist als Fahrer zur Armee.
Dann bleibt er noch lange weg.
Sie kommen gerade richtig,
um dem Volksprozess gegen Long'er beizuwohnen.
Da müssen Sie hin, eine Lektion für alle.
Was hat Long'er gemacht?
Er ist wegen des Hauses als Grundbesitzer angeklagt.
Es geht nicht nur darum.
Die Regierung wollte einen Teil des Hauses.
Er weigerte sich, schlug einen Kader zusammen
und zündete das Haus an.
Also konterrevolutionäre Sabotage.
Er hat das Haus angezündet?
Es hat tagelang gebrannt.
Ihr Familiengebälk war erstklassig.
Es war nicht Familiengebälk, es war konterrevolutionäres Gebälk.
Konterrevolutionäres Gebälk.
Natürlich. Sie sind Sie, er ist er.
Erschießt den konterrevolutionären Despoten Long'er! Zum Richtplatz!
Zum Richtplatz!
- Nieder mit der Konterrevolution! - Nieder mit der Konterrevolution!
Die Früchte des Sieges verteidigen!
Nieder mit den Reaktionären!
Lang lebe der Vorsitzende Mao!
Lang lebe die Kommunistische Partei!
Lang lebe der Vorsitzende Mao!
Das neue China aufbauen!
Was ist passiert? Wieso ist deine Hose nass?
Fünf Kugeln! Fünf! Sie haben Long'er erschossen.
- Erschossen? - Fünf Kugeln. Er kann nicht überlebt haben.
Hätte ich das Haus nicht an ihn verloren,
hätte man mich erschossen.
Welcher Klasse gehören wir an?
Grundbesitzer sind wir nicht.
Diesen Status verloren wir an Long'er. Was sind wir dann?
Keine Grundbesitzer, einfach gewöhnliche Stadtbewohner.
Klingt vernünftig. Ich habe an der Revolution teilgenommen.
- Was suchst du? - Die Bescheinigung.
In der Wäsche?
- Hier ist sie. - Trockne sie sofort!
Sie muss ganz bleiben.
Täuschst du dich nicht?
- Sind wir wirklich Stadtbewohner? - Ja. "Arme Stadtbewohner."
Arm sein ist gut. Nichts ist besser.
Ich besorge morgen einen Rahmen dafür.
- Wir werden sie aufhängen. - Ja, aufhängen.
Die 50er Jahre
1958 - Der Vorsitzende Mao initiiert den "Großen Sprung nach vorn".
Plansoll der Stahlindustrie: 10,7 Mio. Tonnen im Jahr.
Jeder Haushalt muss Eisen in die "Hinterhof-Hochöfen" liefern.
Fengxia!
Mach Pause.
Müde?
Fugui!
Eisen! Ihr seid an der Reihe.
Wir haben schon gewartet.
Was wir haben, ist da.
Behaltet die. Damit liefert ihr Wasser ins Stahlwerk.
Dort sind alle durstig. Den Rest nehmen wir.
Worin koche ich, wenn Sie mir alle Töpfe nehmen?
Der Kommunismus bricht an, Kochen wird überflüssig.
Wir richten Gemeinschaftsküchen ein.
Wenn ihr Hunger habt, kommt ihr in die Kantine.
Dort gibt's Fleisch, Fisch, alles.
- Habt ihr sonst nichts? - Nein.
Doch!
Die Kiste ist aus Holz.
Es hat Metall dran.
- Und da hat's Draht. - Das gibt nichts her.
Dein Sohn ist politisch wacher als du.
Es reicht mindestens für zwei Kugeln.
Diese zwei fehlen uns womöglich, um Taiwan zu befreien.
Löst das Eisen heraus.
Müssen die Arbeiter nicht auch unterhalten werden?
Sie wissen, ich habe für die Befreiungsarmee gesungen.
Darauf hat sie an einem Tag zwei Berge eingenommen.
Und vier in zwei Tagen.
Ich habe begriffen.
Bis jetzt habe ich auf Fabrikarealen nur Studenten-Marschkapellen gesehen.
Wir feuern sie mit Schattenspielen an! Lasst sie unversehrt.
Lasst es.
Auf zum nächsten Haus!
Befreien wir Taiwan jetzt nicht?
Klar tun wir's.
Taiwan wird befreit.
Dir zeig ich's!
Einmal, zweimal!
Ich krieg dich noch!
- Genug? - Nein.
Genug? Noch immer nicht? Gut, ich fülle sie.
Du hast dir viel vorgenommen, Kleiner.
An Nudeln soll's nicht fehlen. Sauce kannst du selber nehmen.
Komm, ich helfe dir.
Welch Riesenhunger!
So viel Chili!
Youqing, so ein Berg! Gib, was du nicht magst, Papa.
Was fällt dir ein?
Wie konntest du nur?
Könnt ihr nicht auf euren Bub aufpassen?
Warum hast du das getan?
- Was soll das? - All der Chili!
Zeig deine Augen.
Das ist unerhört! Will er ihn umbringen?
- Es sind Kinder. - Kinder? Wo haben sie's gelernt?
Es hat mit uns Erwachsenen nichts zu tun.
Wir wissen gar nicht, worum's geht.
Das soll ich dir glauben?
Das ist Sabotage. Sabotage an der Gemeinschaftsküche.
Sabotage am Großen Sprung nach vorn.
Kein Kind denkt sich so was aus.
Youqing! Sieh, was du angerichtet hast!
Geh dich entschuldigen. Sag, dass es falsch war.
Sofort!
Ich spreche mit dir.
Nein!
Geh!
Ich befehle es dir!
Ich schlage ihn tot!
Halt mich nicht zurück!
Lasst mich machen!
Es reicht!
Wie konntest du ihn schlagen?
Ich musste. Er sagte, es sei Sabotage.
Was heißt hier Sabotage? Ist er die Regierung?
Ich versuchte, dich zurückzuhalten.
Warum entschuldigte er sich nicht? Ich schlug ihn, weil er nicht gehorchte.
Das ist keine Entschuldigung.
- Du verwöhnst ihn. - Wie?
Ich tu's für die Familie. Merkst du das nicht?
Er stürzt uns ins Verderben.
Ich werde ihn wieder schlagen.
Dann tu's. Vor meinen Augen.
Ist er nicht dein Fleisch und Blut?
Du tust's für uns? Nach allem, was war?
Du denkst, er wollte Unruhe stiften?
Diese Jungen hatten Fengxia gehänselt. Er verteidigte seine Schwester.
Du glaubst, ich sei euer Verderben?
Ich habe immer zu dir gehalten. Habe ich mich je beklagt?
Arme Fengxia! Sie kann sich nicht wehren.
Youqing liebt sie, und du schlägst ihn.
Papa bringt das in Ordnung.
Youqing, iss und komm dann zur Vorstellung.
Youqing sieht sich keine stupide Aufführung an.
Jiazhen. Wo ist Youqing?
Er wollte nicht mitkommen.
Frag ihn noch einmal. Sag ihm, ich möchte, dass er kommt.
Papa möchte, dass du dir die Vorstellung ansiehst.
- Nun? - Ich will nicht.
- Du hörst ihn doch gern. - Nein.
Mama auch nicht. Er ist so eingebildet.
Wir spielen ihm einen Streich. Einverstanden?
Einverstanden.
Bring ihm Tee mit viel Essig drin.
- Das wird ihn lehren. - Prima!
Genug?
Noch ein wenig, dass er versauert.
Chili auch? Eine "sauer-scharfe" Suppe.
Dein Junge bringt dir eine Schale Tee.
Youqing, ist der Tee für mich?
Guter Junge. Bring ihn mir.
Papa!
Gefällt dir mein Gesang?
Ich breche dir die Beine!
Essig und Chili!
Du hast Chili reingetan!
Chili!
Wir haben unser Plansoll an Stahl erfüllt.
Wir kommen und melden die gute Nachricht.
Es ist euer aller Verdienst.
Fugui, Jiazhen, ihr habt einen großen Beitrag geleistet.
Zur Feier gibt's heute Teigtaschen,
jede mit einem ganzen Schwein gefüllt!
Schlagt euch den Bauch voll. Danach machen wir weiter.
In 15 Jahren haben wir England eingeholt und Amerika überflügelt.
Wir haben Stahl für drei Kanonenkugeln gemacht.
Sie werden auf Taiwan abgefeuert werden!
Eine auf Tschiang Kai Scheks Bett,
eine auf seinen Esstisch
und die letzte auf sein Klo!
Mit Schlafen, Essen und Kacken wird's für ihn aus sein.
Wir werden Taiwan befreien!
Fengxia, Youqing, es gibt Teigtaschen.
Lass sie schlafen.
Xu Youqing!
Wer ist da?
- Was gibt's? - Wir sollen in der Schule Stahl kochen.
Der Bezirksrat macht eine Inspektion.
Gut. Geht schon voraus.
Pack seine Imbissbüchse. Ich wecke ihn.
Er bleibt hier. Er hat seit Tagen nicht geschlafen.
Aber der Bezirksrat kommt.
Na und? Kinder brauchen immer noch Schlaf.
Stahl kochen ist Aufgabe eines jeden. Wir dürfen nicht politisch rückständig sein.
Herr Niu hat uns vor allen gelobt.
Youqing muss hingehen.
Youqing!
Wach auf!
Du musst Stahl kochen gehen.
Komm, steh auf.
Deine Klassenkameraden sind schon unterwegs.
Wir dürfen nicht politisch rückständig sein.
Youqing, reichen 15 Teigtaschen?
Machen wir 20. Du musst essen.
Youqing, wach auf! Wir sind gleich da.
Stell die Teigtaschen sofort in heißes Wasser.
Sie müssen richtig warm werden.
Kalte Teigtaschen liegen schwer im Magen.
- Magst du Teigtaschen? - Ja.
- Und Fleisch? - Auch.
Gut.
Wenn Youqing tut, was Papa sagt, wird unser Leben immer besser werden.
Unsere Familie ist wie ein Küken.
Dieses wachst zu einer Gans heran.
Diese wird zum Schaf.
Das Schaf wird zum Ochsen.
Und was kommt dann?
Nach dem Ochsen kommt der Kommunismus.
Dann wird es jeden Tag Teigtaschen und Fleisch geben.
Fuguis Junge?
Es war schon dunkel.
Der Bezirksrat fuhr rückwärts in eine Mauer.
Youqing hatte dahinter geschlafen.
Als die Mauer einstürzte, hatte er keine Chance.
Auch der Bezirksrat ist verletzt. Er ist im Krankenhaus.
Er hatte seit Tagen nicht geschlafen.
Fugui, hör zu...
Wir müssen auch in schlimmen Zeiten standhaft bleiben.
Youqing!
Herr Xu!
Youqing, was ist passiert?
Antworte!
Papa ist da. Sag etwas! Sag "Papa".
Was ist geschehen?
Haltet sie zurück. Tragt ihn weg!
Seine Mutter darf ihn nicht sehen. Sie darf ihn nicht sehen.
Bringt ihn weg.
Youqing, Mama kommt!
Youqing, was... Lasst mich zu ihm!
Mama ist da, Youqing!
Zeigt ihn mir!
Lasst mich durch!
Mama ist da!
Du bist nicht dazu gekommen, die Teigtaschen zu essen,
die ich dir mitgegeben hatte.
Mama hat dir noch mehr gemacht.
Wieder zwanzig. Das sollte reichen.
Wenn du gegessen hast, wirst du schlafen können.
Tief und friedlich.
Im Leben bist du immer aus dem Schlaf gerissen worden,
so schlafe jetzt wohl.
Mama wird dich jeden Tag besuchen.
Youqing, kannst du mir verzeihen?
Ich hätte dich nicht zur Schule gehen lassen dürfen.
Ich hätte deinen Vater daran hindern sollen,
dich zu zwingen, hinzugehen.
Es ist alles meine Schuld.
Hätte ich ihn nur zurückgehalten!
Ich hätte dich nicht gehen lassen dürfen.
Mein armer Youqing!
Der Bezirksrat ist gekommen.
Der, der mein Kind zu Tode gefahren hat?
Was will er hier? Wir wollen seinen Kranz nicht!
- Er soll gehen! - Er ist schon hier.
Er soll gehen!
Fugui, Jiazhen...
Ich bin's, Chunsheng.
Ich wollte euch besuchen, seit ich hier bin.
Fugui,
ausgerechnet dein Sohn!
Du bist der Bezirksrat?
Du hast meinen Sohn getötet?
Ich hatte nur diesen einen Sohn.
Nur diesen einen!
Ich hatte nur einen Sohn, und du hast ihn getötet!
Du hast an dem verdammten Steuer gesessen!
Fugui, was machst du? Sei nicht so.
Der Bezirksrat ist auch erschüttert.
Wie kann ich es wieder gutmachen?
Nimm erstmal das.
Es sind 200 Yuan.
Sag mir, was ich sonst noch tun kann.
Wir wollen dein Geld nicht. Gib mir meinen Sohn zurück!
Du hast ihn getötet.
Gib ihn mir zurück!
Verschwinde!
Denk daran, du schuldest uns ein Leben.
Du schuldest uns ein Leben. Vergiss das nicht!
Du hast Youqing getötet.
Vergiss das nicht. Und jetzt verschwinde.
Bezirksrat, gehen wir. Es ist besser, wir gehen.
Verschwinde!
Gut.
Ich gehe.
Ich schulde euch ein Leben.
Ich werde es nicht vergessen.
Fengxia!
Was machst du? Ich werde dich lehren!
Was ist los?
Sie hat die Scheiben eingeschlagen.
Wer ist sie überhaupt?
Lass sie los!
- Sie loslassen? Sie gewähren lassen? - Lass sie los!
Scheiben kaputt, wie dann fahren?
Ich fahre nicht!
Die 60er Jahre
Juni 1966 - Beginn der "Großen Proletarischen Kulturrevolution",
die zehn Jahre dauern und in das Leben einer jeden Familie eingreifen wird.
- Ach, ihr esst gerade. - Kommen Sie herein?
- Ich will nicht stören. - Schon gut. Wir sind fertig.
- Ich setze mich hierher. - Nein, sitzen Sie hier.
Fugui, du musst deine Puppen loswerden.
Es wissen alle von ihnen. Du kannst sie nicht behalten.
Ich habe mit Jiazhen darüber gesprochen.
Könnten wir nicht Propagandaveranstaltungen machen?
Eine neue Verwendung für die alten Dinger finden.
Ist dir nicht klar, was sie darstellen?
Kaiser, Generäle, Gelehrte, Schönheiten. Typische "Vier alte Übel".
Der neueste Leitsatz:
"Je älter, desto reaktionärer."
Verbrenne sie. Tu, was der Vorsitzende Mao sagt.
Sie erinnern Jiazhen an Youqing.
Lassen wir die Vergangenheit ruhen.
Verbrenne sie. Ich muss noch andere Leute aufsuchen.
Fengxia!
Hol eine Kohlenpfanne.
Wir können sie nicht behalten.
Fugui, Chunsheng hat mich immer wieder gebeten,
dir eine bessere Arbeit zu geben. Was hältst du davon?
Wasser tragen ist gut. Jiazhen kränkelt.
- Wir sind zusammen, ich kann sie umsorgen. - Wir kommen darauf zurück.
Ich habe vielleicht einen Freier für Fengxia gefunden.
- Ich erzähle euch von ihm. - Schscht! Sie weiß noch von nichts.
Ich habe den Richtigen für sie gefunden.
Er heißt Wan Erxi.
Er arbeitet in einer Fabrik in der Stadt.
Er ist dort Anführer der Roten Garde.
Er möchte sie kennen lernen.
Klingt gut. Wird er Fengxia wollen?
Er ist auch behindert. Ein lahmes Bein.
Wie lahm? Kann er gehen?
O ja, sogar laufen, wenn's sein muss.
Er kann laufen?
Eine angeborene Behinderung?
Nein, ein Arbeitsunfall.
Er erhält Entschädigungsgeld.
Sollen wir ihn zu uns einladen?
Fengxia könnte ihn begutachten.
Will sie nicht, dass wir Heiratsvermittler spielen?
Doch, aber sie will sich nur ungern von uns trennen.
Fugui, Fugui.
Genosse Wan Erxi ist hier.
Ich komme. Wir sind hier.
Genosse Wan Erxi, Fengxias Vater, ihre Mutter.
Kommen Sie herein.
Trinken Sie.
Worte des Vorsitzenden Mao
Genosse Wan arbeitet in der Maschinenfabrik "Ostwind".
Sein Vater und sein Großvater waren auch Arbeiter.
Solide Arbeiterklasse.
Fengxias Vater hat an der Revolution teilgenommen.
Keine Probleme mit seiner Herkunft. Die Bescheinigung der Befreiungsarmee.
Gut.
Gut.
Wo ist Fengxia?
Genosse Wan Erxi. Genossin Xu Fengxia.
Ich gehe.
- Essen Sie zuerst etwas. - Nein, danke.
Du bleibst nicht?
- Iss mit uns. - Nein, wirklich nicht.
Dann gehen wir.
- Wie findest du ihn? - Das Bein ist nicht schlimm.
Er wirkt rechtschaffen. Ich bin einverstanden.
Wer sagt, dass er Fengxia will?
Er hat sie kaum angesehen und wollte nicht bleiben.
Wenn's nicht klappt, suchen wir weiter. Zudem entscheidet Fengxia.
Ich glaube, er gefällt ihr.
Sie ist anders als sonst.
Geh und frag Herrn Niu, was der junge Mann meint.
- Wie wäre dieser für Fengxia? - Nicht schlecht.
Genosse, kann ich den dort sehen?
Rotgardisten sind bei euch eingedrungen.
Sie haben eine Leiter genommen und decken das Haus ab.
Woher sind sie?
Keine Ahnung. Der Anführer ist invalid. Geht schnell nach Hause.
Invalid? Es muss Wan Erxi sein.
Er will sie nicht und zerstört das Haus?
Heutzutage ist alles möglich. Niu sagte, er sei Rotgardist.
Geh schnell!
- Fengxia ist allein zu Hause. - Ihr Paket.
Sie haben zu tun.
Ich habe Kollegen mitgebracht.
Wir putzen das Haus heraus.
Decken das Dach um,
damit es nicht mehr rinnt.
Streichen die Wände. Das Porträt des Vorsitzenden Mao.
Fengxia hat uns geholfen.
Wunderbar!
Wir gehen jetzt. Wir sind fertig.
- Bleibt, ruht euch aus. - Esst etwas.
Nein, wir müssen weiter.
Bleibt!
- Kommt ins Haus! - Nein, danke.
Das hat Erxi gemalt.
"Die Arbeiterklasse schreitet uns voran."
Erxi hat geschickte Hände.
In der Fabrik hat er alle Bilder des Vorsitzenden Mao gemalt.
Ich hole Wasser, damit ihr euch waschen könnt.
Danke, aber wir werden ins fabrikeigene Badehaus gehen.
Ihr habt euch viel Mühe gemacht.
Kommt wieder.
Was haltet ihr von Fengxia und mir?
Wir sind glücklich, wenn ihr's seid.
Keine Einwände.
Wollen wir das Datum festlegen?
Wann immer du willst.
Erxi, Fengxia hatte es schwer im Leben.
Wenn's dir recht ist, mach die Hochzeit zum großen Ereignis.
- Sie soll glücklich sein. - Einverstanden.
Heute beginnen Genosse Wan Erxi und Genossin Xu Fengxia ihr Eheleben.
In guten Zeiten gedenken wir der Partei, im Glück des Vorsitzenden Mao.
Was ist? Heute wird nicht geweint.
Sie singen alle für Fengxia und sie kann nicht mitsingen.
Aber sie singen so laut, dass sie es hört.
Jetzt wird ein Foto gemacht!
Zur Seite treten!
Stillhalten!
Zeigt die Roten Büchlein!
Achtung, jetzt kommt das Schiff!
Ein Familienfoto!
Das Schiff der Revolution. Steuert mit Mao durch den Sturm.
- Im Kasten. - Gut, gehen wir.
Bezeugt vorher dem Vorsitzenden Mao eure Verehrung.
Vorsitzender Mao, Genossin Fengxia ist jetzt mein.
Stellt euch hierher und verbeugt euch.
Vater, Mutter, ich werde für immer für Fengxia sorgen.
Gut.
Komm, sei nicht traurig.
Du wirst sie besuchen.
- Chunsheng! - Fugui, Jiazhen.
Gratuliere zu Fengxias Hochzeit.
- Wann bist du gekommen? - Vor einer Weile.
Aber es waren so viele Leute hier.
Komm ins Haus. Jiazhen, mach Tee.
Ist der Tee noch nicht fertig?
Das Wasser kocht nicht.
Komm, setz dich zu uns. Behandle ihn nicht so.
Komm, sobald das Wasser kocht.
Hier ist heißes Wasser.
Chunsheng ist gekommen, um Fengxia Glück zu wünschen.
Wollen wir die Vergangenheit nicht ruhen lassen?
Hätte nur Youqing heute dabei sein können.
Fugui, Jiazhen, ich gehe jetzt.
- Bleib! Der Tee ist fertig. - Vergiss es.
Jiazhen, ich weiß, du willst mich nicht sehen.
Ich lasse mein Geschenk hier und gehe.
Trink zuerst Tee. Du hast noch keinen gehabt.
Ich gehe besser.
Gib es ihm zurück. Ich will seine Geschenke nicht.
Aber es ist der Vorsitzende Mao!
Vater! Mutter!
Geh rein.
Fengxia, du bist wieder da!
Frierst du?
Es geht mir gut.
Wie geht es dir, Mutter?
- Besser. - Besonders seit ihr hier seid.
Habt ihr gegessen? Ich mache uns etwas.
Wir haben das Mittagessen mitgebracht.
Hilf mir.
Mit dem Tisch.
Wein? Aus welchem Anlass?
Vater, Mutter, wir bekommen ein Kind.
Deshalb der Wein!
Wirklich?
Wir sind im Krankenhaus gewesen. Es kommt im Herbst.
Fengxia wird Mutter.
Fengxia, du wirst Mutter.
Vater, Mutter, prosit!
Was hat der Arzt über Fengxias Gesundheitszustand gesagt?
Sie sei in Hochform.
Seid trotzdem vorsichtig. Die Deinen sind weit weg.
Kommt nach der Geburt eine Weile zu uns.
- Verbringe möglichst viel Zeit mit ihr. - Ja, sicher.
Als ich Fengxia erwartete, war ihr Vater nie da.
- Arbeitete er so viel? - O ja!
Komm nicht mit längst Vergangenem. Ich hatte keine Zukunft.
Aber heute geht es uns besser.
Euer Kind wird in eine noch bessere Welt hineinwachsen.
Zum Wohl.
Iss!
Ich habe...
das Foto rahmen lassen.
Wir haben wenig Fotos.
Dieses ist wunderbar.
Wenn das Kind da ist,
lass es jedes Jahr fotografieren.
Wir haben kein Foto von Fengxia als Kind.
Fengxia, wenn das Kind da ist,
lass es jedes Jahr fotografieren.
- Ich habe gestern Chunsheng gesehen. - Und?
Er hat gestern als kapitalistischer Mitläufer vor Gericht gestanden.
Wir müssen uns gegen ihn abgrenzen.
Gewiss.
Wir haben uns immer gegen ihn abgegrenzt.
Wir hatten nur noch wenig mit ihm zu tun.
Fugui.
Wer ist da?
Ich. Chunsheng.
Wer?
Chunsheng.
Was willst du?
Komm kurz heraus.
Sag, was du willst.
Nur für einen Augenblick.
Und?
Das mit Youqing liegt mir schwer auf der Seele.
Ich habe oft versucht, dir Geld zu geben. Du hast es nie genommen.
Es ist auf diesem Konto. Nimm es jetzt.
Bist du deswegen gekommen?
Ja.
Nimm es, dann bin ich im Reinen.
Meine Schulden werden bezahlt sein.
Wovon redest du?
Meine Frau hat sich umgebracht.
Umgebracht?
Warum?
Ich weiß nicht.
- Wo ist sie? - Ich weiß nicht.
Ich bekam nur die offizielle Mitteilung.
Du darfst die Hoffnung nicht verlieren.
Komm nicht auf dumme Gedanken.
Du musst standhaft bleiben.
Es ist kein Weg.
Ich will nicht mehr leben.
Du musst aber.
Auch wir haben unsere Toten begraben. Weiterleben war schwer.
Begreifst du?
Sagen wir, wir nehmen das Geld an. Hebe es für uns auf.
Ich weiß, es ist schwer,
aber du musst da durch.
Du musst damit fertig werden.
Ich glaube, ich schaff's nicht.
Chunsheng, es ist kalt.
Komm herein.
Ja, komm herein.
Nein, danke.
Ich habe mich davongeschlichen. Ich muss zurück.
Chunsheng, denk daran, du schuldest uns immer noch ein Leben!
Du solltest deines hochschätzen.
- Ist Ihre Frau zu Hause? - Ja.
Wofür sind diese Eier?
Fengxia gebärt. Wir danken damit dem Heiratsvermittler.
Sie bekommt das Kind? Wie die Zeit vergeht!
Erxi hat uns wissen lassen, dass die Wehen eingesetzt haben.
Wir gehen hin.
Wunderbar! Verstärkung für die Arbeiterklasse.
Wir müssen gehen.
Wir werden Ihnen das Kind zeigen kommen.
- Bleibt noch. - Lieber nicht.
Achtet euch ihrer nicht. Gehen wir.
Warum weint sie? Was ist geschehen?
Ich bin abgesetzt worden.
Ich sei ein kapitalistischer Mitläufer.
Morgen werde ich mich meiner Verbrechen bezichtigen.
Sie! Verbrechen!
Sie ein kapitalistischer Mitläufer? Alle wissen, wofür Sie einstehen.
Ich vertraue dem Volk und der Partei.
Ich bin stets dem Weg des Vorsitzenden Mao gefolgt.
Wann kommen Sie dann wieder?
Darüber sprechen wir nicht. Geht nur zu Fengxia.
Herr Niu, halten Sie die Ohren steif.
Wir besuchen Sie, wenn sie aus der Klinik kommt.
Grüßt sie von mir. Sie soll einen guten revolutionären Nachfolger gebären.
Es ist alles völlig normal.
Sie sagen, es gehe ihr gut.
Keine Probleme.
Wann soll es kommen?
So wie die Wehen sind, dauert es noch Stunden.
Fengxia, hab keine Angst. Es tut nicht weh.
Ruhig atmen und pressen.
Denk daran.
Beiß beim Pressen auf einen Waschlappen.
Wo ist einer?
Hier, beiß darauf. Es schont die Zähne.
Mach genau, was der Arzt sagt.
Sobald du presst, geht's schnell.
Mach, was Mama sagt. Press!
Pressen, dann geht's schnell.
Es ist zu früh zum Pressen.
Hier sind keine Angehörigen erlaubt.
Wartet im Korridor.
Schon gut. Wir gehen.
- Entschuldigen Sie die Mühe. - Unser Beruf.
Setzt euch.
Sie sind so jung. Sind es Krankenschwestern?
Wer hat Fengxia untersucht?
- Die beiden. - Kein Arzt?
Nein.
Frag, wo die Ärzte sind. Wir brauchen einen guten Arzt.
Sie sind alle eingesperrt worden. Die Roten Garden sind jetzt zuständig.
Keine Ärzte?
Genossin, sind auch Ärzte hier?
- Ja, wir. - Ich meine ältere.
Das sind alles Reaktionäre. Wir haben sie abgesetzt.
Keine Bange. Deiner Frau geht's gut.
Erxi, ich mache mir Sorgen. Fengxia ist stumm.
Sie ist nicht wie andere.
Sind diese jungen Leute dem gewachsen?
Wir brauchen einen erfahrenen Arzt.
Auch wenn er nur daneben steht, ist es beruhigend.
Lässt sich nicht einer finden? Lass mich überlegen.
Wir dulden keine Reaktionäre!
Wang Bin! Steh gerade!
Dieser Wang Bin hat meine Frau der Arbeiterklasse beschimpft.
Sie sei unfähig, Kinder zu haben.
Das darf nicht erduldet werden.
Wir haben ihn hergebracht,
um ihm eine Lehre zu erteilen.
Er muss zusehen, wie sie gebiert,
und die Erben der neuen roten Welt kennen lernen.
Die Arbeiterklasse hat's in sich.
Wang Bin, mach keine Schwierigkeiten.
Unternimm nichts ungefragt.
Ich würde es nicht wagen.
Mutter, Vater, das ist Professor Wang, der Leiter der Geburtsabteilung.
Es passiert Ihnen nichts, Dr. Wang.
Ich habe nur Theater gemacht.
Meine Frau bekommt ein Kind.
Ich wollte Sie dabeihaben.
Es ist besser, wenn ich's umgehängt habe. Lassen Sie's mir.
Frag ihn.
Ich spreche mit ihm.
Es geht schon.
Er hat Hunger. Er hat seit drei Tagen nichts gegessen.
Ich gehe Dampfbrötchen kaufen.
- Wo ist Erxi? - Essen gegangen.
- Wie geht es Fengxia? - Die Ärztin sagt gut.
- Möchtest du? - Nein, gib sie Dr. Wang.
Dr. Wang, für Sie.
Lassen Sie sich Zeit. Es hat genug.
Fengxias Kind wird doch nicht stumm sein, oder?
Natürlich nicht. Sie wurde nicht stumm geboren.
Wird es gehbehindert sein?
Bei Erxi war's ein Arbeitsunfall. Nichts Erbliches.
Zudem bringt es Unglück, davon zu reden.
Wir könnten vielmehr einen Namen für das Kind suchen.
Welcher Name würde dir gefallen?
"Spiel-nicht".
- Sei nicht albern. - Es war ein Scherz.
Was würde dir gefallen?
"Dampfbrötchen".
Du redest, ohne zu denken. Das ist kein Name.
Aber eine Tradition.
Kinder nennt man Kätzchen, Brötchen.
Diese Namen stehen nicht im Register.
Wenn der Teufel ein paar Leben haben will,
weiß er nicht, dass es diese Kinder gibt.
Die Alten sagen das.
Einverstanden: Brötchen.
Jedenfalls vorläufig.
Sein Vater kann ihm später einen richtigen Namen geben.
Die Angehörigen von Xu Fengxia.
Ein Junge. 3,6 kg.
- Wir haben nichts gehört. - Wir haben's ja gesagt.
Wie geht es meiner Tochter?
Mutter und Kind sind wohlauf.
- Ist er normal? - Völlig normal.
Dürfen wir zu ihnen?
Nein. Wegen der Infektionsgefahr.
Lassen Sie uns einen Blick hineinwerfen.
Nur einen Blick, Genossin.
Also gut.
Vater! Mutter!
Vater! Mutter! Hat sie geboren?
Ja.
Es ist ein Junge.
- Es geht ihnen gut. 3,6 kg. - Und wie er schreien kann.
- Hier drin? - Komm.
- Kein Zutritt. - Frau Doktor, bitte. Ich bin der Vater.
Niemand darf rein.
Wartet draußen. Wenn wir fertig sind, kann sie gehen.
- Dann seht ihr sie. - Dann kannst du dich satt sehen.
- Ein Junge? - Ja.
- 3,6 kg! - Wunderbar!
- Beide sind wohlauf. - Du bist ein Glückspilz.
Mein Sohn hat nur 2,5 kg gewogen.
3,6 kg ist ausgezeichnet.
Besorgt ein Fabrikauto, dann fahren wir Fengxia nach Hause.
Eine gute Idee.
Erxi, da es beiden gut geht, könntest du Dr. Wang zurückbegleiten.
Was ist mit ihm?
Er hat zu schnell gegessen.
- Die ganzen sieben Brötchen! - Alle sieben?
Hol Wasser. Zum Runterschwemmen.
Ihr zwei holt ein Auto.
- Heißes Wasser. - Trinken Sie.
Vorsicht, es ist heiß.
Wasser hilft.
- Wieso machte er das? - Er war ohne Essen eingesperrt gewesen.
Langsam.
Gleich geht's Ihnen besser.
Hilfe!
Hämorrhagie in der Geburtsabteilung! Wir können die Blutung nicht stillen.
Was ist los?
Tun Sie etwas!
Wir sind Studentinnen. Wir hatten das noch nicht.
Weiß Dr. Wang was tun?
Ja, er ist Professor. Er weiß, was man tun muss. Er weiß es bestimmt.
Schnell! Holt ihn!
- Dr. Wang! - Was ist mit ihm?
- Er hat sieben Brötchen gegessen. - Sie gaben ihm sieben?
Wir haben nicht aufgepasst. Er hatte drei Tage nichts gegessen.
Eben ist es ihm noch gut gegangen.
Das Wasser ist schuld! Er hätte nicht trinken dürfen.
Egal. Schleppt ihn rüber.
Notfall in der Geburtsabteilung! Hilfe!
Fengxia!
Bitte, Doktor, bitte!
Fengxia, halte durch! Ist ja gut.
Mama ist da. Hab keine Angst.
Wo ist der Sauerstoff?
- Dr. Wang! - Was hat er?
Er ist ohnmächtig.
Sauerstoff!
Halte durch! Mama ist bei dir. Hab keine Angst.
Bitte, Doktor, ich hab nur diese Tochter.
Nur sie ist mir geblieben!
Fengxia...
Mama ist da. Hab keine Angst.
Einige Jahre später...
Großvater! Es ist wieder krumm.
Wirklich? Ich werde es richten.
Bring Oma die Medizin.
Großmutter, wir haben Medizin gekauft.
- Schon zurück? - Ja.
- Ist Brötchen brav gewesen? - Ja.
Ich habe zehn Flaschen Wasser ausgetragen.
Welch tüchtiger kleiner Junge du bist! Zehn Thermosflaschen!
- Hast du die Medizin genommen? - Ja.
Ich mache uns Essen.
Dampfbrötchen, hilf mir dabei.
- Soll ich Feuer machen? - Ja, du machst Feuer und ich koch Nudeln.
Ich möchte Fengxias Grab besuchen
und die Fotos von Brötchen mitnehmen
und ihr zeigen, dass er wieder ein Jahr älter ist.
Ist gut. Ich lasse es Erxi wissen.
Brötchen, halt die Küken fest.
Wir hätten sie auf dem Heimweg kaufen sollen.
Jetzt müssen wir sie immer mitschleppen. Lass sie nicht fallen!
Brötchen, bist du glücklich?
Wo sollen die Küken wohnen?
Wir suchen ihnen einen Platz, wenn wir wieder zu Hause sind.
Youqing isst Teigtaschen, Fengxia schaut Fotos an.
- Brötchen, weißt du, wer Youqing ist? - Mein Onkel.
Und Fengxia?
- Meine Mama. - Ein kluger Junge.
Warum bekommt Fengxia die vielen Fotos?
Bevor du zur Welt kamst, sagte Oma zu deiner Mama,
sie solle dich oft fotografieren lassen.
Wenn ich Dr. Wang hätte hungern lassen, hätte er Fengxia retten können.
Er hätte es gekonnt, er ist Professor.
Er kommt immer wieder damit.
Schon gut.
Oder es war falsch, ihm Wasser zu geben.
Man sagt, wenn man Wasser trinke, werden im Bauch aus einem Brötchen sieben.
Dr. Wang aß sieben Brötchen.
Sieben mal sieben macht 49.
Das setzt jeden außer Gefecht.
Stimmt es, dass Dr. Wang nur noch Reis isst und keine Brötchen?
Keine Brötchen und keine Teigwaren.
Reis ist teurer als Weizen.
Er muss viel fürs Essen hinblättern.
Ich mache uns Essen.
- Ich helfe dir. - Du bist müde.
Ruh dich aus. Es dauert nicht lange.
Brötchen, sei ein braver Junge.
Wohin tun wir jetzt die Küken?
Ja, wohin? Mal sehen.
Wie wär's damit?
Die Kiste ist größer als die Schachtel.
Sie werden mehr Platz haben.
Dann fressen sie mehr
und wachsen schnell.
Großvater, wann sind sie groß?
Schon bald.
Und dann?
Dann werden aus den Küken Gänse werden,
aus den Gänsen Schafe,
und aus den Schafen Ochsen.
Und nach den Ochsen?
Nach den Ochsen...
Nach den Ochsen wird Brötchen herangewachsen sein.
Ich will auf einem Ochsen reiten.
Das wirst du.
Du wirst nicht auf einem Ochsen reiten,
du wirst Eisenbahn fahren und fliegen.
Und bis dahin wird das Leben immer besser werden.
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